NBA, New York Knicks, Taktik, Video

Madison Square, Bermuda Triangle

S.O.S. New York Knicks - Save Our Season

Ballbesitz Eins für die New York Knicks. Tim Hardaway Jr. dribbelt aus der eigenen Hälfte heraus und bleibt zwischen Dreier- und Mittellinie stehen. Er schaut nach rechts zu José Caldéron und deutet an, ihm den Ball zuspielen zu wollen. Der Spanier zeigt auf Quincy Acy, der links von Hardaway Jr. auf dem linken Flügel postiert ist, wo die Dreierline aus einem Bogen in eine Gerade übergeht. Zu spät. Der Ball ist in der Luft. Caldéron fängt ihn und drischt ihn postwendend zum jungen Versender zurück, zeigt nochmals eindringlich auf Acy. Hardaway Jr. registriert es, leitet den Ball auf den glatzköpfigen Tweener mit imposanten Bart weiter … und bleibt verwirrt stehen. Er zuckt fragend mit den Schultern, torkelt einige Schritte vor, taumelt zurück, fragt wieder nach dem Ball. Caldéron steht immer noch einige Schritte von ihm entfernt. Acy, der den Ball immer noch oberhalb der Dreierlinie hält, senkt kurz frustriert den Kopf. Der Ball landet wieder bei Hardaway, gut zwei Meter oberhalb der Dreierlinie. Acy und Caldéron ziehen nun auf die Weakside, um dort endlich die typische Formation der Triangle Offense zu bilden. Hardaway leitet den Ball zu Carmelo Anthony weiter und die Offensive kann endlich initiiert werden. Die Knicks haben noch 10 Sekunden im Angriff. Hardaway schaut kurz zu Cole Aldrich auf, der den Post vor ihm befüllt und zuckt noch einmal fragend mit den Schultern, als würde er eine seiner ersten Trainingseinheiten unter Derek Fisher durchlaufen. Es ist der 20. Dezember 2014 und die Knicks spielen ihr 29. Spiel der Saison, gegen die Phoenix Suns.

Kader und Offense: Ein Klotz, der durch eine dreiecksförmige Öffnung gepresst wird

Momente individueller Unsicherheiten und Planlosigkeit, die kollektives Schulterzucken und Kopfsenken auslösen, sind auch nach etwa der Hälfte des Spielplans eher Regel als Ausnahme. Nun muss man den Knickerbockern einiges zu Gute halten: Die “Triangle” ist aufgrund ihres freien, reaktionären Charakters nicht im Eilschritt zu erlernen. Schon vor der Saison hätte klar sein müssen, dass der Kader eine glatte Ausübung dieses Offensivsystems nicht hergab und sowieso nur eine Durchlaufstation auf die nächsten beiden Free Agency-Perioden ist. Derek Fisher sprang ohne Coachingerfahrung vom Court an die Seitenlinie – und dies sind nur die offensichtlichsten Erklärungen.

So wie der Roster der Knicks vor Beginn der Saison konstruiert war, gab es sehr wohl Gründe, diese spezielle Offense auszuprobieren – wenn auch wenige. Zum einen verfügten die New Yorker über keine starken Ballhandleroptionen auf den kleinen Positionen. Tim Hardaway Jr. ist eher der klassische Off-Guard, der vor allem im Spot-Up effektiv ist und wenig zur Spielgestaltung beitragen kann. J.R. Smith kann über einen Zeitraum eine Offense führen, jedoch ist auch er eher Off-Guard mit ordentlichen Ballhandlingskills, den man nicht unbedingt Vollzeit in diese Rolle stecken will. Ähnlich wie Pablo Prigioni ist auch Jose Calderon in die Jahre gekommen und scheint nicht mehr konstant in der zu Lage sein, seinen Antritt zu nutzen, um Verteidigungsreihen in Verlegenheit zu bringen. Bereits das Jahr zuvor in Dallas operierte Calderon fast ausschließlich als Spot-Up Schütze neben Monta Ellis, der in erster Linie den Spielaufbau übernahm und durch Drive & Dish Scoring für Mitspieler ermöglichte. Shane Larkin ist höllisch schnell, aber konnte bisher nicht den Status eines Starters gerecht werden und ist als Distanzschütze gut genug, um abseits des Balles zu agieren. Auf diesen “kleinen” Positionen haben die Knicks also keine balldominanten Spieler, die durch diese Offensive der “fairen Verteilung” eingeschränkt werden würden. Stattdessen wäre sie eine Chance, die Playmakingschwäche der Guardmixtur aus unausgegorenen Ballskills, mangelnder Erfahrung und altersbedingtem Agilitätsverlust zu kaschieren, indem diese Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden.

