Alltimers, Draft, NBA

Should I stay or should I go?

Die entscheidende Frage nach der CBB-Saison

Die in der Überschrift gestellte Frage ist nicht nur einer der bekannteste Song von The Clash sondern nach Beendigung der CBB-Saison auch der bestimmende Gedanke aller NBA-Prospects. Soll ich als großes Basketballtalent wirklich schon in diesem Jahr den Sprung in die Profiliga wagen und mich zur Draft anmelden? Oder sollte ich noch für ein Jahr zurück an die Uni gehen, um weiter an meinem Spiel zu arbeiten und meinen Draftstock zu verbessern? Eine Entscheidung fällt oft nicht leicht. Dennoch scheint es, im Nachhinein betrachtet, für fast jeden Spieler ein „richtig“ oder „falsch“ gegeben zu haben. Grund genug, diese Facette des Draftprozesses einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Bleiben oder gehen? 

Kaum das Final Four gespielt (oder wenigstens am Fernseher verfolgt), steht für alle Teilnehmer des CBB-Zirkusses Mitte April die NBA-Draft als nächster Punkt der Saison im Kalender. Keine einfache Zeit für umworbene NBA-Talente. Einzig Seniors haben es leicht. Sie sind automatisch für dieses Event angemeldet. Ihre vier Jahre Spielberechtigung in der NCAA schon voll ausgenutzt, können sie sich einfach zurücklehnen und schauen, ob sich irgendein NBA-GM ihre Dienste sichern möchte. Unter diese Kategorie fallen auch alle internationalen Spieler, die im Kalenderjahr der Draft 22 Jahre alt werden. Auch sie sind automatisch auf der Liste der draftbaren Athleten. Alle Underclassmen (und internationalen Basketballer unter 22) haben es da schon schwerer. Sie müssen sich bis 60 Tage vor der Draft entschieden haben, ob sie selbst für NBA-Teams als Pick-Option verfügbar sein wollen oder aber auf diese Möglichkeit zunächst noch verzichten. Heuert ein Spieler für diesen Prozess einen Agenten an, um die Draft-Wasser zu testen, hat er automatisch seine College-Karriere beendet. Die NCAA erlaubt es diesen Athleten nicht noch einmal an CBB-Aktivitäten teilzunehmen. Genau dieser Umstand lässt die Entscheidung für oder gegen die Draft für viele junge Prospects zu einem sehr schwierigen Abwägungsprozess werden. Zwischen garantierten Millionenverträgen in den USA, einer Karriere im Ausland oder dem jähen Ende des Traums vom Profibasketball kann viel passieren. 

Deshalb sollten Talente vor dieser Entscheidung die folgenden Faktoren beachten: 

Wo steht mein Draftstock? 

Um diese Frage genau beantworten zu können, muss zunächst geklärt werden, was Draftstock überhaupt ist. Blickt man auf die Medien (oder die Übersetzung des Wortes aus dem Englischen), könnte man meinen, dass sich jeder Spieler wie eine Aktie verhält. Spielt er gut, steigt sein Wert. Performt er schlecht, fällt sein Kurs. Genau so lassen sich die Bewegungen der einzelnen Namen auf den vielen Draftboards oberflächlich erklären. Schaut man aber genauer hin, lassen sich Lücken in diesem Vergleich finden: Beispielsweise müssen doch Vier-Jahres-Spieler in den meisten Fällen in 120+ Partien mehr gute und damit wertsteigernde Spiele absolviert haben, als dies College-Frischlinge in ihren knapp 30 Begegnungen schaffen. Dennoch stehen Top-Freshmen in der Regel vor Top-Seniors. Die Börsenanalogie hinkt vor allem an dieser Stelle. Es ist eine andere Betrachtungsweise nötig. 

Vielmehr besitzt jeder Spieler einen ihm innewohnenden, recht festen Wert, den er für die Dauer seine Karriere auf dem Basketball-Parkett haben wird. Dieser setzt sich grob aus körperlichen Voraussetzungen, basketballerischen Fähigkeiten und der zu erwartenden Entwicklung dieser beiden Faktoren zusammen. Genau diesen potentiellen Wert, den ein Spieler für eine NBA-Franchise haben kann und mit einer gewissen eingerechneten Varianz auch haben wird, versuchen General Manager mit Hilfe ihrer Scouts zu ergründen. Ziel ist, eine Basis für eine Entscheidung zu schaffen, die im Optimalfall ermöglicht, den Spieler mit dem höchsten Wert zu verpflichten. Eine solche Entscheidungshilfe stellt beispielsweise auch unser Draftranking dar. 

