Lockout, Lockout latest buzz

Lockout – Latest Buzz

Nachdem wir mit unseren Lockout-Artikeln Lockout 101 und Lockout 102 im großen Stile die Zusammenhänge zwischen der Spielergewerkschaft (NBPA – National Basketball Players Association) und den Teambesitzern der NBA-Franchises (vertreten durch David Stern) erklärt und damit ein solides Fundament geschaffen haben, wird es in diesem Artikel ab dem heutigen Tage Updates zum aktuellen Stand der Verhandlungen geben.  Gesammelt werden hier zum einen die Ergebnisse der jeweiligen Sitzungen, zum anderen aber auch Einschätzungen und Bewertungen des aktuellen Standes.

Latest Buzz

(26.11.2011; 09:30 Uhr) +++ Vorläufige Einigung erzielt +++

Nach einer sechzehnstündigen Verhandlung traten David Stern und Billy Hunter gemeinsam vor die Presse, um zu verkünden, dass man sich vorläufig auf ein neues Collective Bargaining Agreement geeinigt habe. Beide wollten sich nicht zum Inhalt des Tarifvertrags äußern, bis dieser nicht ratifiziert ist. Die Einigung ist momentan nur vorläufig, weil sich beide Parteien darauf verständigt haben, dass sie ein ausgearbeitetes CBA den Spielern und Besitzern vorlegen wollen, damit diese dem neuen Arbeitsvertrag zustimmen. Theoretisch wäre es also möglich, dass eine Seite dem CBA nicht zustimmt und somit der Deal hinfällig wäre. Billy Hunter äußerte sich dazu:

Once we present it (to players), we’re confident they will support it.

Es gibt wohl noch einige “B-List issues”, die noch ungeklärt sind. Darunter fallen beispielsweise das Draftsystem (wir hatten ja schon von einer dritten Draftrunde berichtet), das Eintrittsalter in die NBA und die Drogentests. Gerüchten zufolge sollen die Spieler beim BRI einem 49-51%-Intervall zugestimmt haben, das sich nach der Wirtschaftlichkeit richtet. Teams, die in der Luxury-Tax sind, sollen weiterhin nicht so handlungsfähig in der Free Agency sein wie noch im letzten Jahr. Details gibt es weiterhin nicht, dafür ist ein bestätigtes CBA notwendig.

Sollten beide Parteien den Tarifvertrag anerkennen, gibt es auch schon einen Zeitplan für das weitere Vorgehen:

  • 9. Dezember: Start der Trainingscamps
  • 9. Dezember: Start der Free Agency
  • 25. Dezember: Beginn der NBA Saison mit einem Triple-Header – Miami Heat vs. Dallas Mavericks, Boston Celtics vs. New York Knicks und Chicago Bulls vs. Los Angeles Lakers

(15.11.2011; 11:30) Dennis Spillmann: Normalerweise würde hier eine sachliche Mitteilung stehen, dass die Spielergewerkschaft sich entschieden habe, sich aufzulösen; dass die NBA-Saison in Gefahr sei; was es für Möglichkeiten gäbe, doch noch NBA-Basketball sehen zu können; dass die Spielerauflösung bedeute, dass es nun vor Gericht gehe; dass die Liga direkt wieder öffnen und mit jedem Spieler individuelle Verträge aushandeln könne; dass es NBA-Basketball doch schon wieder zu Weihnachten geben könne. Normalerweise.

Die Entscheidung der letzten Nacht lässt diese Objektivität nicht mehr zu. Jedenfalls nicht mehr bei mir. Es geht vielleicht Vielen so, dass sich Wut oder Enttäuschung angestaut haben; dass man die NBA nicht mehr sehen möchte. Bei mir überwiegt die Verärgerung. Verärgerung über die Dummheit vieler Akteure, die entweder nicht begreifen, was sie da tun, oder – noch schlimmer – sich darüber bewusst sind, was sie mit dem Vorgang der ‘Decertification’ auslösen.

Primär ärgere ich mich über die Vorgehensweise der NBPA. Die Besitzer um David Stern haben mit Sicherheit ähnliche Verhandlungsfehler begangen, haben entweder zu viel gewollt oder den Spieler nicht vermitteln können, dass man defizitär wirtschaftet, wenn man das Spielerangebot annimmt.

Die Entscheidung der Spielergewerkschaft zum jetzigen Zeitpunkt halte ich aber für katastrophal und das mehreren Gründen.

  1. Die Entscheidung, dass man das Angebot der Besitzer ablehnt, haben die 30 Vertreter der Teams getroffen, nicht aber die über 400 Spieler, die der Gewerkschaft angehören. Das ist bei der Tragweite der Entscheidung – man entschied sich postwendend für den Antrag zur Auflösung der Union – eine Farce. Einige Spieler haben über Twitter bereits bekundet, dass die Vertreter der Teams nie mit ihnen über das Angebot der Liga sprachen. Hier haben 30 Spieler eventuell über den Kopf der Mehrheit oder einer größeren Minderheit entschieden, dass dieses Angebot gar nicht zur Abstimmung vorgelegt wird. Das kann nicht gesund sein, wenn man gemeinsam eine Entscheidung treffen wollte.
  2. Man hat keinen Gegenvorschlag mehr eingereicht. Beide Parteien hatten sich entschieden, dass man Einbußen hinnimmt, wenn man sich auf einen 50-50-Split einigt. Die Entscheidung, einen Deal zu machen, hing wohl nur daran, inwieweit die Parteien Zugeständnisse bei den system issues machen. Die NBA hatte einen Vorschlag vorgelegt, nachdem vor allem Teams in der Luxury-Tax nicht weiter durch Ausnahmen investieren könnten. Mit der Kürzung der prozentualen Gehaltsanstiege pro Jahr war nochmals verschärfend eingegriffen worden. Die Verärgerung der Spieler mag verständlich sein, aber man hatte einen Deal auf dem Tisch, zu dem man in der Mehrzahl der Punkte zustimmte. Jetzt die Union aufzulösen und nicht weiter zu verhandeln, ist einfach unklug. Man hätte wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren sollen.
  3. Der Zeitpunkt zur Auflösung der Union ist der schlechteste, den man wählen konnte. Man hätte bereits am ersten Juli die Reißleine ziehen können, wenn man sich sicher gewesen wäre, dass dieser Weg unvermeidlich scheint. Mitte November diese Entscheidung zu treffen, ist fatal. Es gibt einen absolut instabilen Schwebezustand, der niemandem hilft. So eine Entscheidung trifft man im Juli, um den Druck auf die Liga direkt zu erhöhen – oder man versucht einen Deal zu machen.

Die Besitzer sind, wie angeführt, nicht unschuldig an der Situation, ihr Ultimatum hat vielleicht zu dieser Kurzschlussreaktion der Spieler geführt. Aber nach außen hin verkauft sich die Liga exzellent. Man setzte ein erstes Ultimatum, nahm dann aber die Bitte um weitere Gespräche an und setzte das Ultimatum außer Kraft, um weiter zu verhandeln. Nach einigen Marathonverhandlungen gab es eine überarbeitete Fassung und ein weiteres Ultimatum, das gestern im Knall endete. Die Besitzer wären wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, wenn die Spieler dies gewollt hätten. Diesen Eindruck hatten sie jedenfalls vermittelt.

Der Lockout ist an “B-List”-Items gescheitert, wie Adrian Wojnarowski dies formulierte. Über die großen Zusammenhänge war man sich klar, man hatte eigentlich einen Weg gefunden, um aufeinander zuzugehen. Die Hardliner der Besitzer wurden überstimmt, indem man einen Hardcap ad acta legte, und von 38,5% über 43% und 47% auf 50% auf die Spieler zuging. Die Spieler einigten sich darauf, von 57% über 53% auf 50% zurückzustecken. Das Gebäude NBA stand also. Man hatte einen gedeckten Tisch. Dass man jetzt wegen des Geschirrs und der servierten Speisen einen solchen Aufstand macht, dass man den Tisch umwirft und wutentbrannt das Gebäude verlässt, ist nur eines: Dummheit. Und das verärgert mich.


