Draftprofile 2017

Jonathan Isaac

Florida State Seminols

Datenblatt

Name: Jonathan Isaac

Geburtsdatum: 03.08.1997

Größe: 6’10”

Gewicht: 205 lbs.

Spannweite: 7’1‘‘

Position: Wing / Big

Team: Florida State Seminols

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Länge

+ Mobilität

+ Defensivpotential

+ Rollenspieler-Offense

– On-ball Creation

– Playmaking

Scouting – Logbuch

 In jedem Jahr ist das Rennen um den Titel des besten Spielers für die einzelnen Positionen ein interessanter Sub-Plot der Draft. Bei den Playmakern scheint der Kampf nach der eher mäßigen Postseason von Lonzo Ball entschieden. Auf Groß war die Entscheidung nie sonderlich interessant, da diesem Jahrgang ein herausragender, purer Big Man zu fehlen scheint. Wer allerdings als bester Flügelspieler 2017 gelten muss, ist aus meiner Sicht weiterhin offen und spannend. Vor der Spielzeit war ein reiner Zweikampf von Tatum und Jackson zu erwarten. Mittlerweile können Jonathan Isaac selbst nach einem extrem peinlichen Tournament-Aus gegen März-Cinderella Xavier durchaus Außenseiter-Chancen eingeräumt werden.

Tools & Athletik

Jonathan Isaac verfügt über herausragende, physische Werkzeuge. Seine 6‘10‘‘ Körpergröße kombiniert mit einer Wingspan von 7‘1‘‘ geben ihm für einen Flügelspieler elitäre Länge. Überdurchschnittliche Agilität, Geschwindigkeit und Explosivität ermöglichen ihm diese starken Tools auf vielfältige Art und Weise auf dem Parkett zu nutzen. Seine Beweglichkeit und Koordination ist bemerkenswert, da der Forward als Spätzünder gilt und sich deswegen noch immer an die eigene Statur gewöhnt. Isaac wiederfuhr ähnlich wie einem Anthony Davis erst in der High School ein heftiger Wachstumsschub. Als Schul-Freshman hatte er mit 6‘3‘‘ gerade einmal Guard-Größe.

Als einzigen Kritikpunkt in diesem Abschnitt muss er sich seinen eher hageren Körperbau gefallen lassen. Der Seminols-Freshman ist nicht ganz so dünn wie Lakers-Rookie Brandon Ingram, könnte aber mit seinen nur 205 Pfund Körpergewicht noch etwas mehr Masse vertragen. Gerade hinzugewonnene Stärke im Bein- und Rumpfbereich sollte ihm bei Positioning-Kämpfen ungemein helfen.

Defense

Auf dem Parkett überzeugt der 19-Jährige in erster Linie durch seine defensive Vielseitigkeit. Am Perimeter blitzt sehr oft seine starke Fußarbeit auf. Trotz seiner Größe fällt es ihm leicht selbst bei schnelleren Richtungswechseln die Balance zu wahren und so Gegenspielern durch enges Decken das Leben schwer zu machen. Teilweise kann er sich sogar gegen kleinere Playmaker behaupten. Closeouts plus Recovery sehen oft sehr sauber aus. Zusätzlich kann ihm durch seine Fähigkeiten eines der beliebtesten Basketball-Attribute des Jahrzehnts bescheinigt werden – eine hohe Switchability.

In Ringnähe fehlt ihm oft die Masse, um gegen stärkere, pure Big Men dagegenzuhalten. Switches auf ihm sollten demnach viele NBA-Center via Postup zu bestrafen wissen. Aber gerade gegen die stetig wachsende Stretch-Four/Hybrid-Forward-Community kann Isaac eine starke Waffe sein. Mit seiner Länge kann er gerade auf das Midpost-Faceup spezialisierten Spieler ordentlich zusetzen.

Unterschätzen Wert liefert der Freshman zusätzlich als Weakside-Shotblocker, der oft durch richtige Rotation, Timing und Sprungkraft den Ring zu beschützen weiß. Über das Jahr brachte er 6,2 BLK% und lag mit diesem Wert vor so manchem als Firstrounder eingeschätzten Big Man.