Der Draftstock stellt in diesem Konstrukt das Bild dar, das die NBA-Entscheider in einem bestimmten Moment vom potentiellen Wert eines Spielers haben. Diese Vorstellung von einem Athleten ist zunächst unscharf, wird jedoch mit zunehmender Anzahl an absolvierten Partien/Saisons immer klarer, da mehr und mehr Daten gesammelt werden. Für Prospects sollte es im Hinblick auf die Draft immer darum gehen, die Uni an genau dem Punkt zu verlassen, an dem die Wahrnehmung des eigenen potentiellen Leistungsvermögens ihren Höhepunkt erreicht hat, also der Draftstock am höchsten ist (sofern überhaupt NBA-Chancen bestehen) – ein Drahtseilakt. Denn es gilt dabei zu beachten, dass fehlende Daten mehr Interpretationsspielraum lassen. Genau dies wirkt sich zumeist positiv für jüngere Spieler aus. So sieht man beispielsweise einem 18-Jährigen einen fehlenden Wurf noch recht einfach nach. Es besteht ja noch die Chance/das Potential, dass er sich einen besseren Schuss antrainiert. Ein 22-Jähriger hingegen wird Probleme haben, seine seit 48 Monaten auf grottigem Level stagnierende Dreierquote zu rechtfertigen und einen GM davon zu überzeugen, dass er in den kommenden Jahren doch noch ein treffsicherer Shooter wird. Diese Dynamik erklärt, wie Freshmen vor Seniors stehen können. 

Eine Anmeldung zur Draft aufzuschieben, lohnt sich mit Blick auf den Stock eines Talents nur dann, wenn sich die Einschätzung eines Spielers und sein wahres Leistungsniveau fundamental zu Ungunsten des Prospects unterschieden – also beispielsweise ein potentieller Starter (Lotterypick) nur als durchschnittlicher Rollenspieler (Ende Erste/Anfang Zweite Runde) wahrgenommen wird. Nur dann ist ein Jahr später, bei für die Franchises etwas klarerer Datenlage und dem dadurch schrumpfenden Interpretationsspielraum bezüglich der Fähigkeiten des Spielers, eine klare Verbesserung seiner Draftposition zu erwarten. Nur am College zu bleiben, um zu beweisen, dass man ein besserer Spieler in der gleichen Kategorie ist – ein sehr guter Rollenspieler (Mitte/Ende Erste Runde) anstelle des bisherigen Rufs als überdurchschnittlicher Roleguy (Ende Erste Runde) etwa – lohnt sich eher nicht, da sich dadurch die ungefähre, zu erwartende Draftregion nicht drastisch verändert. 

Wo stehe ich in meiner spielerischen Entwicklung? 

thomasrobinsonGenau diese Frage wird an einem solchen Punkt elementar. Oft kann sie in Kombination mit der Frage nach dem Draftstock mit „ganz am Anfang“ beantwortet werden. Für Spieler, die in ihrem Freshman-Jahr eher weniger Minuten sahen (Dion Waiters) oder bis zum Sophomore-Year hinter starken Upperclassmen nie Verantwortung erhielten (Thomas Robinson), ist es leicht. Sie sollten auf ihre Zeit auf der großen Bühne warten, um sich basketballerisch zu entwickeln und einen Ruf in Draftkreisen erarbeiten zu können. 

Ähnlich einfach ist es für Spieler, die sich schon in einem sehr fortgeschrittenen Stadium ihrer Entwicklung befinden und bereits enorme individuelle Erfolg feiern konnten (Kemba Walker, Evan Turner). Sie haben am College nur noch wenig zu beweisen und sollten deshalb versuchen, aus der eigenen Reputation in der Draft Profit zu schlagen. 

Schwierig wird es für Prospects, die irgendwo in der Mitte einzuordnen sind, da ihr Game noch nicht ausgereift scheint. Gerade Freshmen wird trotz eines guten ersten Jahres oft dazu geraten, sich doch noch Postmoves oder einen besseren Wurf anzutrainieren, um das eigene Spiel abzurunden und so besser auf das Profilevel vorzubereiten – ein gefährliches Unterfangen, bei dem es abzuwägen gilt: Wie wahrscheinlich ist es, dass ich mir wirklich eine neue Facette des Spiels aneigne? Ändert der neue Skill wirklich meine Wahrnehmung als Spieler fundamental? Und was bringt es mir überhaupt, in einer Umwelt zu trainieren, die sich nicht komplett mit meinen angestrebten, späteren Arbeitsbedingungen (sprich: der NBA) deckt? 

