Draftprofile 2015, Video

Kelly Oubre

Datenblatt


Name: Kelly Oubre

Geburtsdatum: 09.12.1995

Größe: 6‘6″

Gewicht: 199 lbs.

Spannweite: 7‘1,5‘‘ 

Position: Wing

Team: Kansas Jayhawks

 

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen | Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

 + Athletik

+ Drive

+ Scoring

+ Rebounding

 – Defensiv-Fundamentals

– Freiwürfe

– Rechte Hand

Scouting – Logbuch

Update 04/06/15

Was kann Kelly Oubre einem NBA Team bringen? Der Hype um den talentierten Jayhawk-Freshman ist abgeflaut und er befindet sich momentan nicht in den Elitekreisen der Draftprospects. Kann dies als berechtigt angesehen werden?

Die Draft Combine-Werte waren wie erwartet gut. Die Sprungkraft entspricht mit einem Maximalwert von 37 Inches den Erwartungen. Die Spannweite bleibt mit 7’2.25″ überdurchschnittlich und macht ihn zu einem körperlich gut gebauten Flügelprospect. Der Aspekt der Athletik wird somit für keinen der drei besten Flügelspieler, Stanley Johnson, Justise Winslow und Oubre ein großer Vorteil sein. Mit 203 lbs. ist der körperliche Rahmen bei dem 19-Jährigen zwar noch lange nicht ausgefüllt, die Gegebenheiten werden das aber in den nächsten Jahren ermöglichen.

Die Frage ist viel mehr, wo Oubre im Vergleich mit Johnson und Winslow in unterschiedlichen Kategorien anzusetzen ist. Statistische Vergleiche wurden im vorherigen Update (siehe unten) bereits zur Analyse herangezogen.

Auf dem NBA-Niveau wird Oubre vor allem zu Beginn seiner Karriere in erster Linie als Scorer und Rebounder auffallen können. Dies sind definitiv die beiden Bereiche, in denen er jetzt auf dem höchsten Level ist. Mit seinen langen Armen und dem notwendigen Biss kann er sich gegen direkte Konkurrenten durchsetzen (9,4 per 40 Min.). Das Scoring lässt sich vor allem auf die Art und Weise seines Spiels zurückführen, die die Amerikaner wohl am ehesten als „smooth“ bezeichnen würden. Oubre kann flexibel in einer Offensive eingesetzt werden und verschiedene Rollen besetzen. Einzig die Spielgestalterrolle wird er an diesem Punkt definitiv nicht ausfüllen können.

Der Wurf ist ein Aspekt, der Hoffnung auf eine gute Offensivkarriere macht. Aus dem Catch & Shoot kann er den Wert von einem Punkt pro Possession aufweisen. Am wohlsten fühlt er sich fast, wenn er als Trailer in den Ball hineinläuft und die Bewegung nutzt. Die Wurfform selber ist etwas unkonventionell, jedoch nicht unrund. Einzig die Standbasis ist nicht gerade zum Korb ausgerichtet. Allgemein profitiert der Texaner sehr davon, wenn ihm der Ball aufgelegt wird, da es ihm noch nicht liegt, aus dem Dribbling zu schießen.

„In transition“ zeigt sich Oubre jedoch als überraschend guter Ballhandler, der einzige Zeitpunkt im Spiel, wenn das von ihm behauptet werden kann. Mit sich selbst als Ballführenden erzielt er ebenfalls einen Punkt pro Possession.

Dieses Bild nimmt im Halbfeld allerdings eine gravierende Änderung. Ohne die Freiheiten verliert er dort schnell an Tempo und ist als Ballhandler keine gute Option. Das größte Problem ist jedoch, dass man ihm seine rechte Hand in Ringnähe praktisch an den Rücken binden kann. Anstatt auch mal mit rechts abzuschließen, nimmt Oubre in vielen Situationen lieber unkontrollierte Würfe, bei denen den Körper zum Korb hin öffnet, um einen besseren Winkel mit der linken Hand zu bekommen. Dies endet nur selten mit einer positiven Ausbeute.

Upside ist wohl das beste Wort, was den Zustand der Defense von Kelly Oubre momentan beschreibt. Mit allgemein hoher Intensität und viel Einsatz geht er defensiv ans Werk. Dazu kommt die Mobilität mit der Spannweite und Größe. Auch wenn, wie in vielen Bereichen seines Spiels, die Konstanz fehlt, ist das eine Grundlage, die auf lange Sicht zu einem sehr guten Defensivspieler führen kann. Die laterale Geschwindigkeit, um vor dem Kontrahenten zu bleiben, ist definitiv vorhanden. Dabei kann er sogar vor kleineren Guards bestehen. Die typischen Freshman-Fehler beim Closeout vermeidet Oubre größtenteils und schafft es häufig, mit seiner Länge einen Wurf zu verändern. Allgemein hat er mit 2,1 Steals pro Spiel (per 40) den besten Wert aller Small Forwards in diesem Jahrgang. Es ist natürlich keine sichere Sache, dass er sich auch wirklich auf einem hohen Verteidigungsniveau bewegen wird, doch die Gegenheiten dafür sind absolut da.

Kelly Oubre ist Ende Jahrgang 1995 und damit einer der jüngeren Spieler dieser Draft. Dementsprechend passt die Kombination aus Upside und Alter sehr gut. Sicherlich gehört zu den eher rohen Prospects in der Top 15, das macht ihn aber nicht zu einem weniger spannenden Spieler für NBA-Teams. Um am Ende eine vielseitige Waffe zu werden, ist es von hoher Bedeutung, dass er seinen körperlichen Rahmen ausfüllen kann. Ein paar Stunden im Kraftraum sind da in den nächsten Jahren definitiv noch notwendig.

Größte Schwäche ist jedoch sein Spielgefühl, welches noch einiges an Training und Unterstützung seiner zukünftigen Coaches benötigt, soweit dies auch wirklich zu lernen ist. Wenn ihm an dieser Stelle keine zufriedenstellende Entwicklung gelingt, die seinen Basketball-IQ zumindest auf ein annehmbares Level anhebt, wird ihm der Aufstieg zu den besseren Flügelspielern verwehrt bleiben. Noch nimmt er deutlich zu häufig frühe Würfe in der Shotclock. Auch als Passgeber ist er unterdurchschnittlich. 1,5 Assists in 40 Minuten ist ein nicht akzeptabler Wert.

Abschließend ist zu sagen, dass eine Top 15-Platzierung in der Draft definitiv angebracht ist. Während Kelly Oubre schon einige Skills mitbringt, ist er ein vielversprechendes Prospect für die Zukunft. Größtes Fragezeichen wird dabei das Spielgefühl bleiben. Wenn er sich jedoch im richtigen System befindet und ihn die Coaches in die für seine Stärken richtigen Spielsituationen setzen, kann er sich schnell zu einem nützlichen Akteur entwickeln.

Update 08/03/15

Kelly Oubre ist der Spätstarter unter den diesjährigen Wing-Prospects. Während Jungs wie Stanley Johnson und Justise Winslow bereits jahrelang für das Team USA spielten, bekam Oubre erst beim Nike Hoop Summit 2014 die Chance, für sein Heimatland aufzulaufen. Dabei bringt der 19-Jährige alles mit, worauf im modernen Basketball in erster Linie geachtet wird.

Mit einer hervorragenden Größe von 6’6“ besitzt er Gardemaß für einen Flügelspieler. Die Armspannweite von 7’1,5“ ist eine Rarität für einen Spieler seiner Größe und wird ihm auf dem nächsten Level wichtige Vorteile verschaffen. Damit liegt er bei einer Standing Reach von 8’8“. Weder Stanley Johnson, noch Justise Winslow kommen auf einen solchen Wert.

Als weitere Basis seines Spiels sollte seine Athletik genannt werden. Mit krachenden Dunks und spektakulären Highlights machte der Jayhawk schon in der High School auf sich aufmerksam.

Auch sein Wurf birgt gewisses Potential. In seinem Jahr als High School-Senior zeigte er des Öfteren, dass er auch von weiter draußen treffen kann. Bleacher Report lies sich sogar dazu hinreißen, ihn mit Kyle Korver zu vergleichen. Dass dies leicht übertrieben ist, muss hier eigentlich nicht mehr gesagt werden. Trotz alledem hat Kelly Oubre das Potential, ein ernstzunehmender Schütze zu werden.

Wenn man ihn spielen sieht, fällt schnell auf, dass er ein sehr flüssiges Spiel hat. Seine Handlungen wirken selten abgehackt, eher mühelos und locker, jedoch nicht lethargisch. Zu Beginn der Saison konnte er dies aber nur stückweise auf das Feld bringen. In den ersten neun Partien stand er nämlich nur 10.1 Minuten auf dem Feld. Danach ging es aber steil bergauf und er wurde ein wichtiger Teil der Starting Five. Seitdem lieferte er 13 mal im zweistelligen Punktebereich ab. Dass er in dieser Phase aber auch noch vier Spiele mit weniger als fünf Punkten hatte, zeigt sehr deutlich, dass es noch an der Konstanz mangelt.

Offense

Offensiv zeigt er ein recht ausgeglichenes Spiel. Mit 27 Prozent nimmt er zwar zu wenig Würfe am Ring, es kann jedoch nicht gesagt werden, dass er ein eindimensionaler Spieler ist. Da allerdings mehr als 32 Prozent Sprungwürfe aus der Mitteldistanz sind – der schlechteste Wurf im Basketball – sollte er sich in Richtung Zone entwickeln. Sonst hat er das Ballhandling, um den primären Ballhandler teilweise zu entlasten und auch mal aus dem Dribbling heraus zu attackieren. Wenn man nun bedenkt, dass sein Wurf eine potente Waffe ist und er zur athletischeren Garde gehört, bildet das eine schwierig zu verteidigende Kombination.

