Los Angeles Clippers

Ein Flügel-Upgrade für die Clippers

Videoanlyse des neuen Titelfavoriten

Die Clippers haben in der letzten Saison eine ordentliche Offense aufs Parkett gestellt. Man belegte den 8. Platz beim Offensiv-Rating, trotz fehlendem “echten” Superstar. Dabei war die Offense vor allem von Abschlüssen am Ring und der Mitteldistanz geprägt. Würfe von hinter der Dreierlinie wurden hingegen nur extrem selten gesucht (Platz 28 der Liga bei den Wurfanteilen von draußen). Man schloss als Team keinesfalls effizient am Korb am, im Gegenteil, aber durch die meisten Trips zur Freiwurflinie pro Angriff im Ligavergleich war man mit seiner Strategie dennoch erfolgreich. Auch die seltenen Dreier wurden kollektiv hocheffizient genutzt und mit 39,5% brachte man es auf die zweitbeste Quote der Liga.

Grundbaustein der effektiven Offense waren gut sortierte Sets im Halbfeld. Man kreierte sehr gute Abschlüsse aus dem Pick-n-Roll und auch bei Isolationen, Spot Up Würfen und nach off ball screens war man zumeist erfolgreich. Die beiden Flügelspieler Danilo Gallinari und Tobias Harris spielten jeweils die beste Saison ihrer bisherigen Karriere und verzeichneten Career Highs bei der Scoring Effizienz und dem Volumen unter der Anleitung von Coach Rivers. Nun wurden die beiden Akteure durch zwei Superstars und in der abgelaufenen Saison Top-10-Spieler der Liga ersetzt mit Paul George und Kawhi Leonard. Hinsichtlich der Wurfverteilung lassen sich hier gewisse Parallelen ziehen, auch wenn das Volumen der beiden Superstars zuletzt deutlich höher war: Während Gallinari und Harris es jeweils auf etwa 23% Usage brachten, wurden George (29% USG) und Leonard (30% USG) deutlich häufiger vom Team gesucht.

Coach Rivers steht nun vor der Aufgabe, erfolgreiche Plays aus den letzten Jahren für seine neuen Spieler zu adaptieren und idealerweise auch in deren ehemaligen Teams nach effektiven Scoring Möglichkeiten für sein Playbook zu suchen. Gerade OKC ließ George häufig um Blöcke herumsprinten, um ihm zu einfachen Wurfgelegenheiten zu verhelfen. Leonard hingegen kreierte viel für sich selbst und wurde, ähnlich wie Harris, des Öfteren in Isolationen geschickt, insbesondere gegen Mismatches.

Angesichts dieser Talentinjektion darf man vom Team durchaus Sprünge an beiden Seiten des Feldes erwarten und es wird spannend zu beobachten sein, ob das Team trotz fehlendem primärem Creator für andere in der Starting 5 eine Top 5 Offense etablieren kann. Mit Lou Williams sitzt ein Spieler auf der Bank, der 18/19 in einer Starter ähnlichen Rolle (26,5 Min/g) mit einer Assist-Percentage von fast 32% unter den besseren Playmakern der Liga rangierte. Aus diesem Grund sollten Rivers genug Lineup Variationen zur Verfügung stehen, um eine elitäre Offensive aus dem bestehenden Material zusammenzubasteln.

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