NBA, Off-Court

Low Carb – High Reward?

Was steckt hinter der Diät von LeBron James und Carmelo Anthony?

Jede Offseason hat ihre kleine Geschichtchen, die zur Mitte der Saison keine Berechtigung mehr haben. Es gibt jedoch auch Trends, die in der Offseason gesetzt werden.  In dieser Offseason waren es beispielsweise die „großen“ Gewichtsverluste von LeBron James und Carmelo Anthony, die immer wieder in den Medien auftauchten bzw. durch die Athleten selbst angefeuert wurden.
Wie ist die Gewichtsabnahme einiger Stars in der Liga zu bewerten?

Was ist passiert?

Kurz nachdem LeBron selbst den Stein ins Rollen gebracht hatte – indem er sich mit einer Fotomontage über seinen eigenen Erfolg lustig machte -, mischte sich Brian Windhorst von ESPN ein und spekulierte, warum James nun Gewicht verloren habe. Windhorst blieb dabei professionell und berichtete, dass LeBron sich letzte Saison wohl weit über den angegebenen 250 Pounds befunden hätte und somit völlig außer Form gewesen wäre. Nun darf jeder für sich selbst entscheiden, ob das Gewicht James’ eher eingeschränkt oder geholfen hatte, darum soll es in diesem Artikel auch nicht ausschließlich gehen, eher um die Diskussionen, die durch diesen Gewichtsverlust entstanden sind.

Immer wieder wurden die Gewichtsverluste der beiden Stars mit den wohl strengeren Regeln rund um die anstehenden Doping-Kontrollen der NBA in Verbindung gebracht (die NBA will anfangen, auf Wachstumshormone/HGH zu testen). Wenn man sich allerdings mit dem Thema vertraut macht, dürfte kaum jemand darauf kommen, dass James oder Anthony irgendwelche Mittel abgesetzt und dadurch so viel Gewicht verloren haben. Man könnte es wohl eher umdrehen und behaupten, dass die beiden vielleicht sogar durch die kurzzeitige Einnahme von HGH einen drastischen Sprung im Kampf gegen die Pfunde gemacht haben.

Dafür muss man allerdings erst mal verstehen, was HGH mit dem Körper anstellt, bzw. wieso es für einen Sportler wie LeBron James durchaus sinnvoll wäre, Wachstumshormone, zumindest über einen bestimmten Zeitraum, zu injizieren. Man muss verstehen, dass die Sagen um die Effekte des rasanten Muskelaufbaus definitiv nicht stimmen, zumindest nicht in den immer wieder gepriesenen Ausmaßen und vor allem nicht, wenn man es nicht mit den passenden anabolen/androgenen Steroiden einnimmt.

The word is that the best human growth hormone tests are getting better, and will soon be capable of detecting HGH use over a longer period of time. WADA has been making noise about a better test in the works, and one of its tricks is not to let athletes know when new tests are going into effect. 

But the truth is only a tiny handful of athletes have ever failed HGH tests, and there’s no reason to assume NBA players would be any different.

– Henry Abbott

Was ist HGH?

Somatropin (STH/HGH) ist inzwischen salonfähig und wird nicht nur von Sportlern oder Bodybuildern verwendet, sondern auch von Schauspielern oder Stars der Musikbranche. Es gilt nicht nur als Jungbrunnen, sondern verstärkt auch den Heilprozess bei Verletzungen, normalisiert den Fettgehalt des Körpers und verbessert, in richtiger Anwendung, das Verhältnis von gutem zu schlechtem Cholesterin. Damit Somatropin seine gewünschte Wirkung auch vollkommen entfalten kann, sollte der Konsument es natürlich nicht ohne ärztliche Betreuung verwenden und mit den passenden Komponenten verbinden. Die mit Abstand wichtigsten sind: Testosteron, Insulin und Schilddrüsenhormone wie Liothyronin.

In Verbindung mit diesen Mitteln versucht der Athlet vor allem auf die Fettverbrennung einzuwirken. Ein gleichzeitiger Muskelaufbau wird durch die Ausschüttung von dem insulinähnlichen Wachstumsfaktor (IGF-1) angeregt, die von Wachstumshormonen induziert werden. Primär sorgt diese Mischung also richtig angewendet dafür, dass der Athlet Fett verbrennt und die vorhandene Muskelmasse hält bzw. noch steigert.

Einem Basketballspieler wie LeBron James oder Carmelo Anthony würden auf diesem hohen Niveau allerdings nicht nur diese Eigenschaften von Somatropin helfen, auch die „Begleiterscheinungen“ könnten über eine harte Saison durchaus hilfreich sein: Somatropin steigert den psychischen Antrieb, normalisiert das psychische Wohlbefinden, stärkt Knochen und Knorpel, steigert die Knochendichte, normalisiert die Herzmuskelmasse und Wanddicke und verbessert dadurch die Pumpleistung/Durchblutung des Herzens und normalisiert den körpereigenen Wasserhaushalt.

Natürlich soll das jetzt nicht bedeuten, dass LeBron James oder Carmelo Anthony durchgehend auf Wachstumshormonen sind. Kaum ein Athlet, der unter ärztlicher Aufsicht steht, würde sich durchgehend den Nebenwirkungen einer derart langen Kur aussetzen. Dieser Abschnitt sollte nur aufzeigen, dass die Entwicklung der beiden eher für als gegen eine Verwendung des, unter dem Regelwerk der NBA, verbotenen Mittels steht.

Die Verantwortlichen der Liga versuchen dem Problem und der immer wieder aufkeimenden Kritik der schlampigen Kontrollen zwar entgegenzuwirken, aber es gibt die, die wissen, dass man Wachstumshormone kaum oder oft auch gar nicht nachweisen kann. Auch die neusten Tests sind oft noch nicht so weit, als dass sie die Wachstumshormone lange genug nachweisen könnten. Steroide wie Testosteron kann man durch Bluttests zwar besser nachweisen, aber selbst hier verfehlen die Tests oft ihre Aufgabe. Außerdem sollte es für einen Weltstar wie James oder Anthony ein Leichtes sein, diese Tests zu umgehen oder früh genug von diesen zu erfahren.

Der Sinn hinter dem Abnehmwahn

Auch wenn LeBron der wohl kompletteste Spieler der Welt ist, zählt die Athletik immer noch zu einer seiner größten Stärken. Ob er nachgeholfen hat oder alles naturell erreicht hat, spielt da keine Rolle, denn kaum ein Spieler könnte diese Athletik erreichen, egal womit er nachhelfen würde. Und genau hier könnte die Low Carb-Diät ein interessantes Mittel zur Weiterentwicklung darstellen. Anders als beispielsweise Ray Allen (der seit Jahren eine Paleo Diät nutzt) verfügt LeBron schon von Natur aus über immense Kraft und wird trotz reduzierter Kohlenhydratzufuhr kaum Leistungseinbrüche haben. Allerdings braucht so ein Körper wirklich viel Energie und diese einzig über gesunde Fette und Proteine beizusteuern, wird über eine ganze Saison keine leichte Aufgabe sein.
Der Gedanke hinter der Diät dürfte vielleicht ein ganz anderer sein. Auch wenn viele Journalisten der Meinung sind, dass LeBron und Anthony dieses Gewicht über die Saison halten wollen, um ihre Körper auf spätere Zeiten vorzubereiten, lassen sie völlig außer Acht, dass beide Spieler gerade erst in ihrer Prime sind. Noch müssen sie sich eher weniger Sorgen machen, was nach dieser Zeit kommt. Was könnte also ein logischer Grund für die Taktik des plötzlichen Fettverlustes sein?

“My mentality was that I’m burning so much, I need the sugar and I need carbs,” Allen explained. “But toward the end of the year, I remember being on anti-inflammatories and my body always felt like I was hopped up on drugs just to decrease the inflammation.” – Ray Allen


Der Jojo-Effekt

Wenn man vom Jojo-Effekt spricht, bedeutet das in der Regel immer etwas Schlechtes. Im Basketball, auf diesem Niveau, muss es das zwangsläufig aber gar nicht. Wer schon mal eine Low Carb-Diät gemacht hat, dürfte wissen, dass man sich gerade zu Anfang der Diät ziemlich schwach und antriebslos fühlt. Der Körper gewöhnt sich zwar relativ schnell an diese neue Herausforderung und die Pfunde purzeln, aber ein Spieler wie Carmelo Anthony dürfte über eine Saison mit den „Nebenwirkungen“ mehr zu kämpfen haben als beispielsweise LeBron James. James verfügt über außergewöhnliche körperliche Eigenschaften und Energiereserven. Carmelo ist ohne Frage ein Top-Athlet, aber eben nicht auf dem körperlichen Niveau eines James. Dennoch könnte beiden Athleten dieser Jojo-Effekt zu Gute kommen. 

Wenn man davon ausgeht, dass beide Athleten diese Art der Ernährung nicht über eine komplette Saison halten wollen, sondern den Körper über die Offseason nur „entgiften“ und auf die kommende Saison vorbereiten wollen, könnte sich das sogar als ziemlich kluger Schachzug herausstellen.
Viele Bodybuilder nutzen die Low Carb-Diät ähnlich, aber aus anderen Beweggründen und in anderer Reihenfolge: In der Offseason wollen die meisten Wettkampfbodybuilder vor allem an schierer Masse zulegen, um so viel qualitative Muskelmasse wie möglich hervorzubringen. Vor einem Wettkampf möchten sie dann so trocken und prall wie möglich werden. Sie gehen in eine Diät (ob metabol/low carb oder andere ist da nebensächlich), essen noch disziplinierter, stellen ihr Training um und erhöhen die Cardio-Einheiten. Kurz vor dem Wettkampf gibt es die Ladephase, in der dem Körper mit jeder Mahlzeit geregelte Mengen an Kohlenhydraten zugeführt werden, um die Muskeln nochmal mit Energie zu versorgen.
Wenn man das nun mit diesem theoretischen Szenario vergleicht, drehen LeBron und Anthony diese Methode nur um und nutzen die Diät anders: Aus jeder Diät kann man ausschleichen, so auch aus der Low Carb-Diät. Führt man dem Körper nun kurz vor Saisonbeginn langsam wieder die passenden Kohlenhydrate zu, könnte es passieren, dass beide Spieler nicht nur weiter an Muskelmasse gewinnen, sondern auch die, durch die Diät, erhöhte Schnelligkeit und Agilität beibehalten werden kann.
Die Belastung in der Saison ist für disziplinierte Spieler zu groß, als dass sie wahnsinnig viel Fett ansetzen könnten, das lässt alleine der straffe Spielplan nicht zu, also würde die Masse zwar wiederkommen, aber nicht in dem Ausmaß, wie es vorher der Fall war. Sowohl James als auch Anthony würden dem jeweiligen Gegenspieler also ein völlig neues Paket vor die Füße stellen. Die gewohnte Kraft dieser beiden Ausnahmeathleten gepaart mit neu gewonnener Schnelligkeit, Agilität und Ausdauer würde jeden Defensivkoordinator vor eine noch schwierigere Aufgabe stellen.

“That’s absolutely what needs to be done,” said Robb Wolf, a biochemist and author of “The Paleo Solution: The Original Human Diet.” He feels that all athletes who operate at what he describes as a “high level” require extra carbs “to be able to function optimally – potatoes, some sweet potatoes, some white rice.”

