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3+1 on 1: Das MVP-Rennen  

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Pillendreher
(@pillendreher)

Die Diskrepanz bei den Touches ist aber reine Folge des Spielstils. Harden hat den Ball genauso oft wie Westbrook.

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Veröffentlicht : 08/03/2017 12:28 am
Simon Haux
(@simon)

Die Diskrepanz bei den Touches ist aber reine Folge des Spielstils. Harden hat den Ball genauso oft wie Westbrook.
Klar, das ist ja das Problem. Wobei die Usage ja auch deutlich höher ist. Aber du hast Recht, Harden berührt den Ball genauso oft. Aber seine Mitspieler sind eben trotzdem viel mehr involviert. Man kann zumindest vermuten, dass ihnen das offensiv einen besseren Rhythmus ermöglicht und mehr Selbstvertrauen gibt und sie defensiv motiviert, sich mehr reinzuhängen. Wie sehr sich das wirklich auswirkt, weiß ich aber natürlich nicht.

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Veröffentlicht : 08/03/2017 1:15 am
Sebastian Seidel
(@sebastian-s)

Großartiger Artikel und auch interessante Diskussion darunter. Möchte nur kurz einwerfen, dass man Isaiah Thomas, auch wenn er ein One-Way-Player ist durchaus auch in den erweiterten Kreis werfen könnte.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 08/03/2017 5:32 pm
d41
 d41
(@d41)

Großartiger Artikel und auch interessante Diskussion darunter. Möchte nur kurz einwerfen, dass man Isaiah Thomas, auch wenn er ein One-Way-Player ist durchaus auch in den erweiterten Kreis werfen könnte.

Das ist ja ein Kritikpunkt an Harden und Westbrook. Beides sind One-Way-Player.
Die Diskrepanz bei den Touches ist aber reine Folge des Spielstils. Harden hat den Ball genauso oft wie Westbrook.
Klar, das ist ja das Problem. Wobei die Usage ja auch deutlich höher ist. Aber du hast Recht, Harden berührt den Ball genauso oft. Aber seine Mitspieler sind eben trotzdem viel mehr involviert. Man kann zumindest vermuten, dass ihnen das offensiv einen besseren Rhythmus ermöglicht und mehr Selbstvertrauen gibt und sie defensiv motiviert, sich mehr reinzuhängen. Wie sehr sich das wirklich auswirkt, weiß ich aber natürlich nicht.

Vermuten finde ich schon sehr vorsichtig ausgedrückt. Ein Playmaker soll ja gerade andere Spieler involvieren und ihnen einen Rhythmus ermöglichen. Das schafft Harden deutlich besser als Westbrook (siehe Touches). Bei OKC kann im Prinzip kaum jemand heiß laufen, weil es Westbrook selten zulässt.

Gegenargumentation wäre aber auch, dass Houston bessere Scorer hat, die auch wirklich heiß laufen. Das funktioniert bei OKC nicht, weil eben keiner da ist, der bewiesen hat ein richtig guter Schütze zu sein. Einzig Kanter läuft mal heiß.

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Veröffentlicht : 08/03/2017 7:07 pm
Simon Haux
(@simon)

Möchte nur kurz einwerfen, dass man Isaiah Thomas, auch wenn er ein One-Way-Player ist durchaus auch in den erweiterten Kreis werfen könnte.
Ich finde nicht, dass Thomas in diesen Kreis gehört. Ich fände es sinnvoll, entsprechend dem DPOY auch einen OPOY zu küren, dann wäre Thomas sicherlich in den Top3. Aber für mich ist der MVP der beste Spieler der Liga über die gesamte Saison (darüber kann man natürlich streiten, weil einfach nicht genau definiert ist, was das "V" eigentlich meint). Und da gehört Thomas nicht einmal zu den besten 5, selbst wenn man Offensive etwas stärker gewichtet als Defensive (bei Guards ist das ja vielleicht besonders gerechtfertigt).

