Denver Nuggets, NBA

Deadline Deals: Denver Nuggets

Welche Nuggets gehen noch vor der Deadline über den Tisch?

Noch nicht mal 2 Jahre ist es her, als die Nuggets mit George Karl und Andre Iguodala noch als 3rd Seed im Westen eines der heißesten Teams der Liga waren. Ein Trainerwechsel, ein Starverteidiger-Abgang und zwei Gallinari-Verletzungen später ist Denver im gefürchteten Bermuda-Dreieck der Liga, der Mittelmäßigkeit, schon fast verschollen. Nun muss Tim Connelly, der GM der Nuggets, das Schiff wieder aus der Gefahrenzone manövrieren. Doch wer muss nun alles von Board, um Denver wieder auf Kurs zu bringen?

Die Nuggets haben es unter der Führung der Kroenke Sports Enterprise, mit Hilfe des Executive of the Year 2013 Masai Ujiri, schon einmal geschafft sich, nach dem Trade von Carmelo Anthony, schnell neu aufzustellen. Nun muss man das ohne den jetzigen Raptors-GM schaffen. Die zunächst präferierte Taktik war jedoch die Gleiche: Ähnlich wie 2012 mit dem Iguodala-Trade, wollten sich die Nuggets zuerst durch einen Spieler mit All-Star Kaliber wieder in die Playoff-Contention bringen. Doch dieses Jahr sind solche Spieler auf dem Trade-Markt kaum bis gar nicht verfügbar. So war Denver kurzzeitig schon an Brook Lopez dran, ist dann aber auch schnell wieder aus den Verhandlungen mit den Nets ausgestiegen, als man gemerkt hat, dass dieser nicht günstig zu haben ist.

Deswegen haben die Nuggets kürzlich einen Richtungswechsel eingeschlagen, der sie vom Buyer zum Seller machte. Nun soll laut Gerüchten jeder ihrer Spieler, außer den Rookies Nurkic und Harris, für den richtigen Preis zu haben sein. Doch ein Schnäppchen scheint es bei den Nuggets deswegen nicht zu geben, denn nachdem sie von den Cavaliers für Timofey Mozgov bereits zwei First-Rounder bekommen haben, hat man im Front Office offenbar Blut geleckt und fordert bisher in allen Tradegesprächen einen dementsprechend hohen Gegenwert. Die entscheidene Frage ist deshalb, bei welchen Spielern das Interesse hoch genug sein wird, um für ein Tradeangebot zu sorgen, das noch vor der Deadline einen Deal nach sich zieht.

Ty Lawson – PG – Denver Nuggets
Contract: 3 years left (14/15: $11,6 mio; 15/16: $12,4 mio; 16/17: $13,2 mio)
Mögliche Interessenten: u.a. Celtics, Kings, Rockets

Ty Lawson ist als Top-Scorer der Nuggets und als einer der Top10 Playmaker der Liga das aktuelle Epizentrum der Mannschaft. Dass Denver, trotz seiner noch ausreichend langen Vertragslaufzeit von 3 Jahren, bereit wäre auch ihn zu traden, zeigt, wie groß die Bereitschaft zum Neuaufbau der Mannschaft ist. Für mindestens 12 andere Teams könnte Lawson ein Upgrade auf der Point Guard Position werden, so dass es genug Interessenten für ihn geben dürfte. Der Knackpunkt wird jedoch der Preis sein, der bei Denvers Ansprüchen und noch 3 Jahren Vertragslaufzeit alles andere als gering sein dürfte.

Prognose: Houston könnte der einzige Interessent werden, dessen Wunsch nach Verstärkungen akut genug ist und der gleichzeitig noch genug Assets hat, um die Schmerzgrenze der Nuggets zu erreichen. Die Rockets haben jedoch mit Goran Dragic erstmal ein anderes Main-Target, das aufgrund der kürzeren Vertragslaufzeit wahrscheinlich sogar günstiger zu haben ist als Lawson. Bei den anderen Teams, die in diesem Jahr eigentlich keine Playoffambitionen mehr haben, wie z.B. den Celtics, könnte das Interesse jetzt noch nicht groß genug sein, da eine Verbesserung der Mannschaft frühstens ab nächster Saison gewünscht ist. So scheint ein Lawson-Trade in der nächsten Offseason wahrscheinlicher zu sein, als jetzt schon zur Trading-Deadline.

Kenneth Faried – PF – Denver Nuggets
Contract: 5 years left (14/15: $2,2 mio; last 4 years: $12,5 mio)
Mögliche Interessenten: u.a. Raptors, Celtics, Kings

Ein überzeugender Auftritt beim Team USA im Sommer hatte Faried eine $50 Mio Extension beschert. Doch seine diesjährigen Leistungen im Nuggets-Trikot waren bisher enttäuschend gegenüber der Performance, die man von ihm noch bei der WM bestaunen durfte. Ein Zwiegespräch mit Coach Brian Shaw im Dezember verhalf dem 25 Jährigen kurzfristig zu seiner bisherigen Saisonbestleistung (26 Pkt, 25 Reb) gegen die Timberwolves, konnte aber seine mangelnde Konstanz auch nicht wirklich verbessern.

