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Doping in der NBA?

“Doping in der NBA? – Wie funktioniert das eigentlich?” Genau diese Frage stellen sich sicher viele Fans des Sports. Auch wir von Go-to-Guys.de haben uns intern schon die Frage gestellt, warum es in der NBA weniger bekannte Doping-Fälle gibt als beispielsweise in der NFL oder der MLB. Liegt es daran, dass die Verantwortlichen einfach wegsehen, um den Sport interessanter zu gestalten oder gibt es einfach mehr Schlupflöcher in den Regelbüchern?

Dazu gesellen sich dann Fragen wie: Welche Mittel sind eigentlich erlaubt und frei auf dem Markt erhältlich? Welche Wirkung haben sie und bringen sie dem Amateur auch etwas?
Grenzt es nicht schon fast an Wettbewerbsverzerrung, wenn Top-Athleten auf bestimmte Mittel zurückgreifen können?

“They’ve got gaps in their program, between what they do and what we suggest would be better, They know what we would suggest,” added Howman, who calls for the NBA to test for human growth hormone, among other things. “And I would just hope that they would be discussing all of those things rather than just putting them on the side table.”

David Howman

Wenig bekannte Fälle in der NBA

Insgesamt gibt es im nordamerikanischen Sport weniger bekannte Fälle von Doping als in anderen Sportligen. Zu einem großen Teil liegt es daran, dass die Ligen sich bisher weigern, von der WADA (World Anti-Doping Agency) überwacht zu werden. Die Tests werden intern durchgeführt und lassen so viel mehr Möglichkeiten des Betrugs zu.

davidsternEin Beispiel dafür wäre, dass die NBA seit 2012 offiziell Spieler auf HGH (Human Growth Hormone) testet und damit einen weiteren Schritt in Richtung WADA gemacht hat. Der Schein trügt. Die Liga testet auf Mittel, die solche Wirkstoffe enthalten, allerdings können diese nicht durch eine Urinprobe entdeckt werden, nur durch eine Blutprobe kann man erkennen, ob ein Spieler diese Substanzen verwendet. Die NBA weigert sich allerdings vehement dagegen, Blutproben ihrer Profis zu nehmen. Warum sie dies tun, ist nicht bekannt, aber die Vermutung liegt nah, dass sie bereits wissen, dass Spieler diese Mittel nutzen, um bessere Leistungen zu erbringen.

Ein weiterer Hinweis für die Nachlässigkeit der Tests ist das System, mit dem die Spieler getestet werden. Alle Spieler müssen jede Saison vier Stichproben (vom 1. Oktober bis 30. Juni) ablegen. Zusätzlich zu diesen vier Tests müssen (seit 2011) alle Spieler zwei Stichproben jeweils vor und nach der Saison (vom 1. Juli bis 30. September) abgeben. Diese Tests sind geplant und werden von einem unabhängigen dritten Unternehmen durchgeführt. Die NBA und die NBPA sind dabei nicht in die Planung der Prüfungen oder an der Auswahl der Spieler beteiligt. Offiziell heißt es, dass die Kontrollen nicht angekündigt werden, aber selbst, wenn dies zutreffen sollte, wäre es ein Leichtes, den Spielern kurze Zeit vorher Bescheid zu geben, denn die einzelnen Teams müssen benachrichtigt werden. 

dirknowitzkiBei den Olympischen Spielen und den Europa-/Weltmeisterschaften wurden bisher trotz der WADA-Überwachung keine Doping-Vorfälle im Basketball offiziell. ‘Wie kann das sein, wenn das System der WADA so streng ist?’ werden sich viele Fragen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Die Spieler wissen ganz genau, dass sie vor dem Turnier keine illegale Substanzen zu sich nehmen sollten, da sie auf jeden Fall getestet werden. Dirk Nowitzki bestätigte in einem Interview bei einem internationalen Turnier, dass es Tests geben würde, diese aber bekannt seien. Während des Turniers werden sicher keine Bluttests vorgenommen und bieten somit weiter die Möglichkeit, leistungssteigernde Produkte zu nehmen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden nicht alle Spieler bei diesen Turnieren stoffen, da sie Angst vor unangekündigten Tests haben könnten, aber es ist nicht auszuschließen, dass ein Großteil der Spieler nicht von ihren Gewohnheiten abweichen werden, nur weil ein internationales Turnier ansteht. 

In den letzten Jahren wurden auch in der NBA nur sehr wenige Spieler positiv auf illegale Substanzen getestet und die bekanntesten Namen sind Rashard Lewis (2009, DHEA), O.J. Mayo (2011, DHEA) und in diesem Jahr Hedo Turkoglu (Methenolon). Sowohl Lewis als auch Mayo wurden für zehn Spiele gesperrt. Da es bei Hedo nicht das erste Mal war, dass er mit illegalen Substanzen in Kontakt kam, wurde er für 20 Spiele gesperrt und wird in dieser Zeit auch kein Gehalt in Anspruch nehmen dürfen. Auffallend ist hier natürlich, dass es eher Rollenspieler sind, die zur Rechenschaft gezogen werden.

Wenn selbst die Rollenspieler auf illegale Mittel zurückgreifen, werden es Athletik-Wunder wie LeBron James, Blake Griffin oder John Wall sicher auch tun, oder?

“I hope this unintentional mistake will not reflect poorly on our team and its great character,” Lewis said. “I hope every athlete can learn from my mistake that supplements, no matter how innocent they seem, should only be taken after consulting an expert in the field.”

– Rashard Lewis

Problematik des Bekanntwerdens eines gedopten Superstars

Wie man sieht, gibt es durchaus immer wieder Spieler, die wegen des Missbrauchs von illegalen Mitteln für mehrere Spiele gesperrt oder gar komplett aus der Liga verbannt werden (Chris Anderson bspw.). Häufig machen sie einfache Supplemente dafür verantwortlich und behaupten, dass sie die verbotene Substanz unwissentlich zu sich genommen hätten. In der Regel werden dabei aber keine Produkte genannt und es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass sich diese Substanzen in den einfachen Supplementen wiederfinden. Erstens wäre es für die Nutrition-Firmen zu teuer und zweitens würde es zu schnell auffliegen, da es strenge Regelungen gibt. Natürlich gab es einzelne Fälle, in denen solche Produkte verboten wurden (Jack3d enthielt Dimethylamylamine und wurde nach relativ kurzer Zeit vom Markt genommen), aber das ist doch eher die Ausnahme.

lebronjamesstandingWenn ein Spieler öffentlich der Einnahme von illegalen Substanzen bezichtigt wird, ist es in den meisten Fällen ein Rollenspieler. Es scheint so, als wenn die NBA die Massen mit kleinen Happen zufriedenstellen möchte. Auf der einen Seite zeigen sie, dass Kontrollen durchgeführt werden, auf der anderen Seite wahren sie ihr Gesicht, indem sie die großen Namen der Liga aus den Medien halten. Man kann nicht genau sagen, welche Spieler unter verbotenen Mitteln stehen und welche nicht, wenn man sich aber die athletische Entwicklung des Sports anschaut, wird einem recht schnell klar, dass bei vielen Spielern irgendwann nachgeholfen werden musste.

Ein LeBron James ist körperlich so einzigartig, dass es kaum möglich ist, dies nur mit hartem Training und einer strikten Ernährung zu erreichen. Die NBA könnte es sich nicht leisten, ein Aushängeschild wie LeBron James öffentlich an den Pranger zu stellen. Durch die eher laschen Testphasen gilt die Liga – im Vergleich zu anderen großen Ligen – als “clean” und wenn nun ein Spieler wie LeBron des Dopings überführt würde, würde dies ein mediales Chaos verursachen.

Wie sollte die Liga damit umgehen? Den besten Spieler des Planeten für mehrere Spiele aus dem Verkehr ziehen oder gar für immer sperren? Ihm seine Titel aberkennen und damit ein Idol und Marketingmaschine aus dem Geschäft nehmen? Sie würden mehr verlieren, als dass sie gewinnen würden und auch die Fans hätten mehr zu verlieren als zu gewinnen.

Anders als in anderen Sportarten machen nur sehr wenige Basketball-Stars, wie zum Beispiel Joakhim Noah (BSN), Werbung für bestimmte Nutrition-Firmen und versuchen somit auch niemanden etwas vorzumachen. Gerade dem Bodybuilding wird häufig vorgeworfen, dass die Produkte, für die einzelne Athleten werben, ein falsches Bild versprechen. Niemand dieser Werbeträger behauptet allerdings, dass man durch Kreatin zu einem 135 Kilo schweren Muskelpaket wird, sie sagen nur das, was Supplemente auch wirklich tun: unterstützen.

“We’re not compelling players to use [the products],” Hunter told the Times. “But when we inquired among teams, already many used products. This was a way for them to get it at no cost. In times of high stress, when players need all kinds of nutrients, we thought it would be appropriate to make sure they have a safe product,”

Billy Hunter

Legale Supplementierung

Wie in jedem Sport gibt es Mittel, die jedem helfen; egal ob man nur reines Krafttraining betreibt oder in einem Leistungssport wie Basketball seine Wurzeln geschlagen hat. Man findet sie in jedem Sport, von Fußball bis Golf. Sie unterscheiden sich aber grundlegend von Steroiden oder Anabolika. Kaum ein Top-Athlet kommt ohne die richtige Ernährung und seine Supplemente aus. Daran ist auch nichts verwerflich, vor allem wenn man weiß, was man da zu sich nimmt und wie diese Produkte wirken.

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Es sind keine Wundermittel, sondern antioxidative Vitamine (z. B. Vitamin C und E), Mineralstoffe (Zink, Magnesium), Spurenelemente (Eisen, Chrom, Selen, Kupfer), Aminosäuren (Arginin, Ornithin, BCAA, EAA, Glutamin, Taurin, Beta Alanin), energiereiche Stoffwechselzwischenprodukte (Pyruvat, Aspartat, Ribose, Phosphatsalze), L-Carnitin, Kreatin und Coenzym Q. Dies ist nur eine kleine Auswahl aus einer kaum mehr überschaubaren Fülle von Substanzen, die in erhöhter Dosis durchaus zu einer Leistungssteigerung führen können.

Es würde mehr als einen Artikel brauchen, um die einzelnen Möglichkeiten für eine passende Supplementierung aufzulisten, deshalb gibt es hier nur kleine Beispiele für die wichtigsten Supplemente und ihre eigentliche Wirkung. Diese unterteilen sich nochmal in drei Unterkategorien:

1. Supplemente die jedem Sportler helfen,
2. den reinen Muskelaufbau/Regeneration und
3. der Leistungssteigerung im Leistungssport.

1. Proteine, BCAA’s, Vitamine und Glutamine

Protein ist mit Abstand das wichtigste Supplement, welches zugeführt werden sollte. Vereinfacht ausgedrückt sind Proteine die Bausteine des Lebens. Sie unterscheiden sich und man kann als Laie nicht einfach verstehen, wie sie sich zusammensetzen oder welche Aufgabe die einzelnen Aminosäuren erfüllen, allerdings ist es wissenschaftlich bewiesen, dass eine Supplementierung von zusätzlichen Proteinen nicht nur im Kraftsport die Leistung steigert, sondern auch in anderen Sportarten förderlich ist. Die wenigsten Athleten werden auf ihren Shake nach dem ermüdenden Training verzichten.

Genau wie Proteine bestehen BCAA’s aus Aminosäuren. Allerdings sind dies meist verzweigtkettige Aminosäuren und werden im 3:2:1 Verhältnis eingenommen. L-Leucine, L-Valine und L-Isoleucine sind die wichtigsten Aminosäuren für den Aufbau, die Erhaltung und Regeneration der Muskeln.

Weiter hat man feststellen können, dass BCAA’s auch das Immunsystem stärken. Diese drei Aminosäuren werden immer zusammen genommen, da eines die Wirkung des Anderen fördert. Leucin wirkt dabei als Haupt- und die anderen als Hilfsbausteine.

Glutamin unterstützt vor allem die Regeneration nach dem Training und hilft so dem Körper, die starke Belastung zu verarbeiten. Dazu unterstützt es den Muskelerhalt. Sie ist die am häufigsten vertretene Aminosäure in unserem Blut und gilt daher auch als Energiequelle unseres Körpers.

Vitamine braucht der Körper, ob man nun ein Sportler ist oder nicht. Wichtig ist dabei, dass ein Leistungssportler mehr Vitamine braucht als ein Kaufmann im Einzelhandel, der die meiste Zeit vor einem Computer sitzt.

2. Kreatin, Kohlenhydrate, Arginin, Alanin

95 Prozent des Gesamtkreatingehaltes im Körper sind als Kreatin oder Kreatinphosphat in der Muskulatur gespeichert. Diese Substanz versetzt den Muskel in die Lage, hochintensive Belastungen über eine kurze Zeit zu bewältigen. Gleichzeitig ist Kreatinphosphat ein Puffer gegen die Übersäuerung des Muskels.

Es schwemmt zusätzlich die Muskeln mit Wasser und sorgt so mittel- und langfristig dafür, die Eiweißsynthese im Muskel zu steigern, sodass längerfristig neben der Wassereinlagerung auch ein Muskelmassenzuwachs zur Körpergewichtserhöhung beiträgt. Gerade für einen Sport wie Basketball wäre Kreatin keine gute Idee, zumindest, wenn man nicht zu schwer auf das Feld gehen möchte.

Kohlenhydrate hätte man auch in die erste Rubrik stecken können, da sie jeder Sportler braucht. Gerade für den Muskelaufbau oder die Regeneration sind sie allerdings enorm wichtig. Der Sportler ermüdet viel später, da der Abfall des Blutzuckerspiegels hinausgezögert wird und somit auch die Ausschüttung von Stresshormonen geringer ausfällt oder sogar ausbleibt. Auch der Abfall der anabolen Hormone Insulin und Testosteron wird hinausgezögert.

Arginin und Alanin sind zwei semi–essentielle (Arginin) beziehungsweise nicht-essentielle (Alanin) Aminosäuren, die der Durchblutung und Erhaltung der Muskeln dienen.

3. Koffein, Taurin, Pyruvat, Aspartat

Bei Koffein sollte Vorsicht geboten sein. Es ist bewiesen, dass die Leistung durch eine bestimmte Menge an Koffein gesteigert wird, allerdings kann diese Menge schon ausreichen, um von bestimmten Vereinen des Dopings bezichtigt zu werden. Das Gleiche gilt auch für die Aminosäure Taurin. Bevor man also mit einer Supplementierung beginnt, sollte man sich genau informieren, was erlaubt ist.

Den Substanzen Pyruvat und Aspartat wird nachgesagt, dass sie die Leistung eines Ausdauersportlers erheblich steigern kann, allerdings gibt es zu viele verschiedene Meinungen, als dass man sich schon ein finales Urteil erlauben könnte.

Mit der passenden Ernährung und hartem Training gibt es also genug Mittel, die einem auch legal helfen können. Man sollte sich von ihnen natürlich keine Wunder erhoffen und vielleicht sogar warten bis das Limit ohne Supplementierung erreicht wurde.

“It’s just something in the NBA that hasn’t been done, so no one’s going to start. I wouldn’t expect to see anybody taking steroids in the game of basketball. That would be kind of crazy.”

LeBron James

Mögliche Wettbewerbsverzerrung

Grenzt es wirklich an Wettbewerbsverzerrung, wenn Top-Athleten in den Sportarten, auf gewisse Hilfsmittel zurückgreifen?

larryobrientrophyDie Antwort muss jeder für sich treffen, denn jeder hat dazu seine eigene Meinung und die sollte auch niemand anfechten. Man muss sich nur im Klaren darüber sein, dass Athleten wie LeBron James, Dwight Howard oder John Wall nicht die Spieler wären, die sie heute sind, wenn das System strenger wäre. Die breite Menge möchte, dass das Spiel immer schneller wird, dass die spektakulären Dunks, Blocks und ersten Schritte so extrem wie nur möglich ausfallen und das schafft man oft nur mit einer gewissen Hilfestellung.

Wenn diese daraus besteht sich unter ärztlicher Behandlung alle paar Wochen eine Injektion mit den passenden Mitteln verabreichen zu lassen, müssen das die Fans in Kauf nehmen. Denn man sollte sich nichts vormachen: Selbst mit der passenden Supplementation und der passenden Steroid-Kur würden es trotzdem nur knapp 0,01% der Weltbevölkerung schaffen, eine Karriere wie LeBron James hinzulegen.

Es gehört mehr dazu, als nur ein paar Pillen einzuwerfen. Es steckt mehr Arbeit und Zeit in diesen Körpern, als ein normaler Bürger je aufbringen könnte. Dazu kommt, dass man auf so Vieles verzichten müsste. Ein Athlet muss sehr genau auf seine Lebensweise achten: auf die passende Ernährung, viel Schlaf, die Reisen, das Training, die Ärzte und dennoch kann eine einzige Verletzung das Aus bedeuten.

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16 comments

  1. Artur Kowis

    Vielen Dank über den ausfürlichen Bericht zu einem Thema, über das viele NBA-Interessieret überreagieren zu scheinen, obwohl (oder weil) ihnen der Überblick darüber fehlt.

    Ich denke, dass dieser Punkt auch besonders wichtig ist:
    “Selbst mit der passenden Supplementation und der passenden Steroid-Kur würden es trotzdem nur knapp 0,01% der Weltbevölkerung schaffen, eine Karriere wie LeBron James hinzulegen.”

    Es wird, denke ich, oft vergessen , dass andere Sportarten, bei denen es quasi Doping-Inquisitionen gab, Radsport oder auch Baseball, durch körperformendes Doping der Erfolg stärker positiv beeinflusst weden kann. Ich bin kein Experte, jedoch scheint bei Radsport ein Großteil von Beinmuskulatur, Regeneration und Kondition abzuhängen, ein kleiner Teil noch von intelligenter Renneinteilung. Baseball scheint mir auch ein eher einseitiger Sport zu sein, der zwar einiges an kognitiven Fähigkeiten abverlangt, jedoch auch sehr viel von Schnelligkeit und Kraft (Werfen, Schlagen) abhängt. Ein massiverer, muskulärer Körper kann sicher enorm helfen, jedoch hängt bei einem offenen Spiel wie Basketball (und einer elitären Veranstaltung wie der NBA, in der nur die besten Spieler auflaufen dürfen), sehr sehr viel von Kognition, Koordination und besonderen Skills (Ballhandling, Shooting, Positionierung) ab, die durch Präparate wohl nur limitiert verbessert werden können.

