Draft, Tournament 2016

Wer sind die stärksten Prospects im NCAA-Tournament ’16?

Bracket-Breakdown aus NBA-Draft-Sicht

Die diesjährige Selection Show wurde durch einen mit der Technik ringenden Charles Barkley und vor allem dem Leak des endgültigen Brackets vor der eigentlichen Enthüllung eher zu einer Lachnummer. Dennoch ist unsere Euphorie für die March Madness 2016 größer denn je. Endlich steht das Feld der 68 Tournament-Teilnehmer und verspricht durch das Fehlen von dominierenden Teams eines der spannendsten Turniere der letzten Jahre.

In dieser ersten Preview setzen wir unsere Draft-Brille auf und schielen durch diese auf die einzelnen Regionen. Wer sind die stärksten Prospects der einzelnen Bracket-Zweige? Welche besonderen Matchups stehen bevor? Wie hoch werden die Talente derzeit eingeschätzt? Diese Überlegungen helfen nicht nur NBA-Fans, die genau jetzt mit dem Scouten ihrer potentiellen Rookies 2016/17 beginnen, sondern bieten auch den CBB-Puristen einen gehörigen Mehrwert. Auch wenn der Uni-Basketball etwas teamorientierter als bei den Profis abläuft, braucht es letztlich trotzdem Stars (mit NBA-Chancen) um im März zu gewinnen. Selbst die schwächeren Meistermannschaften hatten letztlich zumindest solide Next Level-Rollenspieler in ihren Reihen (Chris Wilcox, Steve Blake, Kyle Singler, Shabazz Napier).

South

Der Süden beherbergt den größten Talentpool aller Regionen. Das liegt zunächst an den drei Powerhouses California, Kansas und Maryland in der oberen Hälfte. California bietet mit Bigman Ivan Rabb und Wing Jaylen Brown gleich zwei Spieler auf, die Chancen auf eine Auswahl unter den ersten zehn Picks haben. Allerdings hört es an dieser Stelle für die Golden Bear noch nicht auf. Auch der große Senior-Playmaker Tyrone Wallace (15,3 PpG, 4,4 ApG) und der zuletzt sehr stark aufspielende Jabari Bird (1,8 3PM, 41 3P%) verdienen Aufmerksamkeit. Kansas fehlt es am Toptalent der vergangenen Jahre (Robinson, Wiggins, Embiid, Oubre, McLemore). Dennoch wird Bill Self auch aus dieser Mannschaft einige Spieler in der NBA unterbringen können. Senior-Big Perry Ellis (16,7 PpG, 43 3P%) könnte mit seiner Mischung aus Spielverständnis und gutem Wurf trotz athletischer Defizite zu einem netten Stretch Four für die Bank werden. Teamkollege Wayne Selden (13,3 PpG, 41 3P%), das letzte Überbleibsel der Wiggins/Embiid-Recruiting-Class, sieht als ehemaliger Fünf-Sterne-Recruit an guten Tagen nach einem athletischen Flügel aus, den sich viele Franchises zumindest einmal ansehen wollen werden. Spannenderweise sind die aus NBA-Sicht interessantesten Spieler allerdings auf der Jayhawks-Bank zu finden. Der variable ukrainische Flügelspieler Sviatoslav Mykhailiuk (13,7 AST%, 38 3P%) hatte sich bereits bei der U16-Euro 2013 in die Herzen aller Scouts gespielt. Eine mäßige Sophomore-Spielzeit schreckt noch niemanden ab, da der 18 Jährige selbst nach zwei Jahren in Lawrence noch immer blutjung ist. Einen Blick ist aber auch Bigman Cheick Diallo wert. Der Freshman kam nach starken HS-All Star-Spielen mit viel Hype an den Campus, stieß aber nach längerem Ringen mit der NCAA erst im Dezember richtig zum Team. Es fiel ihm danach schwer die schon feste Kansas-Rotation zu knacken. In limitierten Minuten konnte trotzdem seine starke Athletik und seinen überragenden Motor immer wieder andeuten (26,3 DRB%, 11,8 BLK%). Zudem muss jeder NBA-Fan ein Auge auf Maryland haben. Unter dem Korb verfügen sie mit Freshman Diamond Stone über einen waschechten Center, der einigen Platz einnimmt und weiß wo der Korb hängt (22,4 P/40, 255lbs.). Hinzu kommen mit Senior Jake Layman (11,2 PpG, 40 3P%) und Junior Robert Carter (12,8 PpG, 1,3 BpG) gleich zwei erfahrene Bigman-Kollegen, die aufgrund ihrer Mischung aus solidem Wurf und defensiver Vielseitigkeit für NBA-GMs interessant werden könnten. Das größte Scheinwerferlicht wird allerdings auf Sophomore-Playmaker Melo Trimble fallen. Dieser galt durch Passfähigkeiten und für einen Guard starke Freiwurfrate als recht sicherer Firstrounder (5,1 ApG, 3,9 FTMpG), ehe er zuletzt in einen Slump verfiel. Er braucht ein gutes Tournament so sehr wie kaum ein anderer.

