Debatte, Draft

Debatte: Draft-Talk

Die Draftnacht 2011 rückt immer näher und neben nun aufkommenden Trade-Gerüchten scheinen die Cleveland Cavaliers und Minnesota Timberwolves entschieden zu haben, wen sie an #1 und #2 auswählen wollen. Kyrie Irving und Derrick Williams sollen die erklärten Ziele sein. Doch danach beginnen die Überlegungen: Welcher Spieler passt zu den Utah Jazz? Wo kann man Enes Kanter erwarten? Im Folgenden diskutieren Daniel Glowania und Dennis Spillmann über die Draft, die Teams und natürlich auch die kommenden Rookies der Draftclass 2011.

Ist Brandon Knight für die Utah Jazz der bestmögliche Pick?

Dennis Spillmann: Wenn man auf unser Draft Powerranking schaut, dann sollte die Antwort relativ deutlich “Nein” lauten. Wir haben Knight momentan an Position 5. Das Ranking hat natürlich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit – erst recht nicht in dieser Draft, wo die Prospects so nah beieinander liegen -, aber ein Fingerzeig sollte es schon sein, dass mit Kanter und Valanciunas zwei Big Men vor Brandon Knight liegen, die wir höher eingeschätzt haben.

Daniel Glowania: Betrachtet man nur das Talent von Brandon Knight, kann man nur zum Schluss kommen, dass er kein legitimer 3. Pick ist – auch nicht in dieser schwachen Draft. Die Frage, die sich die Jazz stellen müssen, lautet: Mit welcher Taktik wollen sie vorgehen? Draften sie den bestmöglichen Spieler, dann wählen sie mit ihrem ersten Draftpick eher Jonas Valanciunas oder Enes Kanter, was bedeuten würde, dass ein Trade folgen müsste, da der Frontcourt überladen ist. Mit dem 12. Pick hätte man dann immer noch die Möglichkeit, Jimmer Fredette zu draften. Da Utah allerdings Devin Harris loswerden will, soll vermutlich direkt aus der Draft der bestmögliche Point Guard Ersatz herkommen, der offensichtlich in Knight gesehen wird. Diese Variante hat eben den Nachteil, dass man unter Wert draftet, denn Brandon Knight ist ganz sicher nicht der drittbeste Spieler dieser Draft.

Dennis Spillmann: Die zentrale Frage, die ich mir eigentlich stelle, ist: Ist Brandon Knight ein besserer Point Guard als Devin Harris für Utah? Wenn man sich dann mal ansieht, was Brandon Knight bieten kann, was Devin Harris nicht beherrscht, ist dies eigentlich nur ein Attribut: der Wurf. Harris ist der mit weitem Abstand bessere Verteidiger und gar der bessere Spielmacher. Brandon Knight hat sogar am College den Ball nicht konstant gebracht, sondern dies Terrence Jones überlassen – einem Forward. Die Jazz haben zudem eklatante Probleme auf dem Flügel. Kein Spieler kann dort kreieren. Man müsste hier natürlich spekulieren, was man für Devin Harris zurückerhalten könnte. Nach dieser Saison sollte der Tradewert von Harris – zusammen mit der Tatsache, dass die Liga weiß, dass Harris geshoppt wird, wenn die Jazz Knight draften – keinen besseren Ballhandler ermöglichen.
Wenn Brandon Knight – auch perspektivisch; er wird maximal ein Jason Terry – also nicht besser als Devin Harris ist, wieso sollte man ihn dann trotzdem an dritter Stelle ziehen? Er ist nicht der Best Player Available und schließt keine Lücke im Kader.

