Milwaukee Bucks

Gut gemeint statt gut gemacht?

GtG-Offseason-Review 2015: Die Bucks zwischen Rebuild und Playoffs

Einen hohen Pick gesammelt, sofort zurück in die Playoffs, in der Offseason klar verjüngt – die Entwicklung der Bucks in nur gut einem Jahr überzeugt auf den ersten Blick. Die Franchise kann nach einigen deprimierenden Saisons wieder einige der interessantesten Geschichten der Liga aufweisen: Mit Giannis Antetokounmpo und Jabari Parker stehen zwei der Forwards mit dem größten Potential im Team, Khris Middleton hat diese Offseason den Schritt vom Zweitrundenpick zum (Fast-) Maximum-Spieler abgeschlossen, und auch weitere Spieler wie John Henson und Michael Carter-Williams sind alles andere als uninteressant. Trotzdem stehen die Bucks im Schatten anderer Teams im Rebuild – bei den Sixers wird jede zweite Front-Office-Entscheidung Sam Hinkies zur Grundsatzfrage aufgebauscht, bei den Kings jede Pressemeldung auf ihr Skandalpotential abgeklopft. Die guten wie schlechten Transaktionen in Milwaukee gingen dagegen in den vergangenen Monaten fast unter.

Jünger und besser?

In dieser Zeit ist zumindest klar geworden, dass das Bucks-Management um John Hammond einen klaren Plan verfolgt, wohl in enger Abstimmung mit Head Coach Jason Kidd. Nach Jahren der Mittelmäßigkeit und dem Absturz auf den letzten Platz trotz Playoffambitionen in der Saison 2013/14 soll ein Team entstehen, das längerfristigen Erfolg verspricht. Dafür nahmen die Bucks eine Verjüngung des Kaders vor – allerdings nicht wie normalerweise als erster Schritt, sondern erst in dieser Offseason: Die Bucks trennten sich von Ersan Ilyasova, Jared Dudley und Zaza Pachulia und ersetzten sie durch Greivis Vasquez, Greg Monroe und Rookie Rashad Vaughn.

Auf dem Papier eine qualitative Verbesserung, und auch Idee und Reihenfolge dahinter können überzeugen. Die drei Veteranen sind um die 30 und stehen jeweils in ihrem letzten Vertragsjahr, so dass eine langfristige Entwicklung zusammen mit dem jungen Kern kaum umzusetzen war. An sich sollte diese Offseason auch der richtige Zeitpunkt sein: Alle drei konnten sich im Playoff-Run der Bucks vom enttäuschenden Vorjahr rehabilitierten, als sie Teil des schlechtesten Teams der Liga waren (Pachulia und Ilyasova) beziehungsweise von den Clippers erst an das Ende der Rotation verbannt und schließlich für den Preis eines Erstrundenpicks vertradet wurden (Dudley). Auch gesundheitlich stellte die abgelaufene Saison eine positive Entwicklung dar: Pachulia und Ilyasova hatten zuvor nur je etwa 50 Spiele auf dem Parkett gestanden, Dudleys letzte Saison war ebenfalls von Verletzungsproblemen geprägt. Vor einem Jahr galten alle drei als schlechte Verträge, die ein Team im Rebuild einfach aussitzen kann. Eine erfolgreiche Saison später wäre es denkbar gewesen, dass die Bucks für ihre Spieler interessante Assets einsammeln.

Der Konjunktiv ist hier der Schlüssel – tatsächlich haben die Bucks in ihren Transaktionen der laufenden Offseason sogar einen Verlust an Picks eingefahren, obwohl die wichtigste Verstärkung, Greg Monroe, als Free Agent nach Milwaukee kam. Ihre drei Veteranen brachten den Bucks allerdings praktisch nichts ein. Wie lassen sich also die Personalien einschätzen.

1. Khris Middleton

Die beste Nachricht zuerst: Khris Middleton bleibt für deutlich unter dem Maximum zumindest 4 weitere Jahre in Milwaukee: 70 Millionen für fünf Jahre mit einer Spieleroption in der fünften Saison war zwar in den vergangenen Jahren das Gehalt für einen Star, aber angesichts der Marktsituation durch den steigenden Salary Cap dürfte sich der Vertrag zu einem der teamfreundlichsten der aktuellen Offseason entwickeln. Middleton verdient vergleichsweise weniger als andere Restricted Free Agents wie Tobias Harris (64/4), Reggie Jackson (80/5) und Enes Kanter (70/4) oder auch die etwas älteren Flügelspieler wie DeMarre Carroll (58/4), Wesley Matthews (70/4, beide UFAs) und Danilo Gallinari (45/3, nachverhandelt).