Fazit

Dem pfiffigen Leser dürfte aufgefallen sein, dass auch dieser Artikel ein wenig in Spekulationen abdriftet und die Aussage zu Anfang wieder bestätigt: In der Offseason bedient man sich solcher Themen.
Eigentlich stellt das auch kein Problem dar, wenn jeder etwas zu einem bestimmten Thema beizusteuern hat und nicht das wiederholt, was schon längst gesagt wurde. Niemand außer LeBron James und Carmelo Anthony selbst weiß, warum genau sie diese Art der Ernährung gewählt haben, aber wenn man ein bisschen hinter die Kulissen schaut, kann man mehr als nur eine angebliche Umgehung der WADA-Tests erkennen. Ob dies ein neuer Trend für die Saison sein wird? Warten wir die Mitte der Saison einfach ab.

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11 comments

  1. Jonathan Walker

    Super interessanter Artikel, Ben! Danke dafür.

    Nur: Woher hast du die Aussage Windhorsts, James sei “außer Form” gewesen, weil er 260-270 lbs. gewogen haben soll? Ich kenne seine Schätzung (und die anderer Journalisten/Experten) des Gewichts, jedoch habe ich noch nie den Rückschluss gehört, James wäre nicht in Form gewesen (im Gegensatz zu Wade, btw). Ich hatte es immer so verstanden, dass James einfach etwas massiger, im Sinne von muskulöser war.
    10 lbs (also 4.5 KG) sind ganz abgesehen davon für einen Spieler seiner Größe und Masse ja auch kein himmelweiter Unterschied…

  2. Benjamin Mell

    |Author

    Danke :)

    Für mich ist es auch kein großer Unterschied, vor allem bei einem athletischen Wunder wie James. Habe den Link gerade nicht zur Hand, kann ihn aber gerne nochmal suchen – wenn ich wieder Zuhause bin.

    Außer Form ist vielleicht auch hart ausgedrückt, aber so in der Art konnte man es aus Windhorsts Aussage entnehmen. James selbst wäre wohl mit seinem Gewicht auch nicht zufrieden gewesen und fühlte sich teilweise außer Form. Windhorst lebt ja fast von allem was LeBron sagt oder macht.

    Erinner mich bei Gelegenheit nochmal daran, dass ich es aus meinem Verlauf krame.

  3. Julian Lage

    Super interessanter Artikel, Ben! Danke dafür.

    Nur: Woher hast du die Aussage Windhorsts, James sei “außer Form” gewesen, weil er 260-270 lbs. gewogen haben soll? Ich kenne seine Schätzung (und die anderer Journalisten/Experten) des Gewichts, jedoch habe ich noch nie den Rückschluss gehört, James wäre nicht in Form gewesen (im Gegensatz zu Wade, btw). Ich hatte es immer so verstanden, dass James einfach etwas massiger, im Sinne von muskulöser war.
    10 lbs (also 4.5 KG) sind ganz abgesehen davon für einen Spieler seiner Größe und Masse ja auch kein himmelweiter Unterschied…

    Zwischen Finals und James-Wechsel nach Cleveland kam zumindest immer wieder auf, dass James am Ende der Playoffs erschöpft war… Ich hatte es aber so verstanden, dass die Ursachen in zu vielen Minuten und dem Schonen von Wade zu suchen wären, was du ja auch andeutest.

    Allgemein: Sehr interessanter Artikel, zumal Gewicht ja meistens nur bei Kandidaten wie Felton, Davis oder früher Shaq aufkommt (bzw. in die andere Richtung bei sich verbessernden Spielern). In wie weit die Masse auch bei Positionen mit reinspielt, wird denke ich viel zu oft zugunsten der Größe ignoriert. Die Unterschiede da fallen mir sogar oft beim selbst Spielen auf…

  4. Smido83

    “Windhorst blieb dabei professionell und berichtete, dass LeBron sich letzte Saison wohl weit über den angegebenen 250 Pounds befunden hätte und somit völlig außer Form gewesen wäre.”

    Bitte wie? Außer Form? James hat die letzten Jahre stetig Muskelmasse aufgebaut. Wie sei mal dahingestellt, aber außer Form war er dabei nie! Man muss sich nur mal Bilder oder Videos aus der letzten Saison ansehen, da ist kein Gramm fett zu viel am Körper. Wenn das außer Form sein soll, dann weiß ich auch nicht. Da er zunehmend auf der 4 gespielt hat war diese Gewichtszunahme auch nötig. Was er dadurch verloren hat war aber die laterale Schnelligkeit, wodurch er am Perimeter die schnelleren Spieler nicht mehr so effektiv verteidigen konnte. Auch dies konnte man letzte Saison feststellen.

    Jetzt in Cleveland ist die Situation aber eine andere. Mit Varejao/Love/Thompson/Haywood und wahrscheinlich Marion wird er fast nicht mehr auf der 4 spielen müssen. Da es im Backcourt und auf dem Flügel aber kaum gute Verteidiger gibt muss er im Gegenzug wieder vermehrt den besten Flügel des Gegners verteidigen. Ergo braucht er die Masse nicht mehr, aber muss wieder flinker werden. Daher ist es sinnvoll und auch verständlich, dass er jetzt über den Sommer die Muskelberge abgebaut hat.

    Weiterhin: Auch wenn er gerade in der Prime ist sollte man eines nicht vergessen. 15 – 20 Kilo mehr bedeuten eine viel höhere Belastung für die Gelenke. Auch wenn er bisher keine größeren Verletzungsprobleme hatte, so ist Ihm mit Sicherheit aufgefallen, dass z.B. ein Wade, welcher auch größtenteils über die Physis und Kraft kommt schon mit Anfang 30 körperlich mehr und mehr abbaut, aber ein viel leichterer Allen bis in die hohen 30er sehr gute Leistungen gebracht hat. Will er in seiner Karriere also auch bis in die hohen 30er noch top Leistungen bringen, dann ist die Chance dazu deutlich höher, wenn er schon jetzt mit weniger Gewicht die Gelenke stark entlastet und eben nicht mehr im Lowpost ackert. Den dafür nötigen 3er hat er sich die letzten Jahre angeeignet.