Man kann über Defensiv-Metriken lange streiten (was hier ja schon oft passiert ist und ich immer wieder spannend und lehrreich finde), aber Thomas ist denke ich relativ unumstritten einer der schlechtesten Verteidiger der Liga, zumindest unter den tatsächlichen Rotationsspielern. Dass er (mit weitem Abstand!) das schlechteste DRPM hat, ist ja inzwischen allgemein bekannt. Selbst wenn man RPM berechtigterweise skeptisch gegenübersteht, belegt das denke ich, dass er mindestens unterdurchschnittlich ist. Beim individuellen DRtg liegt er mit einem Wert von 113 auf Platz 399, bei der STL% auf Platz 291 (das müsste ja im Vergleich zu anderen defensiven Werten noch seine größte Stärke sein), bei der DRB% ist es Platz 446 (nur 10 Spieler mit mindestens 200 gespielten Minuten liegen hinter ihm, davon nur 3 mit mindestens 1000 Minuten). Das DRtg der Celtics ist ohne Thomas 11,3 Punkte besser als mit ihm (bei Kawhi Leonard sind es allerdings auch 8,4 Punkte :mrgreen: ). Und auch der Eye-Test bestätigt m.E., dass Thomas ein schlechter Verteidiger ist.

Für mich persönlich kann ein MVP(-Kandidat) nicht an einem Ende des Feldes zum absoluten Bodensatz der Liga gehören (außer er führt sein Team mit absolut außerirdischer Offense zu einer der besten Bilanzen der Liga, in diese Kategorie könnte man möglicherweise James Harden stecken). Man muss kein Two-Way-Player sein und die Offensive kann man durchaus etwas stärker gewichten, aber der Ligadurchschnitt sollte defensiv zumindest noch irgendwie ohne Fernglas erkennbar sein...

Hier mal die NetRtg-Differenzen (On-Off) meiner persönlichen, subjektiven Top12:

Leonard: +1,0
Harden: +1,3
Thomas: +1,4
Durant: +7,8
Lowry: +12,2
Gobert: +13,0
Wall: +13,3
Westbrook: +14,5
Butler: +14,7
Curry: +15,6
James: +16,5
Paul: +18,6

Das sagt für sich natürlich auch noch nicht viel aus. Ich persönlich vertraue z.B. Leonards On/Off-Werten in der Verteidigung nicht wirklich. Außerdem spielt natürlich auch eine Rolle, dass z.B. OKC eine sehr schlechte Bank hat, die Spurs eine sehr starke.

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Veröffentlicht : 08/03/2017 7:59 pm
Pillendreher
(@pillendreher)

Die Diskrepanz bei den Touches ist aber reine Folge des Spielstils. Harden hat den Ball genauso oft wie Westbrook.
Klar, das ist ja das Problem. Wobei die Usage ja auch deutlich höher ist. Aber du hast Recht, Harden berührt den Ball genauso oft. Aber seine Mitspieler sind eben trotzdem viel mehr involviert. Man kann zumindest vermuten, dass ihnen das offensiv einen besseren Rhythmus ermöglicht und mehr Selbstvertrauen gibt und sie defensiv motiviert, sich mehr reinzuhängen. Wie sehr sich das wirklich auswirkt, weiß ich aber natürlich nicht.

Das Ganze folgt auch daraus, dass die Offense der Thunder nicht "mehrschichtig" ist. Meistens gibt es eine bestimmte Aktion und dann den Pass.

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Veröffentlicht : 08/03/2017 8:27 pm
Simon Haux
(@simon)

Das ist klar. Die interessanten Fragen sind: schadet das dem Teamerfolg? Und falls ja: warum wird trotzdem so gespielt?

Edit: für die MVP-Diskussion ist v.a. die erste Frage relevant, ich würde sie tendentiell mit "ja" beantworten. Du gehörst ja zu denjenigen, die sich zu Recht immer wieder wundern, dass praktisch alle Thunder-Spieler außer Westbrook enttäuschen / sich negativ entwickeln / die Erwartungen nicht erfüllen. Wenn das keine Ausnahme sondern die Regel ist, muss es ja an den Systemen / der Spielweise oder der Stimmung im Team liegen. Und die Spielweise mit dieser absurden Westbrook-Dominanz sieht zumindest so aus, als könnte sie der Grund sein.

