Orlando Magic

Der Ibaka-Oladipo-Trade aus der Sicht der Magic

Von hohem Risiko und dem großen Wunsch, in die Playoffs einzuziehen

In der Nacht auf den vergangenen Freitag gab es auf der Homepage der Orlando Magic einen Livestream, der das Geschehen im sogenannten Draft War Room der Franchise aus Florida übertrug. General Manager Rob Hennigan sowie seine engsten Mitarbeiter Matt Lloyd und Scott Perry telefonierten immer wieder, verließen gemeinsam den Raum und tauschten sich fortlaufend aus. Kurz nachdem Adrian Wojnarowski auf seinem Twitter-Account, noch bevor die Toronto Raptors an neunter Stelle den Östereicher Jakob Pöltl zogen, bekannt gab, dass die Milwaukee Bucks sich für Big Man Thon Maker entschieden haben, verließ Rob Hennigan erneut telefonierend den War Room. Perry und Lloyd folgten ihm und als die drei Protagonisten den Raum wenige Sekunden später erneut betraten, berichtete Hennigan über den Inhalt des Gesprächs. Bei allen im Raum anwesenden Mitarbeitern brach Jubel aus, man fiel sich in die Arme und klatschte sich ab. Neben dem General Manager wirkte besonders eine anwesende Person sehr zufrieden – Frank Vogel, der neue Coach der Orlando Magic.

Was war passiert? Die Orlando Magic freuten sich nicht etwa, dass sie ihren Wunschspieler in der Draft bekommen würden, sondern man einigte sich mit den Oklahoma Thunder auf einen Trade. Diese erhielten Victor Oladipo, Ersan Ilyasova und die Rechte an Rookie Domantas Sabonis, welchen man im weiteren Verlauf mit dem elften Pick ziehen sollte. Im Gegenzug erhalten die Orlando Magic Big Man Serge Ibaka von den Thunder.

Bis zum heutigen Tag ist man sich sowohl in den Reihen der Basketball-Fans in den Sozialen Medien, als auch in der Presse uneinig, wer der Gewinner dieses Trades ist. Können die Orlando Magic mit Serge Ibaka in der kommenden Saison die Playoffs erreichen? War es richtig den vermeintlich besten Spieler der vergangenen Saison dafür zu opfern?

Die Situation vor der Draft

Man hat im Gegensatz zur Vorsaison in der Spielzeit 2015/2016 zwar einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht (35 Siege, im Vorjahr waren es nur 25; Simple Rating System -1.68, davor schloss man mit -5.87 Punkten ab), trotzdem wirkte das mit jungen Spielern bestückte Team der Magic noch unrund. Der Starting Backcort, bestehend aus Elfrid Payton und Victor Oladipo bot zu wenig Spacing und der Frontcourt, angeführt von Center Nikola Vucevic, zu wenig (Interior-)Defense.

GTG_MagicEntwicklung

Schon nach dem Trade von Tobias Harris während der Trade Deadline im Februar, aber spätestens durch die Verpflichtung von Coach Frank Vogel war klar, wohin der Weg der Orlando Magic in der kommenden Saison gehen soll – das Ziel ist das Erreichen der Playoffs.

Aus diesen Gründen ging man nicht nur in unserer Redaktion (Draft Team Needs von Julian Lage, 3-on-1 zur Zukunft der Magic) davon aus, dass die Orlando Magic eher keinen weiteren jungen Spieler benötigen und daher sehr wahrscheinlich war, dass sie ihren Pick traden werden, um einen Veteranen zu erhalten. Auch bei Ersan Ilyasova war aufgrund seiner vertraglichen Situation (nur 400.000 USD garantiert für die Spielzeit 2016/17) eine gemeinsame Zukunft sehr unwahrscheinlich, da man in Orlando ziemlich offensichtlich in dieser Offseason mit Cap Space arbeiten möchte, um möglichst starke Free Agents nach Florida zu holen.

Victor Oladipo und der überraschende Abschied 

So vorhersehbar ein Trade des Erstrundenpicks und der Abgang von Ersan Ilyasova war, so überraschend kam der Abschied von Victor Oladipo. Der Combo-Guard, der in der Draft 2013 als zweiter Pick von den Indiana Hoosiers zu den Orlando Magic kam, hat (gerade in der zweiten Hälfte der Saison) einen großen Schritt nach vorne gemacht. Sowohl defensiv, wo er bis zur vergangenen Saison zwar dafür bekannt war, dass er Ballhandler effektiv verteidigen kann, aber große Probleme bei der Defense abseits des Balls hat, als auch offensiv entwickelte Oladipo sein Spiel deutlich weiter. Gerade im Zeitraum ab Februar trumpfte er hierbei groß auf.

So traf er in diesem Zeitraum knapp 40 Prozent seiner Dreier (42 Prozent im Catch and Shoot) und erreichte ein Offensive Rating von 111 (Karrierewert: 100). Mit ihm auf dem Court war man ab Februar 5.7 Punkte besser als man in den Phasen, in denen er auf der Bank Platz nahm agierte. Wenig überraschend stieg Victor Oladipo in der zweiten Hälfte der Spielzeit 2015/16 dann auch im RPM von ESPN. Während er Ende Januar noch mit einem Gesamtwert von 1.04 an zwölfter Stelle bei den Shooting Guards stand, schloss er die Saison im weiteren Verlauf mit einem Wert von 2.59 (Offensiv: 1.80, Defensiv: 0.79 ) ab. Damit war er laut dieser Metrik auf seiner Position der Spieler mit dem sechshöchstem Impact; dies entspricht Platz vier bei den Spielern mit über 30 Minuten Einsatzzeit. Sein letztjähriger Assistant Coach, Adrian Griffin, sagte zum Ende der vergangenen Saison in einem Interview vor einem Heimspiel der Magic, dass er eine solche Gesamtentwicklung in seiner Laufbahn als Coach bisher nur bei Jimmy Butler erlebt hat, welchen er in seiner Zeit bei den Chicago Bulls trainierte.

Auch wenn bei Victor Oladipo in der Entwicklung durchaus einige Parallelen zur dritten Saison von Jimmy Butler zu erkennen sind, ist natürlich fraglich, ob er sich zu einem ähnlichen Spieler entwickeln kann – eines ist jedoch eindeutig: Einen Spieler wie ihn tradet man nur sehr ungerne, gerade wenn er noch einen Rookie-Vertrag besitzt und man somit als Franchise einen erhöhten Einfluss auf seinen nächsten Vertrag hat (als Restricted Free Agent kann das bisherige Team mit einem potentiellen Angebot einer anderer Franchise „mitziehen“ / matchen und den Spieler somit weiterhin an sich binden).

Passt Ibaka zum Team der Magic?

Ein Kritikpunkt an Oladipo war häufig, dass er nie über einen längeren Zeitpunkt den Dreier hochprozentig traf und er somit nicht zum Primären Ballhandler der Magic, Elfrid Payton, passt. Vielleicht war dies der Hauptgrund warum man sich während der Draft dafür entschied, einen Spieler nach Orlando zu holen, welcher vom Fit her deutlich besser zum vorhandenen Stamm passt. Mit Serge Ibaka holte man einen Spieler der – gerade defensiv – ein sehr seltenes Skillset mitbringt. Er beschützt den Korb (Karrierewert 3.6 Blocks per 36 Minuten), wirk sich positiv auf das Teamrebounding seines Teams aus und ist zusätzlich einer der wenigen Bigmen der NBA, die kaum Probleme damit haben einem schnellen Ballhandler zu folgen, wenn man ihn im Pick and Roll auf diesen switcht. Offensiv agiert er mit einem Karrierewert von 35.5 Prozent getroffenen Dreipunktversuchen sowohl als sogenannter Strech-4, der das Spiel breit macht, als auch direkt am Korb bei Layups und Abschlüssen per Dunk effektiv.

Gerade defensiv scheint der Fit neben Nikola Vucevic, der in den vergangenen vier Jahren für die Orlando Magic auf der Fünf startete, als optimaler Fit, da die größte Unzulänglichkeit in seinem Spiel, seit seiner Ankunft in der NBA, das Beschützen des Korbes ist. Exemplarisch hierfür ist, dass wenn der Center aus Montenegro direkt am Korb verteidigte, der Gegner 52.5 Prozent der Versuche erfolgreich gestalten könnte. Er wies somit in dieser Kategorie den schlechtesten Wert aller Bigmen der Magic auf und findet sich im Ligavergleich im unteren Drittel wieder. Mit Serge Ibaka an seiner Seite könnte man diese offensichtliche Schwäche von Vucevic kaschieren. Eine weitere Variante wäre die Paarung mit Combo-Forward Aaron Gordon, der ähnlich wie Ibaka defensiv mit schnellen Ballhandlern mithalten kann und eine vielversprechende Kombination mit Ibaka, gerade in der Pick and Roll–Defense, wäre. Durch das in der vergangenen Saison deutlich verstärkte Ballhandling und den verbesserten Passfähigkeiten von Aaron Gordon, sind diese beiden Spieler somit neben Nikola Vucevic vorstellbar, aber auch auf den beiden großen Positionen. Diesen taktischen Vorteil führte auch Coach Frank Vogel in einer Pressekonferenz nach dem Trade an.

Vor der Free Agency, in der in jedem Fall noch externe Verpflichtungen der Magic zu erwarten sind, erscheint es aber müßig sich über mögliche Lineups Gedanken zu machen. Auf den ersten Blick lässt sich jedoch schon erahnen, dass Serge Ibaka einige Team-Needs der Magic erfüllt und somit gut zum vorhandenen, jungen Stamm passen sollte.

Einer der größten Kritikpunkte, die Rob Hennigan in den Tagen nach dem Trade vorgeworfen wurden, ist die Tatsache, dass der Vertrag von Serge Ibaka nur noch diese Saison gültig ist. Da er im Gegensatz zu Victor Oladipo aber im kommenden Sommer Unristricted Free Agent sein wird ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar, ob er über die folgende Saison hinaus in Orlando bleiben wird. Da man im Besitz seiner Bird-Rechte ist, werden die Magic dann zwar ein finanziell besseres Angebot machen können als jede andere Franchise, es besteht jedoch die Gefahr, dass sich Ibaka nach einem aus sportlichen Gesichtspunkten interessanteren Umfeld umschauen wird. Es hängt also viel vom Abschneiden der Orlando Magic in der kommenden Saison ab.

Ausblick auf die Free Agency

Wie schon erwähnt entschied man sich in Orlando Magic für die finanzielle Flexibilität in der am Freitag beginnenden Free Agency. Unter anderem durch die Trades von Tobias Harris und Channing Frye im Februar geht man mit nur sieben garantierten Verträgen in die Phase, in der man ab dem 01. Juli bis zum 06. Juli mit vertragslosen Spielern Gespräche führen darf (Moratorium), bevor man sie dann ab dem 07. Juli offiziell unter Vertrag nehmen kann.

Die Vertragssituation gestaltet sich aktuell wie folgt:

magic_salary2

(Update: Die Orlando Magic bieten Andrew Nicholson keine Qualifying Offer an und er wird somit Unrestricted Free Agent)

Die Orlando Magic wären also theoretisch in der Lage, einen Spieler mit der Erfahrung von bis zu sechs Jahren und einem weiteren Free Agent mit bis zu neun Jahren Ligazugehörigkeit mit einem Max-Vertrag auszustatten. Mit etwaigen Trades, in etwa von Shabazz Napier und / oder C.J. Watson, wäre man in der Lage, zwei Mal den “mittleren Max.-Vertrag” zu vergeben.

Spätestens nach dem Abgang von Victor Oladipo ist jedoch realistischer, dass man nicht auf die Rechte von Evan Fournier verzichten wird, dieser wäre somit Restricted Free Agent und man könnte jedes mögliche vom Spieler akzeptierte Angebot anderer Franchises matchen und ihn somit zu gleichen Bedingungen an die Magic binden. Das eben erwähnte Juli-Moratorium gibt den Orlando Magic somit die Möglichkeit, zwei Free Agents für insgesamt 46 Mio. USD  zu verpflichten, um danach mit Evan Fournier zu verlängern oder einen möglichen Offer Sheet einer anderen Franchise zu matchen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Franchises, in denen man in den vergangenen Tagen immer wieder von konkretem Interesse an bestimmten Spielern las, gibt es jedoch aktuell wenig Gerüchte wer zu Beginn der Free Agency am 01.07 um 00:01 Uhr von General Manager Rob Hennigan kontaktiert wird. Die Chancen, das man sich im Sommer mit zwei oder drei Spielern verstärken wird, die in der Lage sind einen positiven Impact zu generieren und somit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Magic in der kommenden Saison in die Playoffs einziehen, sind somit durchaus realistisch.

Fazit

Es fällt schwer ein Team, welches einen so seltenen und gefragten Spielertypen wie Ibaka verpflichtet, als Verlierer eines Trades zu bezeichnen. Spätestens durch die Zugabe des elften Picks im diesjährigen Draft wurde jedoch klar, dass die Orlando Magic sehr viel Value abgaben und somit aufgrund der Vertragsdauer von Ibaka ein immens großes Risiko gehen. Zum aktuellen Zeitpunkt kann man jedoch weder auf der einen, noch auf der anderen Seite von einem klaren Gewinner des Trades sprechen. Bei den Magic ist die große Frage, ob man mit diesem Trade die Wahrscheinlichkeit erhöht hat, in der kommenden Spielzeit in die Playoffs einzuziehen. Gelingt den Magic dieser erwünschte Schritt, hat man auf der sportlichen Seite alles richtig gemacht. Analog zu einer positiven sportlichen Entwicklung erhöhen sich in diesem Fall auch die Chancen einer langfristigen Zukunft Ibakas in Orlando. Da man alleine durch den Trade noch kein Team geworden ist, welches als sicherer Playoff-Kandidat angesehen werden kann, wird man also erst nach der Free Agency erahnen können, wohin der Weg der Magic in der kommenden Spielzeit führen wird.

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15 comments

  1. kdurant35

    Guter Artikel. Gerade die Einleitung sehr gut. Von Bildern und den Reaktionen aus dem War Room hatte ich noch nichts gehört. Zentrale Punkt ist für mich ebenfalls die FA. Nur wenn da noch etwas folgt kann der Trade vorrest als Erfolg gewertet werden. Denn ich sehe die höhere Attraktivität für FAs als wichtigster Punkt des Trades.

    Ich hab jedoch keine Ahnung, wie du auf 48,5 Mio für zwei FAs kommst. Inklusive des Capholds von Fournier stehen da 47 Mio für 8 Spieler zu buche. Bei 2 FAs müssten als zwei leere Plätze vergeben werden. Da komm ich auf ca. 46 Mio, die bei einem 94 Mio Cap übrig bleiben.

    Spannend finde ich noch die Situation um eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Wenn Orlando nur einen Maximalspieler holt können die den Vertrag von Ibaka in diesem Sommer neu gestalten. So würde man Ibaka nicht 2017 verlieren können, würde aber auch nicht von seinem niedrigen Caphold im kommenden Jahr profitieren. Schwere Entscheidung.

  2. Marc Petri

    |Author

    Vielen Dank für das positive Feedback.

    Ja, der War Room – das war in diesem Jahr mein absolutes Highlight. Ich habe die eigentliche Draft dieses Mal auch zu mehr als 90 Prozent nur gehört, da ich auf der einen Seite meines Monitors Twitter verfolgte und auf der anderen bis zum Ende der ersten Runde fast nur der Live Stream lief. Matthias Holtermann fragte mich nach den im Artikel beschriebenen Szenen, “ob das normal sei wie die gerade abgehen” und ich wusste es selbst nicht wirklich einzuordnen. Weil normalerweise freut sich der gesamte War Room, wenn man einen Wunschspieler gedraftet hat und alle schütteln sich fleißig die Hände, aber so extrem habe ich das auch noch nie gesehen. Die Auflösung erfolge wenige Sekunden / Minuten später auf der anderen Seite des Monitors :)

    Ich muss mal schauen ob ich die Tabellenkalkulation zur Ermittlung des Capspace auf der Arbeit (klar, wenn ich mit Zahlen hantiere, dann dort :D) gespeichert habe. Der beschriebene Betrag enthielt übrigens kein Caphold für Dedmon (kurz nach Veröffentlichung des Artikels wurde bekannt gegeben, dass wir ihm die QO anbieten) und eine Entlassung von Marble. Also quasi eine “All in Variante”, in der einzig die garantierten Gehälter und der Cap Hold von Fournier berücksichtigt sind (und halt eben Empty Roster Spots). Hoffentlich habe ich hier auch Napier berücksichtigt, in einigen simulierten Szenarien habe ich ihn nämlich einfach rausgelassen, da ich davon ausgehe, dass wir ihn zeitnah abgeben, ohne Gehälter aufzunehmen. Aber ich glaube er war in der Spalte, mit der ich arbeitete, aufgeführt.

    Ansonsten fiel es mir unheimlich schwer über den Fit von Ibaka zu schreiben, da halt noch mindestens zwei Rotationsspieler kommen werden und ich auch weiterhin mit Trades der Magic rechne. Zum einem mit Trades aus captechnischen Gründen (Watson? Napier?) und zum anderen glaube ich, dass Vucevic nicht fest im Sattel sitzt und er, sobald wir in der Free Agency einen Center verpflichten, im weiteren Verlauf getradet wird.

  3. kdurant35

    Dedmon hatte ich auch nicht drin. Ich hab mich lediglich an deiner genutzten Grafik orientiert. Und mit den 41,2x Mio rechts plus dem 5,7x Caphold komm ich auf die 47 Mio für 8.

  4. Matthias Holtermann

    Mit den 47 Mio für die 8 liegst du richtig.

    Für den ersten FA hätte man dann aufgrund der Empty Roster Spot Charges 44,88 Mio zur Verfügung.
    Für die ersten 2 FAs 45,4 Mio, da ein ERSC nach dem 1. Signing entfällt.

    Mit der QO von Dedmon sind das jetzt 730k weniger.

    Also 44,15 für den 1.
    Und 44,69 für die ersten 2 zusammen.

    Falls man Napier loswird könnten wiederum 800k wieder hinzukommen:

    Also 44,95 für den 1.
    Und 45,5 für die ersten 2 zusammen.

    Eine “Neugestaltung” seines Vertrages in diesem Sommer ist in der Tat spannend:

    Soweit ich gelesen habe will er nen Max-Contract, was in diesem Sommer schon 25+ Mio wären und die 13 Mio die es mehr wären, die würden vom Capspace abgezogen, denn man kann nur unterm Capspace “Re-Negotiaten” und nur zum Betrag des noch freien Capspaces aufstocken. Außerdem steigt das Cap nächstes jahr nochmal schätzungsweise um so 15 Mio, wodurch er dann auch 5 Mio mehr pro jahr bekommen könnte. Und schlussendlich kann er als FA nächste Saison auch 2 garantierte Jahre mehr bekommen, wodurch er zu dem Zeitpunkt dann vermutlich nochmal so ~75 Mio mehr an garantiertem Geld hätte.

    Also es ist möglich, aber nur wenn die Magic tatsächlich noch so circa 13 Mio an Capspace nicht verbrauchen und Ibaka tatsächlich auf ca. 75 Mio an garantierter Kohle verzichten will (Zum Zeitpunkt des nächsten Sommers).

    Für Ibaka geht es um:

    Re-Negotiation + Extension (+3 Jahre ist maximal) = ca. 112/4 in den nächsten 4 Jahren
    Neuer Max-Contract im nächsten Sommer = 12,25 + neuer 175/5 contract = 187 Mio in den nächsten 6 Jahren (109 Mio in den nächsten 4 Jahren)

    Maximales Verdienstszenario für Ibaka:
    Re-Negotiation + 2-year-Extension um 2019 (mit 10 Jahren Erfahrung) und 29 Jahren nochmal einen großen Vertrag zu bekommen, in dem er dann aber nochmal dick absahnen müsste, also 2019 auch noch ähnlich leistungsfähig wie derzeit sein muss.

    Direkte Longterm-Safety und auch maximale Verdienstmöglichkeiten könnten also durchaus auch für Ibaka für eine vorzeitige Vertragsverlängerung sprechen. Nur falls er denkt, dass der nächste Vertrag sein letzter großer wird, wird er wohl kaum vorzeitig auf die sicheren Extra-75 Mio im nächsten Sommer verzichten. Und letzteres halte ich wohl für am wahrscheinlichsten, weil es eine gesunde Midterm-Planung wäre.

    Was also zusammenkommen müsste:

    Magic brauchen ca. 13 Mio an Capspace nicht + Ibaka will direkt Longterm-Safety anstatt weiterer sicherer 75 Mio im nächsten Jahr

    Für komplett ausgeschlossen halte ich es aber nicht, zumindest von Seiten der Magic:

    Mit ca. 32 Mio könnten die Magic eine erfolgreiche FA gestalten:

    Ein Max-Player würde die Rotation nämlich schon weitesgehend ausfüllen, dazu dann nochmal ein 7 Mio Signing + Room-Exception (ca. 2.5 Mio) + Minimum Signings um die Bank zu verstärken.

    Vucevic / Dedmon / Zimmerman (2nd round pick)
    Ibaka / 7-Mio-Signing
    Gordon / Hezonja / 2,5-Mio Signing
    Max-FA / Fournier
    Payton / Watson

    Damit könnte man schon einen guten Playoffkader aufstellen und hätte noch die ca. 13 Mio für Ibaka übrig. Aber dann müsste Ibaka auch noch mitspielen und direkt in diesem Sommer 112/4 sicher haben wollen.

    Wie KDurant35 aber schrieb, hat man dann nächste Saison auch weniger Capspace, was letztendlich so um die 8 Mio sind. Aber es wäre der Druck weg Ibaka umbedingt diese Saison überzeugen zu müssen und man hätte Planungssicherheit für nächstes Sommer und keine Hängepartie.

    Ein Faktor der das Ganze aber von vorneherein sowieso ausschließen könnte: Ibaka könnte die nächste Saison nutzen wollen um erstmal auszutesten ob er bei den Magic zufrieden ist mit Rolle und sportlichem Erfolg. Dies und die zusätzlichen 75 Mio im nächsten Sommer machen dieses Szenario von der Ibaka-Seite doch eher unwahrscheinlich. Schade eigentlich :mrgreen:

    Falls Fournier schnell ein Offer-Sheet unterschreibt könnte das Szenario sich auch von Magic-Seite ganz schnell erledigt haben, denn dann hätte man vermutlich nicht genug Zeit mit Ibaka zu verhandeln bevor man Fournier matchen muss und der Capspace dann vermutlich zu knapp ist. Es sei denn das ist von Anfang an der Plan, man verhandelt ab 1. Juli auch parallel mit Ibaka und schafft es den Capspace zu verbrauchen bevor Fournier irgendein Offer-Sheet unterschreibt. Vl. schafft man es ja Fournier von einem späteren Signing mit einem Magic-Angebot zu überzeugen.

    Alles in allem scheint die vorzeitige Ibaka-Verlängerung aber eher unwahrscheinlich zu sein, weil eine Menge zusammenkommen müsste.

  5. Avatar

    Coach K

    Wenn man wirklich nur einen Max Player bekommt (einer wäre schonmal gut) und es sind wirklich noch 13 Mio übrig dann würde ich mit Ibaka ob er vorzeitig einen neuen Vertrag unterschreiben würde.
    Er würde ja dann auch sehen das wir einen weiteren guten Spieler geholt haben, was ihm vielleicht zum Bleiben überzeugt. Eine Kritik ist ja auch an dem Trade das der Vertrag so kurz ist. So könnte man das ausgleichen.

    Zu seiner Rolle in Orlando denke ich das er in der Offensive mehr Verantwortung bekommt, sprich mehr Würfe. Ich kann mir auch gut vorstellen das er auch 1:1 Situation vermehrt suchen soll. Hinzu kommt das wir wohl vermehrt das P&R sowie P&P spielen werden, da wir zwei Spieler haben die das ausnutzen können.

  6. Sebastian Hansen

    Wie stellt ihr euch das bei Ibaka mit größerer Rolle vor? Ihm einfach nur mehr C&S-Dinger auflegen und mehr Dunks/Layups aus dem P&R oder erhofft ihr euch von ihm eigene Creation? Weil das gab es in OKC schon mal, dass er das tun sollte (als Russ und KD beide verletzt waren) und da hat er absolut kläglich versagt.

  7. Marc Petri

    |Author

    Die Beantwortung dieser Frage ist wohl erst in zwei Wochen möglich, Sebastian.

    Ich kann mir aber kein Szenario vorstellen, in dem ein Ibaka den GTG mimen soll.

    @kdurant35 und Matthias:

    :tup:

  8. Avatar

    Coach K

    Wie ich mir die Rolle vorstelle, ist so das wir öfters mit Ihm ins P&R bzw. P&P gehen werden, Elf ist dazu mit prädestiniert. Ich denke er wird auch den Ball öfters mal in der Hand haben, lieber im Post um hier 1 Gegen 1 zu gehen als am Perimeter. Hinzu kommt das er wohl auch öfters den offen Wurf aus der Distanz nehmen darf wie er es wohl bei Thunder dürfte.

    Aber er ist kein GTG. Stand jetzt die Spieler die wir unter Vertrag haben ist das Vucevic oder AG ( :mrgreen: )

  9. Matthias Holtermann

    Ich denke auch das es vermessen wäre Ibaka öfter ins Post-Up oder in die Iso zu schicken, er ist einfach kein effizienter 1on1 Player und bei den Magic wird er zudem auch als Floorstretcher gebraucht. Ich denke also, dass er im Gegensatz zu OKC einfach nur öfter ins P&R und P&P geschickt wird und ansonsten auch einfach mal öfter für Cuts & Spot-Ups freigeblockt wird. Elfrid Payton wird ja tendenziell öfter den Rollman in Anspruch nehmen müssen als ein Westbrook, der wesentlich besser selbst abschließen kann. Und ohne so 2 Offensivstars wie Westbrook und Durant werden die Magic sowieso etwas intensiver und teamorientierter nach den besten Abschlussmöglichkeiten suchen müssen, was dann gerne vermehrt Spot-Ups und Durchstecker zu Ibaka sein dürfen. Man kann dafür ja auch vermehrt Plays für ihn laufen wo er per Offball-Screen freigeblockt wird, sein Midrange-Wurf ist ja effizient genug dafür ihn gezielt zu suchen.

    Sebastian oder auch die anderen OKC-Fans… wie würdet ihr Ibaka’s Pass- und Facilitating-Fähigkeiten bewerten?
    Mir ist er in der Hinsicht nie positiv oder negativ aufgefallen, zumal er eh meistens eh die Endstation von Plays war oder den Ball einfach nur weitergegeben hat, also großartig als Ballverteiler (wie Noah oder Bogut) hab ich ihn eig. nie agieren sehen, was wohl darauf hindeutet, dass er das höchstens durchschnittlich beherrscht!?

  10. Sebastian Hansen

    Mit einem Wort: beschissen. Passing war immer seine große Schwäche. Imo ein Grund, warum er jetzt gegangen wurde.

  11. Matthias Holtermann

    Noch ein Grund warum er besser keine Post-Ups oder Isos machen sollte.

    Aber wie schon gesagt sein Midrange-Wurf ist ja Waffe genug dafür, dass man dann speziell Plays für diesen läuft und versucht ihn freizublocken.
    Allein der Teamwechsel sollte aber schon für eine höhere Usage sorgen, weil wir weniger andere Waffen haben.

  12. Fabian Thewes

    Das “beschissen” von Sebastian klingt hart, es ist aber die Wahrheit. Ibaka kann in keiner Weise für andere Leute regelmäßig kreieren. Natürlich spielt er ab und zu auch mal einen guten Pass (wie jeder Spieler), aber zu 90% kommt da wenig oder nichts von ihm.
    Ich denke das ist auch der Grund, wieso er trotz guter Fußarbeit nie wirklich ein Postup Spiel aufgebaut hat oder überhaupt mal als G2G eingesetzt werden kann. Denn das kann man viel zu leicht verteidigen und unterbinden, wenn man nicht über geeignetes Passspiel verfügt. Er hat niemals mehr als 1.0 Assists pro Spiel gemacht hat (die ersten vier Jahre 0.1; 0.3; 0.4 0.5; oh, ist das eine entwicklung? ;)).

    Insofern würde ich da wirklich gar nichts erwarten

  13. Avatar

    Coach K

    Die Frage ist doch ob Ibaka überhaupt so groß für andere Kreieren muss. Mit Vucevic hat er einen Frontcourt Partner der ein überdurchschnittliches Passspiel verfügt. Ibaka wird auch durch Nik den einen oder anderen Pass an die 3er Linie oder in den Post als Durchstecker bekommen.
    Ich habe Ibaka zu wenig gesehen in dieser Saison, aber wenn er auf der 5 gespielt hat, konnte er andere kleine Smallball Center im Post überpowern?
    Vielleicht kann mir das jemand erklären

  14. Fabian Thewes

    Ibaka hat letzte Saison nur in 3% der Fälle aus dem Postup abgeschlossen (31 Situationen in der gesamten Saison. Isolations-Plays gab es für ihn nur in 1.7% der Fälle. In der Vergangenheit war es auch immer wieder so, dass er Größenvorteile – ob auf der 4 oder 5 – nicht für sich nutzen konnte. Es mag sein, dass die Magic das nächste Saison versuchen werden; allerdings habe ich große zweifel, dass das erfolgsversprechend ist. Denn seine Offensive besteht aus seinen effizienten Wurf (Mittel- und Weitdistanz) sowie seinen Abschlüssen aus P&R Situationen. 30% seiner Abschlüsse sind solche aus Spotup-Situationen, 26% aus P&R Situationen, 10% sind Cuts. Das bildet also den Großteil seiner Offensive und in all diesen 3 Bereichen braucht er Leute die ihn einsetzen. Ich bin sehr gespannt, wie das die Magic kommende Saison umsetzen werden.


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