Dallas Mavericks, NBA

Lame Dirk?

Im letzten Juli entschied sich erst Deron Williams, dann auch noch Steve Nash und sogar Jason Kidd gegen einen Vertrag bei den Mavericks. Für viele Dallas-Fans eine herbe Enttäuschung, mit einem weiteren Star neben Dirk Nowitzki sollte das Team in den letzten Jahren des Deutschen als Spieler noch weitere Championships in Angriff nehmen.

Doch weder mit einem Superstar noch mit sonstigen Free Agents sind die Chancen auf eine erneute Meisterschaft für Dallas realistisch gesehen besonders hoch. Vor allem die von Liga und Tarifvertrag (CBA) gesetzten finanziellen Rahmenbedingungen sind dafür verantwortlich, dass sich Nowitzki in den kommenden Jahren eher auf einer Abschiedstour mit Überlänge befinden wird als in tiefen Playoffruns. Wie eine „Lame Duck“, also ein Politiker am Ende seiner Amtszeit – die Gründe dafür soll dieser Artikel darlegen.

Ein neuer Star – die Lösung aller Probleme?

Mark Cuban erntete kürzlich einigen Spott für die Aussage, dass die Mavericks ohne Deron Williams ein besseres Team seien. Die Aussage wurde als Trotz- oder Schutzbehauptung interpretiert, auch angesichts der individuellen Fehler, die der Mavs-Besitzer bei dem Werben um den Point Guard begangen hatte. Insbesondere Cubans Entscheidung, einen Termin für seine TV-Sendung „Shark Tank“ einem Treffen vorzuziehen, war sicher kein zusätzlicher Anreiz für Williams.

Somit wurde Cubans Statement oft in eine Reihe mit seinen diversen weiteren provokanten und umstrittenen Äußerungen gestellt. Ein Blick auf die Gehaltssituation zeigt jedoch, dass seine Aussage zumindest für die Saison 2012/13 einige Berechtigung aufweist. Die Verpflichtung von Deron Williams hätte praktisch den gesamten Capspace der Mavericks aufgebraucht:  Mit den beiden Maximum-Spielern, Marion und Carter für zusammen knapp 12 Millionen sowie den Rookie-Verträgen (Beaubois, Jones, Cunningham) und Verrechnungsposten (Empty Roster Spots) blieben den Mavericks noch etwa 1,1 Millionen Dollar Gehaltsspielraum.

Die einzig verbliebene Exception ist in diesem Szenario die sogenannte Room MLE, die es ermöglicht hätte, einem weiteren Spieler 2,5 Millionen Dollar zu überweisen. Selbst wenn also noch einige Trades für zusätzlichen Spielraum gelungen wären, die Starting Five hätte wohl im Optimalfall aus Williams – Carter – Marion – Nowitzki – Brand bestanden. Wenn für die Bankspieler einmal 2,5 Millionen und sonst das Minimum zur Verfügung stehen, ist zudem von der Stärke der Mavericks in den letzten Jahren, der Tiefe, nichts mehr übrig. Das gilt damit auch für die Titelhoffnungen in Dallas: Mit einem derartigen Rumpfkader stehen die Chancen nahe Null, das Allstar-Ensemble aus Los Angeles oder die jungen Oklahoma City Thunder in einer Serie zu schlagen und überhaupt in die Conference Finals vorzudringen.

Um zu Cubans Vergleich mit dem aktuellen Team zurückzukehren: Die neuen Starter für diese Saison, Darren Collison, O. J. Mayo und Chris Kaman, verdienen zusammen drei Millionen Dollar weniger als Deron Williams alleine erhalten hätte. Auch größte Optimisten dürften kaum damit rechnen, dass einer der Drei auf dem Niveau des Allstar-Spielmachers agieren wird. Allerdings kann Dallas so trotz der Fragezeichen, die hinter den Neuverpflichtungen stehen, auf jeder Position einen Spieler aufbieten, der nicht nur nominell, sondern auch von der Qualität als Starter anzusehen ist. Für die Backups blieb noch zusätzlicher Spielraum, so dass auch die Bank im direkten Vergleich stärker besetzt ist.