    Ob nun aus Europa oder der NCAA kommend, ich denke, dass einige der besten Spieler des Planeten bei diesem krassen Wettbewerbsdruck hier und da nachhelfen, ohne dass es ansatzweise ein absoluter Grund für ihren Erfolg ist. Demnach finde ich auch nicht, dass man da überreagiren sollte, vor allem da Methoden wie Regenokine die Linie zwischen Doping und medizinisch fortschrittlichen Regenerationsmethoden verwaschen und die Frage, was erlaubt sein soll und was nicht, weiterhin problematisiert.

  2. Avatar

    abcd12

    Ich denke, dass dieser Punkt auch besonders wichtig ist:
    “Selbst mit der passenden Supplementation und der passenden Steroid-Kur würden es trotzdem nur knapp 0,01% der Weltbevölkerung schaffen, eine Karriere wie LeBron James hinzulegen.”

    Wichtiger Punkt, sicher, aber ich ziehe daraus eine gänzlich anderen Schluss. Gerade in der NBA wo praktisch nur übertalentierte Spieler spielen, ist jeder Vorteil immens wichtig und kann zwischen Max, MLE, Veteranen Minimum oder D-League den Ausschlag geben. Daher habe ich eher den Eindruck, dass im Prinzip übergreifend gedopt wird. Ob es muskelaufbauende Mittel, Wachstumshormone oder meinetwegen auch die Ausdauer fördernde Sachen wie Epo sind, alles macht im Prinzip Sinn und wird imho auch verwendet. Ich sehe hier auch keine Wettbewerbsverzerrung, da alle die gleichen Voraussetzungen haben. Letztlich entscheidet doch Talent und hier und da die Rezeptoren über Erfolg und Misserfolg. Ich sehe die NBA keinesfalls als sauberer als die NFL, den Radsport oder sonst irgendeine Sportart an, dazu geht es um viel zu viel Geld.

  3. Benjamin Mell

    |Author

    Vielen Dank über den ausfürlichen Bericht zu einem Thema, über das viele NBA-Interessieret überreagieren zu scheinen, obwohl (oder weil) ihnen der Überblick darüber fehlt.

    Gerne, freut mich, dass er dir gefällt. :)
    Ich musste immer wieder miterleben, dass Leute, die nicht in der Materie stecken (egal ob Basketball oder eine andere Sportart) Spieler und Athleten direkt verurteilen, nur weil sie körperlich dominanter sind/waren als andere. Meist musste ich dann lesen: “Der stofft doch!”, ohne, dass sie überlegen wie das Ganze abläuft und ob das überhaupt reicht. Oder es war eben so, dass sie behaupten wollten, dass die NBA komplett clean ist und es gar keinen Sinn machen würde zu leistungssteigernden Mitteln zu greifen.

    Ich denke, dass dieser Punkt auch besonders wichtig ist:
    “Selbst mit der passenden Supplementation und der passenden Steroid-Kur würden es trotzdem nur knapp 0,01% der Weltbevölkerung schaffen, eine Karriere wie LeBron James hinzulegen.”

    Richtig. Egal ob im Bodybuilding oder Basketball, es gibt eine bestimmte Reihenfolge welche Dinge zum Erfolg führen, ich würde es als Arbeitseinstellung bezeichnen und in dieser Reihenfolge unterteilen:

    1. Einstellung
    2. Genetik/Talent
    2. Ernährung
    3. Regeneration
    4. Training
    5. Supplementierung
    6. Steroide

    Ich stecke selbst ziemlich tief in der Fitness oder Bodybuilding-Branche und kann aus Erfahrung sagen, dass viel mehr dazu gehört als einfach ein paar Pillen einzuwerfen. Ich muss immer wieder lachen, wenn viele meinen: “Gib mir den passenden Stoff und ich sehe auch so aus wie Phil Heath, Ronnie Coleman oder Mamdouh Elssbiay!”. Das ist schlichtweg falsch, da gehört mehr dazu. Es sind Hilfsmittel und beeinflussen nicht die ersten 5 Punkte (die wesentlich wichtiger sind).

    Es wird, denke ich, oft vergessen , dass andere Sportarten, bei denen es quasi Doping-Inquisitionen gab, Radsport oder auch Baseball, durch körperformendes Doping der Erfolg stärker positiv beeinflusst weden kann. Ich bin kein Experte, jedoch scheint bei Radsport ein Großteil von Beinmuskulatur, Regeneration und Kondition abzuhängen, ein kleiner Teil noch von intelligenter Renneinteilung. Baseball scheint mir auch ein eher einseitiger Sport zu sein, der zwar einiges an kognitiven Fähigkeiten abverlangt, jedoch auch sehr viel von Schnelligkeit und Kraft (Werfen, Schlagen) abhängt.

    Ja. In anderen Sportarten kann der Erfolg stärker durch die passenden Steroide beeinflusst werden, als im Basketball. Gerade im Radsport kommt es auf die von dir angesprochenen Punkte an. Allerdings gilt es auch hier (mMn) die von mir aufgelistete Reihenfolge zu beachten. Ein Lance Armstrong (vor allem nach seiner Krankheit) hätte diesen Erfolg nicht nur durch Steroide eingefahren und ich finde es lächerlich, dass ihm seine Titel aberkannt wurden. 99% der Athleten im Radsport werden/wurden positiv auf Leistungssteigernde Mittel getestet und Armstrong wird als “Teufel” an die Wand gestellt? Ganz großes Tennis…

    Ob nun aus Europa oder der NCAA kommend, ich denke, dass einige der besten Spieler des Planeten bei diesem krassen Wettbewerbsdruck hier und da nachhelfen, ohne dass es ansatzweise ein absoluter Grund für ihren Erfolg ist. Demnach finde ich auch nicht, dass man da überreagiren sollte, vor allem da Methoden wie Regenokine die Linie zwischen Doping und medizinisch fortschrittlichen Regenerationsmethoden verwaschen und die Frage, was erlaubt sein soll und was nicht, weiterhin problematisiert.

    :tup:

    Wichtiger Punkt, sicher, aber ich ziehe daraus eine gänzlich anderen Schluss. Gerade in der NBA wo praktisch nur übertalentierte Spieler spielen, ist jeder Vorteil immens wichtig und kann zwischen Max, MLE, Veteranen Minimum oder D-League den Ausschlag geben. Daher habe ich eher den Eindruck, dass im Prinzip übergreifend gedopt wird. Ob es muskelaufbauende Mittel, Wachstumshormone oder meinetwegen auch die Ausdauer fördernde Sachen wie Epo sind, alles macht im Prinzip Sinn und wird imho auch verwendet. Ich sehe hier auch keine Wettbewerbsverzerrung, da alle die gleichen Vorraussetzungen haben. Letztlich entscheidet doch Talent und hier und da die Rezeptoren über Erfolg und Misserfolg. Ich sehe die NBA kinesfalls als sauberer als die NFL, den Radsport oder sonst irgendeine Sportart an, dazu geht es um viel zu viel Geld.

    Deine Grundaussage ist sicher nicht falsch, denn ich denke auch, dass übergreifend gedopt wird, aber auch hier gilt (wie du selbst schon sagtest):

    1. Einstellung
    2. Genetik/Talent
    2. Ernährung
    3. Regeneration
    4. Training
    5. Supplementierung
    6. Steroide

  4. Julian Lage

    Ja. In anderen Sportarten kann der Erfolg stärker durch die passenden Steroide beeinflusst werden, als im Basketball. Gerade im Radsport kommt es auf die von dir angesprochenen Punkte an. Allerdings gilt es auch hier (mMn) die von mir aufgelistete Reihenfolge zu beachten. Ein Lance Armstrong (vor allem nach seiner Krankheit) hätte diesen Erfolg nicht nur durch Steroide eingefahren und ich finde es lächerlich, dass ihm seine Titel aberkannt wurden. 99% der Athleten im Radsport werden/wurden positiv auf Leistungssteigernde Mittel getestet und Armstrong wird als “Teufel” an die Wand gestellt? Ganz großes Tennis…

    Überzeugender Artikel, aber dem Punkt kann ich nicht zustimmen. Gerade am Radsport zeigt sich, dass eben nicht nur ein Fahrer verteufelt wird, sondern fast die ganze Branche positiv getestet wurde und entsprechend erheblichen Schaden genommen hat. Ich glaube, für alle Amstrong-Toursiege gibt es aktuell gar keinen offiziellen Sieger mehr… Das von dir da entworfene Szenario lässt sich evtl. eher auf Leichtathletik, Baseball etc. anwenden.

    Die ganze Rad-Szene ist jetzt aber vermutlich der Grund, warum sich viele Sportarten gegen strengere/unabhängige Kontrollen wehren. Aufgedeckte Dopingfälle führen, was irgendwie in sich widersprüchlich ist, zu einem massiven Glaubwürdigkeits- und Ansehensverlust. Deswegen ist es vor allem für die Sportarten, wo das Argument “Skills schlägt Kraft/Geschwindigkeit” irgendwie zieht, viel einfacher, sich ein Vorbild an den 3 Affen zu nehmen.

  5. Hassan Mohamed

    Artur: “Ob nun aus Europa oder der NCAA kommend, ich denke, dass einige der besten Spieler des Planeten bei diesem krassen Wettbewerbsdruck hier und da nachhelfen, ohne dass es ansatzweise ein absoluter Grund für ihren Erfolg ist. Demnach finde ich auch nicht, dass man da überreagiren sollte, […]”

    Es muss in meinen Augen aber kein absoluter Erfolgsgrund sein, um sich am Doping zu stören. Kampagnen gegen Doping finde ich alleine dafür sinnvoll, jene Sportler zu schützen, die dieses Spielchen nicht mitspielen wollen. Eine tolerante Doping-Politik benachteiligt nämlich genau diese Leute und setzt sie – und somit die falschen Leute – unter Druck.