Natürlich ist es aber Carmelo Anthony, der in der Triangle von besonderem Interesse ist. Als bulliger Forward mit hervorragenden Fähigkeiten am Ball hat der inzwischen 29-jährige Anthony den Platz im Post leider nie wirklich lieben gelernt und stand Experimenten als Vierer in klassischeren Pick-&-Roll-Offensiven argwöhnisch gegenüber. Ob nun als Dreier oder Vierer – in der Triangle kommt Anthony so oder so öfter in den Post, wo sein Scoringpotential so groß ist, dass er öfter gedoppelt wird. Anthony gilt als etwas selbstsüchtiger Scorer, aber er zeigt den Willen, bei gegnerischem Druck den Ball auch herauszupassen. Fast beeindruckender als Anthonys Scoring ist seine Fähigkeit, geduldig gegnerische Hilfe zu ködern und dann über die Schulter oder diagonal über das Feld Pässe herauszuschießen. In der Tat einer der wenigen Lichtblicke der bisherigen “Operation: Triangle” in New York:

Der Offensive fällt es schwer, in Triangle Setups zu scoren, weswegen die Knicks gerade in den Schlussminuten öfter konventionelle Pick-&-Rolls und ISOs laufen. “Schöne” Punkte aus der Triangle heraus zu generieren, wie es die Jordan-Bulls und  Kobe/Shaq- bzw. Kobe/Pau-Lakers vermochten, kann natürlich nicht der Anspruch dieser Knicks sein. Kreativität lässt sich jedoch erschreckend selten finden. Wenn aus Triangle Setups gepunktet wird, erfolgt das kaum aus kreativen Reads, sondern zumeist schnellen Abschlüssen, die selbst in der freien Triangle als feste Spielzüge angesehen werden können. Im folgenden Videoabschnitt werden einige dieser guten Szenen mit effektiven Screens, smarten Cuts und schnellen Pässen gezeigt. Auffällig ist ein typisches Play für die Triangle, welches die Knicks bereits ganz gut verinnerlicht haben: Der “Backdoor Step” in den ersten drei Plays und einer Variation, der “Blind Pig“, die gegen die Hornets in einem J.R. Smith Shooting Foul endet und Tim Hardaway Jr. gegen die Mavericks einen Eckendreier öffnet:

Diese guten Ansätze sind … mager. Von den Ballhandlern zu den Spielern auf den großen Positionen tun sich die Knicks mit der Rollenausübung und der Exekution der Offensive schwer. Wie in der eingangs beschriebenen Szene gegen die Phoenix Suns bereitet selbst die Formation nach dem Erstpass Schwierigkeiten. Üblicherweise bringt ein Guard den Ball über die Mittellinie und gibt ihn primär an einen Flügelspieler, der in der Ecke platziert ist oder den Big, der den High Post vor ihm besetzt. Wird der Ballhandler stark bedrängt, kann er dem erweiterten Ballhandler zuspielen, der beim Ballvortrag neben ihm hertrabt, was als “Lag Principle” benannt ist. In den allermeisten Fällen befüllt der Balhandler nach dem Abspiel entweder die Ecke auf der Strongside, um die Triangle zu bilden oder auf die Weakside, um ein “2-man-game” zwischen Flügelspieler und High-Post-Big zu ermöglichen. Vor allem die jungen Guards wie Hardaway Jr. und Shane Larkin vergessen diesen zweiten Schritt, wodurch kostbare Zeit verstreicht, bevor die Triangle auf einer Seite gebildet ist und die Offensive ins Rollen kommt. Nicht selten haben die Knicks nur noch 13-15 Sekunden auf der Uhr, wenn die Triangle formiert ist:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dem offensiven Spiel der Knicks Zug und Dynamik fehlt. Die Triangle ist nicht nur so schwer zu laufen, weil Spieler sich klug bewegen und präzise, penetrierende Pässe spielen sollen. Es muss auch eine Art kollektiver Verstand gebildet werden. Spieler müssen nicht nur die Defensive lesen, sondern auch wissen, wie sich die eigenen Spieler bewegen und ihnen gegebenenfalls Picks setzen oder eine Schneise freihalten, um ihnen Platz zu machen. Aktionen müssen wie Zahnräder ineinander greifen. Zu ihren Blütezeiten sahen die Angriffe der Triangle-Lakers aus, als würde jemand an zwei Enden einer Schnur ziehen und dadurch einen Knoten lösen. Der Ballhandler fühlt Druck durch seinen Verteidiger, passt den Ball in die Ecke, vier Spieler bewegen sich, pang, boom, pow und der Ball ist im Korb. Die Flügelspieler der Knicks übersehen jedoch gerne Öffnungen für Cuts. Hin und wieder sieht man auch mehrere Knicks den gleichen Raum einnehmen, wo mit einem Pick der beiden eine günstige Anspieloption in effizientem Raum ermöglicht wäre. So stocken Angriffe meist bereits in der Initiierung und generieren sehr wenig sinnvolle Bewegung, wodurch kaum Penetration durch den Ball erfolgt:

Eine Szene im Fokus, die zeigt, wie Knickerbocker weder die Defensive noch die Offensive lesen: Nach einem Cut über die Baseline kommt José Caldéron links entlang der Dreipunktelinie hervor und ist von Shane Larkin nur einen kurzen, einfachen Pass entfernt. Monta Ellis, der Caldéron verteidigt, hat geschlafen und huscht gerade hinter Chandler Parsons hervor, als der Spanier bereits die Dreierlinie erreicht hat. Ein Block von Hardaway Jr. gegen Ellis würde einen offenen Dreier für Caldéron ermöglichen. Hardaway bemerkt Caldéron gar nicht und nimmt die gleiche Route, schneidet dazu noch das Anspiel ab:

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Wie von vielen in der Offseason vorhergesagt, fehlt den Knicks das Personal für diese Offense, vor allem auf den großen Positionen. Quincy Acy zeichnet sich durch Hustle aus, kommt jedoch zu häufig und zu lange in Positionen an den Ball, die seinem Skillset überhaupt nicht entsprechen: 

Auch die restlichen Bigs machen keine gute Figur, da sie oft besser postierte Spieler übersehen und gegnerisches Doppeln im Post nicht durch Extrapässe bestrafen können:

Ist die Triangle zeitgemäß?

Obwohl die Triangle Offense unter Phil Jackson in nicht allzu ferner Vergangenheit zwei der größten Basketballdynastien hervorbrachte, gibt es heute Kritiker, die ihre Effektivität in der modernen NBA und dem Setting in New York anzweifeln. Dies hat einige Gründe. Phil Jackson hatte neben sehr starken Kadern mit mehreren Offensivoptionen gerade in Los Angeles mehrere, von der Größe her, wahre Postspieler, die auch in der Zone unter Druck punkten oder klug herauspassen konnten. Diesen Typ Spieler gibt es seltener, zumindest die Art, die als primäre Option konstant eine effiziente Offensive tragen kann.

Damit verbunden ist die allmähliche Verschiebung der Initiierung von Angriffen. Fast jede Mannschaft setzt primär auf das Pick & Roll und die Initiierung der Offense durch Drives ihres primären Ballhandlers. Dies macht auch Sinn: Begünstigt durch die Änderungen der Hand Checking-Regeln ist die Liga inzwischen satt an flinken Guards, die durch einfaches Bewegen der Beine im Eins-gegen-Eins oder nach einem Pick kaum individuell zu stoppen sind. Moderne Verteidigungen versuchen, die Mitte des Feldes wegzunehmen und das ungestörte Eindringen eines kleinen Spielers mit Fahrt ist für dieses Prinzip noch mit die größte Gefahr. In der Triangle sind Drives nicht verboten und werden vor allem im Zusammenspiel zwischen den zwei Spielern auf der Gegenseite des formierten Dreiecks oft als Nebenoption eingestreut, wenn primäre Triangleoptionen versagen. Doch die Triangle setzt primär eben bewusst eher darauf, Penetration durch Pässe zu ermöglichen. Dies ist auch an den Knicks zu sehen, die in der Häufigkeit von Drives pro 100 Ballbesitze mit etwas Abstand auf dem letzten Platz rangieren: 

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Drives sind nicht per se ein Allheilmittel für eine Offensive, wie die Phialdelphia 76ers bei irrem Drivevolumen und sehr niedrigem Ertrag beweisen. Bei NBA-Talent im Kader bleibt der Drive ligaübergreifend jedoch eine sehr effiziente und effektive Option, die nicht nur durch das Herausarbeiten guter Scoringmöglichkeiten Druck auf Verteidigungen ausüben kann, sondern auch durch das Ziehen von Fouls. Auch hier gehören die Knicks zu den drei schlechtesten Teams in dieser Saison. Es mag sein, dass die Knicks bei besserem Spielermaterial und besserer Exekution diese Dinge bereinigen und auch innerhalb der Triangle verstärkt Drives in ihr Spiel einbauen können. Es bleibt aber fair, anzumerken, dass die Knicks mit der Entscheidung für die Triangle gegen den Strom schwimmen, der sich bewährt hat.