Diese Aufstellungen stehen allerdings für den Blick zurück und Was-Wäre-Wenn-Überlegungen. Welche Bedeutung hat die nicht gelungene Verpflichtung von Deron Williams für die kommenden Jahre? Die Antwort auf diese Frage findet sich mit einem Blick auf das zukünftige Gehaltsgefüge der Mavericks: In der kommenden Free Agency sind noch etwa drei Million Dollar mehr an Gehalt in den Verträgen von Nowitzki und Marion gebunden – mit 32 Millionen wäre deutlich mehr als die Hälfte des Caps Space‘ verbraucht. Also entstünden die gleichen Probleme wie oben dargelegt auch 2013/14 – das Williams-Szenario ist eine Beispielrechnung, wieso ein neuer Star im ersten Jahr mehr Probleme als Chancen mit sich brächte.

 Die Alternativen

Indem nur Einjahresverträge abgeschlossen wurden, zeigten die Mavs in der heißen Tradephase vor dieser Saison, dass sie auf der Jagd nach einem großen Namen beharren wollen. Auch das dauerhafte Scheitern dieser Strategie muss in Betracht gezogen werden und damit die Frage, ob und wenn ja wie ein Strategiewechsel erfolgen soll. Ein solcher kann noch während der Saison durch Trades stattfinden oder in der kommenden Offseason – andernfalls werden sich die Mavericks bis zu Nowitzkis Karriereende nur von Saison zu Saison hangeln.

Die naheliegendste Option wäre es, einen Trade für die zweite Säule des Teams anzustreben statt Free Agents zu verfolgen. In den letzten Jahren sind deutlich mehr wertvolle Spieler per Trade zum neuen Team gekommen als nach dem Auslaufen ihres Vertrags. Zu nennen wären etwa Dwight Howard, Chris Paul oder Camelo Anthony, Ausnahme ist lediglich das Team aus Miami. Der Joe Johnson-Deal zeigt zudem, dass sich Spieler mit schlechten Verträgen durchaus auch mit nur geringem Gegenwert ertraden lassen. Für einen größeren Fisch würden in Dallas ohnehin die Bausteine fehlen, also bleibt nur die Möglichkeit, sich einen überteuerten Zweite-Reihe-Star zu angeln. Damit würden die Mavericks aber wenig gewinnen, da die Möglichkeiten, über Exceptions trotzdem einen vernünftigen Kader zusammenzustellen, wie es den Nets gelang, praktisch nicht vorhanden ist – es fehlen die Bird-Rechte für Spieler wie Kaman oder Mayo. Zudem müsste das Team einige der jetzt vorhandenen Spieler zum Ausgleichen des Gehalts und eventuell zukünftige Draft-Rechte abgeben. Die Schäden für gleichermaßen kurz- wie langfristige Pläne machen diese Variante damit praktisch völlig sinnlos.

Alternativ wäre ein schneller Rebuild über den Draft eine Option, ähnlich wie Portland es zur letzten Deadline begonnen hat: Einige der wertvolleren Spieler für hohe Picks abgeben, eine eher schlechte Saison in Kauf nehmen und in den folgenden Jahren durchstarten. Allerdings fällt auch diese Option für Dallas aus, einerseits fehlen wiederum die Assets, um große Trades durchzuführen, andererseits – und das ist entscheidend – ist Nowitzki sieben Jahre älter als LaMarcus Aldridge. Längerfristig angelegte Pläne werden allenfalls die Zeit nach Nowitzki beeinflussen, ein 2013 gezogener Top-Rookie wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr während der Karriere der Nummer 41 auf ein Niveau gelangen, um das Team (mit) zu tragen.

In allen Trade-Szenarios ist zudem der aus dem Lamar Odom-Trade abzugebende Draftpick (mittlerweile nach Oklahoma City) ein erhebliches Hindernis, weil durch die vereinbarten Modalitäten die Abgabe weiterer Picks erheblich erschwert wurde.

Der Ruf nach längerfristigen Verträgen dürfte umso größer werden, je besser die diesjährigen Neuverpflichtungen spielen, in erster Linie O.J. Mayo und Darren Collison. Egal, ob das Management diesen beiden oder Free Agents des kommenden Jahres zutraut, den Mavs auch mehrere Jahre weiterzuhelfen: Für ein solides Starter-Niveau erhalten auch Guards mindestens 8 Millionen Dollar pro Jahr, wie etwa die Verträge von Goran Dragic bei den Suns oder George Hill, der bei den Pacers Collison verdrängt hatte, zeigen. Auf den großen Positionen sind auch die Kosten für die Teams noch größer, wie an den zweistelligen Millionenbeträgen auch für rohe Spieler wie etwa JaVale McGee in Denver ersichtlich. Der Vorteil, durch günstige Übergangs- oder Rookie-Verträge auch mit nur wenig Platz unter dem Cap zumindest potentiell starke Spieler zu verpflichten, würde entfallen – die Probleme wären ähnlich wie im ausführlich dargelegten Star-Szenario.

Damit bleibt nur noch, den Status Quo mit Einjahresverträgen beizubehalten. Die Mavericks bauen zu Recht darauf, dass Spieler wie O.J. Mayo und Chris Kaman sich von ihrem Kurzaufenthalt einen Schub für ihre Karriere erhoffen. Dallas kann den Spielern gute Bedingungen, Spielzeit und Playoffchancen bieten und damit die Möglichkeit, sich für weitere Verträge zu empfehlen. Damit landen allerdings nur solche Spieler in Texas, deren Aussichten auf den langfristigen Vertrag durch Formschwächen (Mayo, ähnlich Darren Collison) oder Verletzungen (Kaman) gesunken sind. Je nach dem, wie gut die jährlichen Neuverpflichtungen einschlagen, dürfen die Mavericks allerdings nur im besten Fall auf mehr als ein Ausscheiden in der ersten Playoffrunde hoffen – ein Lotterie-Pick ist aber genauso wenig auszuschließen.

Fehlplanung von Anfang an?

Erneuter Blick zurück: Nach Meisterschaft und Lockout beschloss das Dallas-Management, das Championship-Team nicht beizubehalten. Vor allem der Wechsel von Tyson Chandler per Sign and Trade, der dem Center bei den Knicks einen langfristigen, gut dotierten Vetrag verschaffte, bedeutete eine erhebliche Schwächung des Teams. Anderseits gewannen die Mavs so aber auch Flexibilität für die Zeit ab 2012 und damit erst die Möglichkeit, um einen Maximum-Spieler zu werben. Begründet wurde dieser Schritt von Cuban nicht mit den deutlich steigenden Luxury-Tax-Tarifen, sondern mit der sinkenden Flexibilität: Die neuen Verträge nach dem Lockout sehen ab einem Gehaltsvolumen von etwa 74 Millionen Dollar, dem sogenannten „apron“, besondere Strafen vor. Neben gekürzten Exceptions ist vor allem das Verbot von Sign and Trade-Deals bedeutend, auch weitere Einschränkungen reduzieren die Flexibilität der betroffenen Teams – das wollte der Mavs-Besitzer vermeiden. Es ist also deutlich, dass die momentane Gehaltssituation absichtlich herbeigeführt wurde. Die Aussicht, andernfalls neben Chandler wohl auch langfristig an die alternden Jason Kidd und Jason Terry gebunden zu sein, mag dazu beigetragen haben. In jedem Fall wurde die Möglichkeit, weiter über dem Salary Cap zu agieren, zugunsten der Free Agency verworfen.

Mit dieser Entscheidung ist das Mavs-Management allerdings relativ einsam: Ein Großteil der Teams mit vergleichbaren Bedingungen hat sich spätestens mit diesem Jahr auf längere Zeit jenseits der 58 Millionen, oft sogar jenseits der 70 Millionen Dollar, also der Luxussteuergrenze, festgelegt. Das heißt: Keine andere Franchise, die annähernd so viel Gehalt an einen einzigen Spieler bezahlt wie Dallas an Nowitzki, scheint in den verbliebenen Vertragsjahren ihrer Großverdiener unter den Cap gehen zu wollen. Die anderen Big Market Teams lassen gezielt einen Großteil ihrer Verträge gleichzeitig auslaufen, etwa von Bryant und Gasol bei den Lakers. Praktisch genauso, allerdings mit der zusätzlichen Unsicherheit einiger Optionen, ist die Struktur im Big Apple sowie bei Miamis Big Three. Bei den grundsätzlich vergleichbaren Teams, die nicht so verfahren, ist die Altersstruktur eine andere: Chicago und OKC sind noch deutlich jünger; in San Antonio und Boston haben Duncan und Garnett ihre bisherigen 20-Millionen-Gagen bereits durch geringer dotierte Verträge ersetzt – allerdings blieben diese beiden Teams trotzdem oberhalb des Caps.

