NBA

Wie wertvoll ist ein Triple Double?

Sichert es Erfolg oder ist es überbewertet?

Drei Triple-Doubles in Folge. Draymond Green hat in der laufenden Saison eine individuelle Glanzleistung gesetzt. Aber wie wertvoll ist so ein Triple Double eigentlich?

Zumeist werden Triple Doubles (TD) als Argument herangezogen, um die elitären Allround-Fähigkeiten eines einzelnen Spielers herauszustellen. Dass ein Triple Double aber nicht zwingend ein gesondertes Qualitätsmerkmal für die Leistung eines Spielers in einer Partie sein “muss“, sondern nur sein “kann“, zeigen mehrere Beispiele in der Historie der Liga. 

Ohne Frage ist die magische Statlinie 10/10/10 – zweistellige Zahlen in drei Kategroien der Simple Stats; ausgenommen die Shootings% sowie Turnover – für viele Spieler und Fans eine große Leistung. Kritisch wird es dann, wenn die Spieler ihre Chance auf diese historische Statline wittern und diese über den Sieg ihres Teams stellen. Ricky Davis ging gar soweit und warf auf den eigenen Korb, um sich den benötigten Rebound zum Vollenden des Triple Doubles zu sichern. Auch wenn das Spiel bereits entschieden war (120:95 wenige Sekunden vor dem Ende für Davis‘ Cavaliers), ist eine solche Aktion mehr als grenzwertig. 

Entsprechende Häme war und ist Ricky Davis nach dieser Aktion entgegengebracht worden. Er ist verantwortlich für eine Aktion, die aufzeigt, dass ein Triple Double auch reines Stats-Padding zum Ausdruck bringen kann. Was ist in der Konklusion jetzt aber ein “gutes“ oder ein “schlechtes“ Triple Double?

Paint versus Perimeter 

Die überwältigende Mehrheit der erzielten Triple Doubles wurde und wird mit erzielten Punkten, verteilten Assists und gegriffenen Rebounds erzielt. Dies impliziert indirekt, dass es Big Men wesentlich schwerer haben, diese vordergründig beeindruckenden Zahlen aufzulegen. Selbst herausragende Passgeber der Big-Men-Historie wie Bill Walton, Vlade Divac und Brad Miller oder aktuell Blake Griffin und Andrew Bogut haben es ungleich schwerer als Guards oder Perimeter-orientierte Forwards Assists im zweistelligen Bereich aufzulegen. 

Die Gründe dafür sind plausibel: Ein Big Man im Basketball ist darauf angewiesen, dass er den Ball via Entry Pass in den Post, einen Lob- oder auch einfach einen simplen Brustpass gespielt bekommen muss, um überhaupt den Spalding in den Händen halten zu können. Bei Perimeter-Spielern und insbesondere den Point Guards/ballvortragenden Spielern ist nicht erst ein Pass von Nöten, um in der Folge selbst einen Pass anzubringen. Des Weiteren zieht sich die Defense in der Regel zusammen, sobald der offensiv potente Big Man den Pass in der Nähe der Zone erhält.  

Ein Big ist somit noch mehr auf gutes Off-Ball-Movement (Cuts) seiner Mitspieler im räumlich eingeschränkten Bereich in und um die Zone angewiesen, um einen möglichen Assist spielen zu können. Dasselbe gilt bei einem potenziellen Doubleteam. Der vom Verteidiger freigelassene Mitspieler muss sich erst aktiv in eine vielversprechende Position begeben, damit der gedoppelte Big Man ihn als Passoption wahrnimmt und diesen auch bedienen kann. 

Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich nicht, dass ballführende Spieler nicht auf ihre Mitspieler angewiesen sind, wenn sie einen Assist spielen.  Bei Big Men verhält es sich also, trotz ihrer für das Passspiel förderlichen Größe (Übersicht)  als schwieriger einen Assist zu spielen, als für Perimeterspieler. 

Defensiv talentierte Big Men haben natürlich auch durch Blocks die Möglichkeit, ein Triple Double zu erreichen. Jedoch findet sich kein Spieler, welcher über eine Saison mindestens zehn Blocks pro Spiel vorweisen kann. Das ist alles andere als verwunderlich. Geht man einen Schritt zurück, gab es in dem Zeitraum zwischen 1985 und 2015 lediglich 102 Spiele, in denen es überhaupt einem Spieler gelang, zehn oder mehr Würfe zu blocken.

