New Orleans Pelicans, Video

Anthony Davis’ offensive Entwicklung

Warum Davis offensiv auf dem Weg zum Superstar ist.

Anthony Davis ist gut. Wirklich gut. Das sollte größtenteils bekannt sein. Was er in dieser Saison offensiv jedoch zeigt, lässt vermuten, dass er endlich wie ein Superstar das Spiel dominieren kann. 

Seit seinem Draft als No. 1-Pick wird Davis nachgesagt, dass er das Potenzial besitzt, ein Superstar in dieser Liga zu werden. Als einziger Spieler bekam er in unseren Draft Powerrankings bisher das Label “Superstar” zugewiesen – die Rankings gibt es seit 2011. 


Während Davis sich in den Vorjahren offensiv verbesserte, blieb er dennoch den Beweis schuldig, sein Team tragen zu können. Seine vielen Punkte bei teils herausragender Effizienz waren zumeist dem Fakt geschuldet, dass Davis ein hochprozentiger Wurf vorbereitet werden musste.

Auch wenn sich oberflächlich im Vergleich zum Vorjahr wenig an seinem Spiel verändert hat (Davis nutzt dieselben Abschlüsse wie im Vorjahr und scort genau so effizient wie 2015/16, wenn auch starke fünf Punkte mehr!), ist die Entwicklung Davis’ in der laufenden Spielzeit die größte in seiner Karriere. 

“I watch LeBron [James], Steph [Curry], all those guys make their teammates better. They find them. Even Draymond [Green]. He plays the same position and does the same thing, and he’s able to find his teammates in a way that I can’t right now. That’s definitely what I want to get better at.” – Anthony Davis

Davis schickt sich an, ein weit kompletterer Spieler zu werden, als er es war. Gleich in zwei wegweisenden Dimensionen hat sich der Pelican signifikant verbessert: beim Ballhandling und Dribbling allgemein, aber vor allem in Isolations; dazu kommt ein weit besseres Passing und Decision Making aus dem Post heraus. Dies sind beides Facetten, die ihn zu einem noch zentraleren Punkt in der Offensive machen, weil er zum einen seine Punkte zuverlässiger sich selbst erarbeiten und zum anderen seine Mitspieler aus dem Doppeln weit besser finden und damit für andere kreieren kann.

“Obviously, I think our game plan is to try to get out and run either way, but with Anthony out there, the difference is, at the 5, nobody can guard him. They can’t guard him at 4. At the 5, it’s definitely a lot tougher.” – Jrue Holiday

Davis ist damit nicht mehr so abhängig von einem guten Playmaker, obwohl er mit Jrue Holiday natürlich noch besser funktioniert. Holiday ist einer von wenigen Spielern im Team der Pelicans, die sowohl im letzten als auch in diesem Jahr ein positives NetRating aufweisen. 

Zudem hat Coach Alvin Gentry endlich erkannt, dass Davis in der modernen NBA auf den Centerspot gehört und eröffnet damit den Pelicans ganz neue Möglichkeiten.

“What he’s done, he wants to be the best player, so he continues to work and try to add things to his game.” – Alvin Gentry

Die Entwicklung Davis’ ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Gerade sein Spot-Up-Wurf  und seine vor dem Draft so gelobte Defense sind der Grund dafür, warum die Pelicans nicht noch besser sind.

  •  
  • 6
  •  
  •  
  •  
  •  

10 comments

  1. Simon

    Spannende Ananlyse :tup: Danke für die Zusammenstellung, die Szenen machen die Entwicklung deutlich sichtbar.

    Diese Entwicklung ist wirklich beeindruckend, einige der Ausschnitte sehen schon unfassbar gut aus für einen Center (der Spin Move an der Baseline :shock: ). Die Pässe aus dem Doppelteam können natürlich auch eine Waffe sein. Und das verbesserte Ballhandling macht vieles einfacher für Davis. Die Anzahl seiner Drives hat sich auch nahezu verdreifacht, von 1,4 pro Spiel 2015/16 auf 3,6 pro Spiel in dieser Saison. Letzte Saison ging 57% seiner Würfe kein Dribbling voraus, jetzt sind es nur noch 46%. Bei 25% der Würfe sind es inzwischen 2 oder mehr Dribblings (2015/16: 15%). Das sind schon sehr deutliche Unterschiede.

  2. Avatar

    lemanu

    die fähigkeit zu klügeren und kreativen und dennoch zielführenden drives öffnet das ganze feld für ihn.
    die verteidiger können ihn heute nicht mehr so leicht physisch unter druck setzen weil er dann viel besser (mit stark verbesserter fußarbeit) eine öffnung findet um sich zu befreien.

    mit dieser kleinen öffnung und dem merklichen unterschied, dass er sich nicht mehr voll auf den einzelnen move konzentrieren muss, sondern das feld und die mitspieler mehr im blick behalten und dann per pass bedienen kann ist er soviel wertvoller für sein team und so viel schwerer zu verteidigen.

    in einigen szenen sieht man das wirklich hervorragend gute analyse!

    ein bigman der kein roleplayer sein soll muss heute einfach plays machen können und zwar nicht nur für sich sondern auch per pass. das AD das nun hinkriegt macht ihn endgültig zu einem MVP Kandidaten.

  3. Dennis Spillmann

    |Author

    Danke für eure Rückmeldung! Das spornt an, weiteres Material zu produzieren. :tup:

  4. Avatar

    MJGreenwood

    Super Analyse!

    Was man auch besonders gut sieht, ist dass er das Doppeln eher liest und quasi den Ball rechtzeitig zum offenen Mann passt. In den Ausschnitten aus 15/16 lässt er sich noch weitaus einfacher zustellen, bevor der gefährliche Pass kommen kann.

    Große Schritte von AD!

  5. Avatar

    lemanu

    wie wichtig das lesen von doppelteams und das passspiel für bigman ist ist mir auch letztens bei dem spiel MIN @ DEN am 28.12., dass ich auch als watch empfehlung gepostet habe, aufgefallen.

    KAT wurde da ziemlich konsequent gedoppelt konnte das aber mit sehr soliden und sauberen outlet pässen bestrafen indem häufig direkt oder über nur einen weiteren pass ein freier mitspieler gefunden wurde (die nuggets haben sich da auch nicht sehr geschickt angestellt muss man auch sagen)

    Jokic hingegen wurde kaum gedoppelt hat aber trotzdem eine unfassbare show als pointcenter aufgezogen! wie va harris aber auch mudiay sich mit guten cuts immer wieder angeboten haben weil sie wussten dass jokic sie auch dann auch findet! fantastischer basketball.

    das war etwas was davis vor 1-2 jahren noch gar nicht gezeigt hat. da hat man häufig den eindruck gehabt er entschließt sich jetzt diesen oder jenen move anzusetzten, nimmt den kopf runter und zieht es dann durch egal wieviele verteidiger kollabieren. das ist schon sehr viel besser heute.
    auf das level von jokic wird er nie kommen dass muss er auch nicht aber die situation zu lesen, das spacing der verteidiger, das doppelteam zu sehen und den richtigen (und sauberen!) outlet pass zu spielen hat er mittlerweile drauf.

  6. Simon

    Allerdings muss man sagen, dass sich diese Entwicklung bisher noch nicht in seiner Assist- und Turnover-Percentage widerspiegelt. Woran liegt das (klar, Pässe aus dem Doppelteam sind natürlich häufig keine direkten, sondern “Hockey”-Assists)? Sind das bis jetzt eher nur einzelne Situationen, in denen diese Pass-Fähigkeiten aufblitzen?

    Edit: Ok, seine “Secondary AST” (von 0,3 auf 0,7 pro Spiel) und “Potential AST” (von 3,9 auf 4,3 pro Spiel) sind im Vergleich zu 2015/16 auch etwas angestiegen.

    Die 0,7 scheinen auch ein ziemlich guter Wert zu sein. Bei Spielern ab 6’10 ist das ligaweit Platz 5 (gleichauf mit Cousins und Towns) hinter Antetokounmpo, Horford, Gasol und Pachulia (der liefert das allerdings in viel weniger Spielzeit, aber natürlich auch mit den besten Schützen um sich herum).

    Bei den potentiellen Assists ist der Abstand zu den besten Passspielern unter den Big Men wie Horford, Gasol, Griffin, Cousins, Jokic oder auch Plumlee allerdings deutlich größer.

  7. Dennis Spillmann

    |Author

    Das habe ich im Video doch erklärt und gezeigt: Seine Mitspieler können seine Pässe nicht verwerten. Assists sagen viel zu wenig übers Passing/Decision Making aus.

  8. Simon

    Das habe ich im Video doch erklärt und gezeigt: Seine Mitspieler können seine Pässe nicht verwerten. Assists sagen viel zu wenig übers Passing/Decision Making aus.

    Klar, das stimmt natürlich. Aber auch die potentiellen Assists sind ja gegenüber 2015/16 kaum angestiegen.

  9. Dennis Spillmann

    |Author

    Das habe ich im Video doch erklärt und gezeigt: Seine Mitspieler können seine Pässe nicht verwerten. Assists sagen viel zu wenig übers Passing/Decision Making aus.

    Klar, das stimmt natürlich. Aber auch die potentiellen Assists sind ja gegenüber 2015/16 kaum angestiegen.

    Die Entwicklung ist auch noch nicht abgeschlossen und braucht weitere Erfahrung. Davis hat im letzten Jahr aus dem Post-Up 60 Mal gepasst – in der gesamten Saison. Stand heute sind es bereits 51 mal.
    Dadurch eröffnen sich einfach viel mehr Möglichkeiten – im letzten Jahr hat Davis richtig schlecht aus dem Post agiert (0,8 generierte Punkte pro Possession, unteres Drittel der NBA), in diesem ist es durchschnittlich (0,93 generierte Punkte; leicht überm Schnitt (obere 43%)). Diese Option ist sehr wichtig für Davis und die Pelicans. Ein guter Post-Spieler kann weiterhin helfen – vor allem mit der Fußarbeit und dem Auge. Aber auch dahin muss er kommen. Es ist in dieser Saison aber immerhin besser als bei klassischem “Post-Centern” wie Howard, Drummond oder Whiteside.

  10. Simon

    Super, danke für die Erklärung!

    Die Anzahl der Pässe aus dem Post ist ja dann doch sehr deutlich gestiegen und wirkt sich anscheinend schon jetzt auf die Effizienz aus. Auf jeden Fall schön zu sehen, dass Davis sich immer weiter verbessert. Ich sollte mir bei Gelegenheit mal wieder ein paar Pelicans-Spiele angucken…


Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben