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Das große NCAA-Update – Part II

Big Ten, Big 12, Big East, SEC

Big 12

Liga-Update:

Die Stärkenverhältnisse innerhalb der Conference hatten wir vor Saisonbeginn recht gut abgebildet. Kansas marschiert vorne weg und Oklahoma State hätte sich ohne die Verletzung von Bigman Michael Cobbins sicher an deren Fersen geheftet. Dahinter sahen wir ein enges Rennen mit sechs mehr oder minder gleichwertigen Mannschaften. Genau dies ist auch eingetreten. Allerdings hatten wir die Stärke der Liga als Gesamtkonstrukt etwas unterschätzt. Dieses gesamte Mittelfeld präsentiert sich zu diesem Zeitpunkt als große, ernstzunehmende Gruppe, in der alle Mannschaften als klare Tournament-Kandidaten gesehen werden müssen. Die Big 12 wird am Ende des Jahres prozentual gesehen, so viele Teams zum Big Dance schicken wie keine andere Conference. (tb)

IN*:

Kansas Jayhawks
Iowa State Cyclones
Oklahoma State Cowboys
Oklahoma Sooners
Texas Longhorns
Kansas State Wildcats 

ON THE BUBBLE*:

Baylor Bears

OUT*:

West Virginia Mountaineers
Texas Tech Red Raiders
TCU Horned Frogs 

Und die Schlagzeilen?

KANSAS – Wiggins-Hype

Es gibt Teams, bei denen man einfach weiß, dass sie ihr Potential irgendwann abrufen werden. Kansas ist eines dieser Teams. Wenn man sich die Rotation anschaut, sollte es jedem klar werden. Bill Selfs Mannschaft ist auf jeder Position doppelt gut besetzt. Wirkliche Schwächen sind hier nicht auszumachen. Trotz alledem hat man schon fünf Niederlagen auf dem Konto. Wenn man aber bedenkt, dass die Starting Five aus einem Junior (Naadir Tharpe), einem Sophomore (Perry Ellis) und drei Freshmen (Wayne Selden, Andrew Wiggins und Joel Embiid) besteht, sollte eine gewisse Inkonstanz natürlich zu entschuldigen sein. Wiggins ist das wahrscheinlich beste Beispiel dafür. Als Topscorer sind die besseren Abende mittlerweile zur Mehrheit geworden. Grundsätzlich lesen sich seine Statistiken aber nicht kontinuierlich gut. Bestes Beispiel dafür sind die 29 Punkte beim Sieg gegen Iowa State, worauf sieben Punkte und die Niederlage gegen Texas folgen.

Es ist beruhigend, dass er es zumindest an einigen Abenden schafft, dem Hype gerecht zu werden. Doch im Endeffekt war es klar, dass dies auf lange Sicht unmöglich sein würde. Er hätte statistisch auf einem Niveau mit den ganz großen, wie zum Beispiel Kevin Durant, spielen müssen und so weit ist der 18-Jährige einfach noch nicht. Sein afrikanischer Teamkollege Joel Embiid hingegen ist etwas stetiger in seiner Entwicklung. Es ist beeindruckend wie schnell der Center lernt und neue Moves auch im Spiel anbringt. Seine Zahlen pendeln sich momentan bei 10 Punkten, knapp 10 Rebounds und zwei Blocks ein. In einem Team mit vielen potentiellen Leistungsträgern ist dies sicherlich fast das Maximum, doch es ist eindeutig, dass dieser junge Mann noch lange nicht das Maximum erreicht hat. (jb)

OKLAHOMA STATE – Marcus Smart und die Entscheidung zur Rückkehr

Oklahoma State ist ein enorm talentiertes Basketballteam. Der Non-Conference Schedule wurde souverän gespielt, einer der zehn besten Akteure der NCAA läuft im Cowboys Trikot auf und man hat mit über 80 Punkten pro Spiel eine Top 10 Offense. Doch was passiert normalerweise mit einem Team, wenn der groß gefeierte Star an spielerischer und mentaler Konstanz verliert, ein elementarer Big Man durch eine Verletzung ausfällt und der Backup PG aufgrund von öffentlichen Urinierens aus dem Auto verhaftet wird? Es entwickelt sich schlechte Stimmung, die in Niederlagen resultiert. Bereits fünf Losses gab es gegen Teams aus der Big 12 und der Schedule wird nicht leichter. Nach einem sensationellen Start (39 Punkte gegen Memphis) muss Marcus Smart seinen Rhythmus wiederfinden, damit das Team eine Chance hat, zu bestehen. Ohne ihn sind Flügel Markel Brown und der stark verbesserte LeBryan Nash auf sich alleine gestellt. Vor allem die Rotationstiefe der Cowboys sollte Head Coach Travis Ford weitere Sorgen bereiten. Die Verletzung von Michael Cobbins lässt den Frontcourt sehr dünn aussehen und nachdem die Verhaftung von Backup Point Guard Stevie Clark bereits sein dritter Verstoß in dieser Saison war, werden wir auch ihn nicht mehr neben Smart auf dem Parkett sehen. Könnte es sein, dass sich die Rückkehr des talentierten Guards als Fehler herausstellt? Holt ihn seine unkonventionelle Entscheidung jetzt wieder ein? Zumindest sportlich läuft es sicherlich nicht so, wie er sich das erwünscht hat. Viele Fragezeichen schweben über Stillwater und mit den kommenden Auswärtsspielen gegen Texas, Baylor und Iowa State ist es eminent, dass diese schnellstmöglich aus dem Weg geräumt werden.

BAYLOR – Welche Version der Bears gibt es in diesem Jahr?

ekpeudohDie Baylor Bears hatten schon einmal bessere Tage. Zwar verlief die Saison bis zum Big 12-Play sehr gut, doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Erst zwei Siege stehen auf dem eigenen Konto und diese waren gegen TCU und schwächelnde Cowboys der Oklahoma State University. Auf dem Papier haben die Bears ein sehr starkes Team, welches vor allem recht ausgeglichen scheint. Ein Zustand, den Head Coach Scott Drew seit Jahren versucht zu erreichen. Kenny Cherry , Junior Point Guard, spielt stark verbessert und auch Shooter Brady Heslip hilft mit seinen über 46 3P% sehr. Der Frontcourt hat enormes Potential, da drei überdurchschnittlich talentierte Big Men im Kader stehen. Cory Jefferson und Rico Gathers können durch ihre physische Spielweise praktisch jeden Kontrahenten durch die Zone schieben und Isaiah Austin gilt schon lange als NBA-Talent. Doch gerade ihm fehlt es in dieser Saison an Antrieb. 10 Punkte, 5.5 Rebounds und 2.7 Blocks sind natürlich alles andere als schlecht, doch es wurde mehr von ihm erwartet.

Allerdings wusste auch niemand über den Fakt Bescheid, dass Austin seit einer Verletzung auf dem rechten Auge blind ist. Das lässt seine Leistung ganz im Allgemeinen unmöglich erscheinen. Man wird sehen, wie sich sein Spiel weiterentwickelt, doch mit diesem Hintergrundwissen, ist es schwierig, seine Leistung zu kritisieren. Im abschließenden Teil der regulären Saison gilt es für die Bears keine weiteren unnötigen Niederlagen zu kassieren und zumindest ein Spiel gegen gerankte Kontrahenten für sich zu entscheiden. Doch auch dann wird es sicherlich sehr eng werden mit der Qualifikation für das NCAA Tournament. Schon jetzt kann man definitiv sagen, dass es eine enttäuschende Saison für die Bears ist, da man sich von Beginn an an der Spitze gleich neben den Jayhawks gesehen hat. Das Potential ist sicherlich vorhanden, doch es scheint eines der Grundcharakteristika  der Bears zu werden, dass man als Wundertüte alle Prognosen der Preseason über den Haufen wirft. (jb)

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