Diese Fragen lassen sich auf zwei konkrete Gedankengänge herunterbrechen:

Eine positive Entwicklung der Leistungen eines Spielers wird in jungen Jahren immer vorausgesetzt. Ein erfahrenerer und körperlich weiterentwickelter College-Athlet muss in seinem nächsten Jahr immer besser als in seiner Vorsaison spielen, um in der Wahrnehmung von Scouts positiv dazustehen/nicht zu sinken. Bisher gezeigte Facetten des Spiels müssen auf einem höheren Niveau präsentiert werden, um das Bild des eigenen angenommenen Wertes weiter aufrecht zu erhalten. Stagnation bedeutet Rückschritt und damit eine Wertanpassung in negativer Richtung. Von einer schweren Verletzung und deren Risiko wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst reden… 

kawhileonardSolchen Erwartungen an ein Folgejahr gerecht zu werden, ist nicht leicht. Sie zu übertreffen, ist aber noch viel schwieriger. Erste, vormals noch als Potentiale markierte Entwicklungsfelder fallen weg. Zudem ergibt sich für Scouts zwangsläufig mehr Zeit, sich auch mit den Schwächen eines Spielers zu beschäftigen. Es muss also ein neuer „Gamechanger“-Skill für einen Rückkehrer her –  also bspw. Ballhandling für einen Flügel, Midrange-Game für einen Big oder aber ein Dreier für den bisher wurffreien Guard – um Beobachter wirklich noch positiv zu überraschen und sie dadurch zu zwingen, den potentiellen Wert eines Spieler nach oben zu korrigieren. Genau dies passiert in nur sehr wenigen Fällen. Dies hat meistens einen Grund. Trotz ihrer Jugend stehen die meisten Collegespieler schon seit vielen Jahren auf dem Parkett und arbeiten seit der Middle School ausgiebig an ihrem Spiel. Hat sich eine Facette noch nicht ausreichend entwickelt, ist zumeist nicht das fehlende Wissen zu diesem Spielbereich das Problem, sondern eher das fehlende Talent auf diesem Gebiet. 

Zusätzlich sollte sich ein „student athlete“, der seinen Namen in vielen Mockdrafts findet, immer die Frage stellen, ob es der eigenen, angestrebten Entwicklung zu einem der besten 400 Basketballer dieses Planeten überhaupt noch helfen kann, wenn es in der NCAA nur gegen größtenteils körperlich unterlegene Gegenspieler geht. Dazu einmal überspitzt formuliert: Hilft es mir wirklich, mich ein weiteres Jahr auf dem Verkehrsübungsplatz auf meine Autobahnfahrt vorzubereiten? (Besonders, wenn ich die Auffahrt schon nehmen kann.) 

Auch wenn dies viele College-Liebhaber nicht hören wollen: Die NCAA ist ab einem gewissen Punkt nicht mehr der beste Ausbildungsplatz für Basketballtalente. Dies gilt insbesondere für Spieler, die von ihren körperlichen Tools leben, im Hinblick auf Skills aber noch an sich arbeiten müssen. In der NBA ist das Trainingsumfeld, bestehend aus Räumlichkeiten und Betreuung durch Coaches, einfach besser ausgestattet.  Zudem sind Trainingszeiten und-einheiten nicht mehr durch Uni-Kurse oder NCAA-Regelungen limitiert. 

Auch das Argument Spielzeit zieht nicht so recht. Zwar würde ein guter College-Spieler mit rund 30 MpG mehr auf dem Parkett stehen, als der durchschnittliche NBA-Firstrounder mit vielleicht 12-15 MpG. Allerdings bringen 82 NBA-Spiele versus 30-35 CBB-Partien die Spielzeit in absoluten Zahlen recht schnell auf ein ähnliches Niveau. Auch qualitativ sollten einem Talent Minuten mit den Profis mehr bringen, als gegen schwächere, jüngere Spieler in der NCAA. Trotz weniger Verantwortung auf dem Feld, müssen Prospects in der NBA immer alles geben, um bestehen zu können, da selbst die schwächsten Gegenspieler irgendwann einmal Stars einer College-Auswahl waren. Eine steilere Lernkurve ist zu erwarten. Langeweile und Unterforderung, weil allein mit körperlicher Überlegenheit dominiert werden kann, bleibt aus. Ein Verbleib am College lohnt sich also auch in dieser Hinsicht ab einer bestimmten Talentgrenze nur in speziellen Fällen. 

