(Keine) Angst vor d...
 
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(Keine) Angst vor der Free Agency?  

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Julian Lage
(@yul)
Admin

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus einem Go-to-Guys-Artikel.  Gesamten Artikel lesen.
Mit Ausnahme der spektakulärsten Transaktion beinhalteten die meisten wichtigen Trades der letzten Wochen mindestens einen wichtigen Spieler mit auslaufendem Vertrag – wie auch viele der letztlich nicht umgesetzten Gerüchte. Ein Artikel über Expirings als kritischem Aspekt der Deadline:

Zitat
Veröffentlicht : 26/02/2017 11:01 am
Timo Kanbach
(@coach-k)

Guter Bericht der mal nur die finanzielle Situation bzw. Gründe der Teams beleuchtet.

Kann ich nur jedem empfehlen zu lesen.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26/02/2017 12:10 pm
kdurant35
(@kdurant35)

Kann mich dem Lob nur anschließen.

Kevin Pelton hatte dam Deadline Abend eine ähnliche Schlussfolgerung aus dem letzten Sommer plus der fehlenden Caosteigerung in den kommenden Jahren gezogen.
Zumindest interpretiere ich so seinen Tweet, dass Teams in den Tagen nicht Spieler sondern Verträge getradet haben.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26/02/2017 1:58 pm
Simon Haux
(@simon)

Ich schließe mich auch an, guter Artikel :tup:

Bei aller berechtigten Kritik an den Sixers und Magic hilft die finanzielle Seite zumindest etwas dabei zu verstehen, warum diese Deals gemacht wurden. Gerade mit Blick auf den stagnierenden (oder sogar leicht sinkenden) Cap in den nächsten ein, zwei oder sogar drei Jahren.

In Hinblick auf die Sixers hilft es auch, den Noel-Trade ein mal "spiegelverkehrt" zu betrachten. Angenommen die Situation wäre schon vor der Deadline so gewesen: Philly hat den jetzigen Kader inkl. Anderson, Noel ist als werdender RFA in Dallas. Wäre es für die Sixers dann sinnvoll, Anderson und zwei Zweitrundenpicks abzugeben, um die Saison mit Noel zu Ende zu spielen und das Recht zu haben, ihn im Sommer als (wahrscheinlich) Backup zu halten? Ich denke nicht, dass ein solcher Trade positiv beurteilt werden würde. Selbst mit einer gewissen Angst um Embiids langfristige Gesundheit.

Man würde einen jungen, preisgünstigen Spieler mit zumindest Rollenspieler-Potential abgeben (dessen Entwicklung aber natürlich ungewiss ist), auf dessen Position man Bedarf hat und der möglicherweise neben Simmons/Embiid, zumindest aber neben Saric von der Bank gut passen kann. Man würde außerdem noch zwei (nicht besonders wertvolle) Picks drauflegen, um einen Luxus-Backup bzw. eine Versicherung für eventuelle Embiid-Verletzungen zu bekommen. Im Sommer müsste man dann Angst haben, hohes Startergehalt für diesen Luxus-Backup zahlen oder ihn nach 25 Spielen ohne Gegenwert wieder abgeben zu müssen.

Interessant finde ich dabei z.B. einen Vergleich mit Denver und Detroit/Washington. Die Nuggets haben genau diesen Deal gemacht. Sie haben einen jungen, billigen Backup mit evtl. großem, aber unsicheren Potential für einen Luxus-Backup hinter ihrem Franchise-Center abgegeben und noch einen späten Erstrundenpick draufgelegt (dafür einen Zweitrundenpick bekommen).

Für mich persönlich sind die Nuggets eindeutig der Verlierer dieses Trades. Es ist natürlich nicht komplett vergleichbar, Noel hat deutlich mehr Potential als Plumlee und Jokic ist vermutlich weniger verletzungsanfällig als Embiid. Das macht es für die Sixers sinnvoller, Noel zu halten. Aber: die wichtigsten/einzigen Argumente, die den Plumlee-Trade für Denver rechtfertigten, waren: man will a) sofort besser werden und unbedingt diese Saison in die Playoffs und hofft b) darauf, dass man Plumlee im Sommer evtl. für hohes Bank- oder sehr niedriges Startergehalt halten kann. Beides trifft auf die Sixers überhaupt nicht zu. Die Playoffs sind außer Reichweite und man tut gut daran, die eigenen Lottery-Chancen zu verbessern. Und die Hoffnung, Noel im Sommer für weniger als 17-18 Millionen pro Jahr zu halten, sind nahezu bei Null.

