Cleveland Cavaliers

LeBron James in den Playoffs 2016

Mit veränderter Rolle zum Titel?

LeBron James ist der unangefochtene Star und Leader seines Teams, Topscorer sowieso. An dieses Bild haben wir uns in den letzten Jahren gewöhnt. Ein für alle mal bewiesen wurde es in den letztjährigen Playoffs. Mit schier übermenschlichen Leistungen hievte James sein Team in die Finals, wo er es gegen die übermächtigen Golden State Warriors lange im Spiel hielt. Ohne die verletzten Kevin Love und Kyrie Irving schulterte er die Last im Alleingang. Seine Stats in den Finals: 35,8 Punkte, 13,5 Rebounds und 8,5 Assists pro Spiel. Zahlen wie diese sind in der NBA eine absolute Ausnahmeerscheinung.

Dieses Jahr sieht die Situation der Cavaliers und ihres Stars ein wenig anders aus. Love und Irving sind zurück, Spieler wie Channing Frye ergänzen den Kader und an der Seitenlinie steht mit Tyronn Lue ein neuer Coach. Wie hat sich James‘ Rolle unter diesen Vorzeichen verändert? Kann er den Cavaliers endlich den langersehnten Titel bringen?

Statistischer Abfall

Schauen wir uns zu Beginn noch einmal die Zahlen an, die James in diesen Playoffs Abend für Abend aufs Parkett bringt: 24,6 Punkte, 8,6 Rebounds und 7,0 Assists pro Spiel. Starke Zahlen ohne Frage, aber weit entfernt von der abartigen Dominanz der letzten Playoffs. Dafür garniert er seine Leistungen mit einer starken Wurfquote von 54,6%. Ein Offensive Rating von 121 bestätigt, was jeder Beobachter intuitiv weiß: James ist in seiner momentanen Verfassung der beste Spieler der Liga abseits vielleicht von einem Steph Curry in Bestform.

Bei einer genaueren Betrachtung wird eins deutlich: die Gesamt-Produktion, also die Effektivität, ist im Vergleich zu den letztjährigen Playoffs deutlich gesunken. Dazu gehören vor allem die „klassischen“ Statistiken Punkte, Rebounds, Assists und Blocks – einzig bei den Steals hat er sich verbessert. Eine Ursache dafür ist seine deutlich geringere Rolle: James’ Minuten pro Spiel sind von 42,2 (40,7 in den ersten drei Runden) auf 37,9 gesunken; die Usage-Rate von astronomischen 37,6% auf 29,3%. Zudem muss James dieses Jahr nicht mehr mangels Alternativen als einziger Ballhandler agieren. Dieser Abfall wird umso bedeutender, wenn man sich das Entstehen der Usage-Rate anschaut: ob ich in einem Angriff 20 Sekunden den Ball halte und einen schwierigen Fadeaway nehme oder in der Ecke stehe und anschließend nach einem Cut abschließe, macht keinen Unterschied.

Die Last, die James im Angriff tragen muss, ist also noch stärker gesunken als es die Zahlen indizieren. Das gilt im Übrigen auch dann, wenn man die Finals (ohne Love und Irving) aus der Gleichung herausnimmt. Sogar in der Erstrundenserie gegen überforderte Celtics lag diese mit 31,4% höher als in diesem Jahr. Ab der zweiten Runde musste er dann dank der Ausfälle von Love und Irving mehr Spielanteile übernehmen: die Folge waren Usage-Raten von 38,4% (gegen Chicago, mit Irving) und 39,6% (gegen Atlanta). Bis zu den Finals absolvierte er so 570 Minuten – dieses Jahr waren es gerade einmal 530. Ihm steckt also im übertragenen Sinne eine ganze Partie weniger in den Knochen, bei zusätzlich verringerter Last im Angriff. Auch im historischen Vergleich stechen seine Zahlen heraus: 37,9 Minuten/Spiel sind der niedrigste Wert seiner Playoff-Karriere, weniger Würfe/Spiel als 17,9 nahm er nur in den Saisons 2010/11 und 2013/14.

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Diese geringere Last macht sich bemerkbar: Gestiegen sind nahezu all jene Zahlen, die die Effizienz eines Spielers bewerten. Zu nennen wäre hier vor allem die eFG%: 58,4% sind der zweitbeste Wert seiner Karriere nach den Playoffs 2013/14 – wo er den Dreier mit 40,2% deutlich besser traf zuletzt (32,2%). Die Rechnung scheint daher klar: mehr Entlastung für James geht mit besseren Abschlüssen und weniger Fehlern einher.

Ist diese 2016er Version des LeBron James seinem Vorgängermodell also sogar überlegen?
James dürfte das ziemlich egal sein, individuelle Erfolge haben für ihn längst kaum noch Wert. Was ihn allerdings positiv stimmen sollte, sind die Zahlen, die die Leistung des Teams mit ihm auf den Feld messen – die sind nämlich extrem stark, sogar für einen Spieler der Marke LeBron James. Das ORtg von 121 ist das drittbeste, was er je in den Playoffs aufgelegt hat; im letzten Jahr stand an dieser Stelle noch ein Career-Low von 105. Bei aller Ehrfurcht vor der Leistung James’ in den letztjährigen Finals: Diese waren aus der Not geboren und letztendlich nicht von Erfolg gekrönt. James und Coach Tyronn Lue haben dies erkannt und die passenden Gegenmaßnahmen eingeleitet, seine Rolle reduziert. Das Team dankt es ihm und pflügt bisher – mit Ausnahme von zwei kleineren Aussetzern in Toronto – durch die Eastern Conference. Aber wie genau hat sich James‘ Rolle verändert? Wie schaffen es die Cavaliers, ihn in Situationen zu bringen, in denen er effizient abschließen kann?

Weniger Ballhandling…

Schauen wir uns also einmal die Abschlüsse an, die James im Laufe einer Partie nimmt. Wie oben bereits erwähnt, ist James‘ Last im Angriff sogar noch stärker gesunken als es der Abfall der Usage-Rate vermuten lässt. Die Cavaliers nutzen ihn viel seltener als primären Ballhandler oder Dribbler. Gerade einmal 3 Mal pro Spiel schließt James als Ballhandler aus dem Pick-and-Roll ab – in der Regular Season waren es noch über 5 Mal pro Spiel! Das hat auch seine Berechtigung: Mit nur 0,80 PPP ist er bisher nicht wirklich gut darin. Viel von dem Ballhandling am Perimeter übernimmt daher Kyrie Irving. Der 25-Jährige spielt bisher starke Playoffs, seine Usage-Rate von 30,3% ist sogar höher als die von James. Im Vergleich zu den letzten Playoffs hat sich Irving deutlich gesteigert.

Der Anteil an Isolations (19,1%) und Post-ups (8,2%) ist im Vergleich zur Regular Season relativ konstant geblieben. Dabei bestätigt sich eigentlich Altbekanntes: im 1-on-1 nutzt James zwar seine Athletik, die Isolations sind auch leicht überdurchschnittlich – das zeigen die 0,89 PPP. Im Post dagegen nutzt er seine Kraft und Größe, um Gegenspieler zu überpowern: besonders in der Serie gegen die Raptors sah er dort gegen DeMarre Carroll häufiger gut aus. Was hierbei auffällt: James schließt zwar effizient (1,11 PPP), aber eher selten ab. Stattdessen nutzt er die Aufmerksamkeit, die er in der Zone zieht, um mit starken Pässen die Schützen zu finden.

Zu sehen ist das etwas auf diesem Bild aus der Serie gegen die Hawks:

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Eine bemerkenswerte Szene: Obwohl James praktisch einen völlig ungedeckten Abschluss direkt am Ring hat, feuert er lieber einen No-Look-Pass auf den freien Kevin Love in der Ecke. Dabei kommt ihm das historisch starke Shooting der Cavaliers zugute: Mit Frye und Love auf den großen Positionen stehen eigentlich immer genügend Schützen auf dem Feld, die ihm Raum in der Zone machen und seine Kickout-Pässe verwerten. Eine solche Option hatte er in den letztjährigen Finals gegen Golden State nicht. Generell scheint er sich in dieser Rolle pudelwohl zu fühlen: weniger eigene Abschlüsse, mehr kluge Pässe und die Offense dirigieren – die Cavs-Schützen danken es ihm. Dennoch: James hätte durchaus die Möglichkeit, öfter (mit Recht) den eigenen Abschluss zu suchen. Interessant ist die Frage, wie sich James verhält, wenn die Würfe der Schützen nicht mehr fallen – schaut er dann aggressiver auf den eigenen Wurf? Ein Gegenargument dafür liefert Spiel 5 gegen die Raptors: Obwohl Kevin Love in Toronto zwei äußerst schwache Shooting-Games gehabt hatte, blieb James bei seiner Vorbereiter-Rolle. Love zahlte ihm das Vertrauen mit 8/10 FG zurück.

James scheint erkannt zu haben, dass er für einen Finals-Sieg mehr Unterstützung aus dem eigenen Team braucht. Bisher erhält er diese: Die Co-Stars Irving (24,3 PPG, Ortg: 118) und Love (17,3 PPG, Ortg: 119) spielen bisher starke Playoffs. Dazu treffen die Rollenspieler ihre Dreier (JR Smith: 46,3%, Channing Frye: 57,8%, Iman Shumpert: 47,4%, Richard Jefferson: 45,5%) oder tragen anderweitig zum Spiel der Cavs bei (Matthew Dellavedova: 3,6 Assists/Spiel).

… Mehr Off-the-Ball

Die Cavaliers setzen James also häufiger abseits des Balles ein. Auf den ersten Blick keine allzu geniale Idee, erzielt er doch in den Playoffs bisher ausbaufähige 0,87 PPP als Spot-up-Shooter. Tatsächlich machen ihn seine Athletik und Spielintelligenz abseits des Balles jedoch zu einer verheerenden Urgewalt.

Das untere Bild zeigt einen Angriff der Cavaliers, in dem James von der Weakside den Ball im Cut bekommt:

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Matthew Dellavedova läuft das Pick-and-Roll mit Kevin Love. LeBron James wartet auf der Weakside. JR Smith und Richard Jefferson sorgen für Spacing.

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Dellavedova zieht zum Korb. James cuttet hart in die Zone und erhält aus vollem Lauf den Pass.

Kein Spieler der Welt kann James in einer solchen Situation, in der er mit Tempo ins Herz der Verteidigung cuttet, aufhalten. Marcus Morris versuchte es – das Resultat seht ihr hier.

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Poster!

Etwas über zwei solcher Cuts läuft James in diesen Playoffs bisher pro Spiel und erzielt dabei surreale 1,60 PPP. Seine Wurfquote: 23/28 FG! Man sieht also: Trotz fehlendem Wurf darf die Defense James auf der Weakside nie ungedeckt lassen. Diese Präsenz wiederum öffnet Räume für Irving oder Dellavedova als Ballhandler und die Schützen.

Aus dem gleichen Grund setzen die Cavs ihn zunehmend auch als Blocksteller ein. Dabei kommen die gleichen Vorteile wie bei den Cuts zum Tragen: James ist spielintelligent genug, um in die freien Räume abzurollen, stark genug, um am Brett zu finishen und athletisch genug, um Switches jeglicher Art zu bestrafen. Knapp zwei Mal pro Spiel schließt er als Blocksteller im Pick-and-Roll ab und erzielt aus diesen Possessions bärenstarke 1,41 PPP. Teilweise stellt er diese Blöcke für Kyrie Irving, gerade mit Matthew Dellavedova ist die Chemie aber besonders gut; der Australier verzögert nach dem Pick exzellent und erlaubt es James so, in die freien Räume zu rollen. Das Resultat sind häufig Lobanspiele, wie wir später noch beobachten werden.

Und das sind nur die Abschlüsse im Setplay: Hinzu kommen die Abschlüsse in Transition, die James gewohnt häufig (fast 5/Spiel) und stark (1,15 PPP) abschließt. Hierbei helfen ihm unter anderem die starke Defense der Cavs sowie die einzigartigen Outlet-Pässe Kevin Loves.

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Eine weitere Zahl, in der sich diese Aspekte niederschlagen, ist die Anzahl der Körbe, denen ein Assist vorausgeht. In den letztjährigen Playoffs war das nur in 22% seiner 2er und 48% seiner 3er der Fall. 4/5 seiner Abschlüsse aus der Mitteldistanz und am Korb musste er sich also selbst erarbeiten; eine sehr kräftezehrende Angelegenheit, die auf Dauer wenig erfolgversprechend erscheint. Dieses Jahr liest sich das Verhältnis deutlich ausgewogener: 48% der 2er und 68% der 3er sind assistiert. Besonders den Dreier aus dem Dribbling hat James weitestgehend aus dem Repertoire gestrichen, was seinen Effizienz-Werten zugutekommt. Dafür darf er öfter den besonders beliebten Dreier aus der Ecke nehmen – 18% seiner Dreier kommen von diesem Spot, letztes Jahr waren es nur 10%.

Die verringerte Rolle wiederum wirkt sich auf die Abschlüsse direkt am Brett aus – bei James‘ physischen Voraussetzungen seine größte Stärke. Fast die Hälfte seiner Abschlüsse (48,9%) nimmt er in weniger als 3ft Entfernung zum Ring; letztes Jahr war es nur knapp ein Drittel (30,3%). Auch die Wurfquote in diesem Bereich ist gestiegen (70% auf 74%). Im Gegenzug hat er seine Abschlüsse aus der Mitteldistanz heruntergefahren: auf 3,1 Versuche pro Spiel bei 40,9% Wurfquote. Besonders der Vergleich zur Regular Season ist hier interessant: Da waren es noch 4,1 Versuche pro Spiel bei nur 37,5% Wurfquote – die relativ ineffizienten Midrange-Abschlüsse verkneift sich James also zum Teil.

Ein Großteil seiner gesteigerten Effizienz liegt hierin begründet: Weniger Last im Angriff führt zu mehr Power und besseren Abschlüssen direkt am Ring. Des Weiteren muss die Tatsache beachtet werden, dass James teilweise weit offene Abschlüsse am Ring zugunsten des Passes verweigert – seine Zahlen könnten also durchaus noch besser sein.

Die verringerte Rolle im Angriff führt also zu mehr Effizienz; diese Sichtweise lässt jedoch sogar einige Aspekte außer Acht, die James für die Cavaliers so wertvoll machen. Auch am defensiven Ende investiert James in diesen Playoffs mehr Kraft. Mit geringerer Verantwortung vorne bleibt ihm mehr Energie, um hinten den Elite-Verteidiger zu geben. Gerade gegen Spieler wie DeMar DeRozan machte James defensiv einen äußerst starken Eindruck. Dieser Befund könnte in den Finals gegen die Golden State Warriors noch wichtig werden; gegen die darf man sich bekanntlich keine ausgedehnten Ruhepausen erlauben ohne einen Dreierhagel zu kassieren.

Phasen totaler Dominanz

Bei all der vornehmen Zurückhaltung im Angriff darf eines nicht vergessen werden: James ist nach wie vor in der Lage, ein Spiel jederzeit komplett an sich zu reißen. Wie kein anderer Spieler in der NBA vermag er es, sämtliche Aspekte eines Spiels zu beeinflussen. Diese Phasen hat James nicht abgestellt, setzt sie aber deutlich dosierter ein. Steht er mit Irving und Love auf dem Feld, gibt er mit Vorliebe den Vorbereiter und Dirigenten der Offense. Die Tatsache, dass seine beiden Co-Stars zur Not auch ohne ihn das Team im Angriff anführen können, erlaubt es den Cavaliers, James auch mit der zweiten Fünf gemeinsam aufs Parkett zu stellen. Die Lineup Dellavedova-Shumpert-James-Jefferson-Frye ist nach der Starting Five die meistgenutzte der Cavs in den Playoffs; in bisher 65 Minuten erspielte sie ein bärenstarkes Net-Rating von +52 Punkten. Ein weiterer Beweis dafür, wie gut James es versteht, ansonsten mittelmäßige Rollenspieler auf ein neues Niveau zu heben. Denn auch wenn alle diese Spieler Qualitäten haben (vor allem als Schützen): diese Lineup lebt davon, dass James seinen Mitspielern Räume und Wurfmöglichkeiten verschafft.

Hier ein Spielzug, den diese Lineup gegen die Toronto Raptors öfters aufs Parkett zauberte:

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Matthew Dellavedova führt den Ball, LeBron James und Richard Jefferson starten am Highpost. Mit Iman Shumpert (47,4% 3FG in den Playoffs) und Channing Frye (57,8%) stehen zusätzlich zwei Schützen auf dem Feld.

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Dellavedova passt den Ball zu James und stellt einen Backscreen für Jefferson

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Anschließend spielt er nach einem Handoff Pick-and-Roll mit James. Jefferson cuttet zum Korb.

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James rollt zum Korb; Dellavedova findet ihn mit einem perfekt Alley-oop-Pass. Bemerkenswert: Frye sorgt für Spacing und zieht Patrick Patterson aus der Zone.

Besonderes Augenmerk sei hierbei auf die Lineup des Gegners gelegt: Lowry-Joseph-Ross-Johnson-Patterson – weit entfernt von Elite-Verteidigern oder gar Ringbeschützern. Kein Wunder, dass James solche Lineups dominiert; ihn gegen die zweite Fünf des Gegners zu stellen, ist schlichtweg unfair. Für den Gegner ist das eine klassische Pick-your-poison-Situation: Die zweite Fünf ist der Bank+James-Lineup der Cavaliers deutlich unterlegen; lässt man die Starter gegen diese auf dem Feld, müssen diese entweder unglaublich viele Minuten abreißen oder die eigene Bank gegen Lineups mit Love und Irving ran. Der Strategie der Cavaliers spielt dieser Schachzug perfekt in die Karten.

Ein zweiter Aspekt sind James‘ Leistungen in der Crunchtime: dank der Anpassungen der Cavaliers hat James gerade am Ende einer Partie mehr Energie, um das Spiel an sich zu reißen. Aufgrund der kleinen Sample Size sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen, ein Trend lässt sich dabei aber doch ablesen: James‘ Usage-Rate steigt auf 37,6%, Kyrie Irvings sinkt auf 25,8%. In den entscheidenden Phasen liegt der Ball also in James‘ Händen – wo er auch hingehört. Als Beispiel dafür darf Spiel 6 der Conference Finals gegen die Raptors herhalten: Mit dem Finaleinzug vor Augen zeigte James seine vielleicht beste Leistung dieser Playoffs und sorgte mit 21 Punkten bei 8/13 FG bereits zur Pause für klare Verhältnisse. Wenn es darauf ankommt, kann James seine Produktion also noch um Einiges nach oben schrauben.

Fazit

James‘ Zahlen lesen sich nur auf den ersten Blick schlechter als im letzten Jahr. Das heißt jedoch nicht, dass er auch nur einen Fingerbreit weniger dominant agiert. Vielmehr sucht er sich gezielt Phasen, in denen er das Spiel an sich reißen kann und hält sich ansonsten zugunsten seiner Co-Stars ein wenig zurück; dank der gut aufgelegten Irving und Love sowie funktionierender Rollenspieler kann er sich das erlauben. Ein zweiter Blick auf die Zahlen belegt zudem, dass James im Ganzen gesehen auf einem absurd hohen Level agiert: Die Advanced Stats sind mit die besten seiner Karriere. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor: James bekommt deutlich mehr Pausen und muss weniger Last tragen als im vergangenen Jahr. In den Finals werden seine Minuten und Spielanteile natürlich steigen. Es ist dennoch anzunehmen, dass er in den Finals und dort besonders in der Crunchtime noch die eine oder andere Schippe auf seine Leistung draufschlagen kann. James und die Cavaliers haben aus der Finalpleite im vergangenen Jahr gelernt – die Chancen stehen gut, dass sich die Anpassungen auszahlen.

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1 comment

  1. Julian Wolf

    |Author

    Gehe ich zu weit, wenn ich sage: “Ich hab’s auch ja gesagt!” :D

    Also mal Scherz beiseite: mMn kann man schon sagen, dass LBJ’s unfassbare Performances auch deswegen möglich war, weil er relativ ausgeruht in die Finals gegangen ist. Gerade defensiv hat er in den entscheidenden Spielen einige unfassbare Schippen draufgelegt. Hier muss man finde ich auch dem Team der Cavs Respekt zollen: gerade weil Spieler wie Delly, Frye oder Love so gut gespielt haben, konnte Lebron so sehr (kräftesschonend) als Facilitator auftreten. Insofern haben sie eben auch einen riesigen Anteil am Titel: nicht weil sind in den Finals so stark waren, sondern davor.
    Das gleiche gilt meines Erachtens auch für Tyronn Lue: seit er von Blatt übernommen hat, spielten die Cavs schneller und dementsprechend war die Last auf mehr Schultern verteilt. Wäre das mit Blatt auch so gewesen? Finde daher, der Coaching Wechsel hat sich allein dadurch bezahlt gemacht…
    Just my two cents… :)


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