Los Angeles Lakers

Over and out?

„Wir hatten das Gefühl, dass es Zeit für eine Veränderung war.“ verkündete der General Manager der Los Angeles Lakers, Mitch Kupchak, im Zuge der Verpflichtung von Mike Brown. Es war die Begründung für die Entscheidung gegen Brian Shaw, der sich im Vorfeld berechtigte Hoffnungen machen konnte, vom Assistenztrainer zum Cheftrainer befördert zu werden. Der 41-jährige Brown, der zuletzt LeBron James und die Cleveland Cavaliers trainierte, hat nun die Aufgabe, Phil Jackson zu beerben.

Nach drei aufeinanderfolgenden Finalauftritten zwischen 2008 und 2010 sowie nach der desaströsen Leistung gegen die Dallas Mavericks, die ihn einem Sweep resultierte, könnte Kupchak mit dieser Aussage Recht haben. Trotz des vielen Talents im Kader, wurde im Laufe der Saison oftmals die Gefahr der Übersättigung angeführt. Doch offenbarten sich in den Playoffs auch weitere Probleme.

Die Probleme

Kobe Bryant. Zwar landet der Superstar der Lakers abermals (zum neunten bzw. achten Mal) im ersten All-NBA und All-Defense-Team der regulären Saison – wobei letztere Entscheidung bei vielen Fans zu Stirnrunzeln führte -, merkte man in der Serie gegen den aktuellen NBA-Champion aus Texas, dass er nicht mehr im Stande war, das Spiel komplett zu übernehmen. Mit 22.8 Punkten bei einer True Shooting Percentage von 53.6% gelang ihm in den 2011er Playoffs das geringste Scoring-Volumen seit seiner ersten Meisterschaft 2000 an der Seite von Shaquille O’Neal im Alter von 21 Jahren. Zum Vergleich: In den letzten vier Jahren lag sein Punkteschnitt in den Playoffs bei genau 30.0 Punkten pro Partie. Im Offensive-Rating brachte er es auf Werte zwischen 111 und 117, in diesen Playoffs waren es nur 105. Sein Spiel als reiner Jumpshooter, der in der gesamten Serie Dallas nur 15 Freiwürfe ziehen konnte, gepaart mit den Problemen in der Verteidigung, sorgten in Hollywood für einige graue Haare.

Es stellt sich die Frage nach dem Grund. Nagt der Zahn der Zeit langsam am fünffachen NBA-Champion? Immerhin absolvierte er bisher bereits 48.310 Spielminuten in seiner Profikarriere. Mit dieser Anzahl befindet er sich in ähnlichen Sphären wie Jason Kidd oder Shaquille O’Neal, die fünf bzw. sechs Jahre älter sind als der im August seinen 33. Geburtstag feierende Bryant. Doch Lakers-Physiotherapeut Gary Vitti und natürlich die ‚Black Mamba‘ persönlich sind davon überzeugt, dass es hauptsächlich mit Bryants Fitnesszustand in dieser Saison aufgrund des Eingriffs am Knie im vergangenen Sommer zusammenhing. Dies beeinträchtigte die Saisonvorbereitung und auch während der Saison setzte der Most Valuable Player von 2008 den Großteil der Trainingseinheiten der Mannschaft aus, um genügend Leistung für die Spiele abrufen zu können. Seinen physischen Höhepunkt, so Bryant, konnte er nie erreichen.

Diesen Sommer wird Bryant keinen operativen Eingriff durchführen lassen, sondern mit der Wut der Playoffs im Bauch unter Anleitung von Fitness-Guru Tim Glover ein hartes Trainingsprogramm durchführen. Ob Bryants unbändiger Wille ausreicht oder ob er sich seinem Körper geschlagen geben muss, wird sich erst in der kommenden Saison zeigen. Gute Leistungen wird Bryant weiterhin bringen – es stellt sich nur die Frage, ob er in den Playoffs wieder in der Lage sein wird, einem Spiel seinen Stempel aufzudrücken wie es Dirk Nowitzki oder Dwyane Wade in den Finals getan haben.

