Boston Celtics, NBA

Auf der Suche nach dem letzten Puzzleteil

Wie geht man eine Offseason an, wenn man schon (fast) ganz oben war? Wenn nur ein Team der eigenen Conference besser war und das auch nur nach sieben Spielen? Wenn dieses Team aber bedeutend jünger ist, während sich die eigenen Stars langsam, aber sicher auf vierzig aufrunden lassen? Wenn der finanzielle Spielraum gegen Null tendiert? Fragen, die sich die Boston Celtics zu Beginn des Sommers stellen mussten – und die sie schon zu großen Teilen beantwortet haben.

Die Ausgangslage nach dem knappen Ausscheiden in den Eastern Conference Finals gegen Miami war klar: Die Verträge von Kevin Garnett und Ray Allen laufen aus, Brandon Bass, der sich in den Playoffs ein ums andere Mal ins Rampenlicht gespielt hat (am beeindruckendsten sicherlich mit seinen 27 Punkten in Spiel Fünf gegen Philadelphia), würde seine Option auf ein weiteres Jahr über vier Millionen kaum ziehen. Dazu das jedes Jahr gleiche Spiel mit den Rollenspielern, die nur Einjahresverträge erhielten und dementsprechend Free Agents (Mickael Pietrus, Keyon Dooling, Marquis Daniels) oder Restricted Free Agents (Greg Stiemsma) wurden. Machte insgesamt (ohne Cap Holds) eine Payroll von 32 Millionen Dollar und damit eine Menge Spielraum in der Free Agency.

Die Draft

Vorher kam allerdings der Draft, in dem sich die Celtics erst mal auf ihren großen Positionen verstärkten: Mit dem 21. und 22. Pick sicherten sie sich die Dienste von Jared Sullinger (Ohio State) und Fab Melo (Syracuse). Sullinger wurde von uns in den Pre Draft Power Rankings an Nummer 13 geführt und gilt vor allem als im offensiven Post versierter Spieler, der aber zwingend an seiner Athletik arbeiten muss. Vor einem Jahr wurde Sullinger noch als Top 5-Pick gehandelt und er verspricht sofortige Hilfe, sodass die Celtics hier wenig falsch machen konnten – gerade mit einem derart späten Pick und dem Team-Need im Hinterkopf. Das Need wurde auch deutlich mit dem 22. Pick adressiert, da hier nicht der vom Talent her höher einzuschätzende Perry Jones (ebenfalls PF) gezogen wurde, sondern ein echter Center mit Fab Melo. Der Big East Defensive Player of the Year mag zwar eher als Prospect gelten und offensiv extrem roh sein, dafür sollte er aber sofort am defensiven Brett helfen können und verfügt darüber hinaus über eine gute Athletik – zur Not nimmt er eben nur die Alley Oop-Pässe von Rondo ab, die im letzten Jahr noch zu Chris Wilcox segelten. Mit dem Zweitrundenpick kam Tweener Kris Joseph, ebenfalls Absolvent aus Syracuse, eher als Füllmasse für die Bank – reguläre Spielanteile sind hier positionsbedingt kaum zu sehen, trotz durchaus vorhandener Allround-Qualitäten.

Was aber mit der Draft schon deutlich wurde: Die Celtics sind sich ihrer Schwachstellen vollauf bewusst und versuchen, diese mit dem beschränkten Handlungsspielraum so gut wie möglich auszumerzen. Großes Leid brachte immer wieder das Rebounding über jeden Celtics-Fan, wurden die Grün-Weißen doch immer wieder am Brett dominiert – trotz eines Kevin Garnett oder (für ihre Position) starken Reboundern wie Paul Pierce und Rajon Rondo. Jared Sullinger sollte von Tag Eins an einer der besseren Rebounder in der Liga sein, beherrscht das Positionieren und Ausboxen extrem gut – dass das eigentlich wichtiger als jede Athletik ist, zeigen uns Jahr für Jahr Kevin Love und Zach Randolph. Fab Melo dürfte hier zwar eher wenig helfen – 5,8 Rebounds in 25 Minuten am College sind wirklich kein Spitzenwert für einen Center -, aber da Sullinger am ehesten die Rotation knacken wird, fällt das nicht sonderlich dramatisch ins Gewicht. Sullinger könnte zudem auch mal für eine tiefe Anspielstation im Lowpost gut sein – Garnett fühlt sich nach wie vor aus der Halbdistanz etwas wohler, Brandon Bass sowieso. Insofern wurde schon durch den Draft wenigstens auf dem Papier etwas Abhilfe geschaffen, wenngleich natürlich niemand erwarten darf, dass Sullinger der große Heilsbringer werden wird.

