Miami Heat

Wie elitär ist Hassan Whitesides Defense?

Warum Shotblocking und Rebounding nicht ausreichen.

Wenn man sich einen  Defensivanker bauen dürfte, wäre Hassan Whiteside sicherlich ein Paradebeispiel. Athletisch, 7‘0‘‘ groß, lange Arme, gutes Timing für den Block, eine Reboundmaschine – der Center der Miami Heat verkörpert eigentlich alles, was man benötigt, um in der NBA Erfolg unterm defensiven Brett zu haben. Wieso verteidigen die Miami Heat dann besser ohne Whiteside als mit ihm?

Die Ausgangslage

Die Miami Heat stellen momentan die sechstbeste Defense und halten ihre Gegner bei knapp unter einem Punkt pro Angriff. Angerechnet wird dies auch Hassan Whiteside. Nicht ganz zu Unrecht: Der Hüne blockt mit Abstand die meisten Würfe in der NBA. Nicht nur in seiner Gesamtzahl ist dies beeindruckend, auch die erweiterten Statistiken geben Whiteside diesen Titel – und diese mit weitem Abstand. Whiteside kommt auf eine Blockrate von mehr als 10% – das bedeutet, dass jeder zehnte Wurf, der Richtung Brett geht, wenn der Heat-Center auf dem Parkett steht, wieder zum Absender geschickt wird! Eine gewaltige Zahl. So groß, dass der Zweitplatzierte – DeAndre Jordan – nur knapp auf über die Hälfte der geblockten Würfe kommt und jeden 18. Wurf blockt.

Dazu kommt noch, dass Whiteside der drittbeste Defensivrebounder der Liga ist – auch hier sehen ihn die Statistiken weit vorne. Nahezu 30% aller verfügbaren Bälle pflückt Whiteside ein – ebenso beeindruckend wie sein Shotblocking. Wenn er also auf dem Feld steht, landet jeder dritte defensive Rebound bei ihm. Besser sind aktuell nur Andre Drummond und DeAndre Jordan.

Weiterhin ist zu sagen, dass Whiteside seine Rolle am Ring sehr ernst nimmt und gewissenhaft das defensive Brett beschützt. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass er jeden zehnten Wurf blockt; er verteidigt auch fast jeden zweiten Wurf in Ringnähe, wenn er auf dem Feld steht. Konsequenter tritt nur John Henson – in begrenzter Spielzeit – auf. Auch Seth Partnows Berechnungen, was die Ringbeschützerrolle Whitesides angeht, sehen den Center als den Spieler an, der auf 36 Minuten die drittmeisten Punkte eines gegnerischen Teams am Ring verhindert.

Nehmen wir dann noch Einzahlenmetriken wie das RPM hinzu, das darauf abzielt, nicht nur Blocks, Rebounds und Steals zu messen, sondern auch alle Bewegungen abseits der geläufigen Statistiken zu erfassen, ergeben sich weitere Vorzüge Whitesides: Die Metrik von Jerry Engelmann sieht ihn als zwölftbesten Verteidiger der Liga.

Die Problematik

Ist das Defensiv-Rating von 101,6, das die Heat vorweisen können, wenn Hassan Whiteside verteidigt, dann vielleicht einfach nicht aussagekräftig genug? Fehlt es an sample size oder liegt es an falsch zusammengestellten Rotationen, die Whiteside mit zu vielen Bankspielern oder schwachen Verteidigern auf dem Feld stehen lassen? Ist Chris Bosh als primärer Back Up einfach ein besserer Verteidiger und verändert deswegen den Wert Whitesides zum Negativen?

Zumindest Letzteres dürfte ein kleines Argument darstellen – Bosh ist mit Sicherheit der bessere Verteidiger und dies wirft zu gewissen Teilen auch ein schlechteres Licht auf Whiteside. Trotzdem ist es nicht zu erklären, dass außer Dwyane Wade kein Rotationsspieler einen schlechteren Wert als Whiteside vorweisen kann. Sicherlich hilft es nicht, dass Whiteside und Wade pro Spiel 24 Minuten gemeinsam auf dem Feld stehen, aber Bosh kommt auch auf 20 Minuten mit Wade und hat einen weit besseren Wert vorzuweisen als der Starting Center. Bosh und Whiteside hingegen kommen nur auf 16 gemeinsame Minuten, wovon beide 14 Minuten mit Wade verbringen. Einen Großteil verbringen also sowohl Bosh als auch Whiteside mit Wade. Es gibt also keine größere Benachteiligung Whitesides durch die Rotationen.