Insgesamt sind es innerhalb dieser dreißig Jahre gerade einmal dreißig Spieler, die diese beeindruckende Leistung erbringen konnten. Dem Großteil dieser Spieler kann das Siegel “herausragender Verteidiger“ und/oder “Ausnahmeathlet“ angeheftet werden. Unter den dreißig Spielern finden sich fast ausschließlich Spieler dieser Güteklasse: Dikembe Mutombo, Hakeem Olajuwon, Mark Eaton und David Robinson. 

Sicherlich gab es zusätzlich Spiele, in denen zehn oder mehr Blocks erzielt werden konnten, die aber aufgrund der noch nicht vorhandenen statistischen Erfassung von Blocks nicht belegt werden konnten (der Block wird erst seit der Saison 73/74 dokumentiert). Besonders Bill Russell dürfte eine mehr als nennenswerte Menge an Spielen vorzuweisen haben, in denen er den gegnerischen Wurf mehr als zehn Mal zum Absender zurückschickte. 

Es ist also ungleich schwieriger ein Triple Double zu verzeichnen, dass sich nicht aus Punkten, Assists und Rebounds zusammen setzt (bei den Steals gelten ähnliche Umstände wie bei den Blocked Shots). 

Spiele, in denen mehr als zehn Assists aufgelegt wurden, sind in der Masse kaum zu zählen. Im Zeitraum von 1969 und 2015 gelang es 27 Spielern in mindestens einer Saison (!) im Schnitt zehn oder mehr Assists aufzulegen. Allein Magic Johnson und John Stockton schafften es 18 Mal im genannten Zeitraum. 

Es ist also kaum verwunderlich, dass man mit dem Begriff “Triple Double“ zum Großteil Perimeterspieler verbindet. Waren es in der Vergangenheit Spieler wie Oscar Robertson, Ervin Magic Johnson oder Larry Bird, so sind es in der jüngeren Vergangenheit bis zur aktuellen Saison Grant Hill, Jason Kidd, LeBron James, Rajon Rondo oder Russell Westbrook. 

So unterschiedlich die Skillsets der genannten Spieler sein mögen, eine Gemeinsamkeit verbindet sie: sie agier(t)en alle größtenteils vom Perimeter aus. 

Bei einem bisher in der Historie der Liga nur vier Mal erreichten Quadruple Double sind es bis auf eine Ausnahme (Alvin Robertson) allerdings ausschließlich Big Men – David Robinson, Hakeem Olajuwon, Nate Thurmond – die dieses statistische Kunststück vorweisen können. 

Ein spielentscheidender Faktor?

1189. Diese Zahl beschreibt sämtliche statistisch erfasste Triple Doubles der letzten dreißig Jahre in der NBA. Das sind im Schnitt knappe 40 Triple Doubles pro Saison. Spontan betrachtet wirkt diese Zahl opulent. Bedenkt man jedoch, dass in einer Regular Season 1230 Spiele gespielt werden (Lockouts ausgenommen), so sind die 40 Triple Doubles pro Saison eine geringe Anzahl. 

Die Seltenheit eines Triple Doubles spielt folglich in die Evaluation dieser Leistung zu einem Großteil mit hinein. Ist ein Triple Double aber nun ein spielentscheidender Faktor oder “nur“ eine außergewöhnliche individuelle Leistung?

Für die genannten 1189 verzeichneten Triple Doubles trifft ein gewichtiger Fakt zu: 75% dieser Spiele führten zu Siegen für das Team, in dem ein Spieler ein Triple Double erzielen konnte. Im selben Zeitraum sind insgesamt 108 Triple Doubles in den Playoffs verzeichnet. Hier sorgte ein erzieltes Triple Double für 80% der Spiele für den Sieg. Eine beeindruckende Quote, die einen direkten Zusammenhang zwischen Teamerfolg und individueller Brillanz suggeriert. 

Bei den insgesamt 300 erzielten TDs (Regular Season), welche nicht zu einem Sieg führten, gibt es eine auffällige Statistik: 3.5 Turnover pro Spiel. Überdurchschnittlich viele Ballverluste können offensichtlich nicht durch andere statistische positive Ausreißer kaschiert werden. Effizienz ist hier das Stichwort. Bei den für das Team in einem Sieg resultierenden TDs liegen die Turnover bei gerade einmal 2.4 TOpG. Ähnlich verhält es sich mit der Shooting-Effizienz. Von den genannten 300 nicht erfolgreichen TDs schafften es die Spieler 156 Mal nicht über eine FG von 43 Prozent. Geht man von einer drastischeren FG% aus, sieht es richtig düster für einen Sieg aus. Unter den verzeichneten 1189 TDs finden sich insgesamt 184, in denen der Spieler eine FG% von 35 oder schlechter aufweist. Die Siegquote sinkt mit der FG%: “Nur” 62% der TDs mit der genannten Effizienz führten zu einem Sieg des Teams. Um wirklich einen entscheidenden aber vor allem herausragenden Impact auf das Spielergebnis zu haben, muss offensichtlich eine gewisse Effizienz des Spielers vorhanden sein. 

Ein Garant für den Sieg ist ein TD nicht. Die Wahrscheinlichkeit des Teamerfolges wird aber zweifelsohne enorm gesteigert. Ohne Frage ist auch diese individuelle Leistung nur ein Teil des Ganzen bei einem Sieg in einem Spiel. Pässe müssen schließlich erst in erzielte Körbe verwandelt werden, um als Assist verbucht zu werden. 

Dass es einem Team extrem hilft, wenn ein Spieler aufgrund seiner Vielseitigkeit als Triple Threat oder Facilitator die gegnerische Defense unter Druck setzt und das statistisch mit einem Triple Double zum Ausdruck gebracht wird, ist folglich eindeutig. 

Mehr Zahlen, mehr Siege?

Dass ein Triple Double die Siegwahrscheinlichkeit enorm erhöht, ist nunmehr belegt. Wie verhält sich aber mit den einzelnen Spalten des Boxscores? Sind erzielte TDs mit einem überdurchschnittlich hohen Scoringoutput dienlicher für einen Sieg oder aber ein großes Volumen an gegriffenen Rebounds? 

In dem Pool der analysierten 1189 TDs befinden sich gerade einmal 164 TDs, bei denen der Spieler 30 Punkte oder mehr erzielte. Das sind lediglich 13%. Die Assoziation mit einem Triple Double ist in der Regel eine unfassbar dominante Einzelleistung, welche in der NBA zumeist mit einem hohen Scoringoutput in Verbindung gebracht wird. Aktive Spieler wie Russell Westbrook und LeBron James tun in der jüngeren Vergangenheit sowie der Gegenwart ihr Übriges zu diesem Empfinden. Die Zahlen lügen nicht. Beeindruckend bei den genannten 164 30PTS+ TDs ist die Siegquote: Ganze 130 (79%) der “Scoring-TDs” führten zu einem Sieg des Teams. 

Ähnliches gilt für Assists und Rebounds. Nimmt man für beide Kategorien den Wert 15 AST/TRB+, so ergibt sich ebenfalls eine hohe Siegquote. Mindestens 15 erzielte Assists  (107 Spiele) in einem Triple Double garantieren zu 80% den Sieg. Mindestens 15 gegriffene Rebounds (148 Spiele) sorgen für eine Siegquote von 72%. 

Auffallend ist vor allem, dass sich die Siegquote mit Ausnahme der 30PTS+ Spiele kaum von der bereits erwähnten Gesamtsiegesquote von 75% abhebt. Ein einzelner statistischer Ausreißer in dem sowieso schon vorhandenen statistischen Ausreißer Triple Double ist im Umkehrschluss also wenig relevant. 

Perimeter versus Paint

Garantieren tut ein Triple Double den Erfolg eines Teams allerdings nicht. Wie sieht es aber mit den Positionen aus? Von den beschriebenen 300 Niederlagen, in denen das Verliererteam den Spieler aufs Feld geschickt hat, welcher ein TD erzielen konnte, gibt es eine große Auffälligkeit: 

Von den “verursachten“ 300 Niederlagen sind ganze 196 auf Guards zurückzuführen. Dreht man die Betrachtungsweise um, sind von den genannten 892 in einem Sieg resultierenden TDs lediglich 387 (43%) auf Guards zurückzuführen. Ist es also schlecht, wenn ein Guard ein Triple Double erzielt? Nein, sicherlich nicht. Es aber auch in keinem Fall eine deutlich erhöhte Siegchance für das Team. 

Bei den Centern verhält es sich noch deutlich extremer. Zwar sind in nur 19 der 300 Niederlagen Center mit einem erzielten TD involviert, jedoch sind von den erfassten 892 Siegen nur 73 auf Center zurückzuführen. Ein verschwindend geringer Prozentsatz. 