Daniel Glowania: Du hast recht. Man darf auch nicht vergessen, dass Harris einen ordentlichen Vertrag hat, man also auch überhaupt keine Eile haben muss, ihn zu traden. Die Alternative wäre, Harris zu behalten und einen Swingman zu draften, der Potenzial mitbringt und das Loch auf den Positionen SG/SF stopfen kann. Als Kandidaten dafür kämen nur Kawhi Leonard oder Jan Vesely in Frage, die zwar nicht mehr Qualität besitzen als Knight, allerdings kann Utah dadurch die Tradesuche umgehen. Der einzige Weg, einen Spieler zu draften, der die Draftposition auch verdient, wäre wohl Enes Kanter und ich als General Manager von Utah hätte meine Entscheidung längst zugunsten des Türken getroffen, auch wenn Paul Millsap wohl dafür das Team verlassen müsste.

Kann Enes Kanter bis auf Platz 6 rutschen?

Dennis Spillmann: Wenn wir schon bei Enes Kanter sind, ist es ebenso bemerkenswert, dass mitunter noch immer die Möglichkeit besteht, dass der Türke bis auf Platz sechs hinunterrutschen könnte. Utah überlegt sich ernsthaft, Knight zu draften, aber spätestens an #4 sollte er doch zu den Cleveland Cavaliers gehen, oder?

Daniel Glowania: Mit Sicherheit. Enes Kanter ist sicherlich einer der drei talentiertesten Spieler dieses Drafts und sollte nicht bis an #6 fallen. Dabei ist vor allem kritisch zu betrachten, dass die Raptors wohl ein Auge auf Kemba Walker geworfen haben, trotz der ohnehin schon schlechtesten Verteidigung aller NBA-Teams. An dieser Stelle wäre ein Big Man die einzig, richtige Entscheidung und wenn man Kanter schon einen Spieler vorziehen könnte, dann schon eher Valanciunas. In Cleveland ist man sich wohl noch unentschlossen, da man eigentlich größere Bausstellen hat als den Frontcourt. Findest du Hickson (und Vareajao) ist ein Grund Kanter nicht zu draften?

Dennis Spillmann: Nein. Anderson Varejao wäre der ideale Frontcourt-Parter für Kanter, der ihm defensiv den Rücken freihält und sich somit sehr gut mit Kanter ergänzt. JJ Hickson ist sicherlich kein Talent, das den Anspruch geltend machen kann, dass er in den nächsten fünf Jahren der Starter eines Playoff-Teams sein kann. Dasselbe Argument müsste ja dann auch gegen Kyrie Irving sprechen, da die Cavaliers mit Baron Davis und Ramon Sessions (sowie aushilfsweise Daniel Gibson) eigentlich ganz gut aufgestellt sind. Irving ist an #1 der Best Player Available, Kanter sollte es an #4 ebenfalls sein. Cleveland hat keinen einzigen Baustein, da sollte man definitiv zuschlagen.
Bei den Raptors sehe ich es genau so wie du. Kein Baustein, die sollten ebenso den Best Player Available wählen. Kemba Walker damit zu begründen, dass Ed Davis die Low-Post-Waffe der Zukunft der Raptors ist, halte ich auch für falsch. Ebenso, dass man in den Top 5 nach Teamneed draftet. An #6 würden die Washington Wizards Kanter draften, obwohl sie mit Andray Blatche und JaVale McGee mit Sicherheit den besseren Frontcourt im Vergleich zu den Raptors oder Cavaliers haben. Das sollte eigentlich alles aussagen.

Jonas Valanciunas’ Buyout

Daniel Glowania: Man sollte auch nicht vergessen, dass immer noch keine Einigkeit besteht, ob nicht Valanciunas sogar der bessere Prospect gegenüber Kanter ist. In dem Fall wäre es natürlich sinnvoller für die Cavaliers den Litauer zu draften, der im Gegensatz zu Kanter bereits als Center geprüft ist. Somit hätte man eine variable Rotation um Hickson, Vareajao und Valanciunas, die in jeder Zusammensetzung nebeneinander stehen könnten. Die Frage wird sein, ob die Cavaliers bereit sind, ein Jahr auf Valanciunas zu verzichten.