    Beim Thema Doping in der NBA denke ich nicht zuerst nicht an Muskelaufbau, etc. sondern vor allem an das Thema Regeneration. Da macht es durchaus eine Menge aus, wie schnell man sich von Trainingseinheiten (inkl. Krafttraining) und Spielen erholt. Wenn man dann um Spielzeit und Millionen konkurriert und weiß, dass der Mitspieler sich unerlaubte Vorteile verschafft, führt es zum oben angesprochenen Druck ebenfalls mitzumachen.

    Zudem führt eine Tolerierung im Spitzensport ja dazu, dass die Hemmschwelle im Jugendleistungssport auch abnimmt, sodass sich in der Folge naive Jugendliche mit dem Traum vor Augen leichter verführen lassen.

  6. Benjamin Mell

    |Author

    Überzeugender Artikel, aber dem Punkt kann ich nicht zustimmen. Gerade am Radsport zeigt sich, dass eben nicht nur ein Fahrer verteufelt wird, sondern fast die ganze Branche positiv getestet wurde und entsprechend erheblichen Schaden genommen hat. Ich glaube, für alle Amstrong-Toursiege gibt es aktuell gar keinen offiziellen Sieger mehr… Das von dir da entworfene Szenario lässt sich evtl. eher auf Leichtathletik, Baseball etc. anwenden.

    Die ganze Rad-Szene ist jetzt aber vermutlich der Grund, warum sich viele Sportarten gegen strengere/unabhängige Kontrollen wehren. Aufgedeckte Dopingfälle führen, was irgendwie in sich widersprüchlich ist, zu einem massiven Glaubwürdigkeits- und Ansehensverlust. Deswegen ist es vor allem für die Sportarten, wo das Argument “Skills schlägt Kraft/Geschwindigkeit” irgendwie zieht, viel einfacher, sich ein Vorbild an den 3 Affen zu nehmen.

    Ich bin nicht so tief in der Rad-Materie, als dass ich mir da ein genaues Urteil erlauben möchte. Meine – zugegeben begrenzten – Informationen waren, dass Armstrong als “Buh-Mann” in den Medien runtergemacht wurde. Klar, dass sich die Medien vor allem auf einen Star wie Armstrong stürzen, da gibt es mehr Einschaltquoten und Gesprächsstoff, aber es ist doch bezeichnend, dass ich als Laie kaum wusste, dass die anderen Teilnehmer genauso schlecht dastehen. Wenn 90% überführt wurden, dann sollten diese auch genauso behandelt werden und das nicht nur von den Anti-Doping Vereinigungen, sondern auch von den Medien.
    Ich denke, dass diese Diskussion aber zu weit führen würde und hoffe, dass du verstehen konntest, worauf ich hinaus wollte.

    Es muss in meinen Augen aber kein absoluter Erfolgsgrund sein, um sich am Doping zu stören. Kampagnen gegen Doping finde ich alleine dafür sinnvoll, jene Sportler zu schützen, die dieses Spielchen nicht mitspielen wollen. Eine tolerante Doping-Politik benachteiligt nämlich genau diese Leute und setzt sie – und somit die falschen Leute – unter Druck.

    Es gibt in jeder Sportart auch Ligen, die strengere Vorschriften was Doping betrifft vertreten. Man muss nicht dopen, wenn man das nicht möchte, Hassan. Im Bodybuilding gibt es riesige Turniere, die ausschließlich naturelle Bodybuilder auf die Bühne lassen. Im Basketball gibt es sicher auch Ligen in denen strengere Regeln gelten und im Football wird dies auch der Fall sein.
    Das große Geld fließt allerdings da, wo das beste Gesamtpaket geboten wird. Im Basketball ist das die NBA, im Football die NFL und im Bodybuilding die IFBB. Um dahin zu kommen müssen alle Bedingungen stimmen, nicht nur die Steroide die, die Athleten fahren.
    Und ich sehe da noch ein anderes Problem, welches ich in meinem Artikel ja schon angesprochen habe:

    Wir wollen es doch nicht anders.

    Wir lieben die Liga und den Spielstil wie er ist. Wenn Doping dazugehört nehmen wir das in Kauf und schauen uns die Spiele trotzdem an. Ich kenne keinen, der einem Sport komplett den Rücken zugedreht hat, nur weil es Dopingfälle gab.
    Man erwartet in der NBA die besten Spieler der Welt und wie sie dazu werden hinterfragt kaum jemand. Ich finde das Thema interessant, mir würde es aber auch nichts ausmachen, wenn es rauskommen sollte, dass LeBron und Co. gedopt sind.

    Beim Thema Doping in der NBA denke ich nicht zuerst nicht an Muskelaufbau, etc. sondern vor allem an das Thema Regeneration. Da macht es durchaus eine Menge aus, wie schnell man sich von Trainingseinheiten (inkl. Krafttraining) und Spielen erholt. Wenn man dann um Spielzeit und Millionen konkurriert und weiß, dass der Mitspieler sich unerlaubte Vorteile verschafft, führt es zum oben angesprochenen Druck ebenfalls mitzumachen.

    Richtig. Bis auf ein paar Ausnahmen (LeBron, Metta, Wade, Kobe (Mitte 2000), Shaq, etc.) werden die Wenigsten stark auf den Muskelaufbau geachtet haben. Natürlich trainieren sie auch diesen, aber nicht mit den passenden Steroiden. Das fängt aber sicher nicht erst in der NBA an. Ich denke, dass das von dir angesprochene Szenario schon am College losgehen könnte. Und da gilt auch wieder eine Sache die Arthur schon ansprach: Es gilt das gleiche Recht für alle. Jeder Spieler bekommt die gleiche Möglichkeit. Ich glaube nicht, dass ein Shannon Brown mit dieser Athletik nicht gedopt ist und trotzdem ist er nicht auf dem Niveau eines Dwyane Wades. Es gibt eben wichtigere Dinge wie Steroide und die hatte ich ja schon aufgelistet. Auch ein Hedo oder Lewis haben gedopet und guck wo sie heute stehen.

    Zudem führt eine Tolerierung im Spitzensport ja dazu, dass die Hemmschwelle im Jugendleistungssport auch abnimmt, sodass sich in der Folge naive Jugendliche mit dem Traum vor Augen leichter verführen lassen.

    Ich denke (kam mir in unseren Diskussionen immer so vor), dass das deine größte Sorge ist und da hast du natürlich Recht. Allerdings ist dies eher im Bodybuilding der Fall. Im Basketball kommt man nicht so leicht an die passenden Steroide und außerdem gibt es eine große Hemmschwelle: Die Kur.
    Wie gestaltet die sich. Reichen orale Steroide oder muss auch mit Injektionen nachgeholfen werden (ein großer Punkt, warum viele es lassen würden, was allerdings Schwachsinn ist). Gerüchte um Herzversagen und so weiter.
    Wenn ein Jugendlicher sich einfach so in eine Kur schmeißt, kann man davon ausgehen, dass er es auch mit der passenden Betreuung nicht weit gebracht hätte, denn dann fehlt ihm schlicht die Intelligenz um ein NBA-Spieler zu werden. ;)

  7. Hassan Mohamed

    Es gibt in jeder Sportart auch Ligen, die strengere Vorschriften was Doping betrifft vertreten. Man muss nicht dopen, wenn man das nicht möchte, Hassan. Im Bodybuilding gibt es riesige Turniere, die ausschließlich naturelle Bodybuilder auf die Bühne lassen. Im Basketball gibt es sicher auch Ligen in denen strengere Regeln gelten und im Football wird dies auch der Fall sein.
    Das große Geld fließt allerdings da, wo das beste Gesamtpaket geboten wird. Im Basketball ist das die NBA, im Football die NFL und im Bodybuilding die IFBB. Um dahin zu kommen müssen alle Bedingungen stimmen, nicht nur die Steroide die, die Athleten fahren.

    Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man es in Ordnung findet, den ehrlicheren Sportler (indirekt) zu bestrafen. Klar, der Sportler wirklich nicht direkt gezwungen, aber diese Mentalität (wenn von einer Liga gelebt) führt dazu, dass Sportler unter erhöhtem Druck steht, ebenfalls zu unfairen Mitteln zu greifen oder den Nachteil hinzunehmen. Die Sichtweise “Wer nicht will, hat halt Pech gehabt und kann sich eine andere Liga suchen.” halte ich da einfach für verkehrt. Soll das eine sportliche Botschaft sein? Ich denke nicht.

    Wir lieben die Liga und den Spielstil wie er ist. Wenn Doping dazugehört nehmen wir das in Kauf und schauen uns die Spiele trotzdem an.

    Es ist aber keine zwingende Voraussetzung. Auch ohne Doping wären es ja zum großen Teil die besten Basketballer der Welt. Es ist somit kein Argument, Doping zu tolerieren. Ja, ich würde wohl auch weiter einschalten, wenn bekannt werden würde, dass großflächig zu illegalen Mitteln gegriffen wird – weil es, wie gesagt, immer noch die besten Spieler sind. Dennoch würde ich ein härteres Vorgehen gegen Doping gutheißen, da es in meinen Augen zu mehr Fairness führt.

    Wenn ein Hobby-Pumper sich alles schmeißt, was er in die Hände bekommt, ist es mir – überspitzt gesagt – egal. Er verschafft sich ja dadurch nicht direkt einen Vorteil. Aber ein NBA-Spieler, der sich dadurch einen unberechtigten Vorteil – wie groß/klein auch immer – gegenüber seinen Mitspieler (mit dem er vielleicht um Minuten oder den neuen Vertrag konkurriert) oder seinem Gegnerspieler verschafft, ist in meinen Augen schlicht unfair. Anstatt des Doper, der sich über das Auffliegen seines Betrugs Gedanken machen muss, ist es dann der Nicht-Doper, der entscheiden muss, ob der auch dopt oder den Nachteil hinnimmt. Und das widerspricht doch jeglichem Gerechtigkeitsverständnis. Ich möchte keine Analogien starten, aber wenn man diese Sichtweise mal auf andere Situation übertragen würde…

    Es gilt das gleiche Recht für alle. Jeder Spieler bekommt die gleiche Möglichkeit.

    Die Aussage macht allerdings nur Sinn, wenn man Doping als legitimes Mittel zum Erfolg wie bspw. harte Arbeit erachten würde. Eine hier unterschiedliche Ansicht würde auch die verschiedenen Sichtweisen in den vorherigen Punkten erklären.

  8. Benjamin Mell

    |Author

    Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man es in Ordnung findet, den ehrlicheren Sportler (indirekt) zu bestrafen. Klar, der Sportler wirklich nicht direkt gezwungen, aber diese Mentalität (wenn von einer Liga gelebt) führt dazu, dass Sportler unter erhöhtem Druck steht, ebenfalls zu unfairen Mitteln zu greifen oder den Nachteil hinzunehmen. Die Sichtweise “Wer nicht will, hat halt Pech gehabt und kann sich eine andere Liga suchen.” halte ich da einfach für verkehrt. Soll das eine sportliche Botschaft sein? Ich denke nicht.

    Wer sagt denn, dass der andere Sportler nicht ehrlich ist? Im Basketball, ja, da gibt es kaum einen oder gar keinen, der zugeben würde, dass er Steroide verwendet oder verwendet hat. In anderen Sportarten gibt es die durchaus. Jay Cutler, Ronnie Coleman, Rodriguez, John McEnroe und Marion Jones sind hier nur ein paar Beispiele. Ich denke, dass wir nicht tief genug in der Materie stecken, als dass wir da urteilen könnten wer im Recht und wer im Unrecht ist.
    Die Teams (am College oder wo auch immer) werden den Jungs schon früh sagen was Sache ist. Es ist ja nicht erst seit gestern so und das dürfte den meisten auch bewusst sein. Wenn ich ein professioneller Bodybuilder werden möchte, dann weiß ich worauf ich mich einlasse, genauso ist es im Football oder eben auch im Basketball. Andernfalls greift meine Aussage von weiter oben:

    “Wenn ein Jugendlicher sich einfach so in eine Kur schmeißt, kann man davon ausgehen, dass er es auch mit der passenden Betreuung nicht weit gebracht hätte, denn dann fehlt ihm schlicht die Intelligenz um ein NBA-Spieler zu werden.”

    Das bedeutet nicht, dass ich ein großer Befürworter des Dopings bin (auch wenn ich kein Gegner bin), sondern, dass man nicht in einer Scheinwelt leben sollte. Das Geschäft ist hart und ungerecht, egal in welcher Sportart man unterwegs ist und überall wird gedopt und das schon ein paar Jahre länger.

    Es ist aber keine zwingende Voraussetzung. Auch ohne Doping wären es ja zum großen Teil die besten Basketballer der Welt. Es ist somit kein Argument, Doping zu tolerieren. Ja, ich würde wohl auch weiter einschalten, wenn bekannt werden würde, dass großflächig zu illegalen Mitteln gegriffen wird – weil es, wie gesagt, immer noch die besten Spieler sind. Dennoch würde ich ein härteres Vorgehen gegen Doping gutheißen, da es in meinen Augen zu mehr Fairness führt.

    Natürlich wären sie das. Aber ich denke, dass wir dann eher einen besseren Jerry West als einen Kevin Durant sehen würden. Was ist interessanter anzuschauen (für den Großteil der Fans)? Man könnte noch viel krassere Beispiele finden (Griffin, Bron und Co.).
    Das Spiel entwickelt sich, die Medizin und Sportwissenschaft auch, dass da dann auch das Doping sich weiterentwickelt ist doch klar. Ich glaube nicht, dass ein Jordan oder Kemp nicht auf Stoff waren und da hat keiner von Wettbewerbsverzerrung gesprochen.

    Inwiefern sollte die härtere Vorgehensweise denn zu mehr Fairness führen? Hier mal ein kleiner Auszug, der gut zum Thema passt (auch wenn er aus dem Bodybuilding stammt):

    Eine der Ironien des Steroidskonsums liegt darin, dass manche Menschen im Bezug auf die Steroidrezeptoren genetisch bevorzugt sind. Dies bedeutet, dass sie eine größere Menge an Rezeptoren im Muskel besitzen, an welche Steroide andocken und ihre muskelaufbauende Wirkung entfalten können. Der Mann oder die Frau, die den letzten Wettkampf gewonnen hat, könnte sehr gut die Person mit den aktivsten Steroidrezeptoren gewesen sein. Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die nur sehr wenige Rezeptoren für ein bestimmtes Steroid besitzen. Aus diesem Grund kommt es bei ihnen, wenn überhaupt, nur zu einem geringen Wachstum, wenn sie dieses Steroid einsetzen. Ein anderer Faktor, der die Bindungsfähigkeit der Rezeptoren beeinflusst ist das Alter. Die höchste Bindungsfähigkeit der Steroidrezeptoren liegt im späten Teenageralter vor. Dies ist zwar nur eine Verallgemeinerung, doch sie trifft bei den meisten Menschen zu. Da Steroide bei diesen Personen eine stärkere Wirkung entfalten, können sie oft geringere Dosierungen für eine längere Dauer verwenden und trotzdem bessere Fortschritte als ältere Steroidkonsumenten erzielen. Die Wahrheit ist, dass zwei Bodybuilder denselben Steroidstack verwenden und auf genau dieselbe Art und Weise trainieren und essen könnten und der eine von ihnen Mr. Olympia werden könnte, wogegen der andere nicht einmal eine lokale Meisterschaft gewinnen würde. Der Unterschied, wie unterschiedliche Menschen auf diese Medikamente reagieren, ist enorm.

    Genau so ein Beispiel hatte ich ja schon genannt indem ich Shannon Brown und Dwyane Wade verglichen hatte. Selbst wenn man die Steroide weglassen und strengere Regeln einführen würde, gäbe es immer noch Spieler die andere dominieren würden. Einfach weil sie mehr Talent oder die bessere Genetik besitzen.
    Andersrum ist es eben auch so. Hedo, Brown und Mayo können noch so viele Steroide in sich reinpumpen, sie werden trotzdem nie so gut wie ein LeBron James oder Dwyane Wade. Das liegt nicht daran, dass diese bessere Steroide benutzen, sondern daran, dass sie genetisch besser veranlagt sind und/oder mehr Talent besitzen. Außerdem gibt es auch immer wieder Spieler, die nur durch ihre Einstellung weit kommen.

    Ich denke, dass du die Möglichkeiten, die dir Steroide bieten völlig falsch einschätzt (nicht böse gemeint).

    Wenn ein Hobby-Pumper sich alles schmeißt, was er in die Hände bekommt, ist es mir – überspitzt gesagt – egal. Er verschafft sich ja dadurch nicht direkt einen Vorteil. Aber ein NBA-Spieler, der sich dadurch einen unberechtigten Vorteil – wie groß/klein auch immer – gegenüber seinen Mitspieler (mit dem er vielleicht um Minuten oder den neuen Vertrag konkurriert) oder seinem Gegnerspieler verschafft, ist in meinen Augen schlicht unfair. Anstatt des Doper, der sich über das Auffliegen seines Betrugs Gedanken machen muss, ist es dann der Nicht-Doper, der entscheiden muss, ob der auch dopt oder den Nachteil hinnimmt. Und das widerspricht doch jeglichem Gerechtigkeitsverständnis. Ich möchte keine Analogien starten, aber wenn man diese Sichtweise mal auf andere Situation übertragen würde…

    Und wie unterscheidest du den Doper und den nicht Doper? Wo zieht man da die Linie, denn ich glaube nicht, dass sich ein Spieler in dieser Situation – wie du sie gerade beschrieben hast – mit der Lage zufrieden gibt (wer über den Steroid “Missbrauch” nachdenkt, aus welchen Gründen auch immer, wird sie meistens auch nehmen).
    Wenn ein Spieler es nur mit Doping zu einem guten Vertrag schafft (und damit meine ich keinen Minimum-Vertrag), dann hat er nichts in der NBA zu suchen und wird auch höchsten ein oder zwei Saisons in der Liga rumschwirren. Vielleicht ist er schnell oder besitzt eine unglaubliche Ausdauer, mehr aber auch nicht. Da fehlt dann wieder das Wichtigste: Talent!
    Nehmen wir mal Steve Blake und Darius Morris als Beispiel. Morris wird sich nicht in der Liga halten und wenn doch nicht lange oder nur mit begrenzten Minuten. Blake, der körperlich sicher das Nachsehen gegen den jungen Burschen hat, spielt immer noch als back up und zeigt, ab und zu, dass er es auch wert ist. Selbst wenn der Junge Morris Steroide genommen hätte, hätte er das Nachsehen gehabt, da er schlichtweg weniger Talent besitzt als Blake. Es ist vielleicht kein perfektes Beispiel, aber ich denke, dass du schon verstehst worauf ich hinaus möchte. ;)

    Die Aussage macht allerdings nur Sinn, wenn man Doping als legitimes Mittel zum Erfolg wie bspw. harte Arbeit erachten würde. Eine hier unterschiedliche Ansicht würde auch die verschiedenen Sichtweisen in den vorherigen Punkten erklären.