(11.11.2011; 7:00 Uhr) Das Ultimatum wurde verschoben.

I would not presume to project or predict what the union would do. I can hope, and my hope is the events of next week will lead us to a 72-game schedule starting on Dec. 15.

Dies sind die Worte von David Stern, der sich mit einem verbesserten Angebot durch die Besitzer erhofft, dass es mit einer 72-Spiele-Saison am 15. Dezember los gehe. Nach einem weiteren elfstündigen Verhandlungsmarathon besserten die Besitzer ihr Angebot abermals nach, um doch noch zu einem Deal zu kommen und die drohende ‘Decertification’ der Spielergewerkschaft abzuwenden. Während Stern den Druck abermals auf die Union erhöht, versuchte Derek Fisher schon vorab den Optimismus aller zu dämpfen:

It does not meet us entirely on the system issues that we felt were extremely important to try and close this thing out, and so at this point we’ve decided to end things for now, take a step back

Fisher wird sich nun mit Repräsentanten der NBA-Teams beraten, inweiweit die Spieler dem verbesserten Deal zustimmen werden. Billy Hunter nannate als einzige Veränderung zum Ultimatum-Deal, dass die Mid-Level-Exception für Teams in der Luxury Tax von 2,5 Mio$ und 2 Jahre auf 3 Mio$ und drei Jahre maximal Laufzeit erhöht wurden. Dies kann Fisher und der Gewerkschaft eventuell zu wenig sein.

Stern insistierte hier zudem, dass der Deal vielleicht nicht allen Spielern gefällt, aber ebenso sollte bedacht werden, dass auch nicht jeder Besitzer mit dem Deal zufrieden ist. Der Rhetorik nach hat Stern also auch kaum noch Spielraum (dies kann eine Verhandlungstaktik sein) und nicht mehr die Einheit aller Besitzer hinter sich. Ebenso scheint dies im lager der Spieler zu sein. Diese wollen sich spätestens Montag oder Dienstag treffen, um eine Entscheidung zu treffen. Eine Auflösung der Gewerkschaft schwebt also noch immer über den Verhandlungen. Auch wenn Fisher abermals wiederholte:

“We want to get back on the court.”


(10.11.2011; 08:30 Uhr) Die schlechten Nachrichten? Es gibt weiterhin keinen Deal zu vermelden. Die guten Nachrichten? Es ist nichts passiert. Dies ist deshalb eine gute Nachricht, weil weder das Angebot der Besitzer vom Tisch ist, noch die Spieler ihre Gewerkschaft aufgelöst haben.

Beide Parteien trafen sich zu einem Meeting für nahezu 12 Stunden, obwohl die Deadline des Ultimatums alleine durch dieses Treffen überschritten wurden. David Stern sagte nach der Verhandlungsrunde, dass man “weder optimistisch noch pessimistisch” sein sollte. Er hielt die Ergebnisse wie folgt fest:

We’ve agreed A) that we have sort of stopped the clock and we continue to negotiate. We’ve agreed to continue tomorrow at noontime.

Über den momementanen Verhandlungsstand wollte Stern keine Aussagen treffen, nur wollte er nicht verneinen, dass es Fortschritte gab. Derek Fisher meinte zumde, dass er nicht sagen könnte, dass ein signifikanter Fortschritt gemacht wurde. Das bedeutet letztlich nur, dass es zu keinem Deal kam. Billy Hunter meldete sich ebenfalls zu Wort:

“There was enough give and take on both sides to merit us both coming back tomorrow.”

Leichte Fortschritte oder Bereitschaften gab es also doch zu verzeichnen.

Beide Parteien treffen sich um 12 Uhr Ortszeit für weitere Verhandlungen. Das Angebot der NBA wird so lange verfügbar sein, wie die Verhandlungen andauern. Kommen sie zum Erliegen, ist der 50-50-spliterst einmal nicht mehr verfügbar.


(06.11.2011; 07:30 Uhr) David Stern hat der Spielergewerkschaft ein Ultimatum bis zum kommenden Mittwoch gestellt. Nach einem 8 1/2-stündigen Meeting der beiden Parteien sei man sich in einigen Angelegenheiten näher gekommen und hat beiderseitig Zuständnisse gemacht. Für einen Deal reichte es nicht.
Eine zentrale Rolle nahm dabei Vermittler George Cohen ein, der einige Vorschläge machte, um beide Seiten zu einem Deal zu führen. Während Stern diese Vorschläge als “Kompromisse” bezeichnete, sah Derek Fisher die Ausführungen Cohens als “Was wäre wenn”-Szenarien ohne formalen Charakter. Die NBA und NBPA streiten sich weiterhin über zwei Punkte (Aufteilung des BRI und Exceptions für Teams in der Luxury Tax); hinzu kommt die Verteilung der Einnahmen, die unter den Besitzern diskutiert werden muss.

Zu den beiden Punkten, die NBA und NBPA betreffen, gab es im Ultimatum sechs Punke, folgende vier Ausführungen wurden thematisiert und sind demzufolge bekannt:

  • Die NBA bietet bei der BRI-Aufteilung eine Spanne von 49-51% an, je nach ökonomischer Lage der Liga. Bei einem erwarteten Verlauf der Einnahmen (dies sind laut Ken Berger 4% Steigerung pro Jahr) sollen die Spieler 50% erhalten. Spielt die NBA unerwartet mehr Geld ein, sollen die Spieler 51% des BRI bekommen. Bei misslicher Lage erhalten die Spieler nur 49% des BRI.
  • Teams, die in der Luxury Tax sind, erhalten keine Sign & Trade-Option.
  • Teams, die in der Luxury Tax sind, erhalten eine Mini-Mid-Level-Exception von 2,5 Mio$ und zwei Jahre Laufzeit.
  • Teams, die nicht in der Luxury Tax sind, erhalten eine 5 Mio$ MLE mit einer vierjährigen Laufzeit in einem Jahr, einer dreijährigen im darauffolgenden.

Die Gewerkschaft hatte ihrerseits einen Vorschlag ausgearbeitet, der auf 51% des BRI basierte. Bei diesem Vorschlag hätten die Systemfragen aber wieder mehr in die Richtung der Spieler tendiert. Diese sind nicht bereit, den Szenarien Cohens zu folgen, Fisher mutmaßte, dass man maximal bei einer Forderung zustimmen würde. Deshalb wird man den Spielern dieses Angebot gar nicht zur Abstimmung vorlegen wollen (Henry Abbott von True Hoop erklärt auch warum).

Sollten die Spieler dieses Angebot der Besitzer bis zum Mittwoch nicht akzeptieren, kündigte Stern schon an, das Angebot zu verschlechtern. Im Gespräch wären dann 47% BRI und ein Flex Cap – Forderungen, die vor einiger Zeit schon auf dem Tisch lagen und durch den Verlut von weiteren NBA-Spielen nun wieder akut würden.

Die Union berät sich derweil, ob sie die Spielergewerkschaft nicht auflösen solle. Die NBA kann nur die Gewerkschaft, nicht aber einzelen Spieler aussperren. Die Spieler wollen dann unter Umständen ihr Recht auf Arbeit einklagen, um den Lockout zu beenden. Sollte es wirklich zur “Decertification” kommen, schwebt die NBA-Saison in großer Gefahr. Die Gewerkschaft kann bei einem erfolgreichen Petitionsantrag für die Auflösung noch weitere 45 Tage verhandeln, um einen Deal zu finalisieren, erst dann kommt es zur Abstimmung, die die Gewerkschaft auslösen könnte. Dies ist das letzte Druckmittel der NBPA.


