Draftprofile 2017

Donovan Mitchell

Louisville Cardinals

Datenblatt

 

Name: Donovan Mitchell

Geburtsdatum: 07.09.1996

Größe: 6’3”

Gewicht: 210 lbs

Spannweite: 6’10‘‘

Position: Wing

Team: Louisville Cardinals

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ PER Defense

+NBA-Fit

+Transition Offense

– Playmaking / Shootselection

– Finishing at the rim

-Very Streaky

Scouting – Logbuch

Unter Coach Rick Pitino hieß es bei den Louisville Cardinals oft System über Individuum. Richtige Stars konnte das Programm aus dem Herzen Kentuckys dadurch in den letzten Jahren nur selten hervorbringen. Dafür konnte man jedoch durchaus gute Rollenspieler ausbilden. Es waren etwa Montrezl Harrell oder Terry Rozier, die mit ihren aktuellen Teams jeweils die Playoffs erreichten. Das größte Talent der vergangenen Jahre dürfte allerdings Donovan Mitchell sein. Mit Defense und Shooting bringt der Wing gleich zwei Skills mit, die in der NBA sehr gern gesehen sind. Da allerdings viele Spieler eben diese beiden Qualitäten vereinen, benötigt man das gewisse Etwas um sich von der Masse an 3&D-Flügeln abzusetzen. 

Defense

Sie bildet die Grundlage für jeden 3&D-Flügel – die Verteidigung. Deswegen soll diese als erstes analysiert werden. Es handelt sich bei den Flügel um einen extrem aggressiven und aktiven Verteidiger. Oft sieht man ihn im Matchup mit dem gegnerischen Aufbauspieler, den er enorm unter Druck setzt. Er schafft es dadurch immer wieder den Spielfluss ins Stocken zu bringen und macht so die gegnerische Spieleröffnung schwer. 

Obwohl es sich dabei nicht immer um eine direkte Spieleröffnung handelt, zeigt Mitchell hier deutlich, dass er schwere Pässe erzwingen kann: 

Auch beim Drive macht er es den Guards schwer, den Korb zu attackieren. Grund dafür: eine unermüdliche Fußarbeit. 

Gerade bei Midrange Spot Ups forciert er, durch seine gute Armarbeit, schwere Würfe:

Die Armarbeit spielt in der nächsten Szene ebenfalls eine entscheidende Rolle. Dort zeigt er gute Closeout-Fähigkeiten, wobei auch hier wieder seine Fußarbeit hervorrangend ist:

In der Verteidigung des Perimeters brauch sich der Mann aus Louisville vor fast keinem seiner Altersgenossen zu verstecken. Sein größtes Problem scheint aktuell die Verteidigung von Picks zu sein. In diesem Bereich ist er noch zu inkonstant. Gerade offball bleibt er immer wieder an Blöcken hängen:

Auf der anderen Seite deutet er allerdings in Szenen wie dieser immer wieder Potential an: 

Gerade in der NBA dürfte er wohl immer wieder ersteres Gesicht zeigen, da seine Gegenspieler eher auf dem Talentlevel der UNC-Gegenspieler sein dürften.

Eine Facette, die bislang nur schwer zu bewerten war, ist seine Verteidigung im Lowpost bzw. gegen deutlich größere Gegenspieler. Hier konnte Mitchell bislang deutlich zu selten in Erscheinung treten. Eine Bewertung ist deswegen nicht möglich.

Transition

Richtig interessant wird Donovan Mitchell, wenn man sich sein Umschaltspiel ansieht. Er wirkt etwas wacher als jeder seiner Mit- und Gegenspieler. Offensichtlich wird dieses gute Umschalten vor allem von der Verteidigung in den Angriff. Wie hier, als er erst schnell den Passweg schließt und dann mit einem schönen Move abschließt. Leider fallen seine Würfe gerade in unmittelbarer Korbnähe nicht konsequent genug (Dazu allerdings später mehr).   

Wenn er zu schnellen Entscheidungen gezwungen wird, dann kommt es immer wieder zu solchen Szenen: 

In selteneren Fällen, und gerade auch beim Passing, kann es aber auch durchaus zu solchen Szenen kommen: 

Auch nach Rebounds schaltet er schneller als die Gegenspieler. Natürlich hilft dabei auch seine gute Endgeschwindigkeit, die er im Fastbreak voll und ganz entfalten kann. Wenig verwunderlich sind da auch die Combinewerte, die ihn tatsächlich als besten 3/4 Court Sprinter ausweisen. 

Doch ist sein Umschaltspiel ist dabei nicht nur eindimensional. Auch das Umschalten von der Offensive in die Defensive läuft meist Problemlos ab. Auch hier hilft die Schnelligkeit. Seine Sprungkraft hingegen lässt zu wünschen übrig. Den Fastbreak dauerhaft mit solchen oder ähnlichen Chasedown Blocks zu stoppen, wird ihm also nicht gelingen: 

Diese geistige und physische Schnelligkeit könnte ihm einen gewissen Vorteil verschaffen. Potentiell macht sie ihm zu einem sehr interessanten Kandidaten ab Mitte der ersten Runde. 

Offense

Dass er einige guten Moves in seinem Arsenal hat, wurde bereits im letzten Part angedeutet. Unter anderem ist hier der Eurostep zu erwähnen:

Neben seinem guten Eurostep kann er auch mit seinen Tempowechseln punkten.

Ist er nicht in der Lage, sich mithilfe seiner Bewegungen durchzusetzen, wird es schon schwieriger. Er bekommt dann Probleme mit einer schlechten Fußarbeit oder Offensivfouls. Es ist also Vorsicht geboten. 

Aus der Mitteldistanz weiß er ebenfalls nur wenig zu überzeugen. Sein Floater ist eher mittelmäßig:

Mid-Range Jumper sind zwar in seinem Arsenal vorhanden, machen aber nur 22,5% seiner Abschlüsse aus. Deutlich dominanter und effektiver schließt er per Dreier ab. 

Auch hier erst ein Beispiel aus der Transition. Er sprintet schnell in Position und schließt noch schneller ab: 

Gerade wenn es aber keine Spot-Ups sind, hat der Flügelspieler seine Probleme. Zudem trifft er nicht immer die besten Entscheidungen.

Im Gegensatz zu seinem Step-In ist sein Stepback eine recht gute Waffe: 

Dabei kann man Donovan Mitchell durchaus NBA-Range unterstellen.

Dies ist vor allem der Fall, wenn er genug Platz hat. Mit der Hand im Gesicht tut er sich schon deutlich schwerer. 

Genau das macht ihm zu einem Streaky Shooter, dessen optimaler Abschluss ein freier Spot Up Dreier ist, bei dem er schnell abdrücken kann. 

Oft nahm der Fügelspieler die Rolle des Ballhandlers ein. Ob er dies auch in der NBA machen wird, bleibt offen. Schließlich ist er als Offball-Shooter sehr effektiv. Für die Rolle, die er in seinem Team gespielt hat, können sich seine 9,4 TOV% durchaus sehen lassen. Um eine NBA-Offense zu leiten, sollten seine Skills jedoch nicht ausreichen. Sein Handling ist dafür nicht sicher genug und auch seine Probleme im Passing wurden bereits angedeutet. 

Trotzdem sollte Mitchell immerhin, und das gerade im Fastbreak, in der Lage sein, den Ballvortrag zu übernehmen. 

Spielervergleich 

Bei einem gewissen Maß an Athletic überträgt sich Perimeter-Defense für gewöhnlich gut von der NCAA auf das nächste Level der NBA. Auch für Donovan Mitchell sollte diese Transition also gelingen. Als absolutes Optimum könnte seine Entwicklung in die Richtung eines Danny Green gehen. Dafür bringt er die Defense und Shooting bereits mit. Für diesen Vergleich müsste man eine Weiterentwicklung des Ballhandling voraussetzen. Ansonsten lassen seine Shooting-Tendenzen einen Vergleich zu Tyler Johnson zu. Beide agieren hauptsächlich aus Spot Ups oder Ballhandler aus dem Pick and Roll. Ansonsten ist der ein wirklich tiefer Fall kaum abzuschätzen. Selbst ein Worst Case würde in die Richtung des Celtics Wing/Ballhandler und Ex-Pitino Schüler Terry Rozier gehen – und der konnte bereits im zweiten Jahr gute Minuten bei einem Contender sehen. Es läuft also auf einen sehr guten Rollenspieler mit relativ wenig Luft nach oben hinaus. Dafür sollte allerdings auch die Fallhöhe nicht zu hoch sein.

Videos

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

Artikelempfehlungen

Statssektion

All-Conference-1st-Team ACC 2016-2017

All-Defense-1st-Team ACC 2016-2017

Jordan Classic Regional MVP 2015

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Trivia

Twitter

@spidadmitchell

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4 comments

  1. Avatar

    Bluejazz

    ich mag ihn auch. Ich würde mir wüschen Utah würde für ihn an #24 nehmen und falls nicht, für ihn hochtraden.

  2. Poohdini

    Sehr schönes Profil, Philipp, danke dafür. Sehr interessanter Spieler, der selbst, wenn er nur als 3-and-D Spieler endet, immer noch so viel Value abwerfen wird. Es ist zwar noch Upside da, aber er ist auch so schon ein interessanter Rollenspieler.

    Zum Spielervergleich: Ich glaube, du überschätzt Danny Green etwas. Green könnte nicht mal, wenn sein Leben davon abhinge, den Ball dribbeln ^^
    Eine Weiterentwicklung des Ball Handlings würde ihn schon über Danny Green stellen.

  3. Avatar

    lemanu

    so nach dem ich mitchell in unserer fantasyliga GFL mit einem kleinen reach an 11 gedraftet habe, kann ich jetzt auch mit mehr inhalt meinen senf dazugeben.

    wie gesagt ich liebe den typen sowohl game als auch einstellung/persönlichkeit wie sie mir in interviews rüberkam.
    wie du geschrieben hast ist sein umschaltspiel in transition einfach nur bombe und gefällt mir sehr.
    anders als dir ist mir sein passspiel (zumindest für einen SG) eher positiv aufgefallen, er spielt den einfachen ball überdribbelt nicht und zeigt immer wieder ein paar pässe mit sehr guter vision die auf mehr lust machen.
    für einen PG bzw primären spielgestalter fehlt ein wenig das advanced playmaking besonders was das öffnen von räumen durch das dribbling betrifft. hier stellt sich mir die frage ob vlt mit besserem ballhandling noch entwicklungspotential besteht, flashes von guter passing vision habe ich schon gesehen..
    vielversprechend ist dass er eine gute TOV% halten konnte obwohl er mitten in der saison nach verletzungen als ballhandler und aufbau aushelfen musste.

    dafür gefallen sein offball movement mit schönen cuts (und der athletik diese gelegentlich mit krachenden alley ops abzuschließen) und das spot up shooting. gegen hastige close outs finde ich auch seine jabstep bzw 1-2 dribble pull ups intriguing. er hat da so eine art der athletik auf einem bierdeckel anzuhalten und schnell zum wurf hochzugehen, in der ich etwas besonderes sehe (auch wenn die quoten für pull ups nicht immer gut waren).
    die bewegungen aus dem PnR sehen nicht schlecht aus. Ein Sorgen Punkt ist aber in der tat der abschluss am ring in traffic und teilweise fragwürdige wurfauswahl.

    die große frage ist welche position bzw. rolle er mit seinem skillset in der nba einnehmen kann/soll. ich denke für ihn wäre eine situation wie die von brogdon ideal wo er nominell PG spielen und verteidigen kann, aber offensiv zu großen teilen offball agiert und nur gelegentlich selbst kreieren muss.
    (in meinem gfl team ist er va in bench units neben jeremy lin oder gelegentlich mit den startern neben jimmy bulter als primäre ballhandler geplant)

    meine comparisons wären avery bradley, malcom brogdon, gary harris


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