Verteidigung und Athletik. „Defense first.“ Das war der Wunsch Bryants gegenüber dem Management der Lakers bei der Trainerfrage. Ein verständlicher Wunsch, wenn man sich die Playoffs vor Augen führt – insbesondere die Rotationen liefen katastrophal. Ohne den Mavericks etwas wegnehmen zu wollen, aber die Dreierorgien in der Viertelfinalserie waren da kein Wunder. Neben der Klasse fehlte vor allem die Bereitschaft in der Verteidigung zu kämpfen, bei den Close-Outs die vollen 100 Prozent zu geben und das Spiel hinten zu gewinnen. Mit dem neuen Trainer soll es sich nun ändern. Mike Brown ist wahrlich kein Stratege im Angriff, doch in der Verteidigung versteht er sein Handwerk. In Cleveland ist es ihm gelungen, eine herausragende Verteidigung um LeBron James und Anderson Varejao zu installieren. Diese Verteidigung sorgte neben James dafür, dass die Cavaliers mit einem mindertalentierten Kader 2009 und 2010 mit der besten Bilanz der NBA abschlossen. Ähnliches soll er nun auch in Los Angeles leisten. Im Kader offenbaren sich dennoch einige Mängel für dieses Ziel.

Der Kader der Los Angeles Lakers:

  • Center: Andrew Bynum
  • Power Forward: Pau Gasol | Lamar Odom | Derrick Caracter
  • Small Forward: Ron Artest | Matt Barnes | Devin Ebanks | Luke Walton
  • Shooting Guard: Kobe Bryant | (Andrew Goudelock, Pick)
  • Point Guard: Derek Fisher | Steve Blake | (Darius Morris, Pick)

Unter dem oben genannten Gesichtspunkten sind zuallererst natürlich die Aufbauspieler Derek Fisher (kurz vor dem 37. Geburtstag) und und die Verpflichtung des letzten Sommers Steve Blake (31 Jahre) zu nennen. In einer Liga mit den Roses, Westbrooks und Rondos sind die beiden Veteranen ein Polo im 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Mit Blake bekam 2010 nur eine etwas jüngere Version von Fisher einen Vier-Jahres-Vertrag – und seine Leistung im Trikot der Lakers ist bisher ziemlich überschaubar. In der Vergangenheit konnte Bryant die Rolle des PG-Verteidigers übernehmen, aber mit steigendem Alter dürfte dies keine Alternative für komplette Playoff-Serien mehr sein. Ebenso reichte früher ein Aufbauspieler, der im Angriff am Perimeter stand und auf offene Würfe wartete. Wenn Bryant nicht wieder anfängt, zum Korb zu ziehen, wird es Probleme geben (bzw. Unterstützung in diesem Bereich des Spiels wird notwendig). Bei den Mavericks konnte man wunderbar beobachten, wie sich die Dynamik ihres Spiels verändert, wenn Barea auf das Spielfeld kam und mit seiner Quirligkeit Lücken in die Verteidigung reißen konnte.

Es fehlt eindeutig die Athletik auf der Eins. Daran werden auch die beiden Guards, die Mitch Kupchak und seine Kollegen am Draft-Abend in der zweiten Runde gewählt haben, nichts ändern können (sofern sie es denn ins Team schaffen). Der Tweener-Guard Andrew Goudelock (College of Charleston) konnte bei der Draft-Combine sehenswerte Athletikwerte darlegen, doch auf dem Spielfeld konnte er sie in dieser Form nicht übertragen. Seine Nische könnte er als kleiner Schütze von der Bank – im Stile eines Eddie House – finden. Darius Morris haben die Lakers fünf Plätze vor Goudelock, an Position 41, gezogen. Der große Aufbauspieler der University of Michigan der älteren Generation ist auch keine Vollzeit-Alternative, da er nicht über die athletischen Attribute einiger seiner Artgenossen verfügt.

Unpassenderweise bei diesen Problemen ist es bis dato ungewiss, ob der athletischste Spieler im Team, Shannon Brown, weiterhin Gold und Violett tragen wird. Er hatte eine Option, die seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hätte, aber Brown und sein Agent haben sich entschieden, diese nicht zu nutzen. Folglich ist der explosive Guard nun ein Free Agent. Trotz aller Athletik, die Brown erlaubt, durch die Lüfte zu segeln, fehlt teilweise der Basketball-IQ und die Kreativität, um der Spieler zu sein, der konstant Lücken in die Abwehrreihen des Gegners reißt. Ob er in der nächsten Saison noch bei den Lakers spielt, wird sich nach dem Lockout zeigen.