    Trozdem denke ich, dass auch die kommenden Dopingkontrollen eine gewisse Rolle gespielt haben könnten. Denn ich denke nicht, dass eine solche Statur wie sie James letzte Saison hatte ohne das eine oder andere Mittelchen möglich ist. Dies gehört im Leistungsport jedoch leider dazu. Egal ob NBA, NFL, NHL… alle Mannschaftssportarten wo die Physis eine wichtige Rolle spielen sind meiner Meinung nach nicht sauber. Sehr schade, aber so ist es in der heutigen Kultur leider.

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    Bei Anthony ist die Situation eine andere. Dieser war nie ein solcher Überathlet wie James. Auf mich wirkte er sogar immer nicht ganz austrainiert. Jetzt mal alle nötigen Pfunde abzubauen um dann das ideale Verhältnis Kraft zu Schnelligkeit zu finden macht Sinn. Das war für mich bisher noch nie der Fall. Denn will er noch einen Titel gewinnen, dann muss auch er in den nächsten 5 Jahre jede Saison zu top Leistungen fähig sein. Ähnlich wie bei James könnte der Gewichtsverlust also auch bei Ihm dazu führen, dass er länger in seiner Prime ist. Schaut man sich diese Fotos an, dann fällt auf, dass er viel fitter, sportlicher, gesünder und austrainierter aussieht.

    Image

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    Weiterhin wird auch er sich zukünftig wieder mehr auf dem Flügel sehen. Da er noch nie ein top Verteidiger war könnte er jetzt, da deutlich leichter, zumindest ein passabler Wing Defender werden. Denn die fehlenden Pfunde werden Ihm auch konditionell helfen an beiden Enden Einsatz zeigen zu können, was für mich die letzten Jahre so nicht möglich war.

    Fazit:
    Bei beiden macht es meiner Meinung nach Sinn, dass Sie Ihr Körpergewicht deutlich reduziert haben. Bei dem einen weil er jetzt wieder andere Stärken benötigt als pure Kraft, beim anderen um sein Leistungsvermögen endlich komplett abrufen zu können. Weiterhin erhöhen beide durch die deutlich geringere Belastung der Gelenke die Chance länger auf höchsten Niveau spielen zu können.

    Einen trend sehe ich dahingehend aber noch nicht.

  5. Artur Kowis

    Klasse Artikel, Ben. Wirklich toll, hierfür einen Experten zu haben. :tup:

    Ich denke, dass die “Vorbereitung auf das Alter” dennoch mit eine Rolle spielt, wenn auch eine untergeordnete. Klar, beide sind vom Alter her noch in bzw. gerade am Ende ihrer Prime. Jedoch sind sie nicht der NBA-Durchschnitt – beide sind als High School-Abgänger in die Liga gekommen und haben als Offensivasse einige Ellbögen und Bumps abbekommen. Deren Minutenkonto ist für ihr Alter schon ziemlich dick., vor allem LeBrons.

    Der Punkt zur Agilität macht für mich Sinn, nicht nur positionsabhängig. Obwohl er immer noch großartig war, fand ich LeBron rein vom Aussehen fr seine Spielweise schon für SEHR – vielleicht zu – massig. Einem Spieler, der so viele Minuten spielt, ständig in den Drive geht und in der Zone durch Double Teams kracht, muss das schon viel Kraft rauben.

    Dieser Körper hat LeBron sicher auch geholfen, auch spielerisch so ein “Monster” zu werden, aber vielleicht hat er auch einfach gemerkt, dass der Tradeoff gegenüber Erholung für die Playoffs und Konservierung für die kommenden Jahre zu hoch ist.

  6. Julian Lage

    Der Punkt zur Agilität macht für mich Sinn, nicht nur positionsabhängig. Obwohl er immer noch großartig war, fand ich LeBron rein vom Aussehen fr seine Spielweise schon für SEHR – vielleicht zu – massig. Einem Spieler, der so viele Minuten spielt, ständig in den Drive geht und in der Zone durch Double Teams kracht, muss das schon viel Kraft rauben.

    Aber gerade in der Zone hilft die zusätzliche Masse an sich ja, zusätzlich in der Defense gegen größere/schwerere Spieler.

    Der Gewichtsverlust ist vor allem dann logisch, wenn er kleiner spielen will/soll, wie Smido schon gesagt hat. Die Cavs sind auf den großen Positionen, v.a. auf PF, besser besetzt als die Heat. Dafür fehlt auf den kleineren Positionen Defense, d.h. es wird vielleicht öfter nötig, die Aufgaben zu tauschen. Wenn er längere Zeit mit z.B. Rose oder Wall mithalten soll, sind die verlorenen Kilos sicher viel wert… Dafür steht jetzt eben niemand mehr der Kategorie David West an, weil das die Aufgabe von Love oder Thompson wird.

  7. Jonathan Walker

    Danke :)

    Für mich ist es auch kein großer Unterschied, vor allem bei einem athletischen Wunder wie James. Habe den Link gerade nicht zur Hand, kann ihn aber gerne nochmal suchen – wenn ich wieder Zuhause bin.

    Außer Form ist vielleicht auch hart ausgedrückt, aber so in der Art konnte man es aus Windhorsts Aussage entnehmen. James selbst wäre wohl mit seinem Gewicht auch nicht zufrieden gewesen und fühlte sich teilweise außer Form. Windhorst lebt ja fast von allem was LeBron sagt oder macht.

    Erinner mich bei Gelegenheit nochmal daran, dass ich es aus meinem Verlauf krame.

    Alles klar, mache ich (hiermit :mrgreen: ).

    Mir geht es nur darum, dass Windhorsts Aussage für “völlig außer Form” vielleicht nicht ganz reichen – es sei denn, du hast etwas ganz anderes gelesen als ich.

    Zwischen Finals und James-Wechsel nach Cleveland kam zumindest immer wieder auf, dass James am Ende der Playoffs erschöpft war… Ich hatte es aber so verstanden, dass die Ursachen in zu vielen Minuten und dem Schonen von Wade zu suchen wären, was du ja auch andeutest.

    Ja, das ist mir bekannt. Nur sehe ich da nicht zwingend eine Verbindung zum Gewicht.

    Ich denke, dass die “Vorbereitung auf das Alter” dennoch mit eine Rolle spielt, wenn auch eine untergeordnete. Klar, beide sind vom Alter her noch in bzw. gerade am Ende ihrer Prime. Jedoch sind sie nicht der NBA-Durchschnitt – beide sind als High School-Abgänger in die Liga gekommen und haben als Offensivasse einige Ellbögen und Bumps abbekommen. Deren Minutenkonto ist für ihr Alter schon ziemlich dick., vor allem LeBrons.

    Guter Punkt, nur das fette stimmt nicht ganz: Melo war eine Saison lang in Syracuse am College. Ist aber trotzdem gleicher Jahrgang wie James, also bleibt deine Grundaussage trotzdem wahr.

    Der Gewichtsverlust ist vor allem dann logisch, wenn er kleiner spielen will/soll, wie Smido schon gesagt hat. Die Cavs sind auf den großen Positionen, v.a. auf PF, besser besetzt als die Heat. Dafür fehlt auf den kleineren Positionen Defense, d.h. es wird vielleicht öfter nötig, die Aufgaben zu tauschen. Wenn er längere Zeit mit z.B. Rose oder Wall mithalten soll, sind die verlorenen Kilos sicher viel wert… Dafür steht jetzt eben niemand mehr der Kategorie David West an, weil das die Aufgabe von Love oder Thompson wird.

    Das sehe ich ganz genauso. Selbst für die anstrengenderen (Small) Forwards hat man ja nun auch noch Marion, was heißen könnte, dass sich James noch mehr um die Guards kümmern wird. Das ganze macht einfach sehr viel Sinn, wenn Cleveland wenig mit James auf der Vier spielen wird.

  8. Avatar

    t0rchy

    Ich finde es erschreckend, dass hier in keiner Weise auf die negativen Auswirkungen solcher Dopingmittel eingegangen wird. Hier werden Wachstumshormone beworben wie manche “Supplemente” in diversen Bodybuilder-Shops.

    Ein paar Auszüge:

    Es gilt nicht nur als Jungbrunnen, sondern verstärkt auch den Heilprozess bei Verletzungen, normalisiert den Fettgehalt des Körpers und verbessert, in richtiger Anwendung, das Verhältnis von gutem zu schlechtem Cholesterin.

    auch die „Begleiterscheinungen“ könnten über eine harte Saison durchaus hilfreich sein: Somatropin steigert den psychischen Antrieb, normalisiert das psychische Wohlbefinden, stärkt Knochen und Knorpel, steigert die Knochendichte, normalisiert die Herzmuskelmasse und Wanddicke und verbessert dadurch die Pumpleistung/Durchblutung des Herzens und normalisiert den körpereigenen Wasserhaushalt.

    Die Art und Weise, wie hier lediglich Vorzüge durch Halbwahrheiten bis hin zu falschen Aussagen angepriesen werden ohne auch nur ein einziges Mal auf Risiken und Nachteile des Substanzkonsumes einzugehen, lässt ja schon Raum für einige Spekulationen über den Autor… Das finde ich sehr schade und passt nicht in ein Forum, einen Blog oder jedwede andere öffentliche Einrichtung mit dem Ziel, viele sportinteressierte Menschen zu erreichen!

    Um mal die Halb- und Unwahrheiten anzusprechen:
    Die künstliche Einnahme von Wachstumshormonen, Insulin usw. ohne medizinische Indikation (also eine spezifische Krankheit als Behandlungsgrund) normalisiert garnichts. So wie du das schreibst klingt das wie: Nimm das Zeug, und dein Körper wird von ganz allein total normal, gesund und ausgeglichen.
    Das ist schlichtweg irreführend und falsch. Es werden viele Prozesse im Körper künstlich gesteigert. Diese haben für Sportler sehr wünschenswerte Folgen, ja, aber genauso viele (wenn nicht mehr) negative Konsequenzen.
    Nochmal: Es wird nichts “normalisiert” sondern durch einen radikalen Eingriff in verschiedenste Stoffwechsel- und Hormonsysteme manipuliert. Das ist ein Unterschied.

    Die Aussage, dass das psychische Wohlbefinden normalisiert wird, ist aber der Hohn schlechthin.
    Ich habe bereits mehrere Patienten gehabt, die auf Grund des Konsums derartiger Substanzen schwere Depressionen und Psychosen entwickelt haben. Zwei von ihnen leben nun mit Mitte Zwanzig von einer Erwerbsminderungsrente durch seelische Behinderung in Folge dieser Psychoseerkrankung. Herzlichen Glückwunsch, zu ihrem frisch normalisiertem psychischen Wohlbefinden! Am besten noch ein bisschen nachspritzen…
    Alle Patienten hatten, oft korrelierend mit Dauer und Dosis der missbrauchten Substanzen, abstruse Lebwerte. Teilweise waren auch die Bauchspeichel- und Schilddrüse massiv geschädigt. Vom Herzmuskel einmal ganz zu schweigen (“normalisiert Herzwanddicke”? entschuldigung, das ist lächerlich).

    Es ist bekannt, dass gerade die Psyche massiv negativ beeinflusst wird und die körperlichen Schäden vielleicht nicht auf dem ersten Blick gravierend, langfristig aber (je nach Qualität der ärztlichen Begleitung, Verträglichkeit sowie Vernunft und Dosierung durch den Konsumenten) nicht weniger schädlich sind und schon so manches Opfer gefordert haben.
    In Zeiten, in denen auch unter Amateuren der Erwerb und Missbrauch von illegalen Substanzen jedweder Art eine deutliche Zunahme entwickelt, finde ich einen derart unreflektierten und inhaltlich höchst bedenklichen – man könnte hier sehr einfach bewusste Irreführung unterstellen – regelrecht disqualifizierend für den Autor an sich.