Die Free Agency

Der weitaus wichtigere Teil der Offseason ist für ein Team wie die Celtics die Free Agency und da wurden schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Kevin Garnett, der wohl seine beste Saison seit drei Jahren für Boston absolvierte, unterzeichnete ein neues Arbeitspapier über drei weitere Jahre und 34 Millionen Dollar. Gehen wir mal davon aus, dass es der letzte Vertrag sein wird, den Garnett als Aktiver unterzeichnet. Trotz des auf den ersten Blick üppigen Gehalts sparen die Celtics allein hier im Vergleich zum Vorjahr zehn Millionen Dollar ein – Geld, das bitter nötig ist, um die weiteren Free Agents zu halten. Das hat immerhin dazu geführt, dass Brandon Bass und Jeff Green ihre Verträge verlängern werden, wobei gerade Green als Neuzugang anzusehen ist und die extrem dünne Rotation der Celtics qualitativ wie quantitativ aufwerten sollte.

Die große Story aus Sicht der Celtics war aber natürlich der Abschied von Ray Allen. Man kann das Thema sicherlich aus unterschiedlichsten Perspektiven sehen: Ist Allen nur konsequent, weil ihn Boston nicht gerade puderte, immer wieder in Trades anbot und zwischendurch gar auf die Bank verbannte? Ist er illoyal, weil er gerade zum direkten Konkurrenten aus Miami wechselte und dabei eine Menge Geld liegen ließ? Macht ihn nicht gerade das wieder sympathisch, weil er sportlichen Erfolg über seine Verdienste (die ohnehin schon im Verlauf seiner Karriere sehr üppig waren) stellt? Oder ist er nur die nächste Ringhure, obwohl er doch seinen Titel gerade in Boston gewonnen hat? Wie auch immer man das Thema sehen möchte (und natürlich spielten auch persönliche Beziehungen u.a. zu Rajon Rondo und Doc Rivers eine Rolle), man kann Allens Verdienste in seiner Zeit als Celtic nicht hoch genug einschätzen. Sei es der Dreierrekord in den NBA Finals 2010, seine Gala-Serie gegen die Bulls 2009, seine unzähligen Clutch-Plays – Allen hat zu viel für Boston getan, als dass jetzt böses Blut fließen sollte.

Die Lücke, die Allen im Kader gerissen hat, ist immerhin geschlossen worden: Zum einen darf man davon ausgehen, dass Avery Bradley nach erfolgreich überstandener Schulter-OP inklusive Reha in die Starting Five zurückkehren wird. Dazu hat man mit Jason Terry von den Dallas Mavericks einen der besten Sixth Men der NBA per Mid-Level Exception losgeeist, der Boston eine bis dahin kaum bekannte Option gibt: Scoring und Instant Offense von der Bank. Gut möglich, dass Terry auch viele Spiele mit den Startern beenden wird und die Rolle des Clutch-Shooters von Allen übernimmt. Obwohl Terry nach der Meisterschaft 2011 sicherlich ein schwächeres Jahr hatte, scheint die Verpflichtung bei gerade einmal 15 Millionen über drei Jahre sehr lohnenswert aus Sicht der Celtics. Derweil bemüht man sich aber noch um einen zweiten Guard, der nach neuesten Gerüchten Courtney Lee heißen soll. Das macht insofern Sinn, da Bradley wohl den Anfang der Regular Season verpassen wird und Boston ohnehin mit Rondo, Bradley und Terry im Backcourt etwas klein aufgestellt ist. Sollte Lee tatsächlich kommen, hat Boston eine weitere wichtige Option von der Bank gewonnen. Inwiefern sich das aber gehaltstechnisch ausgeht, bleibt offen – Boston muss irgendwie einen Sign-and-Trade-Deal einfädeln, da man Lee keine Exceptions mehr anbieten kann (außer die Bi-Annual Exception, die mit 1,9 Millionen Dollar deutlich zu wenig ist).

A propos Exceptions: Die führen auch dazu, dass Stiemsma die Celtics verlassen wird. Zwar unterbreitete Boston dem Center die Qualifying Offer, um etwaige Fremdgebote matchen zu können, aber da man die MLE an Terry vergab, kann Boston nur Offerten bis 1,9 Millionen (eben die Bi-Annual Exception) matchen – in einer Liga, in der neuerdings Wucherpreise für Defensivcenter wie Omer Asik oder Greg Stiemsma gezahlt werden, sollte das nicht reichen. Minnesota bereitet angeblich eine Offerte über drei oder vier Millionen Dollar vor, womit vom Abgang Stiemsmas ausgegangen werden kann. Die übrigen Free Agents, die schon letzten Jahr bei Boston waren – Keon Dooling, Mickael Pietrus, E’Twaun Moore – dürfen sich Hoffnungen auf eine Weiterbeschäftigung machen, obwohl die Frage nach der Spielzeit gestellt werden muss, wenn Courtney Lee tatsächlich kommen sollte.

Der Ausblick

So weit also zu den (bisherigen) personellen Rochaden. Die Frage: Hat sich Boston genug verstärkt, um wieder Titelkandidat zu sein? Auf dem Papier sollte man jedenfalls wieder zu den drei besten Teams im Osten gehören. Die Starting Five (Rondo, Bradley, Pierce, Bass, Garnett), mit der Boston nach dem All Star Game letzte Saison die furiose Aufholjagd startete, ist wieder komplett dabei. Dennoch wird sich der Spielstil ändern – man hat zwar theoretisch mit Terry einen Ersatz für Ray Allen gefunden, aber beide sind unterschiedliche Spielertypen: Terry rennt nicht um zig Screens, wie es Allen so gerne gemacht hat, sondern kreiert lieber selbst. Inwiefern das im Widerspruch zu Rajon Rondo und dessen Spielstil steht, bleibt abzuwarten. Rondo ist das Hirn der Offensive, bedient seine Mitspieler nahezu perfekt, ist ein balldominanter Spieler. Gut möglich, dass wir bei Rondo noch öfter etwas beobachten dürfen, was er schon in der zweiten Saisonhälfte gerne machte: Das Aufposten im tiefen (!) Post. Das wirkte manchmal etwas erzwungen, manchmal etwas übertrieben, könnte aber eine Co-Existenz von Terry (in dem Fall als Ballhandler) und Rondo sichern. Zudem dürfte sich der JET über Brandon Bass freuen, den er einerseits schon aus Dallas kennt, der andererseits aber als Power Forward, der gerne aus größerer Distanz abschließt, eine ähnliche Spielanlage wie Nowitzki hat – das Pick&Roll zwischen dem Deutschen und Terry funktionierte bekanntermaßen sehr ordentlich.

Defensiv wird sich relativ wenig ändern, wenn man die zweite Saisonhälfte betrachtet: Boston wir mit Bradley/Rondo versuchen, den gegnerischen Spielaufbau, sollte er denn über die kleinen Positionen erfolgen, empfindlich zu stören. Sonst darf man auf die gewohnten Defensivschemas vertrauen: Schnelle Rotationen, eine Verriegelung der Zone und das in Kauf nehmen von Dreiern. Die Präsenz von Stiemsma als Blocker wird fehlen, wobei Fab Melo in diese Rolle hineinwachsen könnte. Ob das aber den riesigen Unterschied macht, da Stiemsma auch nicht wahnsinnig große Spielanteile sah, bleibt zu beobachten. Tendentiell haben die Celtics aber nach wie vor eher auf den großen Positionen Nachholbedarf und, wenn man ehrlich ist, mit Garnett nur einen Spieler von herausragender Qualität.

Insofern kann sich durchaus ein Stilwandel vollziehen, den man schon streckenweise in der vergangenen Saison beobachten durfte: Smallball in Boston. Garnett/Sullinger dürften dabei als Lowpostspieler fungieren, Green bietet eine passende Option sowohl als Small Forward wie auch als Stretch Four. Besonders die relative Leistungsdichte auf den Forward-Positionen mit Pierce, Green, Bass dürfte Doc Rivers dazu verleiten, diese kleineren Lineups noch öfter aufs Parkett zu schicken. Das dürfte zwar altbekannte Reboundprobleme mit sich bringen, verspricht aber insgesamt einen spektakuläreren Spielstil bei gleichbleibend hoher defensiver Intensität. Keine schlechte Mischung, um wieder an einen tiefen Playoff-Run zu denken.

