Boston Celtics, Oklahoma City Thunder

Zu hoch gepokert?

Photo: Krob (Lizenz)

24. Februar 2011, 20:55 Uhr deutscher Zeit, nur noch fünf Minuten bis zur Trading Deadline. Niemand erwartete noch irgendetwas Großartiges, doch es kam anders als man zunächst annahm. Es folgte unter anderem noch eine Transaktion, die bei den Anhängern der Oklahoma City Thunder wahrscheinlich einige Jubelstürme hervorrief, bei den Fans der Celtics sicherlich das ein oder andere Kopfschütteln. Danny Ainge, der General Manager der Celtics, und Sam Presti, der Generel Manager der Thunder, einigten sich auf einen Tausch, in welchem Forward Jeff Green zu den Celtics und  Center Kendrick Perkins zu den Thunder geschickt wurden. Begleitet wurde Jeff Green von Center Nenad Krstic und einem geschützten Erstrundenpick der Clippers von 2012. Auf der anderen Seite spielt von nun an Nate Robinson in Oklahoma City. Warum kam es zu diesem Trade?

Perkins  war einer der verdientesten Spieler in Boston, der erfolgreich so einige Schlachten geschlagen hat, immer bereit seine Energie in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Offenbar empfand das Frontoffice der Celtics den Mangel an geeigneten Backups für den Flügel als so groß, dass man  trotz Perkins’ Akzeptanz – sowohl im Team als auch bei den Anhängern – bereit war, einen Spieler wie ihn “zum größeren Wohl” der Franchise abzugeben. Zweifellos eine harte Entscheidung, doch ist es auch die richtige? Und auch für Sam Presti war der Beschluss, Jeff Green zu opfern, sicherlich kein  einfacher, denn Uncle Jeff – wie er von den Anhängern genannt wird – war nicht nur ein guter Freund von Franchise Player Kevin Durant, sonder einer der drei Spieler des Kaders, die vor knapp vier Jahren auch schon da waren. Die NBA ist ein Business wie jedes andere auch, Trades gehören zum Alltag. Spätestens jetzt ist dies auch dem Umfeld von Oklahoma City vollkommen bewusst.  Man könnte sagen, das Wohl einer Franchise ist wichtiger als das Wohl eines Einzelnen, unabhängig davon wie sympathisch man den ein oder anderen Beteiligten auch empfindet. Wie man im Film “Der Pate” gelernt hat, “geht es nur ums Geschäft”. Persönliche Nähe oder Empfindungen sollten die Handlungen  bei Unternehmungen  einer bestimmten Größenordnung nicht steuern. Ansonsten wäre der Erfolg dieser Unternehmung gefährdet. Doch hier soll die Frage aufgeworfen werden, ob dieser Tausch wirklich so gut fürs Geschäft ist, wie die Führungen beider Franchises annehmen. Sind durch diesen Deal die Erfolgschancen der Celtics und Thunder gestiegen?

Aus der Sicht der Oklahoma City Thunder

Vor dreieinhalb Jahren begann das Experiment mit Jeff Green und Kevin Durant auf den Forward-Spots. Jeff Green sollte bei den Sonics/Thunder auf der 4 spielen, obwohl er am College meist auf der 3 eingesetzt wurde. Scott Brooks und Sam Presti vertrauten darauf, dass Green sich nach einer Eingewöhnungszeit auf der  Position des Power Forwards wohl fühlen und gute Leistungen abliefern würde. Bis heute konnte Jeff Green diesen Erwartungen leider nie gerecht werden. Regelmäßig dominierten ihn die gegnerischen Forwards, unabhängig davon, wieviel Energie und Einsatz er ihnen entgegenwarf. Er zeigte auch nie irgendeine Form von Verdruss, obwohl sich jeder vorstellen kann, wie anstrengend die Arbeit in der Zone für einen gelernten Small Forward sein muss.  Greens Arbeitseinstellung war insoweit vorbildlich. In Anbetracht der fast vier Jahre kann man Coach Scott Brooks oder Sam Presti sicherlich keine fehlende Geduld vorwerfen. Sie versuchten es, leider funktionierte es nicht so wie gedacht, also war der Zeitpunkt gekommen, Dinge zu ändern, gerade auch wenn ein Kaliber wie Kendrick Perkins auf dem Markt ist. Die Chance musste man nutzen. Sam Presti betonte jedenfalls gestern noch einmal, wie schwierig ihm die Entscheidung fiel, Green traden zu müssen: “Jeff Green ist wie mein eigner Sohn.  Ich liebe diesen Jungen. Das ist die mit Abstand schwierigste Entscheidung, die ich treffen musste, seitdem ich diesen Job [als General Manager] begonnen habe.”