    Erst habe ich tatsächlich gedacht, dieser Artikel ist als Satire gedacht mit besten Empfehlungen an den Postillon. Leider war dem nicht so… Sehr schade.

  9. Benjamin Mell

    |Author

    Ich weiß nicht ob Du durch die persönlichen Erfahrungen mit den Patienten ein bisschen voreingenommen bist, aber dann gehe ich – wie Du – auch mal auf ein paar Punkte ein und hoffe, dass ich Dich halbwegs beruhigen kann. Da Du die Folgeschäden schon perfekt ergänzt hast, brauche ich das ja nicht machen.
    Vorweg möchte ich aber nochmal deutlich machen, dass ich niemanden dazu animieren möchte Steroide zu konsumieren.

    Ich finde es erschreckend, dass hier in keiner Weise auf die negativen Auswirkungen solcher Dopingmittel eingegangen wird. Hier werden Wachstumshormone beworben wie manche “Supplemente” in diversen Bodybuilder-Shops.

    Ich habe das Thema bewusst nur kurz angesprochen, da es sonst ein reiner Artikel über HGH geworden wäre. Das wollte ich vermeiden, es ist immer noch eine Seite über Basketball und nicht jeden interessieren die Vor und Nachteile dieser Mittel.
    Hier ging es auch in keinster Weise um die negativen Auswirkungen solcher Substanzen, sondern nur darum, dass es durchaus möglich wäre, dass LeBron und Carmelo durch diese Mittel abgenommen haben könnten. Beworben habe ich nichts, aber wenn Du möchtest, kann ich auch gerne nochmal ein paar Nebenwirkungen (speziell HGH, denn sonst würde das auch wieder zu weit führen) aufzählen, diese sind mir durchaus bewusst:

    – In vielen Fällen Unterfunktion der Schilddrüse
    – Überfunktion der Bauspeicheldrüse und eine daraus resultierende Schädigung
    – Diabetes mellitus
    – Karpaltunnelsyndrom (kann allerdings durch eine vorübergehende Reduzierung der Somatropin Dosis wieder verschwinden)
    – Akromegalie (LeBrons Veränderungen am Kopf könnten für eine Verwendung sprechen)

    Die künstliche Einnahme von Wachstumshormonen, Insulin usw. ohne medizinische Indikation (also eine spezifische Krankheit als Behandlungsgrund) normalisiert garnichts. So wie du das schreibst klingt das wie: Nimm das Zeug, und dein Körper wird von ganz allein total normal, gesund und ausgeglichen.
    Das ist schlichtweg irreführend und falsch. Es werden viele Prozesse im Körper künstlich gesteigert. Diese haben für Sportler sehr wünschenswerte Folgen, ja, aber genauso viele (wenn nicht mehr) negative Konsequenzen.
    Nochmal: Es wird nichts “normalisiert” sondern durch einen radikalen Eingriff in verschiedenste Stoffwechsel- und Hormonsysteme manipuliert. Das ist ein Unterschied.

    Genau da sehe ich das Problem: Für Dich klingt es so.

    Niemand sagt, dass man durch diese Mittel gesund wird. Das ist auch nicht das Ziel dieser Mittel, zumindest nicht im Sport. Ich habe auch nicht gepriesen, dass sich alles normalisiert, sondern nur aufgeführt was für eine Verwendung von HGH in diesen beiden Fällen spricht.

    Die meisten Menschen in Deutschland werden sich Wachstumshormone kaum leisten können. Nenne mir einen normal arbeitenden Menschen, der sich eine Wachs-Kur aus dem Ärmel schütteln kann. Vor allem da ja noch mehr Faktoren eine Rolle spielen, die ich im Artikel auch angesprochen habe. Wachs alleine bringt einem rein gar nichts. Testosteron, Insulin und Schilddrüsenhormone wollen auch noch bezahlt werden. Wenn man alles zusammen nimmt, dürften die Kosten zu hoch für einen normal Berufstätigen Durchschnittssportler sein. Allein aus dem Grund musste ich keine Anti-Doping Kampagne starten. Der Artikel soll nicht die Vor und Nachteile dieser Mittel aufzeigen, sondern nur, dass es für einen Spieler wie LeBron (!) durchaus Vorteile haben kann.
    Einen wichtigen Punkt unterschlägst Du hier auch. LeBron hat die besten Ärzte um sich. steht unter ständiger Kontrolle (habe ich auch angedeutet) und kann somit den Schaden, den er mit solch einer Kur anrichten würde, gut einschätzen.

    Die Aussage, dass das psychische Wohlbefinden normalisiert wird, ist aber der Hohn schlechthin.
    Ich habe bereits mehrere Patienten gehabt, die auf Grund des Konsums derartiger Substanzen schwere Depressionen und Psychosen entwickelt haben. Zwei von ihnen leben nun mit Mitte Zwanzig von einer Erwerbsminderungsrente durch seelische Behinderung in Folge dieser Psychoseerkrankung. Herzlichen Glückwunsch, zu ihrem frisch normalisiertem psychischen Wohlbefinden! Am besten noch ein bisschen nachspritzen…
    Alle Patienten hatten, oft korrelierend mit Dauer und Dosis der missbrauchten Substanzen, abstruse Lebwerte. Teilweise waren auch die Bauchspeichel- und Schilddrüse massiv geschädigt. Vom Herzmuskel einmal ganz zu schweigen (“normalisiert Herzwanddicke”? entschuldigung, das ist lächerlich).

    Es ist bekannt, dass gerade die Psyche massiv negativ beeinflusst wird und die körperlichen Schäden vielleicht nicht auf dem ersten Blick gravierend, langfristig aber (je nach Qualität der ärztlichen Begleitung, Verträglichkeit sowie Vernunft und Dosierung durch den Konsumenten) nicht weniger schädlich sind und schon so manches Opfer gefordert haben.
    In Zeiten, in denen auch unter Amateuren der Erwerb und Missbrauch von illegalen Substanzen jedweder Art eine deutliche Zunahme entwickelt, finde ich einen derart unreflektierten und inhaltlich höchst bedenklichen – man könnte hier sehr einfach bewusste Irreführung unterstellen – regelrecht disqualifizierend für den Autor an sich.