Wie draften NBA-Teams? 

Dies ist der letzte wichtige Faktor, den sich ein Top-Talent vor Augen führen muss. NBA-Teams agieren beim Erstellen ihrer Draftboard zumeist wie Tech-Geeks. Sie sind immer auf der Suche nach dem neusten Topgerät, welches zum Kaufzeitpunkt die besten Leistungen für die Zukunft verspricht. Dabei ist es meistens egal, ob eine leicht ältere, sogar mit einem Patch versehene Version zunächst eine ähnliche Performance verspricht. Spätestens in zwei, drei Jahren sollte das neuere Gerät wegen besserer Entwicklungsmöglichkeiten die Oberhand gewonnen haben. Auf der anderen Seite werden alte Technologien irgendwann einfach nicht mehr nachgefragt.

Genau dies lässt sich auf Draftees übertragen. Starke, aber noch unerprobte Freshmen werden bewieseneren Sophomores und Juniors sehr oft vorgezogen. Seniors haben wegen mangelndem Entwicklungspotential kaum noch Chancen auf die Top 10 einer Draft und müssen sich oft trotz am College herausragender Leistungen mit einem Dasein als Secondrounder oder gar als Undrafted Player abfinden. So wurde beispielsweise CBB-All American First Teamer Sean Kilpatrick 2014 nicht gepickt, weil er zum Zeitpunkt der Draft schon 24 Jahre alt war. 

Interessanterweise halten die Daten genau dieser Herangehensweise von NBA-Teams ziemlich einfach stand:

Scouts scheinen in den meisten Fällen gut zu beobachten und GMs generell richtig zu picken, wenn sie jüngere Spieler einem älteren Gegenpart mit vergleichbaren Leistungen vorziehen. Zudem spricht die Grafik dafür, dass NBA-Teams jüngere Spieler besser ausbilden können, als schon erfahrenere und vielleicht in ihrem basketballerischen Können schon festgefahrenere Talente, die sich schon näher an ihrer körperlichen Prime befinden. 

Dies hat für Prospects im Grunde nur eine Konsequenz, die im Hinterkopf behalten werden muss. Die NBA beherbergt die rund 400 besten Basketballer der Welt. Besteht die reele Chance diesem Club als vollwertiges Mitglied/First Rounder beitreten zu können, sollte diese Einladung möglichst zügig angenommen werden, da sie definitiv nicht für immer auf dem Tisch bleiben wird. Ein Ablehnen sollte gute Gründe haben, wenn eine Clubmitgliedschaft das eigentliche Ziel ist. 

Draftentscheidungs-Überblick (powered by The Clash) 

If I go there will be trouble

Das College frühzeitig zu verlassen und nicht einmal als Borderline-Firstrounder/früher Secondrounder zu gelten, ist fahrlässig (LaQuinton Ross oder ein anderer, der tausend namenlosen Spieler). Gerade in der zweiten Runde entscheiden sich GMs oft für erfahrene Seniors oder den International-Pick, der einen Spieler in Europa parkt und so Cap spart. Wenig bewiesene Underclassmen laufen Gefahr nicht gezogen zu werden. Eine Karriere im Ausland ohne abgeschlossenes Studium droht. In genau diesen Fällen ist es klug, ein weiteres Jahr auf NCAA-Ebene vorzuspielen und sich so einen Weg in sicherere Draftgefilde zu ebenen. So wird aus einem Bubble-Spieler nach einer soliden Saison im Jahr darauf ein solider Firstrounder oder bei Leistungsexplosion gar mehr. (Lillard / Hardaway Jr.

Chris PaulSpieler, die als sichere Firstrounder oder gar Lotterypicks gelten, denken auch oft über eine Rückkehr nach. Diese kann in wirklichen Extremfällen sinnig sein. Aber dies trifft, wenn man einmal genauer darüber nachdenkt wirklich nur für eine Handvoll Spieler zu. Cody Zeller , Evan Turner und Hasheem Thabeet schießen als einzige Kandidaten für diese Kategorie für die letzten paar Jahre in den Kopf. Alle diese Spieler müssen gemessen an ihrer Draftposition als Busts gelten, die von GMs durch besondere Umstände stark überschätzt wurden. Will man die Kategorien “potentieller Lotterypick mit “verbesserter Draftposition” und “Non-Bust” kombinieren, muss man schon zehn Jahre zu Chris Paul zurückgehen, der nach ordentlicher Freshman-Campaign als Sophomore noch beweisen musste, dass ein Franchise-Ballhandler wirklich nur 6‘0‘‘ groß sein kann. 