(31.10.2011; 16:00 Uhr) “95 Prozent reichen nicht aus,” resümmiert Howard Beck von der New York Times. Die Lockout-Verhandlungen waren am Abend des 28.10. vorläufig gescheitert. Nachdem man am 27.10. sehr gute Fortschritte in den Systemfragen gemacht hatte, konnte man sich in drei Punkten nicht einigen (wie im letzten update ausführliches beschrieben): Verteilung des BRI, Verteilung der Einnahmen unter den Besitzern und Ausnahmeregelungen für Teams, die schon die Luxus-Steuer zahlen. Was bisher aber zu wenig Beachtung fand, waren die Ergebnisse bei den Verhandlungen der Systemfragen. Hier gab es beachtliche Fortschritte. Über folgende Kernpunkte sind sich Spielergewerkschaft und Besitzer einig:

  • Luxury-Tax-Höhe: Bisher mussten Besitzer pro Dollar, den das Team in der Luxus-Steuer stand, einen Dollar Strafe bezahlen. Die NBA wollte diese Strafe drastisch erhöhen, um eine  theoretischen Hard Cap herbeizuführen (sollte ein Team fünf Jahre ununterbrochen in der Luxury-Tax-Region sein, sollte es vier Dollar pro Dollar Strafe zahlen). Vorübergehend hat man sich nun auf ein anderes System geeinigt: Pro Dollar Überschreitung werden 1,50$ Strafe fällig. Übersteigt man die Grenze mit mehr als fünf Millionen, zahlt man 1,75$, bei mehr als zehn Millionen 2,50$ und ab 15 Millionen 3,25$ pro Dollar Grenzüberschreitung.
    Ein theoretischer Hard Cap beginnt momentan also erst bei 85 Millionen Dollar, da man ab diesen Betrag nun das 3,25-fache zahlen muss. Dieser Spielraum erschien den Spielern zu genügen.
  • Vertragslängen: Bisher konnten Free Agents mit Bird-Rechten (die vollen Bird-Rechte erhält ein Spieler, der drei Jahre lange von keinem Team gewaived wurde) sechs Vertragsjahre erhalten, wenn sie bei ihrer Franchise verlängerten. Bei allen anderen Franchises gab es maximal fünf Jahre.
    Diese Längen werden im nächsten CBA auf fünf Jahre bei der alten Franchise und vier Jahre bei der neuen Franchise gekürzt.
  • Progression innerhalb der Verträge: Bisher konnten Franchises den Spielern neue Verträge anbieten und diese jährlich um 10,5% (mit Bird Rights) bzw. 8% erhöhen. Diese Prozentzahlen sollen nun erheblich gekürzt werden. Genaue Prozentzahlen sind noch nicht bekannt gegeben worden. Spekuliert wird mit 5,5% (für Spieler mit Bird-Rechten) bzw. 3,5%.
  • Mid-Level-Exception: Im bisherigen CBA hatte die MLE ein Volumen von 5,8 Millionen. Momentaner Verhandlungsstand sind 5 Millionen Dollar.
  • Amnesty Clause: Jede Franchise darf innerhalb der Dauer des neuen CBA einen Spieler entlassen. Dieser Spieler muss weiterhin von der Franchise bezahlt werden, zählt aber nicht mehr gegen den Salary Cap. Voraussetzung für das Waiven ist jedoch, dass der Spieler schon einen Vertrag vor dem 01.07.2011 besaß.
  • Stretch exception: Ein Team kann sich dazu entscheiden, einen Spieler zu entlassen und das verbleibende Gehalt über mehrere Jahre zu verteilen. Wie weit die Verteilung reichen kann, entscheidet die noch verbleibende Vertragsdauer. Grundsätzlich sind doppelt so viele Jahr plus ein weiteres Jahr möglich. Beispielsweise kann ein 2-Jahres-Vertrag auf insgesamt fünf Jahre verteilt werden. Dies gibt den Franchises sehr viel mehr Flexibilität beim Salary Cap-Management.

(28.10.2011; 04:00 Uhr) Ein Deal steht unmittelbar bevor, wenn man zwischen den Zeilen von Billy Hunter liest:

“I think we’re within reach and within striking distance of getting a deal. It’s just a question of how receptive the NBA is and whether or not they want to do a deal.”

David Stern schloss sich der positiven Betrachtungsweise an und kommentierte:

“There are no guarantees that we’ll get it done, but we’re going to give it one heck of a shot tomorrow”

Sehr produktive 7,5 Stunden haben beiden Seiten wieder im Verhandlungsraum des New Yorker Hotels verbracht. Man soll in dieser Zeit die Systemfragen zu sehr großen Teilen geklärt haben. Einigung sollte über die Exceptions, den Salary Cap und die Luxus-Steuer oder die Vertragslänge der Spieler erzielt worden sein. Nachdem also die Ausgestaltung des gebäudes “CBA” abgeschlossen wurde, geht es am heutigen Freitag in einem letzten Schritt um zwei Diskussionspunkte, die den Saisonstart noch verhindern können:

1. Die Verteilung des Basketball Related Income (BRI). Die Spieler sind von ihren aus der Vorsaison erhaltenen 57% bereits auf 52,5% der NBA entgegengekommen. Diese fordern nach einem Start von 43% nun bei einer 50-50-Aufteilung. Der Unterschied von 2,5 Prozentpunkten symbolisiert den Wert von 100 Millionen Dollar pro Saison, der noch zwischen beiden Parteien steht.

2. Die Verteilung der erwirtschafteten Gewinne zwischen den Franchisebesitzern (revenue sharing). Bisher bewegte sich der Gewinnausgleich im Rahmen von 80 Millionen Dollar, die an wirtschaftlich schwächere Franchises verteilt wurden. David Stern stebt eine Verdrei- oder vierfachung der 80 Millionen an, um auch alle Franchises auf ein Fundament der Wirtschaftlichkeit zu stellen.

Auch wenn dies die zwei zentralen Punkte sind, um die es immer ging, darf man vorsichtig optimistisch sein. Auf die Frage hin, wann es einen Durchbruch in den Verhandlungen geben könnte, antwortete David Stern: “Tomorrow!”. Das Ende des Lockouts ist in Sicht.


(27.10.2011; 11:00 Uhr) 15 Stunden. Mal wieder gab es eine Mammut-Sitzung zwischen der NBA und der NBPA. Bis um halb vier ind er Nacht hat man verhandelt, um systemrelevante Fragen zum neuen CBA zu klären. um das BRI sei es nicht gegangen.

Zu einer Einigung kam es demzufolge noch nicht. Dennoch merkt man einen anderen Ton in den Aussagen der Protagonisten.  Adam Silver sagte: “No question we made progress on some significant issues…” Es war ein gutes Meeting für beide Parteien. Man kam in einigen Fragen zusammen und konnte die Probleme lokalisieren, an denen morgen ab 14 Uhr Ortszeit wieder gearbeitet wird.

Generell klang die Rhetorik der Vertreter lockerer. Stern wurde auf seinen Ausfall am Donnerstag angesprochen und antwortete mit: “I leave these guys alone for a little bit of time and all hell breaks loose.” Er selbst versuchte die Erwartungen ein wenig zu dämpfte, indem er sagte, dass es nur einen Deal oder keinen Deal gäbe: “Until we have an overall deal, we don’t have a deal about anything”. Generell beschrieb Stern die Stimmung im Verhandlungsraum als positiv (“The energy in the room has been good.”)