Wenn der Backcourt unverändert bleibt, muss man hoffen, dass es ausschließlich die Gesundheit war, die Bryants Penetrations in der vergangenen Saison gehemmt haben.

Im Frontcourt gibt es vergleichsweise weniger Probleme. Wozu Ron Artest, eventuell bald als Metta World Peace bekannt, zukünftig fähig sein wird, muss man abwarten. Positiv ist seine gute Beziehung zu Coach Brown aus alten Pacers-Zeiten. Leider geht Artest immer weiter in die Breite und verliert an Geschwindigkeit, sodass es ihm immer schwieriger wird, schnelle Flügelspieler zu verteidigen. Positiv ist, dass er gesundheitlich auf einem guten Niveau ist – so verpasste er 2010/11 kein einziges Spiel. Sophomore Devin Ebanks könnte mit seiner Jugend, Frische und Athletik eine gute Ergänzung (im besten Fall auch sein Erbe) werden, doch gilt es abzuwarten, wie der Abgänger von der University of West Virginia sich im Sommer präsentiert. Die Hoffnung ist, dass er sich zu einem neuen Trevor Ariza entwickelt – das erste Ziel wird es aber sein, Matt Barnes in der Rotation hinter sich zu lassen. Unter einem neuen Coach werden die Karten auch neu verteilt. Der erfahrene Barnes wird seine Minuten aber nicht freiwillig herausrücken und kämpfen – bei all seinen acht Stationen in der NBA spielte er durchschnittlich eine zweistellige Anzahl an Minuten pro Partie. Dass spricht dafür, dass er zumindest weiß, wie man sich kurzfristig durchsetzt. Luke Walton – die Personifizierung aller Lakers-Probleme – wird weiterhin am Ende der Bank Platz nehmen und sich den besten Zuschauerplatz zusätzlich mit 11,5 Millionen in den nächsten beiden Jahren vergüten lassen.

Die beiden großen Positionen sind weiterhin das Prunkstück. Speziell über Andrew Bynum wird Brown sich vermutlich freuen. Mit dem jungen Center hat er einen defensiven Anker auf der perfekten Position in den eigenen Reihen. Doch bei Bynum bleibt leider weiterhin die Frage nach der dauerhaften Gesundheit – den Beweis dafür ist er bisher schuldig geblieben. Bei Pau Gasol muss man hoffen, dass die Leistung in den Playoffs ein Ausrutscher (über zehn Spiele) war. 13,1 Punkte bei einer TS% von 49,7 ist für einen Mann seiner Klasse in der wichtigsten Phase der Saison nicht akzeptabel. Dahinter Lamar Odom, über den man nicht viele Worte verlieren muss, und das ehemalige Spitzentalent Derrick Caracter. Bezüglich der Athletik und Verteidigung muss man sich aus Sicht der Lakers hier keine großen Gedanken machen – auch wenn sie gegen Dirk Nowitzki natürlich ziemlich schlecht aussahen. Der Satz, der folgt, ist klar: Wer tut dies nicht?

Spielergehälter. Zur Betrachtung der Personalkosten der Lakers kann man einen Blick auf ShamSports.com werfen. Bryant bekommt in den nächsten drei Jahren über 80 Millionen überwiesen, der Spanier fast 60 Millionen, Bynum bekommt durchschnittlich 15 Millionen in den nächsten zwei Jahren. Viel ärgerlicher ist dabei vermutlich, dass das Duo Walton/Blake auch knapp zehn Millionen pro Saison ausgezahlt bekommt. Wie das Collective Bargaining Agreement aussehen wird, ist noch unbekannt, aber mit der Vermutung, dass das Team nicht viele Möglichkeiten hat, Spieler auf dem freien Markt zu verpflichten, wird man kaum falsch liegen. Selbst bei einem Fortbestehen der Mid Level Exception ist es nicht unrealistisch, dass Dr. Buss die Verwendung aufgrund der hohen Kosten nicht erlaubt.