Dennis Spillmann: Die Buyout-Situation soll sich nun mittlerweile so dargestellt haben, dass Valanciunas keinesfalls im nächsten Jahr in der NBA auflaufen wird. Nun könnte man argumentieren, dass die Cavaliers auch ein Jahr auf Valanciunas verzichten können, da sie eh keine Chancen auf die Playoffs 2012 haben. Ebenso könnte man den Lockout ins Felde führen, der nur eine verkürzte Saison zulassen könnte.
Ich sehe das grundsätzlich anders. Die Cavaliers suchen gerade die Puzzleteile für ihr Team. Ihre Zeit tickt ab dem Moment, wo Kyrie Irving als designierter Franchise-Player für die Cavaliers aufläuft. Die Zeitspanne, um genügend Talente zusammenzusuchen, ist stark begrenzt und endet dann, wenn Irvings Rookievertrag endet. Bis dahin muss man (wie am Beispiel Oklahoma, die in kurzer Zeit mit Durant, Westbrook und Harden ihren Core drafteten) ein Fundament haben. Von daher macht es einen großen Unterschied, ob man Valanciunas ein Jahr mehr oder weniger testen kann. Selbst wenn dieser als leicht ebsser angesehen würde: die Zeit für die Cavaliers tickt.

Daniel Glowania: Ich sehe das aus zwei Gründen anders als du. Erstens ist Kyrie Irving kein typischer Nr. 1 Pick, also niemand der gedraftet wird, um eine Franchise anzuführen. Im Normalfall wird man nächstes Jahr wieder in den Top 10 draften können und hat dann die Möglichkeit, einen legitimen Franchise Player zu ziehen, um den man seine Franchise aufbauen kann. Das eine Jahr in Übersee wird deshalb weniger ins Gewicht fallen. Womit ich auch schon beim zweiten Grund bin, dem anstehenden Lockout. Ich denke, dass das Verpassen eines NBA-Jahrs, das eventuell 40-50 Spiele ohne eine Vorbereitung mit Training Camps nicht so schwer wiegen wird, vor allem wenn man berücksichtigt, dass Valanciunas noch in einem Euro-League Team eine solide Rolle spielen wird. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass der Litauer vor allem daran arbeiten muss, Muskelmasse aufzubauen – etwas, woran ohnehin hauptsächlich in der Offseason gearbeitet wird.
Sollte Cleveland in Valanciunas also tatsächlich den besseren Spieler sehen, sollten sie keine Angst davor haben, ein Jahr länger auf ihn zu warten. Die meisten Mannschaften, die sich im Rebuild befinden, brauchen mehrere Jahre, um sich zu entwickeln, da sollte man sich nicht von den Thunder blenden lassen, die ohnehin Spieler mit einem ganz anderen Potenzial draften durften.

Dennis Spillmann: Oklahoma City sollte auch nicht für das Potential der Spieler stehen, sondern bezog sich einzig auf die generelle Strategie. Sobald ein Rookie seinen ersten frei verhandelbaren Vertrag unterschreibt, dürfte das Team – vom Standpunkt des Salary Caps – unflexibel in seiner Handlungsfähigkeit sein. Klar ist OKC das Paradebeispiel.
Worum es mir geht, ist, dass man die Bausteine schnell testen sollte. Nehmen wir an, dass die Cavaliers Irving und Valanciunas draften. In Jahr 1 läuft nur Irving auf. Bereits nach Jahr 1 muss man aber schon wieder draften – und dieser Pick ist genau so entscheidend für die Franchise wie diese in diesem Jahr. Wenn es keinen No-Brainer-Pick gibt (sagen wir, dass Harrison Barnes eine überragende Saison spielt und die Cavs ihn in der Draft erhalten können), dann muss man Entscheidungen treffen, wohlwissend, dass man Valanciunas zwar in der Hinterhand, aber nicht gestestet hat. Man befindet sich in demselben Dilemma wie die Timberwolves, die jetzt erst auf Rubio zugreifen können, aber Flynn in derselben Draft zogen und Ridnour in der letzten Saison längerfristig gebunden haben.

Daniel Glowania: Ich würde dir zustimmen, wenn Kyrie Irving der Dreh- und Angelpunkt der Cavaliers wäre, allerdings sehe ich ihn nicht so gut. Deshalb von mir auch die Anmerkung, dass Oklahoma City einfach eine Ausnahme ist, in der man weniger Zeit hatte, da Durant als Franchise Player zweifellos Qualitäten hat und man seine Mitspieler dementsprechend schnell und gezielt aussuchen musste. Das Problem wird Cleveland – zumindest mit Irving – wohl nicht haben. Es ist auch nebensächlich, ob man dieses oder nächstes Jahr herausfindet, ob Valanciunas in der NBA bestehen kann, weil die Franchise ohnehin nicht von Irving abhängen wird.

Dennis Spillmann: Sicherlich, DER Franchise Player wird Irving nicht sein, aber wahrscheinlich dennoch der Dreh- und Angelpunkt für die nächste Zeit. Die Cavaliers brauchen eben neben einer miesen Saison, wo man am besten die schlechteste Bilanz hat, auch noch Draftlottery-Glück. Landet man dann auch in einem eventuell sehr guten Draftjahrgang nur an Position #5, #6 oder #7, heißt das nicht, dass man einen Spieler draften kann, der besser als Irving ist.
Wo siehst du eigentlich den schlechtesten Draftplatz für Valanciunas? An #7 bei den Kings?

Wen draften die Sacramento Kings?

Daniel Glowania: Wenn er schon bis zu den Kings durchrutschen kann, dann auch noch eins weiter. In dem Fall sehe ich ihn spätestens an #8 mit dem Pick von den Detroit Pistons. Diese haben schon, seitdem Ben Wallace zu Chicago ging, ein Loch in der Mitte und werden mit Kusshand den Litauer nehmen. Die Kings hingegen sind wohl das Team, das Valanciunas am wenigsten braucht, da sie bereits im letzten Jahr DeMarcus Cousins zogen, der talentierter ist und auch schon gute Ansätze zeigen konnte. Eine interessante Mannschaft in diesem Draft sind aber tatsächlich die Kings. Ich sehe keinen Spieler, den sie an #7 ziehen können, mit dem man wirklich zufrieden sein kann. Am ehesten wäre das für mich Brandon Knight, dessen Rechte aber vermutlich schon früher bei einem anderen Team landen werden. Was ist deine Empfehlung?

Dennis Spillmann: Ich fände Cousins und Valanciunas nebeneinander eigentlich gar nicht so undenkbar. Wenn man sich vor Augen hält, dass Samuel Dalemberts Vertrag ausläuft und man Carl Landry gegen Marcus Thornton getradet hat, dann dürfte im Frontcourt mit Sicherheit noch Platz für einen Rotationsspieler sein.
Sollte Valanciunas aber nicht mehr verfügbar sein, wird es wirklich problematisch für die Kings. Eine große Baustelle ist die des Point Guards – oder genauer: eines Ballhandlers mit Courtvision. Die Draft bietet mit Kyrie Irving und Kemba Walker maximal zwei überdurchschnittliche Spieler mit Courtvision. Diese dürften ebenfalls vergriffen sein. Riskiert man es, Jimmer Fredette schon an #7 zu ziehen? Die Kings sollten sich wirklich überlegen, ob sie den Pick ganz traden und entweder beim Trade einen ballhandler zurückerhalten oder diesen allerspätestens mit Pick #35 bekommen. Darius Morris, Nolan Smith oder Reggie Jackson könnten eventuell Lösungen darstellen.

