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Das große NCAA-Update – Part II

Big Ten, Big 12, Big East, SEC

Big East

Liga-Update:

Im Jahr Eins nach dem Abwandern der alteingesessenen Big East-Teams Louisville, Syracuse, Notre Dame, Connecticut und Pittsburgh haben wir uns ordentlich verschätzt. Während die Neuankömmlinge Creighton und Xavier genauso wie erwartet spielen, haben uns die letztjährigen Größen Georgetown und Marquette ziemlich enttäuscht. Wir hätten erkennen müssen, dass die Abgänge von Otto Porter und Vander Blue doch schwerer wiegen würden. Dazu haben wir die Villanova Wildcats unterschätzt, die mit einer sehr flexiblen, aber kleinen Mannschaft ohne ernstzunehmenden Bigman die Conference aufmischen. Sie werden zusammen mit Creighton den Ligatitel unter sich ausmachen. (tb)

IN*:

Villanova Wildcats
Creighton Bluejays
Xavier Musketeers 

ON THE BUBBLE*:

Providence Friars
Georgetown Hoyas 

OUT*:

Marquette Golden Eagles
Seton Hall Pirates
Butler Bulldogs
St. John’s Red Storm
DePaul Blue Demons 

Und die Schlagzeilen?

CREIGHTON – Doug McDermott in der Big East

Und er scort, und scort und scort – Doug McDermott, von uns in den Previews als klarer Favorit auf den Titel Spieler des  Jahres ausgegeben, spielt genauso wie wir es von ihm erwartet haben. Auch in der neuen Conference ist der Forward noch immer eine (auf College-Level) nicht zu stoppende Scoringmaschine. Abend für Abend spult der Senior sein Programm aus Inside und Outside-Game ab und liefert Statistiken ab, die einen jeden Fan ins Staunen bringen sollten. In 19 seiner bisher 21 Spiele erzielte McDermott 19 Punkte oder mehr, in 7 Spielen gar 30 Punkte oder mehr. Nur Antonie Mason (26,6 PpG) von Niagra hat 2013/14 einen höheren Punkteschnitt als der Mann von Creighton (25 PpG). Gleichzeitig agiert der vielseitige Flügel weiterhin unglaublich effizient. Seine Wurfquoten sind beängstigend gut (50 FG% / 44 3P% bei 7,3 3PA / 89 FT%), seine Turnover heruntergefahren (2,0 anstelle von 2,6 TpG 2012/13) und sein Rebounding gemessen an seiner mittelmäßigen Athletik weiterhin auf einem hohen Niveau (7,1 RpG). Eine dritte Berufung in Folge in ein All-American First Team ist nur noch Formsache. Damit wird er der erste Spieler seit Tar Heels –Legende Tyler „Psycho-T“ Hansbrough sein, dem das gelingt. Und dann ist da ja noch die Sache mit seinem All-Time-Scoring. Behält McDermott seine aktuelle Pace bei, so würde er sich inklusive dreier Big East Tournament-Spiele und einer gewonnen Partie im NCAA Tournament mit 3000+ erzielten Punkten auf der Career Scoring List an NBA-Hall of Famer wie Oscar Robertson, Larry Bird und Elvin Hayes vorbeischieben und sich bis auf Platz 5 vorarbeiten. Eine schöne Geschichte für einen Jungen, der sich nach der High School eigentlich schon für Northern Iowa entschieden hatte, weil er sich selbst nicht zugetraut hatte an einem guten Division I-College spielen zu können.

