Boston Celtics

Rely on Rondo?

Rajon Rondos weiter Weg zum Franchise Player

In zwei Wochen beginnen die NBA-Playoffs. Die Boston Celtics werden diese ohne Rajon Rondo bestreiten müssen. Am 27.01.2013 war die Saison für den Playmaker der Boston Celtics vorzeitig beendet. Bei Rondo wurde ein Riss des vorderen rechten Kreuzbandes festgestellt, der ihn für den Rest der Saison an die Seitenlinie verbannte. Die Celtics hatten zu diesem Zeitpunkt eine fast ausgeglichene Bilanz (20-23) und blieben hinter den Erwartungen zurück. Es sollte eigentlich Rondos endgültiger Durchbruch zum Franchise Player werden. Der Kopf, der die Celtics führte, war er bereits seit einigen Saisons, aber die Hand, die den Angriff an vorderster Linie auch abschließt, hatten bisher immer andere geführt. Konnte Rajon Rondo bis zu seiner Verletzung in die Rolle des Franchise Players hineinwachsen?

rajonrondo

Veränderte Vorzeichen

Bis zu dieser Saison hatte Rajon Rondo relativ klare Aufgaben im Team der Celtics: In der Offensive das Spiel lenken, Ray Allen bedienen, wenn dieser um die Screens gelaufen ist, Avery Bradleys Cuts zum Korb lesen, Pick’n’Pop mit Garnett spielen oder Paul Pierce für die Isolation auf dem Flügel finden. Defensiv sollte er neben dem Verteidigen seines Gegenspielers die Big Men beim Rebound unterstützen und – wenn sich die Möglichkeit ergab – mit Avery Bradley den Two-Men-Fastbreak rennen oder Ray Allen als Trailer an der Dreierlinie finden. Der größte Teil der Aufgaben bezog sich also auf die Vorbereitung und das Herausspielen guter Wurfgelegenheiten für die Mitspieler. Scoring war ein Bonus, den Rondo lieferte.

allenrondoIn dieser Saison änderte sich die Rollenbeschreibung Rondos. Vom Edelrollenspieler, der den Spielaufbau leitet, ein wenig reboundet und gelegentlich mal beim Scoring explodiert, sollte sich Rondo zum Franchise Player entwickeln, der das Team nicht nur einsetzt, sondern auch für sich kreieren sollte. Der Abgang von Ray Allen und das fortschreitende Alter Garnetts und Pierce’ forderte mehr von Rajon Rondo als die bisherigen Passingskills. Er musste zum Franchise Player heranreifen und auch das Scoring übernehmen. Doch konnte er der neuen Herausforderung gerecht werden?

Die neue Rolle: Star der Boston Celtics, Superstar der NBA

Begonnen hatte für Rondo alles als Rollenspieler neben den Big 3, ehe man erkannte, dass Rondo ein veritabler Part des Ganzen ist und man die Bezeichnung Big 4 immer öfter vernahm. Der Schritt in dieser Saison sollte an Garnett und Pierce vorbei, sogar bis ins MVP-Rennen gehen und Rondo zu dem Gesicht der Boston Celtics machen. Alleine, so recht wollte dies nicht funktionieren. Nicht nur, dass Rajon Rondo bei den totalen Zahlen nicht dort zulegen konnte, wo es gefordert war (Rondo erzielte 13,7 Punkte pro Spiel, diese Zahl erreichte er bereits 2009/10; Rondo ist weiterhin hinter Garnett und Pierce nur der drittbeste Scorer). Stattdessen konzentrierte Rondo sich wieder auf das, was er seit Jahren tat: er passte den Ball. Und dies beeindruckend gut. Rondo führt noch immer die Liga in Assists pro Spiel an. Die Frage ist hierbei, wie sehr er den Celtics dabei half.
Boston enttäuschte bis zu Rondos Verletzung und gewann nur 20 von 43 Spielen. Trotz Rondos guten Anlagen zur Vorbereitung eines Korbes (Antritt, Ballhandling, Passing) war die Offense der Celtics ineffizient. Man stand zum Zeitpunkt der Verletzung auf dem 26. Platz in offensiver Effizienz. Eine Offensive, die Rajon Rondo orchestrierte. Die Celtics blieben über ihre Defensive im Spiel und zwangen ihre Gegner zu Fehlern. Dies reichte jedoch nicht einmal zu einem Sieg in jedem zweiten Spiel. Mit soliden Scoringoptionen wie Paul Pierce und Kevin Garnett und einem sechsten Mann wie Jason Terry sollte dies auch nicht entschuldigen, dass Rondos Bemühungen einem zu schwachen Team nicht zu genügend Siegen verhelfen würden. Besonders in diesem Jahr, wo sich nach den Miami Heat kein Ostteam aufdrängte, die Conference zu dominieren, dürfte der Record der Celtics Rondo nicht entschuldigen. Rajon Rondo scheinen also vitale Teile in seinem Spiel zu fehlen, um ein Franchise Player zu werden. Doch welche sind dies?