Angriffsystem unter Coach Brown. Dass Mike Brown sein Handwerk in der Verteidigung versteht, ist unbestritten. Doch seine Schwächen im Angriff sind ebenso bekannt. In Cleveland könnte die Anweisung an seine Schützlinge vor den Spielen “Gebt LeBron den Ball, dann schauen wir, was passiert.” gewesen sein – wenn man einen Rückschluss vom Gesehenen schließen möchte. Zumindest scheint Brown über eine gute Selbstreflexion betreffend seiner Schwächen zu verfügen. Als Unterstützung des Trainerstabs holte er sich keinen geringeren als seinen engen Freund und europäischen Spitzentrainer Ettore Messina.

Das Ziel Browns ist die Verlagerung der Lakers-Offense auf die beiden Großen am Brett: Andrew Bynum/Pau Gasol – in Anlehnung an das System der Spurs mit Tim Duncan/David Robinson. Das Duo ist ein wirklicher Vorteil der Lakers gegenüber anderen Mannschaften. Diese Verschiebung würde natürlich mit einer Verringerung von Bryants Rolle einhergehen, wobei er natürlich weiterhin eine große Rolle spielen und insbesondere als ‘Closer’ im vierten Viertel bzw. in den Schlussminuten agieren würde. Ob es Bryant nicht nur verbal akzeptiert, sondern auch umsetzt, wird man sehen. Zur Schonung seines Körpers ist es definitiv keine schlechte Idee, aber bekanntlich existiert ‘Schonung’ nicht im Wortschatz von Bryant.

Möglichkeiten der Verbesserung?

Eine Verbesserung wird eintreten. Das Gespann Brown/Messina, die Blamage gegen die Mavericks und natürlich Kobe Bryant werden für mehr Disziplin und Einsatz sorgen – das wird sich defensiv definitiv auszahlen. Nichtsdestotrotz täten den Lakers personelle Verbesserungen in den Bereichen Jugend, Verteidigung und Wurfstärke gut.

Der konservative Weg wäre, keine wesentliche Veränderungen zu tätigen. Immerhin konnte genau dieses Team bereits eine Meisterschaft gewinnen. Infolge dieser Vorgehensweise würde man auf originäre Steigerungen hoffen – teils durch mehr Einsatz der Veteranen, die sich aber natürlich nicht weiter entwickeln werden, und teils durch Ebanks (Jugend, Verteidigung) und Goudelock (Jugend, Shooting). Letzteres ist selbstverständlich ein Hazardspiel.

Der konservative Weg ist in solchen Fällen und Mannschaften oftmals der wahrscheinlichere Weg. Wenn man den Gerüchten der letzten Wochen aber Glauben schenkt, muss man sagen, dass die Lakers nicht zwingend daran interessiert sind. Gerüchte bezüglich Monta Ellis gingen durch die Presse, zuletzt wurde angeblich Lamar Odom für Derrick Williams (bzw. vor der Draft für den zweiten Pick, um Williams zu verpflichten) angeboten, derzeit las man vom Interesse, Odom für Andre Iguodala von den 76ers zu bieten. Wenn man sich diese drei Namen anschaut, sieht man, dass auch die Lakers die oben genannten Probleme erkannt haben. Alle drei Spieler sind ziemlich athletisch, Ellis hat unglaubliche Stärken in der Penetration, Iguodala ist eine Klette in der Verteidigung und Williams eventuell ein junger Larry Johnson.

Da die Free Agency aufgrund der bisher unbekannten Collective Bargaining Agreement schwer vorherzusehen ist, inklusive des oben dargelegten Problems bezüglich der Mid Level Exception (sofern diese in der kommenden Tarifvereinbarung nach dem Lockout überhaupt vorhanden ist), muss Mitch Kupchak hauptsächlich mit Trades arbeiten. [Randnotiz: Insbesondere auf der Eins bietet die kommende Free Agency kaum Alternativen: Delonte West und Jose Juan Barea sind die besten Free Agents ohne Status als Restricted Free Agent; Rodney Stuckey und Aaron Brooks stehen an der Spitze.] Kobe Bryant muss hierbei nicht diskutiert werden, Luke Walton ist aufgrund seines Vertrags (ungeachtet der fehlenden Leistung) nicht vermittelbar, Derek Fisher dürfte auch nicht zur Debatte stehen. Der realistische Köder dürfte Lamar Odom, amtierender Bankspieler des Jahres, sein. In zwei der oben genannten Trades war dieser auch der Spieler, der Hollywood hätte verlassen müssen. Nach Interessenten für den vielseitigen Forward wird man nicht lange suchen müssen. Aber auch die Lakers werden ihn nicht für ein Apfel und ein Ei traden – sie werden ihr eigentliches Prunkstück, das Trio auf den großen Positionen, nur für wirkliche gute Angebote sprengen, insbesondere mit der Verletzungshistorie von Bynum im Hinterkopf.