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Veröffentlicht : 08/03/2017 8:36 pm
Sebastian Seidel
(@sebastian-s)

Man kann über Defensiv-Metriken lange streiten (was hier ja schon oft passiert ist und ich immer wieder spannend und lehrreich finde), aber Thomas ist denke ich relativ unumstritten einer der schlechtesten Verteidiger der Liga, zumindest unter den tatsächlichen Rotationsspielern. Dass er (mit weitem Abstand!) das schlechteste DRPM hat, ist ja inzwischen allgemein bekannt. Selbst wenn man RPM berechtigterweise skeptisch gegenübersteht, belegt das denke ich, dass er mindestens unterdurchschnittlich ist. Beim individuellen DRtg liegt er mit einem Wert von 113 auf Platz 399, bei der STL% auf Platz 291 (das müsste ja im Vergleich zu anderen defensiven Werten noch seine größte Stärke sein), bei der DRB% ist es Platz 446 (nur 10 Spieler mit mindestens 200 gespielten Minuten liegen hinter ihm, davon nur 3 mit mindestens 1000 Minuten). Das DRtg der Celtics ist ohne Thomas 11,3 Punkte besser als mit ihm (bei Kawhi Leonard sind es allerdings auch 8,4 Punkte :mrgreen: ). Und auch der Eye-Test bestätigt m.E., dass Thomas ein schlechter Verteidiger ist.

Für mich persönlich kann ein MVP(-Kandidat) nicht an einem Ende des Feldes zum absoluten Bodensatz der Liga gehören (außer er führt sein Team mit absolut außerirdischer Offense zu einer der besten Bilanzen der Liga, in diese Kategorie könnte man möglicherweise James Harden stecken). Man muss kein Two-Way-Player sein und die Offensive kann man durchaus etwas stärker gewichten, aber der Ligadurchschnitt sollte defensiv zumindest noch irgendwie ohne Fernglas erkennbar sein...

Hier mal die NetRtg-Differenzen (On-Off) meiner persönlichen, subjektiven Top12:

Leonard: +1,0
Harden: +1,3
Thomas: +1,4
Durant: +7,8
Lowry: +12,2
Gobert: +13,0
Wall: +13,3
Westbrook: +14,5
Butler: +14,7
Curry: +15,6
James: +16,5
Paul: +18,6

Das sagt für sich natürlich auch noch nicht viel aus. Ich persönlich vertraue z.B. Leonards On/Off-Werten in der Verteidigung nicht wirklich. Außerdem spielt natürlich auch eine Rolle, dass z.B. OKC eine sehr schlechte Bank hat, die Spurs eine sehr starke.
Du sprichst es schon selber an. Man kann nicht Netratings aneinander reihen und dann gucken, wer das beste +- hat. Auch RPM ist in dem Sinne ziemlich unbrauchbar.
Theoretisch müsste man jeden Fall einzeln untersuchen und gucken, wie das Netrating zustande kommt.

Westbrook z.B. steht 75% seiner Spielzeit mit Roberson und Adams auf dem Feld (3-man-Lineup 1500min) und auch in der restlichen Spielzeit steht fast noch immer einer der beiden auf dem Feld. Wie soll ich anhand von +--Zahlen jetzt einschätzen können, wie gut Westbrook in der Defensive ist?

Thomas ist von den Offensivstatistiken jetzt nicht weniger beeindruckend als Harden. Celtics sind knapp 14 Punkte besser im ORtg wenn er auf dem Feld steht. Ohne ihn stinken die Celtics in der Offensive gewaltig (99.9 ORtg). Er scort bei hohem Volumen unfassbar effizient (122er ORtg). Übernimmt in entscheidenden Phasen sehr viel Verantwortung. Vllt verteilt er nicht so viele Assists wie Harden, dafür verursacht er aber mehr als 3 Turnover weniger pro Spiel.