Praktisch bietet Middleton aber das Beste beider Welten: Er bringt in Wurf – 40,7 % 3P, 56,3 % TS letzte Saison – und Defense zwei absolut verlässliche NBA-Skills mit, weist mit 23 Jahren und einer immer aufwärts zeigenden Entwicklungskurve trotzdem noch Upside auf – und das ohne die Verletzungsprobleme von Matthews und Gallinari. Middletons Vielseitigkeit und sein immer gefragtes Skillset bedeuten, dass er in jedem Team gut aufgehoben und daher wohl jederzeit per Trade abzugeben wäre. Seine Leistungen nach dem Knight-Trade deuteten zudem an, dass Middleton mehr sein könnte als ein flexibler Ergänzungsspieler. Es ist unter diesen Voraussetzungen ein klarer Gewinn für die Bucks, dass sie sich nicht mit einem Offer Sheet à la Chandler Parsons herumschlagen mussten und Middleton langfristig günstiger an die Franchise binden konnten.

2. Greg Monroe

Die zweite zentrale Verpflichtung des Sommers kam schon überraschender: Obwohl Greg Monroe bereits als fast sichere Verpflichtung der Knicks gehandelt wurde, entschied er sich für die weniger spektakulären Bucks. Das könnte sich für alle Beteiligten als Glücksfall erweisen: Zum einen sollte das offensive Potential Monroes ohne einen dominanten Scorer wie Carmelo Anthony besser zur Entfaltung kommen. Außerdem trifft der in der Verteidigung anfällige Big in Milwaukee auf das zweitbeste Defensivteam der letzten Saison statt auf das drittschlechteste. Mit Middleton, Antetokounmpo und Carter-Williams dürften drei mehr als brauchbare Verteidiger Monroe in der Starting Five ergänzen, der wahrscheinlichste 5. Starter Jabari Parker lässt sich diesbezüglich noch nicht einschätzen. Jason Kidd hat ohnehin in Brooklyn und Milwaukee gezeigt, dass er nicht nur mit individuell exzellenten Spielern eine funktionierende Defense auf das Parkett bringt – wie etwa an den Spielanteilen von OJ Mayo, Jerryd Bayless und Ersan Ilyasova ersichtlich. Die Bucks waren in dieser Offseason das wohl einzige Team, das einem offensivorientierten Center diese Absicherung bieten konnte und daher spielerisch für Monroe die richtige Entscheidung.

Aber warum Center, hat Monroe nicht bei den Pistons viel Power Forward gespielt? Unabhängig von der Frage, wie zeitgemäß diese Unterscheidung ist, stellt es einen weiteren Vorteil dar, dass Monroe bei den Bucks wohl nur selten mit einem weiteren klassischen Big auf dem Spielfeld stehen wird. Die Pistons identifizierten Josh Smith als ihren größten Störfaktor, aber auch die Kombination Monroe-Drummond funktionierte letzte Saison nicht wie erwünscht. Sowohl in der Effizienz als auch im Rebounding musste vor allem Monroe Abstriche machen, wenn beide zusammen auf dem Parkett standen: Statt 58,2 % TS und 20,4 % TRB (Anteil der möglichen Rebounds) konnte er mit Drummond nur 50,8 % TS und 15,3 % TRB erzielen. Als Vergleich: Die Werte würden den Unterschied zwischen Top 10 oder Bottom 5 aller Spieler mit mindestens 15 Punkten beziehungsweise 8 Rebounds pro Spiel bedeuten. Umgekehrt litt Drummond weniger unter dem Zusammenspiel, weder seine Effizienz noch sein Rebounding ging um signifikante Prozentzahlen zurück (weniger als 1% Veränderung – On/off-Daten via nbawowy.com, über 1000 Minuten in jedem Szenario). Diese Daten sprechen klar dafür, Monroe als Center auflaufen zu lassen. Selbst die Kombination mit John Henson dürfte vorteilhafter sein als die mit Drummond, wobei Henson vermutlich eher die Backup-Rolle für Monroe erhalten wird.

Trotzdem hat die Monroe-GregMonroeShaunLivingstonVerpflichtung ihre Schattenseiten: 51 Millionen über drei Jahre ist ein stolzer Preis für einen Spieler, der vor einem Jahr als Restricted Free Agent noch das Qualifying Offer akzeptieren musste. Für Monroe dürfte sich dieses Risiko ausgezahlt haben, die Bucks gaben jedoch mehr als wünschenswert aus. Problematisch vor allem: Die Argumentation mit dem ansteigenden Salary Cap trifft erst in einigen Jahren wirklich zu, Monroe kann aber dank Player Option schon 2017 wieder gehen. Für eine Franchise, die nicht das typische Free Agent-Ziel darstellt, vermutlich ein notwendiger Kompromiss. Trotzdem bedeutet die Vertragsgestaltung einen nicht zu kleinen Haken.

3. Rashad Vaughn

Was der mit dem 17. Pick gewählte Rashad Vaughn für die Bucks aufs Parkett bringen kann, ist wenig überraschend schwerer einzuschätzen als bei seinen etablierten Kollegen. Der noch 18-jährige ist einer jüngsten Picks des 2015er-Drafts und wohl alles andere als NBA-fertig. Entsprechend nutzt ein Bucks-Blog ihn als Beispiel, wie in der NBA Upside funktioniert. Hier ist es wie so oft ein Synonym dafür, dass Vaughn in seiner ersten Saison vermutlich wenig zum Teamerfolg beitragen dürfte.

Auf Dauer verspricht Vaughn ein klassisches Volume-Scorer-Skillset, das er in der Summer League mit 17,2 Punkten pro Spiel andeutete – die er mit bescheidenen Wurfquoten (36% FG, 25% 3P) erzielte. Vom College her verspricht zumindest sein Dreipunktwurf mehr, 38,3 % in einer Saison für die UNLV Runnin’ Rebels deuten sein Potential an. Trotzdem prognostizierten die meisten Mock Drafts ihn erst jenseits der 20, mitunter fast 10 Plätze hinter der tatsächlichen Position.

4. Ersan Ilyasova, Zaza Pachulia und Jared Dudley

Das Veteranen-Trio vereint die oben angesprochene sehr ähnliche Vorgeschichte genauso wie Trades, die den Bucks praktisch nichts eingebracht haben. Das Netto-Ergebnis für die Bucks ist Cap Space (bei Ilyasova über die nicht garantierten Verträge von Caron Butler und Shawne Williams) und zwei Zweitrundenpicks 2018 und 2020, die für 31-55 geschützt sind. Falls Mavs und Wizards nicht überraschend im jeweiligen Jahr in den Top 5 landen, bekommen die Bucks nichts.

Diese Ausbeute für drei absolut brauchbare Spieler ist ziemlich enttäuschend, vor allem, weil die Trades tendenziell unnötig waren: Der durch den Ilyasova-Trade entstandene Cap Space wurde sofort mit Greivis Vasquez gefüllt. Die Trades von Dudley und Pachulia erfolgten nach Verpflichtung von Monroe und generierten lediglich Trade Exceptions, deren Sinn sich noch herausstellen muss.

Der geringe Gegenwert überrascht vor allem, weil alle drei teamfreundliche Verträge und gefragte Skillsets aufweisen. Ein defensivorientierter Midrange-Center, ein 3&D-Wing mit auslaufenden Verträgen unter MLE-Niveau sowie ein Stretch-Big mit größtenteils ungarantiertem 2. Jahr, die alle in der Rotation eines Playoffteams standen – das klingt, als sollten mehr Interessenten zu finden sein, und wenn es bis zur Trade Deadline dauert. Bei Ilyasova war die Entscheidung noch nachvollziehbar, weil der Vertrag von Butler vor dem Draft Flexibilität versprach. Im Fall von Pachulia und Dudley gaben die Bucks zwei Spieler ohne Gegenwert ab, für die sich trotz Dudleys Verletzung vermutlich im Lauf des kommenden Jahres ein sinnvollerer Einsatz ergeben hätte: Wenn nicht auf dem Parkett, dann mit einem anderen Trade. Bei Pachulia lässt sich noch mit dem großen Andrang auf der Center-Position argumentieren, einen echten Handlungsdruck sollte das jedoch nicht erzeugt haben. Die Bucks schwächen sich mit diesen Transaktionen nur selbst, und können als einzigen Erfolg eine gewisse Verjüngung verbuchen.