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10 comments

  1. Avatar

    bartek

    kein Wort über den Vertrag von Jeff Green. Dieser ist viel zu hoch angesetzt. Die haben wohl auf Basis von Gerald Wallace seinem Vetrag in Boston gehandelt, dass ist aber Brooklyn! Da wird mit russischen Dollars gezahlt ;) Naja, es müsste nicht so langfristig sein, wenn schon so ein hohes Jahressalär hinhalten musste.

    Meine Bewertung in Schulnoten:
    Garnett 3
    Terry 2
    Green 4+
    Lee 2+
    Bass 2-
    Sullinger 1
    Melo 3

  2. Jonathan Walker

    Allerdings haben sich die Celtics und Green letztes Jahr auch auf eine Annulierung des Vertrages über $9 Mio. geeinigt, nachdem klar war, dass Green das Jahr aussetzen müssen wird. So haben die Celtics mit LT insgesamt $18 Mio. gespart. Das wurde bei den Vertragsverhandlungen warhscheinlich berücksichtigt.

  3. Smido83

    So, nun bekommen die Celtics anscheinend wirklich noch Lee via Sigh&Trade, Damit ist der Backcourt zwar heillos überfüllt sobald Bradley wieder fit ist, aber hey lieber zu viel als zu wenig! Bin echt mal gespannt wie da die Minuten zwischen Bradley, Lee und Terry demnächst verteilt werden.

    Zu Jeff Green.
    WENN er wieder der Alte werden sollte, dann ist er das Geld für mich zumindest wert. Er wird dann wieder ein sehr wichtiger Baustein im Team sein. Vieleicht sogar ein zukünftiger Starter. Wenn sein 3er wieder besser fällt könnte er durchaus die Zukunft auf der SF Position werden. Denn ein Pierce wird auch nicht jünger…

    Mit Rondo, Bradley, Lee, Green, Sullinger, Bass und Melo sind die C’s auch für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Also für die Zeit nach der jetzt noch geltenden Pierce/Garnett Ära. Durchaus denkbar, dass in 2 Jahren alle 5 Starter aus diesem 7 Spieler Gerüst gestellt werden.

  4. Jonathan Walker

    So, nun bekommen die Celtics anscheinend wirklich noch Lee via Sigh&Trade, Damit ist der Backcourt zwar heillos überfüllt sobald Bradley wieder fit ist, aber hey lieber zu viel als zu wenig! Bin echt mal gespannt wie da die Minuten zwischen Bradley, Lee und Terry demnächst verteilt werden.

    Ich denke da wird viel nach Matchups gespielt werden. Bradley für die Defense, Terry für die Offense. Lee für ein bisschen von beidem. Außerdem ist bei den Celtics doch eh immer einer verletzt. ;)

  5. Alexander Aust

    Klasse Artikel, danke dafür.

    Wirklich ein klasse Team, das die Celtics da nochmal aufgebaut haben. Aus meiner Sicht sogar um weiten stärker aufgestellt, als das aus der letzten Saison.
    Grund dafür sind der wieder gesunde Jeff Green und vor allem Jason Terry. Absoluter Steal für die C´s. Den besten Dreierschützen aller Zeiten gegen den Viertbesten eingetauscht, der dazu noch ein überragender Ballhandler ist und ein nahezu perfektes Pick&Roll spielt. Dies kommt sowohl KG als auch Bass sehr entgegen. Jetzt kann man praktisch 48Min lang P&R spielen(Rondo+Jet). Ein mehr als guter Tausch, wie ich finde.
    Dazu, aus auf den ersten Blick, sehr gute Draftpicks, die dem Team in Person von Sullinger, schnell helfen können. Ich denke man kann von Boston einiges erwarten in der nächsten Saison. Ich liebe Old-School-Teams und deshalb wahrscheinlich zu optimistisch, aber ich denke, die von euch angesprochenen “letzen Puzzlestücke” hat man nun tatsächlich beisammen.
    Viele kleine Dinge die den Celtics für den entscheidenden vierten Sieg in den CF gefehlt haben, scheint man nun, zunmindest auf den ersten Blick, verbessert zu haben. Ich denke da vor allem an vernünftige Big-Men von der Bank (Rebounding/Blocks), ein zweiten Ballhandler und Scoringpower von der Bank(Green+Terry). Dazu noch starke Defender mit Brandley und Lee. Unglaublich sympathischer Kader.
    Ich bin zwar Dallas-Fan, aber ich muss sagen das Team aus Boston ist wirklich aller erste Sahne. Ein richtiger Contender. Letzte Saison hat man den Celtics wenig zugetraut, diese Saison muss man Sie einfach respektieren. Für mich absoluter Top-Favorit im Osten neben Miami.

