Draftprofile 2015

Stanley Johnson

Arizona Wildcats

Datenblatt

Name: Stanley Johnson

Geburtsdatum: 29.05.1996

Größe: 6’8″

Gewicht: 243 lbs

Spannweite: 6‘11.5‘‘

Position: Wing

Team: Arizona Wildcats

Überblick

Stärken/Schwächen | Scouting-Logbuch | Spielervergleich | Videos | Wichtige Spiele | Artikelempfehlungen Statssektion | Trivia | Twitter

Stärken

Schwächen

+ Scoring
+ Gute Länge/Größe
+ Physisch NBA-ready
+ Phyischer Verteidiger
+ Sehr harter Arbeiter
+ Winning Mentality

– Shooting
– Turnover
– Shot Selection

 

Scouting – Logbuch

Update 01/05/15

Wie erwartet, konnten einige Spieler das NCAA Tournament sichtbar nutzen, um ihren Draftstock noch einmal positiv zu beeinflussen. Spieler wie Karl Anthony Towns und Justise Winslow haben beeindruckende Performances aufgelegt und sich damit abschließend gut positioniert. Stanley Johnson ist dies leider nicht gelungen. Galt er zu Beginn der Spielzeit noch als bester Flügelspieler der Draft, findet man ihn nun auf Position zwei oder drei wieder.

In den Mock Drafts ist keine klare Richtung zu erkennen. Während er hier und da noch Teil der Top 10 ist, haben ihn andere am Ende der Lottery eingeordnet. Lag dies nun an seinen schwachen Auftritten oder war die allgemeine Einschätzung im Vorhinein übertrieben? Alleine die Tatsache, dass er den Ruf als sehr harter Arbeiter hat und als erster Akteur vier Mal die High School State Championship in Kalifornien gewinnen konnte, machte ihn zu einem außergewöhnlichen Prospect.

Doch schon im Februar wurde klar, dass Johnson momentan noch nicht auf dem Niveau ist, um einem Team in der Form weiterzuhelfen, wie man es von einem Top-Pick erwartet. Wenn man sich die besten Spieler eines jeden Draftjahrgangs anschaut, wird klar, dass es Elite-Skills benötigt, um ganz oben mitspielen zu dürfen und genau nach diesen sucht man bei dem Kalifornier vergeblich.

Die erste Halbzeit im Elite Eight gegen Wisconsin war bezeichnend. Offensiv war Johnson praktisch ein Non-Faktor. Er hat wenig Initiative ergriffen und die Verantwortung an T.J. McConnell, Brandon Ashley und andere abgegeben. Einzig im Fastbreak oder der Early Offense kamen seine Stärken zur Sicht und das mag auch der einzige Skill sein, der nahezu Elite ist. Sobald der ehemalige Wildcat ins Laufen kommt und sich in Überzahlsituationen befindet, ist er nur von wenigen aufzuhalten. Dabei zieht er viele Fouls und schließt stark ab. Doch leider reicht das nicht. Dazu ist dieser Aspekt des Spiels zu selten von Bedeutung. Im Halbfeld gab es über die Spielzeit gute Ansätze. Sowohl im Post-Up oder als Spot-up-Shooter aus der Ecke konnte er zeitweise überzeugen. Doch es sind in jeglicher Form Aspekte seines Spiels, die noch viel Arbeit benötigen.

Wohl oder übel macht ihn genau das zu einem Pick mit deutlich höherem Risiko. Während andere Prospects schon Skills aufweisen, die sie sicher abrufen können, ist seine Rolle auf dem nächsten Level unklar. Denn dort wird es nicht mehr möglich sein, Partien durch reine physische Überlegenheit zu dominieren. Diese hat er in der NBA nämlich nicht mehr.

Doch trotz alledem ist er ein sicherer Lottery-Pick und hat damit Qualitäten, die vielen NBA-Teams weiterhelfen können. Neben der physischen Spielweise und dem Transition-Game ist er ein überdurchschnittlicher Rebounder für seine Position. Sowohl im Offensiv-, als auch Defensivrebounding fand er sich in der Top 10 der Pac-12 wieder. Auch hier ist seine physische Überlegenheit wieder ein elementarer Grund für die Dominanz, dennoch hat Johnson bewiesen, dass er einen sehr schnellen zweiten und dritten Sprung hat.

Allgemein ist es recht wahrscheinlich, dass er in ein paar Jahren eher als defensivorientierter Spieler bekannt ist. Zwar lies er seinen Mann auf der Weak-Side noch des Öfteren entkommen, doch das sind Fehler, die auf Unkonzentriertheiten basieren. Vielversprechend ist, dass er sehr aktive Hände hat und viel in den Passwegen unterwegs ist (1,5 Steals pro Spiel, Platz sechs in der Pac-12). Auch von der Weak-Side kommend, unterhält er das Publikum gerne mit spektakulären Blocks. An der Stelle muss es ihm aber noch gelingen, die Situation besser einzuschätzen und seinen direkten Gegenspieler nicht komplett alleine zu lassen.

Zu diesem Zeitpunkt sollte Stanley Johnson mit Blick auf die NBA als guter Rollenspieler eingeschätzt werden. Ein Spieler, der die kleinen Dinge tut und dahin geht, wo es weh tut. Offensiv kann Johnson auf lange Sicht eine dritte Scoring-Option sein. Dazu müssen seine Wurfskills aber noch verfeinert werden. Was ihm helfen wird, ist, dass er es mit mehr Eigeninitiative schnell schaffen kann, eine hohe Zahl an Fouls zu ziehen. Wirkliche Indikatoren für einen zukünftigen Star gibt das Profil des Stanley Johnson aber nicht her. Einzig am defensiven Ende des Courts besteht das Potential, dass er eines Tages ein Top 10-Spieler sein wird.

https://www.youtube.com/watch?v=-KtDtQ97bLk

Update 15/02/15

Es ist Mitte Februar und wir stehen vor dem Ende der regulären Saison. Es ist also Zeit, ein besseres Allgemeinbild zur Entwicklung von Stanley Johnson zu bekommen. Mit 14,8 Punkten führt der Freshman sein Team noch immer beim Scoring an. 47,9 Prozent schießt er aus dem Feld, 74,1 Prozent von der Freiwurflinie und 39,7 aus der Distanz. Das sind alles sehr solide Werte. Dazu kommen 6,8 Rebounds, 1,8 Assists, 1,5 Steals und 0,4 Blocks pro Spiel. Die 2,3 Turnover sind der höchste Wert im eigenen Team, was bei einem Usage Percentage von 26,9 aber auch zu erwarten ist.

Im Spielverhalten hat sich jedoch einiges verändert, was zu einer veränderten Sichtweise auf Johnson führt. Das Spiel gegen die Washington Huskies (86-62) war ein gutes Beispiel dafür. Johnson war mit 20 Punkten Topscorer der Wildcats und hatte, wie schon so häufig im Conference Play, eine sehr gute Punkteausbeute. Dass man am Ende der Partie aber von der Menge an Punkten überrascht war, ist bezeichnend für sein Spiel. Eigentlich hat Johnson eine sehr unauffällige Partie gezeigt, wenig Kontrolle gehabt. Neben T.J. McConnell und Rondae Hollis-Jefferson schien er unterzugehen. Das führt dazu, dass seine potentielle Rolle in einem NBA Team vielleicht sogar überdacht werden sollte.

Eine wichtige Frage, die unterstützend wirken sollte, ist die nach seinen Stärken. In welchem Bereichen kann sich Stanley Johnson von seiner Konkurrenz absetzen? Da kommen wir schon zu einem elementaren Problem. Es gibt praktisch keine. Die Einzige, die ad hoc einfällt, ist sein Transition Game. Hier kann der 18-Jährige sein ganzes Können ausspielen und seine Kontrahenten – vor allem auf dem College Level – überpowern. Dazu kommt, dass er eine überdurchschnittliche Athletik besitzt, die er dort perfekt nutzen kann. Doch die Probleme liegen im Halbfeld. Man sollte meinen, dass er mit der Zeit ein höheres Maß an Verantwortung inne hat und das Spiel kontrolliert. Dem ist aber nicht so. Natürlich gibt es immer wieder kurze Momente, in denen er mit einer tollen Aktion Akzente setzen kann, aber dies ist noch zu inkonstant. Den Dreipunktewurf trifft er zwar überraschend gut, die Form muss aber noch verbessert werden und mit nur 25 getroffenen Dreiern ist die Stichprobengröße zu klein. 84 Prozent seiner Dreier sind aus dem Catch & Shoot und er trifft dabei eine sehr bedachte Auswahl. Das heißt nicht, dass er auf dem nächsten Level nicht für seinen Wurf beachtet werden sollte, es ist einfach keine Eliteeigenschaft seine Spiels.

Der Drive zum Korb wurde vor und auch noch zu Beginn der Saison immer als Stärke herausgestellt. Dies sollte eigentlich auch der Fall sein, wenn man bedenkt, was Johnson für eine physische Stärke mitbringt. Nun trifft er aber nur 52,1 Prozent seiner Würfe am Ring. Kein anderer Spieler in seinem Team wirft dort schlechter als 60 Prozent. Das ist ein alarmierender Wert. Trotzdem sieht es oftmals nicht so schlecht aus, weil er ein guter Rebounder am offensiven Ende ist. Selbst nach dem eigenen Wurf schafft er es häufig, den Rebound und Tip-in zu bekommen, was das Bild auf den ersten Blick etwas verzerrt. In der NBA ist er mit dieser athletischen Fähigkeit aber nicht mehr alleine.