Generell bin ich aber ebenfalls Fan davon, auch die Defensive mit einfließen zu lassen. Deswegen meinte ich auch erweiterter Kreis. Er ist keinesfalls mein Nr.1-MVP-Kandidat.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 08/03/2017 10:44 pm
Simon Haux
(@simon)

Ich stimme dir da auf jeden Fall zu. Die Net-Ratings sind eben ein Aspekt bzw. mögliches Argument von vielen. Man kann Thomas durchaus zum erweiterten Kreis zählen, für mich müsste der Kreis dann aber deutlich über die im Artikel diskutierten 4 hinaus erweitert werden. Für mich persönlich wäre er nicht die Nummer 5 oder 6, aber es gibt natürlich auch Argumente, die für ihn sprechen.

Hier noch ein paar Zahlen, jeweils die Top5 der von mir genannten 12 Spieler:

Clutch-NetRtg: Gobert, Westbrook, Wall, Leonard, Butler
Clutch-TS%: Gobert, James, Thomas, Butler, Curry
Clutch-AST/TO: Butler, Wall, Durant, James, Paul
Clutch-USG%: Westbrook, Harden, Thomas, Leonard, Butler

NetRtg(On-Off): Paul, James, Curry, Butler, Westbrook
ORtg: Gobert, Paul, Durant, Lowry, Butler/Leonard/Thomas
TS%: Gobert, Durant, Lowry, Thomas, Harden
USG%: Westbrook, Thomas, Harden, Leonard, Wall
AST%: Westbrook, Harden, Paul, Wall, James
AST/TO: Paul, Wall, Lowry, Butler, Thomas

Auch diese Zahlen sind natürlich völlig willkürlich ausgewählt.

Naja, für mich wären aktuell Leonard, Harden, James und Westbrook relativ nah beieinander in "Tier 1". Danach hätte ich Paul, Lowry, Durant, Butler (dessen Clutch-Statistiken z.B. mindestens auf Augenhöhe mit den aktuellen MVP-Favoriten sind) und Curry in Tier 2, wobei die ersten drei ohne ihre Verletzungen wohl auch zur Spitzengruppe gehören würden.
In Tier 3 sehe ich dann Wall und die One-Way-Stars bzw. DPOY/OPOY-Kandidaten Thomas, Gobert und evtl. Green.

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Veröffentlicht : 08/03/2017 11:37 pm
Philipp Rück
(@poohdini)

Vermuten finde ich schon sehr vorsichtig ausgedrückt. Ein Playmaker soll ja gerade andere Spieler involvieren und ihnen einen Rhythmus ermöglichen. Das schafft Harden deutlich besser als Westbrook (siehe Touches). Bei OKC kann im Prinzip kaum jemand heiß laufen, weil es Westbrook selten zulässt.

Wem soll er denn den Ball passen? Es kann doch fast niemand kreieren, noch dazu kann kaum jemand werfen. Was zusätzlich zur Folge hat, dass keine Driving Lanes vorhanden sind. Habt ihr mal ein OKC Spiel gesehen? Die Verteidigung baut einfach eine Wand vor Russ auf und sinkt nahezu von jedem seiner Mitspieler ab. So eine Art der Verteidigung verhindert übrigens auch "mehrschichtige" Systeme weitgehend. Verteidigungen reagieren auf eine gewisse Gefahr, die von einem Spieler ausgeht. Wenn Jungs off ball crazy Stuff machen oder Spurs´sche Systeme gelaufen werden, würde das vermutlich auch nix nutzen, weil sich Defensiven nur auf Russ konzentrieren müssen.

Ich glaube mittlerweile, dass der Einfluss von Spacing unterschätzt wird. Vergleicht mal eine durchschnittliche Possession, die Harden läuft mit einer die Russ laufen will. Bei HOU heißt es "Pick your poison". Harden scort notfalls auch 50 Punkte, wenn man ihn immer 1-on-1 lässt. Also versucht man zu helfen. Harden ist aber so gut, dass er nahezu immer richtig reagieren kann. Wird ausgeholfen, muss er nur einem seiner drölfzig Dreierschützen passen. Natürlich sind die Systeme Houstons ausgeklügelter, vielschichtiger etc. Aber da geht auch nur, weil von Hardens Mitspieler eine Scoring Gefahr ausgeht.

