Draftprofile 2014

Elfrid Payton

University of Louisiana at Lafayette

Datenblatt

nopictureName: Elfrid Payton

Position: Playmaker

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: University of Louisiana at Lafayette

College-Erfahrung: Junior

Als im Sommer 2013 der Kader des amerikanischen U19-Nationalteams für die Weltmeisterschaft in Prag verkündet wurde, stach für viele Beobachter des Teams ein Name aus dem vom Coachingteam Billy Donovan (Florida), Shaka Smart (VCU) und Anthony Bennett (Virginia) nominierten Roster heraus. Neben den schon etablierten College-Stars Marcus Smart, Jarnell Stokes und Rasheed Sulaimon, dem kommenden Superfreshman Aaron Gordon, dem besten Spieler der High School-Class 2014 Jahlil Okafor und ansonsten auch nur namenhaften Spielern aus den NCAA Powerconferences ACC, AAC, SEC und PAC-12, fiel der Point Guard Elfrid Payton von der kleinen University of Louisiana at Lafayette als noch unbeschriebenes Blatt merklich auf. Dass es aber leistungstechnisch nichts zu bedeuten hat, dass der Aufbauspieler nicht in einer dieser Ligen sondern in der schwachen und wenig bekannten Sun Belt Conference Zuhause war, konnte Payton in dem Turnier in Tschechien mit Bravour beweisen. Über die neun folgenden Spiele lieferte er in 18 Minuten durchschnittlicher Einsatzzeit 6,1 PpG / 3,3 RpG / 2,1 ApG / 2,3 SpG bei 57 FG% ab und steuerte damit als Spieler mit den fünftmeisten Minuten des Squads seinen Teil zum Gewinn der Goldmedaille seines Teams bei. Es folge eine mehr als erfolgreiche NCAA Saison 2013/14 für den jungen Guard, die mit einem Tournament-Loss gegen Doug McDermott’s Creighton Bluejays in der Round of 64 endete. Nun möchte der College-Junior den Sprung in die NBA wagen.

Tools & Skills

Ragin Cajuns-Starspieler Eflrid Payton ist ein pfeilschneller Aufbauspieler mit Gardemaß. Seine 6‘3.75‘‘ Körpergröße und seine 6‘8‘‘ Armspannweite erlauben es dem Guard sehr groß zu spielen und auf NCAA-Level sich nahezu jede Partie gegen kleinere Gegenspieler austoben zu können. Das Spiel des vielseitigen Juniors startet laut eigenen Aussagen in der Defensive. Ihm sei es zunächst einmal wichtig sein Gegenüber mit guter Verteidigungsarbeit einzuschränken.  Er orientiert sich in dieser Hinsicht etwas an Namensvetter Gary und das merkt man auch. Der amtierende Sun Belt-Defensive Player of the Year ist auf dieser Seite des Balles eine wahre Macht. Ob als giftiger On-Ball-Defender mit schnellen Händen oder aber flinker Balldieb in den gegnerischen Passwegen – Payton liebt es gute Verteidigung zu spielen. Starke laterale Geschwindigkeit und ein fast immer eingehaltener, sauberer „defensive stance“ ermöglichen es ihm in Kombination mit seiner Länge immer vor seinem Gegenspieler zu bleiben, sich mit Leichtigkeit durch Screens kämpfen zu können und viele Turnover sowie Defelctions zu forcieren (2,3 SpG). Am College konnte ihn sein Coach Bob Marlin sogar gegen größere Forward stellen, verteidigte er beispielsweise im NCAA-Tournament zeitweise den 13 Zentimeter größeren Doug McDermott. In der NBA werden sich seine Stopper-Qualitäten auf die beiden Guard-Spots beschränken.