Jedoch bleibt noch ein wichtiger Faktor im Spiel des Schützlings von Coach Sean Miller, die Defense. Über einen langen Zeitraum wurde Johnson als Defensivspezialist gepriesen und es bleibt dabei, er hat alle Tools, um auf mehreren Positionen zu dominieren. Leider tut er das momentan nicht. Dabei ist nicht das Können oder die Athletik das Problem. Johnson ist zu nachlässig. Gegen die Huskies wurde er mehrmals ausgewechselt, weil Miller nicht zufrieden mit ihm war. Toller One-on-One Defense folgt häufig eine Nachlässigkeit abseits des Balles, die zu leichten Punkten führt. Dies kann er sich nicht weiterhin leisten.

Da kommt auch gleich die Frage auf, wie ihn das im Vergleich zu anderen Prospects auf seiner Position aussehen lässt. In dieser Gruppe befinden sich zumeist noch Kelly Oubre und Justise Winslow, weshalb der Kansas Jayhawk und der Duke Blue Devil Johnson gegenüber gestellt werden sollen.

WingPunkteReboundsAssistsStealsTurnoverORtgDRtg
Stanley Johnson30,814,23,83,04,8115,286,5
Kelly Oubre27,015,03,23,33,3113,692,1
Justise Winslow24,211,34,21,93,6110,996,8

Diese Zahlen sind auf 100 Possessions gerechnet und stellen dadurch deutlich bessere Vergleichsmöglichkeiten dar. Anhand dieser Zahlen setzen sich Johnson und Oubre ein gutes Stück von Winslow ab. Das stimmt auch mit dem Gefühl überein, was die Akteure in den letzten Wochen vermitteln. Was jedoch täuscht, sind die ersten neun Spiele von Oubre, in denen er nur 10,1 Minuten pro Partie auf dem Feld stand. Diese fehlen ihm an dieser Stelle. 

WingFGAFG%3PA3P%FTAFT%% Rim
Stanley Johnson20,647,95,539,71274,152,1
Kelly Oubre20,744,89387,467,263,4
Justise Winslow18,543,86,736,7961,362,5

Auch in diesem Beispiel sind die Zahlen wieder pro 100 Possessions und man sieht ganz klar, dass Stanley Johnson in vielen Bereichen effektiver handelt. Es ist ihm bewusst, dass er seinen Wurf mit Bedacht nutzen muss und nimmt daher nur 5,5 Versuche aus der Distanz. Dabei wirft er aber eine bessere Quote als Oubre und Winslow. Bei den Wurfversuchen aus dem Feld liegt er gleichauf mit Oubre, trifft jedoch drei Prozent besser als der Jayhawk. Winslow ist sogar noch einen Prozent schlechter bei weniger Wurfversuchen. Des Weiteren ist auffällig, dass Johnson die mit Abstand meisten Freiwürfe zieht. Diese trifft er dann aber auch noch deutlich besser. Nur bei der Quote am Ring sieht Johnson schlecht aus. Dies aber ein sehr wichtiger Faktor für seine weitere Evaluation. 

Diesem statistischen Vergleich nach, steht Johnson noch immer als bester der drei Flügelspieler da. Jedoch muss man dabei aufpassen. Vor allem Oubre hat Aspekte in seinem Spiel, die eher als Elite-Skill anzusehen sind. Zum Beispiel trifft er den Dreier fast genau so gut und nimmt in 100 Possessions 3,5 Würfe mehr. Ob dies nun auch wirklich als elitär einzustufen ist, sollte wann anders geklärt werden, jedoch wird deutlich, dass sich Johnson in dieser Gruppe nicht verstecken muss. Spricht das nun für ihn oder gegen die Gruppe?

Momentan ist nicht abzusehen, dass Stanley Johnson ein Spieler wird, der offensiv eine erste Option sein kann. Selbst das Spiel einer zweiten Option ist fraglich. Defensiv kann man die Unkonzentriertheit noch auf sein Alter zurückführen, offensiv sieht er aber schlicht und ergreifend nach einem besseren Rollenspieler aus, der ab und an über sich hinauswächst.

Update 11/01/15

Offensiv überzeugt Stanley Johnson zu Beginn der Saison häufig durch seine Durchsetzungskraft und physische Überlegenheit. Mit mehr Spielen und Erfahrung hat sich aber auch seine Rolle in der Offensive für Head Coach Sean Miller verändert. Johnson bekommt eine größere Rolle und bessere Chancen, sich auch auf anderen Wegen ins Spiel einzubringen.