  6. Malte Arndt

    |Author

    Grundsätzlich stimme ich dazu, sehe das Team auf dem Papier auch stärker an als die letztjährige Auflage der Celtics. Das ist aber an zwei Bedingungen geknüpft, die jetzt nicht unbedingt als gegeben hingenommen werden dürfen: Kevin Garnett hält sein Niveau und Paul Pierce zeigt sich wieder in besserer Verfassung. Gerade bei Pierce hat man gemerkt, dass er körperlich nie in bester Verfassung war. Das hat zwar dennoch für ein paar Glanzlichter gereicht, aber als Go-to-Guy muss er wieder konstanter werden. Kann natürlich sein, dass das mit dem Lockout erklärbar ist (zu Saisonbeginn hatte er ja definitiv ein paar Kilos zu viel drauf), aber noch so ein Jahr darf er sich eigentlich nicht leisten. Ist zwar Meckern auf hohem Niveau, aber in den wirklich wichtigen Spielen wird Boston vor allem ihn als Scorer brauchen.

    Das vermeintliche Überangebot im Backcourt sehe ich auch nicht als Problem an. Zum einen, weil, wie Jony schon geschrieben hat, ohnehin einer immer irgendwie verletzt/angeschlagen ist (zu Saisonbeginn Bradley). Zum anderen, weil Rivers eh sehr gerne auf eine kleine Lineup umgestellt hat, zumindest letzte Saison. Kann mir also durchaus vorstellen, dass man z.B. mal Rondo-Bradley-Lee-Pierce/Green-Garnett/Bass sehen wird. Selbst wenn nicht: Rivers hatte eigentlich nie einen Backup für Rondo. Klar, einen wirklich Aufbau-Backup hat man jetzt auch nicht, aber Terry/Bradley gemeinsam im Backcourt wird Rondo schon mehr Verschnaufpausen ermöglichen. Teil seiner Verletzungsprobleme (hat ja auch Rivers selbst gesagt) war ja, dass er immer extrem viel spielen lassen musste.

    Ich gehe trotzdem davon aus, dass zumindest zu Saisonbeginn ein paar Schwierigkeiten auftreten werden. Immerhin sind das einige Spieler, die wieder in die Rotation integriert werden wollen und etliche Sets (gerade gegen Spielende oder nach Einwürfen), die normalerweise für Allen gelaufen wurden, sind verschwunden. Da wird also ein guter Teil des Playbooks neu gestaltet werden müssen, das braucht Zeit. Positiv zu erwähnen ist aus meiner Sicht noch, dass man wieder auf Europa-Tournee geht. Das hat dem Team schon beim letzten radikaleren Umbruch 2007 geholfen und wird, denke ich, zu einer schnellen Integration der Neulinge beitragen.

  7. Hassan Mohamed

    “People can use all the Rondo stuff – and it was there, no doubt about that – but it was me more than Rondo,” said Rivers, who is working as an NBC analyst during the Olympics. “I’m the guy who gave Rondo the ball. I’m the guy who decided that Rondo needed to be more of the leader of the team. That doesn’t mean guys liked that – and Ray did not love that – because Rondo now had the ball all the time.

    “Think about everything [Allen] said when he left, ‘I want to be more of a part of the offense.’ Everything was back at Rondo. And I look at that, and say, ‘That’s not Rondo’s fault.’ That’s what I wanted Rondo to do, and that’s what Rondo should’ve done. Because that’s Rondo’s ability. He’s the best passer in the league. He has the best feel in the league. He’s not a great shooter, so he needs the ball in his hands to be effective. And that bothered Ray.