Und es war nicht einzige Entscheidung, die er gestern getroffen hat. In einem zweiten Deal mit den Charlotte Bobcats verpflichtete Presti noch Center Nazr Mohammed. Im Gegenzug bekamen die Bobcats den auslaufenden Vertrag von Morris Peterson sowie DJ White. Perkins, Mohammed und Robinson also in  OKC. Green, Krstic und der Erstrundenpicks der Clippers zu den Celtcis sowie Peterson und White zu den Bobcats. Welche Auswirkungen haben diese Wechsel auf die Gegenwart und Zukunft der Thunder?

Die Gegenwart

Widmen wir uns der Gegenwart, gemeint ist damit die restliche Saison. Serge Ibaka rückt für Jeff Green in die Starting Five der Thunder. Dass das funktioniert, konnten die Thunder bereits während der Verletzung von Jeff Green zu Anfang der Saison zeigen, als sie von acht Spielen sieben gewannen. Ibaka ist im Gegensatz zu Jeff Green ein klassischer Power Foward mit sehr gutem Blocking-Skill. Defensiv kann er aufgrund seiner Athletik im Post sehr viel besser dagegen halten. Seine Foulprobleme sind im Vergleich zur letzten Saison weniger geworden. Außerdem ist er der sehr viel bessere Rebounder. Die Defensive wird durch den Wechsel auf der 4 also gestärkt, doch was passiert in der Offensive?  Ist Jeff Green nicht viel besser als Ibaka geeignet, für einen explosiven Point Guard wie Russell Westbrook Räume zu schaffen? Dieser Einwand überzeugt in Bezug auf Serge Ibaka nicht wirklich, riskiert man einen näheren Blick auf die Quoten beider Spieler.

Name10-15 ft16-23 ft3er
FG%FG%FG%
Jeff Green22,20%39,00%30,40%
Serge Ibaka32,10%44,00%0,0

Shot Location Vergleich zwischen Jeff Green und Serge Ibaka (Daten von Hoopdata.com)

Somit ist erwiesen, dass Ibaka aus der Mitteldistanz deutlich treffsicherer als Jeff Green ist. Zwar hat Ibaka keinen Dreipunktewurf, doch wird Greens schlechte Dreierquote von gerade mal 30,4% beim Gegner sicherlich keine  Angst oder Schrecken verbreiten. Wenn Ibaka an seinem Wurf weiter so arbeitet wie bisher, wird er möglicherweise bald zu den besseren Schützen auf seiner Positition gehören. Des Weiteren hatte Green den Hang zu viel von außen zu werfen (die fast vier Dreipunktwurfversuche pro Begegnung belegen das gut), obwohl er dies offensichtlich nicht ausreichend beherrscht. Serge Ibaka wird in Sachen Spacing also nicht das Problem sein.