Daniel Glowania: Letztere stellen Lösungen für BackUp Point Guards dar, aber nicht für größere Rollen. Ich sehe das Problem der Kings übrigens nicht in der Courtvision, sondern vielmehr im Spacing. DeMarcus Cousins und Evans sind beides Spieler, die Schützen um sich herum brauchen, wenn man um sie ein Team aufbauen will. Die Ballhandler wären in dem Fall die beiden Spieler selbst, gerade von Evans muss man verlangen, dass er diesen Aspekt ausfüllen kann, denn seine Off-Ball Fähigkeiten sind viel zu schwach, um häufig abseits des Balles zu agieren. Auch Cousins hat es bereits in seinem ersten Jahr geschafft, beinahe 28% aller Teamangriffe abzuschließen, zusammen mit Evans verbraucht er damit mehr als die Hälfte aller Angriffe. Wo ist da Platz für einen Ballhandler?
Wenn Knight an #7 nicht mehr verfügbar sein sollte, muss man wohl erwägen den Draftpick zu traden, oder jemanden zu verpflichten, den man nicht wirklich braucht.

Weitere Fragen?

Euer Team war nicht dabei? Ihr interessiert euch für einen bestimmten Spieler und könnt nicht verstehen, wieso wir diesen so hoch oder zu tief gerankt haben? Ihr habt weitere Fragen zur Draft, zum Draftprozedere oder zu Empfehlungen, welches Team mit einem bestimmten Draftee am weitesten kommen würde? Dann schreibt die Frage auf unsere Facebook-Wand oder schickt uns eine E-Mail. Kurz vor der Draftnacht werden wir nochmal alle ungeklärten Fragen aufrollen.

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5 comments

  1. Julian

    Insbesondere die Idee und das Format des Artikels finde ich sehr gut. Dafür ein Lob. Allerdings sehe ich inhaltlich einige Kritikpunkte. Warum sehen alle Valanciunas als einen so wichtigen Spieler in dieser Draft? In der Offense ist er komplett auf andere angewiesen, es sei denn er kann einen Offensiv-Rebound ergattern und in der Defense wird er in der NBA keinen einzigen Center halten können. Natürlich wird es ihm durch seine Länge teilweise gelingen, von der Helpside zu kommen und einen Block zu verbuchen, mehr aber auch nicht. Ich sehe ihn nicht als eines der besten zehn Talente in dieser Draft. Wenn man bedenkt, dass ein Spieler wie JaJuan Johnson in der zweiten Runde angesiedelt werden, ist das schon relativ verwunderlich. Johnson ist offensiv deutlich breiter aufgestellt und wird in der Defense seinen Mann stehen und den Durchschnitts-Center verteidigen können. Dabei ist er fast genauso groß wie der Litauer. Einziger Knackpunkt ist das Alter, jedoch glaube ich nicht, dass Valanciunas noch zu einem starken Center wird, der als Anker in der Defensive oder Offensive agieren kann.

    Außerdem sehe ich Brandon Knight deutlich besser als ihr es tut. Er ist sehr vielseitig, kann gut werfen und hat eine ordentliche Athletik vorzuweisen. Das Ballhandling würde ich ihm jetzt nicht als einen so großen Negativ-Faktor ankreiden, darüber kann man jedoch streiten. Sein Alter und sein Potential spielen ihm allerdings in die Karten, da er erst 19 Jahre alt ist und noch viel Luft nach oben hat. Ein Talent, dass in dieser Draft ruhig an Nummer vier gedraftet werden kann.

    Zuletzt ein Wort zu Kanter: Wenn der Eindruck aus den Workouts richtig ist und sich bewahrheitet, wird er, evtl. mit Irving, den größten Impact aller Spieler aus dieser Draft haben. Sein Skillset ist sehr selten, selbst in der NBA und bei kaum einem Center zu finden. Das sollte immer beachtet werden. Ich halte es grundsätzlich als die viel bessere Entscheidung für die Cavs, Kanter an #1 zu draften, diese Entscheidung ist aber ja angeblich schon durch 😉

  2. Hassan Mohamed

    Daniel Glowania: “DeMarcus Cousins und Evans sind beides Spieler, die Schützen um sich herum brauchen, wenn man um sie ein Team aufbauen will. Die Ballhandler wären in dem Fall die beiden Spieler selbst, gerade von Evans muss man verlangen, dass er diesen Aspekt ausfüllen kann, denn seine Off-Ball Fähigkeiten sind viel zu schwach, um häufig abseits des Balles zu agieren.”