Was fehlt Rajon Rondo zum Franchise Player?

Das meistgenannte Argument, wenn es um die Schwächen Rajon Rondos geht, ist sicherlich der fehlende Wurf aus der Distanz. Dabei muss man aber sehen, dass dies 2013 gar kein so großes Problem darstellte. Wenn Rondo einen Dreier nahm, traf er ihn nur zu 24%, was natürlich ein schlechter Wert ist (auch wenn Rondo nur 50 Dreier nahm und dementsprechend 12 traf, was kaum ins Gewicht fällt).Viel entscheidender ist aber die Entwicklung des langen Zweipunktewurfs (16-23 ft): Rondo traf bei hohem Volumen 48% seiner Würfe aus dieser Distanz – der Ligaschnitt liegt zehn Prozentpunkte niedriger! Der Wurf ist also – zumindest in dieser Saison – gar nicht so sehr das Problem. Das sind aus der Mitteldistanz sehr ordentliche Werte, auf die man eigentlich aufbauen kann. Am Sprungwurf generell lag es in dieser Saison eigentlich nicht.

Der Drive bzw. Abschluss am Ring

Dennoch kommt Rondo nur auf eine True Shooting Wertung von 51,6%. Das ist zwei Punkte schwächer als der Ligadurchschnitt. Wenn es also nicht am Distanzwurf liegt, wieso kann Rondo kein gutes Gesamtpaket anbieten?

Eigentlich unvorstellbar, wenn man sich dieses Highlight-Tape anschaut, dass genau das Rajon Rondos Schwäche sein soll. In dieser Saison ist aber genau das der Fall. Nicht unbedingt die Quote beim Abschluss direkt am Ring sagt aus, dass Rondo hier Probleme hat, da diese mit 62% Ligadurchschnitt ist. Aber auch hier könnte man schon hinterfragen, ob Rondo nicht ein überdurchschnittlicher Finisher am Ring sein sollte. Rondo macht dies aber eigentlich gut. Er schließt unter allen Point Guards am siebtmeisten am Ring ab, trifft besser als Westbrook, Wall oder Irving. Wenn wir also hier nochmals zusammenfassen: Rondo hat in dieser Saison einen ordentlichen Wurf und schließt oft und gut am Ring ab, wie kann es sein, dass alle genannten Point Guards trotzdem insgesamt effizienter scoren?
rajonrondofreethrowDie Lösung findet sich dort, wo ein Drive endet, wenn er durch ein Foul gestoppt wird: an der Freiwurflinie. Nicht nur, dass Rajon Rondo ein wirklich schlechter Freiwerfer ist (unter den Guards gehört er zu den sechs schlechtesten Schützen der gesamten NBA. Bei den Point Guards ist er der schlechteste Freiwerfer!), er kommt auch so gut wie nie an die Linie. Nur 2,4 Versuche sprechen nicht dafür, dass Rondo überhaupt den Weg an die Linie sucht. Genau hier relativieren sich auch die Abschlüsse am Ring. Während Rondo noch die siebtmeisten Würfe am Ring loswird, muss man sicherlich zu einem größeren Teil auch die Freiwürfe hinzurechnen, da am Ring mit Abstand am meisten gefoult wird. Während Rondo also auf 4,8 Versuche am Ring und 2,4 Freiwürfe kommt, sehen die Zahlen bei Westbrook (6,6 Rim / 7,1 FTA), Wall (4,7 / 5,5) und Irving (4,4 / 4,9) so aus, dass sie – trotz hohen Volumens am Ring – mehr Freiwürfe als Wurfversuche herausgearbeitet haben. Bei Rondo beträgt das Verhältnis aber 1:2 zu Ungunsten der Freiwürfe. So oft zieht Rondo also gar nicht zum Korb, um dort abzuschließen.

