NBA, Podcast, Salary Cap / CBA, Wired

CBA-Verhandlungen: Was wird sich 2017 ändern?

Go-to-Guys Wired #164

In Ausgabe 164 unseres Podcasts diskutiert Host Jonathan Walker mit Redakteur Julian Lage einige der Neuerungen im Tarifvertrag, der 2017 in Kraft treten wird. Noch ist der Vertrag nicht unterschrieben, doch einige interessante Änderungen zu Extensions, Exceptions und dergleichen sind bereits durchgesickert. Grund genug, Vor- und Nachteile für Teams und Spieler zu erörtern, zu überlegen, wozu die jeweilige Änderung dienen soll und wie gravierend diese wirklich sind.

Wie auch im Podcast selbst angemerkt, sind bislang kaum stichhaltige, ganzheitliche Informationen bekannt geworden, sondern lediglich einzelne Punkte, die wir besprechen wollten. In den folgenden Tagen nach der Aufnahme kamen und kommen natürlich weitere Details ans Licht, die wir zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht wissen konnten.

Wer keine Folge des Podcasts verpassen will, abonniert diesen einfach auf iTunes.

Ihr könnt den Podcast entweder über unseren Youtube-Channel oder direkt unter diesem Post hören. 

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

13 comments

  1. kdurant35

    Guter Pod. Schöne Zusammenfassung der derzeit bekannten Änderungen.

    Mir hat einzig die Analyse der neuen Extension Rule für Spieler gefehlt, die die DPE Kriterien nicht erfüllen. Die Auswirkungen find ich sehr unterschätzt.
    Mit der Möglichkeit vorzeitig um 4 Jahre zu verlängern und das Gehalt um 20% steigen zu lassen ist zwar eine Verbesserung eingetreten. Wirklich lukrativ ist das aber wohl nur in Zukunft wenn Verträge ab 2016 betroffen sind. Für Favors, IT4, LMA oder auch PG13 (wenn er die Anforderungen für DPE nicht erfüllt) ist dies nicht ausreichend. So werden immer noch viele wichtige FAs nicht vorzeitig verlängern. Gerade für Teams die eher eine breite Spitze ohne FP haben könnte dies ein großes Problem werden. Denn wenn die Too-FAs vorzeitig verlängern jagen die Teams die best verbliebenen.

    Zu KD. Ich seh da ehrlich gesagt kein großes Problem. GS hat zwar keine Birdrechte, kann jedoch durch Non-Birds nahe dran (ca 2-4 Mio je nach Kalkulation). Dann könnte KD nochmal einen 1+1 unterschreiben und 2018 langfristig vverlängern. Cap soll ja dann nochmal leicht steigen und dank der early Birdrechte bekommt er dann die 8% Steigerung statt die max 5 im kommenden Sommer. Das sollte die Verluste ausgleichen.

    Jonathan hatte noch angesprochen das es unklar ist ob DPE 5 oder 6 Jahre sind. Soweit ich das verstanden habe immer maximal 5. Diese Option kann für FAs ab 2018 ein Jahr vorzeitig vereinbart werden. Dadurch kommt die Restlaufzeit von 6 zustande.

    Aber mal sehen wie es genau aussieht

  2. Julian Lage

    Danke für die Rückmeldung, leider ist der Pod nicht mehr ganz taufrisch, so dass bei Aufnahme manche Details noch nicht bekannt waren ;) Der Analyse dazu würde ich im Prinzip zustimmen, wobei natürlich die Free Agency allgemein ‘entschärft’ wird bzw. an Bedeutung verliert. Vermutlich werden die Teams noch mehr versuchen, sich über den Draft aufzubauen.

    E: Kleine Anmerkung im Zusammenhang mit erst später bekannt gewordenen Infos noch: Jetzt ist ja klar, dass die Traderegeln insoweit vereinfacht werden, dass man 175% des abgegebenen Gehalts aufnehmen kann. Dafür zählen nicht garantierte Beträge nicht mehr ins abgegebene Gehalt mit rein. Finde ich auf jeden Fall interessant, aber ich bin noch nicht sicher, ob ich es auch gut finde ;)

    Hast du dafür eine genaue Rechnung/Quelle? Soweit ich weiß, wird der Max-Vertrag jetzt wirklich über x% des Caps statt wie bisher etwas anders berechnet: (cbafaq: “They use a different cap calculation to determine the maximum salaries, which is based on 42.14% of projected BRI rather than 44.74%.”)
    Vermutlich wird es so laufen, weil es sich KD in Sachen Medien-Wirkung kaum leisten kann, die Warriors für ein paar Mio mehr Gehalt die Bank zu kosten… Praktisch könnte es aber auf 5 Mio+ rauslaufen, die er dadurch weniger verdient.