south region

Aber auch abseits dieser größeren Talente-Cluster hat die South-Region einige spannende Prospects zu bieten. Colorados reboundstarker Senior-Bigman Josh Scott (16,2 PpG, 8,7 RpG) könnte sich mit einem guten Spiel gegen Huskies-Shotblocker Amida Brimah (7‘0‘‘, 13,8 BLK%) für die zweite Draftrunde empfehlen. Hawkeyes Bigman Jarrod Uthoff spielte mit seiner ungewöhnlichen Combo aus Rimprotection und Shooting (2 3PMpG, 9,1 BLK%) eine Saison auf All American-Niveau und verhalf seiner Mannschaft zwischenzeitlich zu einem #1 Ranking. Nach einem gehörigen Einbruch schlüpfte Iowa als #7 Seed in das Tournament. Uthoff hofft, dass seine Hawkeyes auf größter Bühne noch einmal an das Leistungsvermögen vom Jahresbeginn anknüpfen zu können, um Draftscouts an seine eigentliche Stärke zu erinnern. Arizona wartete zuletzt mit großen Geschützen auf. Rondae Hollis-Jefferson, Stanley Johnson oder Aaron Gordon waren Toptalente, die die Wildcats zuletzt in Elite Eights tragen konnten. Diese eindeutigen Stars, die in der Draft als klare Lottery Picks gezogen wurden, gehen Coach Sean Miller in diesem Jahr leider etwas ab. Eventuell hätten wir an dieser Stelle über Ray Smith reden können. Doch der Top 30-Recruit Arizonas konnte verletzungsbedingt kein Spiel bestreiten. So bleiben mit Senior-Center Kaleb Tarczewski (19,7 TRB%, 7‘0‘‘), ein körperlich überzeugender, aber spielerisch limitierter Big mit Zweitrunden-Chancen, und der unfertig wirkende Freshman-Wing Allonzo Trier (15 PpG, 36 3P%) als beste Pro-Prospects zurück, Ihre Beobachtung lohnt trotzdem. Ungewöhnlich aufschlussreich könnte aber vor allem auch das Playin-Game dieser Region werden. Gleich fünf Spieler mit konkreten NBA-Ambitionen kämpfen hier um das Recht als #11 unter den letzten 64 Teams antreten zu dürfen. Mit Spannung kann das Duell im Backcourt erwartet werden. Der hyperathletische Sophomore Wade Baldwin IV (33,4 AST%, 6‘8‘‘ Wingspan) wird sich als Playmaker mit ernsthaften Firstrounder-Hoffnungen gegen einen der erfahrensten Backcourts des Landes beweisen müssen. Das Shockers-Senior-Duo Ron Baker (14,2 PpG, 1,8 3PMpG) /Fred VanVleet (40,7 AST%, 41 3P%) drang 2013 gemeinsam in ein Final Four vor, schaffte 2014 eine ungeschlagene Regular Season und möchte mit einem letzten Tournament-Hurra 2016 den Weg in die zweite Draftrunde ebnen. Aber auch unter den Körben gibt es mit den beiden Commodores-Bigs Damian Jones (14,2 PpG, 10 OREB%) und Luke Kornet (10,5 BLK%, 0,9 3PMpG) Spieler mit NBA-Potential zu beobachten.

West

Aus CBB-Sicht ist der große Star der West-Region ganz klar Player of the Year-Finalist Buddy Hield. Der Scoring-Wing legte über die gesamte Saison Fabelzahlen auf (25 PpG, 4,0 3PM), die den Super-Shooter in vielen Mockdrafts trotz seines Alters schon in Richtung der Top 10 katapultiert haben. Ein gutes Tournament könnte diese Range für den 22 Jährigen zementieren. Aus reiner Draftsicht ist natürlich Duke-Freshman Brandon Ingram der Spieler, auf den die meisten Augen gerichtet sein werden. Schultert der junge Flügel gemeinsam mit seinem ebenfalls als Erstrunden-Talent geltenden Perimeter-Partner Grayson Allen (21,6 PpG, 3,6 ApG) das ersatzgeschwächte Blue Devils-Team und trägt es in ein Elite Eight, könnte dies der ausschlaggebende Punkt sein, der Ingram in einer #1 Pick-Konversation an Ben Simmons vorbeischiebt. Einfach wird dies aber auf keinen Fall. Schon nach dem ersten Spiel droht mit den Baylor Bears ein Gegner, der ebenfalls zwei NBA-Prospects aufstellen kann. Sophomore-Big Jonathan Motley (12,9 ORB%, 7‘4‘‘ Wingspan) ist zwar noch ein reiner Tools-Spieler, wird aber allein wegen seiner Athletik die Chance haben, mittelfristig ein NBA-Roster zu knacken. Kollege Taurean Prince (15,5 PpG, 1,5 3PMpG) hingegen sollte als vielseitig verteidigender Wing mit guter Größe und passablen Schuss ab diesem Sommer zu einem Next Level-3&D-Guy mit aussichtsreicher Zukunft in der Liga reifen.

west region

 

Zu diesen eher schon bekannten Leuten hat der Westen aber auch viele spannende Sleeper-Prospects zu bieten. Oregon hatte bis zuletzt niemand als #1 Seed auf dem Schirm. Ebenso verhält es sich mit ihren Spielern. Bisher hielt sich die Liebe für Do-It-All-Sophomore-Forward Dillon Brooks (16,8 PpG, 18,9 AST%) oder Freshman-Überraschung Tyler Dorsey (13,8PpG, 43 3P%) in Grenzen. Besonders Ducks-Forward Chris Boucher fliegt für einen Athleten mit seiner ungewöhnlichen Skills-Kombination (12 ORB%, 12,4 BLK%, 2,3 3PMpG) sträflich weit unter dem Radar. Sein Alter allein verhindert Lottery-Buzz. Auch die Longhorns und ihre NBA-Talente werden nach dem Abgang von Myles Turner oft unterschätzt. Der bullige Junior-Bigman Cameron Ridley lieferte bis zu seiner Verletzung im Dezember astronomische Zahlen (21,8 TRB%, 13,6 BLK%) und sollte mit seinen 285 Pfund Körpergewicht auch in der NBA den meisten Postspielern gewachsen sein. Frontcourt-Kollege Prince Ibeh nutzte die Abwesenheit seines Mitspielers vorzüglich (14,5 OREB%, 11,6 BLK%) und deutete an, dass seine Athletik und seine Rimprotection auch auf dem nächsten Level funktionieren könnten. Anführer des Teams ist aber einer der schnellsten Guards des CBB, Isaiah Taylor. Der Sophomore hat unter dem neuen Coach Shaka Smart deutlich am Decisionmaking geschraubt und ist mittlerweile trotz seines fehlenden Dreiers als NBA-Guard vorstellbar (2,7 Ast/TO, .549 FTr). Ein ebenso interessante Talent kann der Longhorns-Rivale Texas A&M aufbieten. Abseits der großen Blue Blood-Schulen spielte der Oldschool-Postbig Tyler Davis für die Aggies eine der besseren Freshman-Saison des Jahres (65 TS%, 14,3 OREB%) und könnte sich damit in naher Zukunft für die NBA empfehlen. Zuletzt gibt es in der unteren Hälfte des Turnierarms noch eine nette Story zu bewundern. Senior-Guard Gary Payton Jr., dem Sohn von „The Glove“, gelang es die Alma Mater seines Vaters nach 25 Jahren Tournament-Dürre erstmals wieder zum Big Dance zu führen. Jetzt hat er die Chance sich mit guten Leistungen einen sicheren Platz in der zweiten Draftrunde zu sichern. Ähnlich wie sein Vater ist Payton ein Allrounder Guard, der den Statistikbogen auf verschiedene Arten zu füllen weiß und giftig verteidigt (7,9 RpG, 5,1 ApG, 2,5 SpG).

East

Den Osten hat sowohl in der Spitze als auch in der Tiefe einige interessante Talente zu bieten. Ist aber auch kein Wunder, wenn wir uns in der Region der Kentucky Wildcats befinden. Wie gewohnt hat Coach Calipari eine ganze Reihe an Prospects versammelt, auch wenn der große Superstar ala DeMarcus Cousins, John Wall, Anthony Davis oder Karl-Anthony Towns zu fehlen scheint. Viele hätten vor der Saison ihr Geld auf Skal Labissiere (54 TS%, 10 BLK%) als aussichtsreichstes Talent gesetzt. Dieser Zug ist im Bezug auf Draftposition mittlerweile trotz zuletzt besseren Leistungen abgefahren. Freshman- Kollege Jamal Murray (20,1 PpG, 3,2 3PMpG) lieferte als elitärer Schütze in den letzten Wochen zu konstant ab. Bester CBB-Spieler war trotzdem ein anderer – Tyler Ulis. Von vielen wegen seiner Größe von 5‘9‘‘ belächelt, ist der Guard 2015/16 ganz klar auf All American-Niveau und überzeugt als eine Art kleinerer NCAA-Chris Paul mit Leadership, Defense und Playmaking (4 A/TO, 17,2 PpG). Eine Rolle in der NBA scheint trotz körperlicher Defizite möglich. Dahinter tummeln sich mit dem defensivtarken Freshman-Guard Isaiah Briscoe und dem athletischen Senior-Forward Alex Poythress wie gewohnt weitere Jungs mit Next Level-Ambitionen, die sicherlich mindestens ein Training Camp schaffen werden. Eine ähnliche Tiefe an Pro-Prospects kann in dieser East-Region nur North Carolina entgegensetzen. Brice Johnson feierte für einen Senior eine erstaunliche Breakout-Spielzeit. Von einem All ACC-Spieler schaffte der reboundstarke Bigman mit weichem Wurf (21 TRB%, 16,6 PpG) den Sprung auf ein All American Level und ist plötzlich ein potentieller Firstround–Kandidat. Senior-Guard Marcus Paige verbaute sich mit einer eher enttäuschenden Saison eine Chance auf die erste Draftrunde, könnte mit seiner Kombination aus Playmaking und Shooting (12,1 PpG, 3,7 ApG) einen Platz als Secoundrounder finden. Dazu werden die beiden Sophomore-Flügel Justin Jackson und Theo Pinson sofort interessant, sobald die beiden Athleten ihr Shooting-Problem in den Griff bekommen. Auch Junior-Bigman Kennedy Meeks (11,8 ORB%, 18 P/40) hat als massiger, aber technisch versierter Post-Scorer durchaus NBA-Relevanz. Aber nicht nur die Blue Bloods Kentucky und UNC werden für die NBA-Scouts in den Fokus rücken. Draftbeobachter schauen schon jetzt sehr gespannt auf das Guard-Duell Kris Dunn (41,7 AST%, 4,4 STL%) gegen Julian Jacobs (5,5 ApG, 11,8 PpG). Der Trojans-Junior Jacobs könnte dem spektakulären Friars-Anführer Dunn körperlich gewachsen sein und so athletisch an seine Grenzen bringen. Es wäre dann an Providence-Sophomore Ben Bentil dieses Spiel zu gewinnen, der sich als Most Improved Player des CBB in diesem Jahr als stretchy Big für eine NBA-Karriere empfohlen haben könnte (21,2 PpG, 1,5 3PMpG).

east region

Der Big Ten-Champ Indiana bekam vom Selection Committee als amtierender Titelträger einer Major Conference mit einem #5 Seed nur wenig Respekt. An ihren NBA-Prospects kann dies aber nicht liegen. Yogi Ferrell, der einmal zur Recruiting-Class um Cody Zeller und Victor Oladipo gehörte, arbeite in seinen vier Jahren College sehr hart und könnte als Senior zum Zweitrunden-Playmaker gereift sein, der durch Leadership und Shooting glänzt (17 PpG, 41,7 3P%). Junior-Wing Troy Williams (1,5 3PMpG, 19,4 DRB%) muss seinen Wurf noch etwas verbessern, bringt aber NBA-Athletik und defensive Vielseitigkeit mit, um auch bei den Profis erfolgreich zu sein. Zuletzt hat es auch Hoosier Thomas Bryant geschafft, das Ruder seiner Freshman-Saison herumzureißen und seinem Fünf-Sterne-Recruiting-Rating gerecht zu werden. Der Bigman war durch grausam schlechte Defense zu Beginn der Spielzeit auf dem Feld nicht zu verantworten. Doch irgendwann um den Jahreswechsel legte sich ein Schalter um. Seither überzeugt er mit seinen Tools und seinem Motor (11,6 PpG, 11,8 ORB%) und empfiehlt sich für mehr. Star des unteren Teils der Region könnte Junior Guard Demetrius Jackson stehen. Im letzten Jahr agierte er im Schatten von Jerian Grant noch abseits des Balles. 2015/16 ist es an ihm, die Pfäden hinter der effizienten Notre Dame-Offense zu ziehen. Diese Aufgabe erledigt er mit Bravour (17,5 PpG, 5,4 ApG) und erarbeitete sich so ein Firstrounder-Label. Mit einem guten Tournament ist für den bulligen Guard, der besonders gern Teamkollegen und Zweitrunden-Prospects Zach Auguste (14,4 PpG, 20,7 TRB%) einsetzt, eine Lottery-Platzierung in Reichweite. Da Wolverines-Erstrundentalent Caris LeVert (16,5 PpG, 44,6 3P%) mit einer Verletzung für das Tournament ausfällt, bleiben in dieser Region nur noch Sleeperpicks zu erwähnen. Wisconsin-Flügel Nigel Hayes schaffte nach dem Abgang von Sam Dekker und Frank Kaminsky den Sprung zum Go-To-Guy nur auf Kosten von gravierenden Effizienzeinbußen (16,3 PpG, 3 ApG), was ihn für die Top 30 der Draft wohl disqualifiziert. Weber State-Big Joel Bolomboy (17,2 PpG, 23,2 TRB%) bräuchte trotz Big Sky-PotY-Titel einen großen Auftritt auf der NCAA-Tournament-Bühne, um auf Draftradars aufzutauchen. Gleiches gilt für Xaviers Sophomore-Guard Trevon Bluiett (15,5 PpG, 2,3 3PMpG), den trotz famoser Saison noch niemand richtig ernst nimmt.

Midwest

Im Mittleren Westen ist der Talentpool im Vergleich zu den anderen Regionen eher überschaubar. Klar gibt es auch hier hoch einzuschätzende Talente. Aber in der Masse wirken die Prospects dieses Bracket-Zweigs nicht ganz so stark. Als mit Abstand aussichtsreichster Draftee muss Utes-Center Jakob Pöltl gelten. Der Österreicher lieferte in einer in diesem Jahr extrem tiefen PAC-12 super Leistungen ab (17,6 PpG, 9 RpG) und trug sein Team nahezu im Alleingang zu einem #3 Seed. Zahlentechnisch kann nur Michigan States Flügelspieler Denzel Valentine nach einem historisch guten Jahr auf PotY-Niveau etwas entgegensetzen (19,4 PpG, 7,6 ApG). Der Spartan muss sich aber als 22 jähriger Senior dem zwei Jahre jüngeren Sophomore in Sachen NBA-Potential geschlagen geben. Bei Valentines Strahlkraft wird oft das zweite große Profi-Talent der Spartans vergessen. Freshman-Big Devonta Davis konnte in seinen limitierten Minuten starke Werte (13,6 ORB%, 10,2 BLK%) auflegen und so sein Potential andeuten. Meldet er sich zur Draft an, wird er Erstrunden-Interesse erhalten. In der unteren Hälfte der Region warten zudem die Gonzaga-Bigmen Kyle Wiltjer und Domantas Sabonis auf. Die beiden Bulldogs könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Litauer ist ein eher körperlicher Postguy (17,4 PpG, 20,6 TRB%), der versucht seine Gegner in der Zone zu überpowern und liebend gern Rebounds einsammelt. Wiltjer hingegen, muss als Stretch Four gelten (20,7 PpG, 2,5 3PMpG), der über Finesse und Scoring seinen Einfluss auf das Spiel leistet. Beide könnten eine Zukunft in der NBA haben, auch wenn Senior Wiltjer aufgrund seines Alters und seiner defensiven Fragezeichen etwas niedriger einzuschätzen ist. Stolpern die Zags aber schon in der Round of 64, hat dies wohl vor allem an Isaiah Whitehead (18,4 PpG, 2,5 3PMpG) gelegen. Der Sophomore-Guard der Seton Hall Pirates hat durch sein gutes Big East-Tournament ordentlich an Draft-Momentum gewonnen.