    “And not starting [games] bothered Ray. I did examine it, and the conclusion I came back to was this: By doing the right things, we may have lost Ray. If I hadn’t done that, I would’ve been a hypocrite. In the opening speech I make every year, I tell the team: ‘Every decision I make is going to be what’s good for the team, and it may not be what’s good for the individual.’ “

    Rivers said he had mediated issues between Allen and Rondo for most of the five years that they played together, but that it became a dramatically worse issue in the 2010-11 season. Beyond the issues on the floor, Allen and Rondo had developed a deep disdain for each other, multiple sources told Yahoo! Sports. Allen had problems with how he was compensated and that his name was constantly included in trades talks, sources told Yahoo! Sports.

    Quelle: Yahoo (http://sports.yahoo.com/news/olympics–doc-rivers-takes-blame-for-ray-allen-leaving-celtics-for-heat-.html)

    Für einen Außenstehenden ist es natürlich unklar, was auf persönlicher Ebene zwischen Rajon Rondo und Ray Allen abgelaufen ist, aber sportlich betrachtet eine nicht nachvollziehbare Einstellungen für einen Veteranen mit 16 Jahren auf dem Buckel. Den Ball in die Hände von Rondo zu geben, ist doch richtig. Er ist doch kein Chucker, sondern hat einzig im Sinn, seine Mitspieler zu bedienen. Und von der Bank zu kommen, scheint nicht nur vermeintlich egozentrische Spieler wie Allen Iverson zu stören. ;)

    Merkwürdig. Ich hatte bisher ein etwas anderes Bild von Allen.

  8. Alexander Aust

    Hm, wirklich merkwürdig. Solch ein erfahrener Spieler muss doch private Unstimmigkeiten ausblenden und sich voll und ganz auf Basketball konzentrieren können. Für mich persönlich ist das charakterschwach was Allen da abgezogen hat.
    Er sollte sich mal hinterfragen warum er denn auf der Bank gelandet ist und nicht die Fehler bei anderen suchen.

  9. Hassan Mohamed

    Hm, wirklich merkwürdig. Solch ein erfahrener Spieler muss doch private Unstimmigkeiten ausblenden und sich voll und ganz auf Basketball konzentrieren können. Für mich persönlich ist das charakterschwach was Allen da abgezogen hat.
    Er sollte sich mal hinterfragen warum er denn auf der Bank gelandet ist und nicht die Fehler bei anderen suchen.

    Aus persönlichen Gründen zu wechseln, finde ich nachvollziehbar. Ich würde ein Unternehmen auch wechseln,
    wenn mir das Büroklima absolut nicht mehr gefällt (dass er sich mit Kevin Garnett auch nicht auf einer Wellenlänge befindet, war ja vor geraumer Zeit ebenfalls zu lesen; finde den alten Artikel nicht mehr). Die sportlichen Gründen, die ihn letztes Jahr gestört habe, finde ich nur etwas unprofessionell und überraschend.

  10. Alexander Aust

    Aus persönlichen Gründen zu wechseln, finde ich nachvollziehbar.

    Stimme dir da grundsätzlich zu, jedoch muss man da auch immer abwägen. Differenzen mit Vorgesetzten, okay, da muss man ja fast wechseln. Aber wechselt man das Unternehmen nur, weil man mit dem Charakter des Kollegen nicht klar kommt? Wenn da was vorgefallen wäre, was wir ja nicht wissen, wäre das für mich in Ordnung. So wie die Situation jedoch nach außen dargestellt wird, kann ich Allens Entscheidung nicht verstehen. Das was ich absolut ncht nachvollziehen kann ist, dass, so kommt es für mich rüber, die persönlichen Differenzen aus Neid und Missgunst entstanden sind. Es ist ja nicht so, dass er genervt davon ist weil Pierce den Ball in den entscheidenden Momenten bekommt, sondern weil Rondos Rolle immer größer wird, mit dem Allen offensichtlich überhaupt nicht klar kommt.
    Die Differenzen mit Garnett, der ja auch immer sagt, dass Rondo der MVP der Celitcs ist passen da ganz gut rein. Deshalb auch ist er für mich persönlich auch charakterschwach. Vor allem der Wechsel zum “Erzfeind” der Celtics, LeBron James, hinterlässt da einen faden Beigeschmack.


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