    Welche Substanzen haben Deine Patienten denn konsumiert? Ich denke nicht, dass es langzeit Wachs-Konsumenten waren und wenn wüsstest Du das (tut mir leid) nur durch ihre Aussage. Egal wie lange man Wachs konsumiert, bleiben davon kaum Rückstände im Körper. Einzig durch die Folgeschäden könnte man die Vermutung anstellen, dass es durch Wachskonsum entstanden sein könnte und damit sind nicht die Psychosen oder Depressionen gemeint. Leberschäden entstehen auch eher selten bei injizierbaren Mitteln wie Wachs oder Testosteron (klar kommt das auch vor, aber seltener als andere Schäden). Da dürften dann orale Mittel wie Methandrostenolon schuld sein. Und damit massive Leberschäden entstehen, müssen Deine Patienten recht häufig auf orale Steroide zurückgegriffen haben.
    Depressionen und Psychosen können auch durch Wachs ausgelöst werden, ja, aber das ist doch eher selten. Vor allem sind es Mittel wie Testosteron, Trenbolon oder Bolderon (muss jetzt nicht alle aufzählen, Du scheinst Dich ja auch aus zu kennen), die solche Zustände auslösen. Oft liegt es auch gar nicht an den Mitteln selbst, sondern an der Zeit, die nach dem Konsum entsteht. Viele Konsumenten (auch Profi-Bodybuilder) können es nicht ertragen, dass die über Jahre entstande Muskelmasse und Kraft plötzlich schwindet. Psychosen sind dann häufig die Folge, genau wie weiterer Konsum.
    Und da geht es da dann auch wieder um die Dosierungen. Wenn ich alle drei bis fünf Tage 2000 mg Testosteron Enantat, 750 mg Trenbolon, 3 mal täglich zehn i.E Insulin, und dazu acht i.E. Somatropin injiziere, ist die Chance viel höher, dass ich Psychosen bekomme, als wenn ich mir alle fünf Tage eine Spritze mit 250 mg Testosteron injiziere.
    Und da sind wir wieder bei dem Punkt, den ich oben schon angesprochen habe:

    Kaum jemand kann sich das leisten. Selbst Bodybuilder werden sich diese Mittel kaum selbst finanzieren, sondern lassen das über Investoren oder Sponsoren laufen. Bodybuilder, die nur als Amateure auf die Bühne gehen dosieren nicht in dieser Höhe, zumindest kein Wachs und haben meistens auch keine Originale. Die Ware kommt dann aus China und schimpfen sich Jintropin, Saizen und Genotropin. Bei keinem dieser Mittel ist die Sicherheit gegeben, dass es Originale sind und die wenigsten, die sich dazu entschieden haben solche Mittel zu kuren kannst Du davon abhalten. Das soll nicht heißen, dass ich es gut finde oder Menschen dazu animieren möchte, aber aufhalten kann ich sie auch nicht. Genauso wenig wie Du. Wenn es ihnen die Kosten (selbst der Preis für vier i.E. halbwegs gutes Jin liegt mit 3 – 6 Euro weit über dem, was sich ein beruflich eingebundener Hobbysportler leisten könnte) wert sind, bitte. Das bedeutet aber nicht, dass ich es fördere.

    Erst habe ich tatsächlich gedacht, dieser Artikel ist als Satire gedacht mit besten Empfehlungen an den Postillon. Leider war dem nicht so… Sehr schade.

    Nachdem Du jetzt mehrfach persönlich wurdest, werde ich mich auch nicht nochmal äußern. Dieses Thema polarisiert und ich man muss jederzeit mit Kritik rechnen, aber dann sollte sie sich doch auf den Artikel beschränken und nicht die Person, die hinter dem Artikel steckt. ;)

    Nochmal für alle:

    Ich hoffe nicht, dass dieser Artikel falsch aufgenommen wurde und ich damit jemanden bewegt habe zu seinem Dealer des Vertrauens zu rennen und sich Steroide zu kaufen. Das war niemals meine Absicht und jedes der hier angesprochenen Steroide hat immense Nebenwirkungen. Wenn jemand mehr über die Nebenwirkungen und (warum ich keine Steroide empfehle) wissen möchte, kann er mich gerne Privat, auf Twitter oder auch im Forum anschreiben.

  10. Avatar

    t0rchy

    Es macht auf mich den Eindruck, dass du dich sehr gut mit dem Thema auskennst. Umso mehr verwundern mich dabei einige Aspekte.

    Besonders die Formulierung der “Normalisierung” von Psyche, Wasserhaushalt oder ähnlichem. Diese ist einfach faktisch falsch, sowohl kurz- als auch Langfristig. Besonders da Normalisierung doch sehr weit gefächert ist. Und einfach extrem irreführend und sehr positiv überzeichnet (daher die persönlicheren Aussagen).

    Weiterhin frage ich mich, warum du darauf kommst, dass injizierte Medikamente/Dopingmittel nicht über die Leber abgebaut werden? Die meisten Substanzen werden dort verstoffwechselt bzw. “entgiftet”. Nur weil die Erstaufnahme nicht über die Pfortader erfolgt ist die Leber nicht von der Blutbahn isoliert. Und im Gegensatz zu dem enzymatischen Abbauprodukten der Muskelaktivität werden weder Somatotropin noch Androgene oder Insulin renal abgebaut, lediglich ausgeschieden. Bei Levothyroxin bin ich mir gerade nicht sicher…

    Übrigens wurden bei einem Patienten mehrere Schatullen Jintropin gefunden, aber Einzelfälle sind immer schlechte Diskussionsgrundlage, klar…

  11. Benjamin Mell

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    Tut mir leid, dass ich Dich warten lassen habe, ich bin im Moment zeitlich ziemlich eingespannt. Antworten wollte ich trotzdem noch. :)

    Es macht auf mich den Eindruck, dass du dich sehr gut mit dem Thema auskennst. Umso mehr verwundern mich dabei einige Aspekte.

