Draftprofile 2013

CJ McCollum

University of Lehigh

Datenblatt

nopictureName: CJ McCollum

Position: Playmaker/Wing

[xrr rating=1/4] (Rollenspieler)

College: University of Lehigh

College-Erfahrung: Senior

Den meisten March Madness Fans wird dieses Spiel noch in der Erinnerung sein: NCAA Tournament 2012, Runde der letzten 64, #2 Seed Duke verliert gegen ein an #15 gesetztes Team. Einem kleinen College aus der Patriot League gelingt das Unmögliche. Lehigh zwingt den blauen Riesen aus North Carolina nieder und feiert den wohl bedeutendsten Basketball-Sieg der Uni-Geschichte. Der Spieler mit dem breitesten Lächeln im Gesicht war CJ McCollum, hatte er doch gerade sein Team mit einer herausragenden Leistung zum Sieg geführt (30P./6R./6A.) und seine eigene kleine Cinderella-Story gestartet. Nur wenige Scouts sahen ihn vor dieser Partie als NBA-Spieler. Nun tauchte er auf allen Draftboard am Ende der Ersten Runde auf und könnte nun am Ende seiner Collegekarriere inklusive Abschluss in Journalismus mit etwas Glück als Lottery-Draftpick dastehen.

Skills

Senior-Guard CJ McCollum ist einer dieser elektrisierenden Spieler, die dem Anschein nach dazu geboren wurden den Ball im Korb unterzubringen. Über seine vierjährige Collegekarriere feilte der 1,91m große Mann aus Ohio an nahezu jeder Facette seines Angriffspiels und muss deswegen als vielleicht komplettesten Offensivspieler des Landes gelten. Am liebsten spielt McCollum schnell und attackiert „in transition“ noch weniger gut formierte Defensivreihen. Hierbei sucht er zumeist den Zug zum Korb, aber nimmt auch gern den Pull-Up-Jumper. Aber auch im Halbfeld verfügt der zweifache Patriot League Spieler des Jahres über ungemein viele Waffen. Durch seinen schnellen ersten Schritt und seine vielen sehr wirksamen Moves (Hesitation, Crossover) schlägt er seine Gegenspieler mit Leichtigkeit und zieht danach mit Vorliebe durch seinen Drive zum Korb und erarbeitet sich so Freiwürfe. McCollum zeigt hier oft eine gute Balance und kann ersten Kontakt in der Luft absorbieren. In seiner Karriere am College zog er im Schnitt fast 7 Freiwürfe und verwandet 82% davon. Gibt ihm die Defensive diesen Zug zum Korb nicht, kann er seinen guten, aber nicht exzellenten Wurf von nahezu überall auf dem Court loswerden und treffen. Durch seine tolle Range sollte der NBA-Dreier für ihn keine große Hürde darstellen. (in 4 Jahren solide 37%3P bei 5 3PA/G) Seine Wüfe musste er dabei, als klare erste Option und primärer Ballhandler seiner Mannschaft, zumeist aus dem Dribbling oder in der Isolation nehmen und trifft diese hochprozentig, aber auch als Spot-Up-Shooter ist er zu gebrauchen. Dass der Guard also über das komplette Paket verfügt, zeigte er schon seit seiner Freshmansaison. In jeder seiner Spielzeiten für die Mountain Hawks erzielte McCollum durchschnittlich 19 Punkte oder mehr. Zudem kann er durch seine gute Armspannweite von fast 2m das Spiel auch auf anderen Gebieten beeinflussen. Er ist abseits des Balles ein guter Verteidiger, der für viele Ballgwinne durch das Wildern in den gegnerischen Passwegen sorgt. Außerdem ist McCollum ein sehr guter Rebounder (6,3 RpG über seine 111 Spiele für Lehigh), der immer mit viel Einsatz agiert und den großen Moment in der Crunchtime nicht scheut.

Allerdings ist der fast 22 Jährige eher ein zu klein geratener Zweier als ein Aufbauspieler. Hat er sein restliches Offensivspiel nahezu perfektioniert, schaffte es McCollum nicht sich überdurchschnittliche Point Guard-Fähigkeiten anzueignen. Es liegt ihm (noch?) nicht das Spiel zu ordnen und trifft zu oft überhastete Entscheidungen, die zu Ballverlusten führen. Auch als Passer (nur 2,7 ApG über die vier Jahre) oder in Pick’n’Roll Situationen ist er maximal Durchschnitt. Ob er jemals zu einem NBA-Einser werden kann, ist fraglich. Weiterhin ist McCollum auch kein herausragender Athlet mit toller Geschwindigkeit oder ins Auge fallender Sprungkraft. Dies kommt immer zum Vorschein, wenn direkt am Ring abschließen will. Er agiert hier klar unter Korbhöhe und könnte durch die längeren Gegenspieler auf Profilevel vor eine große Herausforderung gestellt werden. Zudem hat er in Eins-gegen-Eins-Situation Probleme schnelle Guards vor sich zu halten und wird deswegen oft als Schwachpunkt in der Defensive ausgemacht. Gegen gute Colleges, die ihn mit viel Druck verteidigten, tat er sich bis zum Duke-Spiel sehr schwer und konnte erst dort und zum diesjährigen Saisonbeginn gegen Baylor zeigen (38 Punkte), dass er auch gegen Gegner aus den Major Conferences mithalten kann. Im Tournament konnte er sich in diesem Jahr leider nicht noch einmal präsentieren, brach er sich doch Anfang Januar den Fuß und absolvierte, ähnlich wie Kyrie Irving 2011, mit nur 12 Partien eine nur sehr geringe Anzahl von Spielen vor seinem Draft-Tag. Im Mai solle er wieder fit sein und an Workouts teilnehmen können. NBA Teams werden sich sehr genau ansehen inwiefern die Verletzung Spuren hinterlassen hat.

Spielervergleich

In letzter Zeit haben viele gute Scoring Guards von kleineren Colleges in der NBA für Furore gesorgt, allen voran natürlich Rookie of the Year Damien Lillard und Dreipunktkönig Stephen Curry. Aber auch NBA Champ Norris Cole und Pacers-Starter George Hill halten die Fahne dieser Spielergattung hoch. McCollum könnte der nächste Mann in dieser Riege werden. Auch er hat gute Voraussetzungen auf dem nächsten Level einen klaren Impact zu haben. Wie groß dieser sein wird, hängt davon ab, ob er sich zu einem scorenden Point Guard entwicklen kann. Schafft er dies, könnte er ein Starter vom Schlage Kemba Walkers, Mo Williams‘ oder George Hills werden. Bleibt dieser Sprung aus, sollte er noch immer eine auf beiden Guard-Spots variabel einsetzbare Scoring-Hilfe von der Bank darstellen und einem guten Team ähnlich wie beispielsweise Jerryd Bayless produktive Minuten geben können.

Draftaussichten

McCollums’ Draftstock ist trotz seiner Verletzung gestiegen, weil viele der direkten Konkurrenten gegen Saisonende eher nicht überzeugen konnten. Es bleibt abzuwarten, wie er sich in den nun bevorstehenden Workouts schlägt. Zeigt er, dass die Reha unproblematisch verlaufen ist, könnte er seinen Platz am Ende der Lottery endgültig zementieren. Gibt es Bedenken, wird er wieder etwas rutschen. Einen Platz in der Ersten Runde hat er als älterer Draftee ohne übermäßig viel Upside durch sein doch recht komplettes Spiel und eher geringe Bustgefahr aber sicher.

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