College Studs, Draft

College Studs #2

Ich habe in den letzten Wochen des Öfteren das Gefühl, dass so einige Spieler versuchen, dieses Ranking auf Biegen und Brechen so schwierig wie möglich zu machen. Diese Saison ist schon jetzt enorm spannend und zeichnet sich vor allem durch die Breite an Top-Teams aus. Kein Team schafft es, sich so richtig abzusetzen. Zwar haben einige Elite-Programme wie Arizona, Syracuse und Ohio State noch keine Niederlage, doch so richtig abhaken möchte man Kansas, Kentucky, Michigan State, Louisville, Oklahome State, usw. auch nicht. Ihr seht schon, die Liste ist lang und wenn man noch die Underdogs anschaut, die sich bis hierhin gut schlagen haben, dann kann sie noch viel länger werden. Es wird noch viele Überraschungen geben und das bald startende Conference Play verspricht tollen Basketball.

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Natürlich wirkt sich der ständige Austausch von Niederlagen auch auf das Ranking aus. Hier gibt es diese Woche einen neuen Topplatzierten und der Spitzenreiter der vergangenen Woche findet sich nur noch im Mittelfeld wieder. Viel Spaß mit der zweiten Ausgabe von College Studs. 

1. Jabari Parker, Duke Blue Devils (9-2), Forward, (+1)

Statline: 22,1 PPG/ 7,8 RPG/ 1,9 APG/ 1,0 SPG/ 1,3 BPG/ 55,0 FG%/ 47,5 3P%/ 77,4 FT%/ 2,2 PF/ 2,6 TO/ 31,2 Min

23 Punkte, zehn Rebounds und fünf Assists. Sensationelle Statistiken, die der Freshman gegen die UCLA Bruins im Madison Square Garden aufgelegt hat. Das alleine würde eigentlich schon reichen, um diese Platzierung zu begründen. Während fast alle anderen Spieler hier und da mal eine Schwächephase haben, besticht Parker mit einer selten gesehenen Konstanz. So kann man die zwei Niederlagen auch nicht auf ihn schieben. Viel mehr fehlen dem Team von Coach K  die großen Junge in der Mitte. Dass Parker teilweise auch diesen Job übernimmt, schmälert das Bild nicht. Ganz im Gegenteil, zu Beginn war ich mir noch sehr unsicher, ob er diese Vielseitigkeit sowohl auf dem Flügel, als auch im Post beibehalten kann. Er kann und deshalb ist er momentan der beste Spieler im College Basketball!

2. Doug McDermott, Creighton Bluejays (8-2), Forward, (+1)

Statline: 25,3 PPG/ 7,1 RPG/ 0,9 APG/ 0,3 SPG/ 0,0 BPG/ 50,0 FG%/ 44,1 3P%/ 89,0 FT%/ 1,5 PF/ 2,1 TO/ 31,1 Min

Sicherlich sind die Bluejays nicht das beste Team und Doug McDermott auf seine ganze eigene Art und Weise ein spektakulärer Spieler, aber niemand trägt so eine Verantwortung in seinem Team. Kein anderer Spieler in seinem Team punktet mehr als 12,5 Punkte pro Spiel. In neun von zehn Spielen hat der Senior 20 oder mehr Punkte gemacht. Es ist bereits seine dritte Spielzeit mit einem besseren Schnitt als 20 Punkten.  Es fehlt nicht viel bis zur obligatorischen 50/40/90 Prozent-Marke. Während sich viele Akteure in diesem Ranking hier und da mal eine Pause erlauben, kann sich McDermott dies nicht erlauben und tut es auch nicht (das Spiel gegen George Washington als Ausnahme). Ich muss zugeben, dass ich wirklich kein großer Fan von ihm bin, doch diese zweiten Platz kann ich ihm in dieser Woche nicht verwehren.

3. Keith Appling, Michigan State Spartans (9-1), Guard, (+1)

Statline: 16,0 PPG/ 3,0 RPG/ 5,0 APG/ 1,3 SPG/ 0,4 BPG/ 52,5 FG%/ 50,0 3P%/ 72,9 FT%/ 2,4 PF/ 2,0 TO/ 31,2 Min

Wäre da nicht diese Niederlage gegen die Favoritenkiller aus Chapel Hill. Trotzdem haben Tom Izzo und die Spartans einen sehr soliden Start hingelegt und da können sich insbesondere bei ihrem Point Guard bedanken. Sein Playmaking erleichtert Gary Harris, Adreian Payne & Co. das Leben ungemein und genau das ist die Aufgabe eines guten Anführers. Es ist bezeichnend, dass Appling gegen UNC eine eher mittelmäßige Vorstellung ablieferte und da auch die erste Niederlage auf das Konto kam. Ohne ihn kann Izzo einpacken und das weiß er auch. Die Spartans sind auf allen Positionen sehr stark besetzt, doch kein Ausfall wäre so entscheidend wie der von ihrem Senior-Point Guard.

4. Marcus Smart, Oklahoma St. Cowboys (10-1), Guard, (- 3)

Statline: 18,0 PPG/ 4,8 RPG/ 3,8 APG/ 3,0 SPG/ 0,7 BPG/ 46,3 FG%/ 33,3 3P%/ 70,1 FT%/ 2,5 PF/ 3,1 TO/ 29,8 Min

Es mag etwas überraschend sein, doch Smart fällt um drei Plätze. Wenn man sich die Spieler vor ihm anschaut, kann man daraus den Schluss ziehen, dass man nicht viel falsch machen muss, um den einen oder anderen Platz zu verlieren. Es war auch mehr eine Kombination aus den anderen Spielern, die immer besser werden (Parker) und seiner etwas stagnierenden Leistung. Smart kommt viel über seine Rolle als Anführer ins Spiel. Es müssen nicht unbedingt die Statistiken sein, die ihn so wichtig für die Cowboys machen. Doch im Endeffekt gehört auch das dazu, um den kompletten Impact auf ein Spiel zu haben. Und genau das hat in den letzten Partien gefehlt. Die Zahlen waren einfach nicht da. Die 11,5 Punkte in den letzten vier Spielen sind deutlich unter seinem Schnitt von 18. Nur um das klarzustellen, ich bin nicht besorgt um ihn. Er ist und bleibt Marcus Smart, einer der besten zehn Spieler im College Basketball (nicht nur, was dieses Ranking betrifft). Doch seit der Niederlage gegen Memphis ist er nicht in der Form wie noch zu Beginn der Spielzeit 

5. Kyle Anderson, UCLA Bruins (9-2), Guard, (-)

Statline: 13,9 PPG/ 8,8 RPG/ 6,7 APG/ 1,8 SPG/ 0,9 BPG/ 51,0 FG%/ 55,6 3P%/ 72,5 FT%/ 1,5 PF/ 3,1 TO/ 31,7 Min

Eine 17-Punkte Niederlage ist nicht gerade die ideale Bewerbung für ein solches Ranking. Doch zu der Niederlage der Bruins gegen die Duke Blue Devils sollte definitiv noch etwas gesagt werden: Das Endergebnis entspricht nicht dem Verlauf der Partie und Kyle Anderson war trotz alledem überragend. Wie er das Team durch die verschiedensten Attribute, jedoch ohne großartige Athletik, trägt, ist einzigartig. Bewundernswert ist dabei vor allem, dass er es nach schwachen Quoten im ersten Jahr schafft, konstant gut aus dem Feld und der Distanz zu schießen. Seit dem letzten Ranking sind die Assists zwar etwas zurückgegangen, doch wer das Spiel gegen Duke gesehen hat, sollte wissen, was ich meine. Mit Anderson gibt es immer wieder diese Momente, welche nur von ganz wenigen Spielern erzeugt werden können und darum steht hier an fünfter Stelle.

6. Chaz Williams, UMass Minutemen(10-0), Guard, (+3)

Statline: 16,3 PPG/ 3,0 RPG/ 7,9 APG/ 1,2 SPG/ 0,1 BPG/ 41,2 FG%/ 44,9 3P%/ 75,8 FT%/ 2,9 PF/ 3,2 TO/ 33,7 Min