Auffällig bleibt, dass Whiteside in keiner einzigen Kombination mit einem anderen Spieler mit genügend Minuten auf den Durchschnittswert von 99,5 kommt – die 68 Minuten mit Josh McRoberts, wo es knapp reicht, sind offensiv zudem grausig und man geht sogar mit einem negativen NetRating vom Feld.

Woran liegt es also, dass Whiteside imposante Zahlen auflegt, diese sich aber nicht auf den defensiven Teamerfolg niederschlagen?

In den letzten Wochen haben sich die Anzeichen verdichtet, dass nicht jeder die Meinung teilt, dass Whiteside ein starker Verteidiger ist. Dies fing an, als Jeremias Engelmann im RPM-Podcast sagte, dass seine Metrik mit einigen Ausreißern nicht zurecht käme – Hassan Whiteside sei ein Beispiel dafür. Die schiere Menge an Rebounds und Blocks spiegele nicht die wirkliche Defensivleistung Whitesides wider.

Eine Woche später äußerte sich mit Rudy Gobert gar ein NBA-Spieler – zunächst mystisch, dann von Evan Fournier aufgeklärt – zur defensiven Leistung Whitesides und relativierte diese ebenfalls:

Sowohl Engelmann als auch Gobert zielen konkret auf die vermeintlichen Stärken Whitesides ab: das Shotblocking und das Rebounding, das aus ihrer Sicht überbewertet ist. Tatsächlich kann man dies auch anhand von Beobachtungen und Zahlenmaterial belegen.

Whitesides Shotblocking

Whiteside führt mit weitem Abstand die Liga in Blocks an und dominiert damit die Liga. Er kommt als einziger Big der Liga in die Nähe eines Triple Doubles, wenn dies mit Blocks erzielt werden soll. Problematisch ist hingegen, was nach einem erfolgreichen Block von Whiteside passiert:

Wie hier zu sehen ist, räumt Whiteside Al Jefferson zwar ab, aber befördert den Ball mit noch neun Sekunden auf der Uhr ins Aus, sodass Charlotte weiter in Ballbesitz bleibt. Nach dem Inbound kann Marvin Williams zum Jumper hochsteigen und zwei einfache Punkte erzielen. Dies ist natürlich nicht direkt Whitesides Schuld, aber es zeigt auf, dass Blocks nicht immer denselben Wert haben. Nüchtern und analytisch betrachtet beendet Charlotte diese Possession mit zwei Punkten. Dass Whiteside den Wurf von Jefferson geblockt hat, schlägt sich nicht positiv für die Heat nieder.
Wichtiger sind demzufolge Blocks, die den Gegner dazu bringen, den Ballbesitz nicht mehr zu erhalten: Am besten sorgt der Shotblocker also für einen defensiven Rebound, den entweder er selbst oder ein Mitspieler einsammelt. Nur so wird der Angriff des Gegners unterbunden und der geblockte Wurf entfaltet seinen vollen Impact. Leider ist dies nicht einmal bei der Hälfte der Blocks bei Hassan Whiteside der Fall:

whitesideblocksdrebs

Wie man hier sieht, gehen nur 47,5% der geblockten Würfe Whitesides zu seinen Teamkameraden zurück, sodass Miami in Ballbesitz gelangt. In den Top 20 der besten Shotblocker kommt nur Dwight Howard auf einen schlechteren Wert – auch ein Grund dafür, warum die Defensive  in Houston so schlecht ist, obwohl man mit Capela und Howard gleich zwei elitäre Shotblocker stellen kann.

Sowohl Howard als auch Whiteside verlassen sich beim Blocken vor allem auf ihre Athletik und sehen zunächst nur den Block, nicht aber, dass es hilfreicher wäre, wenn der Ball bei den Mitspielern landet. Deshalb konzentrieren sich beide darauf, durch den Block so viel wie möglich den Gegner einzuschüchtern und den Ball – zumeist mit voller Wucht – in die hinteren Reihen der Halle zu blocken. Was imposant wirkt und in den Highlight Plays auch gerne genommen wird, hindert aber das eigene Team daran, in Ballbesitz zu kommen.
Wie man diese Situationen anders löst, zeigt Tim Duncan, der in dieser Saison fantastische 80% seiner Blocks zum Mitspieler tippt und somit direkt den Fastbreak einleitet. Schön ist auch die Entwicklung von Anthony Davis mit anzusehen, der im Gegensatz zum Vorjahr sehr viel bedachter blockt und einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, was die Teamdienlichkeit angeht.

Zu den offensichtlicheren Beobachtungen, die man mit Zahlen unterlegen kann, kommen noch subjektive Eindrücke, die Engelmann bereits in unserem Podcast geschildert hatte, aber auch nicht objektiv belegen konnte: Hassan Whiteside ist sich im Klaren darüber, dass er ein exzellentes Timing für den Block hat und forciert dies auch. Das bedeutet im Negativen, dass er versucht, jegliche Wurfversuche zu blocken und dementsprechend auf alles springt, was der Gegner macht. Er fällt auf Pump Fakes herein oder reißt durch überhastetes Helfen Löcher in die eigene Defense.

Whiteside hat zwar exzellente Anlagen, aber es fehlt der Kopf, um diese Anlagen zu maximieren und seinem Team noch mehr zu helfen. Dies lässt sich auch daran ablesen, wie Whiteside direkt am Ring verteidigt. Der Center der Heat ist in 45% aller möglichen Abschlüsse in Ringnähe beteiligt – das ist Ligahöchstwert für Spieler, der mehr als 20 Minuten pro Spiel sehen. Zum einen ist dies natürlich ein gutes Zeichen, weil er als Rim Protector agiert; andererseits sollte bedacht werden, dass Whiteside auch direkt beteiligt ist, weil er weiß, dass er theoretisch jeden Wurf blocken könnte – und dies auch versucht. Er kommt dabei auf 47,5% Opp FG, was ein ordentlicher Wert ist. Hiermit liegt er gleichauf mit Tim Duncan und noch vor Noel, Drummond oder Howard. Bedenkt man aber, dass Whitesides Blocks zu 50% direkt unterm Ring passieren, sollte die Quote eigentlich sehr viel besser sein. Zur Ligaspitze um Rudy Gobert (40% Opp FG) fehlt allerdings noch eine ganze Ecke. Whiteside läuft unter allen Centern auf Platz 17 ein. 41 Center spielen derzeit über 20 Minuten pro Spiel. Der Mittelfeldplatz für den Zweitrundenpick verdeutlicht nochmals die verzerrte Wahrnehmung, die automatisch entsteht, wenn man es mit einem guten Shotblocker und Rebounder zu tun hat.

Whitesides Rebounding

Ebenso wie Whitesides Shotblocking wirkt auch sein Defensivrebounding nur auf den ersten Blick elitär. Whitesides dritter Platz unter allen NBA-Spielern, was die Defensive-Rebound-Percentage angeht, suggeriert auch hier, dass er den Heat sehr helfen kann, schließlich greift er jeden dritten Rebound ab, der am eigenen Brett herunterkommt. Dass Rebounding bei Whiteside ein Skill ist, ist unbestreitbar. Er hat – natürlich auch bedingt durch seinen Körper – ideale Voraussetzungen, um sich umkämpfte Rebounds zu sichern.

Im Gegensatz zum Shotblocking bedeutet der defensive Rebound auch, dass Whiteside seinem Team auf jeden Fall hilft, weil er die Possession des Gegners beendet und sein Team in Ballbesitz bringt. Der pure Nutzen des Rebounds sollte also unstrittig sein.

Whiteside sichert sich nach Andre Drummond die meisten umkämpften Rebounds und ist in den Top 10, wenn es um freie Rebounds geht. Er steht selbst nur 28 Minuten auf dem Feld und reicht trotzdem an die totalen Zahlen der Spieler heran – oder überbietet sie -, die länger auf dem Feld stehen. All dies sind die besten Voraussetzungen, um den Heat durchs Rebounding zu helfen – allerdings tut Whiteside dies nicht – oder nicht in dem Maße, wie man sich dies denken könnte. Wenn Whiteside auf dem Feld steht, holen die Heat 76% aller verfügbaren Rebounds am eigenen Brett – ligaweit wäre dies Platz 16 beim Rebounding. Ohne Whiteside auf dem Feld rebounden die Heat 78,8% aller verfügbaren Fehlwürfe! Dies entspräche Platz 4 in der Liga. Aber wie kann ein Team ohne seinen besten Rebounder besser beim Rebound sein als mit ihm?

Die Lösung findet sich – wie von Fabian Thewes bereits erklärt – darin, dass das Defensivrebounding eine Teamaufgabe ist, wo idealerweise alle Spieler mitarbeiten, um den Fehlwurf zu sichern. Hassan Whiteside hat aber extreme Probleme, sich in einem Defensivkonzept geschickt zu positionieren und boxt deswegen nicht konsequent aus, wie auch hier zu sehen ist:

Whiteside verfolgt hier wie ein Erstseher die NBA: Er beobachtet, wohin der Ball geht. Aus der Zone heraus bemerkt er kaum, dass er auf Kevin Durant switcht, läuft deswegen nicht den Close out, als dieser wirft und verfehlt. Er boxt nicht aus, da er ja gar keinen Gegenspieler hat, und geht deshalb zum Rebound, behindert seinen Mitspieler, woraufhin OKC wieder in Ballbesitz gelangt. Whiteside fixiert weiterhin nur den Ball und boxt eher unabsichtlich aus, hat aber zudem noch Glück, dass der nächste Wurf zu kurz ist und Miami den Ball sichern kann.

Whitesides Defense im Teamverbund

Generell ist Whiteside als Verteidiger noch viel zu sehr Beobachter und schaut ständig auf den Ball. Er verliert seine Gegenspieler und auch zu teilen sich selbst auf dem Court, weil er zu sehr darauf konzentriert ist, dem Ball nachzusehen. Damit ist auch zu erklären, warum er ein durchschnittlicher Post-Verteidiger ist: Dort ist der Ball bei seinem Gegenspieler und das ganze Spiel wird ruhiger und ausrechenbarer (wie bei Dwight Howard schon ausführlich erklärt). Darauf kann er sich konzentrieren und durch seinen Körper auch dagegenhalten.

Sobald er in ein Pick ‘n‘ Roll verwickelt wird und damit nicht den Gegenspieler mit Ball verteidigt, ist er hoffnungslos verloren, was auch seine miserablen Werte als Verteidiger gegen den Roll Man des Pick ‘n‘ Rolls zeigen: Whiteside gehört zu den schlechtesten 20%, während Teamkollege Chris Bosh einer der besten Pick ‘n‘ Roll-Verteidiger der Liga ist.

Diese Szene verdeutlicht – überspitzt gesagt –, was Whiteside in der Defensive macht:

Er blockt den Wurf von Ibaka, sichert jedoch nicht den Ball, denn der geht postwendend für einen Dreier der Thunder nach draußen. Der Fehlwurf würde eigentlich bei Chris Bosh landen, aber Whiteside hechtet dazwischen und klaut dem eigenen Teamkameraden den Spalding.

Fazit

Hassan Whiteside ist – zum jetzigen Zeitpunkt – einer der überschätzteren Defensivspieler der Liga. Dies liegt zum einen daran, dass Defensive schwer quantifizierbar ist und Whiteside in den wenigen Statistiken, die zur Verteidigung zählen, elitäre Zahlen vorweisen kann. Die Wahrnehmung, dass Rebounds und Blocks sinnbildlich für Defense stehen, ist auch deswegen noch so sehr verankert, weil andere Metriken fehlen und der Wert eines Blocks (vor allem zum Gegner) und eines Rebounds noch gar nicht genau beziffert wurden.

Zum anderen fällt auf, dass Whiteside das Spiel immer noch lernt – und gerade defensiv enorme Verständnisprobleme hat, wenn er gleichzeitig Ball und Gegenspieler im Auge behalten soll. Deswegen ist es recht clever von den Heat, den Center auch direkt am Korb einzusetzen, damit Whiteside erst gar nicht in ein Pick ‘n‘ Roll verwickelt werden kann, in dem er momentan noch völlig überfordert wirkt.

Bei all den Optimierungsvorschlägen zu Whitesides Spiel sollte man allerdings nicht vergessen, dass Whiteside noch immer ein Neuling in der Liga ist, der momentan mit einem Minimumvertrag ausgestattet ist und deswegen Fehler macht – und auch Fehler machen darf. Er ist kein exzellenter Verteidiger und sollte bei der Vergabe des Defensive Player of the Year-Awards keine Rolle spielen, aber macht einen ordentlichen Job als Ringbeschützer.

Dazu kommt noch, dass Whitesides Charakter ihn bisher von der NBA ferngehalten hat und er erst lernen muss, sich in einem Teamgefüge unterzuordnen und anzupassen. Zusätzlich ist für ihn diese Saison – vor allem aus finanzieller Sicht – wegweisend, weil sein Vertrag ausläuft und er seinen ersten großen Vertrag in der NBA unterschreiben wird. Dafür springt man ein paar Mal öfter zum Block hoch oder schnappt einen sowieso freien Rebound seinem Gegenspieler weg.
Whitesides Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Die nötigen Anlagen dafür bringt er jedenfalls mit. Es ist sein Verständnis vom Spiel und die Fähigkeit, sich unterzuordnen und zu lernen, die entscheiden, wie gut Whiteside wird und werden kann.

 

 
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5 comments

  1. Coach K

    Sehr guter Bericht, besonders die Tabelle mit dem Vergleich Blocks die dann zum eigenen Team gehen war sehr interessant.

    Was mich interessieren würde, wo Rudy Gobert hier steht, besonders nach seinem echt guten Twitterpost.

  2. Matuam

    Wo habt ihr denn bitte eure Statistiken her? Das Defensive Rating von Whiteside liegt laut quasi aller mir bekannten Statistikseiten bei 93 und damit weit über dem Teamschnitt und dem Ligaschnitt.

    http://basketball.realgm.com/nba/teams/Miami-Heat/15/Stats/2016/Advanced_Stats/All/drtg/All/asc/1/Regular_Season

    So einen Artikel auf Grundlage völlig falscher Zahlen aufzubauen entwertet die Aussagen dann doch ziemlich. Zumal 47,8% seiner Blocks, die bei den Mitspielern ankommen, unterm Strich in der Gesamtzahl immer noch deutlich mehr sind als die 60% bei den anderen Spielern der Liga. Außerdem haben auch sonstige Blocks durchaus Einfluss. Das hier gezeigte Beispiel passt da eigentlich perfekt: Der Gegner hat anschließend nur noch 8 Sekunden für seinen Angriff. Wurde dann hier zwar genutzt, dennoch wurde die Ausgangslage durch den erfolgreichen Block für die Offensive deutlich schlechter.

    Schlussendlich sagen die Statistiken vor allem eines: Das Defensive Rating von Whiteside ist mit großem Abstand das beste bei den Heat, vor allem im Vergleich zu den restlichen Startern um Welten besser, und per 100 Possessions Offense und Defense erzielen die Heat mit ihm 16 Punkte mehr als der Gegner. Insofern sehe ich anhand dieses Artikels noch nicht einmal eine Diskussionsgrundlage.

    Man kann sicher darüber diskutieren wie groß sein Einfluss wirklich ist und ob dieser Einfluss seinen Defensive Stats gerecht wird. Die Inhalte dieses Artikels sind für eine Diskussion aber leider wenig zu gebrauchen.

  3. Dennis Spillmann

    |Author

    Hallo und willkommen im Forum!
    Vielen Dank für deinen Beitrag.

    Die Zahlen sind von nba.com und beschreiben das Defensive Rating, was zustande kommt, wenn Whiteside auf dem Feld steht.

    Worauf du dich beziehst, ist leider die völlig unbrauchbare Formel von Dean Oliver. Lesehinweise: https://go-to-guys.de/glossary/drtg/
    Und https://go-to-guys.de/forum/viewtopic.php?f=28&t=914&p=6087&hilit=Defensive+rating#p6087
    Mit diesem DRtg kannst du keine defensive Leistunfg messen. Ich würde die Zahlen auch nicht nutzen.

  4. Sebastian Hansen

    Du kannst das auch bei NBAwowy nachvollziehen: Ohne Whiteside erzielt der Gegner 1,034 PPP, mit ihm auf dem Feld jedoch 1,050 PPP. Die Zahlen passen schon ;)

  5. kdurant35

    Stimme der Gesamteinschätzung von HW zu. Werte sprechen da deutliche Zahlen, dass Miami ohne ihn stärker ist. Deshalb ist es ja auch nicht verwunderlich, dass Spo am Ende des Spiels oft auf ihn verzichtet.

    Bin mir nur noch nicht sicher, ob das ein Heat-Problem ist. Die haben ja unter dem jetzigen Coach schon immer etwas anders verteidigt. Dazu passt ein beweglicher Big wie Bosh optimal. Wenn HW den Eindruck hat, dass Spos System nicht zu ihm passt könnte dies auch Auswirkungen auf seine Entscheidung im Sommer haben.


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