Der andere nützliche Vergleich ist der mit Teams, die ihre RFA nicht abgegeben haben und im Sommer unbedingt halten wollen: Washington (Porter) und Detroit (Caldwell-Pope). Für beide Teams sind diese Spieler zentrale Säulen der Mannschaft, die eine riesige Lücke hinterlassen würden. Beide haben keinen Ersatz im Kader, die Spieler sind unangefochtene Starter und mindestens die drittbesten Spieler der Mannschaft. Außerdem haben sie nur geringe Chancen auf Ersatz in der Free Agency. Diese Situation entspricht eher der der Mavs: Sie brauchen dringend einen Center und Noel kann langfristig eine der Säulen dieser Mannschaft sein (neben Barnes/X a.k.a. Drummond/Jackson, Wall/Beal).

Die Sixers dagegen haben einen potentiellen bzw. beinahe-schon-Superstar auf seiner Positionen, neben den er nicht optimal passt (und selbst wenn: auch auf der Position neben Embiid hat man schon einen potentiellen Star und einen potentiellen sechsten Mann). Darüber hinaus haben sie in Holmes schon einen preisgünstigen Backup, selbst wenn man die Hoffnung auf Okafor (berechtigterweise) schon komplett aufgegeben hat.

Für mich bleiben also nur zwei Argumente übrig: wenn Embiid sich so schwer verletzt, dass man praktisch nicht mehr mit ihm planen kann, haben die Sixers ein Problem. Und: vielleicht hätte man für Noel nach einer Vertragsverlängerung mehr Gegenwert bekommen.

Letzteres kann man einfach nicht wissen. Aber (ich glaube kdurant hat hier schon so argumentiert) die Wahrscheinlichkeit halte ich für eher gering. Der Cap stagniert, nur wenige Teams haben Capspace, der Markt für Center ist schlecht (was sich auf einen zukünftigen Trade eines 80+/4-Vertrages noch stärker auswirken könnte als auf diese Deadline und die RFA-Angebote diesen Sommer). Auch wenn ein Defensivanker wie Noel noch begehrter ist als die Monroes und Kanters dieser Welt, er ist nun mal ein reiner Center, der nur als einziger echter Big Man einsetzbar ist. Genau das macht ja den Center-Markt so schwierig, dass jedes Team davon nur noch einen (plus einen Backup) braucht, nicht mehr wie früher 2 + 2. Und Noel ist kein "Combo-Big" wie Porzingis, Horford, Towns, Davis.

Bleibt also: wenn Embiid sagen wir mal durchschnittlich 60+ Spiele à ca. 30 Minuten machen kann, hat man für Noel keine Verwendung. Wenn nicht, müssten die Sixers um Simmons "neu aufbauen" und hätten dazu wahrscheinlich 5 Top10-Picks in den Drafts 2017/18/19. Dieses Risiko kann man mit einem Talent wie Embiid denke ich eingehen. Muss man aber natürlich nicht. Ich kann den Deal aber inzwischen - im Gegensatz zu praktisch allen anderen Aktivitäten des neuen Sixers-FO - irgendwie verstehen und akzeptieren. Abgesehen natürlich von der absolut dreisten und peinlichen Kommunikation rund um den angeblich ertradeten "Firstrounder" 🙄

Puh, das war jetzt ausführlich, sorry. Aber ich fand es interessant, noch einmal genauer darüber nachzudenken.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26/02/2017 5:48 pm
Julian Lage
(@yul)
Admin

Danke für eure positiven Kommentare. Den hier finde ich besonders interessant:
In Hinblick auf die Sixers hilft es auch, den Noel-Trade ein mal "spiegelverkehrt" zu betrachten. Angenommen die Situation wäre schon vor der Deadline so gewesen: Philly hat den jetzigen Kader inkl. Anderson, Noel ist als werdender RFA in Dallas. Wäre es für die Sixers dann sinnvoll, Anderson und zwei Zweitrundenpicks abzugeben, um die Saison mit Noel zu Ende zu spielen und das Recht zu haben, ihn im Sommer als (wahrscheinlich) Backup zu halten? Ich denke nicht, dass ein solcher Trade positiv beurteilt werden würde. Selbst mit einer gewissen Angst um Embiids langfristige Gesundheit.

