Tournament 2011

Vier Geschichten zum Final Four

Heute Nacht gehen die vier im Turnier verbliebenen Colleges in die vorletzte Runde des NCAA-Tournaments. VCU, Butler, UConn und Kentucky streiten sich um die Krone des College-Basketballs. Die Redaktion schaut sich die Kandidaten und deren bisherigen Turnierverlauf an.

Die Pause im NCAA-Turnier ist endlich vorbei.  Heute Nacht ab 24 Uhr deutscher Zeit wird wieder auf die Körbe geworfen. Houston erwartet die vier Teams, die sich dafür bewerben, das Team des Jahres in der NCAA zu werden. Die Redaktion schaut auf die Geschichten des Turniers.

Big (East) disappointment

Nach dem bisherigen Turnierverlauf spricht niemand mehr von der besten Conference der Nation, wenn es um die Big East geht. Nachdem satte elf Teams der Division auf dem Big Dance tanzten, blieben im Sweet Sixteen nur noch Marquette und Connecticut übrig. Wie sicherlich bekannt, setzten sich die Huskies durch und dürfen nun nach Houston reisen, doch die Golden Eagles zogen gegen den klaren Favoriten aus North Carolina den Kürzeren. Eine mehr als ernüchternde Bilanz für die Ostküsten-Teams.

Einige Teams hatten großes Verletzungspech, welches ihnen den so erhofften, tiefen Run zunichte machte. Nach einer grandiosen Saison wollten die St. John’s Red Storm noch einmal richtig angreifen, um den neun Seniors im Kader einen würdigen Abschied zu bereiten. Doch nach der Niederlage gegen Syracuse(vor dem Turnierstart) konnten (fast) alle Hoffnungen begraben werden. Ursache dafür war die Verletzung vom besten Rebounder D.J. Kennedy. Ohne ihn verlor das Team um Coach Lavin in der zweiten Runde gegen Gonzaga und Elias Harris.

Ähnlich erging es den Georgetown Hoyas. Seit der schwerwiegenden Verletzung von Chris Wright ging nichts mehr. Ebenfalls in der zweiten Runde schieden sie gegen den späteren Final Four-Teilnehmer, die VCU Rams, aus. Ohne den Starting Point Guard fehlte der Strippenzieher in der Offense und zweitbester Scorer hinter Austin Freeman. Mit seinen 5.4 Assists pro Spiel ist der Wert von Wright auch in Zahlen zu messen. Er hat die sechsthöchste Assistrate aller Point Guards aus den Top 25-Rankings, was die Statistik nochmal utnerstreicht.

Erschreckend war jedoch, wie schwach einige der favorisierten Teams agierten. Das Programme wie Pittsburgh, Notre Dame, Louisville, Villanova und Syracuse, die allesamt zur Spitze des College Basketballs zu zählen sind, schon nach drei Runden ausgeschieden sein würden, hatte vorher so niemand prophezeiht. Insbesondere Louisville enttäuschte mit einer Niederlage gegen Morehead State und den besten Rebounder des College Basketballs Kenneth Faried. Peyton Siva & Co. galten für viele Fans, aber auch Experten als Geheimfavorit. Währenddessen waren Pittsburgh und Notre Dame mehr als nur Geheimfavoriten, was das frühe Ausscheiden um einiges negativer erscheinen lässt. Somit verabschiedeten sich Schwergewichte wie Ben Hansbrough und Ashton Gibbs mit einem sehr unrühmlichen Ende ihrer College-Karriere.

Die Studenten der Villanova University verloren gerade in der zweiten Hälfte der Saison ungewohnt viele Spiele. Dementsprechend war das frühe Aus gegen George Mason sogar fast zu erwarten. Das Programm profitierte insbesondere von den Scorer-Fähigkeiten der Guards, allerdings konnten diese nicht die bekannte Leistung abrufen. Speziell Topscorer Corey Fisher konnte den Schalter nicht umlegen und benötigte schon das gesamte Jahr zu viele Würfe, um seine Punkte zu erzielen. In Pennsylvania darf aber bereits wieder gehofft werden, denn die Wildcats haben die Zusagen von einigen der besten Recruits der nächsten Jahre.