Er hat es tatsächlich geschafft! Chaz Williams war in der ersten Ausgabe der Underdog, der es sehr schwierig hatte, ein besseres Ranking rauszuholen. Vor allem, da es für ein Team wie UMass sehr wichtig ist, eine makellose Bilanz zu haben. Da sie bei 10 Siegen und null Niederlagen stehen und der kleine Guard immer besser spielt, ging es drei Plätze nach oben. Seine 32 Punkte-15 Assists Show gegen BYU war überragend und verhalf den Minutemen zu einem der wichtigsten Siege bis zu diesem Zeitpunkt. Im Interview mit ESPN gab er als seine Idole Spieler wie Nate Robinson, Ty Lawson oder auch Isaiah Thomas an. Alles drei Spieler mit sehr ähnlichen Anlagen und Spielstilen. Genau wie diese drei, schafft es Williams sich trotz seiner Körpergröße konstant durchzusetzen und fast immer der beste Spieler auf dem Platz zu sein. Dementsprechend wäre es vermessen, ihn hier nicht weiter oben anzusiedeln.

7. Tyler Ennis, Syracuse Orange (11-0), Guard, (Neu)

Statline: 12,1 PPG/ 3,3 RPG/ 5,4 APG/ 2,8 SPG/ 0,2 BPG/ 42,1 FG%/ 43,5 3P%/ 74,1 FT%/ 1,6 PF/ 1,2 TO/ 31,5 Min

Ein Neueinsteiger an sieben. Wie bei vielen Akteuren ist es noch nicht komplett sicher, ob sich Ennis schon nach diesem Jahr für die Draft entscheidet, doch nach den Leistungen in den vergangenen Wochen stehen die Chancen immer besser für den Kanadier. Zu Beginn galten die Orange zwar als gut, doch hinter der Point Guard Position stand immer ein Fragezeichen. Man kann es niemanden übel nehmen, einen Freshman auf der Eins kritisch zu beäugen. Doch Ennis hat die Kritik schon vor dem Conference Spielplan verstummen lassen. Zusammen mit C.J. Fair ist er der größte Katalysator für das Spiel. Es ist enorm selten, einen jungen Aufbauspieler zu sehen, welcher mit einer solchen Ruhe und abgeklärten Spielweise auftritt (siehe Turnover). Ennis’ Zahlen sind gut, jedoch nicht überragend. Wenn man aber auch bedenkt, dass die Orange nur auf Platz 102 beim Scoring liegen, muss einen das auch nicht wundern.

Die Rollenspieler konnten ihre Aufgaben bisher umsetzen und das liegt an Ennis. Er findet die verschiedensten Spielertypen an der richtigen Stelle und das macht ihn aus. Nach wichtigen Abgängen können die Orange ohne Probleme an die starke Saison 2012/13 anknüpfen und ihr könnt euch sicher denken, an wem das liegt.

8. Shabazz Napier, Connecticut Huskies (9-1), Guard, (-2)

Statline: 15 PPG/ 6,8 RPG/ 6,1 APG/ 2,1 SPG/ 0,4 BPG/ 47,6 FG%/ 51,4 3P%/ 79,1 FT%/ 1,8 PF/2,7 TO/ 33,5 Min

Auch für unseren Kemba-Nachfolger geht es etwas nach unten. Die Zahlen stimmen und  die Bilanz stimmt auch fast, wäre da nicht das Stanford-Spiel gewesen. Doch viel schwerer wiegt die wechselhafte Leistung. Die Punktezahlen der letzten fünf Spiele: 27, 4, 26, 7, 12. Auf ein tolles Spiel folgt ein sehr schwaches. Gegen Maine kann man die sieben Punkte noch auf die verkürzte Spielzeit schieben, doch vier Punkte gegen Loyola in 33 Minuten? Es rettet ihn, dass er noch sieben Rebounds und sieben Assists aufweisen konnte.

UConn hat nur eine Chance, wenn Napier als der Leader des Teams konstant seine Leistung abruft. Unter dem Korb fehlt die dominante Präsenz und dementsprechend muss eben diese vom Perimeter kommen.

