Draftprofile 2014

KJ McDaniels

Clemson University

Datenblatt

nopictureName: KJ McDaniels

Position: Wing

[xrr rating=1/4]  (Rollenspieler)

College: Clemson University

College-Erfahrung: Junior

Die Basketball-Geschichte der Clemson Tigers ist mit nur wenigen Glanzmomenten gesegnet. Nach einem Elite Eight-Run 1980 mit einem Team um den späteren NBA All Star Larry Nance, muss schon der Einzug in das Sweet Sixteen 1997 mit Greg Buckner als bestem Spieler als größter Erfolg des Colleges in dieser Sportart gewertet werden. In der 103jährigen Geschichte des Basketball-Programms reichte es nur elfmal für das Tournament, auch wenn immerhin vier dieser Teilnahmen in den letzten fünfzehn Jahren waren. Da darf es niemanden verwundern, dass die Tigers-Anhänger ab diesem Jahr vielleicht ein einziges Spiel als das absolute Highlight ihres Fan-Daseins nennen werden. Im Januar gelang es einem überdurchschnittlichem, aber am Ende der Saison dennoch nicht tournamentwürdigem Clemson-Team die Duke Blue Devils zu deklassieren. Mit 73:59 fegte man die Mannschaft aus Durham aus der eigenen Halle und holte so einen nie für möglich gehaltenen Sieg gegen das Top-College von Coach Krzyzewski.

Den größten Anteil an diesem Erfolg hatte Forward KJ McDaniels, der den Abend mit 24 Punkten, 10 Rebound und 3 Blocks beendete. Hinzu kamen viele guten Verteidigungsaktionen gegen die NBA-Talente Jabari Parker und Rodney Hood, die ihm in Kombination mit seinen Statistiken einige fette Einträge in die Bücher der Profi-Scouts gesichert haben sollten. Nach nur drei Jahren verlässt der Junior nun seine Schule aus South Carolina in Richtung NBA.

Tools & Skills

Ein muskulöser 6‘6‘‘ / 196lbs – Frame, 6‘11‘‘-Armspannweite, unglaubliche Explosivität, enorme Sprungkraft, ein sehr schneller erster Schritt – das sind die Attribute, die den 21jährigen KJ McDaniels zum athletischsten Flügelspieler dieser Draft machen, der nicht Andrew Wiggins heißt. Wie die meisten Überathleten fühlt sich auch der Clemson Tiger besonders wohl, wenn das Spiel schnell wird und Slashing gefragt ist. Im Fastbreak ist er eine tödliche Waffe. 1,45 PPP erzielt er „in transition“ und sorgt über Abschlüsse im Schnellangriff für rund 15% seiner Punkte. Das gegnerische Brett attackiert er gern und durch seine guten Fliegerfähigkeiten vor allem auch erfolgreich. Der Wing sicherte sich in der letzten Saison rund 2,4 Offensivrebounds im Schnitt und münzte den Großteil dieser via Putback in einfache Punkte um. Alley-Oop-Anspiele ließen die Guards oft in seine Richtung fliegen, weiß der zumeist über Ringniveau spielende McDaniels diese doch nur zu gut zu verwerten. Spektakuläre Momente sind mit ihm auf dem Parkett nahezu garantiert. Allerdings wäre es falsch den Mann aus Birmingham, Alabama als reinen Springer und potentiellen Highlightreel-Filler abzustempeln. In seinen drei Jahren in South Carolina hat er einiges von seinem Coach Brad Bornell gelernt und sich vom Athleten, der zufällig auf dem Basketballcourt steht, zu einem recht kompletten Collegebasketballer entwickelt. So beweist die Verdopplung seiner defensiven Reboundingrate im Vergleich zum Freshmanjahr (von 8,9% auf 15,9%), dass McDaniels neben seiner Sprungkraft und seinen Instinkten nun auch Boxout-Techniken und Timing zu nutzen weiß (6,0 DRpG). Zudem haben sich vor allem seine Fähigkeiten in der Halfcourt-Offense verbessert. Hat die Defense den potentiellen Schnellangriff unterbunden, weiß McDaniels als Junior auch im Halbfeldangriff etwas mit dem Basketball anzufangen. Kleinere, wenig kräftige Verteidiger bestraft er gern im Post (1,1 PPP). Dabei ist sein Arsenal an Finesse-Moves zwar beschränkt. Lieber verlässt er sich auf seine Kraft, um sich in eine gute Position für den Abschluss zu bringen. Dafür ist die Seite seines Post-Ups egal, da er mit beiden Händen in Korbnähe über den nötigen Touch verfügt. Langsamere Defender kann er als Ballhandler im Pick’n’Roll vor Probleme stellen. Aus diesen Situationen generiert für sich gerne Freiräume, die er zu nutzen weiß (0,93 PPP). Sein Wurf, im Freshman-Jahr quasi nicht existent, hat sich nach einem kompletten Reboot (neue Bewegung, neuer, schnellerer Release, andere Flugkurve und Rotation) eines Shooting-Coaches auch auf ein passables Niveau bewegt und bietet mit der neuen, wohl noch nicht komplett verinnerlichten Technik noch einiges an Upside. Seine Freiwurfquote konnte er schon von 57% auf grandiose 84% anheben. Sein Midrange-Jumper, bei dem McDaniels seine Sprungkraft gern dazu nutzt einfach über den Verteidiger hinüberzuwerfen oder mit einem kontrollierten Stepback Platz zu schaffen, war zuletzt sicher (0,9 PPP). Auch seine Catch’n’Shoot-Bewegung sieht sauber aus, auch wenn eine etwas breitere Fußstellung ihm noch eine bessere Abwurfbasis bieten würde. Dennoch hat er besonders mit dem Wurf aus dem Dribbling seine Probleme. Sein eher unterdurchschnittliches Handling erlaubt es ihm nur selten für sich selbst zu kreieren. Zudem ist McDaniels auch aus der Dreierdistanz bei weitem kein Knock-Down-Shooter (30,4 3P%).