Durch diese Beobachtung lässt sich auch erklären, woher der recht schlechte True Shooting Wert herrührt: Rajon Rondo nimmt zwar viele Würfe aus der Nahdistanz,  wird aber nur halb so oft gefoult wie genannte Point Guards und verwandelt die Feiwürfe dazu noch schlecht, sodass genau hier alle anderen Spieler punkten, während Rondo abfällt. Zum Vergleich: Rondo generiert durch seine Freiwürfe 1,6 Punkte, Westbrook 5,7, Wall 4,5 und Irving 4,1. Dadurch, dass alle anderen auch noch gute Freiwerfer sind, hilft dies ihrer TS%.

Rondo hat also das große Problem, dass er nicht so oft am Korb abschließt, eben weil es so wirkt, als ob er fürchtet, gefoult zu werden. Daraus resultieren schwache Freiwurfversuchswerte und schlechte Quoten an der Linie. Insgesamt muss man also hinterfragen, wie Rondo nun überhaupt effizient scoren soll. Der Dreier fällt nicht, der Zug zum Korb funktioniert zwar, aber nicht so, wie er es bräuchte, um auch am Ring zu dominieren, dafür fehlen ihm die Qualitäten beim Freiwurf. Hoffnung gibt nur der Mitteldistanzwurf, der gut fiel. Trotz allem ist es die fehlende Aggressivität beim Drive, die Rondo ineffizienter macht, als er es eigentlich sein könnte. Dabei sollte auch klar sein, dass eine Freiwurfquote von 64% zwar schlecht ist, aber immer noch um ein Vielfaches besser, als Mitteldistanzwürfe zu nehmen oder den Wurf zu verweigern. Es gibt also keine Entschuldigung dafür, dass Rondo nicht zum Ring muss. Vor allem, wenn man sich noch anschaut, wie die Celtics aufgebaut sind: Garnett und Bass machen Platz unterm Korb, weil sie aus der Mitteldistanz einen guten Wurf haben, ebenso auf dem Flügel Pierce oder Terry. Kurzum: Es ist Platz unterm Korb. Genau da muss Rajon Rondo hin.