    Aus diesem Grund würde es doch nicht schaden, wenn es einen weiteren Ballhandler gibt. Tyreke Evans ist noch jung und sollte an solchen Schwächen arbeiten – bevor es zu spät ist. Bei LeBron James bspw. lässt sich beobachten, wie es aussieht, wenn man nie lernt, abseits des Balles zu spielen. Und Evans ist ja kein James – dieser kann seine Nachteile meist in der Zeit, wo er den Ball dominiert, wettmachen.

    Die NBA ist natürlich durch Individualität bzw. individuelle Stärke geprägt, aber als General Manager und Coaching Staff muss man es nicht noch forcieren bzw. man kann und sollte dem etwas entgegenwirken. Einem Evans würde es (mittel-/langfristig) nicht schaden, die Ballhandling-Pflichten im Backcourt zu teilen (auch wenn er zu Beginn wohl Anpassungsprobleme hätte). Optimalerweise sollte der Backcourt-Partner natürlich keine Niete abseits des Balles sein, sprich zumindest über einen soliden Wurf verfügen.

  3. Smido83

    @Julian:
    “und in der Defense wird er in der NBA keinen einzigen Center halten können.”

    Das sehe ich komplett anders! Der Junge ist natürlich momentan noch ein Schlacks, aber wenn er 10 Kilo zulegt, was in seinem Alter nicht ansatzweise ein Problem darstellen sollte, dann wüsste ich nicht, weshalb kein überdurchschnittlich guter Starting-Center aus ihm werden sollte! Rein von den Bewegungsabläufen, der Schrittgeschwindigkeit und der Athlethik her ist er, für einen “Weißen seiner Größe” unglaublich begabt! Im eins gegen eins wird er zu Beginn natürlich noch Probleme haben, aber er hat ganz klar das Potenzial eine Defence als zentraler Anker zu leiten!

    Auch sehe ich ihn offensiv bei weitem nicht so eingeschränkt wie du. Klar, ein zweiter Shaq wird er nie, aber solche Center sind heute auch eher die Seltenheit, bzw. wird in heutigen Systemen selten ein offensiv überragender Center benötigt! Ab und zu ein Korbleger nach nem P&R, ein Dunk wenn der Ball durchgesteckt wird, wie du sagtest Punkte nach Offensivrebounds… das reicht! Obendrein ist er, was auch sehr “Center unnormal” ist, ein sehr guter Freiwurfschütze!

    Von seinem Körperbau und seinen Bewegungsabläufen her erinnert er mich irgendwie an Chandler! Auch der ist ein überdurchschnittlich athlethischer aber eher “dünner” Center. Wie gesagt, wenn er im nächsten Jahr ordentlich Muskelmasse aufbaut, dan sehe ich in ihm einen Spieler, der jedem Team helfen könnte! Nur dass er noch ein Jahr gebunden ist sorgt für mich dafür, dass er nicht so hoch eingestuft werden kann wie Kanter! Aber als 5. Pick für die Raptors, welche ja im Umbruch sind und mittelfristig planen ein Team um DeRozan/Bargnani aufzubauen, kann ich ihn mir sehr gut vorstellen!

    Meine Draftreihenfolge:

    1. Irving
    2. Williams
    3. Knight
    4. Kanter
    5. Valanciunas

    Sollten sich Minnesota oder Utah doch für einen der Big Men entscheiden, dann würde Knight wohl relativ weit nach unten durchrutschen!