5. Greivis Vasquez

GreivisVasquezZuletzt der wohl fragwürdigste Teil der Bucks-Offseason: Greivis Vasquez kam für den Clippers-Pick 2017 und den diesjährigen Zweitrundenpick der Bucks aus Toronto. Dass sich der an 46 gezogene Norman Powell ins All-Summer-League Team spielte, macht den Trade noch unangenehmer, aber schlecht war er schon davor. Vasquez war mit Ausnahme einer guten Saison in New Orleans immer nur Backup und musste sich auch bei den Raptors klar hinter Kyle Lowry und teilweise auch Sixth Man Lou Williams einordnen, seine Minuten blieben in den mittleren 20ern. Bei einem verbliebenen Vertragsjahr kann auch der vernünftige Vertrag (6,4 Millionen Dollar) nicht ausschlaggebend sein, und Vasquez ist wie Ilyasova bereits 28.

Ohne die Teamsituation zu betrachten, sollte Vasquez auf einem ähnlichen Niveau einzuordnen sein wie das Trio, das die Bucks verlassen musste. Alle vier sind Rollenspieler mit Stärken und Schwächen, die in der richtigen Situation eine klare Verstärkung darstellen. Unter besseren Bedingungen hätte John Hammond aus den Transaktionen zumindest eine schwarze Null herausbekommen können, statt den nicht uninteressanten Clippers-Pick aufzugeben. Vor allem das Timing ist seltsam, da die Bucks ohne zwingenden Grund vor der Free Agency Gehalt aufnahmen und damit ihre Flexibilität reduzierten, nach dem Ausfüllen ihres Salary Caps aber wie oben beschrieben noch Spieler abgaben. Statt Assets und 6,4 Millionen Dollar Gehalt zu binden, hätten die Bucks einfach in der Free Agency einen zusätzlichen Backup-Guard verpflichten können.

Alles für das System?

Was ist also der Grund für den teuren Vasquez-Transfer? Die wohl überzeugendste Erklärung liefert ein Rückblick auf die letzten Jahre der Karriere von Jason Kidd, sowohl als Aktiver als auch an der Seitenlinie. Es ist wohl kein Zufall, dass die Bucks seit der Verpflichtung von Kidd als Head Coach für zwei übergroße Spielmacher getradet haben. Carter-Williams und Vasquez sind beide offiziell 6-6, was nochmal über der für Point Guards bereits überdurchschnittlichen Größe Kidds von 6-4 liegt.

Der Blick zurück erklärt Kidds Vorliebe: Schon in seinen letzten Jahren auf dem Platz bei den Mavericks und Knicks profitierte er von seiner Größe, die etwa die Kombination mit kleineren Guards wie Jason Terry, JJ Barea oder Raymond Felton erlaubte. In seiner letzten Saison in New York lief Kidd sogar meist als Off-Ball-Spieler auf. Bereits in diesen Fällen sorgte die Größe eines nominellen Point Guards für zusätzliche Flexibilität, den nächsten Schritt vollzog Kidd jedoch erst auf der Bank: Seinen Nets gelang nach miesem Saisonstart der Umschwung unter anderem durch das vermeintliche Paradox einer großen Small Ball-Aufstellung. Paul Pierce fungierte oft als vergleichsweise kleiner Power Forward, Garnett lief als Center auf, aber mit Shaun Livingston (6-5) sowie dem zumindest nicht gerade zierlichen Deron Williams (6-3) standen große Spielmacher zur Verfügung. Das Ergebnis war eine Defense, die generell mit hoher Mobilität reagieren konnten und daher vor allem die allgegenwärtigen Pick-and-Roll-Situationen besonders gut verteidigte.

Vom Meister lernen

Ein Jahr später coacht Kidd die Bucks, und ein Team mit ähnlicher Konzeption hat die Meisterschaft gewonnen. Ein passender Kader ist zwingende Voraussetzung für die Umsetzung des Schemas, wie beide Teams zeigen. Die Warriors stellten auch dank ihrer flexiblen Spieler zwischen 6-5 und 6-8 die beste Defense. In Livingston ist sogar eine personelle Konstante von Brooklyn nach Oakland sichtbar, die zeigt, wie wertvoll die wenigen Spielmacher deutlich über 1,90 m sein können. Wichtiger für die Warriors war jedoch, dass Draymond Green und Harrison Barnes als nominelle Bigs funktionierten und die übrigen Flügelspieler, vor allem Andre Iguodala und Klay Thompson, ebenfalls ihre Rolle fanden.

Viele dieser Bausteine fand Kidd bei den Bucks schon vor: Middleton ist wie oben angesprochen der vielseitige Flügelspieler, der potentiell vier Positionen verteidigen kann. Jabari Parker ist zumindest auf beiden Forward-Positionen vorstellbar, und auch bei den klassischen Bigs haben die Bucks sich in Richtung mobilerer, vielseitiger Spieler orientiert. Sowohl Monroe als auch Henson profitieren offensiv zwar von Platz unter dem Korb, sind defensiv aber nicht komplett an die Zone gefesselt. Der Schlüsselspieler ist jedoch Giannis Antetokounpo, der die Positionszuweisungen der NBA klar überfordert: Zeitweise als Spielmacher eingesetzt, nominell Shooting Guard, mittlerweile wohl Sevenfooter – Entwickelt sich Antetokounmpo weiter wie in den letzten Jahren, wird er über kurz oder lang alle Anforderungen von Kidds Konzept erfüllen und ähnlich wie Draymond Green als nomineller Big die Defense zusammenhalten können.

Die letzten Puzzlestücke?

Die teuer ertradeten Spielmacher dürften den nächsten Baustein in diesem Schema darstellen. Michael Carter-Williams wurde bereits als Schritt in diese Richtung beschrieben und hat sich defensiv sofort eingefügt. Offensiv blieben jedoch Fragezeichen, nachdem außer Middleton kein Kern-Spieler der Bucks über einen überdurchschnittlichen Dreipunktwurf verfügt. Vasquez näherte sich in den letzten Jahren den 38% aus der Distanz an, kann diesbezüglich also einige Probleme lösen. Seine defensive Reputation ist dafür weniger gut. Bei dem Preis für Vasquez müssen die Bucks sehr überzeugt davon sein, dass Defensivschema und Synergieeffekte diesen Malus ausgleichen können.

Selbst dann sind die Entscheidungen noch fragwürdig. Dudley erfüllte letzte Saison die Rolle des flexiblen Wing-Forward auf beiden Seiten des Courts hervorragend, Ilyasovas Spacing sorgte für eine funktionierenden Offense – die beiden geschassten Veteranen wiesen die höchste Offensivratings aller Rotationsspieler auf. Vasquez hätte in einem Jahr als Free Agent ins Auge gefasst werden können. Die Nummerierung der wichtigsten Transaktionen oben im Text kann daher auch als Benotung verstanden werden: Während Middleton und Monroe klar als Erfolg zu verbuchen sind und Vaughn aufgrund seiner Bedeutung noch im neutralen Bereich bleibt, muss der Vasquez-Trade als klar durchgefallen gewertet werden. Die Verabschiedung des Veteranen-Trios wäre unter den richtigen Umständen nachvollziehbar, war so aber auch grenzwertig. Wie schon im Carter-Williams-Trade haben die Bucks zu sehr auf eine Idee gebaut und dafür in schlechten Transaktionen überbezahlt.

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2 comments

  1. Julian Lage

    |Author

    In dieser Saison im Ost-Nirgendwo zwischen Platz 10 falls MCW alle Skeptiker bestätigt oder sie größere Verletzungsprobleme haben und einer Zweitrundenniederlage bestenfalls, deswegen habe ich da auch nicht wirklich etwas dazu geschrieben.
    Interessant ist denke ich in erster Linie die Langzeitperspektive, die zwar mit Antetokounmpo, Parker und Middleton immer noch wirklich gut aussieht, aber durch die Trades des letzten halben Jahres eben Schaden genommen hat.


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