    Besonders die Formulierung der “Normalisierung” von Psyche, Wasserhaushalt oder ähnlichem. Diese ist einfach faktisch falsch, sowohl kurz- als auch Langfristig. Besonders da Normalisierung doch sehr weit gefächert ist. Und einfach extrem irreführend und sehr positiv überzeichnet (daher die persönlicheren Aussagen).

    Normalisierung war vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, zumindest ohne Erklärung. Tut mir leid.
    Die Steroide im Stack (also zusammen) können in der Zeit der Einnahme, bei richtiger Planung/Durchführung und unter (passender) ärztlicher Betreuung dabei helfen den Wasserhaushalt und die Psyche zu “verbessern”. Gerade die Psyche ist während der Kur auf einem ungewöhnlichen “Hoch”. Wir reden hier natürlich auch von Dosen, die sich ein normaler Sportler leisten kann. Dosierungen wie sie ein Branch Warren oder Phil Heath fahren, sind schon wieder eine ganz andere Welt. Aber auch an diesen Beispielen sieht man, dass es nicht immer zu schweren Folgen kommen muss, zumindest nicht kurzfristig. Man weiß zwar nicht wie es in diesen Leuten aussieht, aber unter der passenden Betreuung scheint es zumindest möglich ein gutes Leben zu führen – selbst bei so abartig hohen Dosierungen.
    Es gibt natürlich Fälle in denen Probanden oder Konsumenten völlig aus der Reihe tanzen, das sind dann aber auch genau die, die hinterher zu Deinen Patienten werden könnten (kein Angriff, ich kenne sie ja nicht persönlich). In den meisten Fällen fehlt das Hintergrundwissen oder die Geduld, die man haben muss, wenn man mit solchen Medikamenten und Mitteln experimentiert. Du wirst Dir selbst ja auch eingestehen müssen, dass Du nur die Extremfälle behandeln wirst. Wenn 1000 Sportler Steroide konsumieren und 50 davon bei Dir landen, bekommst du von den kurz- oder langfristigen Schäden der anderen nichts mit. Versteh das bitte nicht falsch, auch diese werden über kurz oder lang Probleme bekommen, aber nicht bei jedem fallen diese so schwer aus, wie bei Deinen Beispielen – vor allem wenn sie unter ärztlicher Betreuung stehen.

    Interessant wird es wieder beim Absetzen dieser Mittel, gerade wenn ein jahrelanger missbrauch vorliegt. Ein Teufelskreis entsteht, denn in den meisten Fällen, müssen allein für Libido und Psyche bestimmte Mittel eingenommen werden (bspw. HCG, Tamoxifen, Clomiphencitrat, usw..).

    Weiterhin frage ich mich, warum du darauf kommst, dass injizierte Medikamente/Dopingmittel nicht über die Leber abgebaut werden? Die meisten Substanzen werden dort verstoffwechselt bzw. “entgiftet”. Nur weil die Erstaufnahme nicht über die Pfortader erfolgt ist die Leber nicht von der Blutbahn isoliert. Und im Gegensatz zu dem enzymatischen Abbauprodukten der Muskelaktivität werden weder Somatotropin noch Androgene oder Insulin renal abgebaut, lediglich ausgeschieden. Bei Levothyroxin bin ich mir gerade nicht sicher…

    Hier erkennt man wieder Deinen medizinischen Hintergrund, schön mit jemanden vom Fach zu diskutieren. :tup:
    Mir ist durchaus bewusst, dass auch intramuskulär injizierte Mittel über die Leber wandern. Allerdings hat das nicht so verheerende Wirkungen wie oral zugeführte Mittel. Ich denke, dass es da auch ein bisschen auf die generellen Voraussetzungen jedes einzelnen ankommt. Jeder Mensch ist – wie Du weißt – anders.
    Ich kann dir zwei mir bekannte Beispiele nennen. Bei einem erhöhten sich die Leberwerte nur marginal und der Arzt gab grünes Licht für höhere Dosierungen (zu der Zeit 750mg Testo E only, hat dann um 250mg gesteigert, ohne das die Werte erheblich anstiegen). Bei dem anderen stiegen die Werte um ca. 100% und sein GOT – Wert lag bei über 100. Dazu gesellte sich ein netter gelber Belag auf der Zunge und morgens Ödeme & Schwellungen. Beide haben die gleiche Menge an Steroiden injiziert. Einzig die Marke war eine andere und da sind wir wieder an einem Punkt, den viele nicht bedenken:
    Jeder Stoff ist unterschiedlich (man denke nur an die ganzen Fälschungen), genau wie die Genetik jedes einzelnen und die Voraussetzungen die man mitbringt.

    Welche Mittel neben bestimmten Androgenen und Somatropin hauptsächlich über die Nieren abgebaut werden, müsste ich auch nochmal nachschauen, aber das würde hier auch den Rahmen sprengen, denke ich.
    Beispielsweise L-THYROXIN (Levothyroxin) wird über die Leber abgebaut und kann die Leberwerte sicher bei dem ein oder anderen steigen lassen. L-Thyroxin ist aber fast identisch mit T4 und schadet der Leber garantiert nicht selbst. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass man einen der Hilfsstoffe in den Tablette nicht verträgt.

    Übrigens wurden bei einem Patienten mehrere Schatullen Jintropin gefunden, aber Einzelfälle sind immer schlechte Diskussionsgrundlage, klar…

    Jintropin? Auch wenn Einzelfälle eine schlechte Diskussionsgrundlage sind, würde mich interessieren, ob es Originale waren (gerade bei Jin gibt es ganz böse Fälschungen) und was er dazu noch eingenommen hat. Aber das geht mich eigentlich nichts an, ist nur mein persönliches Interesse.


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