Draft, Tournament 2013

Clash of style

Die Michigan Wolverines treffen auf die Syracuse Orange im Final Four

Im Januar ging es in einem Artikel auf Go-to-Guys.de noch um zwei der besten Point Guards und das Duell um den besten Playmaker in der Division I. Trey Burke und Michael Carter-Williams haben von Beginn der Saison an enorm gute Leistungen geliefert, was ihre Teams in die Kategorie “Elite” aufsteigen ließ. Damals hatte Burke die Nase vorn, im Endeffekt war aber klar, dass nur ein direktes Aufeinandertreffen dies tatsächlich entscheiden könne.

Hier sind wir nun. Das Final Four in Atlanta steht kurz bevor und so richtig hätte niemand damit gerechnet, dass wir wirklich Burke vs. MCW, Michigan vs. Syracuse sehen würden. Doch genau so ist es gekommen. 

Michigan Wolverines

treyburkeNachdem die Wolverines den Big Ten-Titel knapp verpassten, starteten sie einen furiosen Run im NCAA Tournament und vor allem durch die hervorragenden Leistungen Burkes gelang der Sprung bis nach Atlanta. Um die Leistungen des 20-Jährigen mal in Zahlen zusammenzufassen: In den letzten beiden Partien besiegte man mit Kansas und Florida den #1 und #3 Seed der eigenen Region. Dabei kam Burke zusammen auf 38 Punkte, 17 Assists, 10 Rebounds, 4 Steals und 5 Turnover. Die Zahlen sind beeindruckend, doch was Burke viel mehr ausmacht, ist seine Qualität, dieses Team anzuführen. 

Die dritte Runde gegen VCU war bezeichnend. Zuvor hatten die Rams mit dem “Havoc” noch jede Offense zur absoluten Verzweiflung gebracht. Burke hingegen führte seine Wolverines zu einem sicheren 78-53 Erfolg.

Neben Burke ist aber noch ein anderer Akteur die Storyline für dieses Wolverines-Team: Mitch McGary ist wahrscheinlich der am meisten verbesserte Spieler in der ganzen Nation. Der Forward gibt dem Team seit Turnierbeginn eine ganz neue Option im Post. Dazu hilft er beim Rebound enorm. Niemand hätte gedacht, dass der Freshman in der Lage wäre, gegen Jeff Withey 25 Punkte und 14 Rebounds aufzulegen. Das kann man gut und gerne so stehen lassen.

Syracuse Orange

Das Team von Coach Jim Boeheim hat nach einer schwachen zweiten Saisonhälfte den Rhythmus wiedergefunden, insbesondere in der Defense. Nachdem man im Big East Tournament im Finale gegen Louisville den Kürzeren zog, konnte die Leistung im NCAA Tournament nicht überzeugender sein. Vor allem der Erfolg gegen den Topfavoriten, die Indiana Hoosiers, untermauert dies eindrucksvoll.

mcwDie 2-3 Zone von Boeheim hat im März ein ganz neues Level erreicht, was an den Ergebnissen deutlich wird: Im Turnier erzielen gegnerische Teams im Schnitt 45.8 Punkte! Doch warum ist dies so? Michael Carter-Williams und Brandon Triche bilden einen enorm großen Backcourt (6’6 und 6’4). Trotz der Größe sind sie enorm aktiv und flexibel, was sie absolut perfekt für die Boeheim’sche Zonendefense macht. Das Hoosiers-Duo Jordan Hulls/Yogi Ferrell hat es tatsächlich fertig gebracht, keinen einzigen Punkt im Spiel gegen die Orange zu erzielen. Dazu kommt ein allgemein sehr großer und athletischer Kader, der mit Baye Keita einen sehr beweglichen Defensivanker in der Mitte besitzt. 

Offensiv lebt dieses Team von dem Playmaking Carter-Williams’ sowie den Scoring-Qualitäten von Brandon Triche und James Southerland. Wenn diese beiden aus der Distanz Gefahr ausstrahlen können, wird es für jeden Konkurrenten schwer. Zu guter Letzt muss noch Forward C.J. Fair erwähnt werden, da er durch sein Spiel enorme Matchup-Probleme verursachen kann. Er agiert viel um die Zone herum, oftmals von der Baseline aus, und schafft es so immer wieder, im Rücken der Defense zu agieren. Wenn Carter-Williams ein gutes Mittelmaß zwischen eigenem Abschluss und Playmaking findet, stehen die Chancen für ein erfolgreiches Final Four gut.

Burke vs. MCW

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Doch wer wird sein Team nun zum Erfolg führen? Im Endeffekt sind diese beiden Point Guards der Hauptgrund für den Erfolg oder eben der Niederlage. An dieser Stelle kann man den Vergleich offensiv wohl gut mit dem Offensiv-Rating zeigen: Trey Burke hat ein hervorragendes Rating von 123.6 Punkten pro 100 Possessions, wobei seine Usage Rate 28.3 Prozent beträgt. Michael Carter-Williams kommt nur auf ein Rating von 106 Punkten, während die Usage Rate 22.3 Prozent beträgt. Es ist wohl klar, dass, wenn es um den teameigenen Abschluss geht, Burke eindeutig effizienter agiert. Auch an den Assistzahlen kann man sehen, dass MCW sein Niveau vom Beginn der Saison nicht halten konnte.

Defensiv hingegen überzeugt der Syracuse-Guard mehr: Nicht nur, dass er ein enorm wichtiger Teil dieser hervorragenden 2-3 Zone ist, sein Defensiv Rating von 87.2 ist das zweitbeste unter allen Guards in Power Six-Conferences. Einzig Oklahoma State-Freshman Marcus Smart kommt auf einen besseren Wert. Burkes 98.7 Punkte pro 100 Possessions sind nur Durchschnitt. 

Fazit

Der Stil und die Stärken der beiden Point Guards repräsentieren die beiden Teams perfekt. Michigan weist eine enorm starke Offensive auf, was sie im Spiel gegen Kansas unter Beweis stellen konnten. Dort konnten sie die Jayhawks 37 Minuten nicht vom Scoren abhalten, gewannen aber aufgrund der eigenen Firepower trotzdem. 

Syracuse hingegen hat nur einmal im Turnier mehr als 66 Punkte erzielt, doch die Zonen-Defense hat es den Gegnern nicht ermöglicht, mehr zu erzielen. Dass sogar das womöglich offensivstärkste Team der NCAA (Indiana) kein Mittel finden konnte, sollte die meisten Kritiker verstummen lassen.

Es wird ein Aufeinandertreffen zweier komplett unterschiedlicher Teams und Point Guards. Die Hauptfrage, die diese Partie der #4-Seeds höchstwahrscheinlich entscheiden wird, ist klar: Kann Michigan ein Mittel gegen die Größe und Athletik der Orange-Defense finden?

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1 comment

  1. Waraldo

    Dies ist ein Blog Beitrag. Um den originalen Beitrag zu lesen, klicke hier »

    Im Januar ging es in einem Artikel auf Go-to-Guys.de noch um zwei der besten Point Guards und das Duell um den besten Playmaker in der Division I. http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/spir-communication.htmTrey Burke und Michael Carter-Williams haben von Beginn der Saison an enorm gute Leistungen geliefert, was ihre Teams in die Kategorie “Elite” aufsteigen ließ. Damals hatte Burke die Nase vorn, im Endeffekt war aber klar, dass nur ein direktes Aufeinandertreffen dies tatsächlich entscheiden könne.
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    Spannende Gegenüberstellung :D
    Da wirds doch bestimmt demnächst noch einen Blogeintrag zu geben oder?


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