  3. Jonathan Walker

    |Author

    Danke für dein Feedback und die Anmerkungen. :tup:

    Die Details die du ansprichst, waren am Samstagabend, als wir aufgenommen haben, zumindest mir noch nicht bekannt. Leider ging der Pod erst 1,5 Tage später raus als geplant und wir wissen heute bereits mehr als noch am Wochenende.

    Edit: Julian war etwas schneller.

  4. Simon

    Danke, toller Pod. Wie immer ;)

    Bei KD könnte ich mir vorstellen, dass ihm der Max gar nicht so wichtig ist. Der Wechsel nach Oakland war ja schon eine Entscheidung für sportlichen Erfolg und zumindest potentiell gegen etwas mehr Geld, auch wenn er bisher noch auf nichts verzichten musste. Wenn der Erfolg dieses Jahr stimmt (Titel oder mindestens Finals) und er glücklich bei den Warriors ist, könnte er durchaus auf etwas Geld verzichten, um die Chance auf weitere Titel in den nächsten Jahren zu erhöhen. Curry würde ich das grundsätzlich auch zutrauen, aber er war bisher so extrem unterbezahlt, dass er den Max wohl nehmen wird. Oder, wenn KD auf Geld verzichtet, vielleicht auch symbolisch auf eine Million verzichtet. Dann hätte keiner der 4 Stars das maximale Geld genommen…

    Das geht mir mit einigen Details so. Spannend werden auf jeden Fall die unbeabsichtigten Folgen der neuen Regelungen, die sich erst zur Trade-Deadline, im Sommer oder noch später zeigen.

    Bei euren Überlegungen zum Spielplan habt ihr den wichtigsten Punkt vergessen: wenn es weniger Spiele gibt, gibt es weniger Daten für fröhliche Advanced-Stats-Spielereien ;) Besser wäre also ein Spielplan wie im Baseball, wo die Mannschaften gefühlt 8 Mal pro Woche ranmüssen :mrgreen:

  5. Jonathan Walker

    |Author

    Danke dir!

    Es wird allgemein interessant sein zu beobachten, ob Stars auch bei $200+ Millionen Deals noch auf jeden Cent bestehen, um ja als “Max-Player” zu gelten, oder ob der eine oder andere sich sagt, dass ein paar Millionen weniger immer noch knapp das doppelte früherer Max-Verträge sind und auch reicht. Bei KD kann ich mir es auch vorstellen – und wie im Pod angesprochen, sollte er seinen “It’s about the whole group”-Aussagen eigentlich auch Taten folgen lassen. Was du bzgl. Curry ansprichst, finde ich auch interessant. Kann mir auch vorstellen, dass er sich mit $200 Mio. begnügt und so symbolisch was für’s Team opfert. Andererseits ist er eigentlich DER Spieler, dem so eine Summe zustehen würde. Wird spannend.

    Sample Size ist auch nicht alles :mrgreen: Für einen Spielplan mit z.B. 56 Spielen könnte ich getrost auf etwas SS verzichten. Wird aber aus genannten Gründen eh nicht passieren.

  6. kdurant35

    @julian

    Danke für die Klarstellung. Gerade bei solchen Dingen sind 1,5 Tage natürlich nicht ganz unrelevant :-).

    Zu KD. Was meinst du mit Quelle? Über was. KD kann ohne Birdrechte für 120% seines Vorjahreseinkommens unterschreiben (wenn sich da nichts ändert). Das müssten ca 32 Mio sein (hsb sein genaues Gehalt gerade nicht parat). Deshalb 2-4 Mio Differenz. 34 wäre ja bei altem Berevhnungsschema, 36 falls wirklich genau nach Cap berechnet wird.

  7. Julian Lage

    Mit Quelle meinte ich, falls du irgendwas dazu gelesen hättest… 120 % wären laut Spotrac-Gehalt 31,848 Mio. Dann klingen deine 2-4 Mio passend, wenn man die Salary Cap-Größenordnung von knapp über 100 nimmt, die nach der Free Agency genannt wurde.
    Mir kam das etwas zu wenig vor, weil ich solche Summen als erforderlicher Verzicht auch ohne neues CBA gehört hatte. Da ja jetzt mehr ins BRI zählen soll und damit der Cap vermutlich stärker ansteigt, könnte es doch etwas mehr werden. Bei nem Cap von >110 sind es dann z.B. fast 39 Mio bzw. 8 Mio Verzicht. Ist aber wie gesagt viel Spekulation/Gefühl dabei ;)

  8. kdurant35

    Och hatte mit den rund 103 Mio gerechnet. Bei ca 110 profitiert man ja wiederrum von den niedrigen Capholds von Curry, Iggy und Livingston. Dann könnte man KD mehr aus dem Cap geben und trotzdem zumindest Iggy oder Livingston halten (ohne das jetzt ganz genau berechnet zu haben).

    Wie hoch der Cap genau ist kann man halt derzeit kaum vorhersagen. Dann soll ja angeblich die max jährliche Steigerung auch limitiert werden. 103 wären ja schon 9 Mio. Gut möglich das dann irgendwann auch die Bremse kommt trotz höheren Anteilen am BRI. Noch so viele unbekannten :-)

  9. Poohdini

    Das war glaube ich einer meiner Lieblingspods in diesem Jahr/dieser Saison? Ich fühlte mich danach unheimlich gut informiert und deutlich reicher an Wissen. Es ist einfach gut, jemanden wie Julian in der Redaktion zu haben, der von dem ganzen Zeug so den totalen Durchblick hat. Ich merke immer wieder, wie wenig ich vom CBA weiß^^
    Auch Probs an Jonathan, der sich merklich vorbereitet hat und ein Super Host und Gesprächspartner war.

    Was ja jetzt im Nachhinein noch herauskam ist ja das pikante Detail mit den ungarantierten Gehältern, das zum Zeitpunkt des Pods ja noch nicht bekannt war. Demnach werden in Trades nur noch die Gehälter gegengerechnet, die garantiert sind. Wenn man einen Spieler also tradet, der 1,5 Mio garantiert hat, aber ungarantiert bis zu 10 Mio erhalten könnte, so wird im Trade nur der Betrag von 1,5 Mio einbezogen. Dann werden wohl in Zukunft evtl weniger solcher seltsamen Verträge rausgehauen.

  10. Julian Lage

    Danke für das Lob! Ich habe allerdings selbst ständig das Gefühl, verschiedene Sachen durcheinander zu bringen, und mit dem neuen CBA wird das sicher nicht besser…

    Was die nicht bzw. nur teilweise garantierten Verträge betrifft: Ich bin mir gar nicht sicher, dass die so viel seltener werden. Klar, sowas wie das ‘Stückeln’ für Asik oder die Haywood-TPE funktioniert nicht mehr, aber so wahnsinnig viele Fälle waren das eh nicht. Einige der teilweise garantierten Minimum-Verträge werden dann vielleicht garantiert und dann gewaived, was einen Unterschied von vielleicht einigen hunderttausend Dollar macht. Für die Spieler wichtig, für die Teams eher nicht so. Oft geht es auch eher darum, dass ein Spieler als Quasi-Expiring besser tradebar ist.
    Außerdem dürfte die Regel, so wie ich das verstehe, ja z.B. Draft Day-Trades nicht betreffen. Die müssten rechnerisch ja noch in der alten Saison sein, wo das ganze Gehalt garantiert ist, und nicht in der neuen. Die meisten solchen Verträge mit höherem haben ihr Garantiedatum mittlerweile sowieso am Anfang der FA, weil alles andere für den Spieler extrem ungünstig ist. Beispiel Kings: Tollivers Vertrag wird am 1. Juni (seltsames Datum!?) für die darauffolgende Saison garantiert, Afflalos am Tag nach dem Draft. Für Rondo ist es auch der 30.6. Es gibt auch Ausnahmen, bei den Heat und Wayne Ellington ist es der Tag nach dem Moratorium, bei Devin Harris ist kein Garantiedatum drin… (alle lt. basketballinsiders.com) Die alten Verträge betrifft die Änderung ja sowieso noch nicht, aber auch sonst würde ich es jetzt nicht für so gravierend halten. Einziges Problem evtl.: Soweit ich das verstanden habe, betrifft diese Regelung ja nur die _abgegebenen_ Gehälter, d.h. es kann zu ähnlichen Problemen wie mit Poison Pill-Verträgen kommen. Durch die größere prozentuale Flexibilität ist das aber auch nicht mehr so dramatisch.

  11. Jonathan Walker

    |Author

    Vielen Dank für das Lob, Phil! Freut mich, dass wir auch innerhalb der Redaktion unser Ziel erreichen, die Hörer “unheimlich gut zu informieren” und sie “deutlich reicher an Wissen” werden zu lassen. :tup:

    Bestärkt mich persönlich auch darin, weiterhin Pods auch zu solchen Themen aufzunehmen.

  12. kdurant35

    Was die ungarantierten Verträge betrifft. Das garantierte Gehalt zählt angeblich nur für das abgebende Team. Für das aufnehmende wohl das volle. Allein das wird Deal einschränken.

    Viele Verträge wurden jedoch in Jahr zwei ungarantiert gestaltet um diese noch am Drafttag (wo sie ja noch eine Woche garantiert sind) traden zu können. Bsp sind hierbei B.Gordon, A. Johnson oder Jerebko. Das ist weiterhin problemlos möglich. Nur spätere Garantietage im Offseason- oder Saisonverlauf werden für Trades etwas unattraktiver.


Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben