Draft

Das große NCAA-Update – Part I

AAC, ACC, PAC-12

PAC-12

Liga-Update:

Westküsten-Basketball macht wieder Spaß. Dies war auch vor der Spielzeit abzusehen. Dass Arizona und UCLA voranschreiten und auch auf nationaler Ebene zu Topteams zählen würden, wussten wir. Auch unsere Tipps Oregon und Colorado sahen vor den Conference-Spielen noch sehr gut aus. Leider ereilte beide Mannschaften das Verletzungspech, weswegen sie derzeit in den Rankings etwas zurückfallen. Bis zum März wird es in der PAC-12 für viele Teams noch sehr, sehr spannend. Im Mittelfeld der Conference rangieren einige Mannschaften, die den Big Dance schaffen könnten. Es gilt deshalb diese Liga im Auge zu behalten. (tb)

IN*:

Arizona Wildcats
UCLA Bruins
Colorado Buffaloes
California Golden Bears

ON THE BUBBLE*:

Stanford Cardinals
Arizona State Sun Devils
Oregon Ducks  

OUT*:

Washington Huskies
Oregon State Beavers
Washington State Cougars
Utah Utes
USC Trojans

Und die Schlagzeilen?

ARIZONA – „Gordon-Dunk-Watch”!

Aaron Gordon hat viele schöne Dunks hingelegt. Dazu reichen wir Beweisstück Eins, Zwei und Drei ein. Der Forward überzeugt mit seiner mannschaftsdienlichen Spielweise, ist ein so starker Verteidiger wie angepriesen und liefert auch gute Zahlen ab (12 PpG, 7,9 RpG). Ein Platz in der Top 7 der Draft 2014 scheint sicher. Allerdings ist viel spannender, was um ihn herum passiert ist. Trainer Sean Miller, der 2009 von Xavier in den Südwesten der USA wechselte,  führt die Arizona Wildcats zu ihrer vielleicht besten Saison aller Zeiten. Bis zum 22ten Spiel ungeschlagen, konnte man bereit schwere Brocken wie San Diego State, Duke, UCLA und Michigan schlagen. Dies hat einen Grund: In seinem fünften Jahr laufen nun nur noch Spieler auf, die der Erfolgstrainer eigens für sein System rekrutiert hat. Dies sieht man auf dem Parkett sehr deutlich. Jedes Rädchen scheint in das andere zu greifen. Keine Mannschaft besitzt eine stärkere Sieben-Mann-Rotation als Arizona. Diese bringt alles mit, was man für ein Championship-Team braucht. Transfer McConnel genau der erfahrene Pointguard, den sich Miller immer gewünscht hat. Tarcewski und Ashley stellen mit ihrer Länge die meisten gegnerischen Frontcourts vor Probleme. Die Freshmen Gordon und Hollis-Jefferson fügen eine gehörige Portion Athletik und Defense hinzu, während die Wildcats in Scorer Nick Johnson ihren Go-to-Guy für die engen Situationen haben. Alles zusammen ergibt eine Top 20 Offense gepaart mit der zweitbesten Defense des Landes. In ähnlichen Sphären wandelt derzeit nur Syracuse. Ein #1 Seed für das Tournament schien sicher gebucht.

Allerdings setzte es am Wochenende die erste Niederlage. California bezwang die Wildcats in buchstäblich letzter Sekunde. Eigentlich kein Grund zur Panik. Auch mit zwei, drei Losses hätte Arizona souverän einen der Top-Setzplätze im März holen müssen. Wäre da nicht die schwere Verletzung von Starter Brandon Ashley gewesen, der mit einem Beinbruch für den Rest der Saison ausfällt. Das Committee wird die Wildcats nun bis zum Selection Sunday ganz genau unter die Lupe nehmen und sich ansehen wir man ohne den Forward aufspielt. Galt man bisher als sicherstes Final Four-Team, muss man sich nun neu beweisen, da wenige Qualitätsbankspieler zur Verfügung stehen, die ohne Leistungsabfall die Lücke des Ashley-Verlusts stopfen können. (tb)

OREGON – Haben die Ducks die geilste Arena der Nation?

13-0 starteten die Ducks in dieser Saison. Mit famoser Offense fegte Oregon durch den eigenen Non-Conference-Schedule, ehe es im PAC-12-Play das böse Erwachen gab. Sechs der nächsten sieben Partien gingen verloren und ließen die Mannen von Coach Hobson von einem Top 10 Team mit Final Four-Buzz zu einer Mannschaft werden, die noch nun etwas tun muss, um überhaupt das Tournament zu erreichen. Bei 75,9 zugelassenen gegnerischen Punkten pro Spiel (Platz 300 in der NCAA) hilft es auch nichts, dass UNLV-Transfer Mike Moser, wie von uns erwartet, eine tolle Bounce-back-Saison spielt (13 PpG, 7,4 RpG). Immerhin scheint die neue Arena zu helfen. Aktuell steht man Zuhause bei einer Bilanz von 11-3. Damit man aber auch im kommenden Jahr weiter regelmäßig die 12.000 Plätze ausverkauft, muss das Team JETZT anfangen wieder zu gewinnen. (tb)

UCLA – Wird Kyle Anderson in seiner Sophomore-Season endlich sein komplettes, basketballerisches Talent zeigen können?