Eine Verschiebung von Artest auf die Bank als Backup für die beiden Forward-Positionen und die Adaption seiner Rolle könnte einen möglichen Verlust Odoms etwas abfedern. Da die anderen Flügel eher nicht für den Posten des Starters geeignet sind, sollte neben einem Aufbau bestenfalls auch ein Small Forward beim Trade nach Los Angeles wechseln. Mit dem Trade zwischen Dallas, Denver und Portland ist eine vielversprechende Option verschwunden – Raymond Felton hätte dem Team hervorragend zu Gesicht gestanden, vor allem wenn man ihn zusammen mit Danilo Gallinari hätte verpflichten können. Alle Probleme wären mit einem Schlag vom Tisch. Vor allem war Denver das Team, welches einen Aufbauspieler entbehren – da zwei ähnlich gute Spieler verfügbar waren (neben Felton noch Tywon Lawson) – und Odom wirklich gebrauchen konnte.

In Charlotte könnte nach der Verpflichtung vom NCAA-Champion Kemba Walker der letztjährige Starter Darryl Augustin verfügbar sein. Leider passt Odom aufgrund seines Alters nicht in das Konzept von den Bobcats, sodass Bobcats-GM Richard Cho eher nach Picks und jungen Spielern Ausschau halten wird. Die Milwaukee Bucks haben in ihrem Trade mit Sacramento und Charlotte zwei Aufbauspieler (Shaun Livingston, Beno Udrih) verpflichtet. Das Talent des einen (Livingston) ist außerordentlich, aber die Leistung der beiden Spieler ist ernüchternd. Wenn John Hammond es anders sieht, könnte Brandon Jennings eventuell verfügbar sein oder werden. Vor einiger Zeit gab es bereits Gerüchte über dessen Verbleib in Milwaukee. Der 21-Jährige agiert bisweilen sehr ineffizient, aber Basketballtalent schlummert definitiv in ihm (das Umfeld in Los Angeles mit Bryant/Fisher und Brown/Messina wäre ein Gewinn für den jungen Kalifornier). Er ist athletisch und kreativ, somit könnte er Bryant beim Playmaking und den Penetrations unterstützen. Je nachdem, welches Ziel die Bucks verfolgen (Playoffs?), könnte sich – natürlich abhängig davon, welche weiteren Spieler (Carlos Delfino, Ersan Ilyasova) involviert wären – der Trade für beide Parteien auszahlen.
Die Orlando Magic haben mit Jameer Nelson einen ehemaligen All-Star (2009), den man im Paket mit Brandon Bass und Ryan Anderson, möglicherweise für Lamar Odom und Steve Blake bekommen könnte. Da Nelson in den vergangenen beiden Spielzeiten aber nicht mehr auf dem Niveau der Saison 2008/09 (PER von 20.6; in den letzten beiden Jahren ein PER von knapp 15) agierte, dürfte den Lakers dieser Aufbau, der sich auch bereits im 30. Lebensjahr befindet, nicht Odom wert sein.

Zwingend erwarten sollte man solche Trades eher nicht. Vermutlich wird ein alter Hase für die Fünf verpflichtet, einer der beiden Rookies unter Vertrag genommen und ein weiterer, günstiger Flügelspieler mit Wurf (Rasual Butler, Anthony Parker, Sasha Vujacic) unter Vertrag genommen.

Letzten Endes steht und fällt alles mit Kobe Bryant. Er muss in der Lage sein, die Spiele für sein Team zu ‚closen‘, wie es im Fachchinesisch heißt, und diese – wenn es nötig wird – komplett zu übernehmen, so wie er es unzählige Male in seiner unglaublichen Karriere getan hat. Dabei ist der Maßstab natürlich nicht das Erreichen der Playoffs, sondern ob man (neben den Miami Heat) als Top-Favorit auf den Titel in die Saison bzw. Playoffs 2012 geht. Es ist eine der interessantesten Fragen für die kommende Saison:

Welches Leistungsniveau wird der 2012er Kobe Bryant präsentieren?

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