Die Gründe wurden hier bereits erörtert. Die deutlich höhere Usagerate der Perimeterspieler führt folglich zu einer erhöhten Chance auf ein Triple Double. Deutlich wird vor allem, dass es zu einem Großteil (Small-)Forwards sind, die nach der traditionellen Positionsdefinition ja auch Allrounder verkörpern sollen, welche Triple Doubles erzielen. Zu dem Volumen der erzielten TDs gesellt sich noch die dominante bereits geschilderte Siegquote. 

Triple Double ≠ Triple Double

Ähnlich wie bei anderen statistischen Leistungen erfährt auch das Triple Double eine gewisse Skepsis. Die Gründe dafür sind allerdings meistens eher primtiv. “Stat-Padding“ oder “Stat-Chaser“ hört man teilweise im Zusammenhang mit einem TD.

Im Fall von Oscar Robertson, dem einzigen Spieler der je über eine ganze Saison ein Triple Double im Schnitt auflegen konnte (30.4 ppg,10.7 apg,10.0 rpg; Saison 61/62), treffen diese Vorwürfe nicht zu. In der Zeit der Cincinnati Royals war die Liga eine gänzlich andere als die moderne und heutige NBA. Robertsons Team war eines von lediglich neun (!) Teams in der damaligen NBA. Die Royals waren mit einem PpG-Average von 119.1 lediglich zweiter hinter den Syracuse Nationals (121.6 PpG).  Auch wenn die Pace erst seit 1973 (107.8) dokumentiert wird, kann man davon ausgehen, dass sie sich in den 60er Jahren ähnlich zu den frühen 70ern verhielt. Der niedrigste Wert in den 70ern betrug 105.8. 

Die aktuell alles dominierenden Golden State Warriors kommen auf 115.8 Punkte pro Spiel  (Topwert der Liga) bei einer Pace von 99.1. Der Liga-Durchschnitt erzielt 100.8 Punkte pro Spiel bei einer Pace von 96.4. Wie viele Teams erzielten in Robertsons TD-Saison weniger als 105 Punkte, was schon über vier Punkte Differenz zum heutigen Durchschnitt sind, im Schnitt? Keines. 

Durch die gewaltige Anzahl an Possessions und dem aberwitzigen Spieltempo besaß Oscar Robertson ungleich mehr Möglichkeiten einen Korb zu erzielen, einem Mitspieler zu assistieren oder einen Rebound zu greifen. Zusätzlich wurde die Defensive mit Ausnahme der von Red Auerbach geführten Boston Celtics um Bill Russell und John Havlicek eher vernachlässigt. 

Zieht man die physische Dominanz Robertsons hinzu (Oscar wog über hundert Kilo und besaß für einen Point Guard ein Gardemaß von fast zwei Metern) erscheinen einem die aufgelegten Statistiken zumindest nachvollziehbarer als es die nackten Zahlen vermuten lassen. Die genannten Fakten dienen nicht dazu Robertsons Leistungen zu relativieren, sondern dazu sie greifbar zu machen und in einen Kontext zu setzen. 

Teams win games, players win…

Ein Tripe Double sorgt für Siege. Welche Rolle aber spielen die Mitspieler für den Sieg, wenn ein einzelner individuell in Form eines TDs brilliert? Ein Triple Double bleibt ein Triple Double. Gibt es aber Spieler, bei denen ein TD eher Statspadding gleichkommt, als wirklich einen großen Einfluss auf das Gesamtergebnis zu liefern? 

Ein Spieler, den man ganz klar mit einem Triple Double und gigantischen Assistszahlen, aber eben auch mit Begriffen wie Statspadding verbindet, ist Rajon Rondo. Die eine Seite lobte ihn mit Bezeichnungen wie “der beste Spieler der Garnett/Allen/Pierce-Celtics” oder “der beste Point Guard der Liga”. Die Gegenseite sprach von leeren Stats und unnötiger Show (man erinnere sich an teils haarsträubende Assistversuche im  2 on 1 Fastbreak, die in einem Turnover oder Fehlwurf des assistierten Spielers endeten, weil Rondo nicht selbst finishte). 

Insgesamt 32 TDs (RS und Playoffs) erzielte Rondo in seiner Karriere bei den Boston Celtics (505 Spiele). Von den erzielten TDs sorgten 24 (75%) für einen Sieg. Rajon Rondos Anteil an diesen Siegen sollte jedoch hinterfragt werden. Sicherlich schadeten seine Triple Doubles dem Team nicht, das verdeutlicht vor allem die Siegquote. War er aber eventuell nur ein Faktor unter vielen? 

