Charlotte Hornets, Indiana Pacers, Miami Heat, NBA, Oklahoma City Thunder, Phoenix Suns, Utah Jazz

Draft 2015 – Team Needs

Teil 3: Die restlichen Lottery-Teams

Teil 1

Teil 2

 Pick 9: Charlotte Hornets

Nach dem Playoffeinzug der letzten SaisonKembaWalker hatten die Hornets auf eine weitere Verbesserung gehofft – stattdessen war das Jahr ein ziemlicher Rückschritt. Die Schlüsselverpflichtung Lance Stephenson blieb unter den niedrigsten Erwartungen zurück, und auch sonst lief im Team wenig zusammen. Verletzungen trugen ihren Teil dazu bei, können aber auch nicht vom grundlegenden Problem der Hornets ablenken: Trotz interessanter junger Spieler auf fast allen Positionen fehlt es an Qualität. Kemba Walker, Michael Kidd-Gilchrist, Noah Vonleh und Cody Zeller sind zwar talentiert und sollten weitere Zeit zur Entwicklung erhalten. Aber weder bei ihnen noch dem 9. Pick ist auch nur annähernd Franchise Player-Potential in Sichtweite.

Trades für mehr oder bessere Picks dürften aus Mangel an Assets scheitern, da die Hornets keine gefragten Veteranen im Kader haben. Ein kompletter Rebuild erscheint nach Jahren am unteren Ende der Tabelle kaum attraktiv. Also bleibt für die Hornets derzeit nur: Bestmöglich Draften und im Juli außerhalb des jungen Kerns Veränderungen anstreben – vielleicht findet sich ja doch ein Abnehmer für Al Jefferson oder Gerald Henderson. Für den Draft bedeutet das, dass ein Shooting Guard im eigentlichen Wortsinn gefragt sein dürfte: Die Hornets brauchen dringend einen Spieler mit Reichweite, der für die in der abgelaufenen Saison drittschlechteste Offense mehr Platz schafft.

Tendenz: Aus Mangel an Alternativen ist Team Fit die beste Aussicht für Charlotte: Mehr Spacing könnte kurzfristig Probleme lösen und ist auch langfristig gefragt.

Pick 10: Miami Heat & Pick 11: Indiana Pacers

Zwei Teams auf einmal? Ja, weil die Bedingungen sehr ähnlich sind. Beide waren vor gut einem Jahr noch Contender, sind aber durch Free Agency und Verletzungen aus den Playoffs geflogen. Trotzdem dürften beide für die kommenden Jahre noch Ambitionen haben, auch wenn eine Meisterschaft vorerst schwer vorstellbar scheint.

In der Roster-Planung ist die zusätzliche Gemeinsamkeit, dass Heat und Pacers zum Draftzeitpunkt nicht wissen können, welche Positionen sie besetzten sollten. Mit Dwyane Wade, Luol Deng und Goran Dragic beziehungsweise David West und Roy Hibbert müssen sich einige Spieler über ihre Player Options Gedanken machen. Zumindest Wade und Dragic gehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Free Agency, was noch nicht heißen muss, dass sie die Heat verlassen. Die übrigen Positionen sind mehr oder weniger besetzt, zumal man von einem 10. oder 11. Pick ohnehin keine sofortigen Leistungen für ein Playoffteam erwarten darf.

Also könnte man einen Trade als beste Option sehen. Allerdings haben die Pacers mit Paul George, Danny Granger und Roy Hibbert bereits gezeigt, dass auch ab dem 10. Pick noch sehr gute Spieler zu finden sind. Außerdem ist am Draft Day aufgrund der oben beschriebenen Vertragssituation völlig unklar, für welche Position die beiden Teams ziehen sollten. Von daher ist der bestmögliche Plan für beide Teams: Abwarten und alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. BPA, Team Fit und Trade kann je nach Szenario eine gute Wahl sein. Grundsätzlich haben es die Heat durch Altersstruktur und abgegebene Picks tendenziell etwas eiliger.

Tendenz: Augen und Optionen offen halten – die Heat und Pacers sollten nichts ausschließen und dann das nehmen, was kommt.