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Balldominanz

Weit weniger betrachtet wird bei Rondo das Dominieren des Balles. Rondo erzielt über elf Assists, von daher wird dies als legitim angesehen, da Rondo ja das Spiel lenkt und liest. Dies ist auch so. Die Frage drängt sich nur auf, wie erfolgreich es ist, Rondo für einen Großteil der Shotclock den Ball in die Hand zu geben und auf einen kongenialen Pass zu warten, der dann eine gute Wurfchance eröffnet. In der Theorie klingt dies gut, jedoch muss man klar attestieren, dass die Offense mit Rondo zu den fünf schlechtesten Team-Offenses der NBA bis zur Verletzung Rondos zählte.
Dies hat gleich mehrere Ursachen. Zum einen ist dies das fehlende Ballmovement, wenn Rondo den Ball in den Händen hält. Dies ist vor allem in der jetzigen Teamzusammensetzung unverständlich, weil mit Pierce und Garnett überdurchschnittliche Passer seit Jahren im Team stehen und Jason Terry aus einem der besten Ballmovement-Teams zu den Celtics stieß. Dadurch, dass aber Rondo den Ball auch in der Hand haben muss (off-the-ball hat Rondo kaum Wirkungsmöglichkeiten durch den schlechten Distanzwurf), wird die Offense statisch und ausrechenbarer. Dass es auch anders geht, zeigen die Celtics ohne Rondo, die mit mehr Ballbewegung zu einer besseren Offense und zu mehr Assists pro Spiel als mit Rondo kommen. Dies sind alles Anzeichen dafür, dass Rondos Playmakingskills nicht optimal eingesetzt werden, denn er ist der beste Passer im Team. Das ist unbestreitbar.
Dennoch gibt es auch klare Indizien dafür, dass Rondo dafür verantwortlich ist, dass die Offense stockt. Wie Bradford Doolittle überzeugend darstellt, nimmt Rondo die viertmeisten Würfe mit vier Sekunden oder weniger auf der Uhr. Vor ihm stehen mit LeBron James, Kobe Bryant und Chris Paul nur noch die Closer der Heat, Lakers und Clippers. Rondos Wurfvolumen ist aber nicht das einer ersten Option. Die Würfe entstehen meist daraus, dass  Rondo bei seinem Aufbauspiel keinen Abnehmer gefunden hat und den Spielzug selbst abschließen muss. Durch das komplette Dominieren des Balles kommt Rondo also in die Situation, dass er selbst forcierte Würfe nehmen muss. Kein Gutes Zeichen für Effizienz.

Vergleich zu Elite-Point Guards

Bei all den Kritikpunkten stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht etwas zu vorschnell geurteilt ist, wenn man Rajon Rondo immer als einen der besten Point Guards bezeichnet, die in der NBA spielen.

Die erste Reaktion auf diese Frage ist immer eine Bejahung, weil man zum einen die immense Assistzahl ansieht, die man nicht verleugnen kann, und zum anderen die Rolle eines Playmakers nicht unbedingt darauf zurückgeführt wird, dass er effizient scort, sondern seine Mitspieler besser macht. Die Assists stehen eigentlich sinnbildlich für das Einsetzen eines Mitspielers und damit für die Verbesserung der Offense. Dieser Schein trügt aber. Beispielhaft ist dafür die Situation der Oklahoma City Thunder in der letzten Saison. Die Thunder spielten mit 18,5 Assists pro Spiel die wenigsten in der gesamten NBA. Trotzdem stellten sie die zweitbeste Offense der Liga. Es gibt keinen Zusammenhang von Assists und guter Offense. Einzig die Effizienz im Abschluss entscheidet, was gewinnorientierter Basketball ist. Lässt man sich also von den Assistzahlen nicht blenden, sieht man, dass die Boston Celtics in den letzten drei Jahren eine unterdurchschnittliche Offense gespielt haben, wie Zach Lowe auch herausstellte. In den letzten zwei Jahren ist sie sogar fürchterlich. 2011/12 endete man auf Platz 25, was die offensive Effizienz angeht, in diesem Jahr hat man sich nach Rondos Verletzung von 26 auf Platz 25 hochgearbeitet.  Wenn Rondo also durch seine vielen Assists gar nicht dem Team hilft, auf welche Weise unterstützt er das Team denn offensiv dann?

Wie schon früher erklärt, eignet sich das Offensive Rating dafür, den offensiven Abschluss eines Spielers zu bewerten. Als Zusatz fließen noch offensive Rebounds und Assists mit hinein, die also Rajon Rondo hier unterstützen. Trotzdem erzielt der Playmaker Bostons nur ein Rating von 103. Das ist im Ligavergleich unterdurchschnittlich (ein durchschnittliches Team erzielt 105 Punkte). russellwestbrookDabei sollte noch mit eingerechnet werden, dass Rondo mit einer Usage Rate von 22,4 gerade mal auf Platz 22 bei den Point Guards landet. Das heißt, dass Rondo gar nicht so oft für den Abschluss verantwortlich ist, er sich seine Würfe also eigentlich eher aussuchen kann als die anderen Point Guards, aber trotzdem ein für Point Guards weit unterdurchschnittliches Offensive Rating erzielt. Zum Vergleich: Chris Paul (124), Tony Parker (117), Deron Williams (117), Steph Curry (114) oder Ty Lawson (112) erzielen bei gleicher oder höherer Usage Rate eine um Welten bessere Effizienz. Die oben angesprochenen Westbrook (110), Irving (109) oder Wall (105) sind ebenfalls effizienter.