Ähnlich positiv äußerten sich die Vertreter der Spielergewerkschaft. Derek Fisher versicherte ebenfalls, dass es Fortschritte gab (“We can’t say that major progress was made in any way but there was some progress on some system issues.”). Man will unbedingt weiter verhandeln und einen Deal finalisieren.

Laut Billy Hunter ist eine 82-Spiele-Saison noch immer möglich. Wenn man in den nächsten Tagen ein neues CBA abschließen könnte, gäbe es durchaus die Möglichkeit, eine vollständige Saison abzuhalten. Dafür müsste man bis zum Sonntag, spätestens Montag einen neuen Tarifvertrag verabschieden.
Am morgigen Freitag wird man versuchen, dem ein gutes Stück näher zu kommen.


(26.10.2011; 09:40 Uhr) Für den heutigen Mittwoch ist wieder ein Meeting zwischen den Spielern und Besitzern der NBA angekündigt worden. Man erhofft sich Fortschritte innerhalb der Ausgestaltung des CBA. Die system-issues rücken nun in den Vordergrund, da die letztliche Einigung beim BRI davon abhängig ist, wie freundlich oder unfreundliche die Salary Cap-Regeln ausgelegt werden.

Bereits am Dienstag gab es ein Treffen zwischen den Besitzern, das wieder das Revenue Sharing zum Gegenstand hatte. Die Aufteilung der Einnahmen scheint sich als eine weitere hart umkämpfte Säule zu manifestieren – allerdings wird dies teambesitzerintern ausgehandelt. Laut den offiziellen Unterlagen der NBA sollen im letzten Geschäftsjahr acht Franchises insgesamt 150 Millionen Dollar erwirtschaftet, die restlichen 22 sollen Schulden in Höhe von 450 Millionen Dollar gemacht haben.
Neben der Kürzung der Spielergehälter geht es also auch um eine gerechtere Verteilung der Einnahmen, um möglichst alle Standorte der NBA wirtschaftlich ertragreich zu machen.


(21.10.2011; 01:30 Uhr) Die Verhandlungen wurden abermals unterbrochen, einen neuen Termin für die Wiederaufnahme der Gespräche gibt es nicht. David Stern fehlte bei dem Meeting, weil er wegen eines Magen-Darm-Infekts gezwungen wurde, zu Hause zu bleiben. Die fünf Stunden anhaltenden Gespräche wurden um 19 Uhr Ortszeit vorerst abgebrochen, weil beide Parteien noch immer nicht in Schlagdistanz kamen, um einen Deal zu finalisieren.

Das Schwergewicht der Verhandlungen ist unverändert das BRI, bei dem die Parteien sich nun Gerüchten zufolge bis auf 2,5 Prozentpunkte angenähert haben. Die Besitzer bestehen jedoch auf einen 50-50-Split als ihr bestes Angebot und sollen der Union ein Ultimatum gesetzt haben, dass sie nicht weiter verhandeln, ehe der finanzielle Rahmen geregelt ist. Die Spieler sollen aber nur auf 52,5% des BRI heruntergegangen sein. Weitere NBA-Spiele sollen nicht vor dem Ablauf der Woche gecancelt werden.

Zu den “system issues” gibt es widersprüchliche Meldungen. Adrian Wojnarowski will von einer Amnesty Clause erfahren haben, die 75% des gewaivten Vertrages vom Salary Cap nehmen sollen. Eine Amnesty Clause erlaubt es den Teams, einen Spieler aus dem Kader zu streichen. Dieser erhält zwar weiterhin sein Gehalt, dieses zählt aber nicht gegen den Salary Cap, sodass die Franchises flexibler sind, um ihren Kader auf das neue CBA einzustellen.

Unterdessen haben die Besitzer vorgeschlagen, dass Spieler mit Rookieverträgen Bonuszahlungen empfangen können, sollten sie es schaffen, Rookie of the Year oder ins All-Star-Team gewählt zu werden. Die garantierten Rookieverträge der ersten Runde enthalten bisher festgeschriebene, niedrige Gehälter. Der Vorschlag ist als Zugeständnis der Besitzer anzusehen.

Darüberhinaus sollen die Besitzer ihre Vorschläge zur Aufteilung der Einnahmen (revenue sharing) so weit ausgearbeitet haben, dass hier bald eine Einigung in Sicht scheint. David Sterns Bestreben war es, den bisherigen Fond auf das Drei- bis Vierfache zu erhöhen, um die kleinen Märkte auf eine wirtschaftliche Basis zu stellen. Das revenue sharing ist eine Möglichkeit, die Gewinne der einzelnen Franchises so umzuverteilen, dass Franchises in kleinen Märkten mit dementsprechend schlechteren Veraussetzungen entschädigt werden.


(20.10.2011; 6:00 Uhr) Die schlechte Nachricht zuerst: Es gab keine Einigung zwischen den Besitzern und den Spielern. Vermittler George Cohen hat jedoch die Parteien in den letzten 32 Stunden dazu gebracht, 24 Stunden zu verhandeln. Man befindet sich in intensiven, fokkussierten Gesprächen, wie Cohen selbst auch bestätigte:

“Everyone is extremely focused on the core issues, the difficult issues that confront them,”

Die guten Nachrichten: Man nähert sich an. Cohen hat zwar weiterhin einen Maulkorb verhängt, um die beiden Parteien zu einen und aus dem Lockout zu führen, einige Details sollen aber an die Öffentlichkeit gedrungen sein.

So sollen die Owner wieder ein BRI von 49-51% angeboten haben, das sich nach Wirtschaftlichkeit der NBA richten soll. Die Spieler haben weiterhin gekontert, dass sie 51-53% erhalten wollen. Dies sind zwar keine Neuigkeiten, signalisiert aber, dass die Owner weiterhin einen 50-50-Split anbieten. Nach dem Ausfall der ersten beiden NBA-Wochen war verlautbart worden, dass dieses Angebot nicht mehr auf den Tisch käme. Darüberhinaus sind die Besitzer nun bereit, eine Mid-Level-Exception von 5 Millionen Dollar zu genehmigen. Die bisherige MLE lag bei 5,8 Millionen, zu Verhandlungsbeginn hatte sie 3,4 Millionen betragen.

In einem separaten Meeting gab es ein Besitzer-Treffen, bei dem es um die Verteilung der Einnahmen unter den Eignern der Franchises ging (“revenue sharing”). Dieses Modell soll so ausgestaltet werden, dass auch die Franchises in den kleinen (TV-) Märkten wirtschaftlich arbeiten können. Neben der Senkung des BRI ist dies auch dadurch zu erreichen, dass die Franchises, die den meisten Überschuss erwirtschaften, einen Teil des Gewinnes abführen. Commissioner David Stern wechselte also das Hotel, um mit einer Anzahl von Besitzern darüber zu verhandeln. Ergebnisse der Gespräche sind noch nicht bekannt.

Die Verhandlungen stoppten nach etwas mehr als acht Stunden und werden am heutigen Donnerstag ab 2 Uhr (18 Uhr deutscher Zeit) fortgesetzt.


(19.10.2011; 8:30 Uhr) Die NBA und die Spielergewerkschaft haben nach 16 Stunden andauernden Verhandlungen soeben eine Pause eingelegt. Sie verhandelten seit 10 Uhr morgens Ortszeit bis tief in die Nacht. Der eingeschaltete Vermittler George Cohen bat darum, dass beide Parteien keine Aussagen zum Verhandlungsstand machen sollen. Er wurde wie folgt von Mike Bass (einem Sprecher der NBA) zitiert: “Federal mediator George Cohen has asked both sides to refrain from making public comments. Both sides have agreed.

Es drangen bisher auch keine Verhandlungseinzelheiten an die Öffentlichkeit, beide Parteien richten sich nach dem Wunsch Cohens. Ab 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr deutscher Zeit) sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden, um zu verhindern, dass David Stern weitere Spiele absagen muss.