    Ich selbst habe noch keine Steroide genommen, aber ich würde es auch niemals ausschließen, denn man sollte niemals nie sagen. Vielleicht kommen daher die verschiedenen Sichtweisen.

    PS: Auch mit Steroiden muss man hart arbeiten. Kenne da ein paar, die sich verschätzt haben und ziemlich auseinander gegangen sind. :mrgreen:

  9. Jonathan Walker

    Mal noch eine andere Anmerkung: Für einen Generalverdacht müsste man voraussetzen, dass jeder NBA-Profi absolut alles für den Erfolg tut. Wie Benjamin bereits erklärte, ist Doping nur effektiv, wenn der Sportler sich und seinen Körper auch ansonsten perfekt einstellt und pflegt.

    Dem ist meines Erachtens aber nicht so. Wie man immer wieder mitbekommt, verhalten sich viele Spieler nicht gerade wie Musterprofis. Sie gehen nach oder gar vor Spieltagen feiern, trinken Alkohol, konsumieren teilweise Drogen.
    Enige meiden den Kraftraum, andere scheuen Extraeinheiten vor oder nach dem Training oder machen im Sommer alles mögliche, nur nicht trainieren.
    Fastfood ist auch extrem verbreitet, genauso Getränke die für Sportler suboptimal sind.

    Ich denke, dass auf den Großteil der Spieler einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen. Man braucht als NBA-Spieler eben nicht zwingend einen Astralkörper, im Gegensatz z.B. zum Bodybuilding. Wenn man als Profi durchfeiert statt zu schlafen, sich Burger und frittiertes reinschiebt, trinkt und/oder nicht gerade geil auf Training (abseits vom Basketballspielen) ist, sprich nicht sowieso schon das Maximum aus seinen Körper herausholt, dann macht Doping auch eher wenig Sinn.

    Ich will damit nicht sagen, dass nur Musterprofis dopen. Auch setze ich nicht voraus, dass alle Spieler sich rein rational und wohlüberlegt für oder gegen Doping entscheiden. Ich denke nur, dass bei vielen Spielern der Anreiz zu dopen nicht groß genug ist (und eine gewisse Hemmschwelle setze ich schon noch voraus) um es machen, weil sie auch so schon kein Interesse daran haben, das absolute Maximum aus ihrem Körper herauszuholen.

    Ich glaube nicht, dass ein Shannon Brown mit dieser Athletik nicht gedopt ist

    Ist das dein Ernst? Versteh mich nicht falsch, ich respektiere deine Expertise auf dem Gebiet. Aber du unterstellst einem Spieler, dass er gedopt ist, nur weil er springen kann?

    Außerdem kann ich nicht unterschreiben, dass ich als Fan “es ja nicht anders will”. Wie viel verbessert es das Produkt NBA-Basketball letztendlich wirklich, wenn die Spieler gedopt sind? Ich denke nur marginal. Mir wäre es also durchaus lieber, wenn die Liga gegen Doping hart durchgreifen würde (von mir aus mit ausreichend Vorlauf, damit alle Stoffer ihre Mittelchen rechtzeitig absetzen können und niemand zwangsläufig an den Pranger gestellt werden muss) und manche Spieler eine Zehntelsekunde langsamer rennen, einen Centimeter niedriger springen oder auch mal ein Back-to-Back aussetzen.

    Wenn alle clean sind, ist wirklich Chancengleichheit da. Nicht, wenn alle zwar quasi nach belieben dopen dürfen, es aber nicht alle machen.

  10. Hassan Mohamed

    Und wie unterscheidest du den Doper und den nicht Doper? Wo zieht man da die Linie, […]

    Ich ziehe die Linie bei einer Liste, die bestimmte Mittel und Methoden als verbotenes Doping bezeichnet. Solch eine Liste wird niemals perfekt sein, da sich immer Schlupflöcher und neue Mittel/Methoden finden, aber wer Mittel und Methoden auf dieser Liste nutzt, wäre ein Doper.

    Wer sagt denn, dass der andere Sportler nicht ehrlich ist?

    Gemeint ist die Ehrlich- und Unehrlichkeit im Sinne des Betrügens beim Dopen. Wer nach der obigen Definition dopt, betrügt und ist somit unehrlich. In diesem Kontext sind all jene, die sich durch das Doping einen unberechtigten Vorteil verschaffen die Unehrlichen, die Nicht-Doper die Ehrlichen.

    Das bedeutet nicht, dass ich ein großer Befürworter des Dopings bin (auch wenn ich kein Gegner bin), sondern, dass man nicht in einer Scheinwelt leben sollte. Das Geschäft ist hart und ungerecht, egal in welcher Sportart man unterwegs ist und überall wird gedopt und das schon ein paar Jahre länger.

    Man muss den Status Quo ja nicht akzeptieren, sondern kann versuchen, ihn zu ändern.

    Inwiefern sollte die härtere Vorgehensweise denn zu mehr Fairness führen?

    Eine strengere Regulierung und Prüfung würde das Risiko entdeckt zu werden wesentlich vergrößern. Die Folge: Vermutlich würde die Nutzung des Dopings zurückgehen, sodass der Nachteile und der Doping-Druck für die Nicht-Doper sich ebenfalls verringern würde.

    Ich denke, dass du die Möglichkeiten, die dir Steroide bieten völlig falsch einschätzt.

    Zum einen habe ich den Begriff “Steroide” nicht ein einziges Mal in den Mund genommen und zum anderen…

    Aber ein NBA-Spieler, der sich dadurch einen unberechtigten Vorteil – wie groß/klein auch immer – gegenüber seinen Mitspieler (mit dem er vielleicht um Minuten oder den neuen Vertrag konkurriert) oder seinem Gegnerspieler verschafft, ist in meinen Augen schlicht unfair.

    Wenn zwei Spieler bspw. gleich gut sind, aber der eine etwas Verbotenes einwirft, um beim nächsten Training oder nächsten Spiel fitter (bspw. Mittel zur schnelleren Regeneration) zu sein, hat er sich einen unberechtigen Vorteil erschlichen. Es kann doch dann nicht sein, den Fehler beim Spieler zu suchen, der den Nachteil hat.

  11. Benjamin Mell

    |Author

    Mal noch eine andere Anmerkung: Für einen Generalverdacht müsste man voraussetzen, dass jeder NBA-Profi absolut alles für den Erfolg tut. Wie Benjamin bereits erklärte, ist Doping nur effektiv, wenn der Sportler sich und seinen Körper auch ansonsten perfekt einstellt und pflegt.

    Dem ist meines Erachtens aber nicht so. Wie man immer wieder mitbekommt, verhalten sich viele Spieler nicht gerade wie Musterprofis. Sie gehen nach oder gar vor Spieltagen feiern, trinken Alkohol, konsumieren teilweise Drogen.
    Enige meiden den Kraftraum, andere scheuen Extraeinheiten vor oder nach dem Training oder machen im Sommer alles mögliche, nur nicht trainieren.
    Fastfood ist auch extrem verbreitet, genauso Getränke die für Sportler suboptimal sind.

    Ich denke, dass auf den Großteil der Spieler einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen. Man braucht als NBA-Spieler eben nicht zwingend einen Astralkörper, im Gegensatz z.B. zum Bodybuilding. Wenn man als Profi durchfeiert statt zu schlafen, sich Burger und frittiertes reinschiebt, trinkt und/oder nicht gerade geil auf Training (abseits vom Basketballspielen) ist, sprich nicht sowieso schon das Maximum aus seinen Körper herausholt, dann macht Doping auch eher wenig Sinn.

    Ich will damit nicht sagen, dass nur Musterprofis dopen. Auch setze ich nicht voraus, dass alle Spieler sich rein rational und wohlüberlegt für oder gegen Doping entscheiden. Ich denke nur, dass bei vielen Spielern der Anreiz zu dopen nicht groß genug ist (und eine gewisse Hemmschwelle setze ich schon noch voraus) um es machen, weil sie auch so schon kein Interesse daran haben, das absolute Maximum aus ihrem Körper herauszuholen.

    :tup:

    Ist das dein Ernst? Versteh mich nicht falsch, ich respektiere deine Expertise auf dem Gebiet. Aber du unterstellst einem Spieler, dass er gedopt ist, nur weil er springen kann?