Um die Frage nur kurz zu beantworten: JA!

Wie erhofft, war der Trainerwechsel von Ben Howland zu Steve Alford für Kyle Anderson ein großes Geschenk. Kollege Julian Barsch würdigte dies zuletzt mit einer Topplatzierung in seinen College Studs Ranking. Aber auch an dieser Stelle lohnt es sich noch einmal anzusehen, was ein befreiter Anderson leisten kann. Als 6‘9‘‘ Aufbauspieler orchestriert er in diesem Jahr ein sehr schnell spielendes Bruins-Team in spektakulärer Manier. Er führt seine Mannschaft in Assists (6,8 ApG) und Rebounds (8,7 RpG) an und ist der unumstrittene Führungsspieler auf dem Platz. Trotz der vielen neuen Aufgaben im Spielaufbau schaffte es Anderson seinen Punkteschnitt um fünf Punkte anzuheben (von 9, auf 15PpG) und seinen vorher wackligen Distanzwurf auf ein stabiles Niveau zu hieven (50 3P%!, aber nur 1,7 3PA). Mittlerweile rangiert er nicht mehr in der zweiten Runde von Mock Drafts, sondern gilt zumeist als später Firstrounder.

Auch dem Team tut die Wandlung ihres Stars Anderson gut. Sophomore-Scorer Jordan Adams (17,3 PpG) profitiert sehr von den vielen einfachen Körben, die ihm der Aufbau erspielt. Freshman Zach LaVine liebt es mit Anderson zu laufen und hat sich mit seiner herausragenden Athletik schon in die Notizbücher einiger NBA Scouts gespielt. UCLA gehört seit Saisonbeginn zu den besten 30 Mannschaften des Landes. Nach den Problemen von Colorado und Oregon ist der Weg zum zweiten Platz in der Conference frei. Dies sollte in einem hohen Tournament-Seed münden. Laufen die Abnehmer der Pässe von Kyle „Slow Mo“ Anderson heiß, ist mit den Bruins im März zu rechnen. (tb)

ARIZONA STATE – One Man Show

Eine tolle One-Man-Show ist Jahii Carson auf jeden Fall wieder. Als einer der ersten Spieler diese Saison erreichte der Guard Mitte November gegen UNLV die 40 Punkte-Marke. Kurz vor Weihnachten reichte es zum ersten Guard-Double-Double (16 Punkte, 13 Assists) seiner College-Karriere, ehe er zuletzt gegen California mit elf Punkten in  Verlängerung ein Spiel im Alleingang entschied. Sein Punkteschnitt (18,7 PpG) und seine Dreierquote (42 3P%) zeigen sich verbessert. Doch dies wird dem Sophomore alles nicht so wichtig sein. Nach einem NIT im Vorjahr möchte  er endlich beim im NCAA Tournament spielen. Deswegen freut er sich derzeit mehr, dass sein Team besser als im Vorjahr funktioniert. Bisher spielten die Sun Devils ihren mittelschweren Schedule souverän runter. Von den fünf Niederlagen, die man bisher einfuhr, tut nur der Loss Zuhause gegen Miami (FL) weh. Aktuell sieht es für das von uns als Bubble Team prognostizierte Arizona State-Team gut aus. Ein paar Siege noch und wir können Mr. One-Man-Show im März genießen. (tb)

RECRUITING – Wer überzeugt Jahlil Okafor und Tyus Jones?

Coach K Teaching Character Through Sport AwardOkafor und Jones haben sich entschieden. Sie werden ab dem kommenden Jahr gemeinsam für Coach K und seine Bluedevils auflaufen. Duke hat mit den Zusagen der beiden die aktuell stärkste Recruitingklasse für das kommende Jahr zusammengestellt und kann damit den potentiellen Abgängen ihrer beiden stärksten Spieler dieser Spielzeit, Jabari Parker und Rodney Hood, relativ entspannt entgegenblicken. Okafor sollte für Krzyzewski die beste reine Post-Option seit Shelden Williams 2006 sein. Es wird interessant, wie er mit einem solchen Spieler umgeht, zeichneten sich die letzten Duke-Teams doch meist ausschließlich durch gute Perimeter-Player aus. Wer Okafor und Jones schon vorab einmal sehen möchte, darf das McDonalds All-American Game am 02. April nicht verpassen. (tb)

* Diese Einschätzungen bilden die Teams im Hinblick auf ihre potentielle Leistungsfähigkeit im NCAA Tournament ab. Dabei gehen sowohl bisherige Siege und Niederlagen im Non-Conference- und Conference-Schedule als auch durch den eye-test gesammelte Meinungen des Autors ein.

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