Trotz der außergewöhnlich guten Ausgangslage haben es die Teams der Big East Conference nicht geschafft, dem NCAA Tournament ihren Stempel aufzudrücken. Ein Sieg der Huskies würde das Ergebnis noch etwas auffrischen, das schlechte Gefühl bleibt dennoch bestehen. Nach diesem Saisonabschluss wird im Ostern der USA viel aufzuarbeiten sein, allerdings bin ich mir sicher, dass wir uns in der nächsten Spielzeit wieder an tollem Big East-Basketball erfreuen dürfen. (jb)

Cinderella tanzt noch immer

Genau so hätte man eine Final Four Teilnahme von den Butler Bulldogs und VCU Rams vor Beginn des Turniers genannt und genau so ist es auch heute noch.

Trotz hauchdünner Finalniederlage gegen Duke im letzten Jahr wurden den Butler Bulldogs eher weniger Chancen für das diesjährige NCAA Tournament eingeräumt. Zu groß schien der Verlust von Gordon Hayward – der gerade seine erste NBA Spielzeit bei den Utah Jazz durchlebt – und die Krise während der regulären Saison, als man in der eher mau einzustufenden Horizon League drei Spiele am Stück verlor und dabei gegen Teams wie die Milwaukee Panthers, Valparaiso Crusaders und Youngstown State Penguins den Kürzeren zog. Nach der Niederlage bei Youngstown State hatte man gerade vier von fünf Spielen in der Horizon League verloren und war soweit vom Final Four entfernt wie die Erde von der Sonne.

Dennoch gelang es Brad Stevens wieder einmal, seine Mannschaft auf den Punkt in Form zu bringen und aus ihr den besten Basketball der Saison genau dann herauszukitzeln, als es darauf ankam. Denn seit dieser Niederlage haben die Bulldogs alles gewonnen und befinden sich nun, vor dem Halbfinale gegen die VCU Rams, in einer Serie von 14 Siegen am Stück.

Eckpfeiler und Siegesgarant dafür ist wieder einmal Matt Howard, der in dieser Saison auf die Position des Power Forwards rutschte und zeigt, dass er auch von außen treffen kann. Zudem ist auch er es, der dem Team immer das gibt, was es braucht.

Ein Tip-In gefällig? Howard bescherte ihn in Runde zwei gegen Old Dominion.
Wichtige Freiwürfe, um Pittsburgh zu besiegen, benötigt? Auch das besorgte Howard.
Jemand, der den physischen Wisconsin Badgers entgegenhält, von Nöten? Auch da ist Howard zur Stelle.
Einer, der in die Zuschauer springt, um die wichtigen Bälle zu sichern, gebraucht? Matt Howard heißt die Antwort.

Gemeinsam mit Guard Shelvin Mack ist es Howard, der voran geht und die Pläne von Head Coach Brad Stevens umsetzt und seinen Teamkameraden vorlebt. Genau deswegen stehen die Bulldogs da, wo sie aktuell stehen, nämlich im zweiten Final Four in Folge.

Gegner hier sind die VCU und noch eine größere Überraschung als die Butler Bulldogs. Waren die Bulldogs ein sicherer NCAA Tournament Teilnehmer und als Vorjahresfinalist kein absoluter Geheimtipp mehr, so sind die Rams das absolute Cinderella-Team.

Die Mannschaft vom jungen, aufstrebendem Coach Shaka Smart wurde als Teilnehmer des Turniers von fast allen Experten kritisiert, da sie es kaum so sehr, wie zum Beispiel die Colorado Buffalos, verdient hätten teilzunehmen. Dennoch entschied das Committee sich für sie und sieht nun ziemlich gut aus, denn trotz einer Partie mehr – Virginia Commonwealth musste noch ein Play-In spielen, bevor es für das Hauptfeld qualifiziert war – hat dieser unglaubliche Lauf die Rams bis nach Houston, zum Final Four, getragen.

Auf dem Weg nach Houston wurden die USC Trojans, Georgetown Hoyas, Purdue Boilermakers, Florida State Seminoles und einer der heißesten Titelanwärter, die Kansas Jayhawks, aus dem Turnier gekegelt. Gelungen ist das aufgrund eines Spielstils, der vielen nicht liegt und auch der Schlüssel zum Erfolg gegen Butler sein kann: Die Rams spielen eine solide Teamverteidigung und schnellen Offensiv-Basketball, der vom Dreipunktewurf geprägt ist.

Fällt dieser, hat jeder Gegner ein Problem, wie der beeindruckende Erfolg gegen die Kansas Jayhawks zeigte, als diese nie richtig ins Spiel kamen und von VCU über die komplette Spielzeit beherrscht wurden. Alles in allem dürfen wir uns auf ein tolles Final Four freuen und das vor allem auch wegen Butler und VCU.

Der Sieger hier wird wohl das Team sein, welches seinen Spielstil durchbringen kann. Sollte es eher langsamer zur Sache gehen, dann dürften Matt Howard und die Bulldogs die Nase vorn haben. Sollte aber VCU sein schnelles Spiel durchbringen und die Distanzwürfe treffen, dann dürften Shaka Smarts Männer den Sieger aus Kentucky – Connecticut im Finale begrüßen.

Klar ist zudem auch noch, dass wir hier ein Duell zweier aufstrebender Coaches sehen, von denen einer wohl nur dann gehen würde, wenn es ein Top-Programm zu übernehmen gilt, während der andere diesen Sommer sehr heiß gehandelt werden dürfte – vor allem die freien Positionen bei den North Carolina State Wolf Pack und Missouri Tigers dürften hier im Spiel sein – und es für VCU schwer wird, diesen zu halten. (sh)

Walkthrough to the Final Four

Die Universität von Connecticut, rund um ihren Alleinherrscher Kemba Walker, ist als #3 Seed das Team des Final Fours, welches vor Tunierbeginn vom Committee am höchsten eingeschätzt wurde. Die anderen verbleibenden Mannschaften starteten als #4(Kentucky), #8(Butler) oder gar #11 Seed (VCU) in das Tournament. So möchte man also meinen, dass der Einzug Uconns in die Runde der letzten vier Collegeprogramme keine wirkliche Überraschung gewesen ist. Schaut man sich allerdings den diesjährigen Saisonverlauf der Huskies an, bemerkt man schnell, dass auch dieser Final Four Run von den wenigsten Experten erwartet werden konnte.

Die Erwartungen vor der Spielzeit 2010/2011 waren ganz andere. Man hatte im Vorjahr noch das NCAA-Tournament verpasst und im Sommer laut darüber nachgedacht, den Coach in Rente zu schicken. Trainer Jim Calhoun hatte beim Recruiting in den letzten Jahren einige NCAA Regeln gebrochen und sich nicht unbedingt von seiner reumütigsten Seite gezeigt. Auch die diesjährige Freshman-Class der Huskies wurde nicht als außerordentlich stark oder talentiert angesehen, um für eine deutliche Verbesserung des Teams zu sorgen. So ging man mit einer durchschnittlichen Erwartungshaltung in die Saison, da man solch einem jungen Team keine großen Erfolge zutraute.

Daran änderte zunächst auch der großartige Gewinn des Maui-Invitational nichts. Bei diesem Midseason-Tunier, welches Ende November ausgetragen wurde, konnten die Huskies nacheinander Wichita State (Gewinner des diesjährigen NIT-Turniers) und die Schwergewichte Michigan State sowie Kentucky besiegen. Dies war die Initialzündung für den Kemba Walker-Hype dieser Saison, der sein Team quasi im Alleingang zum Titel auf Hawaii führte. Die Leistung des Teams wurde allerdings nur als Strohfeuer angesehen. Dies schien sich zur Saisonmitte hin auch als Tatsache zu bewahrheiten. Ende Januar sah es so aus, als wäre Connecticut gegen eine Wand geprallt und könnte sich davon nicht mehr zufriedenstellend erholen. Man verlor bis Anfang März 7 seiner 11 Spiele in Conferencebegegnungen und beendete die Saison in der Big East, die zugegebenermaßen dieses Jahr als stärkste Conference galt, mit einem wenig zufriedenstellenden Record von 9-9.

Als #9 Seed startete man in das anschließende Turnier der Big East. Zwei Siege im, im Madison Square Garden stattfindenden, Tournament erachtete man als realistische, zu erwartende Leistung für die Huskies. Dies hätte einen durchschnittlichen Seed im Tournament zu Folge gehabt. Die Einladung zum Turnier hatte man durch die Leistungen in Maui schon sicher. Allerdings kam es anders. Angetrieben durch eine historische Leistung ihres Point Guards Kemba Walker (130 Punkte im Big East Turnier sind Rekord) pflügten die Huskies durch das Conferencefeld. Beflügelt durch die Arena im Herzen New Yorks gewann man 5 Spiele in 5 Tagen (Go-to-Guys berichtete) und damit den Big East Titel. In unwiderstehlicher Manier rang man neben DePaul nacheinander die NCAA-Tournament-Teams Georgetown, Pittsburgh, Syracuse und abschließend Louisville nieder.

Diese Energieleistung wurde vom NCAA-Committee sehr wohl bemerkt und am Selection Sunday mit einem, nicht für möglich gehaltenen, #3 Seed für Connecticut honoriert. Coach Calhoun, der die Uhren in den Trainingshallen abnehmen lassen hatte, um unbemerkt die Trainingszeiten für seine ausgelaugten Schützlinge runterfahren zu können, wusste sein Team weiter zu motivieren. Am ersten Turnierwochenende hatte man sowohl gegen Bucknell als auch gegen Cincinnati wenig Probleme. Im Sweet Sixteen wurde den Huskies schon etwas mehr abverlangt. In Anaheim bestritt man quasi ein Auswärtsspiel gegen die ortsansässigen Aztecs aus San Diego. Doch auch hier konnte sich UConn durchsetzen. Das bisher schwerste Spiel bestritt man dann im Elite Eight. Der Gegner aus Arizona hatte zuvor mit Texas und Duke zwei absolute Powerhouses im Collegebasketball ausschalten können. Bis zur letzten Sekunde musste man zittern, aber dann war der Einzug in das Final Four durch einen 2 Punkte Sieg gegen die Truppe um das aussichtsreiche NBA Prospect Derrick Williams perfekt.

Den größten Anteil an diesem Tournament-Run und damit 9 Siegen in 19 Tagen hatte natürlich Kemba Walker. Seine 26,8 Punkte, 5,3 Rebounds und 5,4 Assists im Schnitt über mehr als zwei Partien wurden, seit die NCAA im Jahre 1983 begann, auch Assists zu erfassen, erst von zwei anderen Spielern im Tournament aufgelegt. Man hat nun inklusive der Turniere in Maui und in der Big East alle 11 seiner Do-or-Die Spiele diese Saison gewonnen und ist seit dem 08.03. ungeschlagen. Könnte dieser perfekte Basketballmärz den Titelgewinn für die Huskies bedeuten? Den Final Four Gegner aus Lexington hat man in dieser Spielzeit schon einmal in die Knie zwingen können. Wichtig wäre der Gewinn der Meisterschaft für die Mannen aus Connecticut schon, damit sie den Leistungen der weiblichen Huskies endlich mal wieder etwas entgegenzusetzen hätten. (tb)

Wildcats finally unleashed?

Was hatte Coach Calipari zum Saisonbeginn 09/10 nicht für einen Kader vorzuweisen? John Wall, DeMarcus Cousins, Patrick Patterson, Eric Bledsoe und Daniel Orton würden nach der absolvierten Saison alle in der ersten Runde des NBA-Draft gezogen werden. Ein wahres All-Star-Team, das auch locker durch die Saison kam und folgerichtig einen #1-Seed im Turnier sein Eigen nennen konnte. In den ersten beiden Runden zerstörte man förmlich East Tennessee State und Wake Forest, auch im Sweet Sixteen hatte man keinerlei Probleme mit Bucknell. Danach endete der so inspirierende Run der Wildcats im Elite Eight, als man überraschend gegen West Virginia unterlag und der Großteil des Teams sich in Richtung NBA verabschiedete.

In diesem Jahr konnten die Wildcats weder eine so hochklassige Recruiting Class vorweisen noch auf schon gestandene Spieler zurückgreifen, die ein weiteres Jahr am College geblieben sind. Mit Brandon Knight und Terrence Jones hatte John Calipari aber wieder zwei Rekruten für das Basketballteam organisiert, die wertvolle Bestandteile sein sollten (Go-to-Guys berichtete). Die Saison verlief nicht so rund wie gewollt. Auf Maui unterlag man ein wenig überraschend UConn, auch sonst war das Flair des letztjährigen Teams nicht festzustellen. Ein solider #4-Seed im NCAA-Tournament war das Resultat, die Erwartungen an das Team waren zu keinem Zeitpunkt mit denen des Vorjahres zu vergleichen.