Creighton als Team sollte man allerdings auch nicht unerwähnt lassen. Um ihren Topscorer hat Coach Greg McDermott die derzeit zweitbeste Offensive der gesamten NCAA gebaut, wenn man in die Advanced Statistics schaut. Ähnlich wie bei den Houston Rockets scheinen Würfe auf der Mitteldistanz verboten zu sein. Scoring in der Zone oder von der Dreierlinie werden gepredigt. Wie dies in Perfektion funktionieren kann, zeigten die Bluejays gegen den direkten Konkurrenten um die Conference-Krone aus Villanova. Auswärts in Philadelphia nahm man Ende Januar die Wildcats mit 21 getroffenen Dreiern regelrecht auseinander und unterstrich die eigenen Ambitionen schon im eigenen ersten Jahr die neue Big East gewinnen zu wollen. Auch im Tournament wird mit Creighton und ihrem starken Offensivbasketball zu rechnen sein. (tb)

GEORGETOWN – Rivalität mit Syracuse bleibt erhalten

Auch wenn die Big East mit Hoyas gegen Orange eine der wichtigsten Rivalitäten ihrer Geschichte auf lange Zeit gesichert hat, ist ein deutlicher Verfall der Liga schon in diesem Jahr zu bemerken. Lediglich Villanova als traditionelles Big East-Powerhouse hält die Fahne der ehemals tiefsten Conference des Landes hoch. Nach ihnen sind es schon die Neuankömmlinge Creighton und Xavier, die für Furore sorgen. Ein ungewohntes Bild für einen jeden College Basketball-Fan, der sich an die vielen neuen Ansetzungen innerhalb der Liga gewöhnen muss. Mit Butler-Xavier oder Georgetown-Villanova hat man natürlich immer noch einige interessante Duelle mit etwas Knistern zu bieten. Allerdings scheinen die Tage des ehemaligen Big East-Zaubers gezählt. Die ACC wird den Titel der besten Ostküsten-Liga übernehmen und die meiste Medienberichterstattung auf sich vereinigen. Nach einem solchen Start, dürfte das Duell Duke-Syracuse mittelfristig jede ehemalige Big East Rivalität in den Schatten stellen. Eine traurige, aber nach dem Realignment zu erwartende Entwicklung:

Warum an dieser Stelle weiterhin Rivalitäten besprochen wurden? Über die Hoyas muss in diesem Jahr kaum ein Wort verloren werden. Ohne Superstar Otto Porter war es für Coach Thompson III und seine Mannschaft schwer in das Jahr zu finden. Bis vor kurzem noch durften sich die Hoyas-Fans nicht einmal Chancen auf das NCAA-Tournament ausrechnen. Am Wochenende besiegte man allerdings Michigan State. Mit dem Sieg gegen extrem verletzungsgeschwächte, aber dennoch hoch gerankte Spartans konnte man sich immerhin Bubble-Team-Status erarbeiten. Aber es müsste wohl noch immer ein famoser Endspurt inklusive eines Wins gegen Villanova oder Creighton her, um ernsthaft in das Feld der besten 64 Teams des Landes gesetzt werden zu können. (tb)

BUTLER – Wie entwickeln sich die Bulldogs nach dem Abgang von Erfolgscoach Brad Stevens?

Machen wir es kurz: Butler braucht noch zwei, drei Jahre, um sich vom Stevens-Abgang zu erholen. Mit ihm verließen schließlich auch die drei besten Spieler der vergangenen Saison das College (Jones, Smith und Clarke – zusammen 38 PpG ). Derzeit stehen die Bulldogs auf den hinteren Plätzen des Big East und werden es wohl nicht einmal in das NIT schaffen. Dennoch muss man nicht komplett schwarz sehen. Gemessen an der Kaderqualität präsentieren sich die Männer vom neuen Coach Miller recht passabel. Es konnte, wie in der Preview angesprochen, einigen großen Teams mit dem „butler-way“ ein Bein gestellt werden. Georgetown, Oklahoma State, Villanova und auch LSU zwang man allesamt in extrem knappe Spiele. Nur zu Fall konnte keiner der Riesen gebracht werden. Nach diesem Übergangsjahr wird es spannend zu beobachten, wie Brandon Miller die neue Conference und den Namen der Bulldogs nutzt, um High School-Talente zu rekrutieren und mit neuen Spielermaterial eine neue Butler-Mannschaft aufzubauen. (tb)

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