Der Abschied von Krstic hat diesbezüglich vielleicht den größeren Einfluss, denn Perkins schafft mit seinen mangelnden Wurffähigkeiten sicherlich keinen Raum und das könnte Westbrook sehr wohl behindern. Wenn mit Thabo Sefolosha auf dem Flügel ein weiterer Spieler einige Minuten abgreift, der in der Offensive keine Gefahr, gerade von außen, ausstrahlt, könnte das zum Problem werden. Vielleicht sollte Coach Brooks überlegen, James Harden von nun an in die Starting Five zu stellen. Das schwächt zwar die Bank, jedoch wäre eine Lineup Westbrook/Harden/Durant/Ibaka/Perkins ausgeglichener besetzt als mit Thabo.

Ein weiteres Problem ist, dass Perkins momentan immer noch verletzt ist und noch ein paar weitere Spiele ausfällt. Und überhaupt ist es fraglich, ob er nach seiner schweren Knieverletzung wieder an alte Zeite anknüpfen kann. Sieben Punkte und acht Rebounds in durchschnittlich 26 Minuten Spielzeit lesen sich zwar nicht schlecht, jedoch absolvierte er in dieser Saison auch erst 12 Partien. Dass er im fitten Zustand eine große Bereicherung für die Thunder ist, darüber braucht man wohl keine großartigen Worte verlieren. Sam Presti ist jedenfalls sehr optimistisch in Bezug auf den Gesundheitszustand von Perkins: “Er ist in Ordnung. Wir haben uns alle medizinischen Berichte angeschaut. Er wird wohl ein paar Spiele ausfallen und wir werden vorsichtig mit ihm umgehen.”

Bis Perkins wieder fit ist, wird die zweite Neuverpflichtung im Frontcourt, Nazr Mohammed, eine zentrale Rolle spielen (müssen). Mohammed ist ein Veteran, bald 34 Jahre alt, und ein solider, durchschnittlicher Center. Bei den Spurs gewann er 2004/2005 den Titel, nicht als Bankwärmer, sondern als Rollenspieler, der in den Playoffs vorzeigbare 7/7 in  durchschnittlich 23 Minuten brachte. Er ist ein guter Rebounder und hat einen soliden Mitteldistanzwurf. Da Presti für ihn nur Peterson und White opfern musste, die beide keine Rolle in OKC spielten, könnte man seine Verpflichtung als echten Steal einordnen.

Kommen wir zur letzten Verpflichtung der Thunder zur Deadline: Nate Robinson. Der mehrmalige Slam Dunk Champion wird in Oklahoma City wahrscheinlich keine große Rolle spielen, war nur “Beiwerk” zum Trade. Die Minuten auf der 1 sind mit Westbrook und Maynor verteilt. Als Scorer-Spezialist wird Robinson wohl nur in ganz speziellen Situationen eingesetzt werden, wenn sein Scoring mal dringend benötigt wird. Prognose: Er wird spätestens in den Playoffs keine wirkliche Rolle spielen.

Was kann man von den Thunder diese Saison noch erwarten? Wenn Perkins wieder fit ist, sicherlich mehr als vor dem Trade, denn jetzt hat man gegen die starken Froncourts im Westen eine Waffe. Mit Perkins anstatt Green hätte man die Lakers letztes Jahr in den Playoffs möglicherweise ausgeschaltet. Doch zunächst müssen sich die Thunder einspielen, das geht höchstwahrscheinlich auf Kosten der Bilanz. Aufgrund des Vorsprung vor Platz 5 sollten die Thunder jedoch in der Lage sein, Platz 4  und damit den Heimvorteil in der ersten Runde trotz der ein oder anderen zusätzlichen Niederlage zu verteidigen. Voraussetzung für mehr als ein Erreichen der zweiten Runde ist eine Umstellung von Westbrooks Spiel. In dieser Hinsicht ist insbesondere Coach Brooks gefordert, denn es liegt auch an ihm, Westbrook in die Lage zu vesetzen, mit diesem Team seine bestmögliche Leistung zu bringen. Falls Westbrook mit der neuen Konstellation deutlich mehr Probleme bekommt als man momentan vielleicht erwartet, könnte auch das Saisonziel, die zweite Runde zu erreichen, in Gefahr sein. Die Thunder wollen mit diesen Deal angreifen, das steht außer Frage. Das erhöht nicht nur den Druck auf den Spieler, sondern auch auf den Trainer.