Die Nuggets scheinen deswegen auch bereit zu sein Faried, bei einem guten Angebot, ziehen zu lassen. Die Frage ist nur, ob ein anderes Team überzeugt genug von ihm ist, um ihn aus Denver loszueisen. Seine Team USA Performance könnte Hoffnung machen, dass er in einer anderen Situation eventuell weiter aufblüht. Doch die sehr viel größere Sample Size an Leistungen aus der NBA, gibt eher Grund zur Annahme, dass er sein Entwicklungspotential schon weitesgehend ausgeschöpft hat.

Prognose: Ähnlich wie bei Lawson werden viele Interessenten jetzt zur Deadline vermutlich noch nicht bereit sein auf den gewünschten Gegenwert der Nuggets einzugehen. Mit einer restlichen Vertragslaufzeit von 6 Jahren wird es Denver auch nicht eilig haben seine Preisvorstellungen zu überdenken. Eine mögliche Leistungssteigerung Farieds in der restlichen Saison und ein allgemein höheres Maß an Flexibilität bei möglichen Tradepartnern in der nächsten Offseason könnte für interessantere Angebote sorgen.

Arron Afflalo – SG – Denver Nuggets
Contract: 2 years left (14/15: $7,5 mio; 15/16: $7,5 mio (Player Option))
Mögliche Interessenten: Blazers, Bulls, Clippers, Hornets, Kings, Thunder

Obwohl er erst im Sommer von den Orlando Magic geholt wurde, ist Arron Afflalo der Nugget, bei dem ein Trade aktuell am wahrscheinlichsten ist. Er könnte nämlich schon nach dieser Saison aus seinem Vertrag aussteigen und sein Team, das offensichtlich schon nicht mehr mit ihm plant, wird dementsprechend höchst interessiert daran sein, noch einen Gegenwert für ihn einzuholen. Unter den ambitionierten Teams gibt es auch genug potentielle Interessenten, bei denen Afflalo noch die Wing-Rotation verstärken könnte. Besonders die Portland Trail Blazers werden zur Zeit ausgiebig als möglicher Tradepartner gehandelt.

Prognose: Trotz dessen, dass die Nuggets im Moment auch für Afflalo nicht unbedingt wenig fordern, ist es bei ihm jedoch gut möglich, dass sich Denver zur Deadline letzten Endes mit dem besten Angebot zufrieden gibt, bevor sie der Gefahr ins Auge sehen müssen ihn in der Offseason ohne Gegenwert zu verlieren.

Wilson Chandler – SF – Denver Nuggets
Contract: 2 years left (14/15: $6,8 mio; 15/16: $7,2 mio (only $2 mio guaranteed))
Mögliche Interessenten: Blazers, Bulls, Clippers, Hornets, Kings

Auch Wilson Chandler hat unter den Playoffanwärtern viele Begehrlichkeiten geweckt, weil er selbst für manche Contender noch eine Verstärkung für den Flügel wäre. Im Gegensatz zu Afflalo hat Chandler aber keine Ausstiegsmöglichkeit im Vertrag und stände seinem Team auch noch in der nächsten Saison auf jeden Fall zur Verfügung. Deswegen ist das Interesse an ihm, aber auch der von Denver angestrebte Gegenwert, größer als bei Afflalo. Auch die Trail Blazers sind an Chandler mehr interessiert, würden aber vermutlich doch auf Afflalo zurückgreifen, falls der Preisunterschied zu hoch ist.

Prognose: Die Nuggets sind eher daran interessiert Afflalo zu traden und halten von Wilson Chandler soviel, dass ihre Preisvorstellungen tatsächlich für jeden Interessenten zu hoch sein könnten. Die Trail Blazers scheinen aber auf ihrer Suche nach Verstärkungen nicht geizig zu sein, weshalb es bezüglich Wilson Chandler vielleicht doch noch eine späte Einigung geben könnte, besonders wenn Afflalo vorher noch zu einem anderen Team getradet wird.

Jameer Nelson – PG – Denver Nuggets
Contract: 2 years left (14/15: $2,7 mio; 15/16: $2,9 mio (Player Option))
Mögliche Interessenten: Cavaliers, Wizards, Clippers, Heat

Jameer Nelson, der im Sommer ursprünglich bei den Mavericks unterschrieben hatte, wurde in dieser Saison schon zweimal getradet und landete über Boston schließlich in Denver. General Manager Tim Conelly wollte ihn schon länger im Team haben und hatte Nelson im letzten Sommer schon ein Vertragsangebot gemacht, doch der 33-jährige Point Guard entschied sich damals für die Mavericks, bei denen er mehr Spielzeit in Aussicht hatte.