Musste er aber auch nicht sein, um am College als Starspieler zu gelten, bildet doch seine Defensive das Prunkstück seines Spiels. Seine Schnelligkeit und sein starker lateraler Speed geben dem ACC Defensive Player of the Year 2013/14 zumindest das Potential auch in der NBA die kleinen drei Positionen auf hohem Niveau verteidigen zu können. (Für Power Forwards werden ihm auf Profilevel wohl ein paar Zentimeter und Pfunde fehlen.) Seine Kombination aus Länge und Athletik geben ihm immer eine Chance den Wurf seines Gegenspieler zu beeinflussen und lassen ihn Passwege gut abdecken. Die Fähigkeit, die ihn aber zu einem wirklich besonderen NCAA-Spieler machte, ist sein Shotblocking. Durchschnittlich 2,8 Würfe schickte McDaniels zurück an ihren Absender. Als Semi-Rimprotector und sehr aktiver Helpdefender blockte er damit in der vergangenen Saison beispielsweise rund 30 Schüsse mehr als der circa 15cm größere Center Joel Embiid. Was McDaniels allerdings noch abgeht und auf dem neuen Level nachhaltig beeinträchtigen könnte, sind sein schlecht ausgeprägter Basketball-IQ und seine nicht zu jedem Zeitpunkt einwandfreie Einstellung. Als ehemaliger reiner Energizer und Athlet, der zumeist in Korbnähe eingesetzt wurde, musste er über die Jahre das Spiel am Perimeter erst erlernen und hat diese Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Seine 3,8 3PA sind bei seinen Wurffähigkeiten kaum entschuldbar. Bei Drives agiert der Flügel zu oft kopflos, übersieht besser postierte Mitspieler ( nur 1,6 ApG) und produziert viele einfache Ballverluste (2,3 TOpG). Zudem muss McDaniels vorgeworfen werden, dass er sich öfter einmal während seiner Spiele Auszeiten nimmt. Offensiv äußert sich das in Passivität, schlechten Würfen früh in der Shotclock oder wenig Willen zu Bewegung abseits des Balles. Defensiv sind es Nachlässigkeiten bei Switches oder der fehlende Antrieb sich um jeden Screen herumzukämpfen, die teilweise seine anderen atemberaubenden Big-Plays in der Verteidigung negieren. In den NBA wird der Clemson Tiger vor allem klüger spielen müssen, um seine gesamte, auch auf NBA-Niveau noch überdurchschnittliche Athletik richtig auszunutzen und all seine Stärken auch wirklich auf das Parkett zu bringen.

Statsvergleich innerhalb der Draftclass

Draft 2014_Stats_Wings

Spielervergleich

Am College spielte McDaniels beide Forwardpositionen und agierte mit seiner Kombination aus Shotblocking, Athletik und dem Hang zum überhasteten Wurf wie ein kleinerer Josh Smith. Auf dem Profilevel wird es ihm verwehrt bleiben längere Strecken auf der Vier zu verbringen und ihn ein wenig von seinem Tweener-Dasein befreien. Mit seinen defensiven Fähigkeiten, sollte es sein Ziel sein einer dieser wertvollen 3-and-D-Spieler zu werden, der auch eine gute Portion Slashing mitbringt. Er beginnt seine Entwicklung als eine Art Jae Crowder/DeMarre Carroll. Je nach dem, wie sehr sich sein Wurf (und wohl besonders der Cornerthree) verbessern lässt, könnte er eine ähnliche Richtung, wie beispielsweise Trevor Ariza einschlagen.

Draftaussichten

McDaniels‘ Team scheiterte knapp an einer Teilnahme am NCAA Tournament. Ein gelungener Autritt auf der großen Bühne hätte wohl noch einmal für mehr Buzz um seine Person gesorgt und eventuell einen Platz in der späten Lottery bedeuten können. So wird der mit 21 Jahren doch schon vergleichsweise alte Flügelspieler erst um Pick 18-25 gezogen werden.

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