Denver Nuggets, Los Angeles Lakers, Orlando Magic, Philadelphia 76ers

It’s all Dwight now?

Das Leiden hat für einige ein Ende. Dwight Howard wird einen neuen Arbeitsplatz einnehmen und in der kommenden Saison für die Los Angeles Lakers auflaufen. Für einige Fans erfüllt sich ein Traum, für andere hat das Grauen erst begonnen. Der Trade verändert das Bild der NBA nachhaltig – auch weil er so unausgeglichen wirkt wie schon lange kein Trade mehr.

Die Orlando Magic haben sich nun doch endlich entschieden, das Kapitel um ihren Franchise-Center zu schließen und neu zu beginnen. Dabei wurde ein Deal konstruiert, der im Kern die Magic und die Lakers umfasst, aber noch weitere Teams benötigte, um alle zufrieden zu stellen. Das Gerüst des Deals ist relativ simpel: Man tauscht den besten gegen den zweitbesten Center ein.  Dwight Howard gegen Andrew Bynum würde wenige überraschte Gesichter hervorzaubern, weil Bynum schon immer der beste verfügbare Spieler war, der je in Howard-Gerüchten gehandelt wurde. Natürlich besitzt er im Gesamtpaket nicht die Klasse Howards, hat aber in der letzten Saison bewiesen, dass er eine sehr stressige NBA-Saison gesund überstehen und für sein Team eine Säule sein kann. Garniert man Bynum noch mit ein paar Picks, würde dies für die Magic reichen, um gleichzeitig einen Franchise-Player zurückzuerhalten und das Drama um Dwight Howard zu beenden. Doch irgendetwas ging schief, denn Andrew Bynum sollte nicht in Orlando landen.

Unterschiede zwischen Theorie und Praxis

Wieso die Magic nicht einfach diesen relativ simplen Eins-zu-Eins-Tausch vornahmen, ist schwer zu verstehen. Vielleicht lag es daran, dass Bynum sagte, dass er nicht bei den Magic verlängern will. Yahoo-Schreiber Adrian Wojnarowski hatte im Juli noch vermeldet, dass Bynum 2013 nur bei den Mavericks, Rockets oder Cavaliers verlängen wollen würde, wenn er keine Extension bei den Lakers unterschrieben würde. Wollten die Magic hier verhindern, dass man von Dwightmare direkt in die Bynumbness stolpert? Schließlich würde sich das Szenario kaum verändern: Man hätte einen Starting Center, den wichtigsten Baustein der Franchise, der aber seine Treue zur Franchise nicht bekundet, sondern lieber woanders spielen wollen würde.

Sollte dies so eingetroffen sein, suchten beide Franchises nach einer dritten, die Andrew Bynum gefallen und gleichzeitig Tradematerial für die Magic liefern würde. Die Suche begann und stoppte wahrscheinlich bei den Houston Rockets, die händeringend nach einem Center suchten und in der letzten Saison schon gerne für Pau Gasol getradet hätten. Wieso es hier nicht zu einem Deal kam, ist ebenfalls spekulativ. Letztlich waren die Philadelphia 76ers ein bereitwilliger Abnehmer und wollten dafür auch ihren besten Spieler im Roster – Andre Iguodala – auf- bzw. abgeben. Also nehmen die Magic Andre Iguodala für Dwight Howard auf, der noch zwei Jahre Vertrag hat, und man könnte von den Sixers sicherlich noch weitere Rollenspieler erhalten, um das Paket abzurunden. Nikola Vucevic als Center wäre ein interessantes Puzzleteil, dazu noch Rookie Moe Harkless. Nur leider trifft auch dies nicht ein.
Stattdessen geht Iguodala nach Denver, ein viertes Team, das involviert wird, und Denver liefert mit Arron Afflalo und Al Harrington dann den Tradewert für Dwight Howard. Die Magic haben also auf Bynum verzichtet, haben dann Andre Iguodala abgelehnt und nehmen Arron Afflalo, Al Harrington, Moe Harkless und Nikola Vucevic als Trademasse an. Aus sportlicher Sicht ist dies katastrophal. Aber Sport ist nicht alles in der NBA. Haarsträubend ist jedoch, dass die Magic aus finanzieller Sicht nur Jason Richardson los werden, während man in der Offseason Jameer Nelson schon verlängert hat, und auf den Verträgen von Hedo Turkoglu und Glen Davis sitzen bleibt.

Teamerhält im Trade
Los Angeles LakersDwight Howard, Chris Duhon, Earl Clark
Philadelphia 76ersAndrew Bynum, Jason Richardson
Denver NuggetsAndre Iguodala
Orlando MagicArron Afflalo, Al Harrington, Nikola Vucevic, Moe Harkless, Christian Eyenga, Josh McRoberts, drei Firstrounder, 1 Secondrounder

Drei Gewinner

Die Geschichte um die anderen beteiligten Franchises ist eine kurze – und für die Fans der Franchises eine schöne. Die Lakers erhalten den besten Spieler in dem Trade, der positionsgetreu die Aufgaben von Andrew Bynum übernehmen wird – jedoch auf einem konstanteren Level und in der Defense mit dem größtmöglichen Impact in der NBA. Die Philadelphia 76ers erhalten den zweitbesten Spieler in diesem Trade und geben dafür mit Iguodala ihren besten Spieler ab. Andrew Bynum hat jedoch den größeren Impact, dazu bietet der Kader der Sixers ideale Voraussetzungen für den zweitbesten Center der Liga. Die Denver Nuggets erhalten mit Andre Iguodala den drittbesten Spieler im Trade und geben lediglich Rollenspieler ab. Alle Franchises gewinnen in diesem Tauschgeschäft. Alle verbessern sich sportlich um eine Stufe, keiner geht ein großes finanzielles Risiko ein, weil man zudem auch seine finanzielle Situation nicht verändert. Im Prinzip erhält jede Franchise einfach für denselben Preis einen besseren Spieler. Mehr braucht man zu den drei Franchises auch nicht sagen. Dass diese drei Teams in dem Deal beteiligt sind, ist ein No-Brainer, den keine einzige Franchise in der NBA hätte liegen lassen.

Stellt sich also die entscheidende Frage: Wieso macht eine Franchise wie Orlando dann diesen Deal? Dabei sind gleich mehrere Fragen offen:

Frage 1: Wieso für diesen sportlichen Gegenwert?

Die Magic haben sich offensichtlich dafür entschieden, diesen Trade aus sportlicher Sicht durchzuführen, um einen vollständigen Neustart durchzuführen. Dafür ist es in der NBA nötig, so schlecht wie möglich aufgestellt zu sein. Das mag nun ein nur fadenscheiniges Argument sein, aber es bleibt als einziges valide – alles andere wird als nicht möglich ausgeschlossen. Die Orlando Magic hätten Andrew Bynum oder Andre Iguodala aufnehmen können und im Osten eventuell direkt um die Playoffs kämpfen können. Für die Fans ist dies wahrscheinlich verlockend – für die Magic wohl eher nicht. General Manager Rob Hennigan hat bei den Oklahoma City Thunder gelernt und hat erlebt, wie man seine besten Spielern in Trades aufgibt (damals verließen Ray Allen und Rashard Lewis Seattle, um Platz für Kevin Durant und Jeff Green zu machen), um durch die Draft wieder zu erstarken. Hierbei helfen Arron Afflalo und Al Harrington sicherlich mehr als Andrew Bynum oder Andre Iguodala. Dieses Team soll und wird verlieren – am besten die meisten Spiele in der NBA. Das ist der Weg, den Rob Hennigan kennen und schätzen gelernt hat. Dass dieser Weg der einfachste (man findet immer einen Abnehmer für einen guten Spieler, wenn man nichts zurückbekommen will) und zugleich schwerste (man benötigt Glück in der Lottery und Glück bei den Picks, die man tätigt – und dies in mehreren Jahren hintereinander) ist, sollte jedoch bedacht werden. Dwight Howard hätte 29 andere Franchises genommen, vor allem bei dem Gegenwert, den die Magic haben wollten.
Das Team zu verschlechtern ist eines der einfachsten Sachen, die man als General Manager  bewerkstelligen kann. Die Trades völlig ohne Talente oder Picks abzuwickeln, ist schlichtweg nicht hinzunehmen. Daran ändern auch Moe Harkless oder Nikola Vucevic nichts, die keine Bausteine für eine Franchise sind. Die mitgeschickten Picks der drei anderen Teams sind ein Treppenwitz. Alle Picks sind geschützt, die Sixers haben einen First Rounder 2015, die Lakers gar erst für 2017 mit in den Deal eingebaut. Das sind nur der Definition nach Picks. Überdurchschnittliche NBA-Spieler erhält man damit keinesfalls.

Frage 2: Warum sind die Houston Rockets oder Brooklyn Nets nicht involviert?

General Manager Daryl Morey hatte den Kader der Rockets völlig auf einen Blockbustertrade ausgerichtet, der ihm Dwight Howard oder zumindest Andrew Bynum bringen sollte. Dazu hatte er eine Reihe von Rookieverträgen angehäuft, um einen Abnehmer zu finden, der Talent gegen Superstar tauscht. Die einfache Antwort auf die Frage ist: Morey darf bis zum 26. August keinen Rookie traden. Nach dem Signing des Rookievertrages muss Morey 30 Tage warten, ehe er Royce White, Terrence Jones, Donatas Motiejunas oder Jeremy Lamb traden könnte. Gut, dann hätte man einfach drei Wochen warten und die Rockets einbinden können.
Wieso dies nicht geschah, ist schwer nachzuvollziehen. Vielleicht sahen die Magic in keinem Talent einen Star. Diese Ansicht ist legitim. Wenn man also in dieser Saison mindestens 85% Salary ausfüllen muss und keinem Talent den Sprung zum Star in der Liga zutraut, kann man auch einfach die teureren Afflalo und Harrington aufnehmen – klingt verquer, ist es wahrscheinlich auch.

Genauso verquer ist es, dass das Angebot der Nets im Juli nicht angenommen wurde. Man hatte ein Paket von Brook Lopez, Kris Humphries und MarShon Brooks, garniert mit Picks, auf dem Tisch. Vertraute man Lopez nicht, der im letzten Jahr fast ausschließlich verletzt war? Hielt man nichts von Brooks, der ein noch ineffizienter Shooter ist? Oder wollte man einfach keinen weiteren Superkonkurrenten im Osten aufbauen, nachdem man schon mit den Miami Heat einen scheinbar übermächtigen Gegner hat? Hoffentlich war es ein Mix aus allem, ansonsten ist es nicht zu erklären, wieso man nicht auf das Paket der Nets setzte.

Letztlich könnte man nur spekulieren, wieso man keine Top 20-Talente retour haben wollte. Vielleicht lag es gar nicht an den Talenten, sondern am Tradezeitfenster?

Frage 3: Wieso zu diesem Zeitpunkt?

Dwight Howard-Tradegerüchte gibt es nun seit Jahren. Wieso entscheidet sich das Front Office zu genau diesem Zeitpunkt für diesen Trade, der weder sportlich noch finanziell hilft? Grundsätzlich ist der Tradezeitpunkt nicht ungeschickt. Man steht am Anfang der Saison, die Offseason dauert noch Monate an und man hat Planungssicherheit. Das bedeutet für die Magic beispielsweise, dass man ab dem ersten Spiel versucht, so wenige Siege einzufahren. Durch den Trade sichert man sich dies, indem man von den Spielern 100%-Leistung verlangen kann, aber dies aufgrund des fehlenden Talentlevels nicht für einen Sieg reicht.

Dies ist vor allem besser als das Schicksal der Charlotte Bobcats: Diese hatten ihre besten Spieler (Stephen Jackson und Gerald Wallace) mitten in der Saison getradet. Die Trades erfolgten nach dem ersten Playoffeinzug der Franchise. Das Team spielte im Folgejahr also wieder um den Einzug der besten acht Teams im Osten. Kurz vor der Trading Deadline erkannten die Bobcats, dass dieses Team nirgendwohin führt und sprengte es. Die Folge? Die Bobcats wurden Zehnter im Osten, konnten nur an neunter Stelle ziehen und waren in der Folge das schlechteste Team der NBA. Die Magic umgehen das Übergangsjahr und beginnen direkt wieder bei Null. Das ist aus Sicht einer Team-Building-Strategie richtig. Zudem erlauben die schlechten Picks, die man im Trade erhielt, auch keine andere Vorgehensweise. Man benötigt händeringend einen neuen Spieler, um den man aufbauen kann, der das Potenzial hat, einmal ein Top 20-Spieler in der NBA werden kann, aber noch nicht so weit ist. Würde man Iguodala oder Bynum aufnehmen, würden beide unbedingt gewinnen wollen. Beide sind auch schon so weit entwickelt, dass sie für Siege sorgen würden. Die Magic benötigen – wie Oklahoma City – zwei oder drei richtig schlechte Jahre, um jemals wieder über die erste Runde der Playoffs hinauszukommen. Von daher ist der Zeitpunkt des Trades schon nachzuvollziehen – jedenfalls unter folgenden Voraussetzungen:  Man war sich sicher, dass Andrew Bynum keinesfalls bei den Magic verlängert. Man war sich sicher, dass das Paket der Rockets zwar mehr Talent beinhaltet, aber kein einziger Spieler würde sich zu einem Star entwickeln. Man war sich sicher, dass man den kompletten und harten Rebuildweg gehen will.

Dazu sollte man auch sehen, mit wem man tradet. Das Tradefenster für diese Konstellation war sicherlich nicht ewig offen. Oft wird gesagt, dass man bis zur Trading Deadline Zeit hätte, um irgendeinen besseren Deal hinzubekommen. Würden die Lakers beispielsweise im Februar noch am Verhandlungstisch sitzen? Was für die Magic in Bezug auf die Ausrichtung der Saison gilt, das gilt ebenso für die Lakers. Diese müssten im Februar Howard irgendwie innerhalb der Saison integrieren, das könnte dem alten Team um Bryant, Nash und Gasol ein wertvolles Jahr ihres Schaffens kosten. Zudem stand eine Verlängerung mit Andrew Bynum an, auf den man hätte setzen müssen. Es kann gut sein, dass General Manager Kupchak eine Deadline gesetzt hat – und auch dies wäre verständlich. Die Lakers müssen sich aufgrund der Akquisition von Steve Nash schon neu finden, ein weiteres Mal innerhalb einer Saison schmälert die Titelchancen bedenklich. Ohne den „Building-Block“ Andrew Bynum wäre dieser Trade aber nicht durchführbar gewesen. Deshalb ist der Zeitpunkt nicht so ungeeignet, wie er scheint.

Fazit

Der Trade bleibt einfach aus Sicht der Magic unverständlich. Egal, wie man es dreht und wendet. Wer auf Andrew Bynum und Andre Iguodala verzichtet, um zu tanken – um dann einen Spieler wie Bynum und Iguodala möglicherweise zu ziehen –, ist klarer Verlierer des Trades. Die Magic werden den Tarde damit begründen, dass sie für Howard 5 Erstrundenpicks erhielten (die drei Picks der Nuggets, Lakers und Sixers, sowie Nikola Vucevic und Moe Harkless), dazu noch einen Second Rounder der Warriors. Dies retuschiert aber nicht die Farce, die man hier als Franchise abgibt. Dem normalen Fan wird man den Weg der Franchise keinesfalls verkaufen können, nicht wenn man nicht zumindest den zweitbesten Spieler im trade zurückerhält – oder ein Supertalent. Die Los Angeles Lakers spielen nun definitiv wieder um Kobes sechsten Ring, die Sixers könnten wieder die zweite Playoffrunde im Osten erreichen, die Nuggets kämpfen um Homecourt-Advantage in der ersten Playoffrunde. Den Magic bleibt nur die Erkenntnis, dass sie den Schrecken Dwight Howard losgeworden sind. Dennoch muss das bekannte Sprichwort modifiziert werden: Erst ein Ende mit Schrecken, dann ein Schrecken ohne Ende. Und das darf ruhig auf den Basketball der Magic 2012/2013 bezogen werden.

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17 comments

  1. Avatar

    t0rchy

    Ich stelle mir gerade das Grinsen von Kobe vor mit dem er LeBron beim olympischen Frühstück begrüßen wird…

    Und weiter geht es. Die mächtigen Teams werden immer mächtiger und die kleinen werden weiter zerpflückt. Irgendwie gefällt mir diese Richtung ganz und garnicht…

  2. Hassan Mohamed

    Und weiter geht es. Die mächtigen Teams werden immer mächtiger und die kleinen werden weiter zerpflückt. Irgendwie gefällt mir diese Richtung ganz und garnicht…

    Letzten Endes werden aber drei von vier Mannschaften besser und zwei davon sind “kleinere” Teams. ;)

    Die Lakers verbessern sich, aber man darf nicht vergessen, dass sie auch einen Andrew Bynum abgeben. Howard ist besser als Bynum, aber es gab ja letzte Saison bereits Diskussionen darüber, welcher der beiden Center der bessere ist. Das zeigt ja zumindest, dass keine Welten zwischen ihnen liegen.

    Die interessante Personalie aus Sicht der Lakers ist … Pau Gasol. Nach dem Deal für Nash schrieb ich:

    Die problematische Spielerpersonalie ist eher Pau Gasol. Bereits im vergangenen Monat war bei Go-to-Guys zu lesen, dass der Spanier in seiner Rolle oftmals verschwendet wurde und dass Mike Brown gefordert wäre, etwas zu unternehmen. Mit der Ankunft von Nash wird dieses Problem nicht leichter zu lösen. Unglaubliches Talent im Low-Post, ein Gehalt von knapp 20 Millionen US-Dollar, aber bloß eine vierte Option, die Würfe aus der Mitteldistanz versenken soll? Wie im Artikel “Welcher Weg führt nach Rom?” bereits zu lesen war: Dafür gibt es geeignetere Spieler für weitaus weniger Geld. Kann Mike Brown das fast grenzenlose Potential im Angriff unter einen Hut bekommen und in Siege ummünzen? Bisher ist er den Beweis schuldig geblieben, gute Systeme in der Offense auf die Beine stellen zu können. Um aber fair zu bleiben: Die Aufgabe hier wäre für kaum einen Trainer eine einfache Aufgabe.

    Quelle: https://go-to-guys.de/Wordpress/2012/07/07/stevie-goes-to-hollywood/

    Das Nutzen von Gasols (offensivem) Talent könnte darüber entscheiden, ob man zu Beginn der Playoffs als Top-Favorit ins Rennen geht. Die Frage bleibt, wie man es am besten tut…

  3. Avatar

    t0rchy

    Andrew Bynum muss erst einmal beweisen, dass er als bestere Spieler des Teams auch etwas leisten kann.
    Es ist für einen Center schon ein großer Unterschied, ob sich die Gegenspieler auch um Bryant/Gasol kümmern müssen oder eher um Turner/Holiday…

    Howard ähnliche Situation. Er war zwar in recht konkurrenzfähigen Teams zum Teil, einen richtigen Co-Star auf Augenhöhe hatte er trotzdem nie an seiner Seite. Ein frisch motivierter Howard, der sich auf seine Mitspieler verlassen kann und nebenher 3 Top-5 Leute auf ihren jeweiligen Positionen neben sich hat ist eine ganz andere Liga als die letzten Jahre bei den Magic.

    Von daher liegen für mich schon Welten zwischen Howard und Bynum.

    Bei den Sixers sehe ich nur eine geringe Verbesserung. Die Chance ist durchaus gegeben, dass Bynum nach diesem Jahr verschwinden wird. Weiterhin wird auch er das Team nicht viel weiter tragen können als ein Iguodala. An sich ist der trade nur dann ein riesengewinn für Philly, wenn Bynum bleibt und sie mit ihm als Franchise-Player ein tolles Team aufbauen. Um einen Center baut es sich natürlich recht leicht auf. Aber er muss bleiben. Und so talentiert wie seine Mitspieler (Holoday, Turner, … ) auch sein mögen: Für große Erfolge wird es dieses Jahr nicht reichen und er wird sehr attraktive Angebote in der nächsten Offseason erhalten, besonders wenn Howard in LA verlängert, wovon auszugehen ist.

    Die Nuggets haben sich zweifellos verbessert. Ja. Das ändert das (Un)gleichgewicht aber nicht im geringsten. Im Prinzip ändert es nichtmal ihre Position in der Liga gravierend. Sie stehen weiter im oberen drittel der Zuschauer, die Heat, Lakers, OKC, … beim Titel-run zuschauen. Und das für die nächsten 2 – 3 Jahre.

  4. Julian Lage

    Dass die Magic zumindest nicht Bynum wollen, kann ich voll nachvollziehen… Das würde praktisch darauf rauslaufen, dass er sich die Saison über anschaut, ob es ihm in Dallas, Atlanta oder doch eher wo anders am besten gefällt. Besten- oder auch schlimmstenfalls gibt es das Tradetheater dann noch mal, und die Magic würden sicher nicht für Bynum den Jackpot knacken, wenns schon mit Howard nicht geklappt hat. Ähnlich bei Iguodala, der hat zwar noch ein Jahr länger einen Vertrag, aber das ermöglicht auch keine längerfristige Planung. So bekommen die Magic immerhin 3 halbwegs interessante Spieler und vermutlich noch ein paar späte Picks oben drauf. Einen besseren Weg für die Magic sehe ich in diesem Trade nicht.

    Die Alternativen Brooklyn oder Houston klingen da schon besser. Bei den Rockets ist es aber schwer zu sagen, wie viel sie wirklich für ein Jahres-Leasing ausgegeben hätten, eine direkte Verlängerung hatte Howard ja wohl ausgeschlossen. Von dem her kann ich mir gut vorstellen, dass Rockets und Magic sich einfach nicht getroffen haben, d.h. die Wertvorstellungen zu weit auseinander lagen.
    Bleibt das Nets-Angebot: Wäre vermutlich am sinnvollsten gewesen, ich schätze mal, da haben sich die Magic verzockt. Sind davon ausgegangen, dass Brooklyn schon noch mehr bietet, solange, bis es denen gereicht hat und sie einfach mit Humphries und Lopez verlängert haben. Bis die wieder tradebar sind, wollte in sich aber vermutlich niemand in Orlando das Drama antun…

    So gibt es zumindest mit den Picks, die ja sicher noch dazu kommen, einen halbwegs akzeptablen Gegenwert zum Neuaufbau, und der hohe eigene Draftpick ist vermutlich auch gesichert…

  5. Hassan Mohamed

    Von daher liegen für mich schon Welten zwischen Howard und Bynum.

    Die Vorteile liegen auf der Seite von Howard und Bynum muss eher etwas beweisen als Howard – stimme ich zu. Aber bei der Ausgangslage (meinen zu weit auseinander) zeigt die Diskussionserfahrung, dass man wohl direkt beim “agree to disagree” verbleiben sollte.

    Bei den Sixers sehe ich nur eine geringe Verbesserung. Die Chance ist durchaus gegeben, dass Bynum nach diesem Jahr verschwinden wird. […]

    Bei allem Respekt für Andre Iguodala (ein klasse Basketballer), aber selbst wenn Bynum Philadelphia nach einer Saison verlassen sollte, hätten die 76ers trotzdem alles richtig gemacht. Ein Center wie Bynum gibt der Franchise eine Perspektive, die sie mit Iguodala nie gehabt hätten. Ob die Angebot für ihn im nächsten Jahr viel besser sein werden, muss man erstmal sehen. Die 76ers stellen ihn in den Mittelpunkt, sie können ihm den besten und längsten Vertrag anbieten, er hat die Nähe zu seiner Heimat. Ob Dallas, Atlanta oder Phoenix wesentlich bessere Argumente vortragen können?

    Die Nuggets haben sich zweifellos verbessert. Ja. Das ändert das (Un)gleichgewicht aber nicht im geringsten. Im Prinzip ändert es nichtmal ihre Position in der Liga gravierend. Sie stehen weiter im oberen drittel der Zuschauer, die Heat, Lakers, OKC, … beim Titel-run zuschauen. Und das für die nächsten 2 – 3 Jahre.

    Dann haben wir zumindest schon eine Meinungsveränderung zum ersten Beitrag. Sie hatten vor dem Trade geringe Chancen, sie haben nach dem Trade geringe Chancen. Status Quo. Ein Ungleichgewicht in der NBA ist auch kein Phänomen der Neuzeit. Ob nun die Celtics in den 60s, die Lakers und Celtics in den 80s, die Bulls in den 90s oder die Lakers und Spurs im neuen Jahrtausend.

  6. Octavianus

    Der große Vorteil von Howard gegenüber Bynum ist seine Pick&Roll Verteidigung, die Nash unglaublich helfen wird. Offensiv wird es jetzt aber in meinen Augen auf ein “down-year” von Nash hinauslaufen, ich kann mir schwer vorstellen, wie das mit Howard richtig funktionieren soll.

  7. Hassan Mohamed

    Offensiv wird es jetzt aber in meinen Augen auf ein “down-year” von Nash hinauslaufen, ich kann mir schwer vorstellen, wie das mit Howard richtig funktionieren soll.

    Ich würde behaupten, dass sich die Lakers-Verantwortlich hierüber die wenigsten Gedanken machen werden. Das ‘Pick and Pop’ wird Nash mit Howard natürlich nicht spielen können, aber alles andere? Sie können das ‘Pick and Roll’ laufen, Nash kann penetrieren und versuchen den Ball durchzustecken oder einfach Howard im Post anspielen (trotz Deines Einwands hinsichtlich der Entry-Pässe von Nash), sodass Nashs Verteidiger überlegen muss, ob er zum Doppeln absinkt und den Dreier kassiert oder ob er bei Nash bleibt und dem Big Man alleine seinem Schicksal überlässt.

    Das gesamte Offensiv-Konzept der Lakers wird viel Arbeit erfordern, damit nicht zu viel Potential verschenkt wird. Aber isoliert betrachtet sehe ich keine Probleme bei der Kombination von Howard und Nash. Eher im Gegenteil.

  8. Octavianus

    Das mit dem Pick&Roll ist einfacher gesagt als getan. Mit Nelson hat ist er zwar das Pick&Roll gelaufen, doch ist das im Vergleich zu Nash noch einmal anders. Nash benötigt den Ball sehr oft in seinen Händen, damit so etwas effektiv sein kann. Howard hat keinen Wurf und auch nicht die Fähigkeit athletisch um den Korb herum abzuschließen (schwer zu schildern, Stoudemire hat es zum Beispiel immer geschafft sich immer noch um den Verteidiger zu wenden um ein Offensivfoul zu vermeiden, Howard ist da in meinen Augen nicht für geeignet) und außerdem trifft er seine Freiwürfe nicht.

    Das mit Penetrieren von Nash könnte funktionieren, da Howard nur einfach am Korb abschließen müsste. Das man da jetzt ausgefeiltes Pick&Roll Spiel oder Zuckerpässe von Nash in den Post sehen wird sehe ich nicht, das hat die Zeit mit Shaq gezeigt (auch wenn Howard deutlich athletischer ist). Da hatte man auch die Probleme und keinen Shooting Guard, der auch noch den Ball in seinen Händen fordert/braucht. DIe Frage ist, wie sehr Bryant das Team noch selber tragen will, in diesem Fall sehe ich Nash keine 10+ Assists mehr spielen, dafür ist das System/Spielermaterial nicht auf ihn ausgerichtet. Das wird sich dann wohl eher auf die 7-8 Assists beschränken, die er unter Porter gesammelt hat.

    Ich sehe natürlich auch die Möglichkeit, dass es funktioniert. Die Frage ist ja, wie Coach Brown das ganze regeln wird, wie man die Würfe verteilt und so weiter. Es steckt viel Potenzial dahinter, glaube aber nicht, dass Brown der richtige Coach dafür ist. Die Princeton-Offense halte ich jetzt mit Howard auch für fragwürdig.

    Das größte Plus am Howard-Trade ist einfach die Verteidigung, die er jetzt nochmal auf ein höheres Niveau legt. Vor allem de Pick&Roll Verteidigung wird einen immensen Schub bekommen, was ja zum Beispiel gegen die Spurs ein ganz großer Vorteil ist.

    Aber mal abwarten, wie sich das alles einspielt, möchte da jetzt nich zu früh urteilen und alles verschreien.

  9. Hassan Mohamed

    Das größte Plus am Howard-Trade ist einfach die Verteidigung, die er jetzt nochmal auf ein höheres Niveau legt.

    Hier stimme ich zu.

    Bei den Punkten mit Nash und Howard (wie auch bei Nash und Los Angeles im Allgemeinen) siehst Du es meiner Meinung nach zu pessimistisch bzw. setzt einen zu hohen Maßstab an. Das ‘Pick and Roll’ muss nicht das Niveau von Stockalone (oder auch “nur” das Niveau von Nash und Stoudemire) erreichen, damit die Lakers wirklich davon profitieren können. Wieviele Duos kennst Du, die es wesentlich besser spielen können? Ich denke, dass die Gegner damit Probleme bekommen werden, wenn das Play gelaufen wird.

    Nash muss auch keine zwölf Assists pro Partie spielen. Im besten Fall hat man eine Mannschaft, die für den Gegner absolut unausrechenbar ist – in jedem Angriff.

    Ich sehe natürlich auch die Möglichkeit, dass es funktioniert. Die Frage ist ja, wie Coach Brown das ganze regeln wird, wie man die Würfe verteilt und so weiter. Es steckt viel Potenzial dahinter, glaube aber nicht, dass Brown der richtige Coach dafür ist. Die Princeton-Offense halte ich jetzt mit Howard auch für fragwürdig.

    Die Spieler sind offensiv allerdings zu talentiert und variabel als das es zu große Probleme geben wird, sodass man auch mit Mike Brown den Titel holen kann. Ich stimme Dir aber soweit zu, dass ich denke, dass Brown nicht in der Lage sein wird, das Optimum herauszuholen (Stichwort: Pau Gasol; siehe Zitat oben).

  10. Anonymous

    Ich persönlich sehe die Gasol-Problematik nicht. Ich glaube, dass Bynum Gasol negativ beeinflusst hat. Bynum war ein schwarzes Loch im Post, wie man besonders in der Denver Serie gesehen hat. Da Denver keinen Spieler hatte der ihn eins gegen eins verteidigen konnte, haben sie ihn immer gedoppelt, bzw. getrippelt. Bynum hat es nie geschafft daraus den freien Mann zu finden, sondern hat meistens den Ball verloren. Howard ist auch kein guter Passer, aber er fordert den Ball nicht so sehr wie Bynum ihn letztes Jahr gefordert hat, auch weil er offensiv aus dem Lowpost nicht so stark wie Bynum ist. Gasol ist der Optimale Spielertyp für Nash. Warum? Er ist einer der technisch stärksten Big Man der NBA, der sowohl werfen kann, als auch gut zum Korb ziehen und kann mit vielen verschieden Bewegungen abschließen. Verglichen mit Stoudemire hat er natürlich nicht die Explosivität und Power, aber er kann unglaublich gut passen. Wenn man sich vor Augen führt, dass er aus dem Roll entweder Dwight Howard oder Bryant,zur Not auch World Peace findet, dann ist das nicht zu verteidigen. Diese Fähigkeit hatte Stoudemire nie. Damit wird jede Helpdefence sofort bestraft. Das Howard Nash Pick and Roll wird natürlich funktionieren, aber ich glaube, dass Gasol effektiver mit Nash agieren kann.

    In der Defence wird L.A. damit endgültig zur Macht. So schlecht Mike Brown die Offence instruiert, so gut kann er eine Defence installieren. Obwohl Nash und Gasol schlechte individuelle Verteidiger sind, wird Mike Brown sie im Team-Defence Konzept verstecken können. Allerdings hat man immernoch keinen Spieler, oder keinen Spieler mehr, um Lebron und Durant ernsthaft zu stoppen.
    In der Offence muss Brown Nash möglichst viele Freiheiten einräumen, besonders wird es auch auf Kobe ankommen, ob er bereit ist Nash den Aufbau der Offence zu überlassen. Letztes Jahr bestand die Offence im Wesentlichen aus Isolations für Bynum und Bryant. Dazu noch Gasol auf dem Highpost, der dadurch seine Stärken (Lowpost-game) nur selten ausspielen konnte.
    Die Schwierigkeit wird sein in der Offence vier Fast-Allstars zufrieden zu stellen. Ich denke, dass Dwight Howard 4. Option werden wird, da er offensiv am limitiertesten ist, womit er auch leben kann solange er unumstritten DPOY wird, tanzen kann und jeder ihn mag. Gasol stellt zwar keine Anforderungen aber sein Lowpost game nicht zu nutzen können sich die Lakers nicht noch ein Jahr leisten. Er muss im Lowpost eins gegen eins zum Korb ziehen. Doubleteams kann er mühelos bestrafen und natürlich muss sich jeder Gegner fragen wen er dann alleine lassen möchte. Mit Nash, einem Pick and Roll Guard ergeben sich einfach komplett neue Möglichkeiten von denen besonders Gasol profitieren wird, weil er eben kein Spot up Shooter mehr ist. Einen solchen Guard hatte L.A. nie, schlicht und ergreifend weil die Triangeloffence einen solchen Guard nicht brauchte. Kobe wird natürlich immer noch isoliert werden, aber wenn davor ein kleines Pick and Roll läuft, wird er es wesentlich einfacher haben aus dem Flow der Offence heraus zu scoren, da die Defence möglicherweise bereits am rotieren ist. Schlussendlich muss man festhalten, dass man eine erfahrene Starting Five hat mit Spielern die sich nur auf eine Meisterschaft fokussieren werden. Mike Brown kann sich auf seine Stärke, die Defence konzentrieren und hat vier Spieler die notfalls eins gegen eins Punkte generieren können. Nash und Gasol sind absolute High-IQ guys, die auch ohne selbst viel zu scoren die Offence unglaublich beleben können. Und Kobe ist halt immernoch Kobe.

    Ein letzter Gedanke noch. Ich glaube, dass man nur ersthaft mit OKC und den Heat konkurrieren kann, wenn man sie zwingen kann auf ihren geliebten Small-Ball zu verzichten, da man schlicht und einfach zu schwach besetzt ist um selbst Small-Ball zu spielen. Dies waren jedoch die effektivesten Lineups für diese Teams. Dazu ist wiederum eine Offence erforderlich die den Ball in den Post gibt, etwas, dass den Lakers letztes Jahr nicht gegen die Thunder gelang, wann immer sie den Post gefrontet haben. Wie schon bereits erwähnt wurde ist der Entry-pass auch nicht Nashs Stärke. Auf jeden Fall liegt noch viel Arbeit vor den Lakers, aber das Team bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten. Die Lake Show ist definitiv zurück!

  11. Octavianus

    Ich denke, dass die Gegner damit Probleme bekommen werden, wenn das Play gelaufen wird.

    Wie genau ist denn das Pick&Roll in der Princeton-Offense intigriert? So weit ich mich an Spiele von den Sacramento Kings erinnern kann, hatte dort das Pick&Roll nicht immer die höchste Priorität und wenn es gelaufen wurde dann aus den Ecken heraus. Das wird auf jeden Fall eine Umstellung für Nash sein, wenn man es denn so laufen möchte. Ich sage ja nicht, dass das Pick&Roll nicht funktionieren wird, aber ich glaube auch nicht, dass es jetzt Nash zusammen mit Howard das große Feuerwerk abbrennen wird. Da passt Nash doch viel eher zu Gasol.

    @ Emy

    Gasol ist doch kein schlechter Verteidiger? Außerdem hat man mit Jamison die Chance, Pau auf die Fünf rutschen zu lassen, während Jamison das Feld in die Breite zieht. Am allerwenigstens würde ich mir bei Pau Gedanken machen, ich denke er wird genau das abspulen, was er in der vergangenen Saison gezeigt hat, nur vielleicht etwas variabler (mit Jamison auf dem Feld) und effektiver (mit Nash).

    Außerdem glaube ich grade bei Oklahoma, dass sie nicht zu sehr vom Small-Ball abhängig sind. Eine Perkins-Ibaka-Durant-Harden-Westbrook passt gegen die Lakers wie die Faust auf das berühmte Auge, weshalb ich momentan auch noch Oklahoma im direkten Duell vorne sehen würde.

  12. Anonymous

    Ok, Pau Gasol ist ein nicht sonderlich motivierter Verteidiger ;-).Ich bin, genau wie du, sehr von Pau Gasol überzeugt, aber die letzten beiden Jahre, aus welchen Gründen auch immer, waren insbesonderein den Play-Offs eine Enttäuschung.
    Zum Thema direktes Match up von Lakers und Thunder: Klar ist Perkins/Ibaka wahrscheinlich das beste was man Howard/Gasol defensiv entegensetzen kann. Aber Westbrook, Harden, Durant müssen extrem viele Punkte auf einer regelmäßigen Basis erzielen um die Lakers zu schlagen. Ohne Sefelosha in der Lineup wird Bryant wesentlich besser offensiv spielen und auch Howard und Gasol werden nicht abgestellt werden können. Schließlich wäre da immernoch ein Steve Nash, der seine Mitspieler auch in L.A. besser machen wird. Und auch Scott Brooks ist kein Weltklasse Coach, obwohl er im Coneference Finale gegen die Spurs sehr gute Adjustments getroffen hat, so hat er dennoch in den Finals keinen guten Job gemacht.
    Zugegebenermaßen hat OKC eine Mannschaft zusammengestellt die sehr genau auf die Lakers zugeschnitten ist. Das ist einfach ein Fakt. Denoch glaube ich, dass OKC mit Small-Ball gegen die Laker gut aufgestellt wäre, da eine Ibaka-Durant-Sefelosha-Harden-Westbrook Lineup unglaublich atlethisch ist. Die Lakers hatten in der Vergangenheit Probleme mit einem hohen Pace (Wieder mal Denver Serie und natürlich auch gegen Oklahoma, als man zum Teil in unglaublich kurzen Zeitabschnitten unglaublich viele Punkte kassierte). Diese Probleme werden mit einem ein Jahr älterem Kader und Nash und Howard nicht verschwinden. Die Lakers werden noch langsamer spielen als zuvor (ähnlich wie Boston seine Spielgeschwindigkeit über die Jahre kontinuierlich gesenkt hat). Insofern wird meiner Meinung nach Small-Ball für die Thunder intressant sein. Und Jamison ist mit seinem Alter auch nicht hilfreich, da es nicht um das Spacing geht, sondern um Geschwindigkeit. Nichsdestotrotz ist eine Aufstellung mit Jamison und Gasol sehr intressant, weil die ganze Zone damit zum penetrieren für Bryant und Nash (via Pick) offen gelassen wird.

  13. Hassan Mohamed

    Ich persönlich sehe die Gasol-Problematik nicht. […]

    Am allerwenigstens würde ich mir bei Pau Gedanken machen, ich denke er wird genau das abspulen, was er in der vergangenen Saison gezeigt hat, nur vielleicht etwas variabler (mit Jamison auf dem Feld) und effektiver (mit Nash).

    Wenn ich bei Pau Gasol von einem “Problem” spreche, ist kein Problem im engeren Sinne gemeint, sondern eher ein Luxus-Problem, weil ich befürchte, dass sein Talent vergeudet werden könnte. Lange Jumper sind nicht seine Stärke (auch wenn er natürlich einen soliden Wurf hat), aber leider konnte man diese in den Playoffs in meinen Augen zu oft beobachten. Für einen Spieler mit seinem Talent (und seinem Gehalt) wäre dies offensiv nunmal eine extreme Verschwendung.

    Bei dem “Problem” geht es nur um die Frage, wie der Output des Quartetts bzw. des Teams maximiert werden könnte.

    Allerdings hat man immernoch keinen Spieler, oder keinen Spieler mehr, um Lebron und Durant ernsthaft zu stoppen.

    Diese Kaliber kann man nicht stoppen. Das Ziel kann nur sein, sie einzuschränken und leicht unter ihrem durchschnittlichen Niveau zu halten. Das wird auch keine Aufgabe eines Spielers sein, sondern die Aufgabe der ganzen Mannschaft. Man wird sehen, welche Mittel sich die Mannschaft einfallen lässt. Ob sich Wege finden lassen, die James / Durant dazu bringen, den Ball weiterzugeben, sodass andere Spieler die Entscheidungen treffen müsste, wird man sehen. Man muss sie mit verschiedenen Verteidigungsformen konfrontieren (Trapping, wechselnde Zonenverteidigung). Alles natürlich leichter gesagt als getan.

    Wie genau ist denn das Pick&Roll in der Princeton-Offense intigriert?

    Wie die Offense der Lakers aussehen wird, ob und wie die Princeton-Offense gelaufen wird – darüber kann man bisher nur spekulieren. Ich erwarte, dass solch ein System maximal als grundlegende Basis genommen wird. Die Idee hinter der Princeton ist viel Bewegungen, Unausrechenbarkeit, zu schauen, was die Verteidigungen anbietet und darauf zu reagieren bzw. dies zu nutzen (diese Grundphilosophie des System passt zum Kader – mit all dem Talent, Spielverständnis, Passfähigkeiten). Man wird aber kein System wie ein College-Mannschaft einfach durchlaufen, denn dafür sind die Spieler im Kader individuell zu stark.

    Ein Nash wird sicherlich trotzdem jederzeit Howard bzw. Gasol fürs ‘Pick and Roll’ zu sich rufen können, wenn er es für richtig hält. Im optimalen Fall würde man eine Offense haben, auf die sich der Gegner kein bisschen einstellen kann, da die Möglichkeiten des Kaders alle Basketball-Plays abdecken, ohne diese gedankliche Einstellung in wirkliche Scoring-Option. Sowas klappt aber natürlich nicht über Nacht (der Ausfall von Howard bzw. sein Verpassen der Vorbereitung macht die Sache nicht leichter), denn die Unberechenbarkeit für die Verteidigung darf nicht dazu führen, dass die Spieler nicht wissen, wie sie sich im Angriff verhalten sollen.

    Um das Ganze zu optimieren, kommt viel Arbeit auf den Coaching-Staff zu. Man wird sicherlich auch viele Lineups testen. Wenn man die Verteidigung außer Acht lassen und es sich einfach machen würde, käme sicherlich auch eine Starting-Lineup mit Dwight Howard – Antawn Jamison – Kobe Bryant – Jodie Meeks – Steve Nash (diese Aufstellung benötigt offensiv eigentlich kein Coaching) in Frage, während Pau Gasol und Metta World Peace sich gegen die zweite Garde des Gegners austoben könnten. Mit dem Blick auf die Defense würde es sich Mike Brown aber wohl weniger antun wollen, selbst wenn Howard solche Lineups sehr gut aus Orlando kennt. Spätestens gegen OKC und Miami würde man es bereuen…

  14. Smido83

    On man oh man… da ist man ein Wochenende mal nicht online und dann das… :shock:
    Mit dem guten Dwight sind die Lakers im Westen wohl vom Papier her ohne jeden Zweifel der größte Contender. Mit einem Schlag sind sie sogar vor den Thunder anzusiedeln. Denn für nich ist Bynum zwar ein super Spieler, aber vor allem defensiv nicht mit Howard zu vergleichen. Dies ist nur meine Meinung, welche ich daher einfach mal so stehen lasse. Nach den Aquisitionen von Nash und Jamison waren die Lakers für mich schon klar das Team Nr. 2 im Westen, dank Howard’s Impact sind sie nun wohl vor den young Guns aus Oklahoma anzusiedeln. Dieses Team kostet zwar, wenn ich’s richtig überschlagen habe, rund 100 Mio, aber dies ist in LA ja zweitrangig.

    Wie auch Dennis kann ich Orlando hier aber nicht verstehen. All die Talente aus Houston, oder vor allem das Paket welches die Nets schnüren wollten wären viel bessere Alternativen gewesen. Aber so… Ich sehe normalerweise keine Chance, dass die Magic in den nächsten Jahren wieder ein gutes Team aufbauen können. Selbst wenn sie jetzt 3 Jahre in Folge unter den Top 5 picken sollten. Solche Geschichten wie in Oklahoma sind nicht zu planen. Siehe Minnesota, oder auch die Clippers. Jahrelang hoch im Draft gezogen, aber es musste entweder ein Blockbuster Trade her, oder aber das Team über die Free Agency verbessert werden. Beides halte ich in Orlando jedoch für relativ ausgeschlossen. Ach ja, wirkliche Contender bzw. sogar klare Playoff Teams sind beide immernoch nicht.

  15. Anonymous

    [quote=”Smido83″]Nach den Aquisitionen von Nash und Jamison waren die Lakers für mich schon klar das Team Nr. 2 im Westen, dank Howard’s Impact sind sie nun wohl vor den young Guns aus Oklahoma anzusiedeln.
    [/quote]

    Sehe ich absolut nicht so. Das Team der Thunder ist genau so gebaut um mit dem der Lakers mitzuhalten. Wie wollen die Lakers die Thunder am Perimeter stoppen? Es gibt keine Verteidiger für Westbrook, Harden und Durant. Wenn man dann noch einmal schaut, dass es normalerweise etwas braucht, bis sich Teams zusammenfinden, sehe ich Oklahoma auf jeden Fall noch an erster Stelle der Conference und ich denke auch im direkten Duell vorne.

  16. Julian Lage

    Den Podcast würde ich mal so verstehen, dass ihr die 76ers als den großen Gewinner, die Nuggets aber als nur minimal verbessert anseht. Da bin ich nicht so richtig überzeugt davon:
    Philadelphia hat, trotz Nähe zur Heimatstadt oder was auch immer, genau das gleiche Problem wie jeder andere auch, der sich einen der beiden Center holt – die fehlende Vertragsverlängerung. Mir ist nicht wirklich klar, welche wirklich interessanten Mitspieler sie Bynum nächstes Jahr bieten können, die ihn vom Bleiben überzeugen. Nur mit mehr Gehalt würde ich die Chance, dass sie mit ihm ihren Franchise Player haben, auf bestenfalls 1/3 schätzen, 1/3 auch, dass er den woanders gibt, und 1/3, dass er das gesundheitsbedingt nirgendwo wird (wo er ständig verletzt spielt, ist dann praktisch egal). Mit einem verletzungsanfähigem Star, auf den man nicht vorbereitet war und der nur noch ein Jahr unter Vertrag steht, ist das schon extremes “high risk”. Wo aber die “high reward” sein soll, ist mir nicht klar, auch mit Bynum sind die 76er lang kein Contender. Das einzig positive ist, dass es ohne den Trade auch nicht gut ausgesehen hätte…
    Anders Denver, die waren sowieso darauf festgelegt, sich längerfristig im hinteren bis mittleren PO-Bereich aufzuhalten. Die langfristigen Verträge und das Alter der meisten Spieler (eines der/das jüngste Team, glaube ich?) deuten klar darauf hin, dass man das jetzt grundsätzlich so weiterlaufen lassen und sich wann immer möglich mit Trades weiter verstärken will. Und da sehe ich den Tausch Afflalo/Harrington gegen Iguodala als praktisch risikolos an, das ist ganz sicher eine Verstärkung. Mit vielen praktischen Verträgen (z.B. Mozogov, Brewer und Faried, auch wenn sie den vmtl. halten wollen), der Nene-Trade Exception usw. haben sie eine Menge Möglichkeiten, sich weiter zu verbessern. Sowas wie das Spacing halte ich da für ein geringes Problem, Brewer+2.Rundenpick für einen Sg-Backup der 3er wirft oder so und das ist gelöst. Ich erwarte von Denver noch ein, zwei kleinere Moves, wonach das Team dann wieder rund und richtig gut aussieht, bis zum 3. Platz im Westen.
    Von dem her würde ich sagen, Denver hat in jedem Fall einen Gewinn gemacht, während Philadelphia bestenfalls in einem Jahr sagen kann, dass alles wie erhofft gelaufen ist. Und die Chancen darauf halte ich für nicht allzu hoch.

  17. Hassan Mohamed

    Wo aber die “high reward” sein soll, ist mir nicht klar, auch mit Bynum sind die 76er lang kein Contender. Das einzig positive ist, dass es ohne den Trade auch nicht gut ausgesehen hätte…

    Malte hatte es im Podcast schön formuliert. Im letzten Jahr sind die Sixers gerade in die Playoffs gerutscht, jetzt gibt es zumindest eine Diskussion, ob man sie vielleicht sogar an Position 3 setzen kann. Der Platz hinter der Sonne (Miami) ist im Osten mittelfristig offen (Kevin Garnett und Paul Pierce werden nicht jünger). Man muss die Entwicklung bestimmter Spieler abwarten (Jrue Holiday, Evan Turner), aber Philadelphia hat zumindest eine Chance darum mitzuspielen. Woher war es nicht der Fall.

    Andrew Bynum könnte nächste Saison die Mannschaft verlassen (wobei in meinen Augen weniger Gründe für einen Wechsel sprechen), aber dieses Risiko kann mit dem Preis Andre Iguodala durchaus eingehen. Die Position, in der sie sich mit Iguodala befanden, kann man in der NBA relativ schnell und einfach wieder erreichen.

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    Sehe ich absolut nicht so. Das Team der Thunder ist genau so gebaut um mit dem der Lakers mitzuhalten. Wie wollen die Lakers die Thunder am Perimeter stoppen? Es gibt keine Verteidiger für Westbrook, Harden und Durant. Wenn man dann noch einmal schaut, dass es normalerweise etwas braucht, bis sich Teams zusammenfinden, sehe ich Oklahoma auf jeden Fall noch an erster Stelle der Conference und ich denke auch im direkten Duell vorne.

    Das liegt wohl im Auge des Betrachters. Aus dem Artikel “Welcher Weg führt nach Rom?”:

    […] und in der zweiten Runde ging man, wie bereits erwähnt, bloß einmal als Sieger vom Platz. Doch wie ist insbesondere die Serie gegen die Thunder zu beurteilen? Der Pessimist wird sicherlich auf die Chancenlosigkeit in Spiel I und Spiel V (Endstände: 119-90 respektive 106-90) verweisen, während sein Pendant, der Optimist, auf den Sieg in Spiel III und die aus der Hand gegebenen Partien in Spiel II und IV deuten wird, in denen man mindestens auf Augenhöhe mit den Thunder spielte.

    https://go-to-guys.de/Wordpress/2012/06/02/welcher-weg-fuhrt-nach-rom/

    Wenn man sich auf die positiven Momente des direkten Duells fokussiert, kann man die Lakers nun tatsächlich über die Thunder ansiedeln. Wenn nicht, dann nicht. Im jeden Fall dürfte es eine sehr interessante Serie werden.

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    Zum Podcast:

    Erstmal einen Dank an beide Redakteure. Eine sehr interessante Diskussion.

    Ad Pau Gasol: Die Meinungsverschiedenheiten hierbei freuen mich. Es zeigt mir, dass ich nicht ohne Grund hin- und hergerissen bis, was diese Personalie betrifft. Einen Trade würde ich allerdings ebenfalls nicht durchführen, da ich kaum gute und realistische Möglichkeiten sehe. Ansonsten habe ich ja bereits viel dazu geschrieben. Es wird interessant, ob die Lakers es schaffen, ihre Offense variabel zu gestalten, sodass Gasol auch Plays im Low-Post und ‘Pick and Rolls’ mit Steve Nash bekommt. Wenn es nicht der Fall ist, wird man sich öfters Ärgern, dass dort nicht Ryan Anderson stattdessen steht, um die freien Würfe zu verwerten.

    Ad Orlando Magic: Grundsätzlich kann ich Dennis verstehen, wenn er sagt, dass sich die Deals im Kern (sportlich) nicht viel nehmen (abseits von Andrew Bynum). Mir fehlt allerdings im aktuellen Kader der Magic ein Spieler, der den Fans zumindest etwas Hoffnung geben kann und die Möglichkeit, überhöhte Erwartungen auf ihn zu projizieren. Welchen Spieler könnte man bspw. auf einen Werbebanner für die Jahreskarten packen? JJ Redick ist sehr beliebt, aber selbst für die Fans dürfte ein überzogenes Bestcase-Szenario für Redick Redick selbst sein (überspitzt formuliert). Dieser Aspekt spielt nunmal im Profisport auch eine Rolle. Da stelle ich mir die Frage, ob unter diesem Gesichtspunkt ein Deal für Brook Lopez (trotz Max-Vertrag) und MarShon Brooks nicht vielleicht besser gewesen wäre. Der Salary-Cap hat sowieso eine untere Grenze und der Bedarf an Capspace ist in den nächsten 2-3 Jahren auch gering. Ob diese Spieler die Chance auf einen hohen Pick verringern würden, darf ebenfalls bezweifelt werden (wieviele Siege mehr brächten Lopez/Humphries/Brooks statt Afflalo/Harrington/Vucevic/Harkless in dieser Mannschaftszusammenstellung?). Langfristig könnte Lopez vielleicht als zweitbester Scorer und drittbester Spieler einer vernünftigen Mannschaft funktionieren.


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