Natürlich ist das ORtg kein Allheilmittel oder kann das Spiel zur Gänze erfassen, aber es gibt einen guten Überblick über die offensive Effizienz, wenn ein Spieler direkt beteiligt ist. Rajon Rondo findet sich in puncto Effizienz zwischen Raymond Felton und Eric Bledose ein. Rondo ist natürlich ein guter Verteidiger und ein exzellenter Rebounder für einen Guard, aber offensiv kann er ein Team nicht tragen – auch nicht durch sein Passspiel.

Fazit

Rajon Rondo ist in dieser Saison nicht zum Franchise Player herangewachsen. Vor allem bei seinem Abschluss gibt es eklatante Schwächen, die es aufzuarbeiten gilt. Dass Rondo keinen Dreier besitzt, war nicht erst seit dieser Saison bekannt, aber gerade das Problem mit den Freiwürfen sollte zu denken geben. Rajon Rondo muss aggressiver zum Korb ziehen, vor allem, wenn sein Team darauf ausgerichtet ist, Platz unterm Korb zu schaffen. Dadurch würde er effizienter im Abschluss werden. Seine Freiwurfquote von 64% bedeutet ein ORtg von 128. Das beste Team erzielt in dieser Saison ein ORtg von 112. Auch Rondos schlechte Freiwurfquote ist weit effizienter als jede andere Offense. Zudem sollte Boston schauen, wie man auch mit Rondo mehr Ballbewegung in die Offense bekommt, damit diese nicht weiter ein Kellerkind in der Liga bleibt.
Rajon Rondo mag ein unglaublicher Passer sein. Zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere ist er jedoch noch weit davon entfernt, ein Franchise Player zu sein. Auch den Status eines Elite-Point-Guards hat er nicht inne. Dafür fehlen eine effiziente Team-Offense und effizientes Scoring von der #9 der Boston Celtics.

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7 comments

  1. Avatar

    bartek

    unabhängig von der Verletzung wird er wohl auch nicht mehr im Team USA eine Chance haben. Irving ist eingeschlagen und Ty Lawson und Curry sind nun auch angekommen.

  2. Alexander Aust

    Wieder mal ein sehr starker Artikel, Dennis!

    Stimme dir eigentlich in allen Teilen dieser Arbeit zu, nur finde ich, dass man dazu sagen muss, dass Rondo der Drive zum Korb – trotz KG und Bass – oft erschwert wird. Rondos Jumper fällt ja, wenn man ehrlich ist, erst seit dieser Saison. Deshalb wird ihm von den PGs oft immer noch an der Freiwurflinie Platz gelassen damit er diesen Wurf auch nimmt und eben nicht zum Korb zieht.
    Das ist mir in dieser Saison desöfteren aufgefallen und mich etwas gewundert, weil Rondo in dieser Saison eigentlich konstant trifft.
    Den gegnerischen Teams ist es aber wohl – wie von dir analysiert – lieber er nimmt so oft wie möglich den langen Zweier als ihm einen Drive und dadurch Freiwürfe zu ermöglichen.

    Dass er die siebtmeisten Abschlüsse aller PG am Ring hat, ist trotzdem sehr interessant. Eine Statistik, wie viele Davon wirklich Drives, Cuts etc. waren gibt es wohl nicht wirklich, oder?

  3. Dennis Spillmann

    |Author

    Dass er die siebtmeisten Abschlüsse aller PG am Ring hat, ist trotzdem sehr interessant. Eine Statistik, wie viele Davon wirklich Drives, Cuts etc. waren gibt es wohl nicht wirklich, oder?