Ob sich Mark Cuban und Donnie Nelson mit ihrer Strategie tatsächlich verschätzt haben, muss sich noch zeigen. Die meisten der Regelungen wirken erst in den kommenden Jahren, so dass sich mögliche Probleme anderer Teams erst noch ergeben könnten. Dallas hat sich allerdings bewusst den Tücken unterworfen, die aus einem Großverdiener und den geringen Möglichkeiten unterhalb des Salary Caps entstehen – mit allen negativen Folgen für die verbliebene Karriere des Franchise-Players. Um zum Bild der „Lame Duck“ zurückzukommen: Der Hintergrund, keine gravierenden Fehlentscheidungen für den folgenden „Amtsinhaber“ zu hinterlassen, trifft hier ebenfalls zu. Auch wenn es gerade für deutsche Nowitzki-Fans wenig attraktiv erscheint, ist es für die Mavericks besser, keine zu großen Hypotheken auf die Zukunft aufzunehmen, etwa in Form von teuren Verträgen oder weiteren abgegebenen Draftpicks.  Der Neuaufbau ist dann auch mit der neuen Sparsamkeit bei den Mavs gut zu bewerkstelligen – allerdings keine Meisterschaft mehr mit Nowitzki.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

8 comments

  1. Smido83

    Es ist leider so, dass Dallas diese, sowie nächste Saison wirklich keinen Einfluss mehr auf das Titelrennen nehmen wird bzw. kann. Das ist wirklich sehr schade. Aber insgesamt denke ich, dass die Entscheidung im Herbst 2011 trozdem richtig war, Chandler nicht zu verlängern. Denn in diesem Fall hätte man garkeine Chance mehr gehabt, das Team irgendwie zu verjüngen. Heute würde die Starting 5 wahrscheinlich noch ähnlich bzw. genauso aussehen wie 2011. Hätte man Chandler gehalten, dann denke ich, dass Vince nicht gekommen wäre und Dallas lieber die MLE an Stevenson gegeben hätte. Ergo wäre Chandler/Dirk/Marion/Stevenson/Kidd immernoch die Starting 5 und Terry der 6th Man. Diese 6 Spieler wären momentan im Durchnitt rund 34 Jahre alt und Dallas würde wohl genauso wenig als Contender zählen wie das momentane Team.

    Man kann Cuban vorwerfen, dass er nicht alles versucht hat um Williams nach Dallas zu holen. Und genau genommen sollte man das auch. Diese Saison wäre das Team natürlich nicht so breit und tief wie es momentan ist. Aber um Williams mit der 2nd. Option Nowitzki hätte man die nächsten 2 Jahre durchaus ein gutes Playoff Team aufbauen können. Diese Chance sehe ich nun leider nicht mehr.

    Da Dirk nach neuesten Meldungen noch mindestens 4 Wochen fehlen wird, denke ich leider, dass auch der Plan B, viele ordentliche Spieler mit 1 Jahres Verträgen um Dirk zu scharen, nach hinten losgehen wird. Da man meiner Meinung nach momentan mindestens 2 Siege mehr haben müsste (Charlotte, Golden State waren beide zu gewinnen) und nun einige dicke Brocken kommen. Daher wird es Dirk dann auch nicht mehr richten können. Der Restliche Kader ist ohne ihn und die Aufmerksamkeit die er auf sich zieht einfach nicht stark genug.

    Zwar spielt Mayo momentan die offensiv beste und effektivste Saison seiner Karriere, aber genau diese wird auch der Grund sein, weshalb man ihn im nächsten Sommer wohl nicht wird halten können. Bzw. wenn man ihn halten will, dann wird es verdammt teuer, womit man wiederum keinen Star wird verpflichten können. Gleiches wird mit Abstrichen auch auf Kaman zutreffen. Sollte er weiterhin fit bleiben wird man auch ihn nicht halten können, da scorende Center eben doch recht rar sind.