Kevin Garnett, Paul Pierce und Ray Allen werden allesamt nach Springfield in die Hall of Fame einkehren. Sie gelten heute als eines der vom Fit her besten zusammengestellten Trios der NBA-Historie. Alle haben von den Stärken des anderen profitiert. Ein Spieler hat aber in außerordentlichem Masse seinen Nutzen aus dieser Teamzusammensetzung gezogen: Rajon Rondo. Jeder der drei Hall of Famer kaschierte Rondos größte Schwäche (Scoring) und hob Rondos größte Stärke (Passing) hervor.

Ganze 28 TDs erzielte Rondo in der KG/Allen/Pierce-Ära. Nach dem Abgang Allens zu den Miami Heat und Pierces und Garnetts neues Karriere-Kapitel in Brooklyn, schaffte Rondo noch drei weitere TDs im Celticsdress. Geschadet haben die Teamkollegen Rondo sicherlich nicht. Es liegt eher eine große Abhängigkeit aus Rondos Sicht vor. Besonders die Siegquote der durch Rondo erzielten TDs ohne Garnett/Allen/Pierce verdeutlicht diese Aussage. Insgesamt zwölf TDs vollbrachte Rondo in Spielen, in denen mindestens einer der genannten drei nicht auflief. 

Die Bilanz: 4-8. Nur ein gutes Drittel der zwölf TDs ohne die komplette Big Three auf dem Feld reichte für den Sieg. Ohne entsprechende Unterstützung gelang es Rondo also trotz statistischer Meisterleistung sehr selten, den Celtics zum Sieg zu verhelfen. Man kann hier in dem erörterten Beispiel durchaus von “leeren Stats” sprechen, wenn sie ohne die Leistung von drei Hall of Famern nur zu 33% den Sieg für das Team bedeutet haben. 

Fazit

Ein Triple Double nimmt in der NBA eine außergewöhnliche Stellung ein. Es ist sowohl von Fans mystifiziert (Oscar Robertson) als auch für Fans faszinierend. Mystifiziert deshalb, weil es beileibe keine absolute Seltenheit ist und es vor allem bei Guards wie Rajon Rondo oftmals nicht in einem Sieg der Mannschaft resultiert. 

Es steht jedoch außer Frage, dass ein Triple Double eine beeindruckende individuelle Leistung ist, die sich ein Spieler zurecht mit Stolz in der persönlichen Vita einträgt. Es kann außerordentlich wertvoll für ein Team sein, wenn die Umstände passen. Das tun sie in 75% der Fälle. 

Ob die aktuelle Veränderung des Spiels – Pace&Space – langsam dazu führt, dass der Teambasketball dominanter wird und dadurch statistische Ausreißer eines einzelnen Spielers seltener werden, lässt sich schwer einschätzen. Draymond Green verdeutlicht aktuell in einem nie dagewesenen Team mit einem außergewöhnlichen Stil, dass es Allroundern wohl immer möglich sein wird, die magische Statline 10/10/10 in den Box Score einzutragen.

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5 comments

  1. Avatar

    Bluejazz

    Schöner Artikel Slash :mrgreen: Die Sache mit Ricky Davis war damals schon wirklich kurios. Ich habe das Spiel damals auf Videokassette aufgenommen und musste nochmal zurückspülen um zu sehen, ob das gerade wirklich passiert war :)

  2. Avatar

    Coach K

    Ja ich muss auch sagen das der Artikel sehr gut geschrieben ist.

    Wer erinnert sich eigentlich nicht an diesen Davis-Move. Das zeigt aber auch was für einen Stellenwert dieses TD auch innerhalb der NBA hat.

  3. Flashmaster

    |Author

    Besten Dank für das positive Feedback! Ricky Davis war wirklich…Wem wäre aktuell eine vergleichbare Aktion zuzutrauen? J.ust R.idiculous Smith?

  4. Julian Lage

    Ich glaube, McGee und/oder Blatche waren mal ziemlich nah dran… Teammates Rebounds wegnehmen (vergeblich) usw., bis hin zu Gegner darum anbetteln?

  5. Martin Sobczyk

    Gab ja danach noch Andray Blatche, der zwanghaft versuchte in den letzten 2 Minuten einen Rebound zu holen. Das war auch köstlich, leider ist er zu einer Wiederholung nicht im Stande, da er nun schon die zweite Saison in China weilt, wo er nach den letztjährigen 31/14 nur noch ruhige 23/10 pro Spiel auflegt.

    Zutrauen würde ich so eine Ricky Davis Nummer aktuell wenigen Spielern. Aber ich hätte sie damals wohl auch nicht Davis zugetraut, daher geht mein Vote an LaVine.


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