Draftprofile 2013

Shabazz Muhammad

University of California, Los Angeles

University of California, Los Angeles

Datenblatt

shabazzmuhammadName: Shabazz Muhammad

Position: Wing

[xrr rating=2/4] (Starter)

College: University of California, Los Angeles

College-Erfahrung: Freshman


Ein Spitzenathlet. Ein fulminanter Scorer. Mr. Basketball USA und der Naismith Prep Player of the Year. Einer der ersten drei Picks in der nächsten Draft…

Vor einem Jahr konnte sich Shabazz Muhammad vor Lobpreisungen kaum retten. Es gab jede Menge Hype um seine Person – und die Welle der Euphorie und die hohen Erwartungen schienen berechtigt. Aber bevor er sein erstes College-Spiel mit den UCLA Bruins bestreitet konnte, ging es mit den negativen Schlagzeilen bereits los: Zunächst wurde seine ‚Eligibility‘, also seine Teilnahmeberechtigung in der NCAA zu spielen, von den Funktionären der Liga in Frage gestellt, weil er sich während seines Rekrutierungsprozesses Kost und Logis gewähren ließ. Dieses Kapital wurde mit einer Sperre von drei Spielen und der Rückzahlung von 1.600 US-Dollar beendet. Es folgte eine durchwachsende Saison für Muhammad und die Bruins; weder der talentierte Freshman noch die komplette Mannschaft von – nun entlassenen – Coach Ben Howland konnte an die Erwartungen anknüpfen. Für das NCAA Tournament 2013 konnte man sich qualifizieren, aber schied bereits im Auftaktspiel mit einer deutlichen Niederlage (63-83) gegen Minnesota aus. Gekrönt wurde die Saison von einer Nachricht, dass Muhammads Vater beim Alter seines Sohnes geschwindelt hätte und dieser tatsächlich ein Jahr älter als angegeben sei. Diese Geschichte sorgte für weitere Fragezeichen bei den Scouts und Managern in der NBA. 

Skills

Beim Spiel von Muhammad dreht sich derzeit nur eine Sache: den Ball in den Korb zu versenken (17,9 Punkte pro Spiel). Gelistet ist derzeit mit 198cm und 102kg – für einige Draft-Schreiberlinge einen Tick zu klein für einen Small Forward. Als Gegner der Unterscheidung der beiden Flügelpositionen wird es letztlich nur entscheidend sein, einen passenden Partner auf dem Flügel zu finden, der sich mit Muhammad ergänzt, damit dieser seine Stärken zur Geltung bringen kann. Vor allem gibt ihm seine Spannweite von 211cm auch die Möglichkeit, größer zu spielen. Hiermit wären wir auch beim Anfang seiner Stärken: seine Physis. Oftmals spielen Mannschaften mit einem kleineren Flügel, sodass Muhammad seine Kraft und seine fehlende Scheu vor Körperkontakt zu seinem Vorteil nutzen könnte, um seine Gegner zu überpowern. Am College spiegelt sich dies in einer relativ hohen Anzahl an gezogenen Freiwürfen (5,6 FTA) wider, die ihm die Möglichkeit geben, seine offensive Effizienz zu steigern. Seine Mentalität als Scorer und seine kämpferische Einstellung in Angriff begründet vermutlich auch seinen Drang, den offensiven Rebounds nachzujagen und sich darüber neue Möglichkeiten zum Punkten zu erarbeiten. Hierbei erinnert er an eine kleinere Version von Zach Randolph.

Überraschen konnte Muhammad in seinem ersten Jahr auch mit dem Distanzwurf (37,7% Dreier) und entpuppte sich als solider Schütze bei Spotup-Würfen, die er sich teilweise aus guter Bewegung abseits des Balles erarbeiten konnte. Sein Spiel beinhaltete grundsätzlich sehr wenig Isolationen oder Pick & Rolls. Mit einem guten Point Guard an seiner Seite könnte er zu einer gefährlichen Scoring-Option reifen. Aber diesen Playmaker wird er brauchen, denn bis dato ist Muhammad nicht mehr als ein Scorer, der am liebsten aus dem Pass heraus punktet statt sich die Optionen selbst zu kreiieren. Dafür ist sein Wurf aus dem Dribbling zu schwach, zudem beschränkt er sich zu stark auf seine starke linke Hand. Er verfügt auch nicht über die Explosivität eines Dwyane Wade, um allein damit am Gegenspieler vorbeizuziehen.

Die anderen beiden Schwachstellen, die zu nennen sind, wären das Playmaking (0,8 Assists) und die Defense. Beim Playmaking stellt sich die Frage, inwieweit Coach Howland und sein System bzw. die Aufgabenstellung an Muhammad das Ganze vielleicht schlechter aussehen lassen haben als es wirklich ist. Howlands Anspruch ist bzw. war es nie, die Spieler bestmöglich für die Scouts zu präsentieren, sondern Basketballspiele zu gewinnen. Die Folge war, dass einige vergangene Bruins bei bzw. vor der Draft bei Scouts, Analysten und General Managern zu schlecht beurteilt wurden. Seine Rolle als Scorer hat Muhammad – möglicherweise auch aufgrund fehlender Erfahrung – gelegentlich überinterpretiert und teilweise schwierige Würfe (bspw. lange Floater) forciert.

Hinsichtlich seiner Defense wäre ihm und seiner künftigen Mannschaft sehr geholfen, wenn er seine Einstellung im Angriff auch auf die Verteidigung übertragen könnte. Die Bereitschaft und Aufmerksamkeit in der Defense ist stark ausbaufähig. Mit seinen Anlagen müsste er zumindest ein durchschnittlicher Verteidiger auf dem nächsten Level werden.

Spielervergleich

Wie weit es Shabazz Muhammad bringt, wird stark davon abhängen, wie es um seinen angepriesenen Willen an sich zu arbeiten steht. Er muss an seiner schwachen Hand arbeiten und diese vermehrt einsetzt, zudem viel Zeit in seinen Wurf aus der Bewegung bzw. aus dem Dribbling investieren, um nicht eine Karriere als relativ eindimensionaler Flügel wie C.J. Miles oder Willie Green hinzulegen. Sollte er tatsächlich den richtigen Motor haben sowie zeigen können, dass auch das System von Howland ihn eingeschränkt und ihm nicht die Chance gegeben hat, mehr für sich zu kreiieren, wäre auch das Niveau von Michael Redd oder James Harden (in seiner Rolle bei den Thunder; ohne das Playmaking) im besten Fall vorstellbar.

Draftaussichten

Um seinen Draftstock von 2012 wieder zu erklimmen, müsste Muhammad schon Ben McLemore in einem Draft-Workout komplett zerlegen. Ob es allerdings überhaupt zu einem gemeinsamen Workout kommt, steht in den Sternen. Ebenso, ob er überhaupt dazu in der Lage wäre. In dieser Draft sollte er allerdings nicht aus der Top-10 fallen, auch wenn er sich am hinteren Ende wiederfinden wird.

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