Allerdings haben auch andere Teams großes Interesse an Nelson. Einige Contender, wie z.B. die Cavaliers oder Clippers, suchen noch einen erfahrenen Backup Point Guard. Und Nelson, der noch keine Einblicke in seine Zukunftspläne gegeben hat, könnte in der nächsten Saison schon wieder Free Agent werden.

Prognose: Solange niemand mehr als ein paar Second-Rounder für Nelson bieten sollte und er auch nicht mangeldes Interesse an einem Verbleib in Denver äußert, wird sich Conelly wohl die Chance nicht nehmen lassen den von ihm hochangesehenen Veteranen in der nächsten Offseason re-signen zu können.

Danilo Gallinari – SF – Denver Nuggets
Contract: 2 years left (14/15: $10,9 mio; 15/16: $11,6 mio)
Mögliche Interessenten: Keine
JaVale McGee – C – Denver Nuggets
Contract: 2 years left (14/15: $11,25 mio; 15/16: $12 mio)
Mögliche Interessenten: Keine

Danilo Gallinari und JaVale McGee haben beide in den letzten 2 Jahren aufgrund von diversen Verletzungen noch nichtmals ein Viertel der Nuggets-Spiele absolvieren können. Beide haben zudem, auch wenn sie auf dem Platz standen, nicht annähernd ihren Vertrag mit entsprechenden Leistungen rechtfertigen können. Bei McGee hat man guten Grund davon auszugehen, dass er mit dem aktuellen Vertrag nicht mehr über den Status eines Trade-Fillers hinauskommen wird. Bei Gallinari wiederum könnte man noch Hoffnung auf Besserung haben, falls dieser es nun schafft über einen längeren Zeitraum richtig fit zu bleiben.

Prognose: Da die Verträge von Beiden erst 2016 auslaufen, wird in dieser Saison auf jeden Fall noch kein Team die Unsicherheit eingehen wollen, die die beiden mit sich bringen. Die Gefahr in der nächsten Saison einen Spieler im Kader zu haben, der der Mannschaft nicht weiterhelfen kann und über $10 Mio an Capspace blockiert, ist einfach zu groß.

J.J. Hickson – C – Denver Nuggets
Contract: 2 years left (14/15: $5,4 mio; 15/16: $5,6 mio)
Mögliche Interessenten: Keine

Auch J.J. Hicksons Leistungen waren in den letzten 2 Jahren nicht unbedingt überzeugend, weshalb die Tatsache, dass er für nächstes Jahr auch noch unter Vertrag steht, schon ausreichen könnte, um ihn zum Ladenhüter zu machen. Sein Salary ist zwar nur halb so groß wie das von Gallinari und McGee, doch selbst die $5,6 mio für nächstes Jahr würde wahrscheinlich jedes Team lieber in einen Free Agent ihrer Wahl investieren als in Hickson.

Darrell Arthur – PF – Denver Nuggets
Contract: expiring contract (14/15: $3,5 mio)
Mögliche Interessenten: Thunder, Kings, Raptors, Wizards
Randy Foye – SG – Denver Nuggets
Contract: 2 years left (14/15: $3 mio; 15/16: $3,1 mio (Team Option))
Mögliche Interessenten: Rockets, Pacers, Kings, Wizards

Sowohl Arthur als auch Foye haben nur noch für diese Saison einen garantierten Vertrag. Bei Foye bestünde zudem die Möglichkeit den Vertrag per Team Option um ein weiteres Jahr zu verlängern. Beide wären also mögliche Tryout-Kandidaten, die ein Team für den Rest der Saison ausprobieren könnte ohne die eigene Payroll langfristig belasten zu müssen. Die Rockets, Thunder, Pacers, Kings, Raptors und Wizards haben alle noch eine Traded Player Exception, die groß genug wäre, um einen der beiden Spieler aufzunehmen. Wahrscheinlicher ist aber, dass mögliche Interessenten auf einen Buyout hoffen, nach welchem sie die Zwei per Minimum-Vertrag verpflichten könnten.

Ausblick der Denver Nuggets

Die Nuggets haben mit der Umstrukturierung ihres Kaders eine größere Unternehmung vor sich, die sie unmöglich noch vor der Trading-Deadline abschließen können und deren Vorantreibung sie deswegen nicht überstürzen müssen. Gallinari, McGee und Hickson werden die Nuggets wenn überhaupt frühstens im Sommer loswerden können und bei Lawson, Faried und Chandler besteht noch kein Zwang ein Tradeangebot anzunehmen, welches nicht ihren Vorstellungen entspricht. So könnte Afflalo letztendlich der einzige Nugget sein, der per Trade das Team verlässt, während man Nelson lieber behält und mit Arthur und Foye einen Buyout aushandelt. Wer bei den Nuggets also jetzt schon auf einen größeren Räumungsverkauf hofft, wird sich vermutlich mindestens bis zur Offseason gedulden müssen, in der Denver dann bessere Möglichkeiten haben wird, den Neuaufbau des Teams voranzutreiben.

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