Gedanken, New Orleans Pelicans, Sacramento Kings

Hornets verstärken sich im Frontcourt

Neben den vielen relativ spektakulären Trades um Carmelo Anthony, Deron Williams oder Jeff Green kam es vor Ablauf der NBA Trade Deadline auch zu einem etwas kleineren Spielertausch, der es dennoch verdient, hier bewertet zu werden: Die New Orleans Hornets tauschten ihren Shooting Guard Marcus Thornton für Carl Landry von den Sacramento Kings ein. Darüber hinaus zahlen die Hornets „cash considerations“ einer unbekannten Höhe an die Kalifornier.

In meinen Augen handelt es sich hierbei um einen klassischen „win-win“-Trade, das heißt einem Spieleraustausch, der für beide Teams sinnvoll ist.

Photo: jeffbalke (Lizenz)

Für die Hornets ist Carl Landry der so sehnsüchtig gewünschte Front Court-Spieler. Mit 2.06m ist Landry zwar eher auf der Power Forward-Position anzusiedeln, seine 112kg Gewicht sowie sein Kampfgeist und die Tatsache, dass er sich für die sogenannte „Drecksarbeit“ nicht zu schade ist, machen ihn jedoch zwangsläufig auch zu einer Alternative auf Center. Zumal der Frontcourt der Hornets vor seiner Verpflichtung unheimlich dünn war: hinter den legitimen Startern (Emeka Okafor/David West), waren die Alternativen lediglich Jason Smith sowie die Basketballlegastheniker D.J. Mbenga und Aaron Gray. Dass dies etwas wenig für ein Playoff-Team im Westen war, wurde nicht zuletzt deutlich, als Emeka Okafor zuletzt zwei Wochen auf Grund einer Hüftverletzung ausfiel und das gesamte Team ohne gleichwertigen Ersatz kollabierte: man verlor die letzten drei Spiele vor dem All-Star-Break und präsentierte sich gerade unter den Körben desolat.
Landry stellt also eine sinnvolle Ergänzung für das Kaderkonstrukt der Hornets dar, passt zur Basketballphilosophie von Head Coach Monty Williams und ist – das darf nicht vergessen werden – ein Zeichen an den abwanderungswilligen Chris Paul, mit welchem gezeigt wird, dass die Franchise Erfolg garantieren will.

Die Abgabe des talentierten Marcus Thornton macht ebenfalls Sinn: Auf der Shooting Guard-Position hatte dieser leistungsfähigere Konkurrenz in Person von Willie Green sowie Marco Belinelli und kam nicht mit Monty Williams zurecht, weil dieser regelmäßig Thorntons in der Tat schwaches Verteidigungsverhalten bemängelte.

Auch für die Sacramento Kings macht der Spielertausch Sinn: Wie schon geschrieben ist Thornton ein talentierter Shooting Guard, der in der zweiten Saisonhälfte 2009-2010 zeigen konnte, welch’ Potential in ihm steckt. Darüber hinaus herrscht im Backcourt Sacramentos nicht gerade Hochkonjunktur; es waren Spieler wie Jermaine Taylor und Luther Head, die bis dato für die größte Entlastung von der Bank sorgten. Marcus Thornton wird hierbei also voraussichtlich schnell viele Spielanteile bekommen, zumal der Star des Teams, Tyreke Evans, die nächsten drei Wochen auf Grund von Plantar Fasciitis, einer schmerzhaften Sehnenentzündung unterhalb des Knöchels, aussetzen wird. Im Frontcourt hatten die Kalifornier hingegen mit Samuel Dalembert, DeMarcus Cousins, Jason Thompson, Donte Greene … und eben Carl Landry ein Überangebot. Somit war der Abgang Landrys verschmerzbar, insbesondere wenn man bedenkt, dass Sacramento sofortige Verstärkung auf dem SG-Posten sicherstellen wollte.

Alles in Allem also ein Trade, der beiden Teams entgegen kommt. Die New Orleans Hornets rüsten für den Playoff-Kampf auf und können die Kaderlücke auf PF/C mit einem Spieler stopfen, der sofortige Verstärkung garantieren sollte. Abgegeben wird dafür der ungewünschte Marcus Thornton, welcher in seiner neuen Heimat jedoch ebenfalls wird helfen können, weil auf seiner Position Handlungsbedarf herrschte.

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