Als Flügelspieler fallen ihm selten Aufgaben als Ballhandler zu. Mit T.J. McConnell und Gabe York agieren zumeist zwei kleinere Guards neben ihm und dementsprechend wartet Johnson am Perimeter auf Chancen zum Dreier/Drive oder wird durch Off-Ball Blocks in Szene gesetzt. Die meisten seiner Distanzwürfe nimmt er aus der Ecke. Diese, sehr hochprozentigen, Würfe erklären seine 43 3P% über die Saison, obwohl er noch kein wirklich sicherer Schütze ist. Jegliche Versuche, aus der Ecke zum Korb zu ziehen, sind nur selten erfolgreich. Sein durchschnittliches Ballhandling bereitet ihm auf geringem Raum Probleme und gegnerische Verteidigungen machen es ihm nicht leichter. 

Raum für den Zug zum Korb bekommt der 18-Jährige, wenn er den Ball am Perimeter auf Höhe Freiwurflinie bekommt. Dort kann er mit On-Ball Blocks oder isoliert arbeiten. Aber auch hier besteht Verbesserungsbedarf. Die Wurfauswahl ist durchschnittlich und oftmals fehlt ihm die Übersicht. Für den direkten Verteidiger ist es kaum möglich, ihn komplett zu stoppen. Bei der Hilfe eines Big Man verliert Johnson aber oft die Kontrolle über die Situation und schließt mit schlechten Floatern ab. Bei seinen Drives zieht sich zumeist die ganze Defense zusammen und fokussiert sich auf ihn. Wenn er es dann schafft, auf einen seiner Shooter auf der Weak Side abzulegen, kann man diesen kaum noch aufhalten.

Was zu Beginn der Saison noch gefehlt hat, war der Einsatz eines Post-up Spiels. Zu selten hat ihm Coach Miller die Chance gegeben, tief aufzuposten und Duelle in Korbnähe phyisch für sich zu entscheiden. Spieler wie zum Beispiel Marcus Smart haben es in den vergangenen Jahren gezeigt, dass auch Flügelspieler und Guards an dieser Stelle sehr effektiv sein können. Mit mehr Selbstvertrauen und besserem Spielverständnis werden sich aber auch für Johnson mehr von diesen Möglichkeiten ergeben.

Denn genau in diesem Bereich fühlt sich der Kalifornier besonders wohl, wenn es um Rebounds geht. Stanley Johnson ist in allen Situationen und nach praktisch jedem Wurf in der Lage, einen offensiven Rebound zu bekommen. Er hat nach dem eigenen Wurf einen sehr schnellen zweiten und dritten Sprung und kann seine schlechten Abschlüsse häufig gleich wieder verwerten. Auch wenn er von der Weak Side kommt und in erster Linie nichts mit dem Angriff zu tun hat, kann er nach dem Wurf noch gefährlich werden. Ein Grund, warum es durchaus schlau von Sean Miller ist, Johnson in der entgegengesetzten Ecke zu parken. Wenn er keine Chance hat, seinen Distanzwurf auszupacken, nimmt er häufig noch auf diese Art und Weise Einfluss auf das Spiel.

Ein Bereich, in dem Johnson schon seit Beginn der Spielzeit ein großer Teil zugute kommt, ist die Early Offense. Hier agiert er sogar des Öfteren als Ballhandler. Allgemein ist Johnson einer der gefährlichsten Transition-Spieler der Wildcats und im Break kaum aufzuhalten. Seine Durchsetzungskraft ermöglicht es ihm, viele Fouls zu ziehen und mit dem einen oder anderen And-one für Highlights zu sorgen.

Der Bereich im Spiel des Stanley Johnson, der am wenigstens unterschätzt werden sollte, ist seine Big Play Ability. Er ist einer dieser Spieler, der zu jedem Zeitpunkt der Parie das Momentum zu Gunsten seines Teams wenden kann. Und das ist weder auf seine Offense, noch auf die Defense begrenzt. Mann kann es aber durchaus kategorisieren, was wir im Folgenden machen werden. 

Offensiv ist Johnson durch seine Physis und Athletik schwer zu greifen. Schon in einigen Spielen hat er gezeigt, dass man ihm besser nicht zu viel Freiraum geben sollte. Von der Dreierlinie benötigt er nur wenige Schritte, um spektakulär abzuschließen. Außerdem hat er ein sogenanntes „Short Memory“, wie die Amerikaner es nennen. Er lässt sich nie von vorangegangenen Situationen runterziehen, sondern schaut immer nach vorne. Das ist auch der Grund, warum er schwache Momente, Ballverluste oder schlechte Würfe mit Hustle oder kluger Verteidigung schnell wieder zu einem positiven Ergebnis wenden kann.

Defensiv muss man eigentlich nicht allzu viel dazu sagen. Wenn es Johnson auf einen Gegenspieler abgesehen hat, gibt es wahrscheinlich kaum einen unangenehmeren On-Ball Verteidiger in der Pac-12. So ist es ihm schon gelungen, in aufeinanderfolgenden Possessions den Ball zu klauen und in Punkte umzuwandeln. Genau das sind dann diese Plays, die das Momentum des Spiels beeinflussen. Aber auch von Weak Side kommend, nutzt Johnson seine Athletik und kann spektakuläre Blocks für sich sprechen lassen.

Schon jetzt hat er in fast jedem Spiel solche Plays und mit wachsender Erfahrung wird dies nicht weniger werden. Das macht ihn zu einem solch besonderen Spieler, der im NCAA Tournament ganz wichtig für Arizona werden kann. Auch wenn diese Qualität keine elitäre Bedeutung mehr hat, zeigte ein Shabazz Napier, dass der Draft Stock auch heute noch davon profitieren kann. 

Update 09/12/14

Seit Beginn der Saison gilt Stanley Johnson insbesondere als Spieler mit sehr guten defensiven Anlagen. Als Spieler, der defensiv den Unterschied ausmachen kann. Doch wie stark ist er defensiv wirklich?

Zu Beginn sollten noch mal die körperlichen Voraussetzungen geprüft werden. Mit einer Größe von 6’8“ (2.07 Meter) in Schuhen hat er sowohl auf dem College-, als auch auf dem NBA-Level eine hervorragende Größe um Flügelspieler und kleinere Big Men zu verteidigen. Die Spannweite von 6’11.5“ (2.12 Meter) ist ebenfalls überdurchschnittlich und ein eminent wichtiger Punkt für einen guten Verteidiger. Dieser Radius ermöglicht es ihm, sowohl on-Ball, als auch off-Ball einen großen Impact zu haben. Als Vergleich: Konkurrenten auf dem Flügel wie Duke Blue Devil Justise Winslow (6’10“ Wingspan) oder Sam Dekker (6’10“ Wingspan) kommen mit schlechteren Voraussetzungen daher. Kansas Jayhawk Kelly Oubre schießt hingegen den Vogel ab und erzielt mit einer Spannweite von 7’1.5“ den besten Wert, hat zur Zeit jedoch genug andere Problemzonen.
Interessant wird es, wenn man Johnson und Oubre bei ihrem Gewicht vergleicht. Johnson ist mit seinen 243 lbs (110 Kilogramm) ein sehr bulliger Spieler, der nur durch seinen Körper viel Gegenwehr gewährleisten kann. Kelly Oubre wird mit seinen 204 lbs (92 Kilo) durch die Zone geschoben und hat in den meisten Post-up Duellen eine sehr schlechte Ausgangsposition. Daran kann man schon sehr gut absehen, warum Johnson bereits vor der Saison als solch positives Matchup gesehen wurde. Seine physischen Anlagen verschaffen ihm, insbesondere auf dem NCAA-Level, große Vorteile.

Beginnen wir im Skill-Bereich bei der On-Ball Defense. Auf dem Flügel setzt ihn Sean Miller häufig auf den besten Perimter-Scorer an. Dabei können dies sowohl Guards, als auch Forwards sein. Ab dem Moment, wo diese den Ball in den Händen halten, erhöht Johnson seine Intensität häufig und versucht, großen Druck aufzubauen. Der Ballhandler kann dabei meist nicht frei aufspielen und hat wenig Freiraum, so zu agieren, wie er sich das wünscht. Zu Beginn der Saison hatte der junge Freshman noch häufig Foulprobleme, weil die Refs seine physische Spielweise nicht haben durchgehen lassen. Über die ersten fünf Partien foulte Johnson 3,2 Mal im Schnitt. Seit dem Spiel gegen San Diego State hat sich sein Defensivverhalten in diesem Punkt aber deutlich verbessert. Er riskiert weniger und schafft es häufig, durch gute Fußarbeit mit dem Körper vor dem Mann zu bleiben. Demnach ging seine Foulanzahl auch auf 1,33 in den letzten drei Partien zurück.

Bei der Pick & Roll Defense gibt es unterschiedliche Ergebnisse. Wenn der Kontrahent nicht den Block nutzt und auf dem Flügel dann häufig zur Baseline zieht, sieht Johnson konstant sehr gut aus. Er gibt dem Ballführer dann sehr wenig Möglichkeiten, die Situation via Pass oder Wurf zu retten. Bei einem hohen Pick & Roll sieht Johnson hingegen oft sehr schlecht aus und bleibt deutlich zu lange im Pick hängen. Dies ist häufig der Fall, wenn sein Gegenspieler ein Guard ist und den Vorteil in der Beschleunigung hat. Kleinere Verteidiger haben dort zumeist nicht das Problem, hängenzubleiben. Bestes Beispiel dafür ist momentan wohl Kentucky Wildcat Guard Tyler Ulis. Doch für Johnson ist es mit dem Körper nicht einfach, das hohe Pick & Roll gut zu verteidigen. Dies muss er jedoch lernen, will er weiterhin die Möglichkeit haben, alle Perimeter Positionen verteidigen zu können. Selten gibt es Fälle, wo er es schon besser hinbekommt, aber das ist eher in Situationen, wo der Big Man den Block nicht lange hält (Slip Screen) und selber schnell zum Korb abrollt. Gegnerischen Coaches wird diese Schwäche Johnson’s aber im Film Room auffallen.

Das weitaus größere Problem bei Stanley Johnson ist die Off-Ball Defense. Während er on-Ball sehr hohen Einsatz zeigt und überaus aktiv ist, gehen ihm genau diese Eigenschaften off-Ball etwas ab. In vielen Situationen hat er die richtige Position und scheint vor dem Drive des Ballhandlers auch alles im Blick zu haben, schaut dann aber einfach zu und trifft keine Entscheidung. Oftmals steht er dann zwischen Zone und Dreipunktelinie und wartet. Welche Beweggründe er dort hat, ist unklar. Es würde den Drive des Kontrahenten deutlich einschränken, wenn er entweder als Hilfe eingreifen oder den Shooter am Perimeter wegnehmen würde. In anderen Situationen ist er wiederum zu sehr auf den eigenen Mann fokussiert und verliert den eigentlichen Spielfluss aus den Augen. Auch wenn er dort an sich nichts falsch macht, gäbe es viele Optionen, in das Spiel einzugreifen und positiv zu beeinflussen.

In der Zone hat Johnson eine deutlich höhere Effektivität, wenn er hilft. Es gelingt ihm, körperlich gegenzuhalten und Turnover zu verursachen. Zumindest sucht der gegnerische Big meist wieder die nächstbeste Passmöglichkeit. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Wie bereits weiter oben beschrieben gibt es auch hier Fälle, in denen Johnson daneben steht und niemanden deckt. Das muss er abstellen.
Sein Timing bei der Post-Hilfe ist gut und er lässt seinen eigenen Mann nur kurz offen. Somit wird dieser nur selten ins Spiel gebracht. Wenn dem gedoppelten Spieler der Pass dann aber doch gelingt, ist meistens nicht mehr viel zu retten. Das sind typische Freshman-Fehler. Dieses Gleichgewicht wird der 18-Jährige finden, sollte sich damit aber nicht allzu viel Zeit lassen.

 

Abschließend ist zu sagen, dass Stanley Johnson schon jetzt über die meiste Zeit defensiv auf einem sehr hohen Niveau agiert. Es geht hier vor allem um das Abstellen von Freshman-Fehlern und das Hochhalten der Intensität. Das ist der Schlüssel, um die Konstanz am defensiven Ende zu wahren. Wenn es ihm gelingt, auch off-Ball so konsequent, wie im direkten Duell mit dem Ballhandler zu sein, kann er noch in diesem Jahr zu einem Elite-Verteidiger werden.

Update 30/11/14
Nach mehreren Partien auf erhöhtem Schwierigkeitsgrad lässt sich ein erstes Zwischenfazit zu Johnson ziehen. Nach einer unterdurchschnittlichen Leistung in seinem ersten College-Spiel gegen Mount St. Mary’s (8 P, 6 R, 2-8 FG, 0-4 3P), tritt er stark verbessert auf. Dabei kann sich der Forward insbesondere defensiv auszeichnen.

In den letzten drei Partien verbuchte er sieben Steals und glänzte mit einer sehr aktiven On-Ball Defense. Durch seine körperliche Überlegenheit haben es die Kontrahenten schwer, im 1-on-1 direkt gegen ihn zu scoren. Winston Sheppard, Topscorer der San Diego State Aztecs durfte das in der letzten Partie spüren. Mehrmals zwang ihn Johnson beim Drive zu sehr schwachen Abschlüssen, die teilweise nicht mal den Ring erreichten. Aufpassen muss der Freshman noch, wenn er sich durch gegnerische Blocks kämpft. Oftmals verliert er seinen Gegenspieler oder ist zu riskobereit. Auch in der Verteidigung des hohen Pick’n’Rolls besteht Verbesserungsbedarf.

Offensiv hat Johnson relativ wenig Playmaking-Aufgaben. Oftmals wird er in der Ecke geparkt und wartet auf seine Chance. In den ersten Partien war er dabei auch nicht wirklich aktiv, dies änderte sich aber in der Serie gegen Missouri, Kansas State und San Diego State. Mit 15,3 Punkten im Schnitt machte er auf sich aufmerksam. Dabei zog er 26 Freiwürfe. Das ist auch der Hauptgrund für seine gute Punkteausbeute. 11-30 aus dem Feld sind kein gutes Argument für sein Scoring.

Dieses Ergebnis hat verchiedene Gründe: Solange Johnson das Spiel auf sich zukommen lässt, agiert er sehr effektiv. Der Dreier aus der Ecke scheint eine Waffe in seinem Arsenal zu sein. Wenn er diesen in Ruhe nehmen kann, trifft er diesen Wurf sehr sicher.
In Phasen, in denen er selbst kreieren möchte, nimmt er zu viele schlechte Würfe gegen mehrere Kontrahenten in der Zone. Sein Selbstvertrauen ist auf einem sehr hohen Niveau, was durchaus positiv ist. An der Stelle muss er aber schlauer werden. Beim Drive hat er häufig die Chance, auf den freien Mitspieler rauszukicken und tut dies nicht. Dem gegnerischen Team ist bewusst, wie gut er ist und deswegen sind nach schneller Hilfe der Defense die Schützen auf der Weak-Side meist sehr frei.

Nichtsdestotrotz hat er sich defensiv als Playmaker bewiesen. In sehr kurzer Zeit kann der 18-Jährige mit mehreren Steals oder Blocks das Momentum zugunsten der Wildcats beeinflussen – so geschehen gegen San Diego State. Dort gelang es ihm, in einer engen Phase des Spiels zwei wichtige Ballverluste in Folge im Aufbauspiel der Aztecs zu provozieren.

Auch beim Rebound war Johnson bis jetzt ein wichtiger Faktor für Arizona. Bereits vier Partien mit mehr als fünf Rebounds zeigen dies. Eine Reboundrate von 14 Prozent ist mehr als ordentlich. Gerade beim offensiven Rebound wird das deutlich. Auch wenn er oftmals den Abschluss forciert, kann er dies meist wieder gutmachen, indem er sich im Kampf um den Rebound gegen mehrere Bigmen durchsetzt und seine eigenen Fehlwürfe zu einem hohem Prozentsatz wieder einsammelt.

Allgemein merkt man schon jetzt, dass Johnson ein Mann für die Big Plays ist. Er hat alle Tools, um einen gehörigen Impact zu haben. Wenn er dies noch lernt, an der richtigen Stelle einzusetzen, sieht die Zukunft sehr positiv aus.

Update 16/11/14
Lange Zeit befand sich Stanley Johnson nicht so wirklich auf dem Radar der Scouts. An der Basketballschmiede Mater Dei in Kalifornien gewann er zwar schon in seinem ersten Jahr die State-Meisterschaft, ihm fehlte aber noch so einiges, um sein Spiel komplett zu machen. Durch seine Statur wurde er noch häufig als Bigman aufgestellt, da es sowohl am Shooting, als auch am Ballhandling gefehlt hat. 

Einige Jahre später gehört Stanley Johnson zu den besten Talenten in den USA, wurde von den besten Unis im Land gejagt und wird sich unter Sean Miller einen Namen machen. In Kalifornien hat der 18-Jährige vier High School-Meisterschaften in Folge geholt und so hart an seinem Spiel gearbeitet, dass er sein Team im letzten Jahr sogar als Playmaker zum Titel führen konnte. 

Bei den Wildcats sind seine Mitspieler schon jetzt unglaublich überrascht von seinen Fähigkeiten und erwarten große Dinge. Es herrscht ein gewisser Druck, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass genau das sein Ding ist. Wichtig wird sein, dass er weiter an seinem Wurf arbeitet und diesen auf das nächste Level bringt. Wenn ihm das innerhalb dieser Spielzeit gelingt, steht einer sehr guten Platzierung in der Draft nichts im Wege. 

 

Spielervergleich

Update 05/05/15
Weitere, aktuellere Vergleiche könnte Defensivspezialist Tony Allen sein. Zwar verfügt er über keinen guten Distanzwurf, besitzt aber eine überdurchschnittliche Athletik und verteidigt auf einem hohen Niveau. Durch diese Spezialisierung ist Allen eindeutig als Rollenspieler zu identifizieren, was ihn aber auf diesem Bereich auch zu einem wichtigen Bestandteil seines Teams macht. An dieser Stelle hat Johnson zwar mehr Potential, es ist aber durchaus eine realistische Prognose für seine Karriere. 

Best-Case wäre ein Akteur wie Kawhi Leonard. Der Arbeitseinsatz ist vergleichbar. Ähnlich ist außerdem die Statur und physische Spielweise. Wenn Johnson es vor allem offensiv schafft, seinem Spiel ein solch breites Arsenal an Waffen hinzuzufügen, steht einer sehr erfolgreichen Karriere nichts mehr im Weg. Für diesen Fall muss aber auch wirklich alles passen. 

Update 16/11/14
Für den NBA Fan im Jahre 2014 mag der Vergleich zwar eher negativ sein, doch es gab eine Zeit, in der Ron Artest aka Metta World Peace ein guter Basketballer war. Der Einsatz und Wille war ein wichtiger Teil seines Spiels. Dies kann so direkt auf Stanley Johnson übertragen werden. Noch ist der Wurf von Johnson noch nicht auf dem Niveau, auf dem es sein sollte, doch auch World Peace hatte zu Beginn seiner Kariere eine unterdurchschnittliche Wurfquote. Der ehemalige Wildcat war am College zumindest ein annehmbarer Schütze. Er überzeugte ebenfalls mit einer gewissen Vielseitigkeit, die er beim Rebounding und als Passgeber zeigt. Die physische Spielweise und der starke Drive zum Korb passt ebenfalls ins Bild.

 

Videos

Role on Offense-Scouting:

Big Play Ability-Scouting:

Defense-Scouting:

Preseason-Scouting von Draftexpress:

 

Wichtige Spiele mit aufschlussreichem Matchup

06.12. vs. Gonzaga mit den Wings/Playmakern Kevin Pangos und Gary Bell
13.12. vs. Michigan mit Wing Caris Levert
08.12. @ Oregon mit Wing Joseph Young
22.01. @ Stanford mit Wing Chasson Randle
24.01. @ California mit Wing Jabari Bird
21.02. vs. UCLA mit Wing Norman Powell
05.03. vs. California mit Wing Jabari Bird
07.03. vs. Stanford mit Wing Chasson Randle 

Artikelempfehlungen

“I feel like confidence is one of the things you can control,” Johnson said. “And I’ve talked to a lot of pros, and they say if you’re confident, that’s half the battle.”

“When guys say it’s one in a million that make it to college, it’s one in a million that make it to the league, I always tell kids like, man, you’re that one,” he said.

ESPN – Stanley Johnson’s special skill set

 

“He makes big shots, big plays. It’s uncanny. That’s the thing that set him apart over the last four years. There’s very few people who have been as good a prospect as he is and who have also won so frequently who also came through in certainly clutch situations.” – Frank Burleson

Bleacher Report – Star Frosh Stanley Johnson Ready to Explode at Arizona Behind Talent and Drive 

Statssektion         

International: 

2014 FIBA Americas U18 Championship: 14 P / 5,4 R / 47,4 FG%
2012 FIBA U17 World Championship: 7,8 P / 4,9 R / 41,8 FG%

High School:

Senior-Saison: 25 P / 8 R / 3,6 A / 2,5 STL / 3,9 TO / 47 3PM / 35 GP
Hoop Summit: 7 P / 3 R / 2 TO in 25 Min
McDonalds All American Game: 8 P / 4 R in 20 Min
Jordan Brand Classic: 24 P / 3 A bei 10-18 FG / 3-5 3PM in 25 Min

Awards:

First Team HS All-American USA Today (2014)
4x CIF Division I state champions (2011, 2012, 2013, 2014)
MaxPreps.com High School National Player of the Year (2014)
California Mr. Basketball (2014)
All-California Interscholastic Federation (CIF) Division I first team (2012)
ESPNHS Cal-Hi Sports California Sophomore of the Year (2012)
CIF All-state first team (2011, 2012)
CIF All-league first team (2012)

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft2015StatsWings

Trivia

  • Erster Spieler in Kalifornien, der in jedem seiner vier High School-Jahren die State-Championship holen konnte.
  • Hat in seiner High School-Karriere ganze fünf Spiele verloren.
  • Seine Mutter Karen Taylor war Profi-Basketballerin in Dänemark, Italien und Schweden.
  • Seinen unglaublichen Einsatz und Willen hat er durch das lange, intensive Training mit seiner Mutter bekommen, die ihn sehr geprägt hat.
  • Seine Teamkollegen nennen ihn “Stanimal”, da er für sein Alter und die Position sehr körperlich spielt und phyisch bereit ist.

Twitter
@StanMan_5

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