Draft, NCAA Previews 13/14

NCAA Preview ’13: SEC

Brace yourself, college basketball season is coming! Anfang November starten die über 300 Division I-Colleges in die Spielzeit 2013/14. Grund für die Go-to-Guys, euch etwas Rüstzeug in Form von Previews für die kommende Saison mit auf den Weg zu geben. Nachdem wir in den letzten Jahren dafür einzelne Teams genauer analysiert und in ein fiktives Bracket gesteckt haben, wollen wir das Format  in diesem Jahr etwas abändern, um die Fülle der College-Basketball-Welt noch besser abbilden zu können. In den kommenden Wochen wollen wir euch die wichtigsten Conferences näher bringen, indem wir zunächst unsere kurze Leistungseinschätzung zu den Teams geben und euch zusätzlich mit den spannendsten Geschichten der Liga rund um die interessantesten Teams, aussichtsreichsten Spieler und die Schlagzeilen dazwischen versorgen.

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Einschätzung der Liga

Das diesjährige Kentucky-Team war nun schon seit Monaten eines der Top-Themen der NCAA-Landschaft und wirft viele Fragen auf: Sehen wir das talentierteste College-Team aller Zeiten? Wird es die beste Recruiting-Class seit der Fab Five aus Michigan, um Chris Webber und Jalen Rose, schaffen, an den Titelgewinn der Wildcats-One-and-Dones Anthony Davis und Michael Kidd-Gilchrist anknüpfen zu können und das Verpassen des Tournaments aus dem Vorjahr vergessen machen? Versorgt Calipari alle Spieler mit genug Spielzeit? Wie viele seiner Jungs werden NBA-First-Rounder werden? Bei all dem Hype vergessen viele, dass auch Florida zwei starke Fünf-Sterne-Recruits verpflichtet hat. Zusammen mit den zurückkehrenden Spielern stehen Coach Donovan, einem der besten seines Fachs, viele Waffen zur Verfügung, um Kentucky innerhalb der Conference gefährlich zu werden und auch national eines der besten zehn Teams zu stellen. Tennessee war im letzten Jahr eines der Bubble-Teams dessen Blase als letztes platzte. Sie sollten in dieser Spielzeit ihren Aufwärtstrend bestätigen können und in das NCAA Tournament zurückkehren. Danach wird es schwierig gute Teams in dieser Conference zu finden, die traditionell eher ihren Fokus auf Football hat. (tb)

Favoriten

Kentucky Wildcats
Florida Gators

Mittelmaß

Tennessee Volunteers
Alabama Crimson Tide
Vanderbilt Commodores
LSU Tigers
Ole Miss Rebels
Arkansas Razorbacks
Missouri Tigers
Texas A&M Aggies

Schlusslichter

Mississippi State Bulldogs
Georgia Bulldogs
South Carolina Gamecocks
Auburn Tigers

Schlagzeilen

KENTUCKY – Electric Twins als Wiederbelebungskur

Big Blue Nation! Dieser Begriff steht für großen Basketball, die besten Freshmen, Championship-Banner und seit letztem Jahr auch für das Erstrundenaus beim NIT!

Irgendwie passt das nicht zusammen. Recruiting-Ass John Calipari gehört zu Beginn einer jeden Spielzeit zu den Anwärtern auf ein potentielles Final Four. Ex-Wildcats wie John Wall, DeMarcus Cousins, Eric Bledsoe, Anthony Davis, Brandon Knight, Michael Kidd-Gilchrist und Nerlens Noel sind jedem NBA-Fan ein Begriff. Doch irgendwie lief es 2012/2013 nicht so wie der Head Coach sich das gewünscht hat. Eine ohnehin schon wenig konstante Saison wurde mit der Verletzung von Defensivanker Noel gekrönt. Trotzdem konnte man es eigentlich nicht so richtig glauben, dass die Wildcats zum Ende der Spielzeit nicht im NCAA Tournament vertreten waren.

Was danach kam, war allerdings nicht mehr zu rechtfertigen. Der nationale Meister der Vorsaison verlor in der ersten Runde des NIT gegen die unbekannte Robert Morris University, welche zu allem Überfluss auch noch aus dem Heimatort von Calipari kommt.

