BBL, Interview

Ein Viertel mit… Steve Wachalski.

Steve Wachalski geht bei den Telekom Baskets Bonn in seine zweite Saison. Der brandgefährliche Dreierschütze übernimmt in der kommenden Saison aller Voraussicht nach die Backup-Rolle für Angelo Caloiaro, der vom MBC auf den Hardtberg wechselte. Im Interview spricht der 31 Jahre alte Power Forward über die neue Saison, Spielertypen und eine Regeländerung.

Ihr habt über den Sommer einen gewissen Kern an Spielern gehalten, aber auch einige hochkarätige Spieler hinzugeholt. Wie schwer war es die Neulinge einzubinden?

Wenn neue Spieler kommen ist es anfangs natürlich nicht so leicht. Wir müssen uns auf die neuen Spielertypen einstellen, da wir uns kaum kennen. Von den Spielern aus der letzten Saison kennt man natürlich schon Tendenzen, sprich ihre Laufwege, wo sie den Ball gerne bekommen und was sie dann damit machen. Das muss mit den Neuzugängen noch eingeübt werden, aber genau das ist das Ziel der Vorbereitung. Ich sehe es bei uns positiv, ich glaube es gibt kein Team, wo in jedem Sommer kein neuer Spieler kommt, das ist völlig normal.

Reicht die Vorbereitung dann überhaupt, um diese Tendenzen kennenzulernen?

Eigentlich nicht, das dauert schon etwas länger. Es ist natürlich vorteilhaft das wir in diesem Jahr Eurocup spielen, sodass wir ein paar Spiele mehr haben.

Bereits im Rahmen des Rhein-Main-Cup´s hatte ich mit Mickey McConnell über die Vorbereitung gesprochen. Was er besonders betont hat, ist eine gewisse Konstanz, die für das Team im Saisonverlauf wichtig wird. Kann man diese Konstanz in der Vorbereitung in irgendeiner Form trainieren oder geht das nur über Spiele?

Das ist sicherlich schwer zu trainieren. Konstanz kommt mit der Zeit und wenn wir viel mit einander spielen, eben diese Tendenzen der anderen lernen. Nach drei oder vier Wochen kommt dann so langsam Konstanz rein, wenn wir wissen was der Nebenmann gerne macht und wir dementsprechend Plays ansagen können.  

Was an dem neuen Kader auffällt ist, dass fast alle Spieler mit einem Distanzwurf ausgestattet sind. Versucht ihr auch darüber euer Offensivkonzept aufzubauen, also das Spiel breit zu machen, Spacing zu generieren und so die Räume für den Zug zum Korb zu eröffnen?

Genau. Wir wollten unter dem Korb Platz machen für Tadas (Anm. d. Red.: Klimavicius), der sich am Korb gut aufposten und im Eins gegen Eins durchsetzten kann. Dazu haben wir in Angelo Caloiaro, Dirk Mädrich und mir, Spieler die auch von draußen werfen und das Spiel so breit machen können.  

In den Medien ging oft der Satz „weniger Athletik, aber mehr Erfahrung“ durch die Runde. Würdest du dem zustimmen?

Ich glaube auch, dass die Athletik nicht mehr ganz so stark vertreten ist wie in der letzten Spielzeit, aber die Erfahrung ist definitiv dazu gekommen, da hast du sicherlich recht. Tadas hat bereits Euroleague gespielt und ist in Litauen zuletzt viermal in Serie  Meister mit Kaunas geworden. Das spricht natürlich für sich.

Auch in Bezug auf eure taktische Ausrichtung: Inwiefern glaubst du, dass sich die neue 14 Sekunden Regel nach dem Offensiv Rebound auf das Spiel auswirken wird?

Wenn du den Ball aus der Luft pflückst hast du nicht mehr den Vorteil 24 neue Sekunden zu haben, stattdessen musst du viel schneller zum Abschluss kommen.  Ich glaube es macht das Spiel schneller und interessanter, auch für die Zuschauer.  Natürlich fällt damit auch ein großer taktischer Teil weg. Mir persönlich gefällt es insgesamt gut. Sicherlich können wir uns nicht lange Zeit lassen, aber es ist alle male genügend um ein vernünftiges Play zu rennen.  

Ich habe heute euren Part in der Saisonvorschau der BIG gelesen. Was mir immer wieder auffällt bei diversen Saisonvorschauen ist, dass oft der Begriff Schlüsselspieler fällt. Für die kommende Saison wurde Eugene Lawrence mit dem Begriff Schlüsselspieler versehen. Welche Bedeutung kannst du so einer Beschreibung beilegen?

Der Schlüsselspieler ist der, der den Ball zu jeder Zeit in die Hand nehmen und für sich und andere kreieren kann. Eugene ist als Point Guard natürlich jemand der das Spiel machen kann und auch muss. Er kann das Spiel lenken und deshalb denke ich, dass er der Schlüsselspieler sein kann. Aber jeder Spieler hier hat  seine Stärken im Team, die er zu unserem Vorteil einsetzten kann. Die müssen wir zusammenbringen und dann kann jeder ein Schlüsselspieler sein.

Im modernen Basketball geht es meist weg von typischen Positionen, vielmehr geht es um Spielertypen. Würdest du dich beispielsweise selbst in die Kategorie „3-and D Player“, also Dreier werfen und hinten verteidigen, einordnen?

Das sind meine Stärken, aber ich mache eigentlich alles was der Coach mir sagt. Wenn ich den Ball nach vorne bringen soll, bringe ich auch den Ball nach vorne. Aber meine Stärke ist natürlich der Dreier und den soll ich oft schießen.

Wie fühlt man sich dann, wenn man in die verschiedenen Kategorien gezwängt wird?

Da habe ich kein Problem mit. Jeder Spieler hat natürlich seine Stärken, manche haben auch das Gesamtpaket, ich bin nicht nur der Schütze, ich kann auch zum Korb ziehen, aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Wurf und das erwartet Coach Fischer auch von mir.  

Vielen Dank für das Gespräch und auf eine erfolgreiche Saison!

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