Draftprofile 2013

Rudy Gobert

Choral Roanne

Choral Roanne

Datenblatt

nopictureName: Rudy Gobert

Position: Big

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

Verein: Choral Roanne (französische Erste Liga)

Internationale Erfahrung: Eurocup

Ein jeder Draftjahrgang hat sie, die eine große Unbekannte auf der Centerposition, die wegen ihrer körperlichen Ausmaße eine Menge Hype erhält. Spieler wie Andriuskevicius, Sene, Ajinca oder Podkolzine sind gemeint, die mit ihrer Länge bei den Scouts Eindruck schindeten und so von einem NBA Team gezogen wurden. In diesem Jahr trifft diese Beschreibung auf den „Kondor“ aus Frankreich zu. Rudy Gobert lieferte schon beim adidas Eurocamp 2012 in allen Measurement-Kategorien astronomische Werte ab und gilt seitdem als Prospect für die Draft 2013. Zur Zeit spielt er noch in der französischen Ersten Liga beim Top 5 Club Roanne, der dem einen oder anderen durch den Trainer Luka Pavicevic (ehemaliger Alba-Coach) oder durch NBA-Profi Ricky Davis ein Begriff sein könnte, der dort 2011 kurz spielte. 

Skills

Rudy Goberts körperliche Ausmaße sind sogar für gestandene Basketballer einschüchternd. Klar sorgen echte Sevenfooter immer für Aufsehen, aber es sind die dazukommenden langen Arme, die den jungen Franzosen zu einem besonderen Athleten werden lassen. Seine Armspannweite von 2,35m wurden seit Michael Olowokandi und Shaquille O’Neal bei keinem relevanten NBA-Spieler mehr gemessen, seine Standing Reach gar noch nie erreicht. Solche Attribute stellen auch in der besten Liga der Welt eine große zu überwindende Hürde dar, wenn sich der Spieler der sie besitzt einigermaßen bewegen kann. Und das kann Gobert. Er ist ein für seine Länge recht mobiler Bigman, der allerdings noch ganz am Anfang seiner basketballerischen Entwicklung steht. Bisher bewies der U20-Nationalspieler, dass es ihm keine Probleme bereitet eine ganze Partie lang von der einen Seite des Feldes auf die andere zu laufen und kann trotz seiner Größe konditionell mit kleineren Spielern mithalten. Gelegentlich schaltet er sich gar in Fastbreaks mit ein. Oft beweist er nach Drives seiner Mitspieler oder als zum Korb rollender Big aus dem Pick’n’Roll auch nach schwierigeren Anspielen gute Hände und versucht dann in Ringnähe alles zu stopfen. Aber auch als Resteverwerter nach Offensivrebounds funktioniert er gut.Seine gute Einstellung lassen ihn zu einem starken Rebounder werden, der besonders am offensiven Brett hart arbeitet. (5,4 RpG) Die tolle Wurfquote von knapp 72% beweist, dass er so seinem Team immer hochprozentige Abschlüsse sichert. Allerdings besitzt Gobert daneben keine ernstzunehmenden Moves. Sein Hakenwurf wurde noch nicht richtig ausgebildet. Positionskämpfe im Low-Post verliert er zumeist durch seine fehlende Masse. Zum Vergleich: Forward Elias Harris bringt mit 107 Kilogramm ungefähr das gleiche Gewicht auf die Waage. Wurf aus dem Face-Up oder die Fähigkeit ein paar Dribblings nehmen zu können, besitzt Gobert nicht. 

Dafür hat er das Potential ein guter Verteidiger zu werden. Er besitzt schon sehr gute Shot-Blocking-Instinkte und machte sich auf nationaler Ebene schon einen Namen. Knapp 2 Würfe räumte der fast 21 Jährige in der letzten Saison in circa 23 Minuten Spielzeit ab und könnte mit etwas Feinschliff zu einem guten „rim protector“ werden, sorgt er doch mit seiner körperlichen Präsenz oft für Respekt auf der Gegnerseite. Auch das Pick’n’Roll verteidigt Gobert durch seine ordentliche laterale Geschwindigkeit zumeist zufriedenstellend. Es fehlt aber auch hier noch klar an weiterer Ausbildung, um ihn wirklich zu einem Elite-Verteidiger zu machen. Rotationen und Help-Defense versteht er in vielen Fällen noch nicht richtig, da sein Basketball-IQ eher niedrig ist.

Sein Spielverständnis weiter zu verbessern, sich ein oder zwei technisch anspruchsvollere Moves anzueignen und vor allem viel in den Kraftraum zu gehen, stehen auf Goberts imaginärer To-Do-Liste. Er muss unbedingt in diesem Sommer den nächsten Schritt machen, um eine Chance auf NBA-Minuten zu haben. Zwar sammelte er im Eurocup schon einiges an internationaler Erfahrung, aber enttäuschte nach gutem adidas Eurocamp 2012 die Scouts durch seine Stagnation auf nationalem Level. Über einen Part als Rollenspieler kam er für Roanne nie hinaus. Noch ist unklar, ob ein Team den Schritt wagt ihn sofort in das eigene Trainingscamp zu holen oder aber er noch ähnlich wie Tibor Pleiß in Europa geparkt wird.

Spielervergleich 

In der Eingangsbeschreibung sind schon viele Spieler aufgeführt, die zum einer Draft ihren Weg in die Liga fanden und deren aufsteigender Stern schnell verglühte. Zu schwer ist die Umstellung auf das schnellere Spiel der NBA. Solomon Alabi oder Hassan Whiteside kamen beispielsweise 2010 in die Liga und sollten beide Präsenzen unter dem Korb darstellen. Bis heute absolvierten beide zusammen gerade einmal 45 Partien und sind keine aktiven Spieler in einem Roster der 30 NBA-Teams. Eventuell schafft Gobert aber den Sprung und kann diesem Schicksal des Bankdrückers bzw. NBA-Drop-Outs entgehen, wird ein Rotations-Bigman vom Schlage eines Ryan Hollins oder seines Landsmannes Kevin Seraphin und rechtfertigt so das Vertrauen seines Teams. Grundsätzlich hätte er sogar die körperlichen Voraussetzungen eines JaVale McGees. Ob er aber in dessen Sphären vorstößt, bleibt abzuwarten. 

Draftaussichten

Beim Draft Combine konnte Gobert wieder einmal bei den Measurments voll überzeugen. Seine Leistungen bei den Agilitäts- und Sprinttest waren allerdings nicht so berauschend. Es wird nun für den jungen Franzosen auf die Personal Workouts ankommen. Hier gilt es die richtigen GM zu überzeugen. Momentan scheint für den talentierten Center ein Platz in der ersten Runde wegen mangelnder Konkurrenz aber sicher.

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