Am Vortag hatte sich Mediator Cohen schon separat mit der Liga und den Spielern getroffen, um erste Sondierungsgespräche zu führen. Auch der Inhalt dieser Gespräche ist bisher nicht an die Öffentlichkeit gedrungen.


(13.10.2011; 03:00 Uhr) Auf der Suche einer Lösung, um den Lockout aufzuheben, haben sich die beide Parteien dazu entschieden, einen Vermittler einzuschalten.
George Cohen, Direktor des FMCS – einer Regierungsbehörde in den USA -, wird bei einem Treffen zwischen Besitzern und Spielergewerkschaft am kommenden Dienstag den Verhandlungen beiwohnen. Cohen selbst hat ausreichende Erfahrung bei solchen Verhandlungen, da er zuletzt beim Lockout der NFL als Vermittler auftrat, die Verhandlungen aber nicht so beeinflussen konnte, da die Spieler letztlich einer Decertification (Auflösung der Union) zustimmten. Ebenso war Cohen Vermittler bei den Verhandlungen der MLS (Major League Soccer) und wurde von beiden Parteien gelobt. Erstmals trat Cohen auf Sportebene als Anwalt des berühmten Streiks in der MLB (Major League Baseball) 1994 in Erscheinung.
Cohen hat bisher in informellen, inoffiziellen Treffen beider Seiten teilgenommen und ist deshalb im Bilde, was den momentanen Stand der Verhandlungen betrifft. Durch Cohen erhoffen sich beide Seiten, einen Deal zu finden, der den Lockout beendet.

Unterdessen hat Amar’e Stoudemire in einem Radio-Interview mit Scott van Pelt verlauten lassen, dass – sollte die gesamte NBA-Saison abgesagt werden – die Spieler darüber beraten, eine alternative Liga eröffnen wollen, um doch noch Basketball spielen zu können. Dass dieses Unterfangen wirklich in die Tat umgesetzt wird, wird momentan als ziemlich unrealistisch angesehen.


(11.10.2011; 05:00 Uhr) Die Verhandlungen sind gescheitert. Dementsprechend hat David Stern die ersten zwei Wochen der Regular Season gecancelt. Exakt 100 Spiele fielen dem zum Opfer. Besitzer und Spielergewerkschaft kkonnten sich nicht auf einen Deal einigen.

David Stern beschrieb eine Uneinigkeit “on virtually all issues”, beginnend bei der Diskrepanz der Vorstellungen zum BRI, aber auch zu System-Fragen. Man habe kein Fundament gefunden, auf dem man aufbauen könne, die Differenz sei einfach zu groß gewesen. Die Spielergewerkschaft beharrte weiterhin auf den 53% des BRI und zeigte sich bei den Vorschlägen der Besitzer zu Fragen des Salary Caps und vor allem der Luxury Tax uneinsichtig.

Die NBA wollte das Bestrafungssystem für die Überschreitung des Salary Caps in den Luxury Tax-Bereich staffeln. Bisher musste nur ein Dollar pro Dollar Überschreitung bezahlt werden, die Besitzer wollten dies bei einmaliger Überschreitung auf 2 Dollar pro Dollar anheben. Wäre ein Team in den letzten fünf Jahren drei Mal in die Luxury Tax gegangen, hätten es drei Dollar pro Dollar sein sollen. Bei fünf Mal in fünf Jahren wären 4 Dollar pro Dollar zu zahlen gewesen. Die Spieler sahen dies als einen faktischen Weg, das Hard Cap zu etablieren. Billy Hunter kommentierte dazu: “If it quacks like a duck, and looks like a duck, it’s a duck.
Ebenso konnte man sich nicht auf eine Maximallaufzeit der Verträge einigen. Bisher konnten Free Agents von ihrer ehemaligen Franchise 6 Jahres-Verträge bekommen, von allen anderen Franchises 5 Jahres-Verträge. Die NBA forderte eine Herabsetzung auf 4 bzw. 3 Jahre, die Players Union konterte mit 5 und 4.

Ein weiteres Treffen ist noch nicht angesetzt worden, man bleibe aber in Kontakt, sagte Stern. Unterdessen hat Billy Hunter das Spielertreffen, das Montag in Los Angeles abgesagt wurde, für den kommenden Donnerstag neu angesetzt. Beide Seiten zeigten sich kämpferisch, dass sie auf ihren Forderungen beharren bleiben würden. Fisher äußerte sich wie folgt: “We anticipated being in this situation and here we are.

Bestenfalls wird momentan von einer 50-Spiele-Saison ausgegangen, wenn die beiden Parteien zeitnah eine Entscheidung fällen und ein neues Collective Bargaining Agreement aushandeln können.


(10.10.2011; 9:00 Uhr) Dennis Spillmann: Man hat bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen Deal finalisieren können. Das war – wenn man es objektiv betrachtet – auch nicht zu erwarten. Der Grund ist letztlich ein ganz einfacher: Man hat noch einen Tag Zeit. David Stern hat die Deadline auf Montag Nacht gesetzt, um die ersten zwei Wochen abzusagen. Auch 1998 hatte man wirklich bis zum allerletzten Tag verhandelt, um das bestmögliche CBA für seine Partei zu erreichen. Deswegen ist es kein sonderlich schlechtes Zeichen, dass man bisher noch immer keinen Deal abschließen konnte.

Im Gegenteil. Niemand wollte über Details des Meetings sprechen. Es gab keine Kampfansagen, wie dies in der letzten Woche noch von Billy Hunter getätigt wurde. Man arbeitet hier wohl intensiv und diszipliniert an dem Rahmen eines neuen Tarifvertrags. Das Schweigen ist ein gutes Zeichen. Zieht man noch hinzu, dass man sich mit System-Fragen beschäftigt, weist dies doch auf einen gewissen Fortschritt hin. System-Fragen sind normalerweise erst zu klären, wenn der Rahmen (also hier: das BRI) gesetzt ist. Ebenso ist die Absage des Spielertreffens in Los Angeles als gutes Zeichen zu interpretieren.

Führt man zudem noch an, dass es ökonomisch unklug wäre, die ersten beiden Wochen ausfallen zu lassen, kann man vorsichtig optimistisch sein, dass man eine Einigung erwarten kann. Mit der Absage der ersten zwei Wochen würde die NBA schätzungsweise 200 Millionen Dollar verlieren. Momentan stehen de Parteien 3 Prozentpunkte auseinander. Einigt man sich in der Mitte, büßen die Besitzer einen potentiellen Gewinn von 400 Millionen Dollar über sechs Jahre ein. Besteht die NBA also auf ihren 50%, verlieren sie innerhalb der ersten beiden Wochen die Hälfte ihres Gewinnes über die nächsten sechs Jahre. Im ersten Jahr würde man 200 Millionen Dollar verlieren, nur um 60 Millionen Dollar zu gewinnen. Ökonomisch sollten sich beide Parteien auf einen Deal einigen. Wenn nicht schon am heutigen Montag, dann in naher Zukunft.


(10.10.2011; 6:00 Uhr) Kurz vor Mitternacht (Eastern Time; in Europa war es kurz vor sechs Uhr morgens) haben sich die Parteien nach über fünf Stunden intensiver Verhandlungen darauf geeinigt, das Treffen auf den morgigen Vormittag zu vertagen.

Weder David Stern noch Billy Hunter wollten Einzelheiten zum Besprochenen kommentieren. Einzig die Ankündigung eines weiteren Meetings kam Stern über die Lippen. Nur Derek Fisher äußerte sich:

Another intense meeting, similar process. We’re going to come back at it tomorrow afternoon. We’re going to continue to try to put the time in to if we can get closer to getting a deal done.