    Über mysynergysports kann man zumindest versuchen, irgendeine Aussage darüber zu treffen: Rondo hat zwei Prozent seiner Würfe nach einem Cut genommen: Das waren insgesamt 10 Versuche. Dazu kommen 17 Versuche nach einem offensiven Rebound, sechs nach einem Screen, neun nach einem Handoff (wobei die letzten beiden nicht unbedngt Abschlüsse am Korb gewesen sein müssen).
    Bei den restlichen Versuchen hatte er den Ball als Ballhandler auch in der Hand, wenn es in die Zone ging. Das dürfte also ziemlich Drive-lastig gewesen sein.

  4. Alexander Aust

    Interessant, dann fragt man sich weshalb er so wenig Freiwürfe bekommt, wenn er doch so viele Abschlüsse nach einem Drive (bei dem man ja normalerweise in Bedrängnis ist) zum Korb hat.
    Dennis, was ich noch anmerken wollte: Wie hälst du denn von der Tatsache, dass Rondos Scoring in den Playoffs traditionell um 40-50% nach oben schnellt? Wie ist das denn zu Bewerten? Franchise-Player würdig, oder eher ein weiterer Kritikpunkt was die Einstellung in der RS angeht?

  5. Dennis Spillmann

    |Author

    Wie hälst du denn von der Tatsache, dass Rondos Scoring in den Playoffs traditionell um 40-50% nach oben schnellt? Wie ist das denn zu Bewerten? Franchise-Player würdig, oder eher ein weiterer Kritikpunkt was die Einstellung in der RS angeht?

    Ich finde den Sprung gar nicht so signifikant. Rondo spielt in den Playoffs einfach ungeheuer viele Minuten. In den letzten Playoffs hat er 1,4 Punkte auf 36 Minuten mehr gescort als in dieser Regular Season. Auch in den Playoffs ist die Boston-Offense nichts Besonderes. Wenn wir bei den letzten Playoffs bleiben: Rondo war (auf totale Zahlen gesehen) überragend: 17/11 über 19 Spiele sind toll. Das Problem daran: Boston erzielt 100 Punkte pro Possesssion (also ein ORtg von 100; das ist weit unterdurchschnittlich unter den Playoffteams [Schnitt dort 103,6]), Rondos Shooting fällt durch das höhere Volumen (das ist normal). Einzig das leicht verbesserte ORtg von 106 ist okay. Wie auch in dieser RS ist das Problem wieder mal der Freiwurf: 2,9 Versuche über 42 MPG sind einfach ein Witz.
    Generell sollte man aber auch sehen, wen die Celtics in 13 von 19 Spielen gespielt haben: Atlanta und Philadelphia. Es ist natürlich immer schwieriger, auf Grundlage von drei Gegnern etwas zu verallgemeinern.

    Ich sehe also, dass Rondo hier und da Ansätze hat, sein Spiel anzuheben. Das war ja auch ein Punkt, wieso man spätestens in dieser RS erwartet hat, dass er den Sprung macht. Stattdessen gab es eher eine Rückentwicklung.

  6. Hassan Mohamed

    Rajon Rondo mag ein unglaublicher Passer sein. Zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere ist er jedoch noch weit davon entfernt, ein Franchise Player zu sein. Auch den Status eines Elite-Point-Guards hat er nicht inne. Dafür fehlen eine effiziente Team-Offense und effizientes Scoring von der #9 der Boston Celtics.

    Um eine Diskussion anzustoßen: Wer sind die Elite-Point-Guards der NBA und wo lässt sich Rajon Rondo bei den heutigen Point Guards insgesamt einsortieren? Verschiedene Meinungen wären interessant. Ich muss nochmal überlegen…

  7. pistolpete

    Also, nach subjektiver Beobachtung und abgleichen mit advanced stats, wäre die Riege der absoluten Elite doch relativ klein, meiner Meinung nach.
    Unangefochten Chris Paul, dank seiner überragenden Offense auch Tony Parker, und wohl auch Russell Westbrook. Und mit der Form seit dem Allstar-Break Deron Williams, aber davor war es schon ziemlich lange unterirdisch.
    Und vor allem Defensiv finde ich Mike Conley elitär, aber offensiv fehlt da doch ein gutes Stück zu den anderen.


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