Abgerundet wird diese Seite des Balles von soliden Rebounding-Zahlen. Seine 24,9 DRB% erarbeitete sich Isaac durch gute Instinkte, seinen schnellen ersten und zweiten Sprung sowie seine langen Arme. Perspektivisch erlaubt ihm gerade diese Zahl auch in Profi-Lineups als Vierer auflaufen zu können.

Offense

Offball

Für Florida State war Isaac in der abgeschlossenen Saison zwar der zweitbeste Scorer des Teams (12 PpG), nahm dennoch nur eine kleinere offensive Rolle ein. Coach Hamilton ließ in nahezu allen Spielen eine extrem große Rotation auflaufen und die meisten Ballhandling- und Scoringaufgaben von den erfahreneren Spielern Bacon und Rathan-Mayes erledigen. So fand sich Isaac gerade in der Halbfeldoffensive oft als Rollenspieler-Option wieder. Lediglich 20,3 USG% stehen zu Buche. Dieser Umstand ist durchaus zu hinterfragen. Wenn schon am College nur limitierter offensiver Impact besteht, muss die Frage gestellt werden, was auf dem nächsten Level überhaupt noch möglich ist. Andererseits spiegelt die College-Rolle auch genau das wieder, was Isaac zumindest in den ersten NBA-Jahren erwarten wird. Sein offensiver Floor lässt sich so gut bestimmen.

Die sich aus der kleineren Rolle zumeist ergebenden Aufgaben erfüllte Isaac allerdings mit Bravour. Als moderner Combo-Forward lieferte er als Ergänzungsspieler regelmäßig ab. Auch auf dieser Seite des Feldes ist er ein solider Rebounder (7,7 OREB%), der Fehlwürfe verwerten kann. Knapp 30 Prozent seiner am Korb verwandelten Würfe stammen aus Putbacks:

Er besitzt gute Instinkte als Cutter und bietet als großes, explosives Ziel mit guten Händen einen dankbaren Abnehmer für jeden Pass, der schnelles Abschließen in Korbnähe erlaubt.

Er benötigt aber nicht immer viel Anlauf, um effektiv zu sein, sondern kann bspw. auch aus der Short Corner Anspiele hochprozentig verwerden.

Zusätzlich ist der Freshman ein überdurchschnittlicher Floor-Stretcher. Er ist nicht unbedingt als tödlicher Werfer zu bezeichnen, da sich gute mit schlechten Shooting-Monaten (Novemver 44 3P%, Dezember 21 3P%, Januar 35 3P%, Februar 42 3P%). Aber gerade aus dem Spotup ist er ein Schütze mit einer recht sauberen Wurfbewegung, der respektiert werden muss und damit Platz für die Mitspieler schafft. Ab und zu kann er sich seine Dreier sogar durch kluges Bewegen abseits des Balles erarbeiten.

Screening ist durch die fehlende Masse noch keine seiner Stärken. Dennoch bietet er in dieser Hinsicht jede Menge Potential, da er durch Cut- und Wurffähigkeiten theoretisch zu einer Roll’Pop-Dual Threat werden könnte.

Onball

Wie im letzten Abschnitt schon anklang, durfte Isaac in seinem einzigen Collegejahr nicht zu viele Possessions als erste Option mit dem Ball in der Hand agieren. Auf der einen Seite ist dies schade, da es seinem Team aus meiner Sicht geholfen hätte, da Isaac vom reinen basketballerischen Talent über jedem Seminols-Spieler einzuordnen ist. Zum anderen erschwert dies die Bewertung seiner Fähigkeiten etwas. Sein Ceilling als NBA-Prospect wird klar von seiner Onball-Offense abhängen, wenn er sich zu mehr als einem starken Rollenspieler entwickeln möchte. Leider ist seine Sample Size in dieser Hinsicht kleiner als die der Konkurrenten Tatum oder Jackson. Es muss demnach hinterfragt werden, wieviel Bedeutung den durch den Freshman hinterlassenen Eindrücken zugemessen werden kann. Allerdings lohnt es sich schon, seine offensiven Flashes anzusehen.