Pick 12: Utah Jazz

Auf den ersten Blick eine ziemlich klare Sache: Zwei Spielmacher mit Potential (Dante Exum und Trey Burke), zwei langfristig gebundene, aber immer noch junge Wings (Gordon Hayward und Alec Burks), dazu weitere interessante Optionen für den Flügel (wie Rodney Hood) und zwei Bigs, deren Entwicklung im letzten Jahr der Schlüssel zu einer immer besser werdenden Saison war. Einmal kurz Durchzählen, und es zeigt sich: Ein dritter Big oder großer Forward, der zu Derrick Favors und Rudy Gobert passt wäre gefragt. Das Skillset sollte dann in Richtung Wurf und Geschwindigkeit ausgerichtet sein. Damit haben die Jazz einen recht sicheren Weg, dem Team eine solide Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Aber: Dafür war die letzte Saison fast zu gut. Die Jazz hätten im Osten um den 6. Platz gespielt und können sich auch im Westen ab kommendem Jahr ernsthafte Hoffnungen auf die Playoffs machen. Wenn es sich anbietet, sollte Utah nicht auf der einfachen Lösung beharren. Stattdessen wäre das logische Ziel ein Point Guard, der anders als Exum und Burke dem Team sofort helfen kann. Exum nach einem Jahr aufzugeben ist nicht ratsam, also stellt sich die Frage: Welcher Spielmacher ist für Burke und den Pick zu haben?

Tendenz: Die kleine Lösung ist wahrscheinlicher, aber die große sollten die Jazz im Blick behalten. Mit einem Playmaker und einigen guten Backups aus der Free Agency sieht das Team wie ein Playoffkandidat mit Potential für mehr aus.

Pick 13: Phoenix Suns

Ein weiteres Team, dem die klare Linie fehlt. Die Suns konnten nicht auf die überraschende Saison 2013/14 aufbauen und stehen jetzt vor Richtungsfragen, die mit dem Pick alleine nicht beantwortet werden können. An sich sind die meisten Positionen vergeben. Allenfalls ein zusätzlicher Wing, der kein verkappter Point Guard ist, wäre eine angenehme Abwechslung: Ein größerer, flexibler Flügelspieler ist der ambitionslose Pick und damit auch der, mit dem das Team keine echte Weiterentwicklung erwarten darf. Nach dem fragwürdigen Trade für Brandon Knight würde eine solche ideenlose Entscheidung allerdings genau in die Linie passen.

Gleichzeitig fällt es auch schwer, eine Alternative vorzuschlagen: Sollten die Suns wie die Nuggets mehr oder besser Pick(s) ins Auge fassen? Damit würde der Knight-Trade noch um einiges schlechter aussehen. Außerdem ist durch den vergleichsweise jungen Kader nicht klar, wer dann bleiben oder gehen sollte. Kann das Team irgendwie in die Playoffs kommen? Vermutlich nicht, und der 13. Pick hilft in jedem Fall nur begrenzt.

Tendenz: Wenn es schon keine logische Wahl gibt, sollte es zumindest der beste Spieler sein… also BPA, und bei erstbester Gelegenheit eine klare Richtungsentscheidung.

Pick 14: Oklahoma City Thunder

Auch bei den Thunder beantwortet Abzählen tendenziell diese Frage. Allerdings geht es anders als bei den Jazz nicht um die vergebenen Minuten, sondern um die Rosterplätze. Stand jetzt hätte OKC bereits 13 Spieler unter Vertrag, zwei Restricted Free Agents (Enes Kanter und Kyle Singler) sowie den Draftpick des letzten Jahres, Josh Huestis, der ins Team kommen soll. Nachdem Sam Presti in der abgelaufenen Saison endlich einige Trades durchgeführt hat, muss er praktisch gezwungenermaßen weitere anschließen.

Es sollte dabei nicht nur darum gehen, möglichst einfach Rosterplätze freizubekommen – deswegen sollte auch der Pick mit ins Paket. Die Thunder haben seit Jahren junge Spieler im Kader, die aufgrund der Ambitionen des Teams keine Zeit zur Entwicklung bekamen. 23 oder jünger sind derzeit der Restricted Free Agent Enes Kanter, Steven Adams, Mitch McGary, Perry Jones, Josh Huestis, Dion Waiters, Jeremy Lamb und Andre Roberson. Rein rechnerisch ist es nicht möglich, allen diesen Spielern bei einem Contender Minuten zu geben. Folglich sinkt bei StevenAdamsKevinSeraphinallen, die außen vor bleiben, der Tradewert weiter ab – ein Problem, das bei Lamb und Jones schon zu sehen war. Selbst wenn die drei vermutlich uninteressantesten Spieler Lamb, Jones und Waiters das Team verlassen würden, wäre der Draftee kaum sinnvoll einzusetzen, ohne einen anderen jungen Spieler zu verdrängen. Also wird ein etwas größerer Trade benötigt, der die Rollenspieler-Situation der Thunder ordnet.

Tendenz: Die Thunder brauchen eine Restrukturierung, für die der Pick eingesetzt werden sollte.

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