NBA, Podcast, Wired

Statistische Ausreißer: Welche krassen Stats haben Bestand?

Go-to-Guys Wired #161

In dieser Ausgabe des NBA Podcasts schaut sich Host Jonathan Walker zusammen mit Redakteur Artur Kowis einige Statistiken an, die nach 5 Wochen der noch jungen NBA-Saison noch immer hervorstechen.  Kann Russell Westbrook ein Triple Doube im Schnitt über die Saison auflegen? Haben wir zum ersten mal seit über 10 Jahren mehrere 30-PPG-Scorer? Sind Wade, Butler, Wiggins, Towns, Porzingis, Brook Lopez und Marc Gasol jetzt alle Elite-Dreierschützen? Haben die Suns, Covington und Singler dagegen das Werfen komplett verlernt? Kommt LeBron an die 10 APG über eine Saison? Wir diskutieren, ob diese und viele weitere Stats realistisch haltbar sind.

 

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17 comments

  1. Jonathan Walker

    |Author

    Nachtrag zur Anmerkung zu Robertsons vs. Westbrooks Triple-Double-Schnitt bzgl. Pace:

  2. Sebastian Hansen

    Wo ist denn die Passage zu Russ? Hab wahrscheinlich nicht genug Zeit für den ganzen Pod, aber das würde ich gern hören. :)

  3. Fabian Thewes

    @Jonathan Walker

    Scheinbar hat sich Westbrook nach deiner Einschätzung deinerseits, dass er die Reboundzahlen nicht halten können wird, herausgefordert gefühlt. In den 4 Spielen nach den Podcast sind es im Schnitt 15.5. ;) Insgesamt steht er jetzt bei 10.9 in 21 Partien. Es sind 240 Rebounds (220 hätten für das TD im Schnitt gereicht), d.h. er ist jetzt 20 Rebounds drüber. Wenn wir jetzt mal annehmen, dass er 80 Spiele macht, müsste er 560 Rebounds in 59 Partien machen, was 9.5 entspricht. Das ist natürlich immer noch ein unglaublicher wert, aber ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass er es schafft, auf mindestens 50%.

    Abseits dieser Spielerei möchte ich aber auch mal darauf hinweisen, dass das nicht nur ein Hinterherjagen von Rekorden ist, sondern er dem Team damit hilft. Mit ihm holen die Thunder über 80% der Defensivrebounds (das wäre #1 in der NBA), ohne ihn nur 70% (das wäre #30). Die eFG% des Teams ist mit ihm um 5% (!) besser als ohne ihn. Das Offensivrating des Teams ist mit Russ um 13 Punkte pro 100 Ballbesitze besser. Selbst die Turnover sind kein Problem, weil er unterm Strich die Turnover des Teams minimiert. Mit ihm haben die Thunder eine Turnoverquote von 14.7%, ohne ihn eine von 18.2%. Es hat seinen Nutzen, wenn er den Ball so dominiert, weil die Mitspieler den Ball noch viel häufiger verlieren würden.

  4. Simon

    Ohne ernsthaft widersprechen zu wollen, sondern weil pöbeln manchmal einfach Spaß macht… :D

    Die Frage ist ja nicht, ob OKC ohne Westbrook besser ist oder ob er das Team in allen Bereichen besser macht (klar macht er das, er ist mit weitem Abstand der beste Spieler, der beste Scorer, Playmaker, Athlet), sondern ob sein Impact noch größer/positiver sein könnte, wenn er sich und seine Fähigkeiten besser/klüger einsetzen würde? Das wäre dann trotz seiner guten Leistungen ein Grund, ihn zu kritisieren. Eine Antwort habe ich natürlich nicht ;) Die Zahlen klingen schon ziemlich beeindruckend. Wie sehen solche Zahlen denn für andere “Alleinunterhalter” aus? James vor Miami (oder danach, als Love und Irving noch nicht wie jetzt funktioniert haben), Harden, Cousins, Davis, Paul ohne Griffin und Griffin ohne Paul, Kobe neben Smush Parker, Nowitzki… Wäre zum Vergleich interessant.

  5. Sebastian Hansen

    Ich kann dazu wenig sagen, weil ich zu wenig Spiele schaue: wie wirken sich Westbrooks Rebounds auf den Break der Thunder aus? Helfen sie so sehr wie ich vermute, weil Russ den Ball direkt in der Hand hat und so der Break früher eingeleitet werden kann?

  6. Jonathan Walker

    |Author

    Vielen Dank für den Hinweis, Fabian. Mein Pessimismus hinsichtlich des Reboundings im zweistelligen Bereich basierte ja auf zwei Faktoren:
    1. Wir hatten einfach seit Ewigkeiten keinen Guard mehr, der 10+ Rebounds im Schnitt holt. Es ist einfach etwas, was eine derartige Anomalie darstellt, dass es schwer zu glauben ist.
    2. Westbrook war zum Zeitpunkt der Aufnahme ja knapp unter dem TD-Schnitt und ich tendierte dazu, dass er schon am Limit spielt. Dass er danach an den Boards noch mal auf 15.5 explodierte, ist einfach surreal. Unglaubliche Leistung. Und jetzt, nach weiteren 6 Triple Doubles in Serie, glaube ich auch so langsam daran, dass er den Schnitt über die Saison retten könnte. Es ist nur einfach schwer vorstellbar, dass jemand eine gesamte Regular Season mit einer derartigen Energie spielen kann.

    Ganz wichtiger Punkt. Ich bin mir auch sicher, dass das ORtg in Possessions nach einem Rebound von Westbrook höher ist, als wenn er den Rebound nicht selbst holt, da die Chance auf Punkte in Transition (die effizient sind) ungleich höher ist.

    Da ist sicher was dran. Man muss dabei nur immer beachten, wer die Mitspieler sind und wie das Team zusammengestellt ist. Die Thunder haben sonst halt keine Ballhandler, vor allem da Payne verletzt ist. Ist klar, dass sie dann ohne ihn häufiger den Ball verlieren bzw. es immer noch besser ist, wenn er den Ball so dominiert, als Anteile an schlechtere Ballhandling-Optionen abzugeben.

  7. Simon

    Hier passt das vielleicht ganz gut rein unter der Rubrik “Welche krass schlechten Stats haben vielleicht keinen Bestand?”. Mir sind ein paar Spieler aufgefallen, die sich nach sehr schlechtem Start in die Saison und teilweise heftiger Kritik in den letzten Wochen (zumindest auf den ersten Blick) deutlich steigern konnten. Ich habe mir die Stats noch nicht genauer angeschaut, aber hier sind einfach mal ein paar Zahlen:

    Buddy Hield (letzte 14 Spiele): 10,9 PTS, 43,4% FG, 48,4% 3P in 23,5 Min.

    Emmanuel Mudiay (letzte 8 Spiele): 13 PTS, 3,9 AST, 2,5 TO, 46,8% FG, 48,4% 3P, 83% FT in 27 Min.

    Elfrid Payton (letzte 13 Spiele): 14,2 PTS, 6,5 AST, 1,1 TO, 50,1% FG, 36,4% 3P, 70% FT in 28 Min.

    Dennis Schröder (letzte 15 Spiele): 21,5 PTS, 7,0 AST, 3,1 TO, 54,2% FG, 38,5% 3P, 87% FT in 33 Min.

    Hield sieht inzwischen auch regelmäßig Minuten und trifft den Dreier bei relativ hohem Volumen.

    Payton scheint die Bankrolle gut zu tun. Er nimmt zwar immer noch kaum Dreier, trifft aber gut aus dem Feld und vor allem die 6,5 Assists bei nur gut einem TO pro Spiel klingen ziemlich stark.

    Mudiay scheint auch endlich seinen Wurf zu finden (eines der 8 Spiele war gegen die Clippers: 0/9 FG, 1 Assist; das zieht die Zahlen noch etwas nach unten).

    Schröders Zahlen sehen inzwischen wie die eines echten Starters aus und die Hawks scheinen sich ja auch insgesamt wieder etwas zu fangen. 6 Siege aus den letzten 10 Spielen, darunter in Toronto und in OKC (aber auch Niederlagen gegen Orlando und die Wolves…).

    Wie seht ihr die Entwicklung dieser Spieler? Sind diese Steigerungen “echt”?

  8. Avatar

    TobyCooper

    Also bei Payton wäre ich vorsichtig mit den 50.1% FG, er hatte z.B. im letzten Jahr auch immer wieder Phasen wo sein Wurf ziemlich gut gefallen ist.

    Beispiel: Dezember 2015: 12.7 PTS, 49.7 % FG.

    Bei Schröder habe ich jetzt keine so krasse Kritik zu Beginn der Saison gelesen? Er hat aber in diesem Monat einen guten Sprung nach vorne gemacht. Die anderen zwei Spieler verfolge ich zu wenig um eine Aussage darüber zu machen.

    Ich möchte aber noch Eric Gordon in die Diskussion werfen. Er war aus meiner Sicht auch ein Spieler, der eher mit Kritik (Verletzungsanfälligkeit, Motivationsprobleme) vor der Saison bewertet wurde. Gerade im aktuellen Monat legt der echt gute Stats auf.

    Eric Gordon (letzte 15 Spiele): 19.0 PTS, 44,8% FG, 45,8% 3P (bei 9.6 Versuche pro Spiel) in 29.5 Min.

    Was meint ihr zu ihm?

  9. Simon

    Diese Zahlen sind schon verdammt gut, und das schon seit Saisonbeginn relativ konstant. Ich persönlich finde das allerdings nicht so überraschend. Bei Gordon wusste man ja, dass er (wenn fit) ein starker Offensivspieler/Scorer/Schütze ist und perfekt zu D’Antoni/Harden passen bzw. sehr vom System der Rockets profitieren könnte. Er macht ja auch fast nichts anderes mehr als Dreier zu ballern (3PAr 64%), aber das eben sehr effizient.

    Die Kritik an ihm (eigtl.: an seinem Vertrag) war ja eher auf seine Verletzungsanfälligkeit bezogen als auf sein offensives Talent und Potenzial. Und möglicherweise auf seine Defense. Ich habe kaum Rockets-Spiele gesehen und kann das daher nicht beurteilen. Wie sieht er denn defensiv bisher aus?

    Offensiv sehen er und Ryan Anderson und damit auch deren Verträge zur Zeit gut aus, aber das kann sich durch Verletzungen immer noch schnell ändern…

    Schröder wurde in den ersten Wochen der Saison auch in US-Medien häufiger als schlechtester oder einer der schlechtesten Startig-PGs der Liga bezeichnet. Es gab/gibt auch Zweifel daran, dass er langfristig wirklich ein Starter sein kann/sollte. Die Kritik ist (bzw. war zu dieser Zeit) sicher nicht ganz unberechtigt. In den ersten 17 Spielen traf er 42% aus dem Feld und 32% Dreier (bei geringerem Volumen) und warf auch noch etwas öfter den Ball weg. Aber in letzter Zeit sieht das deutlich besser aus.

  10. Simon

    Habe mir gerade noch mal Gordons Statistiken mit und ohne Harden angeschaut, das ist ganz interessant. 2/3 seiner Minuten spielt Gordon neben Harden, 1/3 ohne ihn.

    Ohne Harden ist seine Usage höher, das ist ja nicht überraschend. Aber der Unterschied ist extrem: 34,5% USG ohne Harden gegenüber 18,3% mit Harden. Das könnte darauf hindeuten, dass er bei Bedarf doch noch deutlich mehr beitragen kann, als nur in der Ecke zu stehen und auf Hardens Drive&Kick zu warten. Ohne Harden sind “nur” gut 60% seiner FGM (mit Harden: fast 70%) und knapp 75% seiner 3PM assistiert (mit Harden: 85%).

    Überrascht hat mich vor allem, dass Gordon ohne Harden effizienter ist.

    Neben Harden (610 Minuten): 41,8% FG, 39,4% 3P, 54,1% eFG, 1,16 PPP.
    Ohne Harden (309 Minuten): 46,1% FG, 48,3% 3P, 61,3% eFG, 1,27 PPP.

    Das ist schon ein ziemlich deutlicher Unterschied bei relativ großer Sample Size… Hat jemand eine Idee, woran das liegt?

  11. Simon

    Ich denke auch, dass man v.a. bei Payton diese besseren Zahlen mit Vorsicht genießen sollte, da er von den vier Spielern der einzige ist, bei dem diese Steigerung mit einer kleineren Rolle zusammenhängt. Er spielt zwar nicht unbedingt weniger Minuten, aber eben häufiger gegen Backups. Als PG gegen Bank-Lineups zu spielen und dabei noch einen sehr starken Offensiv-Center wie Vucevic neben sich zu haben hilft der Effizienz natürlich. Insofern ist er vielleicht gar nicht wirklich “besser” als zu Beginn der Saison. Seiner Entwicklung tut diese Umstellung aber vielleicht wirklich gut, das ist sozusagen die Premium-Version der “Spielzeit in der D-League, um Selbstvertrauen zu gewinnen”.

  12. Avatar

    TobyCooper

    Als 6th men spielt er halt gegen mehr Spieler der 2Unit. Das ist für mich eigentlich die einzige Erklärung warum er noch effizienter ist. Ansonsten gehört die Bench der Rockets (Brewer/Dekker/Nene) sicherlich auch zu den besseren, was ihm zusätzlich etwas Raum verschaffen könnte. Hab die Zahlen nicht mehr im Kopf, aber das Net Rating sah ziemlich gut aus.

  13. Jonathan Walker

    |Author

    Nicht zu vernachlässigen sind meiner Meinung nach zwei Faktoren bei Gordon:

    1. Er wollte nie in New Orleans spielen. Er wurde dorthin getradet, unterschrieb bei der ersten Gelegenheit in Phoenix (die damals unter Gentry noch eine Variation von D’Antoni-Basketball spielten) und musste dann doch noch seinen gesamten Vertrag bei den Hornets/Pelicans absitzen. Sicher ist er Profi, aber minimal unterbewusst wird es sicher eine negative Auswirkung auf seine Leistungen gehabt haben. Daher verwundert es mich nicht, dass er nun unter D’Antoni selbstbewusst und motiviert aufspielt.

    2. Der Medical Staff in New Orleans hat einen sehr schlechten Ruf. Dass er nun fitter zu sein scheint, als während seiner Zeit dort, muss also kein Zufall oder Glück sein. Er hatte zwar verschiedene körperliche Probleme, aber hier können auch Kleinigkeiten schon einen Unterschied ausmachen. Auch ist hier wieder der psychologische Faktor nicht zu unterschätzen, ob man sich gut betreut fühlt, oder skeptisch gegenüber den Football-Docs ist, unter deren Aufsicht der halbe NBA-Kader dauerverletzt ist.

    Diese Aussagen gehen in eine ähnliche Richtung:

    Was die bessere Produktion ohne Harden betrifft, so stimme ich htybeler zu, dass er ohne Harden sicher mehr gegen Bankspieler spielt. Das kann bei so einer immer noch kleinen Sample Size schon als Faktor ausreichen.
    Es könnte aber auch sein, dass ihm eine Rolle mit Ballhandling-Aufgaben noch etwas besser liegt, als die eines reinen Spotup-Shooters, er z.B. besser in einen Rhythmus findet, wenn er selbst Würfe kreieren kann. Er tätigte neulich dahingehend selbst eine Aussage:

  14. D41

    Ist vielleicht auch einfach eine Sache der Konzentration. Wenn er einfach nur da steht oder eben für ihn auch kreiiert wird und er weiß, dass er die erste/zweite Option ist.

  15. Avatar

    TobyCooper

    Was haltet ihr eigentlich von James Ennis von den Grizzlies? Der ist mir bis vor kurzem noch gar nicht aufgefallen.
    Macht aber einen sehr soliden Job, vor allem im Bezug auf das was von ihm erwartet wird.
    Wurde letzte Saison von den Grizzlies gewaived, bekam dann in New Orleans eine Chance und wurde im Sommer wieder von den Grizzlies mit einem 2 Jahresvertrag (2×3 Mio.) ausgestattet.

    Hat sicherlich aufgrund des Parsons Ausfall mehr Spielzeit erhalten, hat diese aber auch gut genutzt.
    Saison 16/17 Stats: 25.6 Min / 8 PTS / 45.7% FG / 41.3% 3P (ok nur 2.5 Versuche pro Spiel) / ORtg 119

    Beim ORtg hat er sicherlich stark von den anderen Starter profitiert, dennoch könnte er noch mehr Verantwortung als 3er Schütze übernehmen. Hat in den wenigen Spielen der letzten Saison auch schon fast 45% von Downtown getroffen (bei 2.6 Versuche pro Spiel)

    Zu dem Gehalt ist meiner Meinung Memphis ein sehr guter Deal gelungen.

  16. Simon

    Finde ich auch. Bei Memphis gibt es ja sowieso einige Spieler, die positiv überraschen. Auch JaMychal Green und Troy Daniels gefallen mir gut. Außerdem spielen auch Conley (wenn fit) und Gasol eine unfassbare Saison. Freut mich für die Grizzlies.


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