Draft, Gedanken

Meckern auf hohem Niveau

Jedes Jahr dieselbe Prozedur. Im Juni wird der Schedule der Big East-Conference in der NCAA veröffentlicht und dann heißt es erstmal ordentlich meckern. Dabei wird der eigene Spielplan grundsätzlich als deutlich schwerer eingestuft als der anderer Teams. In diesem Jahr verschaffte Louisville Head Coach Rick Pitino seinem Unmut Ausdruck.

How can you play two of the top three (projected) teams in the league twice and have to play another top team that’s a rival game (at Cincinnati) on the road for a second straight year? It just doesn’t make any sense to me.

Dazu muss allerdings der Modus etwas erklärt werden: Der Big East-Schedule beträgt ungefähr die Hälfte der Saison, genauer gesagt 18 Spiele. In der Conference spielen aber nur 16 Teams mit, sodass jedes College gegen drei Teams doppelt spielt. Im Fall der Louisville Cardinals sind dies Syracuse, Pittsburgh und DePaul. Es ist verständlich, dass sich Pitino mehr über die ersten beiden Kontrahenten aufregt, da diese zur absoluten Elite der Big East gehören und im letzten Jahr die Plätze eins und drei belegten. Für den 58-Jährigen gibt es allerdings noch einen zweiten Streitpunkt: Bereits im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr müssen die Cardinals auswärts bei den Rivalen aus Cinncinati antreten und damit möchte er sich nicht zufrieden geben.

Jetzt stellt sich die Frage, ob die Kritik gerechtfertigt ist. Natürlich kann man die harsche Kritik von seinem Standpunkt aus nachvollziehen, dennoch muss die Situation auch mal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet werden. Am Ende der Saison sollten Pitino und seine Jungs trotz des schweren Spielplans unter den besten Teams der Conference zu finden sein und genau dann werden Vorteile entstehen. Ein eminent wichtiger Faktor bei der Erstellung des NCAA Tournament-Schedules ist nämlich der RPI, welcher zum Beispiel die Stärken der einzelnen Spielpläne beinhaltet. Somit sollten die Cardinals eher profitieren, denn selbst wenn nicht alle der Spiele gewonnen werden konnten, wird ihnen der schwerere Schedule positiv angerechnet.

Es ist ganz einfach unmöglich, jeden Head Coach glücklich zu machen. Die Anzahl der hervorragenden Programme ist in der Region enorm hoch, was (fast) für jedes Team einen schweren Schedule als Konsequenz hat. Letztendlich sollten sich die Coaches auf ihre eigenen Jungs besinnen und das nehmen, was kommt. Sie können es ja nicht beeinflussen, aber das ist auch keine Idee, die wünschenswert wäre.

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