Draftprofile 2013

Kentavious Caldwell-Pope

University of Georgia

Datenblatt

nopictureName: Kentavious Caldwell-Pope

Position: Wing

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

College: University of Georgia

College-Erfahrung: Sophomore

Dass Kentavious Caldwell-Pope bis zu diesem Jahr nur wenigen NBA-Scouts ein geläufiger potentieller Rookie war, liegt wohl an zwei Dingen. Zum einen will sein ungewöhnlicher Name nicht einfach von der Zunge rollen und verankert sich deshalb nur langsam in Gehirnen der NBA-Verantwortlichen. Zum anderen traf der junge Mann aus Greenville, GA eine unglückliche College-Wahl. Der ehemalige McDonalds All American und Fünf-Sterne-Rekrut machte den Fehler an eine reine Football-Uni mit verkümmertem Basketball-Programm in einer starken Confernce zu gehen. Für die Georgia Buldogs reichte es seit der Jahrtausendwende nur vier Mal für das NCAA-Tournament. KCP schaffte es ohne wirkliche Unterstützung nie auf die große Bühne. So zeugen nach mannschaftlichem Mittelmaß ohne Ambition nach oben nur seine Individual-Awards von seiner Klasse. 2012 schaffte er es zusammen mit Anthony Davis, Michael Kidd-Gilchrist und Bradley Beal in das SEC-All Freshman-Team. In diesem Jahr wurde er (wohl auch wegen des Ausfalls von Nerlens Noel) gar Conference Player of the Year und darf sich nun Hoffnungen auf seinen ersten garantierten NBA-Vertrag. 

Skills

Seit seiner High School-Zeit gilt der 20jährige Caldwell-Pope als exzellenter Jumpshooter. Diesem Ruf wurde der Sophomore nach einem Jahr Akklimatisierung in dieser Saison auch am College gerecht. Der Shooting Guard, der als erste, zweite und dritte Angriffsoption sein Team in nahezu jeder Situation tragen musste, hat seine Quoten nach einen furchtbaren Frichlings-Spielzeit trotz noch größer werdender Verantwortung auf ein passables Niveau steigern können. (43%FG, 37% 3P bei 7 3PA) Mit hervorragenden Scoring-Instinkten ausgestattet, liebt es KCP vor allem an der Dreierlinie oder ein Stück dahinter seinen Wurf loszuwerden. Über die Hälfte seiner Gesamtversuche sind Dreipunktwürfe. Dabei hat er verschiedene Wege sich freie Schüsse zu kreieren. Off-the-ball weiß er sich gut zu bewegen und kann hier gut gesetzte Screens der Mitspieler mit Leichtigkeit in Punkte ummünzen. Mit Vorliebe nimmt er aber auch Würfe nach dem Pick’n’Roll, wenn sein Verteidiger oben um den Screen geht. Aber auch den Pull-Up-Jumper aus der Isolation trifft er mit 42% hochprozentig. Dabei scheut er auch nicht wichtige Würfe in der Crunchtime. Im Fastbreak weiß der 1,96m große Flügelspieler seine tolle Athletik zu nutzen und sorgt regelmäßig für krachende Dunkings oder spektakuläre Chase-Down-Blocks auf der Gegenseite. Seine tolle Sprungkraft hilft ihm zudem auch am defensiven Brett und macht ihn zu einem herausragender Rebounder (7,1 RpG) für seine Position. Das zweite Jahr in Folge führt er als reiner Zweier nun seine Mannschaft in der Kategorie Boards an und weiß auch in der Defensive zuzupacken. Zwar ist seine Armspannweite nicht optimal, dennoch präsentiert sich KCP zumeist als überdurchschnittlicher, engagierter 1-gegen-1-Verteidiger, der auch gern erfolgreich in den Passwegen des Gegners wildert. (2 SpG)

Allerdings spielt der Bulldog-Guard aus NBA-Sicht noch viel zu eindimensional. KCP ist zwar ein guter, aber kein exzellenter Schütze, weswegen Scouts gern hinterfragen warum er zu rund 73% mit einem Sprungwurf abschließt und nicht auf andere Art und Weisen punktet. Zu oft mussten sie bei ihm als ‘streaky shooter’ nach einem 15+ Würfe-Spiel mit Quoten unter 30% aus dem Feld kurz schlucken, neigt der Sophomore auch an schlechten Tagen dazu Schüsse zu forcieren und trifft oft schlechte Entscheidungen. In so mancher Situation ist ein Dreier aus der Bedrängnis gut einen Meter hinter der Distanzwurflinie mit noch genügend Zeit auf der Wurfuhr ein von ihm gern genommener Wurf. Dabei ist das (körperliche) Potential zum Slasher gerade wegen seiner Schnelligkeit, seiner Spungkraft und seinen recht gut austrainierten 90 Kilogramm auf den Rippen auf jeden Fall da. Dieses lässt er nahezu ungenutzt. Nur sehr selten sucht er den Weg zum Korb, da ihn sein schwaches Handling daran hindert regelmäßig die Zone zu erreichen, ohne Gefahr zu laufen den Ball zu verlieren,. In Korbnähe fehlen ihm variantenreiche Abschlüsse, um bei direktem Körperkontakt über größeren Verteidigern oder durch mehrere Verdeidiger hindurch abzuschließen. Verschiedene Korblegervarianten oder Floater fehlen seinem Spiel komplett. So kommt er auch zu wenig in Verlegenheit seinen stark verbesserten Freiwurf zu nutzen. (von 65%FT als Freshman auf 80%FT als Sophomore) Zudem hat er den Ruf in der Verteidigung ab und zu Auszeiten zu nehmen. 

Spielervergleich

Momentan stellt Caldwell-Pope noch den Prototypen eines Durchschnitts-Shooting Guards mit NBA-Ambitionen dar. All diese Spieler wissen wo der Korb hängt und können den Ball dort mehr oder minder effizient unterbringen. Um sich von der großen Masse der ca. 1,95m großen College-Alphas mit 15+ Punkten im Schnitt absetzen zu können, muss man in der NBA sein Spiel spezialisieren, um nicht wie J.R Giddens oder Morris Almond schnell aus der Liga zu fallen, wie ein Kareem Rush oder Daequan Cook als Journey-Man zu enden oder wie ein Jared Cunningham oder Jeremy Lamb ein D-League-Dasein zu fristen. KCP hat dabei das Potential sich zu einem brauchbaren Verteidiger und wertvollen Schützen zu entwickeln, der für Spacing und Stabilität in der eigenen Perimeter-Verteidigung sorgt. Im richtigen Team könnte er schon bald als ein Angehöriger der Kaste „3 and D“ um Rollenspieler wie Danny Green, Courtney Lee oder Dorell Wright werden. Für mehr fehlt der Zug zum Korb als ausgleichende Balance und öffnende Komponente im Spiel des 20 Jährigen. Arbeitet er vor allem weiter hart an seinem Wurf, so stellt ein überdurchschnittlicher Starter ala Klay Thompson wohl seinen Best Case dar. 

Draftaussichten

 Wie schon beschrieben, kommt es bei Caldwell-Pope sehr darauf an, was die Scouts in ihm derzeit sehen und welche Entwicklung hin zu einem relevanten Shooting Guard auf höchstem Level sie ihm zutrauen. Talentierter als die meisten Konkurrenten auf seiner Position in dieser Draft ist er. Dies sichert ihm schon jetzt einen Platz in Runde Eins. Er könnte je nach Einschätzung der Verantwortlichen am Ende der Lottery gezogen werden.

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