Gedanken, Houston Rockets, Memphis Grizzlies, Phoenix Suns

Memphis, Houston und Phoenix rüsten für den Run auf die Playoffs auf

Das Rennen um die Playoffs in der Western Conference ist eng dieser Tage. Verdammt eng. Das realisierten auch die Teams, die aktuell auf den Plätzen 8, 10 und 11 stehen und reagierten mit Trades. Ausgerechnet Spielerwechsel untereinander sollen dem jeweiligen Team einen Platz in den Playoffs sichern…

Der Battier-Trade

Lange waren die Rockets, unter anderem mit den Chicago Bulls, in Gesprächen bezüglich Courtney Lee. Letztlich scheiterten diese, da Houston auf einen Big Man als Gegenwert bestand. Diesen bekamen sie kurz vor der Deadline dann auch: Hasheem Thabeet wird von nun an im Jersey der Houston Rockets versuchen, seiner hohen Draftposition einigermaßen gerecht zu werden. Im Gegenzug kommt Shane Battier zurück nach Memphis. Battier spielte schon von 2001 bis 2006 für die Grizzlies und wurde seinerzeit gegen Rudy Gay und Stromile Swift nach Houston getradet. Als Beigabe wurde Ishmael Smith in den Trade eingebaut, der sich mit Greivis Vazquez um die Rolle des Backups hinter Mike Conley streiten wird.  Neben Thabeet gehen auch DeMarre Carroll und ein First Round Pick an die Rockets.

Die Rockets dünnen so ihren recht überladenen Flügel etwas aus, wo nach Battiers Abgang die Spielzeit nun nur noch auf Kevin Martin, Courtney Lee, Chase Budinger und Terrence Williams verteilt werden muss. DeMarre Carroll kann, ähnlich wie Jared Jeffries, beide Forward-Positionen bekleiden. Thabeet gibt dem Team Tiefe auf Center, wo sich nach Yao Mings Verletzung ein alter Brad Miller, ein roher Jordan Hill und der starke Verteidiger, aber mit nicht einmal zwei Metern Körpergröße doch sehr kurz geratene Chuck Hayes versuchten. Letzterer Makel ist der einzige, welchen Thabeet mit Sicherheit nicht hat: Der 24-jährige Tansanier misst stattliche 2,21 Meter. Doch nun muss der zweite Pick der 2009er Draft erst einmal beweisen, dass er etwas viel wichtigeres mitbringt, als reine Körpergröße – nämlich Game. Bisher zeigte Thabeet, von Kritikern mittlerweile nur noch liebevoll “Thabust” genannt, davon herzlich wenig. Vor allem wenn man bedenkt, dass Thabeet damals Spielern wie Tyreke Evans und Stephen Curry vorgezogen wurde. Mit dem Pick der Grizzlies vergrößern die Rockets weiter ihre Ansammlung an zukünftigen Firstround Picks.

Memphis erhält mit Shane Battier den besten Spieler im Trade. Der Veteran wird vor allem während der Zeit, in der Memphis’ Topscorer Rudy Gay verletzungsbedingt fehlen wird (bis Ende März), für Entlastung auf dem Flügel sorgen. Da sich dort neben Rudy Gay und Shane Battier auch noch Rookie Xavier Henry, Sam Young, Tony Allen, Rodney Carney und OJ Mayo herumtreiben, hätte Memphis letzteren gerne für Josh McRoberts und einen Pick nach Indiana getradet. Dieser Deal fiel letztendlich jedoch durch, da sich die Teams offenbar nicht vor Verstreichen der Deadline einigen konnten oder ein drittes Team mit den New Orleans Hornets absprang. So steht Memphis, sobald Gay genesen ist, eigentlich mit zu vielen Flügelspielern und zu wenigen Big Men da. Carney hat momentan lediglich einen 10-Tages-Vertrag und wird nach dessen Ablauf vermutlich nicht weiterverpflichtet. Auch interessant ist, dass Battiers Vertrag im Sommer ausläuft und Memphis ihn eigentlich halten müsste, um die Dreingabe des First Round Picks zu rechtfertigen. Allerdings stehen in der nächsten Offseason auch die Verlängerungen Marc Gasols und Zach Randolphs aus, wonach Battier nur dritte Priorität hätte. Falls Battier nicht gehalten wird, spart Memphis langfristig immerhin Geld, da Thabeet in der kommenden Saison $5.1 Millionen Dollar an garantiertem Gehalt zusteht. Danach folgt eine Team Option über $6.5 Millionen für ein weiteres Jahr und schließlich die Qualifying Offer über $8.4 Millionen, was Thabeet aber voraussichtlich nie wert sein wird. Carrolls Vertrag läuft, wie Battiers, in diesem Sommer aus.