    Ich möchte niemanden an den Pranger stellen. Egal welchen Namen – bis auf die überführten Spieler – ich genannt habe, ich kann generell nicht beweisen, dass derjenige dopt. Ich nannte nur Beispiele.
    Shannon Brown war eines dieser Beispiele. Nicht etwa weil er hoch springen kann, sondern weil er sich generell extrem verändert hat (subjektive Meinung) seitdem er von der High School abging.
    Er war schon immer sprunggewaltig und hatte abartig große Hände, aber sonst war er doch eher extrem dürr http://www.highschoolelite.com/pics/brownS.jpg. Er hat also ordentlich Masse geladen http://cdn.bleacherreport.net/images_root/slides/photos/002/302/503/142048287_display_image.jpg?1339121727 und ist trotzdem kein Stück langsamer geworden. Auch seine Sprungfedern hat er nicht verloren. Er ist inzwischen ein physischer Freak und kann mit den besten mithalten, genau wie Nate Robinson – natürlich nur auf Athletischer Ebene.

    Das alles sind nicht unbedingt Indizien auf einen Missbrauch von Steroiden, denn diese Veränderung schafft man auch ohne harte Hilfsmittel. Das ist es eben eine Frage der Zeit und ich weiß nicht ob er die hatte.
    Eine Sache machte mich bei ihm dann aber doch noch stutzig: Der Junge wollte immer mehr sein als nur ein Bankspieler und würde alles dafür tun. Warum dann nicht etwas nachhelfen? Wenn er die gleiche Einstellung schon in jungen Jahren hatte, liegt für mich die Vermutung nah, dass er durchaus nachgeholfen haben könnte.
    Natürlich sind das alles nur Vermutungen meinerseits und ich möchte Shannon Brown nicht unterstellen, dass er nachgeholfen hat. Diese Gedankenspiele kommen bei mir automatisch, da ich ziemlich tief in der Materie stecke. Es gibt zig Beispiele die ich auflisten könnte und trotzdem könnte es sein, dass über die Hälfte davon clean ist.

    Außerdem kann ich nicht unterschreiben, dass ich als Fan “es ja nicht anders will”. Wie viel verbessert es das Produkt NBA-Basketball letztendlich wirklich, wenn die Spieler gedopt sind? Ich denke nur marginal. Mir wäre es also durchaus lieber, wenn die Liga gegen Doping hart durchgreifen würde (von mir aus mit ausreichend Vorlauf, damit alle Stoffer ihre Mittelchen rechtzeitig absetzen können und niemand zwangsläufig an den Pranger gestellt werden muss) und manche Spieler eine Zehntelsekunde langsamer rennen, einen Centimeter niedriger springen oder auch mal ein Back-to-Back aussetzen.

    Wenn alle clean sind, ist wirklich Chancengleichheit da. Nicht, wenn alle zwar quasi nach belieben dopen dürfen, es aber nicht alle machen.

    Ich glaube nicht, dass die NBA bei diesem Spielplan nur marginal schlechter wäre , wenn die Regeln verschärft würden (alles unter der Annahme, dass Doping weit verbreitet ist).
    Das größte Problem dürfte wohl die Belastung sein. Ich könnte dich, obwohl du gut austrainiert sein dürftest, in einem/meinem Training dazu bringen, dass du dich übergeben musst. Wenn man jetzt annimmt, dass ein Großteil der NBA-Spieler hart trainiert, mehrere Spiele in der Woche absolviert und dazu ständig unterwegs ist, kann man sich vorstellen was mit dem Körper passiert. Man hat noch nicht einmal Kraft um Nachzudenken. Jetzt muss man sich das mal über eine ganze Saison vorstellen. Du, als Basketballer, solltest wissen wovon ich spreche.
    Jetzt stelle man sich mal vor, dass 70% der NBA Drostanolon oder ähnliches fahren (Muskelaufbau, Leistung + Regeneration) und müssten das nun absetzen. Was würde wohl geschehen? Der Körper schreit förmlich nach einem Ausgleich und was sollte diesen bieten? Schlaf kann da nicht die Lösung sein, zumindest nicht auf Dauer…

    Ich ziehe die Linie bei einer Liste, die bestimmte Mittel und Methoden als verbotenes Doping bezeichnet. Solch eine Liste wird niemals perfekt sein, da sich immer Schlupflöcher und neue Mittel/Methoden finden, aber wer Mittel und Methoden auf dieser Liste nutzt, wäre ein Doper.

    Und da ist doch schon das nächste Problem. Jeder der zuviel Koffein zu sich nimmt ist deiner Meinung nach ein Doper, da es ab einer bestimmten Menge auf der Liste der WADA steht. Wenn sich Steve Nash also einen Energy Drink zuviel trinkt betrügt er also? Ich weiß, dass das eine Milchmädchenrechnung ist, aber so sind die Regeln…

    Gemeint ist die Ehrlich- und Unehrlichkeit im Sinne des Betrügens beim Dopen. Wer nach der obigen Definition dopt, betrügt und ist somit unehrlich. In diesem Kontext sind all jene, die sich durch das Doping einen unberechtigten Vorteil verschaffen die Unehrlichen, die Nicht-Doper die Ehrlichen.

    “” “”

    Eine strengere Regulierung und Prüfung würde das Risiko entdeckt zu werden wesentlich vergrößern. Die Folge: Vermutlich würde die Nutzung des Dopings zurückgehen, sodass der Nachteile und der Doping-Druck für die Nicht-Doper sich ebenfalls verringern würde.

    Das denke ich nicht, da sich nicht nur der Sport selbst weiterentwickelt, sondern immer wieder neue Mittel und Wege gefunden werden. Früher konnte jedes Steroid oder Illegale Mittel im Urin gefunden werden, heute nicht mehr. Die Tests werden besser, die Mittel allerdings auch und vor allem sicherer, mit weniger Nebenwirkungen.

    Wenn zwei Spieler bspw. gleich gut sind, aber der eine etwas Verbotenes einwirft, um beim nächsten Training oder nächsten Spiel fitter (bspw. Mittel zur schnelleren Regeneration) zu sein, hat er sich einen unberechtigen Vorteil erschlichen. Es kann doch dann nicht sein, den Fehler beim Spieler zu suchen, der den Nachteil hat.

    Wer sucht den Fehler bei dem benachteiligten Spieler, ich nicht. Und ich wollte dich nicht angreifen, ob nun das Wort Steroide von dir verwendet oder nicht. Mir kam es einfach so vor, als wenn du die Wirkung ueberschaetzen würdest.

  12. Jonathan Walker

    Ich möchte niemanden an den Pranger stellen. Egal welchen Namen – bis auf die überführten Spieler – ich genannt habe, ich kann generell nicht beweisen, dass derjenige dopt. Ich nannte nur Beispiele.
    Shannon Brown war eines dieser Beispiele. Nicht etwa weil er hoch springen kann, sondern weil er sich generell extrem verändert hat (subjektive Meinung) seitdem er von der High School abging.
    Er war schon immer sprunggewaltig und hatte abartig große Hände, aber sonst war er doch eher extrem dürr http://www.highschoolelite.com/pics/brownS.jpg. Er hat also ordentlich Masse geladen http://cdn.bleacherreport.net/images_root/slides/photos/002/302/503/142048287_display_image.jpg?1339121727 und ist trotzdem kein Stück langsamer geworden. Auch seine Sprungfedern hat er nicht verloren. Er ist inzwischen ein physischer Freak und kann mit den besten mithalten, genau wie Nate Robinson – natürlich nur auf Athletischer Ebene.

    Ok, mit der Erklärung macht es mehr Sinn. Mir war seine “Transformation” nicht bewusst. Aber: Die allermeisten Sportler machen körperlich nach dem Highschool-Alter noch einen Sprung, was ja nur natürlich ist.

    Das alles sind nicht unbedingt Indizien auf einen Missbrauch von Steroiden, denn diese Veränderung schafft man auch ohne harte Hilfsmittel. Das ist es eben eine Frage der Zeit und ich weiß nicht ob er die hatte.

    Wenn Profisportler (und auch schon Unisportler) diese Zeit nicht haben, gerade Basketballer in der Offseason, wer dann? ;)

    Eine Sache machte mich bei ihm dann aber doch noch stutzig: Der Junge wollte immer mehr sein als nur ein Bankspieler und würde alles dafür tun. Warum dann nicht etwas nachhelfen? Wenn er die gleiche Einstellung schon in jungen Jahren hatte, liegt für mich die Vermutung nah, dass er durchaus nachgeholfen haben könnte.

    Natürlich sind das alles nur Vermutungen meinerseits und ich möchte Shannon Brown nicht unterstellen, dass er nachgeholfen hat. Diese Gedankenspiele kommen bei mir automatisch, da ich ziemlich tief in der Materie stecke. Es gibt zig Beispiele die ich auflisten könnte und trotzdem könnte es sein, dass über die Hälfte davon clean ist.

    Alles klar. Es hörte sich als du Brown erwähntest nur danach an, als ob du bei ihm und anderen Athleten per se davon ausgehst.

    […]
    Das größte Problem dürfte wohl die Belastung sein. Ich könnte dich, obwohl du gut austrainiert sein dürftest, in einem/meinem Training dazu bringen, dass du dich übergeben musst.

    Da bin ich mir sicher. :mrgreen:

    Wenn man jetzt annimmt, dass ein Großteil der NBA-Spieler hart trainiert, mehrere Spiele in der Woche absolviert und dazu ständig unterwegs ist, kann man sich vorstellen was mit dem Körper passiert. Man hat noch nicht einmal Kraft um Nachzudenken.

