Los Angeles Clippers

Die Clippers im Sommer 2011

Die Hoffnungen waren groß, beim anderen Team aus Los Angeles, als es letzten Herbst in Richtung NBA Saison ging und man endlich mit dem ersten Pick des Jahrgangs 2009 – Blake Griffin – rechnen konnte. Mit ihm, dem frisch gebackenen Allstar Chris Kaman, Ex Allstar Baron Davis, dem aufstrebenden Eric Gordon und einigen talentierten Spielern von der Bank sollte der große Wurf gelingen und endlich wieder einmal die Postseason erreicht werden.

Die Saison 2010/2011 – Ein Rückgriff

Es kam jedoch anders. Zunächst war da Baron Davis, der den Sommer über faulenzte und hoffte, sich im Training Camp genügend fit für die Saison machen zu können. Da das, mit damals fast 31 Jahren, nicht mehr so einfach war und er, wegen seines Übergewichts, auch noch Probleme mit seinem Knie und Rücken bekam, zog Neu-Coach Vinny del Negro die Notbremse und ließ den eigentlichen Anführer des Teams erst einmal außen vor, damit dieser wieder in Form kommen und seine Verletzungen auskurieren konnte.

Im Gegensatz zu Davis stand der deutsche Nationalspieler Chris Kaman, der sich topfit im Training Camp präsentierte und gemeinsam mit Griffin unter den Körben der NBA aufräumen wollte. Es kam jedoch auch bei ihm vollkommen anders, denn nach einer sehr guten Pre-Season traf er zunächst nichts mehr aus dem Feld und verletzte sich dann so stark am Knöchel, dass er, bis auf einen zwischenzeitlichen Kurzauftritt, erst ab Mitte Februar wieder eingreifen konnte.

Die Clippers waren daher, zu Beginn der Saison, gezwungen mit einer U-23 Starting Five aufzulaufen, die zwar viel Talent, aber unheimlich wenig Erfahrung hatte. Das machte sich auch gleich bemerkbar, da man in die Saison mit gerade einmal einem Sieg aus den ersten 15 Spielen startete und sich damit so gut wie sicher aus dem Rennen um die Playoffplätze verabschiedete.

Positives gab es jedoch auch, denn die jungen Spieler durften viele Erfahrungen sammeln, welche sie schneller nach vorn bringen dürften. Die beiden neuen Aushängeschilder des Klubs, Blake Griffin und Eric Gordon, überzeugten vollkommen und aufgrund der Top-Saison darf sich Blake Griffin nun nicht nur Rookie of the Year, sondern auch NBA Allstar nennen, denn genau zu jenem wurde er im Februar von den Coaches der Western Conference gewählt.

Neben ihm besitzt auch Eric Gordon das Zeug dazu, in diesen erlauchten Kreis aufgenommen zu werden, denn er konnte seinen Punkteschnitt um fast sechs (von 16,9 auf 22,3) erhöhen und er war es zudem, der im letzten Spielabschnitt immer mit seinen Punkten dafür gesorgt hat, dass die Clippers in Spielen blieben, oder diese auch noch gewinnen konnte.

Der größte Gewinner der Saison dürfte jedoch Center DeAndre Jordan sein, der in einem Vertragsjahr von der Verletzung Kamans profitierte und sich in die Starting Five der Clippers spielte. Zwar ist er offensiv ziemlich limitiert und trifft höchstens die Hälfte seiner Freiwürfe (er arbeitet jedoch hart daran), ist jedoch defensiv genau das, was neben Blake Griffin fehlt, da er den Korb mit seiner guten Weakside-Defense und Blöcken beschützt und oben drauf auch noch ein ordentlicher Rebounder ist.

Die Belohnung dafür dürfte der Restricted Free Agent im Sommer bekommen, denn er dürfte einige ordentliche Angebote bekommen und darf sich sicher sein, dass die Clippers sehr viel unternehmen werden, um ihn zu halten.

Die Offseason

Und genau da wären wir an der Stelle, die nun das wichtigste für die Clippers sein wird. Der Sommer und die Free Agency. Das hat auch Clippers GM Neil Olshey erkannt, der in diesem Artikel klar macht, dass man schon seit Ende der Saison sehr aktiv sei und unbedingt noch vor dem 1. Juli, wenn die aktuelle CBA ausläuft, einen Trade vollziehen wollte, der einem die erhoffte Verstärkung auf der Small Forward-Position einbracht hätte.

Wie er in diesem Interview ausführt, will Olshey unbedingt diese Position verstärken und am besten mit einem Spieler, der sich schon in der Liga bewiesen hat. Er nennt dabei die Möglichkeiten des Trades oder der Free Agency und nannte, bei der Aufzählung der wichtigen Spieler weder Chris Kaman noch Mo Williams. Daraus resultiert, dass diese beiden wohl zu haben wären, sofern man eine Verbesserung auf der Position des Small Forwards oder gar Point Guards (Chis Paul oder Deron Williams?) zu haben wäre.

Nach diesem Artikel war natürlich klar, dass die Spekulationen um mögliche Neuzugänge die Runde machten. Im November noch gab es Meldungen aus Philadelphia, dass die Clippers und Sixers sich fast einig über einen Trade wären, der Chris Kaman nach Philadelphia und Andre Igoudala nach Los Angeles schicken würden.

Von daher ist es logisch, dass Igoudala noch immer ein möglicher Kandidat ist. Immerhin ist er vom Alter (er ist gerade einmal 26 Jahre alt) und von seinen Fähigkeiten her wohl die interessanteste Variante auf dem Markt, vor allem da er mit seiner Spielübersicht, Athletik und Verteidigung die Clippers zu einem gefährlichen Team machen könnte.

Zudem scheinen die Clippers, wie vorigen Sommer, noch immer riesen Interesse an Rudy Gay von den Memphis Grizzlies zu haben. Dieser unterschrieb vorigen Sommer schnell in Memphis, doch trotz der guten Saison der Grizzlies gibt es nicht wenige, die den Grizzlies einen Trade des Small Forwards zutrauen. Hintergrund hierbei ist die Tatsache, dass die Grizzlies in diesem Sommer Marc Gasol verlängern müssen, schon mit Zach Randolph verlängerten und ihre Playofferfolge ohne Gay feierten, da der zu dieser Zeit nur verletzt zuschauen konnte. Das Problem hierbei wäre jedoch, ob die Clippers wirklich etwas haben, was die Grizzlies interessiert, denn Chris Kaman wäre nur ein Ersatzmann für Gasol und Randolph.

Zudem wird in letzter Zeit der Name Tayshaun Prince immer wieder genannt und er wäre die Variante Free Agent, bei dem man zwar mehr Gehalt auf der Gehaltsliste hätte, dafür aber keine eigenen Spieler abgeben müsste und daher das Team an keiner anderen Stelle schwächen würde. Möglich wäre dies, da Prince aus Los Angeles stammt und den Clippers aufgrund des Heimatbonus’ den Zuschlag geben könnte.

Fazit

Wie dem auch sei, der Sommer der Clippers dürfte spannend und wegweisend sein, denn es entscheidet sich viel dieses Jahr. Ganz wichtig wird es sein mit DeAndre Jordan zu verlängern, denn sonst bekommt man große Probleme auf der Centerposition, da Kaman immer wieder Verletzungen hat und zudem im letzten Jahr seines Vertrages ist. Zudem kann man diesen Sommer schon mit Eric Gordon verlängern und sollte das auch tun, um Gordon zufrieden zu stellen und Blake Griffin zu zeigen, dass man es ernst meint und konstant ein Playoffteam stellen möchte.

Gelingen die Verlängerungen von Jordan und Gordon, sowie eine Verstärkung auf der Small Forward Position, dann dürften die Clippers klar aufzeigen, dass sie nicht mehr die Lachnummer der Liga sind und in Zukunft ein ernst zu nehmendes Team in der Western Conference stellen.

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