Die Überlegung finde ich wirklich hilfreich für die Bewertung von Trades. Letztendlich würde ich zum Noel-Trade auch mit dieser Idee sagen, dass die Idee eines Noel-Trades an sich absolut naheliegend ist. Das Problem bleibt aber, dass die Sixers zu wenig gekriegt haben.
Meine erste Reaktion war ja deswegen recht kritisch aus Mavs-Sicht, weil ich mit einem langfristig Top 18-geschützten Pick gerechnet hatte. Das wäre normalerweise die schlechteste weitere Protection gewesen, stattdessen wäre ja auch Top 18, Top 10, Top 3 oder so möglich. So ist das aber nur ein Pseudo-First, mit dem BC vielleicht ein paar Casual Fans davon überzeugen kann, er hätte nen guten Trade gemacht...

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26/02/2017 8:52 pm
Philipp Rück
(@poohdini)

In Hinblick auf die Sixers hilft es auch, den Noel-Trade ein mal "spiegelverkehrt" zu betrachten. Angenommen die Situation wäre schon vor der Deadline so gewesen: Philly hat den jetzigen Kader inkl. Anderson, Noel ist als werdender RFA in Dallas. Wäre es für die Sixers dann sinnvoll, Anderson und zwei Zweitrundenpicks abzugeben, um die Saison mit Noel zu Ende zu spielen und das Recht zu haben, ihn im Sommer als (wahrscheinlich) Backup zu halten? Ich denke nicht, dass ein solcher Trade positiv beurteilt werden würde. Selbst mit einer gewissen Angst um Embiids langfristige Gesundheit.

Die Überlegung finde ich wirklich hilfreich für die Bewertung von Trades.

Finde ich überhaupt nicht. Für einen Spieler zu traden, den man nicht unbedingt braucht ist einfach eine komplett andere Sache, als diesen Spieler bereits im Team zu haben.

Es geht bei Trades auch immer um Value, sei es isoliert oder in Kontext. Gerade der isolierte Gegenwert des Trades ist so beschissen, dass man die Sixers nur als klaren Verlierer, die Mavs als klaren Gewinner sehen muss.

Wie es bei den Mavs im Kontext aussieht, weiß ich nicht genau, das können andere besser beurteilen. Für die Sixers ist es aber auch hier schlecht.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 27/02/2017 2:54 pm
Julian Lage
(@yul)
Admin

Finde ich überhaupt nicht. Für einen Spieler zu traden, den man nicht unbedingt braucht ist einfach eine komplett andere Sache, als diesen Spieler bereits im Team zu haben.

Es geht bei Trades auch immer um Value, sei es isoliert oder in Kontext. Gerade der isolierte Gegenwert des Trades ist so beschissen, dass man die Sixers nur als klaren Verlierer, die Mavs als klaren Gewinner sehen muss.

Wie es bei den Mavs im Kontext aussieht, weiß ich nicht genau, das können andere besser beurteilen. Für die Sixers ist es aber auch hier schlecht.

Dass der Value mit der lächerlichen Protection isoliert und im Kontext schlecht ist, brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber machen wir mal theoretisch aus dem Top 18, dann nichts Top 18, dann Top3. Das war so das Horrorszenario für die Mavs, das ich nach den ersten Gerüchten befürchtet hatte. Das würde ich rein isoliert für einen vom Wert her hervorragenden Trade für die Sixers sehen.
Für die Free Agency und die aktuelle Rotation würde es aber erst mal keinen allzu großen Unterschied machen. Simons Idee gefällt mir gut, um da die eigenen Denkmuster zu hinterfragen, was den Team Fit usw. betrifft. Du siehst zur Zeit alles schlecht, was Colangelo macht, aber der Trade mindestens eines Bigs musste kommen. Ja, es war der falsche, aber die Teamsituation ist höchstens ein untergeordneter Punkt.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 27/02/2017 8:20 pm
Philipp Rück
(@poohdini)

Die Frage ist doch eher: kann man einem Front Office vertrauen, das innerhalb des ersten Jahres schon so viel Mist gebaut hat, in der Zukunft die richtigen Moves zu machen?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 28/02/2017 2:37 pm
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