Goran Dragic für Aaron Brooks

Photo: jeffbalke (Lizenz)

Neben ihrem Starting Small Forward entschieden sich die Houston Rockets dazu, ihren letzjährigen Starting Point Guard Aaron Brooks zu den Phoenix Suns traden. Im Gegenzug erhalten sie Goran Dragic und den Firstround Pick der Suns für den kommenden Draft. Sollten die Suns die Playoffs erreichen (und somit in der Lottery landen), bekommen die Rockets allerdings anstatt dessen den Pick der Orlando Magic, den die Suns im Trade für Vince Carter erhalten hatten. Wie es auch kommen mag: Ein Pick im Bereich 15 bis 25 wird in dem kommenden Draft auf Grund des schwachen Jahrgangs eher weniger Wert sein.

Die Suns trennen sich also von Goran Dragic, der lange als Nachfolger für Steve Nash angesehen wurde und sich von den Fähigkeiten als Passgeber auch langsam in diese Richtung bewegte. Die Wurfquoten in dieser Saison waren jedoch eher ernüchternd (42.1 FG%, 27.7 3FG%, 60.8 FT%), sein Spiel war von Inkonstanz geprägt und offenbar war das neue Management der Suns nicht mehr vom Slowenier als Aufbauspieler der Zukunft überzeugt. Aaron Brooks befand sich in Houston in einer ähnlichen Situation, zumindest was die Wurfquoten betrifft. In der vergangenen Saison noch der Spieler mit den meisten getroffenen Dreiern, waren seine Quoten aus dem Feld in dieser Saison gruselig:  34.6 FG% und 28.4 3P%. Die Suns erhoffen sich ein Wiederaufleben des Most Improved Players 2010 in ihrem System, als Anführer der zweiten Garde. Problematisch könnten die Schwächen am defensiven Ende des Feldes des nur 1,80 Meter großen Brooks werden, denn in der vergangenen Saison war es vor allem die Verteidigung, durch welche sich die zweite Fünf der Suns auszeichnete und sich in dieser Saison auszuzeichnen versucht. Auch muss sich Brooks mit der Rolle als Backup des zweifachen MVPs Steve Nash anfreunden. Ruft man sich Brooks Reaktion auf seine Auswechslung vor ein paar Wochen ins Gedächtnis, als er wütend in der Kabine verschwand, ist Akzeptanz von Seiten Brooks zumindest nicht garantiert. Er steht im letzten Vertragsjahr, wird im Sommer Restricted Free Agent und möchte sich verständlicherweise für einen neuen Vertrag empfehlen. Da Headcoach Alvin Gentry dafür bekannt ist, seine Bankspieler bei entsprechender Leistung länger auf dem Feld zu lassen, besteht Hoffnung darauf, dass Brooks das Beste aus seiner Situation macht.

Rockets General Manager Daryl Morey sah hingegen wohl eine einmalige Chance, einen unzufriedenen Spieler loszuwerden, den man im Sommer, dank eines stark aufspielenden Kyle Lowrys, sowieso nicht gehalten hätte, und im Gegenzug einen jüngeren Guard zu erhalten, der zumindest ein solider Backup sein kann und wird. Dazu erhalten die Rockets den, in einem Deal mit den Suns mittlerweile fast obligatorischen, First Round Draft Pick.

Fazit

Alle drei Teams rüsten noch einmal für einen Run auf die Playoffs nach, was angesichts der aktuellen Platzierungen auch nötig ist. Dabei verliert keins der Teams die Zukunft völlig aus den Augen. Houston erhält jüngere Spieler, die besser zum Kader passen und Draftpicks, Phoenix einen Guard mit Potential und etwas zu beweisen und Memphis sofortige Hilfe sowie mehr Flexibilität im Sommer.

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