Die Zukunft

Gerade im Hinblick auf die Zukunft ist der Deal möglicherweise besser als man im ersten Moment denken mag. Jeff Greens Vertrag lief aus, letzten Sommer scheiterte eine Vertragsverlängerung. Es war zweifelhaft, ob sie sich in der kommenden Offseason doch noch einigen würden. Der Vertrag von Perkins läuft zwar ebenso aus, doch ist es nachvollziehbar, dass die Thunder eher geneigt sind, einen defensivstarken Center, der die Mismatch-Probleme löst, acht Millionen pro Jahr zu bezahlen als einem Comboforward wie Jeff Green. Die Thunder sind in der guten Situation, dass sie  nun einfach abwarten können, wie Perkins sich in den restlichen Monaten anstellt. Außerdem ist Perkins auch erst 26 Jahre alt, womit er gut in die Altersstruktur der Thunder passen würde. Krstics Vertrag lief aus und auch hier war es fraglich, ob man ihn überhaupt verlängern würde. Den Pick der Clippers aufzugeben, ist vielleicht auf dem ersten Blick schmerzlich, jedoch letztendlich zu verschmerzen. Denn dieser war für mehrere Jahre Top 10 geschützt, was bedeutet, dass man ihn nur erhalten hätte, wenn die Clippers an Position 11 oder schlechter wählen dürfen. Robinsons Vertrag läuft zwar noch nächstes Jahr, doch ist sein Gehalt nicht sonderlich hoch (4.5 Millionen). Die Thunder werden in der Offseason weiterhin zweistelligen Capspace haben, womit sie dann eine Vertragsverlängerung von Perkins anstreben oder einen ganz anderen Kandidaten ins Auge fassen können. Mithin geht das Risiko für die weitere Zukunftsplanung der Thunder mit diesem Trade gegen Null.

Also ein Trade, der die gegenwärtigen Erfolgschancen stärkt, die zukünftigen jedoch nicht verringert. Geriner Einsatz – hoher Gewinn?

Aus der Sicht der Boston Celtics

Wenn man einen beliebigen NBA-Fan vor einer Woche gefragt hätte, was denn mit die größte Stärke der Boston Celtics sei, hätten nicht wenige den Frontcourt genannt. Jermaine O’Neal fällt die Saison zwar wahrscheinlich komplett aus, doch auch der Rest um Shaq, Garnett, Davis oder Perkins verbreitete bei den Anhängern des Gegners meist Angst und Schrecken, weil sie flexibel auf jedwede Situation reagieren konnten. Doch plötzlich ist aus einer unglaublichen Stärke, die Dichte an Qualität und Verschiedenheit der Fähigkeiten, möglicherweise eine Schwäche geworden. Perkins nach Oklahoma City, Centertalent Semih Erden ist mit Forward Luke Harangody für einen Zweitrundenpick nach Cleveland verschifft worden. Von nun an bilden nur noch Shaq und Krstic (sowie möglicherweise ein Garnett “out of position”) die Centerrotation. Das Alles, um mit Jeff Green die Bank auf dem Flügel zu stärken. Für Green schließt sich jedenfalls sozusagen der Kreis, denn nach fast vier Jahren kehrt er zu der Franchise zurück, die ihn damals  gedraftet und ihn im Anschluss nach Seattle getradet hat (für Ray Allen). Doch welche Auswirkungen hat dieser Trade auf die Gegenwart, also die Erfolgsaussichten der laufenden Saison? Stehen die Celtics mit Blick auf die Zukunft besser da? Der Versuch einer Analyse:

Die Gegenwart

Photo: Yzukerman (Lizenz)

Coach Doc Rivers versuchte gestern die Gründe für den Trade zu erläutern: “Wir benötigten diesen Flügelspieler [Small Forward/Power Forward Typ]. […] dies gibt uns die Möglichkeit – wie im Jahr, als wir den Titel holten – zeitweise Smallball mit Green auf der 4 und Kevin [Garnett] auf der 5 zu spielen, während Paul [Pierce] und Ray [Allen] das Feld  [mit ihrem Wurf] breit machen. Wir hatten immer versucht, eine solche Lineup zu kreieren, seitdem Posey uns verließ. Die Leute vergessen, wie häufig wir so damals in den Playoff agiert haben, nämlich in jedem vierten Viertel. Wir hatten keine Möglichkeit, dies zu wiederholen, was auch Rondo behinderte.

Wenn man es so sieht, ist die Verpflichtung von Jeff Green nachvollziehbar. Die Celtics waren seit Poseys Abgang schlecht auf dem Flügel besetzt. Green könnte diese Lücke wieder schließen, auch wenn man einwenden könnte, dass er er keineswegs so gute Wurffähigkeiten wie besagter Posey hat. Außerdem muss sich Jeff Green defensiv gegen die starken 3er erstmal beweisen, denn in Oklahoma City sah er meist nur Zeit auf der Position des Power Forwards. Wenn wir uns jedoch an den Draft 2007 zurückerinnern, wurde Green damals großes Potenzial in der Verteidigung nachgesagt. Es ist möglicherweise gar nicht so unwahrscheinlich, dass er bei den Celtics aufblühen kann, wenn er nicht wie in OKC zwingend eine dritte Option sein muss. Doc Rivers wird jedenfalls ermöglicht, sehr flexibel die Guard- und Forwardpositionen zu besetzen. Pierce auf die 2 mit Green auf der 3 oder die besagte Smallballvariante mit Garnett auf der 5, die der Coach der Celtics schon ins Spiel gebracht hat. Möglicherweise ist der Deal auch im Hinblick auf ein mögliches (vielleicht auch wahrscheinliches) Aufeinandertreffen mit den Miami Heat zu sehen, denn theoretisch zählt Jeff Green zu den Spielern, die James ein wenig ärgern können.

Andererseits gibt man dafür den eigenen Vorteil unterm Korb auf, beziehungsweise schwächt ihn zumindest durch Perkins Abgang.  Krstic hat zwar einen soliden Mitteldistanzwurf und passt damit gut neben Rondo, jedoch kann er  im Gegensatz zu Kendrick Perkins gegen einen Dwight Howard nicht ansatzweise dagegen halten. Jetzt muss es der Diesel richten, das sieht auch Doc Rivers so: “Shaq ist die Schlüsselkomponente für diesen Trade. Wir brauchen Shaq gesund  und Shaq wird gesund sein. Falls Shaq großartig spielt, würde der Trade wirklich gut für uns ein. Das hängt von Shaq ab. Wir müssen Shaq in guter Form  […] und gesund bekommen. Er wird für uns wahrhaftig wichtig werden in den Playoffs.

Wenn man zwischen den Zeilen liest, geht aus diesen Aussagen deutlich hervor, dass die Celtics von nun an im höchsten Maße von Shaq abhängig sind. Abhängig von den Leistungen eines 38-jährigen Altstars, dessen Gesundheits- und Fitnesszustand in den letzten Jahren regelmäßig fraglich war. Unabhängig davon, wie gut Jeff Green ins System der Celtics passt. Hier darf dann die Frage erlaubt sein, ob die Celtics nicht zu hoch pokern.

Möglicherweise erscheint der Deal besser, wenn man die anderen kleinen Transaktionen in die Bewertung einschließt. Marquis Daniels hat auf seine No-Trade-Klausel verzichtet und wurde für Cash zu den Sacramento Kings getradet. Erden und Harangody verließen – wie gesagt – die Celtics in Richtung Cleveland. Das schuf ein paar freie Rosterplätze für die Celtics. Ainges Plan ist es wohl (“unser Team ist noch nicht komplett”), sich die Dienste von  dem ein oder anderen Spieler zu sichern, die bald entlassen werden. Erste Gerüchte um Troy Murphy, Dan Gadzuric oder Jason Kapono kamen heute bereits auf. Wie wertvoll diese Spieler für die Celtics wären, sei mal dahingestellt. Die Celtics sind auf der 4 toll besetzt, mithin würde Murphy wenig bringen. Center Gadzuric erhöht die Chancen, den Titel zu holen, auch nicht unbedingt. Und Kapono ist ein Scharfschütze, der bei den Sixers keine Spielzeit sieht. Es wird keine Kandidaten geben, die die Abhängigkeit an Shaqs Leistungsvermögen mehr als marginal ändern könnten. Das Risiko bleibt wohl bestehen.   Ein hoher Einsatz mit fraglichen  kurzfristigen Gewinnchancen.

Die Zukunft

Einer der Gründe, warum Danny Ainge den Deal durchgewunken hat, sind sicherlich die verbesserten Zukunftsaussichten. Jeff Green ist nach der Saison Restricted Free Agent, doch ist er auch erst 24 Jahre alt. Vielleicht gelingt es Danny Ainge mit Jeff Green eher eine Vertragsverlängerung herbeizuführen als mit Kendrick Perkins. Mit Perkins scheiterten die Verhandlungen vor kurzer Zeit, als er ein Vertrag in Höhe von 22 Millionen über vier Jahre ablehnte. Dass dieses Scheitern auch ein Grund für den Trade war, lässt sich wohl kaum bestreiten. Perkins wäre im Sommer wohl weg gewesen. Falls Green auch nicht bleibt, hat sich die Situation der Celtics zumindest nicht verschlechtert. Ganz im Gegenteil, so bekamen sie ja noch einen geschützten Erstrundenpick der Clippers (ab 2012). Der Vertrag von Robinson verschwindet auch von der Gehaltsliste, so dass man ihm nächstes Jahr nicht die 4.5 Millionen überweisen muss (Krstics Vertrag läuft aus). Der Green-Perkins-Trade ist somit aus Zukunftssicht keine schlechte Lösung gewesen. Schade ist, dass man sich dazu entschied, Centertalent Semih Erden abzugeben.  Für zwei zusätzliche Kaderplätze, die auch nur mit Ergänzungsspielern aufgefüllt werden,  ein Talent zu opfern, ist aus Zukunftssicht keine gute Entscheidung, auch wenn man einen Zweitrundenpick der Cavaliers erhielt. Nun hat man mit den beiden O’Neals zwei alte Spieler auf der 5. Welcher Buyout-Kandidat soll besser als Semih Erden sein?

Alles in allem kann man die Moves in Hinblick auf die Zukunft positiv bewerten. Jedoch nicht so positiv, als dass es die oben geschilderte Abhängigkeit gerechtfertigt würde. Wenn Shaq klasse spielt, hat Ainge alles richtig gemacht. Falls eine Verletzung von Shaq dazwischenkommt oder es den Celtics nicht gelingt, ihn in Form zu bekommen, muss sich das Frontoffice der Celtics sicherlich einige Kritik gefallen lassen.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

1 comment

  1. Fabian Thewes

    |Author

    Kleiner Nachtrag von meiner Seite. Die Celtics sind momentan schlecht drauf (1-3 in den letzten vier Spielen) und wie machen sich bisher die beiden Neuzugänge, Krstic und Green?

    Wie zu erwarten war passt Nenad Krstic mit seinen Wurf und seinen sonstigen Offensivspiel gut in die Starting-5 der Celtics, legt 13/7 bei 55% FGs in durchschnittlich 27 min auf. Bei Green sind es noch bescheidene 10/2 in 23 Minuten. Da haben sich die Celtics sicherlich mehr erhofft. Oder was meint ihr?

Schreibe einen Kommentar