Wie gesagt: Die Knicks befinden sich in einem Umbruchsjahr. Einige der Spieler, die Verstehensdefizite in der Triangle aufweisen, sind noch jung und das Haltbarkeitsdatum vieler Akteure, wie etwa das von Amar’e Stoudemire, läuft bald aus. Die Knicks haben schon sehr bald viel Platz im Kader wie auch unter dem Cap.

Die Zukunft liegt in den Sternen

Teams, die wie New York in der Situation sind, einen talentarmen Übergangskader haben, der sich in Kürze leert, haben grob zusammengefasst zwei Optionen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden: Ähnlich wie die Philadelphia 76ers, Orlando Magic, Utah Jazz und Boston Celtics Draftpicks horten und auf diese durch gewollten Rückschritt zuspielen, um die Chancen zu vergrößern, dort spezielles Talent einheimsen zu können; oder die Free Agency zu nutzen, um sich mit bewährter Starpower zu verstärken. In der Lage der Knicks sind sie für beide Szenarien nicht optimal postiert, auch wenn nur zum Teil selbstverschuldet.

Zunächst ein Blick auf die Draftchancen der Knicks und die Frage, ob ein wahrer Rebuild überhaupt Sinn macht. In den nächsten Jahren stehen aufgrund fragwürdiger Deals wenige Picks zur Verfügung:

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Nach dem Trade für einen 37-jährigen Marcus Camby im Jahre 2012 schuldet New York den Houston Rockets in den nächsten beiden Jahren zwei Zweitrundenpicks. Selbst der Deal für Carmelo Anthony hat noch Auswirkungen. Die Denver Nuggets haben 2016 das Recht, ihren Erstrundenpick gegen den der Knicks einzutauschen, sollte dieser höher gelegen sein. Der zu den Knicks fallende Pick geht im Zuge des Deals für Andrea Bargnani nach Toronto. Dieser Deal beinhaltete übrigens auch den im Vorjahr erstandenen Marcus Camby.  Auch der Zweitrundenpick 2017 ist ein Opfer dieser Transaktion, der über Toronto nach Utah geht. Vor einigen Monaten schickte New York dazu das Recht an ihrem Zweitrundenpick im Jahr 2019er zu den Sixers, die sich dafür bereit erklärten, Travis Outlaws Gehalt aufzunehmen. Die Sixers bekommen im Vorjahr dazu das Recht, den besseren der Zweitrundenpicks der Knicks und Clippers aufzunehmen.

Die Transaktionen der Vergangenheit kann man dem derzeitigen Front Office um Phil Jackson nicht ankreiden, doch der Deal um Outlaw, der von den Sixers prompt entlassen wurde, scheint etwas merkwürdig. Im Gegenzug nahmen die Sixers Arnett Moultrie auf, der von den Knicks ebenfalls sofort entlassen wurde. Die Differenz zwischen deren Gehältern spart den Knicks zwar finanziell eine Summe von rund 4,7 Millionen Dollar an Luxussteuern und ermöglichte einen Rosterplatz für Travis Wear, der sich nach der Draft in den Fokus der Knicks spielte. Doch ob Wear und vier Millionen Dollar letztendlich zwei Zweitrundenpicks wert sind? Dies hätte die Picksituation der nahen Zukunft nicht unbedingt geschönt und für die Knicks sind Draftrechte traditionell eher Währung als Investition. Phil Jackson visierte im Trade um Tyson Chandler jedoch zwei Picks an und die Knicks installierten unter ordentlichen Hype einen privaten D-League-Ableger. Dies ließ vermuten, dass die Rolle dieser Picks und eine interne Entwicklung junger Spieler in den kommenden Jahren an Stellenwert gewinnen würde.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Knicks an zukünftigen Draftassets recht arm sind und ein kompletter Umriss sich demnach auch nicht lohnt. Sollten die Knicks doch zu diesem Schritt tendieren, können sie in Zukunft ähnlich wie die Sixers, Jazz und Lakers versuchen, durch Aufnahme kurzfristiger, ungewollter Verträge Zweitrundenpicks zu ersteigern. Der potentielle Anstieg des Salary Caps erschwert diese Situation jedoch etwas. Bekommen Teams größeren finanziellen Spielraum, könnten sie einfach entscheiden, bald auslaufende Verträge, die unter altem CBA als teuer gelten würden zu parken. In diesem Falle würde auch dieser Markt kleiner werden.