Auch im Turnier selbst konnte Kentucky nicht vollends überzeugen. In der zweiten Runde gewann man mit gerade einmal zwei Punkten gegen Princeton, eine Runde später hatte man irgendwie West Virginia besiegt, um auf Ohio State zu treffen. Dieses Spiel sollte die Wende in der Wahrnehmung der Wildcats sein. Ohio State hatte als overall #1-Seed bisher (ähnlich wie die Wildcats ein Jahr zuvor) die beiden Runde mehr als souverän gewonnen, indem sie UTSA und George Mason jeweils mit mehr als 30 Punkten Unterschied nach Hause schickten. Kentucky konnte das Spiel tatsächlich für sich entscheiden, indem Brandon Knight zum 62-60 traf und den Favoriten stürzte. Eine Runde später kassierte man auch noch North Carolina um Barnes, Henson und Zeller und übertraf damit das Vorjahres-Team.

Der Schlüssel zum Erfolg sind aber nicht die Stars, sondern die Rollenspieler, die den so genannten „step up“ machten, um dem Team zu helfen. Brandon Knight ist entweder on oder off: 2 Punkte gegen Princeton (allerdings zum Sieg), 30 gegen West Virginia, 9 gegen Ohio State (wieder der entscheidende Wurf), dafür wieder 22 gegen UNC. Konstanz sieht anders aus. Sollte es jetzt wieder in schöner Regelmäßigkeit ein Off-Game gegen UConn geben, müssen wieder andere Spieler den Point Guard retten. Terrence Jones ist dabei ebenfalls keine große Hilfe. Der vielseitige Forward enttäuscht bisher im Turnierverlauf. 10 Punkte und knapp 7 Rebounds pro Spiel sind Rollenspieler-Statistiken, aber keinesfalls Werte, die ein Lottery-Pick im kommenden Draft vorweisen sollte. Jones ist einiges schuldig geblieben und sollte im Final Four besser zeigen, was für ein wertvoller Spieler er sein kann.

Wer für die beiden Stars einspringen soll? Wahrscheinlich vor allem Josh Harrellson, der im Turnier aufdrehte und mit 15 Punkten und 9 Rebounds dem Team maßgeblich half.  Dabei scorte Harrellson vor dem Turnier nur neun Mal zweistellig in der Saison. Gegen die Schwergewichte OSU und UNC konnte zudem Guard DeAndre Liggins seinem Team wichtige Punkte liefern, um dem Gegner passende Antworten zu geben.

Ist dieses geschlossene Team denn auch besser als die Wildcats 2010? Vielleicht, was den absoluten Erfolg angeht. Ein Final Four-Einzug gelang zuletzt 1998. Holen die Wildcats, die nun als Favoriten gehandelt werden, gar den Turniersieg, übertrifft man in der Außendarstellung ziemlich sicher die Wildcats 2010. Doch weder vom Talentlevel noch vom Zusammenspiel ist man auf Augenhöhe mit dem letztjährigen Team. Warum die Wildcats trotzdem im Final Four stehen? Weil das Turnier generell so schwach wie schon lange nicht mehr besetzt ist. Man konnte keine überragenden Individualisten bewundern, die mal Franchise Player in der NBA werden könnten. Ebenso fehlen routinierte Teams, die aufgrund ihrer Eingespieltheit und herausgebildeter Automatismen ein System des Coaches so umsetzen können, dass sie als Team dominieren können. Dies erkennt man an den vielen, vielen Spielen, die schon in Runde 2 eng bis zur letzten Possession waren oder den vielen Upsets, die es im Turnier gab. Spannung ist natürlich ein belebendes Element in einem KO-Turnier, doch auf Kosten der Klasse der Partie sollte man dies nicht in Kauf nehmen. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass kein #1-Seed im Final Four steht. Dies liegt nicht nur an den überragenden Leistungen des Gegners, sondern auch daran, dass die Teams sich in ihrem Leistungsvermögen nicht so sehr unterscheiden, wie die Seedings dies suggerieren. (ds)

Hoffen wir, dass wir im Final Four nun spannenden UND hochklassigen College-Basketball sehen können.

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