Es ist auch seine gute Verteidigungsarbeit, die dem sehr flinken Aufbau zu einem Großteil seiner Offensive verhilft. Nach dem Ballgewinn versucht der Louisiana-Native zumeist das Gaspedal voll durchzudrücken und im Fastbreak durch den eigenen Drive für einfache Punkte zu sorgen. Rund ein Viertel seiner Zähler entstehen „in Transition“. Ihm ist es möglich auf diesem Weg sehr effizient zu scoren, da er selbst mit dem Ball in der Hand kaum an Geschwindigkeit verliert (1,13 PPP). Auch im Halbfeldangriff profitiert Payton von seinem sehr guten Ballhandling und seinem Speed. Sowohl aus der Isolation als auch aus dem Pick’n’Roll reicht ihm eine kleine Lücke und eine winzige Unsicherheit in der Defense, um nach einem Crossover gepaart mit schnellem ersten Schritt zum Korb zu kommen. Auf diese Weise erarbeitet sich der Point Guard Penetration nach Belieben. Daraus resultieren zwei Dinge: Starke 51% seiner eigenen Abschlüsse erfolgen direkt am Korb. Hinzu kommt, dass ihn die zumeist auf dem falschen Fuß erwischten Gegner zumeist nur per Foul stoppen können (8,6 FTA). Dabei ist Payton keineswegs ein kopfloser Ego-Zocker sondern eher ein Pass-First-Guard, wie er im Buche steht. Stets mit den Augen nach freien Mitspielern suchend, nutzt er vor allem die eigenen Vorstöße zum Korb und die oft über ihm kollabierende Verteidigung dazu seine Teammates via Drive’n’Dish bzw. Drive’n’Kick gewinnbringend einzusetzen. Er verfügt dabei über gute Courtvision und hat gar den Hang zum immer schön anzuschauenden Extrapass (5,9 ApG). Was Payton davon abhält als wahres NBA-Toptalent eingeschätzt zu werden und ihn eher zum Rollenspieler als zum Star macht, ist sein schlechter Wurf. Verteidiger können weit absinken und konsequent unter Screens durchgehen, wenn er am Ball ist, da er nur 0,62 PPP aus Jumpern erzielt. Dabei ist der Louisiana-Lafayette-Star aus nahezu allen (Wurf-)Lagen gleich schlecht. 18 FG% nach Catch’n’Shoot, 27 FG% „off-the-dribble“ und nur 26 FG% aus der Mitteldistanz lassen keine Wurfvorlieben, geschweige denn –stärken erkennen. Auch bei den Freiwürfen beeinträchtigen ihn sein unsauberer Release und die flache Flugkurve seiner Schüsse. Über seine drei Jahre am College traf er nur 61,1 FT%. Es besteht erheblicher Nachholbedarf. Ähnliches gilt für seinen noch recht dünnen Körper. Zu seinen bisher 180 Pfund Körpergewicht muss noch etwas Muskelmasse hinzugefügt werden. Derzeit hat Payton noch die Tendenz Körperkontakt unter dem Korb zu scheuen und lieber den Floater als ein starkes Finish anzubringen. Ein ausgefüllterer Frame sollte ihm in diesem Bereich helfen und ihn auch in der Defensive noch weiter verbessern. Dazu wird der Point Guard für Erfolg auf NBA-Level an seinen vielen einfachen Ballverlusten arbeiten müssen (3,6 TOpG). Sein eigentlich gutes Handling muss noch etwas enger werden. Lazy Passes sowie wilde und komplizierte Anspiele muss er reduzieren. Interessanterweise verfügt Payton im Gegensatz zu vielen anderen College-Juniors noch über das nötige Upside, um an all diesen Fehlern noch maßgeblich arbeiten zu können. Sein Umfeld sagt ihm nach eine gute „work ethic“ zu besitzen und ein basketballerischer Spätzünder zu sein. Zusätzlich kam der Point Guard schon mit 17 Jahren an das College. Als für seine College-Klasse extrem junger Spieler, ist er gerade einmal 2 Wochen älter als Sophomore Marcus Smart, 6 Monate länger auf der Welt als Freshman Tyler Ennis und noch stolze 1,5 jahre jünger als MOP 2014 und Point Guard-Kollege Shabazz Napier. Theoretisch besitzt er also noch viel Zeit und damit eine Menge Raum, um sein Spiel aufzupolieren.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft 2014_Stats_Point_Combo_Guards

Spielervergleich

Athletik, Playmaking, Defense, fehlender Wurf – die meisten NBA-Fans werden nach der Auflistung dieser Attribute sofort an Rajon Rondo denken. Auch Neu-Sixer Michael-Carter-Williams, der übrigens die gleiche Armspannweite wie Payton besitzt, ruft sich ins Gedächtnis, wenn man die Größe des Louisiana-Lafayette-Guards noch mit einbezieht. Ob der Aufbau jemals so gut wird, wie diese beiden Vorbilder wird, bleibt abzuwarten. Dafür muss er seinen Wurf erst einmal auf ein leicht unterdurchschnittliches Niveau hieven. Allerdings sollte ihm seine starken Verteidigung und seinem Passing auch ohne imposante Weiterentwicklung im eigenen Offensivspiel eine giftige Defensiv-Rolle wie dem frühen Devin Harris, Avrey Bradley oder Patrick Beverley verschaffen und damit einen längerfristigen Platz in der Liga sichern.

Draftaussichten

Payton hat sich in diesem Jahr besonders gegen die Teams aus den Power-Conferences gut präsentiert. In den fünf Spielen gegen Arkansas, Baylor, Louisville, Houston und Tournament-Gegner Creighton zeigte er, dass er gegen bessere Competition stärker spielt. Seine Stats konnte er in diesen Partien auf 22,8 PpG / 6,2 RpG / 5,4 ApG / 2,6 SpG schrauben. Das könnte ihn als späten Firstrounder auf Draftboards noch einmal ein paar Ränge klettern lassen. Für eine Lotteryposition wird es dennoch nicht reichen.

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