An’ if I stay it will be double

austinriversDen richtigen Absprung zu schaffen, ist enorm wichtig. Ist ein Spieler klug, nutzt er eine historisch gute Spielzeit mit vielen Auszeichnungen und Teamerfolg aus. Die Geschichte hat gezeigt, dass Regular Season Championships, Elite Eights/Finals Fours oder MOP/PotY-Titel über spielerische Mängel hinwegsehen lassen und es nicht fertig entwickelter Spielern ermöglicht, sehr hohe Draftposition abzugreifen (Adam Morrison, Corey Brewer, Trey Burke). Auch Medienhype wegen Jugend und Potential wurde schon oft in eher nicht verdiente NBA-Millionen umgemünzt, weil bei gutem Stock sofort der Draftabzug betätigt wurde. (Meyers Leonard / Austin Rivers

Für Spieler mit einem solchen Lottery-Buzz zurückzukehren, ist oft nur hinderlich. Während beispielsweise Harrison Barnes und Marcus Smart durch glückliche Fügungen nur wenig Schaden nahmen, kostete Spieler wie Jared Sullinger oder Mitch McGary ihre Entscheidung einige Millionen. Aus teilweise als Top-5-Kandidaten gehandelten Spielern, wurden allein durch Verletzungen zwei #21-Picks. Letzteres scheint in diesem Fall eher der Regel zu entsprechen.

One day is fine and next is black

I’ll be here ’til the end of time 

Für diese Worst Case-Kategorie muss stellvertretend Elias Harris stehen. Zur Erinnerung: 2010 führte Draftexpress ihn als als Freshman an #15, 2011 an #31, 2012 an #42, ehe dann zum Senior-Jahr 2013 der Ruf der NBA endgültig verstummte. Verwirkt war die reelle Chance auf einen Rosterplatz bei einer der 30 Franchises. Traurig für ihn und seinen Buchhalter. 

Fazit 

„Should I stay or should I go?” – das kommt immer auf den Kontext an und muss für jeden Spieler individuell abgewogen werden. Allerdings kann ein Blick auf die Faktoren Pick-Verhalten der Teams, Spielerentwicklung, Draftstock und die Historie, der schon vielen getroffenen Entscheidungen, bei einer Lösungsfindung helfen. Diese geben Spielern und ihren Agenten klare Orientierungshilfen an die Hand, wenn es darum geht, die Chancen auf eine langjährige NBA-Karriere und die daraus resultierenden Einnahmen zu maximieren: 

  • Ohne Drafthype in die Draft zu gehen, ist sinnlos. Kein College-Spieler wird im April plötzlich entdeckt. (Naja, fast keiner.) Als Undrafted dann noch einmal den Weg in die NBA zu finden, ist sehr schwierig.
  • Klarer First Round-/Lottery-Buzz sollte nie ignoriert werden. 
    • Best Case: Ich wurde an meiner höchstmöglichen Stelle gedraftet und bin viel schlechter als das Bild, das GMs von mir hatten, verdiene aber trotzdem eine Menge Geld. Eventuell wäre hätte eine College-Rückkehr gar das Gedraftenwerden verhindert.
    • Worst Case: Ich gebe meinem Team bsw. als #16 Pick Top-5-Value. Dafür bin ich aber ein Jahr näher an meinem ersten großen Vertrag, der mich leistungsgerecht bezahlen wird, als ich dies mit einer Sophomore-Campaign und einer Draftpositionsverbesserung gewesen wäre. 

Für alle Spieler mit etwas Drafthype, aber ohne greifbarem Versprechen eines Teams, ist und bleibt es allerdings eine schwierige Entscheidung.

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1 comment

  1. Martin Sobczyk

    Schöne Zusammenfassung und besonders die Beispiele haben mir sehr gut gefallen. Beim Lesen des ersten Teils habe ich gedanklich schon ein Kommentar verfasst mit einer Nachfrage zu bestimmten Spielern (Harris!) und dann kommt es im zweiten Teil. Optimal! :D


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