midwest

Der obere Teil der Mid West-Region gibt nicht mehr so viel her. Als Spieler mit klaren Erstrunden-Chancen können nur die beiden Boilermaker-Bigs Caleb Swannigan und AJ Hammons bezeichnet werden. Senior Hammons (18,6 TRB%, 10,1 BLK%) stellt als massiger Sevenfooter den Anker der guten Purdue-Defense dar und weiß offensiv seine physische Überlegenheit in Punkte umzuwandeln. Swannigan, der ebenfalls eigentlich im Post Zuhause ist, passt sich als talentierter Freshman gut an die Gegebenheiten des Rosters an und hilft seiner Mannschaft mit Rebounding und seinem zumindest respektablen Wurf (27,1 DRB%, 0,6 3PMpG). Iowa State bietet mit Georges Niang und Monte Morris zwar ebenfalls zwei NBA-Prospects auf. Beide werden aber wohl den Sprung in die erste Draftrunde wegen offensichtlicher Schwächen verpassen. Senior-Forward Georges Niang ist ein extrem vielseitiger Forward mit gutem Wurf, durch den am College sogar eine Offense gelaufen werden kann (1,5 3PMpG, 19,1 AST%). Leider wird das wandelnde CBB-Missmatch auf NBA-Ebene wegen fehlender Geschwindigkeit und Explosivität eher zu einem Tweener, der nicht in jedem System funktionieren kann. Junior Monte Morris dürfte jeden Basketball-Fan mit seinem Gefühl für Playmaking und Decisionmaking in den Bann ziehen. Kaum ein Guard trifft bessere Entscheidungen (4,05 A/TO, 124 ORtg). Dieses Gefühl für das Spiel könnte ihm später einmal einen Back-Up-Job auf dem nächsten Level sichern. Für größere Aufgaben fehlt entweder der elitäre Wurf oder mehr Athletik inklusive verbesserter Defensivfertigkeiten. Als allerletzter Spieler muss Virginia-Wing Malcom Brogdon angeführt werden. Ihm zuzusehen, bereitet eine Menge Spaß. Er hat das auf kluger Defense und effizienter Offense beruhende System seines Coaches Tony Bennet in seinen vier Jahren bei den Cavs bis in die letzte Faser seines Körpers aufgesogen. Wenige Spieler agieren smarter und mit mehr Einsatz als der prototypische 3&D-Spieler Brogdon (2,2 3PMpG, 18,5 AST%). Ein Playoff-Team wird ihn in der zweiten Draftrunde mit Handkuss draften. Die erste Runde verhindern sein Alter und seine vergleichsweise unterdurchschnittliche Körpergröße von 6‘5‘‘, die ihm in der Verteidigung gegen NBA-Dreier etwas Effektivität nehmen könnte.

 

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6 comments

  1. sidney95

    Ich hoffe, dass wir Zaga vs Utah bekommen.
    Poetl könnte gegen Sabonis echte Probleme bekommen. Wird sehr interessant sein zu sehen, wie er gegen einen Center mit ähnlicher Statur agieren wird. Vor allem gegen Sabonis körperliches Post Game wird Poet defensiv gefordert sein.

  2. Tobias Berger

    |Author

    Wünsche mir Utah vs Gonzaga aus dem Grund auch sehr. Leider wird es wahrscheinlich genau deswegen nicht zu solchen Partien wie Cal-Maryland oder UK-UNC kommen…

  3. sidney95

    Wird das Spiel gestern Poeltl seinen Draft Status geschwächt haben ? Zagas Bigs haben machen können, was sie wollten.

  4. Avatar

    Coach K

    Poeltl war nicht überzeugt in dem Spiel, er schien auch schnell ausser Atem zu kommen, (Kontidionsproblem?).

    Vielleicht schadet das ihm etwas und die Magic können ihn holen als Defensive Center.

    Gestern zwei Spiele mal Live angeschaut.

    Iowa gegen Villanova.

    Iowa würde immer da ziemlich auseinander genommen, Nova schafft es immer wieder gut die Pressverteidigung zu überwinden was dann zu vermeintlich leichten Punkten führt.

    Notre Dame gegen Stephen F. Austin.

    Ich hätte es mir echt gewünscht das SFA weiter kommt da diese sympatischer auf mich gewirkt haben, ansonsten war es ein spannendes Spiel bis zum Schluß. ich hoffe auf mehr solcher Spieler

  5. sidney95

    Ich fande die ersten 4 Tage dieses Jahr die beste Opening Week die ich bisher gesehen. War alles dabei. Genug Buzzer Beater, OTs, Upsets und Comebacks.

    Mal sehn ob Sabonis und Hield noch weiter die Boards klettern können.

    POTY wird nochmal spannend. Hield bisher der Spieler des Turniers.


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