Ein weiteres, oft genanntes Argument: Man habe ja vor der Saison die Rockets nicht stärker eingeschätzt als die Thunder und man habe sie nicht so gut erwartet. Da möchte ich entgegnen, was bspw Jonathan und ich in Pods im Sommer immer wieder gesagt haben: Die Offense hat Potential, die beste der Liga zu sein, nur wird man letzten Endes doch nur durchschnittlich gut sein, weil die Defensive genauso viele Punkte abgibt. Der einzige Unterschied zwischen dem heutigen Status quo und unserer Voraussage ist, dass die Defensive doch deutlich besser ist. Und das soll der Grund sein, warum Harden den Erwartungen davonläuft? Nö. SO eine Saison war offensiv mit diesem Mitspielerpool von Harden zu erwarten.

Dies war jetzt nicht mal ein Plädoyer gegen Harden oder für Russ, sondern mich nervt nur dieses stupide Rumreiten auf der W-L-Bilanz und dem Schwachsinn, dass Harden seine Mitspieler besser einsetzt. Kontext ist wichtig. Mir fällt es schwer mich zu entscheiden, zwischen den beiden. Beide sind historisch gut, in ihrem Kontext.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 09/03/2017 12:22 pm
kdurant35
(@kdurant35)

@poohdini

Stimme dir großteils zu.
Ich finde es aber auch falsch die Bilanz komplett außen vor zu lassen. Denn da bleibt ja die Frage warum die Defense dann besser ist. Klar ist das nicht Hardens Stärke. Aber in den letzten drei Jahren hat man in Houston gesehen wie groß der Unterschied ist ob er will oder nicht. 2014/15 und diese Saison zeigte er zumindest mehr Einsatz. Letztes Jahr war die Off auch toll, die Def aber selbst für seine Verhältnisse unterirdisch (zumindest was ich gesehen oder anderswo gehört oder gelesen hab; da ich nicht alle Rockets Spiele sehe muss man da ja vorsichtig sein). Auch die Mitspieler brachten in den erfolgreichen Jahren meist bessere Leistungen als 2016. Die jeweiligen Bilanzen lassen da schon aufhorchen. Hier kann man zumindest vermuten das Hardens Einsatz und der Teamerfolg miteinander zu tun haben.

Und damit ist dann ja die Frage verknüpft warum das um RWes nicht so klappt. Eine zufriedenstellende Antwort werden wir hier sicher nicht finden. Aber das RWes den Ball mehr dominiert und seine Mitspieler weniger einbindet ist ja wohl uunbestritten. Ob das jetzt richtig oder falsch ist lass ich mal in Raum stehen. Aber die Diskussion ob das auf die Leistung der Mitspieler (egal ob Off oder Def) Einfluss hat ist ja nicht ganz unwichtig bei einer MVP Diskussion. Und bei den vier gehts ja um Kleinigkeiten. Denn ich würde mich mit keiner MVP wirklich wohl fühlen. Oder besser gesagt fänd ichs schwer gegen die anderen zu stimmen.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 09/03/2017 1:50 pm
Julian Lage
(@yul)
Admin

Mein einer Kritikpunkt an der Argumentation mancher hier: Teamerfolg. Es liest sich so, als würdet ihr ein historisches Kriterium für die MVP Wahl euch zunutze machen. Rein auf die Sache bezogen finde ich es aber kein sinnvolles Argument. Westbrooks Team ist einfach kompletter trash, er kann auch wenig dafür, dass er mit Mist spielen muss. Erfolg ist immer noch eine Errungenschaft, die nur im Team errungen werden kann. Die On/Off-Werte zeigen ja annähernd, wo das OKC Team ohne Russ wäre.
Mal als Denkanstoß: Welcher Spieler außer Oladipo wäre Starter bei einem fitten Sixers Team? Niemand IMO. Die Thunder sind wirklich so schlecht, und noch dazu absolut unpassend zu Russ. Ich glaube, ohne Russ wäre dieses Team am Boden der Western Conference: diese Aussage trifft auf kein anderes Team zu.

Eine etwas verspätete Antwort auf diesen Kritikpunkt, ich habe ja glaube ich am meisten den Teamerfolg thematisiert. Erst mal stimme ich dir soweit zu, dass man die Bilanz natürlich kontextualisieren muss - es sollte nicht automatisch der beste Spieler des besten Teams gewählt werden. Aber Teamerfolg im Verhältnis zum Rest des Rosters halte ich absolut für ein relevantes Kriterium. Das gilt in beide Richtungen, d.h. sowohl ein Spieler bei einem zu erfolglosen Team als auch einer bei einem mit zu guten Mitspielern bekommt Abzüge.

Um das etwas genauer zu begründen: Erst mal halte ich historische Konsistenz durchaus für ein Argument. Es hat niemand etwas davon, wenn alle paar Jahre mehr oder weniger grundlos entscheidende Kriterien bei der Award-Wahl (oder auch anderen Sachen) geändert werden.
Dann ist es einfach extrem schwer, Spieler in all ihren Facetten direkt zu vergleichen, wie man ja auch hier im Artikel sieht. Also braucht man irgendwelche möglichst objektiven Werte, die man nutzen kann. Dass reines Volumen in Sachen Scoring etc. genauso wenig die Antwort auf diese Lösung sein kann wie irgendwelche Ein-Zahl-Metriken (PER, RPM), sollte denke ich auch unumstritten sein. Also muss man die paar brauchbaren Daten irgendwie miteinander verbinden. Offensive Effizienz, On-Off-Werte, Produktion natürlich auch und nicht zuletzt die Bilanz sind da für mich die (wichtigsten) Stats, mit denen man sich der Sache nähern kann.

Konkret für dein Westbrook-Beispiel würde ich auch noch ganz deutlich widersprechen. Harden Team halte ich weiterhin für allenfalls besser passend, individuell ist da sogar deutlich weniger Qualität als bei den Thunder. Mal zu deinem letzten Satz: Wo genau würdest du ein Team Beverley/Gordon/Ariza/Anderson/Capela sehen? Sicher nicht in den Playoffs. Ich halte es für Hardens (und D'Antonis) größten Verdienst, dass er aus Rollenspielern so viel rausholt. Das ist für mich auch der Grund, wieso ich ihn knapp vor Kawhi sehe...

AntwortZitat
Veröffentlicht : 09/03/2017 4:35 pm
Nicholas Gorny
(@flashmaster)

Konkret für dein Westbrook-Beispiel würde ich auch noch ganz deutlich widersprechen. Harden Team halte ich weiterhin für allenfalls besser passend, individuell ist da sogar deutlich weniger Qualität als bei den Thunder. Mal zu deinem letzten Satz: Wo genau würdest du ein Team Beverley/Gordon/Ariza/Anderson/Capela sehen? Sicher nicht in den Playoffs. Ich halte es für Hardens (und D'Antonis) größten Verdienst, dass er aus Rollenspielern so viel rausholt. Das ist für mich auch der Grund, wieso ich ihn knapp vor Kawhi sehe...

Das ist nachvollziehbar. Deine aufgezeigtes Rocketsteam spielt gewiss nicht um die Playoffs. D'Antoni und Harden sind der Grund fuer den Erfolg, keine Frage. Deshalb ist es dadurch auch umso beeindruckender, dass man nicht nur ein sicheres Playoffteam ist sondern sogar den drittbesten Record der Liga vorweisen kann.
Mein Argument fuer Kawhi ist abseits der Defense aber eigentlich der gleiche Punkt wie deiner pro Harden. Betrachtet man das Talent sehe ich die Rockets aehnlich weit von den Warriors/Clippers/Cavs/(Spurs) entfernt wie die Spurs von den Warriors/Cavs/Clippers.
Als zweitbester Spieler der Spurs zeigt Aldridge dieses Jahr eher schwache Leistungen und ist relativ klar kein All-Star. Tony Parker spielt die schlechteste Saison seiner Karriere und abseits von Gasol finden sich im Kader insgesamt eigentlich auch nur Rollenspieler-Spezialisten. Ein Team um Parker/Green/Anderson/Aldridge/Gasol kommt dank Popovich sicherlich in die Playoffs. Mit einem Kontender hat dieses Lineup aber nichts gemeinsam.
Die Spurs sind auf dem Weg 65 Siege und den ersten Platz ligaweit zu erreichen. Das ist fuer mich im Anbetracht der Roster eine aehnlich imposante Leistung, wie die der Rockets.
Im Grunde sind es aber Nuancen und ich koennte mich ohne weiteres mit einem MVP James Harden anfreunden.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 09/03/2017 5:33 pm
Julian Lage
(@yul)
Admin

Mein Argument fuer Kawhi ist abseits der Defense aber eigentlich der gleiche Punkt wie deiner pro Harden. Betrachtet man das Talent sehe ich die Rockets aehnlich weit von den Warriors/Clippers/Cavs/(Spurs) entfernt wie die Spurs von den Warriors/Cavs/Clippers.
Als zweitbester Spieler der Spurs zeigt Aldridge dieses Jahr eher schwache Leistungen und ist relativ klar kein All-Star. Tony Parker spielt die schlechteste Saison seiner Karriere und abseits von Gasol finden sich im Kader insgesamt eigentlich auch nur Rollenspieler-Spezialisten. Ein Team um Parker/Green/Anderson/Aldridge/Gasol kommt dank Popovich sicherlich in die Playoffs. Mit einem Kontender hat dieses Lineup aber nichts gemeinsam.
Die Spurs sind auf dem Weg 65 Siege und den ersten Platz ligaweit zu erreichen. Das ist fuer mich im Anbetracht der Roster eine aehnlich imposante Leistung, wie die der Rockets.
Im Grunde sind es aber Nuancen und ich koennte mich ohne weiteres mit einem MVP James Harden anfreunden.

Selbst ein Aldridge in einer relativ schlechten Saison dürfte noch besser sein als alle, die neben James Harden (und auch Westbrook) auflaufen. Gasol, Ginobili und Parker sind zwar alt, aber können zumindest noch ab und zu ihre Klasse aufblitzen lassen oder einfach nur solide liefern.
Dem Vergleich mit den anderen Contendern würde ich auch nur soweit zustimmen, dass bei den Warriors, Cavs und Clippers jeweils der 3.- und 4.beste Spieler deutlich besser ist, dafür würde ich den 6.-8.besten (grob geschätzt) bei den Spurs stärker sehen. Das ist natürlich auch Popovichs Verdienst, überbrückt aber das Talentdefizit in der Spitze hinter Leonard etwas.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 09/03/2017 6:38 pm
Nicholas Gorny
(@flashmaster)

Ja, Aldridge ist sicherlich besser als alles was in Houston neben Harden auflaeuft.
Bei Ginobili und Gasol hast auch Recht, bei Parker sehe ich das anders. Auch in der erweiterten Tiefe der Roster stimme ich dir weitestgehend zu. Allerdings wuerde ich die Aussage

Dem Vergleich mit den anderen Contendern würde ich auch nur soweit zustimmen, dass bei den Warriors, Cavs und Clippers jeweils der 3.- und 4.beste Spieler deutlich besser ist
anzweifeln. Ist LaMarcus Aldridge besser als Kevin Love/Kyrie Irving, (Curry/Durant), Griffin/Jordan (je nachdem wen man als zweitbesten Spielers des Teams sieht)?
Da kann man mMn zumindest diskutieren. Mir ging es vor allem darum, dass San Antonio im Rennen um die beste Bilanz der Liga ist und der Kader das im Anbetracht der Konkurrenz eigentlich nicht zulassen sollte. Die Spurs haben sicherlich ein staerkeres Roster als die Rockets. Ich sehe aber eben den Unterschied zu den eben genannten aehnlich (!) gross, wie den der Rockets zu der Spitze.
So in etwa sehe ich die Rosterqualitaet in diesem Kontext:
1a. Warriors
1b. Cavaliers
2. Clippers
3. Spurs
4. Rockets

Vielleicht unterschaetze ich die Qualitaet der Einzelspieler der Spurs auch ein wenig und ueberschaetze die der Clippers und Rockets. Die Schwaechen der Spurs fallen mir mehr auf, da ich jedes Spiel verfolge.
Vllt. koennen wir uns darauf einigen, dass der Teamerfolg sowohl fuer Harden (wahrscheinlich noch etwas mehr) als auch fuer Leonard ein eindeutiger Pluspunkt bei der kommenden Wahl ist.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 09/03/2017 7:21 pm
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