Bleibt die Free Agency. Laut Mark Deeks von ShamSports.com hätten die New York Knicks das nächste Jahr mit allen gezogenen Optionen gerade mal 41,4 Millionen Dollar an Verträgen garantiert. Anthonys Gehalt nimmt mehr als die Hälfte dieser Summe ein. Dazu ist noch Caldérons Vertrag garantiert und die Knicks haben die günstigen Teamoptionen für Hardaway Jr. und Shane Larkin von insgesamt 2,9 Millionen Dollar bereits gezogen. Sollte Shumpert im nächsten Jahr noch Knickerbocker sein, wird ihm ebenfalls die Qualifying Offer von knapp unter 4 Millionen Dollar unterbreitet. J. R. Smith könnte seine Spieleroption über 6,4 Millionen Dollar ziehen, wird jedoch wahrscheinlich das Jahr ausharren, um von der neuen Capsituation zu profitieren. Mit Andrea Bargnani und Amar’e Stoudemire fallen zwei fette Verträge von zusammen fast 34 Millionen Dollar aus den Büchern.

Sprich: Die Knicks haben endlich wieder Gehaltsspielraum! Das ist etwas wert und darf Fans der Knicks Hoffnung machen. Starverstärkung für Carmelo Anthony wird es nächstes Jahr jedoch aufgrund des Marktangebots wohl kaum geben. Spieler, die als Eckpfeiler einer Offense gesehen werden können und im nächsten Jahr ohne Restriktion auf dem Markt landen, sind rar und die Lücken im Kader der Knicks groß. Bei den Spieler, die vor allem als Option im Post interessant wären, wie etwa LaMarcus Aldridge oder Marc Gasol, ist nicht abzusehen, dass sie in späten Primejahren wettbewerbsfähigere Situationen verlassen würden, um mit einem Team anzubandeln, dass noch keine wirkliche Form angenommen hat.

Free Agency-Perioden gehen für Teams auf umkämpften Märkten kaum nach Plan A über die Bühne, weswegen die Knicks mindestens zwei Jahre brauchen werden, um ihren Kader auszurunden. Das nötige Geld sollten sie nach den großen Expirings und dem Anstieg des Caps haben. Jedoch wird dann die gesamte Liga wahrscheinlich mit neuem Geld ausgestattet, weswegen der Markt für Superstars wie Rollenspielern mit vielseitigem Skillset nicht weniger umkämpft sein sollte. Da mehrere Teams mit Geld locken werden können, müssen die Knicks bereits in der kommenden Offseason zumindest mit Rollenspielern Glück haben und eine bessere Spielkultur etablieren, um in den ersten Jahren des Capanstiegs auch für Stars Anreize neben dem Leben in der bekanntesten Metropole der Welt schaffen.

Saison ohne Form

Dies alles muss nicht unbedingt zu den Nachteilen der Knicks geschehen. Wie die Phoenix Suns letztes Jahr bewiesen haben, können interne Verbesserung und anpassungsfähiges, junges Coaching für raschen Wandel innerhalb des Kaders sorgen, der als untalentiert gilt.
Bei all diesen Fragezeichen erscheint der Sinn des aktuellen Übergangsjahres jedoch verloren zu gehen. Man installierte ein System, welches aufgrund der heutig erfolgreichen Spielweise antiquiert und kompliziert erscheint, durch einen Coaching-Neuling ohne vorherige Erfahrung an der Seitenlinie implementiert. Dessen wichtigster Assistent, Kurt Rambis, ist mit einer Triangle Offense bereits sang- und klanglos in Minnesota untergegangen. Zwischen kaum möglichen Rebuild mit einem alternden Anthony ohne Draftpicks, und erschwertem Retooling scheint auch der zukünftige Fahrplan ungewiss. Die Knicks werden den Kader auf Reset stellen können, doch Picksituation und der für sie mies terminierte Capanstieg erlauben keinen wahren “Clean Slate”.

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