Isaac zeigte, dass er in Fastbreak-Situationen zeitweise den Ball bringen kann. Für einen Spieler seiner Größe deutet dies auf ein überdurchschnittliches Handling hin.

In Ausnahmefällen wurde ihm wegen dieser Fähigkeiten gar erlaubt als sekundärer Ballhandler in Pick’n’Rolls zu agieren. Letztlich findet er sich aber eher in der Vollstrecker- als der Vorbereiter-Rolle wieder, da seine Vision und seine Passing-Skills maximal durchschnittlich sind (7,5 AST%).

Mit einem schnellen ersten Schritt und dem soliden Handling kommt Isaac mit Leichtigkeit zum Korb. Sein Repertoire beschränkt sich aber zu diesem Zeitpunkt auf Straight-Line-Drives. Kompliziertere Dribblemoves zeigt er kaum. Trotz seiner schmächtigen Statur schließt der Freshman in Ringnähe erstaunlich gut ab (69 FG%@rim), da er seine Länge und sein Balancegefühl in der Luft gut zu nutzen weiß. Die Freiwurfrate von 0,46 ist stattlich und stellt einen wichtigen Faktor für sein extrem effizientes Spiel dar (122 ORtg), da er starke 78 Prozent seiner Versuche von der Linie verwandelt.

Allerdings profitiert er sehr davon, wenn er down-hill agieren kann, er also bspw. Closeouts oder ungeordnete Transition-Defenses attackiert. Gegen formierte Verteidigungsreihen hat er Schwierigkeiten ohne Hilfe Offensivaktionen zu kreieren. Es fällt ihm im Halbfeld (noch) sichtlich schwer, den Ball mehr als drei, vier Mal auf den Boden zu setzen und durch geplante Moves seinen Verteidiger in eine nachteilige Situation zu manövrieren.

Sehr schnelle Pullups funktionieren. Weiterreichende Isolationversuche wirken zu steif und wenig effektiv. Dabei lesen sich die Zahlen für Mitteldistanzwürfe ziemlich gut (41 FG%2P J). Es bleibt abzuwarten, wie sehr sich das Dribbling des Seminols noch verbessern lässt, um perspektivisch mehr offensive Last schultern zu können. Nötig wäre ein Sprung in dieser Facette definitiv, wenn der 19-Jährige zum Starter oder gar mehr reifen soll. Über ein breites Fundament verfügt er aber schon.

Spielervergleich 

Isaac bringt als athletischer und defensiv sehr vielseitiger Combo-Forward ein extrem gefragtes Skillset mit. Als Prospect gibt ihm seine bereits vorhandene Fähigkeitenkombination einen recht hohen Floor. Selbst wenn er sich offensiv kaum weiterentwickelt, sollte er wie ein Al-Farouq Aminu eine erfolgreiche Rollenspieler-Karriere einschlagen können. Teilzeitstarts in Abhängigkeit vom Team nicht ausgeschlossen. Festigt er aber seinen Wurf und eignet er sich mehr offensive Werkzeuge an, könnte der Freshman eine Entwicklung nehmen, die der von Harrison Barnes gleich, der vom Top-Rollenspieler zum Starter mit dickem Vertrag wurde. Um noch etwas Vermessenes anzufügen: Rein von der Statur her ist Isaac ähnlich Kevin Durant-ish, es ein Brandon Ingram im letzten Jahr war. Leider hören an dieser Stelle die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

Videos

Playlist

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

 

High School: 

Jordan Brand Classics:

8 PTS (3-6 FG), 3REB, 1 AST, 1 BLK in 18 Min

Nike Hoop Summit:

7 PTS, 4 REB, 2 AST in 20 Min

Awards:

FIBA Americas Under-18 MVP (2016)

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@jisaac_01

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