  4. Daniel Glowania

    @Julian
    Dass JaJuan Johnson fast genauso groß ist wie Jonas Valanciunas ist so nicht richtig. Johnson ist 6’9 groß , wiegt 220 Pfund und hat einen Standing Reach von gerade mal 8’11.5, was für einen Power Forward in der NBA guter Durchschnitt ist. Valanciunas hingegen wurde im Eurocamp mit fast 7’0 vermessen, wiegt 245 Pfund und hat einen Standing Reach von 9’3, der selbst für Center überdurchschnittlich ist.

    Johnson mit Valanciunas zu vergleichen finde ich allgemein nicht wirklich sinnvoll. Sie spielen unterschiedliche Positionen (ich denke Johnson wird ein Forward), zwischen ihnen liegen drei Jahre Altersunterschied und ihr Skillset ist nicht miteinander vergleichbar. Der Litauer ist (neben Biyombo) der einzige Spieler des Drafts, der den NBA Mannschaften eine Option gibt sich einen defensiv-starken Center zu holen, um den man seine Verteidigungsstrategien aufbauen kann. Diese Spielertypen sind nunmal sehr selten heutzutage und sind deshalb auch sehr begehrt. Bestes Beispiel ist doch diese Offseason: Teams wie Miami und New York kämpfen um einen Spieler wie Dalambert, der sehr limitiert ist. Selbst wenn Valanciunas also nur Dalambert Niveau erreicht (er wird ja mit Biedrins verglichen), wird es immer einen Platz in einem NBA Roster geben.

    Zum Thema Brandon Knight: wir haben wohl gar nicht so unterschiedliche Meinungen zu ihm, schließlich ist er im Powerranking auch nur an #5, einen Platz hinter Valanciunas. 😉

    Seine Stärken und Schwächen sehe ich auch ähnlich wie du, nur denke ich sogar, dass er ein sehr ordentliches Ballhandling hat. Das Problem wird nur sein, dass er in der NBA nie konstant für sich und seine Mitspieler kreieren werden kann, weshalb er die Rolle, die Dennis gerne “primärer Ballhandler” nennt, nicht ausfüllen kann.

    @Hassan
    Du hast sicherlich Recht mit deinen Ausführungen, allerdings sehe ich in diesem Draft bis auf Irving keinen Spieler, für den es sich lohnen würde, Evans große Spielanteile abzunehmen. Walker hat doch ebenso eine Scorermentalität, wie sie Evans hat, nur ist er zwei Klassen schlechter darin. Bevor ich mir den dritten Spieler ins Team hole, der an seinem eigenen Scoring interessiert ist (Cousins, Evans, Walker), tätige ich lieber einen Schritt für den talentiertesten (Cousins) und stelle ihm den Schützen an die Seite, den er dringend braucht.

    Die Personalie Evans ist dann noch einmal eine ganz andere Sache. Ich sehe momentan noch nicht, welche Rolle er bei einem erfolgreichen Team ausüben kann. Der primäre Ballhandler ist er offensichtlich (noch?) nicht und viel Talent in seinem Off-Ball Spiel sehe ich auch nicht. Langfristig wird könnte das mMn zu einem Problem werden.

  5. Julian Barsch

    @Daniel Von einem Größenunterschied zu sprechen, wenn Johnson 6’10 und Valanciunas 6’11 groß ist, halt ich für nicht sehr sinnvoll. Du hast schon recht, wenn du sagst, dass Spielervergleiche oftmals als sehr kritisch anzusehen sind, aber in diesem Fall habe ich das vor allem auf die offensive Potenz bezogen und da sehe ich Johnson klar vorne. Jedoch spielt das Alter, wie du sagtest, eine wichtige Rolle. Er wird seinen Platz in der NBA finden, ohne Frage, dennoch denke ich nicht, dass einer der ersten fünf Picks gerechtfertigt ist.

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