    Die einzige Möglichkeit wäre daher wohl nur ein Trade bzw. ein Sighn&Trade der Marion sowie vieleicht Wright und einen der Rookies beinhaltet. Aber auch da stellt sich die Frage, welche abwanderungswilligen Stars die im besten Alter sind und das Zeug zum Franchise Spieler, oder zumindest zum Allstar haben gibt es denn noch in der Liga? Mir fällt da momentan niemand ein.

    Daher gebe ich dem Artikel leider wiederwillig Recht. Dallas wird die nächsten Jahre weiterhin im Mittelfeld landen. Diese Saison sind sie wohl zu schlecht für die Playoffs, aber wenn Dirk dann zurück kommt wiederum auch zu gut für einen Top Pic. Da sich, sollte kein Wunder geschehen, auch im nächsten Sommer kein weiterer Superstar/Allstar neben Dirk wiederfinden wird, wird Dirk also auch 2013/14 bestenfalls mit 1 Jahres Spielern um die 2. Runde der Playoffs spielen. Genauso wie schon letzte Saison.

    Und ob er dann 2014 mit 36 Jahren nochmal die Lust empfindet an einem kompletten Rebuild teilzunehmen… da glaube ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich dran. Ergo wird seine Abschiedstour wohl im bedeutungslosen Mittelfeld der Liga enden.

  2. Julian Lage

    |Author

    Erstmal: Danke für dein Feedback, freut mich, dass du mir zumindest in den Grundzügen zustimmen kannst.

    Bezüglich der Überlegungen mit Chandler müssen auch noch Brewer und Fernandez miteinbezogen werden und die Frage, wann Haywood die Amesty erwischt hätte. Das Team wäre mit den aktuellen Verträgen von Kidd und Terry absolut bezahlbar, evtl. wäre sogar ein zusätzlicher PG möglich gewesen. Aber wie schon gesagt, ich hätte da genauso wenig die echte Chance gesehen. Die Konkurrenz aus Thunder+Heat(+Lakers) hätte die Chancen auch im Optimalfall sehr gering gehalten und es ist eh nicht passiert, also, was solls…

    Stell dir mal vor, Nowitzki wäre mit Williams verletzt. Dann würden jetzt so in etwa spielen: Williams Carter Marion Wright Brand – und Brand als bezahlbarer “Center” ist schon freundlich gerechnet. Das wäre ziemlich genau wie letztes Jahr bei den Nets, Williams mit einem brauchbaren Starter (Humphries bzw. Marion) und noch viel schlechter als das, was jetzt auf dem Feld steht. Das 2. Jahr wäre der einzige Lichtblick, immerhin hat man dann ne 5 Mio MLE. Aber zwei Stars, Marion und Füllmaterial machen auch mit jemandem wie Crawford (vmtl. der Optimalfall für die MLE) keinen Contender. Im Jahr darauf ist das Problem wieder das gleiche wie dieses, Williams (statt Nowitzki) mit dem 20 Mio-Vertrag, keinen echten Raum unter dem Cap. Es wäre zwar dauerhaft ein Star da, aber dass Williams allein zu nichts führt, ist denke ich in den letzten Jahren gut sichtbar geworden.

    Ich sehe auch mit optimistischstem Blick kein halbwegs Szenario (außer der Kategorie “Howard unterschreibt für die Room MLE”) in dem die Mavs in Nowitzkis Karriere noch mal Contender sind. Ein Trade ist auch komisch, also wird das auf Mittelmaßmavs für die nächsten 2-4 Jahre und dann einem Rebuild a la Thunder rauslaufen…