Fisher ist hiernach bestrebt, eine Entscheidung zu finden. Das Ansetzen eines Treffen für Montag kann als gutes Zeichen gedeutet werden. Beide Seiten wollen ein neues Collective Bargaining Agreement abschließen.

Darüberhinaus wurde bekannt, dass man in diesem Meeting nicht über das so genannte “revenue sharing” (die Verteilung des BRI) gesprochen habe, sondern der Fokus auf den System-Fragen lag. Damit ist unter anderem gemeint, wie zukünftig der Salary Cap berechnet wird, und wie teuer eine Überschreitung des Salary Caps bestraft wird. Bisher mussten die Besitzer für eine Überschreitung der 70 Millionen Dollar-Marke pro überschrittenem Dollar einen Dollar Strafe zahlen. Die NBA drängt darauf, die Strafen zur Überschreitung zu erhöhen.

Zudem ist ein angesetztes Spielertreffen für den heutigen Montag in Los Angeles verschoben worden. Das Treffen sollte zur Positionierung der Union dienen. Billy Hunter und Derek Fisher sollten dieses Treffen leiten. Die Absage für den Montag bedeutet, dass die Spielergewerkschaft die Priorität auf das Verhandeln mit den Besitzern legt.


(09.10.2011; 21:15 Uhr) Wie die New York Times erfahren haben will, soll es in den nächsten Stunden doch noch zu einem Treffen zwischen den hochrangigen Vertretern von Liga und Spielergewerkschaft kommen. Dem angesetzten Treffen sollen sowohl NBA-Commissioner David Stern als auch dessen Stellvertreter Adam Silver sowie die Vertreter der Union – Derek Fisher als Präsident und Billy Hunter in der Funktion des “Exekutive Directors” – beiwohnen.

Ob – und inwieweit – es heute Nacht zu einer Eingung kommen kann, ist bisher nicht absehbar. Die NBA hatte bisher Gespräche ausgeschlossen, wenn vorab nicht einem 50-50-Split des Basketball Related Income durch die Spielergewerkschaft zugestimmt würde. Die Union hatte bisher weiterhin 53% gefordert, in privaten Gesprächen aber wohl 52% in Aussicht gestellt.

Wenn die beiden Seiten sich bis zum morgigen Montag nicht auf ein Grundgerüst für das Collective Bargaining Agreement (CBA) einigen können, hatte Commissioner David Stern angekündigt, die ersten beiden Wochen der regulären Saison absagen zu müssen. Gelingt heute die Einigung, wäre es noch möglich, dass der erste Tip-Off der Saison tatsächlich am ersten November stattfinden kann.


(08.10.2011; 1:30 Uhr) Es gibt weiterhin intensive Kontakte zwischen Spielergewerkschaft und Liga – leider führten diese noch zu keinem festen Termin für den  Sonntag oder Montag.

Dabei sind von Spielerseite regionale Treffen angesetzt worden. Am Samstag findet ein Pickup-Game in Miami statt, woran LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh teilnehmen werden. Im Zuge dieses Spiels sollen die Spieler die Gelegenheit nutzen, um weitere Strategien zu erarbeiten, wie man in den Verhandlungen weiterhin agieren soll.
Ebenso ist mit einem Treffen in Los Angeles für Montag zu rechnen, wo sich die beiden bestimmenden Akteure der Union – Billy Hunter und Derek Fisher – zusammen mit Kobe Bryant und anderen Spieler zusammensetzen. Ergebnisse – in Form eines Fortschritts – sind hier nicht zu erwarten. Man stellt sich nur auf weitere Verhandlungen ein.

Quellen zufolge soll die Players Union den ersten Schritt auf die Besitzer zugemacht haben und um ein Gespräch noch vor oder am Montag gebeten haben. Die Besitzer sollen hierbei zugestimmt haben, das Treffen jedoch an eine Bedingung geknüpft haben: Die Spieler sollten vorab dem 50-50-Split zustimmen. In den Verhandlungen sollten dann nur noch die bisher vernachlässigten Themen (Franchise Tag, Bird-Rights, Höhe der Mid-Level-Exception und Weiteres) diskutiert werden, um ein Grundkonstrukt des neues Collective Bargaining Agreements zu schaffen. Die Spielergewerkschaft hat den Split zurückgewiesen. Man wolle sich nicht ohne Verhandlungsmöglichkeit in dieses Treffen begeben. Die Besitzer sollen daraufhin keinen Sinn in einem Meeting gesehen haben.
Festzuhalten ist, dass sich die beiden Parteien in der Öffentlichkeit nun auch so positionieren wollen, dass sie nicht als Schuldige für eine gescheiterte Verhandlung dastehen wollen. Wem man die Schuld zuweist, hängt vom eigenen Standpunkt ab. Es gibt bisher also keinen Termin, der die volle Regular Season retten könnte.

Einschätzungen, ob die NBA pünktlich in die Regular Season startet, gibt es viele. Sie erstrecken sich in jede Richtung und reichen von Ric Buchers “0.5 percent” bis zu Chris Sheridans “The deal will get done, and no regular season games will be lost.” Es ist natürlich auch schwierig, einen Grundtenor zu finden, wenn es kaum offizielle Aussagen gibt, die zielführend sind. Ken Berger hat jedoch mit einem Teamverantwortlichen gesprochen, der Folgendes äußerte:

“You don’t walk away from a deal that close to being done,” the executive said. “You posture, you draq your heels, you pontificate, you demean the other side, you invoke all the evils in the world. But you don’t walk away. Something’s got to pop soon.”

Zumindest das sollte allen Beteiligten die Hoffnung geben, dass man zu einer Einigung in absehbarer Zeit kommt. Ob es nun bis Montag gelingt, bleibt jedoch weiterhin fraglich.


(07.10.11; 9:00 Uhr) Dennis Spillmann: Nachdem Spielergewerkschaft und Besitzer nur noch 6 Prozentpunkte auseinanderstehen, fragt sich der geneigte NBA-Fan natürlich, wieso es keine Einigung bis zum Montag geben sollte. Jede Partei müsste noch drei Prozentpunkte auf einander zugehen, dann wäre es ein 50-50-Split – und das klingt ja fair.

Ist es aber nicht.

Beide Parteien wären von ihrem Ausgangsstandpunkt exakt sieben Prozentpunkte aufeinander zugegangen. Das bedeutet, dass beide Seiten dieselben Eingeständnisse gemacht hätten. Dies kann nicht im Sinne der Besitzer sein. Diese beklagten vor Verhandlungsbeginn einen Verlust von 300 Millionen Dollar im letzten Jahr. Dort war das BRI fürs Spielereinkommen auf 57% festgeschrieben. Die NBA hat im abgelaufenen Jahr 4,1 Milliarden Dollar eingenommen. Ein Prozentpunkt in den Verhandlungen entspricht also 41 Millionen Dollar (da das CBA für 6 Jahre läuft, wären es also rund 250 Millionen Dollar pro Prozentpunkt), die man der anderen Seiten zugesteht. Gehen die Besitzer also einen 50-50-Split ein, dann sparen sie im Vergleich zur Vorsaison im nächsten Jahr 287 Millionen Dollar ein. Damit sind also noch nicht mal die Schulden vollständig gedeckt. Dazu ist zu sagen, dass die NBA natürlich ein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen ist. Kaum ein Besitzer investiert sein Geld in ein Team, das danach dann Verluste macht (Mark Cuban sei hier als Ausnahme erwähnt). Deshalb ist ein Split auch nicht fair, weil zunächst mal das Wirtschaftsunternehmen NBA auf einem sicheren Fundament stehen muss, um überhaupt strukturierten, gut vermarkteten Basketball anbieten zu können.

Hieraus folgt, dass die geforderten 48,5% des BRI für die Spieler auch keine Zahlenspielerei sind, sondern ein am Limit kalkuliertes Angebot. Mit 48,5% würde die NBA knapp 350 Millionen Dollar pro Saison einsparen – ein Überschuss (also Gewinn) wäre die Folge. Als Unternehmen sollte man sich dieses Ziel setzen. Genau deshalb bekommt David Stern für seine angedachten 50% auch keine Mehrheit zusammen, weil die Teambesitzer hier zu viele Einbußen in Kauf nehmen müssten. Zwischen 50% und 48,5% liegen zwar nur 1,5 Prozentpunkte – diese bedeuten aber 370 Millionen Dollar Mehreinnahmen oder Einbußen. Dies sollte nie unterschätzt werden.


(07.10.2011; 2:30 Uhr) Die Besitzer der NBA-Franchises wollen – laut einiger Quellen – nicht mehr als 48,5 Prozent vom BRI an die Spieler abtreten. Der angedachte 50-50-Split von David Stern findet auch innerhalb der Besitzer keine Mehrheit – und dadurch keine Berechtigung als Verhandlungsgrundlage zu dienen. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass der 50-50-Split in der näheren Zukunft keinesfalls mehr angeboten wird. Sollte sich dies bewahrheiten, könnten die ersten beiden Wochen der Regular Season doch in ernsthafter Gefahr sein, weil es dann an den Spielern wäre, von ihren angestrebten 53% die gesamte Wegstrecke auf 48,5% alleine zu gehen.

Ken Berger von CBS, einer der renommiertesten Lockout-Journalisten, sieht für den kommenden Sonntag ein weiteres Meeting zwischen Spielergewerkschaft und NBA angesetzt. “Man wisse, wo beide Seiten stehen. Weitere Zugeständnisse könnten Sonntag gemacht werden, aber nicht davor.” Wie bereits erwähnt wurde, ist an diesem Wochenende der höchste jüdische Feiertag, weshalb es am Freitag und Samstag zu keinen Verhandlungen kommen soll.


(06.10.2011; 10:10 Uhr) Vor einer Woche sah sich die Players Union noch einem weiteren Gegner gegenüber: den Spieleragenten. Diese strebten in einem Brief die Auflösung der Union an, damit jeder ihrer Klienten den Arbeitgeber privat verklagen könnte. Die führenden Spieler-Agenten (Arn Tellem, Bill Duffy, Dan Fegan, Jeff Schwartz, Leon Rose, Henry Thomas und Mark Bartelstein) hatten den Brief an ihre Klienten gerichtet, weil sie befürchteten, dass die Spieler zu schnell nachgeben würden und dadurch auch das Einkommen der Agenten indirekt mit beeinflusst würde. Mindestens 52% des BRI sollte die Spielergewerkschaft aushandeln.
Einige Spieler reagierten empört auf den Brief, anderen war es schlicht egal. Dennoch sorgte der “warning letter” für Unruhe und eine weitere Hürde im Kampf um einen neuen Tarifvertrag. Seit einem Gespräch am Mittwoch sollen die Agenten die angestrebte Unionsauflösung (‘decertification’) jedoch verworfen haben. Dies soll in einem Gespräch der führenden Agenten das Ergebnis gewesen sein. Man will nun die NBPA vollständig unterstützen, um einen fairen Deal mit der NBA zustande zu bekommen.

Wann es jedoch zu einem weiteren Treffen zwischen Gewerkschaft und Teambesitzern kommen soll, ist weiterhin unklar. Für heute sollen keine Gespräche angesetzt worden sein. Zudem sind an diesem Wochenende (Freitag und Samstag) die Festtage des jüdischen Jom Kippur (dies ist der höchste Feiertag der jüdischen Gemeinde), wo viele führende Vertreter beider Parteien erwartet werden. Es bliebe für einen Deal dann nur noch der Sonntag übrig, ehe David Stern am Montag die ersten beiden Wochen der Regular Season canceln müsste.

Gerüchten zufolge soll in den Verhandlungen am Dienstag noch ein weiteres Modell zur Aufteilung des BRI präsentiert worden sein. Laut einigen Quellen haben die Besitzer einen Anteil von 49% am BRI versprochen, jedoch mit der Aussicht, bei einem finanziell erfolgreichen Jahr das BRI auf 51% zu heben. Dieses Modell bietet auf den ersten Blick eine fairere Beteiligung der Spieler am Produkt NBA. Die Verhandlungen scheiterteten, ebenso wie der vorgeschlagene 50-50-split, auf den die Spielergewerkschaft nicht eingehen wollte. Daraufhin wurde die Verhandlung ergebnislos und ohne Verabredeung eines weiteren Termins abgebrochen.


(05.10.2011; 23:30 Uhr) Dennis Spillmann: Wenn man sich die Rhetorik der beiden Parteien genauer ansieht, sollte eigentlich zu erkennen sein, dass man momentan mit Hochdruck an einer Einigung arbeitet, vor der Öffentlichkeit aber keine Schwäche eingestehen will. Innerhalb eines Verhandlungstages ist man um 8% aufeinander zugegangen. Vor dem Meeting stand die NBA bei einer Forderung von 43%, die Union wollte weiterhin volle 57% des BRI für sich beanspruchen. Nach ausgiebigen Diskussionen steht man nun bei 47% zu 53%. Dies ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Beide Seiten haben von ihrem Standpunkt aus auf 1 Milliarde Dollar (über 6 Jahre) verzichtet.

Rechnet man dann noch hinzu, dass David Stern die ersten Wochen der Regular Season noch immer nicht abgesagt hat, dann kommt man zumindest zu dem Schluss, dass Billy Hunters Aussage zum nächsten Verhandlungstermin einfach nur ein Druckmittel war. Hier wird noch immer Wahlkampf gemacht, um einen bestmöglichen Deal für die betreffende Seite zu erzielen. Dies ist legitim. An den Äußerungen Derek Fishers konnte man klar erkennen, dass es zu ernsthaften, bereitwilligen Verhandlungen gekommen ist. Wieso hat David Stern also die ersten zwei Wochen der Regular Season noch nicht abgesagt? Wahrscheinlich, um beide Parteien schnellstmöglich wieder an einen Tisch zu bekommen. Wenn man bis zum Montag ein neues CBA präsentieren könnte, hätte man kein einziges Spiel der Saison verloren.
Oder wie es Chris Sheridan sagen würde:

So if you read between the lines and cut through the bullshit, the end game became clear.

There is a deal to be done at 51/49 or 52/48, and there are five days to get there.

To me, that’s a layup.

Hoffen wir, dass der Layup auch wirklich im Korb landet.


(05.10.2011; 00:30 Uhr) Die NBA äußert sich zum Verlauf der Gespräche. Man sei zum Ende der Verhandlungen hin von der Forderung nach 46% auf 47% hochgegangen, um der Gewerkschaft entgegenzukommen. Dies sei die offizielle Verhandlungsposition. David Stern ist ähnlich sachlich wie Fisher zuvor, erklärt dann schließlich auch noch, dass er mit Billy Hunter darüber gesprochen habe, wie es aussehen würde, wenn man sich auf einen 50-50-split einigen würde. Zudem wäre Stern sehr betrübt darüber, wenn einige Spieler ihr letztes Jahr ihrer Karriere durch einen Lockout verlieren würden.
Die wichtigste Ankündigung, die David Stern dann der Presse in die Mikrofone spricht, bezieht sich auf den Ausfall der restlichen Preseason-Games. Diese seien nun unwiederbringlich gecancelt worden. Wenn es bis zum Montag keinen neuen Tarifvertrag geben werde, so werden die ersten beiden Wochen der Regular Season ebenfalls abgesagt werden müssen.