In diesem Jahr wird die Uhr aber wieder auf Null gesetzt. Nachdem mal wieder zwei wichtige Spieler (Archie Goodwin, Noel) die Uni in Richtung NBA verlassen haben, bekommt man die vielleicht beste Recruiting-Class aller Zeiten als neues Startmaterial. Dem besten Power Forward Julius Randle und dem Top 5 Small Forward James Young werden auch die Harrison Twins (Nr. 1 PG und Nr. 1 SG), Andrew und Aaron, nach Lexington folgen.

Zusammen werden die Zwillinge schon seit Jahren enorm gehypt, was nicht nur durch die gemeinsam gewonnene State Championship in Texas kam. In sämtlichen All Star Games dominierten sie ihre Kontrahenten nach Strich und Faden.

Beide sind mit 1.98 Meter überdurchschnittlich groß für die Guard Position und werden enorme Matchup-Probleme für die gegnerischen Teams kreieren. Die Spannweite von 2.07 Meter kommt noch erschwerend dazu.

Während Andrew als Point Guard mehr der Slasher und Verteiler ist, kann Aaron daneben als Shooter agieren, was er schon in seiner High School Zeit sehr effektiv tat. In praktisch allen NBA Mock Drafts wird Andrew deutlich höher gehandelt, da er etwas athletischer als sein Bruder ist. Dennoch muss das kein zwingendes Urteil über den Verlauf der jeweiligen College-Karriere sein.  Möglich wäre sogar, dass sich der Spielstil von Aaron besser an das NCAA-Level anpassen lässt.

Ein Team aus diesen beiden großartigen Guard-Prospects in Kombination mit Inside-Spielern wie einem Julius Randle, der gut und gerne zum ersten Pick der 2014er NBA Draft werden kann, sollte jedem Angst machen. Zwar ist eine Prognose bei einem solch jungen Team sehr schwer, dennoch schätze ich es als talentierter als das Championship Team von vor zwei Jahren ein. Ein erneutes Vordringen ins Finals Four wäre deswegen keine Überraschung. (jb)

FLORIDA – Bissige Gators als Wildcats’ Gegengift?

Kentucky ist die Nummer eins in dem USA Today Coaches Preseason Ranking. Jeder und wirklich jeder scheint damit zu rechnen, dass wir die Wildcats im Final Four wiedersehen werden. Doch einige Experten sind der Meinung, dass es sogar in der eigenen Conference ein Team gibt, welches das Potential besitzt, Kentucky die SEC-Meisterschaft streitig zu machen.

Billy Donovan und die Florida Gators gehören zur absoluten Elite im College Basketball. Spätestens seit den Back-to-back Meisterschaften 2006 und 2007 übersieht sie niemand mehr. Nur in Fällen wie diesen, wo ein dermaßen talentiertes Wildcats-Team in der SEC spielt, hat man Schwierigkeiten, aufzufallen.

Dabei würde Florida in vielen anderen Conferences herausstechen. Die Gators bekommen mit Will Yeguete, Michael Frazier, Casey Prather und Transfer Dorian Finney-Smith eine Menge solider Spieler zurück. Aber vor allem liegen die Hoffnungen auf Center Patric Young, der sich dafür entschieden hat, sein Senior-Jahr ebenfalls in Gainesville zu verbringen.

Der Pivot aus Florida ist nicht der größte Center (2.08 Meter), jedoch ausgestattet mit einem ähnlichen Körper wie Dwight Howard. Es gibt am College praktisch keinen Akteur, der ihn in der Zone herumschieben kann. Sein offensives Repertoire ist zwar noch immer recht beschränkt, beim Rebounding und Verteidigen ist er jedoch von enormer Bedeutung.

Unterstützung wird Young von den Freshmen Kasey Hill und Chris Walker bekommen. Beide wurden von vielen Universitäten stark umworben und galten als Elitespieler des letzten Jahrgangs.

Hill wird höchstwahrscheinlich als Point Guard von Beginn an auflaufen und Donovan mit seiner athletischen Spielweise eine neue Dimension geben können.