  3. D41

    Im Grunde könnte man sich einen Rubulid in der Zeit mit Dirk noch ermöglichen. Dirk hat angedeutet, das er gerne noch zwei Jahre an seinen Vertrag bis 2014 dranhängen würde. Somit wäre 2014 das Jahr für Dallas, in dem man entscheidet um die Meisterschaft bis 2016 zu spielen.
    Ab der Saison 2014 ist kein garantierter Vertrag vergeben. Das heißt, wenn Dirk und Marion bereit sind auf viel Geld zu verzichten für eine Titelchance ist erst da wieder etwas möglich. Vorher sind die Chancen aus den genannten Gründen quasi nicht vorhanden. Bis dahin kann man sich mit Einjahresverträgen durchschlagen. Interessant bleibt die Frage was mit Collison und Mayo nach dieser Saison passiert. Ob Dallas bereit ist für Mayo über 10 Mio $ und für Collison etwa 8 Mio $ zu zahlen.

  4. Julian Lage

    |Author

    Wie genau meinst du Rebuild? Der Normalfall wäre über den Draft, und wie schon im Text geschrieben käme das wohl zu spät. Höchstes ein paar Assets für Trades ließen sich da sammeln, auch ein Nr 1.-Pick kann im Normalfall nicht gleich so funktionieren – mal abgesehen davon, dass es mit Nowitzki und halbwegs vernünftigen FAs nicht unter einen 10. Pick gehen wird.

    Wenn Nowitzki 2014 noch einen Vertrag unterschreibt, der dem von Duncan und Garnett vergleichbar ist, und Marion einen für <3 Mio oder so, ginge vielleicht noch mal was. Aber die Spurs und Celtics haben noch ~2 weitere Stars und, wie schon gesagt, sind trotzdem noch über dem Cap geblieben. Wirkliche Championshipchancen haben aber wieder nur die jungen (d.h. bei Max-Verträgen billigeren) Thunder und die Big Spender Lakers und Heat.

    Bei den diesjährigen FAs ist das Problem, dass die Mavs keine Bird Rights für Mayo haben. Damit kann das aktuelle Team nur schwer gehalten werden und die MLE ist auch nicht zugänglich. Das macht die Verlängerung für das nächste Jahr schon wieder wenig attraktiv.

  5. Smido83

    Im Grunde könnte man sich einen Rubulid in der Zeit mit Dirk noch ermöglichen. Dirk hat angedeutet, das er gerne noch zwei Jahre an seinen Vertrag bis 2014 dranhängen würde. Somit wäre 2014 das Jahr für Dallas, in dem man entscheidet um die Meisterschaft bis 2016 zu spielen.

    Bis dahin kann man sich mit Einjahresverträgen durchschlagen. Interessant bleibt die Frage was mit Collison und Mayo nach dieser Saison passiert. Ob Dallas bereit ist für Mayo über 10 Mio $ und für Collison etwa 8 Mio $ zu zahlen.

    Also ich bin mir ziemlich sicher, das 2014 ein Crowder so weit sein wird um als Starter zu spielen. Von daher sollte Marion für erheblich weniger verlängern (nicht mehr als 3-4 Mio), sofern er dann denn überhaupt noch will, bzw. mit einer Rolle von der Bank zufrieden ist. Bei Dirk, sofern er sich dann immernoch fit genug fühlt, könnte ich mir ohne weiteres vorstellen, dass er für 20/2 noch mal verlängern würde. Geld hat er ja mehr als genug, und wenn der Cap benötigt wird, dann sighned er wohl dafür ohne länger zu überlegen. Siehe Duncan…

    In Sachen Majo ist das Gute, also seine momentan herausragenden Leistungen, gleichzeitig unser größtes Problem. Spielt er auch nur annähernd so weiter, bzw. funktioniert auch als 2. Option neben Dirk, dann wird man wohl deutlich mehr als 10 Mio investieren müssen. Nehmen wir nur mal die Suns als Beispiel, die diesen Sommer einen verletzungsanfälligen Gordon fürs Max sighnen wollten… Nächsten Sommer haben sie auch wieder genug Cap für solch einen Vertrag und suchen immernoch nen stark scorenden Starting SG, der 1. Option spielen könnte. Sie sind da übrigens nicht das einzige Team… Spielt er also auch neben Dirk so gut, dann wird Cuban bzw. Nelson wohl nichts anderes übrig bleiben als sich entweder langfristig auf Mayo als zumindest Co Star festzulegen (verbunden mit 13-14 Mio im ersten Jahr), oder ihn schweren Herzens ziehen zu lassen, wenn man doch wiedererwartend nen Star bekommen könnte. Bei ersteren, wird man demzufolge 2014 also wiederum rund 35 Mio an Cap besetzt haben, ähnlich wie nächsten Sommer. Mayo 15 Mio, Dirk 10 Mio, Marion 4 Mio, Cunningham 1,3 Mio, Crowder 1 Mio + 7 eRS. Da sind die wahrscheinlichen 1st Rounder (da Top 20 Protected) 2013 bzw 14 noch nicht mit eingerechnet.

    Also wäre zwar das Geld da einen Top Star zu holen, sowie nebenher wohl noch ein, zwei oder mit der MLE (welche dann auch immer) 3 ordentliche Spieler um das Team in der Breite zu verstärken. Nur halt dann mit den nochmals 2 Jahre älteren Nowitzki und Marion im Team. Jedoch gibt die Free Agent Class 2014 auch nicht sonderlich viel her, was nen Allstar Max Contract rechtfertigen würde. Also zumindest an jüngeren Spielern nicht.

    Das Collison verlängert wird sehe ich eigentlich nicht kommen. Denn 32/4 wird man ihm mit Sicherheit nicht bieten, was bei deinen 8 Mio Einstiegsgehalt normal wäre. Dazu müsste er schon im Zusammenspiel mit Dirk und Mayo brillieren, wenn ersterer wieder fit ist. Nur dann wäre Dallas eben auch 2014 in der Lage in der sie letzte Saison gewesen sind. Um nen Max Spieler zu sighnen könnte man Marion nicht halten und stünde wieder mit nem Rumpf Team aus Max Spieler, Mayo, Collison, Crowder, Dirk + Vet Min Spieler da… nur eben mit Dirk der dann nochmals 2 Jahre älter ist.

    Daher würde mir die erst genannte Möglichkeit, also mit Mayo langfristig unter Vertrag, momentan noch am besten gefallen. Denn um ihn sowie den möglichen 2. Max Spieler 2014 könnte man langfristig einen neuen Contender aufbauen. Kurzfristig könnten dem Team eben Dirk und Marion noch helfen in der Liga zumindest eine gute Rolle zu spielen. Aber so oder so, selbst dann wird Dirk, bzw Dallas mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bis 2016 nicht mehr um einen Titel spielen.

  6. Julian Lage

    |Author

    Also, ich kann dir bei den Spielereinschätzungen nicht ganz folgen… Mit den Vergleichen zu Hill und McGee wollte ich das Preisniveau für solide Starter eingrenzen, nicht sagen, dass die Dallas-Neuverpflichtungen da hin kommen.
    Das Maximum für einen Spieler, dem diese Saison niemand (deutlich) mehr als 4 Mio zahlen wollte ist doch eher unrealistisch. Dafür muss Mayo seine 60+ eFG schon beibehalten bzw. irgendjemand in Verzweiflung ausbrechen. Genauso bei Crowder und Collison, der eine wurde an 34 gedraftet, der andere trotz Minimal-Gehalt praktisch verschenkt. Das hat seine Gründe, da kann man sie jetzt trotz aller positiven Überraschung (die bei Collison einige richtig miese Spiele beinhaltet, bei Crowder DNPs) nicht gleich zu echtem Starter-Niveau erklären. Die langfristigen Planungen habe ich mir ja im Artikel gerade deswegen weitestgehend gespart und mit auf die systemischen Voraussetzungen gestürzt, weil man dafür mindestens mal die Saison abwarten muss. _Wenn_ sich Collison weiter stabilisiert und Mayo sich in den Grundzügen auf dem aktuellen Niveau halten kann, werden die Mavs sicher über einen neuen Vertrag verhandeln, da hast du recht. Bei Crowder kostet zumindest abwarten “nichts”, nach den Picks/Draft-Day-Trades der letzten Jahre sehe ich alles in die Richtung als unerwarteten Bonus ;)

  7. Smido83

    Ich verstehe nicht was du jetzt mit Hill und McGee meinst. Über die beiden habe ich doch nicht ein Wort geschrieben? :?:

    Zu Mayo: Mayo brachte 2 Jahre gute Leistungen als Starter, dann hatte er 2 schlechte Jahre als Bankspieler. Nun im 5. Jahr kann er zeigen, dass er eine zumindest 2. Option als Starter, bzw. in einem 0.500er Team (also Playoff Aspiranten) auch die erste Geige spielen kann. Wenn er also auch neben Dirk mit überdurchschnittlichen Quoten sehr gut punktet, dann ist ein Max Contract eben für mich nicht ausgeschlossen.