(05.10.2011; 00:00 Uhr) Die Spielervertreter sind vor die Presse getreten. Billy Hunter hatte auf Seiten der NBPA die markantesten Sätze fallen lassen. Berühmt ist mittlerweile sein Ausspruch auf die Frage, wann es ein nächstes Treffen geben könnte. “Maybe a month…Maybe two months…”. Aber auch sonst war es Billy Hunter (nicht etwa Derek Fisher), der die Journalisten mustergültig bediente und nach außen hin Stärke demonstrieren wollte. So bestätigte er, dass die Union sich einig sei, dass man zur Not Regular Season-Spiele opfern würde, um nicht zu viele Zugeständnisse machen zu müssen: “Our guys have indicated a willingness to lose games.” Des Weiteren beharrte er auf der Position der Union zum BRI (Basketball Related Income): “Fifty three is our position”. Und dies, obwohl die Union zum Anfang der Gespräche unverändert von 57% des BRI ausging.
Derek Fisher übernahm eher den konservativeren Part vor der Presse. Er bestätigte, dass man leider zu keinem Ergebnis kam und heute nicht der Tag gewesen sei, an dem man einen Deal schließen könne (“today was not the day for us to get this done“). Fisher versachlicht die Diskussion, weist darauf hin, dass es nur ums Geschäft gehe und die Position der NBPA sich von 57 auf 53% bewegt habe. Hiermit gestehen die Spieler der Liga eine Milliarde Dollar über 6 Jahre zu – zu mehr sind die Spieler momentan nicht bereit.


(04.10.2011; 22:00 Uhr) Seitdem Jonathan Walker am 28. September die Positionen der beiden Verhandlungspartner dargelegt hat, ist es bei einem Meeting am Dienstag zu weiteren Gesprächen gekommen. Nachdem Amar’e Stoudemire nach vier Stunden die Verhandlungsräume verließ, weil er auf dem Weg zum Flughafen war, sagte er den ansässigen Journalisten:

“So far, we’re making progress, which is great,” said Stoudemire.

“Both sides are confident about getting something done. We’re just trying to make sure we work it out.”

So verheißungsvoll dies auch klang, nach einer weiteren Stunde wurden die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Spielergewerkschaft und Besitzer konnten sich nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen.

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7 comments

  1. Matthias Drecoll

    fettes danke schön, dass ihr basketball-deutschland stets aktuelle news zum Thema NBA liefert ❗

  2. Danke für das Lob, Matthias.
    Wir sind eigentlich ja nicht bestrebt, tagesaktuelle Meldungen zu bringen, sondern eher zu beobachten und zu analysieren.
    Die Lockout-Problematik ist jedoch so komplex, dass vielleicht viele Fans – auch wenn diese dem Englischen mächtig sind – den Ausführungen auf den amerikanischen Seiten nicht immer folgen können. Zudem ist die Berichterstattung in Deutschland quasi nicht existent. Deshalb berichten wir – eher ausnahmsweise – vom Lockout.

  3. Irgendwie verstehe ich nicht wieso man in den USA beim Thema Revenue Sharing nicht die ganze Zeit das Kommunismus um die Ohren gehauen bekommt?
    Hoffe aber, dass es bald endlich mal Fortschritte gibt, will endlich mal wissen wie die Teams nächste Saison denn aussehen werden…

  4. Smido83

    Oh man… die bekommen es echt gebacken? o_O
    Ich fasse es nicht! Los ihr Millionäre… die paar Cent könnt ihr auch noch weggeben! 52,5 oder 50… das macht doch nun auch leinen Unterschied mehr! ^^

    Ich bin sowas von hibbelig… denn nix gegen die Beko BBL, aber die NBA ist dann doch noch mal ein anderes Kaliber!

  5. Ariel

    Droht nach dem kategorischen Nein von Hunter zu unter 52,5% und dem darauf folgenden Verlassen der Konferenz von Silver eine neue Eiszeit? Das Vertagen der Verhandlungen auf unbestimmte Zeit und die Ankündigung von Stern bei einem neuen Angebot die NBA-Verluste der letzten Jahre näher in Augenschein zu nehmen sprechen dafür, natürlich auch die Absage von weiteren 2 Wochen nach der Freitagskonferenz.
    Wenn die NBA dann weniger als 50% anbietet werden sich die Fronten wieder verhärten und einen Abschluß noch in diesem Jahr ziemlich unwahrscheinlich machen. Immerhin kommen dann auch noch die 4 Wochen Vorlaufzeit hinzu ehe die Saison wirklich losgehen kann, so daß eine Saison wie beim ’98er-Lockout kaum auszuschließen ist, sofern sie überhaupt zustande kommt. Bin da sehr pessimistisch!

  6. Ariel schrieb:
    Droht nach dem kategorischen Nein von Hunter zu unter 52,5% und dem darauf folgenden Verlassen der Konferenz von Silver eine neue Eiszeit? Das Vertagen der Verhandlungen auf unbestimmte Zeit und die Ankündigung von Stern bei einem neuen Angebot die NBA-Verluste der letzten Jahre näher in Augenschein zu nehmen sprechen dafür, natürlich auch die Absage von weiteren 2 Wochen nach der Freitagskonferenz.

    Das ist jetzt natürlich sehr viel Kaffeesatzleserei, aber ich versuche mich mal daran: Die NBPA ist auch nicht so homogen, wie sie dargestellt wurde. Gerüchten zufolge wollte Derek Fisher (und auch bspw. Kobe Bryant) einen 50-50-split annehmen. Ich würde mich wundern, wenn die Spieler nicht noch weiter nachgeben.
    Die Verhandlungen gewinnen jetzt natürlich an Schärfe hinzu, soviel ist klar. Hunter fühlt sich betrogen, Stern machte den Eindruck, als könne er Hunter überhaupt nicht verstehen. Was die NBA nun auf den Verhandlungstisch bringt, ist schwer zu schätzen, vielleicht gehen sie jetzt nur bis 49% hoch.

    Ariel schrieb:
    Wenn die NBA dann weniger als 50% anbietet werden sich die Fronten wieder verhärten und einen Abschluß noch in diesem Jahr ziemlich unwahrscheinlich machen. Immerhin kommen dann auch noch die 4 Wochen Vorlaufzeit hinzu ehe die Saison wirklich losgehen kann, so daß eine Saison wie beim ’98er-Lockout kaum auszuschließen ist, sofern sie überhaupt zustande kommt. Bin da sehr pessimistisch!

    Ich denke, dass es zu 100% eine Saison geben wird. Der Verlust von soviel Geld wird beide Parteien spätestens Anfang Januar zu einem Deal treiben. Das ist das Szenario, was es 98/99 auch gab. Das wissen auch die Besitzer. Sie bekommen eine Saison, auch wenn sie nicht 82 Spiele umfasst. Dafür müssen sie nicht Ende Oktober Zugeständnisse machen, sondern erst Anfang Januar.

  7. bartek

    Ich kann dich sowas von verstehen … :'(
    Blöde Millionäre! 30 Idioten quatschen bunt auf einer PK und sowas soll man das Vertrauen über Millionen geben? Das sind doch nur Mitläufer, der Meinungen von Hunter, Fisher und co.
    Die Argumentation von Dennis ist völlig korrekt.
    Wozu das ganze Wichstheater, wenn man am Ende trotzdem nicht kommt, obwohl man könnte!
    Das zahle ich diesen Bimbos zurück! und die sich bestimmt gegenseitig auch. Da wird es Streit intern geben. Artest, Beasley, Durant (usw.) sollen mal paar Nackenschellen verteilen 😛 Die NBA wird bei den weniger attraktiven Teams das auch an den Zuschauerzahlen merken …. die hardcore NBA fans werden ein Zeichen setzen.

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