Viel wichtiger jedoch ist Forward Chris Walker, der mit seiner Größe (2.11 Meter) und physischen Spielweise den Unterschied ausmachen kann. Es ist kein Problem für ihn, auch mal über jemanden hinweg zu dunken  oder für spektakuläre Blocks am defensiven Ende des Spielfelds zu sorgen.

Dieser Frontcourt aus Walker und Young ist ein Traum für jeden Head Coach, nur leider wird es noch etwas dauern bis wir diesen zu sehen bekommen. Aufgrund  akademischer Probleme hat der 18-Jährige keine Erlaubnis bekommen, im Herbstsemester für die Gators aufzulaufen. Momentan soll er alles dafür tun, um ab Dezember endlich „eligible“ zu sein. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass ihm dies gelingt, absolut sicher kann man aber trotzdem nicht sein. Dementsprechend geht Florida nicht so stark wie erwartet in die Saison und es ist sehr ungewiss, wie die Spielzeit verlaufen wird.

Wenn man die Zeit bis Dezember gut übersteht, hat man vielleicht noch die Chance Kentucky zu überraschen. Dazu darf man in dieser Zeit aber nicht alle Spiele gegen Top-Teams (Wisconsin, UConn, Kansas, Memphis) verlieren. (jb)

OLE MISS – Was macht eigentlich Marshall Henderson?

secbasketballAn dieser Stelle hätte es wohl aus rein sportlicher Sicht um den Wiederaufstieg der Tennessee Volunteers oder den Absteig eines der interessantesten Fast-Break-Teams der letzten Jahre, die Missouri Tigers, gehen müssen. Damit hätten wir aber dem vielleicht polarisierensten College-Spieler der vergangenen Spielzeit keine Bühne gegeben: Senior-Guard Marshall Henderson geht in seine letzte NCAA Saison. Nach einem sehr erfolgreichen SEC-Conference- Turnier-Titel-Run und einem guten Auftritt im NCAA Tournament 2012/13, bei dem die Ole Miss Rebels als #12 Seed die an #5 gesetzten Wisconsin Badgers besiegten (Wir wiesen auf dieses potentielle Upset hin!), ist 2013/14, nach vielen Abgängen und Verletzungen, von der Mannschaft eher weniger zu erwarten. Dennoch sollte man ein Auge auf das Team werfen, um die Show des wohl derzeit meistgehassten College-Spielers mitzuerleben.

Henderson möchte kein Vorbild sein und eckt deswegen immer wieder an. Alkohol und Gras gehören abseits des Feldes oft zu seinen Wegbegleitern. Dies lässt er auch gern die breite Öffentlichkeit über diverse Soziale Netzwerk-Kanäle wissen. Dementsprechend war sein Verhältnis zu seinen Coaches nicht immer rosig. Ole Miss ist schon die vierte Station für den 23-Jährigen, der sich zuletzt über ein Junior College zurück in die Gedächtnisse von Division I-Coaches spielen musste. Obwohl Henderson nun versteht, was er tun muss, um den Coaches nicht den allerletzten Nerv zu rauben, zügelt er sich noch immer nicht vollständig. Im Sommer bestand er mal wieder einen Drogentest nicht und wird zu Saisonbeginn mehrere Spiele aussetzen müssen. Trotzdem sollte sich jeder NCAA-Fan darüber freuen, Henderson bald wieder auf dem Feld zu sehen, denn eins ist sicher: Langweilig ist dieser Mann auf keinen Fall. Dies dokumentiert diese nette Zusammenstellung von GIFs, Tweets und Bildern sehr gut. Es wird wieder Spaß machen seine Arroganz, seine emotionalen Ausbrüche, sein Trashtalking, das Verhöhnen der gegnerischen Fans, seine fragwürdige Wurfauswahl (10,9 3PA!!, er nahm 34 Dreier mehr als jeder andere Spieler der NCAA), aber auch seine definitiv vorhandenen, tollen Basketballfähigkeiten (20,1 PpG in 31,5 MP) zu beobachten. Ob man ihn dafür liebt oder hasst, muss jeder für sich selbst herausfinden. Anschauen ist aber Pflicht! (tb)

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