9. Julius Randle, Kentucky Wildcats (8-3), Forward, (-2)

Statline: 17,2 PPG/ 11,4 RPG/ 2,0 APG/ 01, SPG/ 0,7 BPG/ 52,2 FG%/ 0,0 3P%/ 74,2 FT%/ 2,3 PF/ 3,5 TO/ 30,5 Min

Julius Randle ist ein klarer Verlierer bisher. Allerdings liegt das eher weniger an ihm selbst. Natürlich kann er einen noch größeren Einfluss auf die Ergebnisse seines Teams haben, bisher spielt er aber eigentlich enorm gut. Nur wenn ein Team, das grundsätzlich als Titelkandidat gilt, nach elf Spielen schon drei Niederlagen auf dem Konto hat, färbt das auch auf die Bewertung des besten Spielers ab. Es wäre falsch, ihn komplett rauszulassen. Dazu sind die Zahlen zu gut, Randle zu dominant. So langsam muss aber auch er mal dafür sorgen, dass die Wildcats ein Top-Team schlagen. Bei der überraschenden Niederlage gegen North Carolina ging Randle unter. 11 Punkte, 5 Rebounds, 4 Fouls und 4 Ballverluste stehen für eine eher schwache Performance, vor allem wenn man sich seine Durchschnittswerte für die komplette Saison anschaut.

10. Aaron Gordon, Arizona Wildcats (12-0), Forward (Neu)

Statline: 12,8 PPG/ 7,8 RPG/ 1,5 APG/ 0,6 SPG/ 1,3 BPG/ 50,8 FG%/ 38,9 3P%/ 43,9 FT%/ 1,8 PF/ 1,6 TO/ 30,3 Min

Ursprünglich stand hier der klangvolle Name Andrew Wiggins, doch in letzter Sekunde habe ich mich dann doch umentschieden. Aaron Gordon mag vielleicht nicht die Statistiken auflegen wie der Jayhawk. Auch die Vielseitigkeit des Nr. 1 Rekruts bringt er nicht mit. Doch im Endeffekt ist er einer der wichtigsten Spieler in seinem Team, das bis dato ungeschlagen ist.

Gordon ist der Typ Spieler, der seinen Impact auf ein Spiel eher wenig auf dem Statsheet abbildet. Mit seiner harten Spielweise und guter Defense macht er auf sich aufmerksam. Hier und da gelingt es ihm natürlich auch offensiv Akzente zu setzen. So zum Beispiel gegen die Southern University Jaguars, wo er mit 21 Punkten Topscorer war. Bereits in vier Spielen gelang ihm ein Double Double und nur einmal scorte er einstellig. Gordon mag vielleicht deutlich weniger spektakulär spielen als seine Freshman-Kollegen, doch am Ende kommt es immer darauf an, was man gewinnt. Wenn er jetzt noch seine Freiwürfe in den Griff bekommt, dann sollte es auch hier bald bergauf gehen.

Honorable Mentions: Andrew Wiggins (Kansas), Sean Kilpatrick (Cinncinati), Russ Smith (Louisville), Jahii Carson (Arizona State), Ron Baker (Wichita State), C.J. Fair (Syracuse) Gary Harris (Michigan State), Tim Frazier (Penn State), LaQuinton Ross (Ohio State)

Das Schlusswort zu…

C.J. Fair, Gary Harris, Jordan Adams und all den anderen Elitespielern, die in diesem Ranking nicht beachtet werden (bis jetzt). Woran liegt das? Sie alle haben eines gemeinsam: Ein Kommilitone ist bereits im Ranking platziert. Dies soll nicht heißen, dass sie keine Chance haben, einen Platz zu ergattern. Jedoch wird dies nicht passieren, solange der Teamkamerad noch unter den ersten zehn steht.

Auch wenn es die Leistung eines Spielers nicht entwertet, wenn ein weiterer so starker Akteur im eigenen Team steht, hat es einen gewissen Einfluss. Doug McDermott ist die einzige Option in seinem Team. Dadurch wird klar, dass wenn ein anderes Team gleich zwei Spieler im Ranking hat, etwas bei den Proportionen nicht stimmen kann. Dementsprechend muss genau beobachtet werden, welche Spieler einen solchen Einfluss haben, dass sie gerankt werden können und trotzdem Mitspieler wie Fair und Harris haben.

Bei Appling und Ennis passt dies ganz gut, da sie beide enorm wichtig für die Topscorer ihres Teams sind. Sowohl Gary Harris als auch C.J. Fair profitieren enorm von ihren Point Guards und das spiegelt sich dann auch im Ranking wieder. Keiner von ihnen könnte so auftreten, wenn sie nicht in dieser Form in Szene gesetzt werden und das macht hier den Unterschied.

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