    Der Fehler bei dieser Annahme ist, dass während der Saison eben in der Regel nicht hart trainiert wird. Es wird nur leicht trainiert, um den in der Offseason aufgebauten Körper zu erhalten. Manchmal verlieren die Spieler deswegen im Laufe der Saison auch wieder etwas an Masse. An Aufbauen ist da gar nicht zu denken. Auch Basketballtrainingseinheiten sind auf Grund von Zeitmangel selten (viel seltener als Spiele) und da werden dann normalerweise auch keine harten Drills gelaufen, sondern eher locker Sets durchgegangen.

    Zumindest ist das mein Eindruck, den ich über die Jahre von Trainingseinheiten während der NBA-Saison bekommen habe. An Körper und Skills wird April/Mai/Juni bis Oktober gefeilt, danach wird eigentlich nur noch erhalten und vor allem gespielt. Und dabei sehe ich dann wie gesagt auch keine zwingende Notwendigkeit für Doping, um den besten Basketball der Welt auf’s Parkett zu bekommen. Auch vor dem Hintergrund, dass nur die wenigsten NBA-Spieler wirklich 30+ Minuten abreissen (2012-13 genau 93, also weniger als ein Viertel aller Spieler). Beim Rest ist die Belastung also gar nicht so extrem hoch, auch wenn die 82 Spiele plus Reisen (!) natürlich an die Substanz gehen, keine Frage.

  13. Benjamin Mell

    |Author

    Ok, mit der Erklärung macht es mehr Sinn. Mir war seine “Transformation” nicht bewusst. Aber: Die allermeisten Sportler machen körperlich nach dem Highschool-Alter noch einen Sprung, was ja nur natürlich ist.

    Natürlich, deshalb würde ich ihn (oder andere) auch niemals darauf festnageln. Es war an sich ja nur ein Beispiel.

    Wenn Profisportler (und auch schon Unisportler) diese Zeit nicht haben, gerade Basketballer in der Offseason, wer dann? ;)

    Ich zum Beispiel. :D
    Ne quatsch, ich weiß schon was du meinst, aber wie viel Zeit lag denn zwischen seinem Debüt als Profi und der High School. Ein normaler Mensch kann mit den perfekten Voraussetzungen (Ernährung, Supps, Regeneration, Training, etc.) ungefähr 6-10 Kilo Muskelmasse im Jahr zunehmen (optimale Bedingungen sind da Grundvoraussetzung) und da muss man dann Fett, Wasser usw. miteinbeziehen. Wenn man dann mal darauf achtet, dass er eigentlich keine Zeit für eine bulking phase und Diät hat, kommt man auf keine 10 Kilo pro Jahr. Niemals. Eine Offseason reicht da sowieso nicht, egal wie gut die Genetik ist. ;)

    Der Fehler bei dieser Annahme ist, dass während der Saison eben in der Regel nicht hart trainiert wird. Es wird nur leicht trainiert, um den in der Offseason aufgebauten Körper zu erhalten. Manchmal verlieren die Spieler deswegen im Laufe der Saison auch wieder etwas an Masse. An Aufbauen ist da gar nicht zu denken. Auch Basketballtrainingseinheiten sind auf Grund von Zeitmangel selten (viel seltener als Spiele) und da werden dann normalerweise auch keine harten Drills gelaufen, sondern eher locker Sets durchgegangen.

    Sag das mal Thibs! :D

    Ich weiß. Bei Chris Bosh konnte man das Vorletzte (?!) Saison auch gut erkennen, wo er erst schön drauf gepackt hatte und dann immer weiter in sich zusammengefallen ist. Das kann allerdings auch ein anderes Anzeichen sein (jetzt wird es böse, Hassan sollte diesen Teil überlesen):

    Ich könnte jetzt weit ausholen, mache es aber kurz. Eine Steroid-Kur funktioniert nur in mehreren Phasen. Anfangs greifen die meisten auf eine orale Einnahme zurück, da sind entweder denken, dass es weniger schädlich ist (Blödsinn), Angst vor Nadeln haben oder das Steroid, welches verwendet wird, oral am besten wirkt. In der Regel geht es die ersten 5-8 Wochen auf jeden Fall mit einer oralen Kur los. Die Testosteron-Werte schießen in die Höhe und man nimmt enorm zu. Die Kraftwerte sind unvorstellbar (passendes Training und Ernährung vorausgesetzt). Während dem gesamten Zeitraum gibt es kein Loch in der Entwicklung.
    Nach den 8 Wochen kommt erst die kritische Phase. Wenn man das Steroid (nehmen wir Dianabol) einfach absetzt, verliert man die gewonnen Muskelmasse wieder. Das dauert zwar ein bisschen, aber man “schrumpft” wieder. Natürlich war die Kur nicht umsonst und man verliert nicht alles, aber der Grund für das extreme Anschwellen der Muskelpartien ist Wasser und das verschwindet wieder. Wenn man während der sechs Wochen (theoretisch/überspitzt) 8 Kilogramm zunimmt bleiben vielleicht 3-4 davon übrig. Der Unterschied vom Aussehen wäre auf jeden Fall ersichtlich.
    Wenn Chris Bosh also auf Dianabol gesetzt hätte, könnte man den Masseverlust damit erklären. Denn, wie oben erwähnt, baut man keine extreme Masse in der kurzen Offseason auf und wenig Training + Spiele sollten ausreichen um deine vorhandene Muskulatur zu erhalten und vielleicht sogar zu stärken. Masseverlust sollte sich (eigentlich) im Rahmen halten.

    Übrigens, die richtige Kur sollte so laufen: Erst oral, dann Injektionen (immer weiter reduzieren), dann Anabole-Supplemente, die deinen Testosteron Haushalt von dem extremen Level auf ein “normales” zurückbringt. So besteht vielleicht die Möglichkeit 70-80% der gewonnen Muskelmasse zu erhalten. Am besten sollte das alles, bis auf die Supplementierung, unter Ärztlicher Aufsicht stattfinden und die hätten die Profis auf jeden Fall sicher.

  14. Hassan Mohamed

    Und da ist doch schon das nächste Problem. Jeder der zuviel Koffein zu sich nimmt ist deiner Meinung nach ein Doper, da es ab einer bestimmten Menge auf der Liste der WADA steht. Wenn sich Steve Nash also einen Energy Drink zuviel trinkt betrügt er also? Ich weiß, dass das eine Milchmädchenrechnung ist, aber so sind die Regeln…

    Du schreibst selbst, dass dieses Beispiel eigentlich unsinnig ist, aber lässt es trotzdem so stehen? Irgendwelche Extrembeispiele und Sonderfälle findet man immer, egal worum es geht. Nur sind solche in einer Diskussion selten zielführend. Und wenn ich bei dem Beispiel bleiben soll: Wenn Nash die Regeln kennt und das Limit mit Energy Drinks überschreitet, ist es nunmal sein Pech. Der Polizeikontrolle ist es auch egal, ob der Autofahrer die Promille-Grenze mit Rumkugeln oder purem Wodka überschritten hat. Bei 0,5 Promille ist der Lappen weg. (Kein Gewähr für rechtliche Genauigkeit bei diesem Beispiel.)

    Meine Argumentation / Ansicht zu diesem Thema baut auf der Annahme, jene Mittel und Methoden als Doping zu bezeichnen, die nicht erlaubt sind. Wenn es bereits bei der Definition keinen Konsens gibt, erübrigt sich logischerweise natürlich auch die Diskussion, da ansonsten auf Basis voneinander abweichender Definitionen diskutiert wird.

    Auf Basis welcher Doping-Definition besprichst Du das Thema?

    Und ich wollte dich nicht angreifen, ob nun das Wort Steroide von dir verwendet oder nicht. Mir kam es einfach so vor, als wenn du die Wirkung ueberschaetzen würdest.

    Ich fühlte mich nicht angegriffen, sondern war nur überrascht, da ich mich zur Wirkungskraft (wie stark, wie schwach) des Dopings gar nicht geäußert habe, vor allem da es keine wesentliche Rolle für die Punkte spielt, um die es mir im Kern geht. Ich wollte nur Deine Aufmerksamkeit auf diese Punkte lenken und nicht auf Dinge, zu denen ich mich nicht geäußert habe.

  15. Avatar

    t0rchy

    Für mich klingt es in dem Artikel immer wieder stark danach, dass die geringe Zahl der Dopingfälle relativ zu anderen Sportarten einzig und allein auf die geringere Kontrolldichte und -Qualität zurückzuführen ist. Das finde ich schade… Hier wird ohne einen begründeten Verdacht jedem hochathletischen Spieler der Liga unterstellt zu illegalen Substanzen zu greifen, nur weil es wenig Kontrolle aber viel körperliche Leistung gibt?

    Mal ganz davon abgesehen, dass viele der genannten bzw typischen Substanzen (HGH, Epo, Jintropin) die Schnellkraft (die für Sprungkraft und Explosivität, also DIE Basketballmerkmale in der Athletik schlechthin) bei massivem Muskelwachstum eher negativ beeinflussen, fehlt mir doch die Grundlage für viele der als beinahe gesetzt beschriebenen Annahmen. Um nicht zu sagen, Unterstellungen.

  16. Jonathan Walker

    Interessante Aussagen von McGrady zum Thema:

    [quote=RealGM]
    “I didn’t believe I was going to get there naturally,” said McGrady about returning to his pre-injury form.

    “I actually considered getting an advantage and whatever that was, doing it illegally, I considered that,” said McGrady about using performance enhancing drugs.

    McGrady talked about how common it is in baseball to stay healthy.

    “I never crossed that line because I read up on it and seen the side effects that could happen.”[/quote]


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