    Nochmal, einem Gordon, der auch nur 2 gute, sowie eine starke Saison gespielt hat, wurde während der letzten Free Agency ein MAX Contract angeboten obwohl er ein Jahr verletzt war. Wieso sollte dies bei einem Mayo, wenn er am Ende der Saison mit 20 PPG und nahe der 50/40/90 Grenze ist, nicht auch angeboten werden? Vor allem, da es bei ihm keine größere Verletzungshistorie gibt?

    Zu Collison habe ich übrigens auch geschrieben, dass man ihn wohl nicht für ein Dragic-like Gehalt resighnen wird. Es sei denn er spielt ein überragendes Pic&Pop mit Nowitzki, punktet selber auf konstant hohem Niveau und findet obendrein noch Mayo in seinen Sweet Spots am Perimeter. Der Beweis: Das Collison verlängert wird sehe ich eigentlich nicht kommen. Denn 32/4 wird man ihm mit Sicherheit nicht bieten, was bei deinen 8 Mio Einstiegsgehalt normal wäre. Dazu müsste er schon im Zusammenspiel mit Dirk und Mayo brillieren, wenn ersterer wieder fit ist. .

    Und zu guter letzt habe ich nur gesagt, dass Crowder (Team Option 2014 für 1 mio) in 2 Jahren durchaus so weit sein könnte zu starten und Marion’s Rolle als primärer Verteidiger für den besten gegnerischen Flügelspieler übernehmen könnte. Das er obendrein auch gute Anlagen im Offensivspiel (vor allem auch von Außen) zeigt ist ein weiterer Bonus. Daher sollte ein MArion, wenn er denn auch verlängern wollte, nicht sehr teuer sein. Ganz egal wo Crowder wann gedraftet wurde. Er kostet Dallas bis 2014 eigentlich nix, aber hat die Anlagen mal ein 30 Min Starter zu werden.

    Ich weis daher insgesamt nicht so wirklich, was du mir mit deinem gesamten Text sagen wolltest. Ja, letzten Sommer wollte niemand Mayo einen großen Vertrag geben, da man nicht sicher war ob er den wert ist. Spielt er weiterhin so gut, dann hat er es bewiesen. Vor allem da Mannschaften eben bereit waren auch einem dauerverletzten Gordon, den ich nicht besser als den momentanen Mayo einschätze, einen Max Contract zu geben. Ich sagte außerdem Colison wird nur bleiben, wenn er 1. nicht viel kostet (eben viel weniger als die 8 mio die D41 nannte), oder 2. die restliche Saison (dann eben auch zusammen mit Dirk) super spielen sollte. Und zu guter letzt habe ich nur gesagt, dass Crowder 2014 Marion’s Rolle als Starter übernehmen kann. Aber nichts darüber, dass er nen hohen Vertrag bekommt da es zig interessenten geben wird.

    Reden wir hier aneinander vorbei, oder verstehe ich einfach nur nicht worauf du hinaus willst?

  8. Julian Lage

    |Author

    Kann sein, dass wir aneinander vorbei reden. Hill/McGee waren meine Beispiele im Text, ich bin davon ausgegangen, dass sich eure Diskussion darum dreht.
    Dein vorheriger Beitrag klang für mich viel mehr nach ‘das wird genau so kommen’ (etwa “Also ich bin mir ziemlich sicher, das 2014 ein Crowder so weit sein wird um als Starter zu spielen.”), weniger nach Möglichkeiten wie in deinem letzten Beitrag. Bei dem Wenn-Dann-Szenario sind wir glaube ich nicht wirklich weit voneinander weg, ich bin nur prinzipiell etwas pessimistischer, glaube ich.


Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben