Draftprofile 2016

Timothe Luwawu

KK Mega Leks

Datenblatt

Luwawu

Name: Timothe Luwawu

Geburtsdatum: 09.05.1995

Größe: 6‘7‘‘

Gewicht: 205 lbs

Spannweite: 6‘11‘‘

Position: Wing

Team: KK Mega Leks (ABA)

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Athletik
+ On-Ball-Defense
+ defensive Vielseitigkeit
+ Catch-and-Shoot-Jumpshot
+ Playmaking
+ Transition
+ Zug zum Korb

 

– Pullup-Jumpshot
– Decisionmaking
– Ballhandlingskills
– Freiwurfschwäche

Scouting – Logbuch

28.03.16

Der Franzose Timothe Luwawu wurde 1995 in der Stadt Cannes, bekannt durch das berühmte Filmfestival, an der Mittelmeerküste Frankreichs geboren. Er durchlief die Jugendabteilung der Antibes Sharks und spielte danach von 2012 bis 2015 in der ersten und zweiten französischen Liga für Antibes. Im letzten Sommer stieg er aus seinem Vertrag aus und wagte den Sprung in die Adriatic League zu KK Mega Leks. Mega Leks spielt in der serbischen Kleinstadt Sremska Mitrovica, welche gerade einmal etwas mehr als 40.000 Einwohner umfasst. Der Klub verfolgt konsequent das Ziel, junge Spieler zu fördern und ihnen eine Möglichkeit zu geben sich optimal zu entwickeln. Im aktuellen Kader ist kein Spieler älter als 23. Bis zum letzten Sommer war auch Nikola Jokic ein Teil dieses Projektes. Dann verließ er, nach drei Jahren Mega Leks und einem MVP-Titel, die Adriatic League in Richtung Denver. Luwawu ist gleich in seiner ersten Saison in Serbien in die Rolle der ersten Option für Mega Leks hinein gewachsen. Mit 14.6 Punkten pro Spiel ist er Topscorer der Mannschaft. In den Playoffs führte Luwawu im Halbfinale Mega Leks zum überraschenden Seriensieg gegen KK Budućnost. In der regulären Saison hatte Budućnost lediglich drei von 26 Spielen verloren und ging deswegen als Erstgesetzer und als Favorit in die Playoffs. Im anstehenden Finale wird nun aber KK Mega Leks auf Roter Stern Belgrad treffen.

Mega Leks versucht sehr häufig, durch eine Fullcourt-Presse den Rhythmus der gegnerischen Mannschaft zu stören und Turnover zu erzwingen. Mit 9.9 Steals pro Spiel macht sich dies auch in der Steal-Kategorie bemerkbar, so dass sie die Adriatic League in diesem Bereich mit weitem Abstand anführen. Auch Luwawu hat einen großen Anteil an der guten Defensive. Sowohl in der Fullcourt-Presse, als auch im Halbfeldbasketball kann Luwawu durch seine Athletik und seine langen Arme einen enormen Druck auf seinen Gegenspieler ausüben. Zudem kann er sich auch sehr schnell seitlich bewegen und kommt gut über Blöcke, so dass er es sehr oft schafft, vor seinem Gegenspieler zu bleiben.

Luwawu kann von der Point-Guard-Position bis zur Small-Forward-Position alle Positionen verteidigen und ist sogar in der Lage bei einigen Matchups auch auf der Vier bestehen. Diese Vielseitigkeit macht ihn in der Defensive sehr wertvoll. So sieht er sich nach Switches selten einen fatalen Missmatch gegenüber.
Auch abseits des Balles ist Luwawu ein sehr guter Verteidiger. Er versteht defensive Rotationen, weiß wann er aushelfen muss und beeinflusst für einen Wing auch ungewöhnlich viele Abschlüsse am Korb. Ab und an neigt er dazu im Halbfeldbasketball, etwas zu sehr auf den Steal zu spekulieren und aus dem Teamkonzept auszubrechen.

In der Offensive bringt Luwawu ein sehr vielseitiges Paket an Fähigkeiten mit sich. Im Fastbreak und in der Early Offense kann er seine athletischen Fähigkeiten perfekt ausspielen und erzielt dort häufig einfache Punkte. Dabei ist er sowohl als Spieler, der den Ball selber pushen kann brauchbar, aber auch abseits des Balles, aufgrund seiner Fähigkeit deutlich über Ringniveau abschließen zu können, sehr gefährlich.

Luwawu ist alles andere als ein reiner Athlet. In der Regel ist er die zweite Ballhandlingoption von Mega Leks und wird vom Flügel aus in viele Pick&Rolls als Ballhandler eingebunden. Dabei zeichnen ihn nicht nur sein Zug zum Korb, sondern auch seine Übersicht und seine Playmakerfähigkeiten aus. Zwar trifft  Luwawu dabei längst nicht immer die richtige Entscheidung (2.9 Turnover pro Spiel), doch er zeigt ein gutes Spielverständnis und eine gute Courtvision. Er bringt Pässe sowohl mit der linken, als auch mit der rechten Hand an, ist in der Lage Pocket-Pässe zu spielen, kann den abrollenden Big Man per Durchstecker oder Alley-oop-Anspiel finden und hat auch das Auge für die Shooter in den Ecken und auf der Weakside, sollte von ihnen weggeholfen werden.

Verbesserungspotential hat Luwawu in jedem Fall bei seinem Ballhandling. In der Adriatic League kommt er oft aufgrund seiner Athletik und einem soliden ersten Schritt an seinen Gegenspielern vorbei. In der deutlich athletischeren NBA wird dies vermutlich seltener gelingen. Sein Repertoire an Bewegungen und schnellen Richtungswechseln ist noch begrenzt. Vor allem in 1-vs-1-Situationen wird dies häufig deutlich. Ab und zu deutet Luwawu einen Spin Move in seinem Ballhandling-Repertoire an. Häufig dreht er sich dabei jedoch direkt in den Verteidiger und muss dann einen schwierigen Abschluss nehmen. Auch unter Druck dribbelt er sich desöfteren mal auf den Fuß oder kann den Ball nicht vor dem gegnerischen Verteidiger beschützen.

Eine weitere Schwachstelle im Spiel von Luwawu ist sein inkonstanter Wurf aus dem Dribbling. Nur selten kann er es bestrafen, wenn sein Verteidiger im Pick&Roll unter dem Block durchgeht oder der gegnerische Big Men tief in die eigene Zone absinkt. Auch in 1-vs-1-Situationen hat er es dadurch sehr schwierig zum Korb zu gelangen. Vor allem nach Switches tendieren Bigs dazu, Luwawu gerne etwas Platz zu lassen. Zudem hat er auch einen vergleichsweise niedrigen Releasepunkt, was es dem Verteidiger deutlich einfacher macht, den Wurf zu contesten oder sogar zu blocken.

Durch seine Athletik und seinen guten Zug zum Korb, kommt Timothe Luwawu häufig an die Freiwurflinie. Jedoch trifft er von der Linie lediglich 69 Prozent seiner Versuche. Fast fünfmal pro Spiel wird Luwawu gefoult, im Schnitt steht er 4.2-mal pro Spiel an der Freiwurflinie, aber um diese Stärke bestmöglich nutzen zu können, muss Luwawu seine Freiwurfquote unbedingt verbessern.

Neben seinen offensiven Fähigkeiten mit dem Ball in der Hand, kann Luwawu aber auch exzellent abseits des Balles agieren. Sein Catch-and-Shoot-Sprungwurf hat sich in dieser Saison enorm stabilisiert. Von 5.6 Dreipunktewürfen pro Spiel verwandelt Luwawu solide 37 Prozent. Eine Entwicklung, welche so nicht zu erwarten war. Sowohl während seiner bisherigen Profikarriere in Antibes (27%), als auch bei zwei FIBA-U-20-Europameisterschaften (21%) schaffte er es nicht, den Wurf von Außen konstant zu treffen.

Luwawu wartet aber abseits des Balles in vielen Situationen nicht einfach auf den offenen Wurf, sondern nutzt auch gerne Unachtsamkeiten seines Verteidigers und schneidet in dessen Rücken zum Korb. Zudem nutzt er nicht jede Möglichkeit, die sich ergibt, um einen Dreier zu werfen, sondern bestraft überhastete Closeouts häufig auch mit einem Pumpfake und dem Zug zum Korb.

Spielervergleich

Der Spielstil von Timothe Luwawu ist am besten mit Victor Oladipo zu vergleichen. Zum einen handelt es sich bei beiden um äußerst hartknäckige On-Ball-Verteidiger. Zum anderen zeigen sich aber auch in der Offensive viele Ähnlichkeiten. So füllen sowohl Luwawu, als auch Oladipo in ihren Teams, die Rolle des zweiten Ballhandlers vom Flügel aus und verfügen über gute Playmakingfähigkeiten. Bei beiden rückt aber auch immer wieder das fragwürdige Decisionmaking in den Fokus. Ähnlich wie Oladipo verfügt auch Luwawu über einen zumindest soliden Wurf von Außen, doch zeichnet sich vor allem durch den Zug zum Korb aus. Luwawu ist ein deutliches Stück größer als Oladipo und hat auch die deutlich längeren Arme. Aus dieser Sicht lassen sich vielleicht auch noch Vergleiche mit Nicolas Batum oder Gordon Hayward ziehen, doch der Wurf fällt lange nicht so gut wie bei den Beiden.

Videos

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

ABA Finalserie gegen Roter Stern Belgrad wird noch terminiert. Erreicht Roter Stern Belgrad das Euroleague-Viertelfinale, findet die Finalserie (Best-of-5-Modus) vom 29.4 bis 5.5 statt. Scheidet Roter Stern Belgrad in der Gruppenphase aus, wird die Finalserie schon am 11.4. beginnen.

Statssektion

2015/16

14.6PPG, 4.8RPG,  2.8 APG, 1.7SPG, 40%FG, 37% 3P-FG%

International:

U-20-Europameisterschaft 2015: 11.6 PPG, 4.9 RPG, 1.6 APG, 1.7 SPG in 28min
U-20-Europameisterschaft 2014: 4.3 PPG, 1.8 RPG, 0.8 APG,  0.3 SPG in 13min

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