Gedanken, Lockout, Off-Court, Salary Cap / CBA

Mo’ money? No Problem!

Eric Gordon? Maxdeal. Roy Hibbert? Maxdeal. Batum? 45/4. Lin? 25/3. Asik? 25/3. Humphries 24/2. Die Geldbörsen der Besitzer scheinen wieder bis zum Anschlag offen zu sein, denn einige Rollenspieler erhalten monströse Verträge, junge Talente werden mit Maximalverträgen ausgestattet. Hat sich nach dem Lockout denn gar nichts geändert? Die Franchises scheinen das Geld ja wieder mit vollen Händen auszugeben. Dennis Spillmann erklärt, wieso der momentane Zustand ganz normales Tagesgeschäft ist.

Der atomare Winter

Wir erinnern uns mit einem unguten Bauchgefühl an den Dezember des vergangenen Jahres. Die Players Association verhandelte mit den Teambesitzern bereits seit vielen Monaten, um einen neuen Rahmenvertrag für die NBA zu finden. Den NBA-Fans verging die Lust, weil es nicht um den Sport, sondern um die Wirtschaft ging. Die NBA sollte kolportierte 300 Millionen Dollar Verlust gemacht haben. Die Spieler wären daran schuld. Zum Glück ging der Kelch des Saison-Ausfalls an allen Beteiligten vorbei, die Miami Heat trafen auf die Oklahoma City Thunder in den Finals und bescherte dem Basketball sehr gute Quoten. Alle schienen zufrieden.
Doch nun nahte die Offseason und der geneigte NBA-Fan hatte schon bald die Ungereimtheiten in den neuen Verträgen erkannt: Das Front Office der Franchises hat scheinbar überhaupt nichts dazugelernt, das Geld wird wie eh und je verteilt. Das stimmt so weit. Auch über manche Entscheidungen der Verantwortlichen bezüglich der Gehaltshöhe oder Vertragslänge kann man sich trefflich streiten. Was unstrittig sein sollte: Die CBA-Verhandlungen waren ein voller Erfolg für die NBA und verhelfen dieser zu einem soliden Fundament. Wieso dies trotz der neusten Maximalverträge so ist, zeigt ein Vergleich zum alten CBA.

7 Prozentpunkte

2006 hatte man sich darauf geeinigt, den Spielern 57% der gesamten basketballrelevanten Einnahmen zuzugestehen. 2011 bedeutete das, dass von den 4 Milliarden Dollar, die die NBA erwirtschaftet hatte, ungefähr 2,3 Milliarden an die Spieler ging. Dazu muss man verstehen, dass die Spieler im Laufe der Saison in einen so genannten ESCROW-Fond einzahlen und damit Reserven bilden, sollte man die 57% des BRI mit den Gehältern überschreiten. Gleichzeitig muss die NBA aber auch die Spieler anteilig auszahlen, wenn sie die 57%-Grenze nicht erreicht haben. Dies ist in der letzten Saison geschehen. Wie gut die NBA-Front Offices auch gehandelt haben konnten, eines stand fest: Die Spieler bekommen 2,3 Milliarden Dollar, dabei war es gleich, was passiert. Und genau um diesen Umstand ging es bei den CBA-Verhandlungen im Wesentlichen, um nichts anderes. Die NBA als Liga musste bisher 57% des BRI (basketball-related income) an die Spieler abführen und dieser Zustand gefährdete die Liga.

Ab dieser Saison galt dann das neue CBA, worin man sich auf einen so genannten split geeinigt hatte. Das bedeutet, dass sich die Liga und die Spieler die Einnahmen teilen. Zur letzten Saison verschieben sich also 7 Prozentpunkte der Einnahmen zu den Besitzern der NBA. Und im Prinzip ist auch das schon das gesamte Geheimnis der CBA-Verhandlungen. Denn nur um diesen großen Topf ging es; um den Topf, der darüber entscheidet, ob die NBA rentabel ist oder in Misslage gerät.

Auswirkungen der neuen Verträge

Wie stehen die neu abgeschlossenen Verträge in dieser Offseason nun mit der neuen BRI-Verteilung in Zusammenhang? Die einfache Antwort: gar nicht. Sie beeinflussen überhaupt nicht den Gang der Liga, wie ich aber auch schon im letzten Jahr an dieser Stelle erklärt habe. Es ist vollkommen irrelevant für die Liga als Institution, was die General Manager der einzelnen Franchises machen. Es schadet oder hilft ihr nicht. Es bringt nichts, wenn die General Manager sich darauf verständigen, in der nächsten Offseason nur Minimalverträge herauszugeben, um Geld einzusparen. Die Spieler erhalten nach dem Jahr 50% des BRI. Genau so können alle General Manager auch nur noch Maximalverträge ausgeben. Die Spieler erhalten nach dem Jahr 50% des BRI. Der Liga ist es vollkommen egal, was die einzelnen Franchises machen, denn ihre finanzielle Existenz wurde mit dem neuen CBA vorerst gesichert. Und genau darum ging es in den Verhandlungen.

Fazit

General Manager treffen schlechte Entscheidungen. General Manager überbezahlen Spieler. General Manager schaden durch schlechte Entscheidungen ihren Franchises oder bringe sie in ausweglose Situationen. General Manager sorgen dadurch auch für sportlich schlechte Leistungen ihrer Franchises. Aber General Manager haben und hatten keinen Einfluss auf die CBA-Verhandlungen und werden ihn auch nie haben. Die NBA ist durch das neue CBA mit dem BRI-split solvent aufgestellt und verzeichnet durch die neue Verteilung erhebliche Zuwächse. Es ist vollkommen irrelevant, was innerhalb des Systems NBA für Verträge herausgegeben werden. Die Spieler erhalten am Ende 50% der Einnahmen anstatt der bisherigen 57%. Diesen Sieg der CBA-Verhandlungen kann sich die Liga die nächsten fünf Jahre nicht nehmen lassen. Erst dann könnten die Spieler (oder die Liga) aus dem bisherigen CBA wieder aussteigen.

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3 comments

  1. Julian Lage

    Schöner Artikel, eine Frage hätte ich dazu: Wie sieht das eigentlich mit der Luxussteuer aus? Die dürfte ja eigentlich nichts mit BRI zu tun haben, sondern ist nur Umverteilung zwischen den Vereinen, oder? Das hieße, wenn z.B. die Nets und Lakers zahlen, wird das direkt Gewinn/Verlustausgleich für die anderen Teams, die Spieler haben aber nichts davon.

  2. Dennis Spillmann

    |Author

    Schöner Artikel, eine Frage hätte ich dazu: Wie sieht das eigentlich mit der Luxussteuer aus? Die dürfte ja eigentlich nichts mit BRI zu tun haben, sondern ist nur Umverteilung zwischen den Vereinen, oder? Das hieße, wenn z.B. die Nets und Lakers zahlen, wird das direkt Gewinn/Verlustausgleich für die anderen Teams, die Spieler haben aber nichts davon.

    Exakt. Die Luxury Tax ist eine eigene Steuer und demnach kein basketballrelevantes Einkommen.

  3. Hassan Mohamed

    Ich würde auch gerne mal einen Artikel zum ‘Minimum-Cap’ lesen. Beim Browsen durch Foren bekommt man oftmals das Gefühl, die Mehrheit wäre der Meinung, 95% der Spieler wären überbezahlt. ;)

    Ansonsten hoffe ich, dass es irgendwann überall ankommt, was Du im Artikel beschrieben hast.


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