Die Wurfform sieht insofern gut aus, als dass er einen schnellen und hohen Release hat. Wenn auch etwas unorthodox aussehend, scheint er damit gut zu fahren. Seine Schultern bilden keine klaren 90 Grad zum Korb, was dazu führt, dass es immer etwas nach off-balance aussieht, wenn er wirft. Zeitweise fällt vor allem bei Freiwürfen auf, dass er die Wurfbewegung nicht konstant durchzieht. Allerdings fällt auch das selten ins Gewicht. Wurftrainer werden das aber hoffentlich in naher Zukunft mit ihm angehen.

Als Schwäche kann seine rechte Hand gewertet werden. Diese nutzt er wirklich nur, wenn er muss. Zwar merkt man dies am College nur selten, es ist aber ein Aspekt, der insbesondere für das nächste Level von Bedeutung ist. Momentan ist Oubre athletisch auf einem anderen Niveau, als die meisten seiner Kontrahenten. Das hilft ihm enorm, seine Schwäche zu kaschieren, wird in der NBA aber nicht mehr so einfach sein.

Defense

Sicherlich ist Kelly Oubre noch lange kein Spieler, dessen Defense als Stärke bezeichnet werden kann. Es ist jedoch auffällig, dass er sich auch an diesem Ende des Courts über die Saison hinweg verbessert hat. Im Spiel gegen West Virginia hat er das von Beginn an gezeigt. Obwohl er defensiv in viele Situationen involviert war, konnte er überzeugen und konstant einen positiven Einfluss für Bill Self und Kansas haben. 1.1 Steals pro Spiel zeigen, dass er seine langen Arme und schnellen Hände schon jetzt nutzt. Des Weiteren ist er sich nicht zu schade, auch mal dem Ball hinterher zu springen und mit einem Hustle Play sein Team zu motivieren. Das alles macht Hoffnung. Wenn auch noch einiges an Konstanz fehlt, bringt er alles mit, um sich auf lange Sicht zu einem überdurchschnittlichen Verteidiger entwickeln zu können.

Auch beim Rebounding weist er die nötige Einstellung auf. Auf 100 Possessions gerechnet, ist er der beste Rebounder unter den elitären Wings dieser Draft. Eine Rate bei den defensiven Rebounds von 20,3 Prozent ist ebenfalls sehr beachtlich. Dies ist eine Stärke, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Profibereich übertragen lässt. Somit ist Oubre ein Wing, der immer für ein Double-Double gut ist.

Spielervergleich 

Ähnlich wie Oubre bringt der ehemalige Dukie Gerald Henderson ein hohes Maß an Athletik mit. Zwar ist der Flügelspieler etwas kleiner als Oubre, hat aber eine sehr ähnliche Spielweise. Beide können sich nicht komplett auf den Distanzwurf verlassen, treffen ihn aber zumindest solide. Das Upside ist bei Oubre aber höher. Allgemein gilt Henderson’s Output nicht als unrealistisch für Oubre, im Normalfall sollte für den Jayhawk aber eine bessere Karriere herausspringen.

Als realistischen Vergleich – sowohl auf den Verlauf der Karriere, als auch den statistischen Output bezogen – könnte man Jason Richardson nennen. Als toller Athlet und guter Schütze passt er hervorragend in das Profil. Zwar war er nie ein Superstar, über die eine oder andere All Star-Kandidatur wurde aber diskutiert. Während Oubre zu Beginn noch von seiner Athletik leben wird, ist es durchaus realistisch, dass er sich im Herbst seiner Karriere, wie auch J-Rich, als Shooter etablieren kann. 

Videos

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

07. März @ Oklahoma mit Wing Buddy Hield 

Artikelempfehlungen

“I mean, he’s the prototype of what you look for of a wing player in the NBA these days,”

Just in terms of his size, his body, his length — everything comes easily to him. Put him on 2 (guards), put him on 3’s, he can guard 1’s (point guards), 4’s (power forwards). He’s probably their best center this year.”  – Jonathan Givony, DraftExpress.com president

 Fox Sports – Enjoy Oubre while you’ve got him, KU fans, because you’re not gonna have him for long

Statssektion

High School:

Senior Stats: 22 ppg., 7 rpg., 2.4 apg., 0.8 bpg. and 2.1 spg

McDonalds All-American Game 2014 – 11 P / 7 R / 2 S / 2 B bei 3-13 FG in 18 Mins

Jordan Brand Classic 2014 – 24 P / 5 R / 2 S bei 8-11 FG / 3-4 3P /5-5FT in 22 Mins

Awards:

2014 High School McDonald’s All American

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft2015StatsWings

Trivia

– Bis zum Hurricane Katrina lebte Oubre in New Orleans, Louisiana, zog danach aber nach Richmond, Texas

Oubre mag es vor Spielen, zwei Stunden zu schlafen

Oubre lief beim Nike Hoop Summit das erste Mal für Team USA auf

Twitter

 @K_Ctmd22 

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